Wintervergnügen im zeitgeschichtlichem Wandel

Schlitten fahren mit Lenkung. Ein Exponat aus den 1930er Jahren.
Schlitten fahren mit Lenkung. Ein Exponat aus den 1930er Jahren.

Winterzeit – Schneezeit – Zeit für Wintersport. Vielleicht nicht immer im grauen Dortmund, aber auf jeden Fall im Sauerland. Schlitten, Ski und Kufen sorgen für Vergnügen in der kalten Jahreszeit. Die 15. Weihnachtsaustellung im Dortmunder Museum für Kunst-und Kulturgeschichte vom 21. November 2015 bis 31.Januar 2016 will mit dem Titel „Wintervergnügen“ auf die Kulturgeschichte des Wintersports aufmerksam machen. Thematisch passt sie also zur parallel laufenden „Westfalen-Ausstellung“.

Susanne Bauer, Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin dieser Ausstellung erklärte: Drei Themen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung: Skifahren, Schlittschuhlaufen und Schlittenfahren.“

Dabei wird den Besuchern die lange Tradition dieser „Wintervergnügen“ deutlich vor Augen gehalten. Seit über 5000 Jahren verwenden Menschen Skier als Fortbewegungsmittel, ebenso lange vermutlich benutzen sie Kufen, um über das Eis zu gleiten. Die frühesten Schlittschuhe waren Tierknochen, so wie die in Dortmund gefundenen Pferdeknochen. In einer Vitrine wird die Entwicklung bis zum hochmodernen Schlittschuh gezeigt.

Ein weitere Schwerpunkt sind Schlitten. In der Ausstellung sind beispielsweise Schlitten aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts zu sehen oder ein Schlitten mit Lenkung aus den 30er Jahren. Wer Lust hat, kann in einen modernen Zweierbob steigen.

Die Ausstellung ist geöffnet:

Di, Mi, Fr, So 10:00 – 17:00 Uhr

Do 10:00 – 20:00 Uhr

Sa 12:00 – 17:00 Uhr

Montag geschlossen


Eintritt
:

Erwachsene: 5 Euro, ermäßigt: 2,50 Euro

Besucherinnen und Besucher unter 18 Jahren zahlen keinen Eintritt

Begleitprogramm zur Weihnachtsausstellung „Wintervergnügen“

Öffentliche Führungen

So 22.11., 29.11., 13.12., 20.12., 27.12., 3.1., 17.1., 31.1.,

15.00 – 16.00 h

3 € zzgl. Eintritt

Kuratorenführung

So 6.12., 15.00 – 16.00 h

3 € zzgl. Eintritt

Salongeschichten zur Weihnachtsausstellung – Treff für ältere Menschen

Di 1.12., 14.30 – 16.30 h

10 € (inkl. Kaffee/Tee und Kuchen), Anmeldung unter 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de, Mindestteilnehmerzahl 10 Personen

Erzählcafé zur Weihnachtsausstellung

Sa 12.12., 15.00–16.30 h

Moderation: Marion Grob, WDR-Journalistin

Eintritt frei, Kaffee und Kuchen 5 €

Anmeldung erbeten unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de

Führungen und museumspädagogische Programme für Kindergärten und Schulen sind buchbar unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de.




Westfalens Wurzeln auf der Spur

Ein Motorrad, wie es für Steherrennen beim Sechs-Tage-Rennen benutzt wurde.
Ein Motorrad, wie es für Steherrennen beim Sechs-Tage-Rennen benutzt wurde.

Zweihundert Jahre Westfalen sind ein guter Anlass für eine große Ausstellung im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Rund 800 Exponate werden hier vom 28.08.2015 bis zum 28.02.2016 auf einer Fläche von 1.800 Quadratmetern mit großer Sorgfalt und hohem Aufwand zusammengetragen und platziert. Diese Ausstellung entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und dem westfälischen Heimatbund unter der Schirmherrschaft von NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft. Der Heimatbund feiert zudem in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen.

Bei einer Ausstellung über Westfalen geht es natürlich auch über die Bewohner. Was zeichnet einen Westfalen aus? Ein Heimspiel für Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau. „Wir Westfalen sind für unsere Dickschädel, Bodenständigkeit und Nachhaltigkeit bekannt“, so Sierau.

Auf die Frage nach den preußischen Tugenden der Westfalen ergänzte Harry Kurt Voigtsberger, Präsident der Nordrhein-Westfalen-Stiftung, mit „Bescheidenheit, tiefe Verwurzelung und Sparsamkeit.“ Ob die Westfalen Verwandte der Schwaben sind?

Agrarland und Industriegebiet. Westfalen war schon immer reich von Kontrasten. Matthias Löb, LWL-Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe bemerkte: „Mit dieser Ausstellung gehen wir auf westfälische Identitätssuche. Westfalen war immer ein Land voller Gegensätze und Vielfalt. Daraus schöpfen wir Kraft.“

Die Ausstellung hat drei Schwerpunkte, die sich im Laufe der Zeit verändern. Das erste Territorium steht unter dem Motto „Aufbruch in die Moderne“. Die Eisenbahn, der Bergbau und die Stahlerzeugung sind natürlich sehr bedeutsam gewesen für die weitere Entwicklung Westfalens. Dieser Schwerpunkt wird bis zum 01. November zu sehen sein. Danach wird gewechselt und die „Wasserkraft“ steht im Mittelpunkt, bis sie von der „Toleranz“ abgelöst wird.

Für die Ausstellung wurden Objekte und Relikte zusammengetragen, die Veränderungen zeigen, Meilensteine markieren oder wichtig für die Menschen in Westfalen sind.

Zu dieser Ausstellung gibt es ein umfangreiches Begleitprogramm. Nähere Informationen unter www.mkk-westfalen.dortmund.de oder www.200jahrewestfalen.jetzt

Einen kleinen Einblick in die Ausstellung bietet dieses Video: [vsw id=“hIosc0VON0c“ source=“youtube“ width=“425″ height=“344″ autoplay=“no“]




Die Welt in einer Straße

Am Ende der Münsterstraße wartet der Fredenbaumpark auf erholungssuchende Bewohner.
Am Ende der Münsterstraße wartet der Fredenbaumpark auf erholungssuchende Bewohner.

Wenn die Bewohner wollten, sie bräuchten kaum woanders hinzugehen. Denn Cafés, Geschäfte,Schulen, Kino, Museum und Kneipen: Das gibt es alles in der Münsterstraße. Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt die Geschichte und die Vielfalt der Straße in der stadthistorischen Ausstellung „Die Münsterstraße. Dortmunds buntes Pflaster“, die bis zum 25. Oktober 2015 zu sehen ist.

Die Münsterstraße heißt Münsterstraße, weil ihr Weg nach Norden Richtung Münster führt. Seit dem Mittelalter ist sie in ihrer charkteristischen Form erkennbar, aber erst durch die Industrialisierung und dem Bau des Bahnhofes 1847 wird sie zu einer Wohn- und Geschäftsstraße.

In der Ausstellung wird in zehn Abschnitten der Bogen zwischen dem historischen und dem heutigen Alltag gespannt: Erzählt wird die Geschichten zu den Geschäftshäusern mit den Hausnummern Hausnummern 15 und 133 ½ oder mit der Hausnummer 231, die des CEAG-Gebäudes. Mit der Hausnummer 273, dem Fredenbaum, endet geografisch die Ausstellung.

Ergänzt werden die Ausflüge in die Geschichte durch die Themen Einkaufen, Schlemmen, Ausgehen, Lernen und Glauben im Umfeld der Münsterstraße. Migration und Integration, Kommen und Gehen gehören seit dem 19. Jahrhundert zu Dortmund.

Begleitprogramm

Öffentliche Führung durch die Ausstellung „Die Münsterstraße. Dortmunds buntes Pflaster“

Sonntag, 16. August 2015, 15-16 Uhr

Sonntag, 13. September 2015, 15-16 Uhr

Sonntag, 27. September 2015, 15-16 Uhr

Sonntag, 11. Oktober 2015, 15-16 Uhr

Sonntag, 25. Oktober 2015, 15-16 Uhr

Kosten: 3 € pro Person zzgl. Eintritt

Öffentliche Führung durch die Ausstellung „Die Münsterstraße. Dortmunds buntes Pflaster“

Sonntag, 30. August 2015, 13:30-14:30 Uhr,

kostenfrei im Rahmen des Familiensonntags „200 Jahre Westfalen“

Öffentlicher Spaziergang über die Münsterstraße mit „Borsigplatz VerFührungen“

Samstag, 29. August 2015, 14:30-16:30 Uhr

Sonntag, 06. September 2015, 14:30-16:30 Uhr

Samstag, 24. Oktober 2015, 14:30-16:30 Uhr

Kosten: 12 € pro Person, Treffpunkt: Museum für Kunst und Kulturgeschichte

Erzählcafé „Meine Münsterstraße“ zur Ausstellung „Die Münsterstraße. Dortmunds buntes Pflaster“, Moderation: Dr. Marion Grob, WDR-Journalistin

Samstag, 12. September 2015, 15-16:30 Uhr

Eintritt frei, Kaffee und Kuchen 5 € pro Person, Anmeldung erbeten unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de

DEW21-Museumsnacht

Samstag, 19. September 2015, 18:15 Uhr, 19:15 Uhr, 20:15 Uhr

Back in 20 minutes-Führungen mit der Kuratorin der Ausstellung

Diskussionsabend zu Migration in Dortmund

Dienstag, 22. September 2015, 18:00 Uhr

Eine Veranstaltung mit der Ausstellung „Onkel Hasan und die Generation der Enkel“ des Hoesch-Museums mit dem VMDO

Eintritt frei

Salongeschichten

Dienstag, 20. Oktober 2015, 14:30-16:30 Uhr

mit der Kuratorin der Ausstellung Isolde Parussel, Treff für ältere Menschen: „Die Münsterstraße. Dortmunds buntes Pflaster“,

10 € pro Person (inkl. Kaffee/Tee und Kuchen), Anmeldung unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de, Mindestteilnehmerzahl 10 Personen

Gruppen können diese Angebote buchen:

1) Führungen durch die Ausstellung

Dauer: 60 Minuten

Kosten: 36,00 €

Informationen unter 0231 50 26028 und info.mkk@stadtdo.de

2) geführte Spaziergänge über die Münsterstraße mit Borsigplatz VerFührungen

Dauer: 120 Minuten

Kosten: 12,00 €/ pro Person; ab 15 Personen 10,00 €/ pro Person

Informationen unter 0231 981 8860 und www.borsigplatz-verfuehrung.de




Ausstellung nimmt Formen an

Bruno, das Wisent, stammt ursprünglich aus dem Rothaargebirge. Die Wisente sollen dort wieder in die freie Wildbahn ausgewildert werden.
Bruno, das Wisent, stammt ursprünglich aus dem Rothaargebirge. Die Wisente sollen dort wieder in die freie Wildbahn ausgewildert werden.

Ab dem 28. August 2015 startet im Museum für Kunst und Kulturgeschichte die Ausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“. Einen kleinen Vorgeschmack durfte die Presse schon bei einer Vorbegehung erleben.

Noch prägen Werkzeug und Leitern das Bild des Museums für Kunst und Kulturgeschichte. Noch ist viel Arbeit zu erledigen für das 36-köpfige Team um Dr. Brigitte Buberl. Doch viele Exponate sind schon vor Ort. Vom innovativen Automobil aus den 50er Jahren (ohne Rückwärtsgang) über einen riesigen Bierpokal aus Birkenholz, einem Wisentkopf bis hin zu Fotos sämtlicher Ansiedlungen mit dem Namen „Westphalia“ in den USA.

Die Ausstellung wird bis zum 28. Februar 2016 zu sehen sein und wird mit dem Ausstellungsraum „Das Territorium“ eine wandelbare „Spielfläche“ präsentieren. Den Anfang wird das Thema „Aufbruch einer Region in die Moderne“ machen, die die Industrialisierung darstellt, der zweite Block vom 03. November 2015 bis 03. Januar 2016 wird sich dem Thema „Wasser“ widmen. Vom 05. Januar 2016 bis zum 28. Februar 2016 beschäftigt sich das „Territorium“ mit Gegensätzen und Toleranz.

Interessant werden die Bereiche „Siedlung“ und „Strasse“ sein. Hier erfahren die Besucher viel über die westfälische Lebensart: Von der Bergmannstube über eine typisch westfälische Kneipe bis hin zu einem besonderen Jugendzimmer, geteilt in schwarz-gelb und blau-weiß. In der „Strasse“ treffen die Besucher auf Schützenvereine, westfälische Karnevalsbräuche und Handel.




Niederländische Meister für das MKK

Eines der sieben Gemälde ist von Frans de Hulst "Wasserlandschaft mit mächtuigem Stadttor zwischen Rundturm udn Windmühle am Wasser, Fischer mit Körben am Ufer", Öl/Holz, oval 30x41 cm
Eines der sieben Gemälde ist von Frans de Hulst „Wasserlandschaft mit mächtigem Stadttor zwischen Rundturm und Windmühle am Wasser, Fischer mit Körben am Ufer“, Öl/Holz, oval 30×41 cm

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte erhält sieben Werke alter niederländischer Künstler. Die Bilder hat der Dortmunder Publizist und Pressehistoriker Prof. Dr. Kurt Koszyk nach seinem Tod dem Museum vermacht.

Kurt Koszyk ist 1929 in Dortmund geboren und hat am Stadtgymnaisum sein Abitur gemacht. Nach seinem Studium in Münster und München arbeitete er bis 1957 als Journalist bei der Westfälischen Rundschau. Danach leitete er bis 1977 das Institut für Zeitungsforschung, um dann Gründungsprofessor des Modellstudienganges Journalistik an der Universität Dortmund. Nach seiner Emeritierung verlegte er seinen Lebensmittelpunkt nach München. Er starb am 01. Januar 2015.

Warum Koszyk ausgerechnet alte niederländische Meister wie Frans de Hulst oder Jacob Toorenvliet sammelte, bliebt im Dunkeln. Vielleicht bestand eine Geistesverwandtschaft mit dem 17. Jahrhundert, schließlich sammelte Koszyk aus beruflichem Interesse auch fliegende Blätter aus dieser Zeit.

Auf alle Fälle sind die sieben Gemälde eine Bereicherung für die Sammlung des MKK, sind sich Brigitte Buberl und Gisela Framke vom MKK sicher.




Ganz anders an Kunst herangehen

Barbara Wolf (HMKV), Jasmin Vogel (Marketingf Dortmunder U) und Regina Selter (Museum Ostwall) freuen sich auf viele Besucher beim Internationalen Museumstag.
Barbara Wolf (HMKV), Jasmin Vogel (Marketingf Dortmunder U) und Regina Selter (Museum Ostwall) freuen sich auf viele Besucher beim Internationalen Museumstag.

In einem Museum muss man ganz leise sein und sich höchstens flüsternd unterhalten, oder? Beim 38. Internationalen Museumstag am 17. Mai 2015 dreht sich im Dortmunder U alles um die MuseumsSounds. Die Besucher können sich an diesem Tag an einem Spiel beteiligen, um herauszufinden, wie ein Museum klingt.

Von 13 bis 16 Uhr können die Besucher des Dortmunder U durch das Gebäude laufen und Dinge einsammeln, die den Klang des Museums entsprechen. Denn es geht um die Frage, wie können Geräusche Geschichten erzählen? Vorgemacht hat es Florian Hüttner, der für seine „Reviere rund ums U“ auf der 4. Etage neben Gemälde auch Sounds gesammelt hat.

Organisiert wird das Spiel von den „Herbergsmüttern“ und unter dem Hashtag #MuseumSound werden die Ergebnisse auch auf Twitter und anderen Kanälen sichtbar.

Wer die gesamte Tour nicht mitmachen will, kann sich auf den einzelnen Etagen vergnügen: Auf der UZWEI entsteht im Rahmen der Ausstellung „buchlabor – Dialoge über Bücher“ eine Buchwerkstatt. Mit verschiedenen Farben und Materialien, von gepressten Pflanzen über Altpapier, mit Tinte und Buntstiften, können sich die Teilnehmer jeden Alters ihr ganz persönliches Notizbuch gestalten.

Der HMKV auf der dritten Etage plant eine Filmaktion. Wie ist es, mit einer Rakete auf den Mond zu reisen, mit einem Heißluftballon die Welt zu umrunden oder mit einem U-Boot abzutauchen? Zwischen 12.00 und 17.00 Uhr können die Clips in der Stop-Motion-Filmwerkstatt produziert werden.

Zum Internationalen Museumstag bietet das Museum Ostwall spezielle kostenlose Führungen und Workshops an:
– 11.30 Uhr – 15.30 Uhr: Workshop für Familien
Interaktives Bildarchiv – ein Museum der Zukunft

– 11.30 Uhr + 12.30 Uhr: Führung für Familien
Der Biene hinterher

– 15 Uhr + 16 Uhr: Kurzführungen zur Sammlung

Doch nicht nur im Dortmunder U finden spezielle Veranstaltungen zum Museumstag statt:

Im Kindermuseum Adlerturm steht an diesem Tag einmal mehr das Mittelalter und die Dortmunder Stadtgeschichte im Mittelpunkt.

„Was trug die reiche/ arme Frau? Was trug ein Ritter oder Edelmann? Welche Unterschiede gibt es zur heutigen Kleidung und warum?“ Das sind nur einige Fragen, die Kinder anhand bekannter Persönlichkeiten der Dortmunder Stadtgeschichte in der Zeit von 13 bis 15 Uhr vorstellen.

Von 15 bis 16 Uhr wird die beliebte Kinderführung angeboten. Kinder gehen gemeinsam mit Kindern ab sechs Jahren auf Tour und stellen die Schätze des Adlerturms vor und erzählen spannende Geschichten vom Leben im mittelalterlichen Dortmund und über die Ausbildung zum Ritter.

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte bietet kostenlose Führungen an:

Von 14 bis 15.15 Uhr begleiten die Besucher Frieda Vorlaut und Franziska vom Fach auf den Spuren der „Sprichwörter“.

Wer kennt sie nicht, die Sprichwörter: „Vom Zahn, den man zulegt, und dem Faden, den man verliert, vom Fettnäpfchen, in das man tritt, von der Haube, unter die man (besser: frau) kommt?“ Redensarten und Sprichwörter haben oft eine kuriose Herkunft. Bei dieser interessanten Führung wird so manches Geheimnis gelüftet.

Mit Taschenlampen gerüstet geht es um 14 Uhr für Familien zurück in die Steinzeit. Wie haben die Menschen in dieser Zeit gelebt, welche Tiere wurden gejagt und was haben sie gegessen? Gemeinsam geht es auf Spurensuche. Zum Abschluss kann jede/r eine Mammut-Schneekugel zur Erinnerung basteln. Es wird darum gebeten, eine Taschenlampe mitzubringen

Von 15 bis 16.30 Uhr führt sie Dagmar Winkler durch die aktuelle Wechselausstellung: Going West. Der Blick des Comic Richtung Westen.

Die Führung geht der Frage nach, wie der Comic vom Wilden Westen beeinflusst wurde. Weit mehr als 100 Originalzeichnungen, viele Erstausgaben und Filme sind zu sehen, natürlich auch die Klassiker wie »Lucky Luke« von Morris, »Tim in Amerika« von Hergé oder »Leutnant Blueberry« von Jean Giraud.




Comics über den Wilden Westen

Morris, The Lucky Band, 1977
Morris, The Lucky Band, 1977

Erneut zeigt das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) mit „Going West!“ eine Comicausstellung. Vom 03. Mai bis zum 19. Juli 2015 können die Besucher 165 Comicseiten an der Wand und etwa 200 Comics in einer Vitrine besichtigen. Darunter eine Seite mit dem allerersten „Lucky Luke“. Die Ausstellung beschäftigt sich mit dem Thema, wie hat der Comic in Europa und in den USA den Westen und damit den Western entdeckt.

„Der Comic war das erste Bildmassenmedium noch vor dem Film“, erklärte Kurator Alexander Braun. Die Zeitungen in den USA konkurrierten untereinander um die besten Zeichner, und die Geschichten erschienen im Vierfarbdruck, in Zeiten als die Fotos in Zeitungen in der Regel noch Schwarz-Weiß waren.

Schon früh beschäftigen sich die Medien mit dem (Wilden) Westen. Beispielsweise ist der erste kleine Spielfilm von 1903 ein Western, in dem ein Eisenbahnüberfall gezeigt wird. Der Westen wurde nicht ohne Hintergedanken propagiert. Braun: „Während im Osten die Städte aus allen Nähten platzten, waren die Gebiete im Westen fast menschenleer. Daher hat man den Westen attraktiver erscheinen lassen, um ein bisschen PR zu betreiben.“ Der Film von 1903 ist auch im MKK zu sehen.

Natürlich war der Westen nicht ganz menschenleer, es lebten dort auch noch die Ureinwohner. Die Mythenbildung um die Landnahme im Westen verlief blutiger als man es sich selber eingestehen wollte. Schimmert in den frühen amerikanischen Comics noch die Überlegenheit der weißen Kultur gegenüber der indianischen Kultur spürbar, ist der Blick der europäischen Zeichner ein ganz anderer. Hier steht der idealisierte Blick der Indianer als „edle Wilde“ im Mittelpunkt.

Der in Deutschland wohl berühmteste Westernheld im Comic ist „Lucky Luke“ vom belgischen Zeichner Morris (Maurice de Bevere). Im MKK sind vier Originalzeichnungen von ihm zu sehen. Daneben treffen die Besucher auf „Tim in Amerika“ von Hergé oder „Leutnant Blueberry“ von Jean Giraud.

Natürlich sind auch amerikanische Zeichner vertreten wie George Herriman, James Swinnerton oder Frank King, die bereits in den 1920er Jahren den Westen auf recht abenteuerliche Weise bereisten.

Die Reise in den Westen reicht von den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts bis in unserer heutige Zeit mit ihren Graphic-Novels.

Neben den öffentlichen Führungen gibt es noch einen kostenlosen Workshop für Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahren. Dort soll ein 8-seitiger Comic entwickelt werden, der sich mit dem Wilden Westen beschäftigt. Die Termine für den Workshop sind der 13. Juni 2015 und der 01. Juli 2015 jeweils von 10:30 Uhr bis 13:30 Uhr. Anmeldungen an info.mkk@stadtdo.de

Zu der Ausstellung ist ein 432-setiges Begleitbuch mit über 700 Farbabbildungen erschienen. Es ist an der Museumskasse für 49 € erhältlich.




Auf der Suche nach der Heimatbegriff

Das sechste Stadtgespräch im Museum für Kunst und Kulturgeschichte dreht sich um den Begriff „Heimat“. Wie definiert er sich und gibt es sogar mehrere Heimaten? Daher heißt der Titel der Reihe auch „Heimaten“. Die erste der vierzehn Veranstaltungen beginnt am 16. April 2015 um 18 Uhr.

Sind wir Dortmunder? Oder Körner, Huckarder, Aplerbecker? Gehören wir eher zum Ruhrgebiet oder sind wir Westfalen? Fühlen wir uns unserem Bundesland Nordrhein-Westfalen zugehörig? Was bedeutet Heimat in Zeiten der Migration?

Diese und weitere Fragen beantworten Wissenschaftler aus unterschiedlichen Disziplinen. Prof. Dr. Wolfgang Sonne beispielsweise kommt aus der Architektur und stellt am 05. November 2015 um 18 Uhr die Reformarchitektur in der Großstadt vor. Filmexperte Ernst Schreckenberg präsentiert am 07. Mai 2015 um 18 Uhr Heimatbilder im Film. Wie hat sich das Bild der Heimat angefangen von den Heimatfilmen der 50er Jahre bis hin zu den heutigen Filmen verändert?

Am 23. April 2014 um 18 Uhr kommt ein besonderer Gast, der Schriftsteller Feridun Zaimoglu erzählt über „Heimat: Eine Geschichte der Unstimmigkeiten“.

Die Stadtgespräche ergänzen mit ihrem Thema das Rahmenprogramm der großen Sonderausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“, die das MKK vom 28. August 2015 bis 28. Februar 2016 zeigt.

An ausgesuchten Donnerstagen finden die Stadtgespräche bis in den Januar 2016 hinein um 18:00 Uhr im MKK statt (25. Juni 19:00 Uhr).




Westfalen feiert in Dortmund

Bereits 1919 typisch für Westfalen: Pumpernickel. (Foto: © Heinrich Genau, LWL-Medienzentrum)
Bereits 1919 typisch für Westfalen: Pumpernickel. (Foto: © Heinrich Genau, LWL-Medienzentrum)

Westfalen wird 200. Das feiert das Museum für Kunst und Kulturgeschichte mit der Ausstellung „200 Jahre Westfalen. Jetzt!“ vom 28. August 2015 bis zum 28. Februar 2016. Sie möchte die Besucher auf eine Zeitreise durch die Geschichte Westfalen von der preußischen Provinz bis zum Teil Nordrhein-Westfalens einladen.

Ich bin Dortmunder und Ruhrpottler. Aber bin ich auch Westfale? Die Frage der Identität wird in der Ausstellung unter dem Stichwort „Heimatkunde“ gestellt. Wie hat sich Westfalen entwickelt, gab oder gibt es eine westfälische Identität? Was prägte die Region?

Ein wesentlicher Kern der Ausstellung wird das „Territorium“ sein. Der zentrale Raum wird sich alle zwei Monate verändern. Begonnen wird mit „Industrie und Mobilität“. Die Industrie hat Westfalen nachhaltig geprägt: Von der Dampfmaschine bis hin über Kohle, Stahl und Textil.

Im zweiten Teil dreht sich alles um die Wasserkraft. Auch das Wasser prägte Westfalen durch ihre Flüsse, Kanäle und Talsperren. Zum Schluss geht es um „Gegensätze und Toleranz“. Westfalen war auch schon immer ein Einwanderungsland. Denn die Industrie brauchte Arbeitskräfte.

Für diese Arbeitskräfte wurden Siedlung gebaut. Daher gibt es eine Art Museumssiedlung. Hier lädt ein Arbeiter die Besucher in seine gute Stube ein. In einem Jugendzimmer hat ein Zwillingspaar völlig unterschiedliche Neigungen: Der eine ist BVB-Fan und der andere hält zu Schalke 04. Auch ein typisches Vereinsheim mit Pokalen, Bier und westfälische Küche ist dort anzutreffen.

Zu dieser Ausstellung gibt es ein Rahmenprogramm. Schulklassen können eine Fahrt zur Ausstellung gewinnen, Kinder ihren Geburtstag im Museum feiern und Erwachsene können beispielsweise Westfalen kulinarisch entdecken.

Einen Ausstellungskatalog wird es auch geben, er wird ab August 2015 erhältlich sein.

Mehr Infos über Ausstellung und Rahmenprogramm: www.mkk-westfalen.dortmund.de und http://200jahrewestfalen.jetzt.

 




Teppiche, die an Wänden hängen

Harry Fränkel, Tapisserie "Violett", 271 x 382 cm, 1965
Harry Fränkel, Tapisserie „Violett“, 271 x 382 cm, 1965

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt vom 29. November 2014 bis zum 22. März 2015 die Ausstellung „Textil. Bild. Kunst“ Wandteppiche aus der Textilkunst-Sammlung des MKK sowie Exponate aus verschiedenen Museen. Ein besonderes Highlight sind fünf Dortmunder Wandteppiche, die bis 2008 im Opernfoyer hingen.

Die Ausstellung beschäftigt sich thematisch mit dem textilem Wandbild nach 1945. Vor allem die 60er Jahre waren eine Blüte des Wandteppiches. „Beton und Stahl verlangten nach einem textilen Wandkleid. Sie dämpften den Schall und weckten ein warmes Gefühl“, erklärte Gisela Framke Projektleiterin und kommissarische Direktorin des MKK.

Von daher war es nicht verwunderlich, dass im Foyer des neueröffneten Opernhauses Wandteppiche aufgehängt wurden. Den Ideenwettbewerb gewannen Hubert Berke, Harry Fränkel und Elisabeth Kadow, die jeweils zwei Teppiche entwarfen. Die Herstellungskosten inklusive Künstlerhonorare kosteten die Stadt Dortmund 147.150 DM. Pünktlich zur Eröffnung 1966 zierten die Teppiche das Foyer. Gefertigt wurden die Teppiche in der Nürnberger Gobelin-Manufaktur, dessen Leiterin Irma Goecke war. Elisabeth Kadow war ihre Schülerin in einer Textilfachklasse.

Von den ursprünglich sechs Teppichen haben sich fünf erhalten und werden wieder der Öffentlichkeit präsentiert.

Eine weitere starke Tradition der Textilkunst war Frankreich mit dem Zentrum Aubusson. Hier war der der Maler Jean Lurçat maßgeblich beteiligt, der die Tapisseriekunst erneuerte. Auch von ihm sind Werke in der Ausstellung zu sehen.

Zu der Ausstellung gibt es Begleitprogramm mit Führungen und einem Programm für weiterführende Schulen. Hier können Klassen in einem Workshop mit Stoffresten ein Wandbild kreieren. Anmeldungen bitte unter info.mkk@stadtdo.de