Die neuen Alten im Blickpunkt

Dem Lebensalltag und der Lebenszufriedenheit älterer Menschen in Europa hat sich die neue foto-ethnografische Ausstellung „Europas neue Alte“ im Museum für Kunst und Kulturgeschichte vom 25.2 – 16.7.2017 gewidmet. Die Ausstellung kommt vom Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Fotografin Gabriele Kostas und Kulturanthropologin Dr. Irene Ziehe haben über anderthalb Jahre hinweg Menschen im Rentenalter ab 65+ unterschiedlichster Gesellschaftsschichten und unterschiedlichen Lebensräumen aus 13 europäischen Ländern nach ihren Lebensumständen sowie ihrer Lebenszufriedenheit befragt und sie fotografisch festgehalten. Es wurde eigens ein Fragebogen konzipiert, wo die Befragten ihre Lebenszufriedenheit in einer Zufriedenheits-Kurve eingeben konnten. Sie sollte die jeweilige Zufriedenheit im Alter von 10 bis über 90 Jahren in zehn Jahresabschnitten eintragen, um Aufschluss über die Veränderungen ihres Empfindens der Zufriedenheit im Laufe ihres Lebens zu erhalten.Die insgesamt 27 Foto-Essays und Interviews dokumentieren in 147 Fotografien von Gabriele Kostas zeugen Eindrucksvoll und Ausdrucksstark von der Vitalität und Lebensfreude der unterschiedlichen Personen. Ihre individuellen Wünsch, Hoffnungen und Visionen stehen im Mittelpunkt. Sie sind so verschieden wie die Menschen. So arbeitet die 84-jährige Leila aus Georgien beispielsweise immer noch als Archäologin, und der Schwede Ingemar erfüllte sich seinen Traum von Freiheit als Rentner mit dem Kauf eines Motorrads.

Erstaunlich, dass man bei den befragten Personen oft eine „Armut der Bedürfnisse“ im positiven Sinne erkennen konnte. Die Menschen wissen genau, was sie noch wollen und kennen ihre Grenzen. „Wir können die vielfältige Lebenserfahrung der älteren Generation erkennen und sollten ihnen mit Respekt begegnen,“ so Kostas. Der Fotografin war bei ihrer Arbeit das Spiel mit Vordergrund und Hintergrund wichtig. Die Besucher haben Gelegenheit, den gleichen Fragebogen auszufüllen.

Zur Ausstellung gibt es wieder ein Begleitprogramm für Besucher:

5. März 2017 von 11 – 12.30 Uhr gibt es eine öffentliche Führung ( 3 Euro zzgl. 6 Euro, ermäßigt 3 Euro)

30. März 2017 /8. Juni 2017 ab 18 Uhr : Urban Sketching- Zeichnen in der Ausstellung mit Guido Wessel und den Dortmunder Urban Sketchers. Das Material wird nicht gestellt.

Nähere Infos dazu (0231) 4961164 oder info@artusdesign.de

Information über weitere Angebote im Begleitprogramm-unter (0231) 50-260 28 oder info@mkkstadtdo.de




Gabenbringer und andere Weihnachtswesen

Christkind, Weihnachtsmann oder Tomte? Spannende Geschichten können (v.l.n.r.) Daniela Brechensbauer (Leiterin Museumspädagogik MKK), Cathleen Tasler (Kuratorin) und Dr. Jens Stöcker (Museumsdirektor MKK) erzählen.
Christkind, Weihnachtsmann oder Tomte? Spannende Geschichten können (v.l.n.r.) Daniela Brechensbauer (Leiterin Museumspädagogik MKK), Cathleen Tasler (Kuratorin) und Dr. Jens Stöcker (Museumsdirektor MKK) erzählen.

Schon zum sechzehnten Mal ist vom 05.11.2016 bis zum 05.02.2017 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund eine Weihnachtsausstellung zu sehen. Das Thema in diesem Jahr ist „Morgen kommt der …?

Hier widmet sich das MKK mit der Kuratorin Cathleen Tasler den verschiedenen christlichen und heidnischen Gabenbringern, anderen Weihnachtswesen sowie ihren Begleitern.

In Deutschland sind ja vor allem das Christkind, der Nikolaus mit Knecht Ruprecht und der Weihnachtsmann bekannt. Diese Ausstellung gibt einen interessanten historischen Überblick über die internationalen Bräuche in Europa von Russland bis Spanien.

Der neue Museumsdirektor Dr. Jens Stöcker zeigt sich von der Ausstellung angetan: „Mir gefällt vor allem, dass die Besucher praktisch wie von Objekt zu Objekt getragen werden.“

Die Kuratorin verriet vorab: „Wir haben mehr als 180 Objekte aus über 11 europäischen Ländern mit 12 Gabenbringern und verschiedenen Weihnachtswesen wie etwa die heilige Barbara, die schwedische Lichtgestalt Lucia oder dem Rotkehlchen (England) zusammengestellt.“

Die Ausstellung ist in sechs Abteilungen gegliedert:

1.Kulturgeschichte der Weihnachtwesen

2. Gabenbringer der katholischen und protestantischen Länder

3. Gabenbringer der orthodoxen Länder

4. Gabenbringer am 6. Januar, zum Beispiel die Heiligen Drei Könige in Spanien

5.Gabenbringer in Skandinavien mit ihren Trollen, Tomte oder dem Julbock

6. Die Begleiter der Gabenbringer: Das sind oft den Kindern angst einflößende Personen und Gestalten wie Knecht Ruprecht oder der in den Alpenländern Österreich und Schweiz bekannten „Krampus“ mit seiner gruseligen Maske.

Daneben gibt es auch noch einen Gabentisch hinter Vitrine zu bewundern und es werden zwei Filmdokumente zu den Begleitern der Gabenbringer gezeigt.

Es gibt viel zu entdecken und im Foyer vor dem Ausstellungsraum dürfen die Besucherinnen und Besucher auch selber weihnachtliche Dekoration basteln.

Unter der Leitung der Museumspädagogin Daniela Brechensbauer wurde auch in diesem Jahr wieder ein Begleitprogramm für Kitas, Schulklassen und für die ganze Familie zusammengestellt. Hier können gemeinsam zum Beispiel lustige Tomte (eine Art Wichtel oder Heinzelmann) gebastelt werden. Die Bastelwerkstatt für Jedermann findet am 04.12. und am 11.12.2016 von 15.00 bis 16.30 statt. 5 € Materialkosten (inkl. Eintritt) fallen an.

Am 10.12.2016 und 18.12. 2016 finden ab 16.00 zudem die Weihnachtslesungen mit Gedichten und Märchen mit Hans-Martin Stork (Sa) und Elisabeth Stark-Reding (So) statt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen und Anmeldungen von Schulklassen entweder direkt im Museum für Kunst und Kulturgeschichte: Hansastr. 3 , 44137 Dortmund oder unter www.mkk.dortmund.de




Tierische Ausstellung im MKK

Vögel, Insekten, Fische und sogar Pferde sind in der aktuellen Ausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen, doch sie sind etwas Besonderes. Alle Tiere sind aus Blech. Die Ausstellung „Mechanische Tierwelt“ ist bis zum 21. August im Studio zu sehen und präsntiert darüber hinaus auch Fotografien von Sebastian Köpcke und Volker Weinhold, denen auch die Sammlung der Blechtiere gehört.

Blechspielzeug ist ein klassisches Sammlungsthema. Dampfmaschine, Eisenbahn und Autos zeigen sehr gut die technische Entwicklung. Die Ausstellung präsentiert einen anderen Blickwinkel: Die Tierwelt. Hierbei war es Köpcke und Weinhold wichtig, die Artenvielfalt zu zeigen, die heimische Tierwelt genauso wie Exoten. Doch die beiden sind nicht nur Sammler, sondern auch Fotografen. So haben sie ihre Blechtiere so fotografiert, dass es so aussieht, als seien sie in ihrer natürlichen Umwelt. Doch von den Möglichkeiten digitaler Bildbearbeitung haben sie Abstand genommen.

Dazu gibt es einen Film, der die funktionstüchtigen Exponate in ihren charakteristischen Bewegungen zeigt. Die Ausstellung zeigt etwa 200 originale historische Blechtiere von 1900 bis Ende der 1970er Jahre. Sie stammen aus deutscher und internationaler Produktion.

Zur Ausstellung gibt es auch museumspädagogische Angebote. Kinder gehen mit ihrem Lieblingskuscheltier auf Safari. Dazu können sie einen Origamifrosch basteln, der sogar hüpfen kann. Dieses Angebot richtet sich an Kinder in Kitas und den ersten beiden Klassen der Grundschule. Aber auch für Erwachsene gibt es spezielle Führungen, die mehr auf die Hintergründe der Blechspielzeuge eingehen.

Für die Buchung der Programmangebote können Sie sich unter 0231 50 26028 oder unter info.mkk@stadtdo.de anmelden.




Gegensätze und Toleranz – aber wo bleiben die Konfessionsfreien?

Diese Smartphones hat man den Flüchtlingen nicht abgekommen, sie sind eher symbolischer Natur.
Diese Smartphones hat man den Flüchtlingen nicht abgekommen, sie sind eher symbolischer Natur.

Der dritte Themenschwerpunkt der Westfalenausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte vom 07. Januar bis zum 28. Februar 2016 lautet „Gegensätze und Toleranz“. Hier geht es um Immigration und Emigration, Zwangsarbeit und religiöse Vielfalt. Auch wenn man zu Recht argumentieren könnte, Atheismus und Konfessionsfreiheit sind ja keine Religionen, dennoch haben sie Spuren hinterlassen.

Religion spielte in Westfalen schon immer eine Rolle. Nach 1815 kamen die protestantischen preußischen Beamten und Ende des 19. Jahrhunderts die katholischen Arbeiter aus dem heutigen Polen. So verwundert es nicht, dass beispielsweise viele neue katholische Kirchen vor allem im Ruhrgebiet gerade in dieser Zeit gebaut wurden.

Nach dem Zweiten Westkrieg kam mit den türkischen Einwanderen auch der Islam nach Westfalen und durch die globalen Flüchtlingsbewegungen und den offeneren Zugang zu Religionen haben auch der Hinduismus und der Buddhismus ihren Platz gefunden. Natürlich nicht zu vergessen, die jahrhundertealte Tradition des Judentums in Westfalen, das durch den Terror des Nationalsozialismus beinahe vernichtet worden wäre und durch die Emigration russischer Juden einen neuen Schub bekam.

Religionsfreiheit heißt aber auch immer Freiheit von Religion. Hier in Dortmund wurde eine der ersten freireligiösen Gemeinden (damals nannten sie sich noch „Deutschkatholiken) gegründet, deren Mitglieder sich auch bei der 1848er Revolution beteiligten. Nach dem Ersten Weltkrieg war das Spektrum der „Dissidenten“ wie Nicht-Religiöse genannt wurden, breiter, es gab Freireligiöse, Freidenker und Monisten. Der Landesverband NRW des Humanistischen Verbands in Dortmund besitzt ein gutes Archiv, aus dem man sicherlich eine Vitrine hätte bestücken können.

Dennoch ist die Ausstellung auch für Nichtreligiöse sehenswert, denn die Geschichte der Zwangsarbeiter berührt immer noch. Die schiere Zahl der Lager, die allein schon in Dortmund waren, macht betroffen. Das Schicksal von entlassenen Zwangsarbeitern gegen Ende des Zweiten Weltkrieges zeigt die Verachtung der Handlanger des NS-Regimes. Ebenso wie im Rombergpark in Dortmund wurden im Arnsberger Wald und Eversberg hunderte Zwangsarbeiter hingerichtet.

Doch nach Westfalen kamen nicht nur Menschen, sondern sie gingen auch. Sie verließen ihre Heimat und gingen vor allem in die USA. Heute gibt es dort noch acht „Westphalias“ sowie weitere Siedlungen, die nach Orten in Westfalen benannt sind.

Die Ausstellung schlägt auch eine Brücke zur Jetztzeit: Ein Behälter voller Smartphones und Handys zeigt, was für die Flüchtlinge von heute von lebenswichtiger Bedeutung ist. Auch eine Fotodokumentation zum „Train of hope“ macht deutlich, das Kommen und Gehen in der Geschichte von Westfalen immer noch ein Thema bleibt mit dem wir uns beschäftigen müssen.

Mehr Informationen über die Ausstellung finden Sie unter www.200JahreWestfalen.jetzt




Wintervergnügen im zeitgeschichtlichem Wandel

Schlitten fahren mit Lenkung. Ein Exponat aus den 1930er Jahren.
Schlitten fahren mit Lenkung. Ein Exponat aus den 1930er Jahren.

Winterzeit – Schneezeit – Zeit für Wintersport. Vielleicht nicht immer im grauen Dortmund, aber auf jeden Fall im Sauerland. Schlitten, Ski und Kufen sorgen für Vergnügen in der kalten Jahreszeit. Die 15. Weihnachtsaustellung im Dortmunder Museum für Kunst-und Kulturgeschichte vom 21. November 2015 bis 31.Januar 2016 will mit dem Titel „Wintervergnügen“ auf die Kulturgeschichte des Wintersports aufmerksam machen. Thematisch passt sie also zur parallel laufenden „Westfalen-Ausstellung“.

Susanne Bauer, Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin dieser Ausstellung erklärte: Drei Themen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung: Skifahren, Schlittschuhlaufen und Schlittenfahren.“

Dabei wird den Besuchern die lange Tradition dieser „Wintervergnügen“ deutlich vor Augen gehalten. Seit über 5000 Jahren verwenden Menschen Skier als Fortbewegungsmittel, ebenso lange vermutlich benutzen sie Kufen, um über das Eis zu gleiten. Die frühesten Schlittschuhe waren Tierknochen, so wie die in Dortmund gefundenen Pferdeknochen. In einer Vitrine wird die Entwicklung bis zum hochmodernen Schlittschuh gezeigt.

Ein weitere Schwerpunkt sind Schlitten. In der Ausstellung sind beispielsweise Schlitten aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts zu sehen oder ein Schlitten mit Lenkung aus den 30er Jahren. Wer Lust hat, kann in einen modernen Zweierbob steigen.

Die Ausstellung ist geöffnet:

Di, Mi, Fr, So 10:00 – 17:00 Uhr

Do 10:00 – 20:00 Uhr

Sa 12:00 – 17:00 Uhr

Montag geschlossen


Eintritt
:

Erwachsene: 5 Euro, ermäßigt: 2,50 Euro

Besucherinnen und Besucher unter 18 Jahren zahlen keinen Eintritt

Begleitprogramm zur Weihnachtsausstellung „Wintervergnügen“

Öffentliche Führungen

So 22.11., 29.11., 13.12., 20.12., 27.12., 3.1., 17.1., 31.1.,

15.00 – 16.00 h

3 € zzgl. Eintritt

Kuratorenführung

So 6.12., 15.00 – 16.00 h

3 € zzgl. Eintritt

Salongeschichten zur Weihnachtsausstellung – Treff für ältere Menschen

Di 1.12., 14.30 – 16.30 h

10 € (inkl. Kaffee/Tee und Kuchen), Anmeldung unter 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de, Mindestteilnehmerzahl 10 Personen

Erzählcafé zur Weihnachtsausstellung

Sa 12.12., 15.00–16.30 h

Moderation: Marion Grob, WDR-Journalistin

Eintritt frei, Kaffee und Kuchen 5 €

Anmeldung erbeten unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de

Führungen und museumspädagogische Programme für Kindergärten und Schulen sind buchbar unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de.




Westfalens Wurzeln auf der Spur

Ein Motorrad, wie es für Steherrennen beim Sechs-Tage-Rennen benutzt wurde.
Ein Motorrad, wie es für Steherrennen beim Sechs-Tage-Rennen benutzt wurde.

Zweihundert Jahre Westfalen sind ein guter Anlass für eine große Ausstellung im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Rund 800 Exponate werden hier vom 28.08.2015 bis zum 28.02.2016 auf einer Fläche von 1.800 Quadratmetern mit großer Sorgfalt und hohem Aufwand zusammengetragen und platziert. Diese Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und dem westfälischen Heimatbund unter der Schirmherrschaft von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Der Heimatbund feiert zudem in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.

Bei einer Ausstellung über Westfalen geht es natürlich auch über die Bewohner. Was zeichnet einen Westfalen aus? Ein Heimspiel für Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. „Wir Westfalen sind für unsere Dickschädel, Bodenständigkeit und Nachhaltigkeit bekannt“, so Sierau.

Auf die Frage nach den preußischen Tugenden der Westfalen ergänzte Harry Kurt Voigtsberger, Präsident der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, mit „Bescheidenheit, tiefe Verwurzelung und Sparsamkeit.“ Ob die Westfalen Verwandte der Schwaben sind?

Agrarland und Industriegebiet. Westfalen war schon immer reich von Kontrasten. Matthias Löb, LWL-Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe bemerkte: „Mit dieser Ausstellung gehen wir auf westfälische Identitätssuche. Westfalen war immer ein Land voller Gegensätze und Vielfalt. Daraus schöpfen wir Kraft.“

Die Ausstellung hat drei Schwerpunkte, die sich im Laufe der Zeit verändern. Das erste Territorium steht unter dem Motto „Aufbruch in die Moderne“. Die Eisenbahn, der Bergbau und die Stahlerzeugung sind natürlich sehr bedeutsam gewesen für die weitere Entwicklung Westfalens. Dieser Schwerpunkt wird bis zum 01. November zu sehen sein. Danach wird gewechselt und die „Wasserkraft“ steht im Mittelpunkt, bis sie von der „Toleranz“ abgelöst wird.

Für die Ausstellung wurden Objekte und Relikte zusammengetragen, die Veränderungen zeigen, Meilensteine markieren oder wichtig für die Menschen in Westfalen sind.

Zu dieser Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Nähere Informationen unter www.mkk-westfalen.dortmund.de oder www.200jahrewestfalen.jetzt

Einen kleinen Einblick in die Ausstellung bietet dieses Video: [vsw id=“hIosc0VON0c“ source=“youtube“ width=“425″ height=“344″ autoplay=“no“]




Die Welt in einer Straße

Am Ende der Münsterstraße wartet der Fredenbaumpark auf erholungssuchende Bewohner.
Am Ende der Münsterstraße wartet der Fredenbaumpark auf erholungssuchende Bewohner.

Wenn die Bewohner wollten, sie bräuchten kaum woanders hinzugehen. Denn Cafés, Geschäfte,Schulen, Kino, Museum und Kneipen: Das gibt es alles in der Münsterstraße. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt die Geschichte und die Vielfalt der Straße in der stadthistorischen Ausstellung „Die Münsterstraße. Dortmunds buntes Pflaster“, die bis zum 25. Oktober 2015 zu sehen ist.

Die Münsterstraße heißt Münsterstraße, weil ihr Weg nach Norden Richtung Münster führt. Seit dem Mittelalter ist sie in ihrer charkteristischen Form erkennbar, aber erst durch die Industrialisierung und dem Bau des Bahnhofes 1847 wird sie zu einer Wohn- und Geschäftsstraße.

In der Ausstellung wird in zehn Abschnitten der Bogen zwischen dem historischen und dem heutigen Alltag gespannt: Erzählt wird die Geschichten zu den Geschäftshäusern mit den Hausnummern Hausnummern 15 und 133 ½ oder mit der Hausnummer 231, die des CEAG-Gebäudes. Mit der Hausnummer 273, dem Fredenbaum, endet geografisch die Ausstellung.

Ergänzt werden die Ausflüge in die Geschichte durch die Themen Einkaufen, Schlemmen, Ausgehen, Lernen und Glauben im Umfeld der Münsterstraße. Migration und Integration, Kommen und Gehen gehören seit dem 19. Jahrhundert zu Dortmund.

Begleitprogramm

Öffentliche Führung durch die Ausstellung „Die Münsterstraße. Dortmunds buntes Pflaster“

Sonntag, 16. August 2015, 15-16 Uhr

Sonntag, 13. September 2015, 15-16 Uhr

Sonntag, 27. September 2015, 15-16 Uhr

Sonntag, 11. Oktober 2015, 15-16 Uhr

Sonntag, 25. Oktober 2015, 15-16 Uhr

Kosten: 3 € pro Person zzgl. Eintritt

Öffentliche Führung durch die Ausstellung „Die Münsterstraße. Dortmunds buntes Pflaster“

Sonntag, 30. August 2015, 13:30-14:30 Uhr,

kostenfrei im Rahmen des Familiensonntags „200 Jahre Westfalen“

Öffentlicher Spaziergang über die Münsterstraße mit „Borsigplatz VerFührungen“

Samstag, 29. August 2015, 14:30-16:30 Uhr

Sonntag, 06. September 2015, 14:30-16:30 Uhr

Samstag, 24. Oktober 2015, 14:30-16:30 Uhr

Kosten: 12 € pro Person, Treffpunkt: Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Erzählcafé „Meine Münsterstraße“ zur Ausstellung „Die Münsterstraße. Dortmunds buntes Pflaster“, Moderation: Dr. Marion Grob, WDR-Journalistin

Samstag, 12. September 2015, 15-16:30 Uhr

Eintritt frei, Kaffee und Kuchen 5 € pro Person, Anmeldung erbeten unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de

DEW21-Museumsnacht

Samstag, 19. September 2015, 18:15 Uhr, 19:15 Uhr, 20:15 Uhr

Back in 20 minutes-Führungen mit der Kuratorin der Ausstellung

Diskussionsabend zu Migration in Dortmund

Dienstag, 22. September 2015, 18:00 Uhr

Eine Veranstaltung mit der Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ des Hoesch-Museums mit dem VMDO

Eintritt frei

Salongeschichten

Dienstag, 20. Oktober 2015, 14:30-16:30 Uhr

mit der Kuratorin der Ausstellung Isolde Parussel, Treff für ältere Menschen: „Die Münsterstraße. Dortmunds buntes Pflaster“,

10 € pro Person (inkl. Kaffee/Tee und Kuchen), Anmeldung unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de, Mindestteilnehmerzahl 10 Personen

Gruppen können diese Angebote buchen:

1) Führungen durch die Ausstellung

Dauer: 60 Minuten

Kosten: 36,00 €

Informationen unter 0231 50 26028 und info.mkk@stadtdo.de

2) geführte Spaziergänge über die Münsterstraße mit Borsigplatz VerFührungen

Dauer: 120 Minuten

Kosten: 12,00 €/ pro Person; ab 15 Personen 10,00 €/ pro Person

Informationen unter 0231 981 8860 und www.borsigplatz-verfuehrung.de




Ausstellung nimmt Formen an

Bruno, das Wisent, stammt ursprünglich aus dem Rothaargebirge. Die Wisente sollen dort wieder in die freie Wildbahn ausgewildert werden.
Bruno, das Wisent, stammt ursprünglich aus dem Rothaargebirge. Die Wisente sollen dort wieder in die freie Wildbahn ausgewildert werden.

Ab dem 28. August 2015 startet im Museum für Kunst und Kulturgeschichte die Ausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“. Einen kleinen Vorgeschmack durfte die Presse schon bei einer Vorbegehung erleben.

Noch prägen Werkzeug und Leitern das Bild des Museums für Kunst und Kulturgeschichte. Noch ist viel Arbeit zu erledigen für das 36-köpfige Team um Dr. Brigitte Buberl. Doch viele Exponate sind schon vor Ort. Vom innovativen Automobil aus den 50er Jahren (ohne Rückwärtsgang) über einen riesigen Bierpokal aus Birkenholz, einem Wisentkopf bis hin zu Fotos sämtlicher Ansiedlungen mit dem Namen „Westphalia“ in den USA.

Die Ausstellung wird bis zum 28. Februar 2016 zu sehen sein und wird mit dem Ausstellungsraum „Das Territorium“ eine wandelbare „Spielfläche“ präsentieren. Den Anfang wird das Thema „Aufbruch einer Region in die Moderne“ machen, die die Industrialisierung darstellt, der zweite Block vom 03. November 2015 bis 03. Januar 2016 wird sich dem Thema „Wasser“ widmen. Vom 05. Januar 2016 bis zum 28. Februar 2016 beschäftigt sich das „Territorium“ mit Gegensätzen und Toleranz.

Interessant werden die Bereiche „Siedlung“ und „Strasse“ sein. Hier erfahren die Besucher viel über die westfälische Lebensart: Von der Bergmannstube über eine typisch westfälische Kneipe bis hin zu einem besonderen Jugendzimmer, geteilt in schwarz-gelb und blau-weiß. In der „Strasse“ treffen die Besucher auf Schützenvereine, westfälische Karnevalsbräuche und Handel.




Niederländische Meister für das MKK

Eines der sieben Gemälde ist von Frans de Hulst "Wasserlandschaft mit mächtuigem Stadttor zwischen Rundturm udn Windmühle am Wasser, Fischer mit Körben am Ufer", Öl/Holz, oval 30x41 cm
Eines der sieben Gemälde ist von Frans de Hulst „Wasserlandschaft mit mächtigem Stadttor zwischen Rundturm und Windmühle am Wasser, Fischer mit Körben am Ufer“, Öl/Holz, oval 30×41 cm

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte erhält sieben Werke alter niederländischer Künstler. Die Bilder hat der Dortmunder Publizist und Pressehistoriker Prof. Dr. Kurt Koszyk nach seinem Tod dem Museum vermacht.

Kurt Koszyk ist 1929 in Dortmund geboren und hat am Stadtgymnaisum sein Abitur gemacht. Nach seinem Studium in Münster und München arbeitete er bis 1957 als Journalist bei der Westfälischen Rundschau. Danach leitete er bis 1977 das Institut für Zeitungsforschung, um dann Gründungsprofessor des Modellstudienganges Journalistik an der Universität Dortmund. Nach seiner Emeritierung verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach München. Er starb am 01. Januar 2015.

Warum Koszyk ausgerechnet alte niederländische Meister wie Frans de Hulst oder Jacob Toorenvliet sammelte, bliebt im Dunkeln. Vielleicht bestand eine Geistesverwandtschaft mit dem 17. Jahrhundert, schließlich sammelte Koszyk aus beruflichem Interesse auch fliegende Blätter aus dieser Zeit.

Auf alle Fälle sind die sieben Gemälde eine Bereicherung für die Sammlung des MKK, sind sich Brigitte Buberl und Gisela Framke vom MKK sicher.




Comics über den Wilden Westen

Morris, The Lucky Band, 1977
Morris, The Lucky Band, 1977

Erneut zeigt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) mit „Going West!“ eine Comicausstellung. Vom 03. Mai bis zum 19. Juli 2015 können die Besucher 165 Comicseiten an der Wand und etwa 200 Comics in einer Vitrine besichtigen. Darunter eine Seite mit dem allerersten „Lucky Luke“. Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Thema, wie hat der Comic in Europa und in den USA den Westen und damit den Western entdeckt.

„Der Comic war das erste Bildmassenmedium noch vor dem Film“, erklärte Kurator Alexander Braun. Die Zeitungen in den USA konkurrierten untereinander um die besten Zeichner, und die Geschichten erschienen im Vierfarbdruck, in Zeiten als die Fotos in Zeitungen in der Regel noch Schwarz-Weiß waren.

Schon früh beschäftigen sich die Medien mit dem (Wilden) Westen. Beispielsweise ist der erste kleine Spielfilm von 1903 ein Western, in dem ein Eisenbahnüberfall gezeigt wird. Der Westen wurde nicht ohne Hintergedanken propagiert. Braun: „Während im Osten die Städte aus allen Nähten platzten, waren die Gebiete im Westen fast menschenleer. Daher hat man den Westen attraktiver erscheinen lassen, um ein bisschen PR zu betreiben.“ Der Film von 1903 ist auch im MKK zu sehen.

Natürlich war der Westen nicht ganz menschenleer, es lebten dort auch noch die Ureinwohner. Die Mythenbildung um die Landnahme im Westen verlief blutiger als man es sich selber eingestehen wollte. Schimmert in den frühen amerikanischen Comics noch die Überlegenheit der weißen Kultur gegenüber der indianischen Kultur spürbar, ist der Blick der europäischen Zeichner ein ganz anderer. Hier steht der idealisierte Blick der Indianer als „edle Wilde“ im Mittelpunkt.

Der in Deutschland wohl berühmteste Westernheld im Comic ist „Lucky Luke“ vom belgischen Zeichner Morris (Maurice de Bevere). Im MKK sind vier Originalzeichnungen von ihm zu sehen. Daneben treffen die Besucher auf „Tim in Amerika“ von Hergé oder „Leutnant Blueberry“ von Jean Giraud.

Natürlich sind auch amerikanische Zeichner vertreten wie George Herriman, James Swinnerton oder Frank King, die bereits in den 1920er Jahren den Westen auf recht abenteuerliche Weise bereisten.

Die Reise in den Westen reicht von den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts bis in unserer heutige Zeit mit ihren Graphic-Novels.

Neben den öffentlichen Führungen gibt es noch einen kostenlosen Workshop für Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahren. Dort soll ein 8-seitiger Comic entwickelt werden, der sich mit dem Wilden Westen beschäftigt. Die Termine für den Workshop sind der 13. Juni 2015 und der 01. Juli 2015 jeweils von 10:30 Uhr bis 13:30 Uhr. Anmeldungen an info.mkk@stadtdo.de

Zu der Ausstellung ist ein 432-setiges Begleitbuch mit über 700 Farbabbildungen erschienen. Es ist an der Museumskasse für 49 € erhältlich.