Das sechste Stadtgespräch im Museum für Kunst und Kulturgeschichte dreht sich um den Begriff „Heimat“. Wie definiert er sich und gibt es sogar mehrere Heimaten? Daher heißt der Titel der Reihe auch „Heimaten“. Die erste der vierzehn Veranstaltungen beginnt am 16. April 2015 um 18 Uhr.
Sind wir Dortmunder? Oder Körner, Huckarder, Aplerbecker? Gehören wir eher zum Ruhrgebiet oder sind wir Westfalen? Fühlen wir uns unserem Bundesland Nordrhein-Westfalen zugehörig? Was bedeutet Heimat in Zeiten der Migration?
Diese und weitere Fragen beantworten Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen. Prof. Dr. Wolfgang Sonne beispielsweise kommt aus der Architektur und stellt am 05. November 2015 um 18 Uhr die Reformarchitektur in der Großstadt vor. Filmexperte Ernst Schreckenberg präsentiert am 07. Mai 2015 um 18 Uhr Heimatbilder im Film. Wie hat sich das Bild der Heimat angefangen von den Heimatfilmen der 50er Jahre bis hin zu den heutigen Filmen verändert?
Am 23. April 2014 um 18 Uhr kommt ein besonderer Gast, der Schriftsteller Feridun Zaimoglu erzählt über „Heimat: Eine Geschichte der Unstimmigkeiten“.
Die Stadtgespräche ergänzen mit ihrem Thema das Rahmenprogramm der großen Sonderausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“, die das MKK vom 28. August 2015 bis 28. Februar 2016 zeigt.
An ausgesuchten Donnerstagen finden die Stadtgespräche bis in den Januar 2016 hinein um 18:00 Uhr im MKK statt (25. Juni 19:00 Uhr).
Westfalen wird 200. Das feiert das Museum für Kunst und Kulturgeschichte mit der Ausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ vom 28. August 2015 bis zum 28. Februar 2016. Sie möchte die Besucher auf eine Zeitreise durch die Geschichte Westfalen von der preußischen Provinz bis zum Teil Nordrhein-Westfalens einladen.
Ich bin Dortmunder und Ruhrpottler. Aber bin ich auch Westfale? Die Frage der Identität wird in der Ausstellung unter dem Stichwort „Heimatkunde“ gestellt. Wie hat sich Westfalen entwickelt, gab oder gibt es eine westfälische Identität? Was prägte die Region?
Ein wesentlicher Kern der Ausstellung wird das „Territorium“ sein. Der zentrale Raum wird sich alle zwei Monate verändern. Begonnen wird mit „Industrie und Mobilität“. Die Industrie hat Westfalen nachhaltig geprägt: Von der Dampfmaschine bis hin über Kohle, Stahl und Textil.
Im zweiten Teil dreht sich alles um die Wasserkraft. Auch das Wasser prägte Westfalen durch ihre Flüsse, Kanäle und Talsperren. Zum Schluss geht es um „Gegensätze und Toleranz“. Westfalen war auch schon immer ein Einwanderungsland. Denn die Industrie brauchte Arbeitskräfte.
Für diese Arbeitskräfte wurden Siedlung gebaut. Daher gibt es eine Art Museumssiedlung. Hier lädt ein Arbeiter die Besucher in seine gute Stube ein. In einem Jugendzimmer hat ein Zwillingspaar völlig unterschiedliche Neigungen: Der eine ist BVB-Fan und der andere hält zu Schalke 04. Auch ein typisches Vereinsheim mit Pokalen, Bier und westfälische Küche ist dort anzutreffen.
Zu dieser Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm. Schulklassen können eine Fahrt zur Ausstellung gewinnen, Kinder ihren Geburtstag im Museum feiern und Erwachsene können beispielsweise Westfalen kulinarisch entdecken.
Einen Ausstellungskatalog wird es auch geben, er wird ab August 2015 erhältlich sein.
Harry Fränkel, Tapisserie „Violett“, 271 x 382 cm, 1965
Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt vom 29. November 2014 bis zum 22. März 2015 die Ausstellung „Textil. Bild. Kunst“ Wandteppiche aus der Textilkunst-Sammlung des MKK sowie Exponate aus verschiedenen Museen. Ein besonderes Highlight sind fünf Dortmunder Wandteppiche, die bis 2008 im Opernfoyer hingen.
Die Ausstellung beschäftigt sich thematisch mit dem textilem Wandbild nach 1945. Vor allem die 60er Jahre waren eine Blüte des Wandteppiches. „Beton und Stahl verlangten nach einem textilen Wandkleid. Sie dämpften den Schall und weckten ein warmes Gefühl“, erklärte Gisela Framke Projektleiterin und kommissarische Direktorin des MKK.
Von daher war es nicht verwunderlich, dass im Foyer des neueröffneten Opernhauses Wandteppiche aufgehängt wurden. Den Ideenwettbewerb gewannen Hubert Berke, Harry Fränkel und Elisabeth Kadow, die jeweils zwei Teppiche entwarfen. Die Herstellungskosten inklusive Künstlerhonorare kosteten die Stadt Dortmund 147.150 DM. Pünktlich zur Eröffnung 1966 zierten die Teppiche das Foyer. Gefertigt wurden die Teppiche in der Nürnberger Gobelin-Manufaktur, dessen Leiterin Irma Goecke war. Elisabeth Kadow war ihre Schülerin in einer Textilfachklasse.
Von den ursprünglich sechs Teppichen haben sich fünf erhalten und werden wieder der Öffentlichkeit präsentiert.
Eine weitere starke Tradition der Textilkunst war Frankreich mit dem Zentrum Aubusson. Hier war der der Maler Jean Lurçat maßgeblich beteiligt, der die Tapisseriekunst erneuerte. Auch von ihm sind Werke in der Ausstellung zu sehen.
Zu der Ausstellung gibt es Begleitprogramm mit Führungen und einem Programm für weiterführende Schulen. Hier können Klassen in einem Workshop mit Stoffresten ein Wandbild kreieren. Anmeldungen bitte unter info.mkk@stadtdo.de
Jean Lurçat, „Shades of Paris“, 236 x 245 cm, 1962
Inge und Fritz Vahle, „Abstrakte Komposition“, 243 x 141 cm, 1950/59
Elisabeth Kadow, „Komposition XVII“, 268 x 363 cm, 1965
Ergänzte Kunstwerke
Eine Einladung zum Weben stellen Helene und Anna Spät aus.
Kunstwerke und Ausstellungsgegenstände sind doch „fertig“ oder nicht? Der Künstler kommt nicht ins Museum und malt noch einen Pinselstrich und der Stuhl aus der Biedermeierzeit bleibt so wie er ist. Bei der Betrachtung der Kunstwerke kann man sich natürlich noch etwas dazu denken, sie in einen bestimmten Kontext rücken oder neu kombinieren. Einfach mal den Blick wechseln. Das haben Studierende des Studiengang Szenografie und Kommunikation der Fachhochschule Dortmund unter der Leitung von Professorin Nora Fuchs getan. Herausgekommen ist die Ausstellung „Blickwechsel“, die vom 25. September bis zum 19. Oktober im Museum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen ist.
Der alte Webstuhl von 1670 bekommt Gesellschaft von einem neuen. Helene und Anna Spät machen eine Art Performance. Sie wollen so oft wie möglich vor Ort sein und weben bzw. die Besucher weben lassen.
Mit dem Gewicht des Geldes beschäftigt sich Xiaoyu Wang bei dem Ausstellungsstück einer Geldwaage. Ihre Arbeit „21 g“stellt aber auch die philosophische Frage: Wieviel wiegt die Seele? In Experimenten hatte der amerikanische Arzt MacDougall „herausgefunden“, dass die Seele eines Menschen 21 Gramm wiege.
Von 21 Gramm zu 59,5 Kilo. Das ist der jährliche Verbrauch an Fleisch jedes Jahr pro Person in Deutschland. Katharina Kluczny präsentiert uns das Ergebnis in Gips, lebensecht modelliert und bemalt. Das alles vor einem großformatigen Gemälde eines Marktstandes aus dem 16. Jahrhundert mit allerlei verführerisch angebotenen Geflügel.
Zwei weitere Arbeiten behandeln auf völlig unterschiedliche Weise das Platzproblem im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Emine Güner fügt in ihrem Kurzfilm „Minus 1“ noch zwei virtuelle Etagen an, die sie mit Klebeband visualisiert. Jannik Göpfert zeigt in einem „Platzhalter“ Gemälde, die zur zeit im Depot liegen, also nicht gezeigt werden können. Denn das Museum für Kunst und Kulturgeschichte hat zwar 50.000 Exponate, davon werden aber nur 5 Prozent gezeigt.
Insgesamt gibt es im Museum 13 Kunstobjekte, die von den Studierenden „erweitert“ wurden. Um den Besuchern den Weg dorthin zu zeigen, gibt es Marker: Augen. Die Augen sollen zeigen, dass hier ein Blickwechsel stattgefunden hat.
Unglaublich, aber wahr: Diesen Haufen Geflügelfleisch verzehrt jeder Deutsche statistisch gesehen jährlich. Die Arbeit stammt von Katharina Kluczny.
Früher waren die Lebensläufe von Männern und Frauen sehr unterschiedlich. Heute ist das anders. Jessica Kühn lädt zum Puzzeln eines unisexen Lebensweges ein.
Perlen der Karikatur-Geschichte
Vor einer Karikatur über Freud und Mahler stehen (v.l.n.r.) Museumsdirektor Wolfgang E. Weick, Dr. Gisela Vetter-Liebenow, Direktorin des Wilhelm-Busch Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst und der Gestalter der Ausstellung, Prof. Jürg Steiner.
In Kooperation mit dem Museum Wilhelm Busch-Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst in Hannover zeigt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund vom 29. Juni bis 31. August 2014 unter dem Titel „Karikatur und Zeichenkunst: Von Goya bis Wilhelm Busch“, Glanzstücke aus der Sammlung des Museum Wilhelm Busch.
Aus Anlass des 75. Jubiläums präsentierte das Museum Wilhelm Busch in Hannover mit über 200 Werken ein imposanten und international bedeutenden Bestand historischer und zeitgenössischer Karikaturen. Nun haben auch die Menschen im Dortmunder Umfeld die Gelegenheit, diese mit genauer Beobachtungsgabe und zeichnerischer Präzision auf Papier gebrachten politischen Zeugnissen der Zeitgeschichte zu bewundern.
„Es war eine große Herausforderung, die 235 Stücke zu präsentieren. Wir haben uns für eine lineare Hängung entschieden“, verriet der scheidende Museumsdirektor Wolfgang E. Weick. Dr. Gisela Vetter-Liebenow, Direktorin des Wilhelm-Busch Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, erläuterte: „Mit der Karikatur als politische Waffe begann mein Weg ins Museum. Diese Ausstellung ist praktisch eine Art Leistungsschau durch die Geschichte der Karikatur. Dabei wurden die Karikaturisten oft nicht als Künstler wahrgenommen. Unsere Sammlung beweist aber, welche politische Sprengkraft sie mit ihrer „spitzen Feder“, zeichnerischer Präzision und guter Beobachtungsgabe auf Papier gebracht haben.“
„Die Anfänge der Karikatur reichen bis in die Renaissance ds16. Jahrhunderts mit Künstlern wie Annibale Carracci mit ihren als Typen charakterisierten „Gruppe von Musikern“, oder etwa William Hogarth. Im 18. Jahrhundert entwickelte sich in England die „Karikatur als politische Waffe und Gesellschaftssatire“ mit Künstlern wie James Gillray, Thomas Rowlandson oder Francisco de Goya. Zwischen Restauration und Revolution im 19. Jahrhundert war Frankreich mit Künstlern wie etwa Honoré Daumier Zentrum der Karikatur. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gab es in Deutschland mit dem „Simplicissimus“ einen gewaltigen Karikaturschub“, so Vetter-Liebenow.
Weiter zu sehen sind international wegweisende Karikaturen vor und nach 1945 mit Arbeiten von A. Paul Weber, oder eine der wenigen politischen Karikaturistinnen wie Marie Marcks, und von Erich Sokol. Unter den internationalen Künstlern des 20. Jahrhunderts sind vor allem Zeichner der amerikanischen Wochenzeitschrift The New Yorker und Klassiker wie Tomi Ungerer und Ronald Searle vertreten.
Dem „Urvater des modernen Comic“, Wilhelm Busch, mit seinen prägnanten Bildgeschichten, ist natürlich ein großer Raum in der Ausstellung gewidmet. Seinen Zeichnungen zeigen neben einer besondere Naturverbundenheit, wie man mit wenigen Zeichenstrichen ungeheure Ausdruckskraft entfalten kann. Neben den Karikaturen von Busch sind zum Abschluss auch drei Bilder von Loriot und Werke von Ernst Kahl in der Ausstellung zu sehen.
Der Gestalter der Ausstellung, Prof. Jürg Steiner, Berlin/Wuppertal erklärte: „Die Schwierigkeit bei der Gestaltung lag unter anderem bei der Lichtempfindlichkeit des Materials. Wir konnten nur eine schwache Beleuchtung benutzen. Für das Publikum bieten wir an neun Stationen gemütliche Sitzgelegenheiten aus verschiedenen Epochen.“ Ein Tipp: Nehmen sie sich viel Zeit für die Karikatur-Geschichten.
Die Ausstellung wird am Sonntag, den 29. Juni 2014 um 11.30 Uhr in der Rotunde des MKK durch Museumsdirektor Wolfgang E. Weick und einer Einführung durch Dr. Gisela Vetter-Liebenow eröffnet. Für die musikalische Umrahmung sorgt Michael Hönes vom Theater Dortmund.
Ausstellungsdauer:
29.Juni 2014 bis 31.August 2014
Katalog:
Karikatur & Zeichenkunst. Hirmer Verlag, München 2012, 288 Seiten mit 250 meist farbigen Abbildungen: 39,90 €
Öffnungszeiten:
Di, Mi, Fr, So 10 bis 17 Uhr
Do 10 bis 20 Uhr
Sa 12 bis 17 Uhr
Eintrittspreise:
Erwachsene sechs Euro,
ermäßigt drei Euro
Erster Weltkrieg aus Sicht der Zivilbevölkerung
Kochutensilien und Tipps für die Heimatfront.
Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund zeigt in ihrem Studio vom 7. Juni bis zum 3. August 2014 die Wanderausstellung des LWL -Museumsamtes „An der „Heimatfront“ – Westfalen und Lippe im Ersten Weltkrieg“.
Die Ausstellungskuratorin Dr. Silke Eilers erklärte hierzu: „Diese Wanderausstellung wird in acht Standorten in der Region gezeigt. Der Erste Weltkrieg spielt in der Erinnerungskultur unserer Gesellschaft eigentlich keine große Rolle. Einhundert Jahre nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wächst das Interesse an dieser vielbeschworenen „Urkatastrophe“, die ein Schlüssel für die Geschichte des 20. Jahrhunderts ist. Wir wollen mit der Ausstellung das Augenmerk vor allem auf die Folgen für die Zivilbevölkerung legen. Die Kriegserfahrung und Erfahrungen, die Menschen an der „Front“ und in der „Heimat“ machten, waren eng miteinander verwoben. Von der Zivilbevölkerung wurde „moralische Unterstützung“ und Opfer in vielen Bereichen erwartet.“
Das LWL -Museumsamt ist froh, mit Hilfe von Privatpersonen und verschiedenen Kultureinrichtungen eine umfangreiche Sammlung von Feldpost, Tagebüchern, Gegenständen aus der Zeit des Krieges, wie zum Beispiel eine Kochkiste mit großer Schöpfkelle oder ein Fahrrad mit Notbereifung zur Verfügung vorstellen zu können.
Die Präsentation möchte eine möglichst genaue Innenansicht des Alltags in Westfalen und Lippe mit Not, Entbehrung ,Trennung und Verlust vermitteln. Die Ausstellung ist zeitlich chronologisch geordnet und befasst sich mit Aspekten wie Mobilmachung, Versorgung, Familie, Arbeit organisierte „Liebestätigkeit“, Versehrtheit und Kriegsende. Dabei werden auch ganz private, aussagekräftige Erinnerungen berücksichtigt.
Nur in Dortmund zu sehen ist das von Susanne Bauer, der wissenschaftlichen Volontärin des MKK, sorgfältig aufbereitete Material, das sich mit dem Schicksal eines Soldaten aus Dortmund befasst. Der 1894 geborenen Schlosser kämpfte von 1914 bis zum Kriegsende als Gefreiter sowohl an der West- als auch an der Ostfront. Der Enkel von Behn hat sich freundlicherweise dazu bereit erklärt, die umfangreichen Feldpost seines Großvaters an dessen Verlobte, späteren Frau Luise Wohlfahrt sowie Fotos und Gegenstände zur Verfügung zu stellen. „Wir wollten damit einen ganz persönlichen Bezug für die Besucher aus unserer Stadt schaffen“, so Bauer
Die wissenschaftliche Volontärin hat zusammen mit einigen Helfern die spannende aber zeitraubende Aufgabe übernommen, nach Sichtung von der vielen Feldpost, diese in eine lesbare Form für die Besucher (-und den Enkel-) zu überführen und alle „Schätze“ in einer Vitrine zu präsentieren.
Am Eingang zur Ausstellung bietet übrigens ein Video-Terminal mit Kopfhörern die Gelegenheit, nach verschiedenen Gesichtspunkten geordnet, sich in die Materie zu vertiefen.
Das die Präsentation den Ersten Weltkrieg bewusst aus dem Blickwinkel der Zivilbevölkerung zeigt, macht sie besonders geeignet für Kinder-und Jugendliche.So wird auch ein Schulpädagogisches Programm mit speziellen Führungen für Schüler der Klassenstufen 8 und 9 aller Schulformen angeboten. Informationen und Anmeldungen unter Tel. 0231/50-2 60 28.
Susanne Bauer, wissenschaftliche Volontärin im MKK, befasste sich mit dem Schicksal des Dortmunder Soldaten Carl Behn.
Außerdem gibt es ein Ferienworkshop „100 Jahre Erster Weltkrieg – Eine Spurensuche in Dortmund für Jugendliche im Alter von 14 – 16 Jahren vom 22. bis 24. Juli 2014, jeweils 10.00 bis 13.00 Uhr.
An den Sonntagen werden aber auch Erwachsenen-Führungen für 3 Euro zzgl. Eintritt angeboten.
Als Begleitprogramm werden im MKK zwei Vorträge zum Thema zu hören sein.
Am 3. Juli 2014 um 19.00 Uhr spricht der Leiter der Steinwache Dr. Stefan Mühlhofer über „Dortmund im Ersten Weltkrieg“.
Am 31. Juli 2014 um 19.00 Uhr macht Rüdiger Wolf, Leiter des Westfälische Schulmuseums, mit seinem Vortrag „So wurden Löwen bestraft, wie es recht war“ deutlich, wie die Propaganda im damaligen Schulalltag Einfluss auf die jungen Menschen nahm.
Vom Essen und der Moral
Präsentierten das Programm: (v.l.n.r.) Dr. Karl Lauschke (Ruhr-Universität Bochum), Wolfgang E. Weick (Direktor Museum für Kunst und Kulturgeschichte), Prof. Walter Grünzweig (TU Dortmund), Prof. Wolfgang Sonne (TU Dortmund) und Dr. Gisela Framke (Museum für Kunst- und Kulturgeschichte).
Bereits zum fünften Mal finden im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) die „Stadtgespräche im Museum“ statt. Die Veranstaltungsreihe wird gemeinsam vom MKK und der TU Dortmund organisiert. In diesem Jahr dreht sich unter dem Titel „Foodways – vom Kulinarischen und seiner Moral“ alles ums Essen und Trinken.
„Die 13 Vorträge spiegeln die Vielfalt wider, die an der TU Dortmund gelehrt wird“, so Prof. Wolfgang Sonne von der TU. Daher sind die Themen so unterschiedlich wie die Ernährungsgewohnheiten der Menschen. So berichtet Cyprian Piskurek am 08. Mai über das Essen im Fußballstadion unter dem Titel „Bratwurst und Bier – Was uns Essen und Trinken im Stadion über Fußballfankultur verrät“. Aber auch architektonische Fragestellungen werden behandelt. Ruth Hanisch stellt am 12. Juni die Küche in den Mittelpunkt ihres Vortrages. „Bauen – kochen – essen. Die Küche als Raum“.
Doch Essen und Trinken werden nicht nur als kulturelles Phänomen betrachtet, sondern auch die biologische Komponente findet ihren Platz. So fragt sich Prof. Günter Eissing am 25. September „Wie verbessern wir die Ernährung von Kindern und Jugendlichen?“ und am 16. Oktober stellt Prof. Mathilde Kersting das Forschungsinstitut für Kinderernährung vor. Hier bekommen die Zuhörer gleich einige Ernährungstipps dazu.
Die Vorträge finden, beginnend am 10. April, an insgesamt 13 Donnerstagen bis zum 20. November 2014 in der Rotunde des Museums für Kunst und Kulturgeschichte jeweils um 18 Uhr statt. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen online unter www.mkk.dortmund.de
Stille im Bild gefangen
Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt Fotografien von Walter Sack (hier im BIld).
Die Ausstellung „Gesehene Stille“ von Walter Sack zeigt im Museum für Kunst und Kulturgeschichte bis zum 30. März zwanzig großformatige Landschaftsfotografien des Künstlers. Die Eröffnung findet am 25. Januar 2014 um 19 Uhr statt.
Die Stille in den Fotografien von Walter Sack ist beinahe sichtbar. Seine Landschaftsbilder strahlen eine fast schon majestätische Ruhe aus. Farblich reduziert, wirken sie wie monochrome Gemälde, in denen eine oder maximal zwei Farben dominieren. Heraus kamen Fotografien, die nicht eine Landschaft in den Mittelpunkt stellen, sondern das Gefühl der Stille vermitteln. Von der Kamera bis zur Bildbearbeitung benutzt Sack analoges Material.
Für seine Fotografien nahm Sack große Mühen auf sich. Seine Fotoausrüstung mit Großbildkamera, Objektiven und Stativ wog um die 45 Kilogramm. Diese Equipment schleppte der Künstler durch die Wüste, zu Gletschern oder ins Watt. Um dann, Stunden oder manchmal Tage auf den richtigen Moment zu warten, auf das richtige Licht, das richtige Leuchten der Farben oder das verschwinden des Horizonts. „Als ich in den 70ern ‚The dark side of the moon‘ von Pink Floyd hörte, hatte ich das Bild eines von Licht durchfluteten Gletscher im Kopf“, erzählte Sack. „Dafür bin ich 14 Tage mit einem Kamera einen Berg hoch marschiert.“
Walter Sack wurde 1939 in Köln geboren und lebt heute in der Nähe von Hagen. Sack lehrte an der Bayerischen Staatslehranstalt für Photographie in München und von 1897-2005 als Professor für Fotografie an der Fachhochschule Dortmund.
Öffnungszeiten des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, Dortmund: Di, Mi, Fr, So: 10 bis 17 Uhr, Do 10 bis 20 Uhr, Sa 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet fünf Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Eintritt frei unter 18 Jahren.
Wenn Kleider Leute machen
Herline Koelbl vor der Schornsteinfegerin (links privat / rechts offiziell).
Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund zeigt vom 30. November 2013 bis zum 2. März 2014 die Ausstellung „Kleider machen Leute“ der konzeptionell arbeitende Fotokünstlerin Herlinde Koelbl. Diese Schau entstand in langjähriger Arbeit im In-und Ausland zwischen 2008 und 2012.
Gezeigt werden die Körper 70 verschiedener Menschen aus verschiedensten Berufsgruppen in Doppelporträts. Auf der rechten Seite sehen wir den General, Bischof, den Feuerwehrmann, die Krankenschwester, die Richterin in Karlsruhe, die japanische Geisha, der Kellner, den Koch, die Schornsteinfegerin, den Pagen und viele mehr in ihren Standesuniformen und Funktionen. Dagegen sind sie auf der linken Seite in der Kleidung abgelichtet, die sie sonst zuhause ganz privat tragen. Neben den großformatigen Fotografien sind kurze Interviews mit den Personen als Text zu lesen.
„Die Idee für diese Ausstellung kam mir bei einem Urlaub im ehemaligen Jugoslawien. Die Kellnerin, vorher in ihrer schwarzen Uniform mit weißer Schürze kam mir kurze Zeit spät in einer bunten Kittelschürze ohne Ärmel entgegen. Ich hätte sie fast nicht wiedererkannt und hatte eine ganz andere Wahrnehmung von ihr“, erklärte Koelbl. Sie fügte hinzu: „Ich wollte die Personen nicht in ihrem Umfeld fotografieren, denn der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen. Deshalb habe ich einen grauen oder weißen Hintergrund gewählt. Es war mir wichtig, die Wandlung der unterschiedlichen Menschen in ihrer Funktion und als Privatpersonen zu zeigen. Außerdem sollten sie nicht in keiner Freizeitkleidung, sondern in ihrer ganz privaten Wohlfüllbekleidung fotografiert werden.“
Es zeigte sich, dass die fotografierten Personen tatsächlich eine andere Haltung in ihrer Standeskleidung einnahmen als in ihrer privaten Kleidung. Das gestiegene Selbstbewusstsein ist ihnen in ihrer Uniform anzusehen. „Es ist, als ob sie einen Schalter umlegen, wenn sie ihre private Kleidung anziehen“, so Koelbl.
So trägt zum Beispiel eine Person die einen Beruf ausübt, bei der sie eine beengende Uniform tragen muss gerne zu hause eine legere Kleidung. Uniformen repräsentieren aber weit mehr. So steckt zum Beispiel in der selbstbewussten Haltung und dem Auftreten des Piloten der Lufthansa das Wissen um die enorme Verantwortung.
„ In meiner Standes-Uniform werde ich ganz anders wahrgenommen und trete aus der Masse als Individuum heraus“, so sagt es zum Beispiel eine fotografierte Geisha aus Japan in ihrem Interview.
„Wir müssen die ganze Sache aber beidseitig betrachten. Der Betrachter der Fotografien kommt auch schon mit einer bestimmten Einstellung zu den verschiedenen Berufsgruppen in die Ausstellung.Wir verhalten uns ja auch unterschiedlich, wenn uns der Arzt in seinem weißen Kittel oder als Privatmensch begegnet“, erläuterte Koelbl.
So können „Berufsuniformen“ einerseits das Selbstbewusstsein stärken, lenken aber auch die Aufmerksamkeit auf die Person und erwecken einen ganz bestimmten, mit der Uniform verbundenen Erwartungsdruck.
Begleitend zur Ausstellung finden an jedem Sonntag von 11.30 bis 12.15 Uhr öffentliche Führungen statt. Die Teilnahme kostet zwei Euro. Gruppenführungen können unter (0231) 50-26028 gebucht werden.
Ein Tipp besonders für Kinder ab sechs Jahren ist der Workshop „Wer bin ich“, für Jugendliche ab zwölf Jahren der Workshop „Pimpen, Posen, Posten“. Die Teilnehmenden besuchen zunächst die Ausstellung und werden anschließend unter der Anleitung des Fotografen Hannes Woidich selbst aktiv. Die Workshops beginnen am 8. Januar 2014. Anmeldung und weitere Information unter Telefon (0231) 50-26028 und in Internet unter info.mkk@stadtdo.de.
Der 232 Seiten starke, mit 186 Farbabbildungen versehene Katalog „Kleider machen Leute“ erschien im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern. Er ist im Museum für Kunst und Kulturgeschichte und im Buchhandel für 39,90 Euro erhältlich.
Der Eintritt in die Schau kostet sechs Euro, ermäßigt drei Euro. Das Kombiticket, das auch den Besuch der Dauerausstellung und der Weihnachtsausstellung im Studio ermöglicht, kostet acht Euro, ermäßigt vier Euro. Bis 18 Jahre ist der Eintritt frei.
Öffnungszeiten des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, Dortmund: Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Donnerstag von 10 bis 20 Uhr, Samstag von 12 bis 17 Uhr.
Das MKK erzählt die Weihnachtsgeschichte
Eine sehr moderne Krippeninterpretation von Alex Furtmann.
Mittlerweile ist es schon die 13. Weihnachtsausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK). Vom 16.November 2013 bis zum 05. Januar 2014 dreht sich dieses mal alles um die Weihnachtsgeschichte. Angefangen von der Verkündigung Marias bis zu den heiligen drei Königen wird die Geschichte in künstlerischen Darstellungen erzählt.
Die Weihnachtsgeschichte hat Künstlerinnen und Künstler seit dem Mittelalter fasziniert. Dabei ging es ihnen häufig weniger um die Wahrheit, sondern mehr die Wirkung ihrer Werke. Rund 70 Grafiken, Gemälde, Skulpturen, Reliefs und kunsthandwerkliche Arbeiten aus den eigenen Sammlungen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung.
Das älteste Stück der Ausstellung – eine kostbare Buchmalerei mit der Darstellung der Geburt Christi auf Goldgrund – stammt aus der Zeit um 1330. Druckgrafiken von Dürer bis Rembrandt widmen sich in stimmungsvollen Kompositionen dem weihnachtlichen Geschehen. Ein farbiges Majolika-Bild mit der Schilderung des Kindermordes zu Bethlehem nach Raffael (1483 bis 1520) ist ungewöhnlich, vom Mittelalter bis zum Barock wurde das Thema jedoch häufiger aufgegriffen.
Eines der jüngsten Stücke in der Ausstellung ist ein Sammelteller aus Porzellan von 1977 mit dem Motiv der Flucht nach Ägypten. Seit 1900 erfreuen sich die jährlich nur in bestimmter Stückzahl von bekannten Porzellanmanufakturen hergestellten und mit wechselnden Sujets dekorierten Weihnachtsteller großer Beliebtheit.
Zwei großformatige Krippendarstellungen, farbig bemalte Figuren aus Gips im nazarenischen Stil von 1909 aus dem Westfälischen Museum für religiöse Kultur – RELíGIO in Telgte und moderne Holzfiguren des westfälischen Krippenkünstlers Alex Furtmann aus Bocholt, ergänzen daher die Ausstellung.
Ein umfangreiches Begleitprogramm ist inzwischen eine feste Größe bei den Weihnachtsausstellungen. Es umfasst in diesem Jahr öffentliche und buchbare Familienführungen und Führungen für Erwachsene sowie kreative Angebote mit Ausstellungsbesuch für Senioren, Grundschulklassen, Kindergärten, Konfirmanden- und Sternsingergruppen.
Darüber hinaus können Kinder von sechs bis zehn Jahren am 15. Dezember von 14 bis 16 Uhr ihren eigenen Weihnachtsschmuck gestalten. Hinzu kommen der Bildvortrag „150 Jahre Krippenkunst in Dortmund“ mit Brigitte und Rolf-Jürgen Spieker am 28. November um 19 Uhr, die „Salongeschichten – Treff für ältere Menschen“ am 3. Dezember, 14.30 bis 16.30 Uhr, sowie das Erzählcafé mit der WDR-Journalistin Dr. Marion Grob am 7. Dezember von 15 bis 16.30 Uhr.
Der besondere Tipp: Führung durch die Weihnachtsausstellung und die Dortmunder Marienkirche mit dem Marienaltar von Conrad von Soest!
Nähere Informationen und Anmeldung zu den Angeboten unter Telefon (0231) 50-2 60 28 oder per E-mail: info.mkk@stadtdo.de.
Öffnungszeiten des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, Dortmund: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonnatg: 10 bis 17 Uhr, Donnerstag 10 bis 20 Uhr, Samstag 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Eintritt frei unter 18 Jahren.