Harmoniemusik im Kammerkonzert

Das Bläseroktett der Dortmunder Philharmoniker inklusive Kontrabassistin. (Foto: © Michael Baker)
Das Bläseroktett der Dortmunder Philharmoniker inklusive Kontrabassistin. (Foto: © Michael Baker)

Das 2. Kammerkonzert am 03. Februar im Orchesterzentrum bietet eine besondere Musikfarbe: Das Bläseroktett der Dortmunder Philharmoniker spielt Werke von Mozart, Farkas und Liszt. Einerseits wurden die Werke speziell für ein Bläseroktett geschrieben, andere sind Bearbeitungen, sogenannte Harmoniemusik.

 

Harmoniemusik. Müsste nicht eigentlich jede Musik Harmoniemusik sein, könnte der Leser jetzt fragen? Mit dem Begriff Harmoniemusik wird eine spezielle Bearbeitung von Musik wie Sinfonien oder Opern für Holz- und Blechbläser bezeichnet. Es ist in etwa vergleichbar mit einem Klavierauszug.

 

„Es bietet eine ungewohnte Perspektive“, erläutert Oboistin Christiane Dimigen. „die Bearbeitung bleibt dem Original weitgehend treu und so gibt es einen Wiedererkennungseffekt. Dazu kann eine Stimme nicht nur von einem Instrument übernommen werden, sondern von mehreren.“

 

Das Bläseroktett besteht aus Christiane Dimigen (Oboe), Birgit Welpmann (Solo-Oboe), Frauke Hansen (Solo-Klarinette), Martin Bewersdorff (Klarinette), Minori Tsuchiyama (Fagott), Jörg Wehner (Fagott), Gregor Fas (Horn) und Ferenc Pal (Horn). Unterstützt werden die Musiker von Tomoko Tadokoro (Solo-Kontrabassistin).

 

„Der Kontrabass und die Fagotte bilden das Fundament“, während die Oboen den Melodiepart übernehmen, beschreibt Dimigen die „Arbeitsteilung“ innerhalb der Instrumente. „Aber auch die Klarinetten übernehmen oft die Melodieführung. Die Hörner halten alles zusammen.“

 

Auf dem Spielplan stehen folgende Stücke:

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Sinfonie Nr. 1 Es-Dur KV16 (Bearb. A. N. Tarkmann); Ferenc Farkas (1914-1992) Contrafacta Hungarica (1976);

Franz Liszt (1811-1886), Ungarische Rhapsodie Nr. 14 f-Moll (Bearb. A. N. Tarkmann) und Wolfgang Amadeus Mozart, Serenade Nr. 12 c-Moll KV 388

 

„Früher waren die Bläser als Begleitmusiker bei Hof und spielten beim Essen oder auf der Jagd, aber Mozart hat die Serenade als ein sehr ernstes Stück komponiert“, so Dimigen. „Mozart hat es für den Kaiser Joseph II. geschrieben, weil er auf eine Anstellung am Wiener Hof hoffte. Daher hat er viel Energie hineingelegt.“

 

Für die Musiker der Dortmunder Philharmoniker ist es eine Art Privileg, ein eigenes Kammermusikprogramm erarbeiten zu können, auch wenn sie ihren freien Tag dafür opfern müssen. „Das gibt es nicht oft“, meint Dimigen, „aber es ist positiv: wir lernen nicht nur unser eigenes Programm zu erarbeiten, sondern auch sensibel und intuitiv mit unseren Kolleginnen und Kollegen umzugehen. Das nutzt uns auch bei der sonstigen Zusammenarbeit.“

 

2. Kammerkonzert

ORCHESTERZENTRUM | NRW

Werke von Mozart, Farkas und Liszt

Beginn 20 Uhr

 

Karten und Infos unter www.theaterdo.de oder 0231 50 27 222

 




Musikalische Nachtgedanken

„nacht_stücke“ hieß das Programm des 2. Philharmonischen Konzertes am 08. und 09. Oktober im Konzerthaus und präsentierte Werke von Ravel, Debussy und Mozart. Am Dirigentenpult stand Stefan Solyom.

Exit light – enter night. Das war jedenfalls das Motto des Abend, obwohl das Lied des Komponistentrios Hetfield, Ulrich und Hammett (besser bekannt als „Enter Sandman“) nicht zur Aufführung kam. So sorgte vor allem Claude Debussy zu Beginn für wohlige Schauer mit seinen „Trois Nocturnes“. Nachtbilder, Wechsel zwischen Mondlicht und Schatten, vor allem der dritte Satz „Sirènes“ weckte wohlige Schauer. Die Frauen des sinfonischen Chors der Chorakademie erzeugten mit den Philharmonikern eine Stimmung wie bei einer wolkenbehangenen Vollmondnacht.

 

Eine Besonderheit war das Konzert für Klavier und Orchester D-Dur von Maurice Ravel. Der Komponist hatte es für den Pianisten Paul Wittgenstein geschrieben, der im Ersten Weltkrieg seinen rechten Arm verloren hatte. Daher wird es einhändig, für die linke Hand, aufgeführt. Herbert Schuch am Klavier interpretierte das Werk meisterhaft. Hin und wieder hörte man aus dem Werk Ravels den Schrecken des Weltkrieges heraus. Ruhige Passagen wechseln sich mit gehetzten Takten ab, eine Reminiszenz an die Grabenkämpfer, die Tag und Nacht mit Angriffen und Bombardements rechnen mussten.

 

Nach der Pause kam Mozart mit seinem bekanntestes Stück über die Nacht: Die „kleine Nachtmusik“. Das Stück, eigentlich ein Kammermusikstück für Violinen, Bratsche, Violoncello und Kontrabass, wurde von Solyom mit der Streichbesetzung der Philharmonie gespielt. Vom Namen her passt die „kleine Nachtmusik“ natürlich ins Programm, von ihrer Klangfarbe gehört sie eher in einen lauen Abend. Besser passte schon Mozarts „Prager-Sinfonie“ ins Thema, vor allem durch seinen letzten Satz, dem Presto. Violinen und Holzbläser sorgten für eine schwebende Stimmung zwischen Nacht und Tag. Zwielicht.

 

Stefan Solyom führte die Dortmunder Philharmoniker konzentriert durch den Abend, den verdientermaßen größten Applaus erhielt Pianist Herbert Schuch, der sich mit einer Zugabe vom Publikum verabschiedete.