Ein König zu viel

[fruitful_alert type=“alert-success“]Es kann nur einen geben, oder doch nicht? (v.l.n.r. Bianka Lammert und Johanna Weißert) Foto: © Birgit Hupfeld[/fruitful_alert]

Im Dortmunder Kinder-und Jugendtheater hat am Freitag, den 22.09.2017 um 19:00 Uhr hat „Ein König zu viel“ (für Kinder ab 4 Jahren) Premiere. Dieser Theaterstreit nach einer Idee von Gertrud Pigor handelt von den beiden Königen Karl und Fritz, die durch einen Zufall beide auf einer einsamen Insel im Ozean stranden. Wer ist nun der neue König und hat das alleinige Sagen? Wenn zwei herrschen, passiert gar nichts. Niemand gehorcht den Befehlen und tut die notwendigen Arbeiten wie etwa Umhänge waschen oder die Krone polieren.

Ein Wettstreit soll entscheiden, wer die wahre „Majestät“ ist. In verschiedenen Wettbewerben messen sich die beiden Kontrahenten. Eine klare Entscheidung fällt nicht. Alles ändert sich, als ein Wettstreit schief läuft….

Regisseur Peter Kirschke hat nicht nur die lustig gereimten Texte von Gertrud Pigor noch weiter bearbeitet, sondern hat die beiden Könige mit zwei Schauspielerinnen des KJT besetzt. Bianka Lammert (König Karl) und Johanna Weißert (König Fritz) geben der Geschichte eine besondere Note. „Die Gender-Diskussion spielt hier aber keine Rolle,“ so Kirschke.

Die Aufführung ist als eine vergnügliche-temporeiche Schelmerei konzipiert. „Die Bühne ist von Julia Schiller als lebendiges Bilderbuch liebevoll gestaltet,“ so der Regisseur.

Die Vorstellung dauert etwa 45 Minuten.

Die Premiere am 22.09.2017 und die folgenden Vorstellungen sind schon ausverkauft.

Es gibt aber noch Karten für die Zusatzvorstellungen am 05., 10., 12. und 13. Oktober 2017, jeweils um 10:00 Uhr. Karten (4,- €) gibt es ab sofort unter www.theaterdo.de oder 0213/50-27222.




Die Verwandlung im KJT

[fruitful_alert type=“alert-success“]Das Ensemble auf einem Bild: (v.l.n.r.) Chris Nonnast, Thorsten Schmidt, Andreas Ksienzyk, Ann-Kathrin Hinz, Rainer Kleinespel. (Foto: © Szekely)[/fruitful_alert]

Das Kinder-und Jugendtheater (KJT) in Dortmund zeigt am Freitag, den 22.09.2017 um 19:00 Uhr als Premiere Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ (ab 14 Jahren) einer neuen Stückfassung von Antje Siebers (Regie).

Diese dramatisierte Form der Geschichte um den Handlungsreisenden Gregor Samsa, der sich nach einer Nacht voll unruhiger Träume als ein „ungeheures Ungeziefer“ verwandelt erwacht, lag so noch nicht als Theaterfassung vor.

Ich habe nicht stark in den ursprünglichen Text eingegriffen“, erklärte Antje Siebers beim Pressegespräch. So erzählen die Personen, außer im direkten Dialog, in der dritten Person. Die Textvorlage wurde von der Regisseurin auf ein Drittel gekürzt und die Musik spielt bei der Inszenierung eine große Rolle. „Das passt“, so Siebers, „gut zur Vermittlung von Kafkas düsteren, der surrealen, dichten Atmosphäre und grotesken Erzählung.“ Diese ist voll Metaphern und starker Symbolkraft. Die Regisseurin verriet , dass Kafka selber nichts davon hielt, sich ein Bild von Gregor Samsa zum Beispiel als „Riesenkäfer“ zu machen.

Die soziale Ausgeschlossenheit Samsas und der Verweigerungshaltung seinem bisherigem Leben gegenüber spiegeln – symbolhaft dargestellt – sicherlich einen Aspekt in der Erzählung dar. Die Verwandlung betrifft aber alle, nicht nur Gregor Samsa, sondern seine ganze Familie. Die Schwester Grete, die ihn erst versorgt, emanzipiert sich genau so wie die Mutter und der Vater.

Das Dienstmädchen wird im Stück eine größere Präsenz bekommen. „Das ermöglicht eine besondere Draufschau auf die Dinge von außen“, so die Regisseurin.

Der Bühnenraum wird eher als abstrakter, und nicht als realistischer ausgerichteter Raum dargestellt. Mehr soll nicht verraten werden.

Für das theaterpädagogische Begleitprogramm am 20.09.2017 um 17:30 Uhr im KJT können sich Lehrer jetzt noch unter eschmidt@theaterdo.de anmelden.

Weitere Informationen wie immer unter www.theaterdo.de .




Achtsamkeit gegen Angst und Hass

Das Städte übergreifende Jugendtheaterprojekt der Kulturmetropole Ruhr „Pottfiction“ hatte am 17.05.2017 im Dortmunder Kinder-und Jugendtheater Premiere mit ihrer neuen Produktion „Achtung.Liebe!“. Wie wir Achtsamkeit und Liebe in Zeiten von Terror und Gewalt entwickeln können, war hier das Thema.

Die zehn Jugendlichen und jungen Erwachsenen (16-23 Jahre) hatten diese Performance unter der Leitung von Lisa Maria Heigl und der Unterstützung von drei Profis aus verschiedenen künstlerischen Sparten zusammen entwickelt.

Andreas Gruhn (Direktor KJT und Regie) für den Bereich Schauspiel, Oliver Sproll für die Masken, und Felix Bürkle für den Bereich Tanz und Choreografie gaben Inputs und Impulse für dieses sparten-übergreifende spannende Experiment.

Auf der fast leeren Bühne standen nur vier graue Bänke und mehrere Scheinwerfer im Hintergrund sorgten für unterschiedliche Lichtstimmungen.

Die jungen Akteuere schufen beeindruckende Bilder und spielten gekonnt mit den ausdrucksstarken Masken. Mit den künstlerischen Ausdrucksformen wie Pantomime, Tanz und Schauspiel setzten sie sich mit Ängsten vor dem „Fremden“, Menschenmassen und der Sehnsucht nach Geborgenheit, Liebe und als „Ich“ angenommene Persönlichkeit auseinander. Die Masken vor den Gesichtern waren nicht nur Symbol für Bedrohung, sondern auch für die Tatsache, dass wir alle im Alltag oft „Masken“ im übertragenem Sinn zu unserem Schutz tragen, hinter denen wir uns „verstecken“ können. Es geht auch darum, hinter diese Masken zu blicken und so eventuell Ängste und Vorurteile abzubauen und Vertrauen zu entwickeln. Vertrauen entwickeln wurde von den Akteuren plastisch mit der Übung „sich fallen lassen und aufgefangen werden dargestellt.

Die Ängste und Bedrohungen wurden von bedrohlichen Geräuschen und Musik im Hintergrund dramaturgisch verstärkt. Der Wunsch nach Geborgenheit fand besonders seinen Ausdruck, als sich alle Akteure wie ein Embryo im Mutterleib auf den Boden legte. Ein besonderer Moment war, als alle Akteure auf der Bühne langsam nach vorne gehend unter zunehmend bedrohlicher Geräuschkulisse die Daten und Fakten der in immer kürzeren Abständen zunehmenden Terrorakte vorlasen.

Drei der Akteure spielten auch live auf der Bühne mit Gitarre und Streichinstrumenten.

Ein gelungenes Zusammenwirken verschiedener künstlerischer Ausdrucksformen. Ein großes Kompliment auch für die „lebendigen“ wunderbaren Masken.

Informationen über weitere Vorstellungstermine erhalten Sie unter www.theaterdo.de




Muss Einer immer der Erste sein?

[fruitful_alert type=“alert-success“]Einer (Andreas Ksienzyk) und Zweier (Bianka Lammert) möchten gerne Vögel sein. Da diese angeblich nicht zählen können. Dreier (Rainer Kleinespel) auf der Stange schaut belustigt zu. (Foto: © Birgit Hupfeld)[/fruitful_alert]

Carsten Brandau hat mit seinem Theaterstück für ALLE (ab 4 Jahre) „Dreier steht Kopf“ ein einfach verdichtetes, aber auch philosophisch komplexen Theaterstück für ALLE (ab 4 Jahre) entwickelt.

Unter der Regie von Regisseurin Johanna Weißert hatte das Stück am Freitag, den 05.05.2017 Premiere im Kinder-und Jugendtheater Dortmund. Die drei handelnden Personen Einer (Andreas Ksienzyk), Zweier (Bianka Lammert) und Dreier (Rainer Kleinespel) werden von der Regisseurin in das Obdachlosen-Milieu platziert.

Worum geht es: Einer ist bei allem was passiert, immer der Erste. Das ist so , war so, und wird so bleiben. Wer zählen kann, weiß doch – Eins kommt vor Zwei und so weiter. An dieser Ordnung hält Einer pedantisch fest. Als Zweier, eher ängstlich und unterwürfig, einmal Erster ist, scheint das fast ungeheuerlich und peinlich. Heimlich träumen beide aber davon, aus dem festgefahrenen Schema auszubrechen und wie die Vögel scheinbar frei von einer festen, reglementierenden Ordnung zu leben. Die können ja nicht zählen. Erst als als der rebellische Dreier zu ihnen stößt und sich den Regeln widersetzt, kommt etwas in Bewegung und die Welt steht auf den Kopf. Was nun….

Mit seiner humorvollen, reduzierten Kunstsprache lässt Brandau in seinem Text viel Raum für neue Gedankenspiele. Widersprüche werden deutlich. Es ist amüsant zu erleben, wie sich Einer und Zweier oft krampfhaft bemühen, ihre feste Ordnung aufrecht zu erhalten.

Auf der Bühne waren neben einem Mülleimer an der Seite , einigen Gegenständen auf dem Boden, einem großen rotem Klettergerüst mit drei weißen großen Wolken darüber, einem Fahrrad auch ein umgedrehter kleiner Baumstrauch an einem Band zu sehen. Der Regisseurin gelang es mit Hilfe von an den Seiten befestigten bunten Kabel, die Welt per Flaschenzug auch sichtbar auf den Kopf zu stellen.

Dieses quasi philosophische Stück legt subtil die Mechanismen von festgefügten Ordnungen offen. Diese machen unfrei, grenzen aus und bevormunden die Menschen. Außerdem sind sie hinderlich für die menschliche Weiterentwicklung und wecken zumeist Widerstand. Weiter werden hier auch Fragen der Identität aufgeworfen. Wer bin ich und wer will ich sein?

Die drei SchauspielerInnen mit ihrem lebendigen spiel, die eingespielte Musik und Geräusche und das schöne Ende mit dem extra konzipierten Video sorgten für ein unterhaltsamen und zum nachdenken anregenden Theaterabend im KJT.

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Wenn Dreier Kopf steht

[fruitful_alert type=“alert-success“]Andreas Ksienzyk, Rainer Kleinespel und Bianka Lammert bringen die Geschichte auf die Bühne. (Foto: © Birgit Hupfeld)[/fruitful_alert]

Mit „Dreier steht Kopf“ (ab 4 Jahre) von Carsten Brandau hat am 05. Mai 2017 um 19:00 Uhr ein „Theaterstück für alle“ im Kinder- und Jugendtheater seine Premiere.

Die öfter für das KJT arbeitende Regisseurin Johanna Weißert erklärte beim Pressegespräch: „Das Stück ist ein einfach gehalten , hat aber auch einen komplexen Inhalt mit einem zutiefst menschlichem Thema. Es betrifft uns alle bis hoch in die Chefetage.“ Weißert liebt solche ambivalenten Geschichten.

Inhaltlich geht es in darum , dass Einer (Andreas Ksienzyk) bei allem ständig der Erste ist. Das war, ist und wird für ihn immer so sein. Schließlich weiß doch jedes Kind, was Zählen ist. Eins kommt vor zwei und so weiter. Aber was wäre, wenn das Ungeheuerliche passiert und diese Ordnung durcheinander gebracht wird? Das können doch eigentlich nur Vögel, die scheinbar wild durcheinander fliegen. Als Zweier (Bianka Lammert) aus Versehen einmal vor Einer ankommt und dann auch noch Dreier (Rainer Kleinespel) dazu stößt, wird die Ordnung auf den Kopf gestellt…

Für diese Geschichte hat der Autor Carsten Brandau extra eine Kunstsprache erfunden. Es ist eine Art Lückensprache, bei der zum Beispiel Verben weg gelassen werden. Das wirkt teilweise lustig und lässt dem Publikum Raum zum ausfüllen. Das Stück spielt mit den verschiedenen Sichtweisen der dargestellten Personen. Wer und was bin ich? Welches Rollenverständnis habe ich und welche Position nehme ich im gesellschaftlichen Gefüge ein? Ist das für immer festgelegt und unumstößlich? Viele Fragen werden hier aufgeworfen.

Da es im Stück Momente gibt, wo die Welt auf den Kopf gestellt wird, liegt der Regisseurin am Herzen, dies auch auf der Bühne sichtbar zu machen. „Das war kein leichte Unterfangen,“ verriet Weißert. Mehr wurde vorab nicht verraten.

Peter Kirschke ist verantwortlich für Musikeinspielungen und ein extra für diese Geschichte entwickeltes Video am Ende der Vorstellung.

Die Premiere am 05.05.2017 ist schon ausverkauft.

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Abschlusspräsentation der Kinder- und Jugendclubs

[fruitful_alert type=“alert-success“]Alle Mitwirkenden der „Skellynauten“ nach dem Abschlussapplaus. [/fruitful_alert]

Im Kinder- und Jugendtheater Dortmund konnte das anwesende Publikum am 21.04.2017 gleich zwei Abschlusspräsentationen der Kinder- und Jugendclubs des Theaters erleben. Um 12:00 präsentierten die 7 bis 10 Jahre alten Skellynauten als jüngste Gruppe ihr unter der theaterpädagogischen Leitung von Erika Schmidt-Sulaimon entwickeltes Stück „Lollipop“. Um 16:00 Uhr am gleichen Tag präsentierten dann noch die Theaterstilisten (10-14-Jahre) ihr Stück „Wenn die Bingotrommel sich dreht“. Ars tremonia sah sich das Stück der Skellynauten an.

Im letzten halben Jahr setzten sich die Kinder, inspiriert vom Schulstück des KJT „Zuckeralarm“ mit der Thematik versteckter Zucker, Zuckersucht und der Zuckerindustrie auseinander. Fantasievoll und anschaulich informierten die Skellynauten (vier Mädchen und vier Jungen) auch mit Hilfe von weißen Kartons über den Zuckergehalt von Pizza, Limonade und anderen Artikeln. In einzelnen Szenen zeigten sie, wie sich zum Beispiel ein Kind an einer Ladenkasse auf den Boden schmeißt und nach Süßigkeiten brüllt. Welche Eltern kennen diese Situation aus eigener Erfahrung nicht? Eingebaut wurde auch ein witziger Informationsfilm im Zeichentrick-Format. Eingegangen wurde auf das Suchtpotenzial und die „Zuckermafia“, die diese Sucht für ihre Zwecke ausnutzt. Die Kinder kämpfen als „Agenten“ gegen die Zuckerindustrie. Untermalt wurde ihr Agententätigkeit mit der Musik aus „James Bond 007“ und „Kobra übernehmen sie“. Die acht Nachwuchs-Schauspieler agierten mit viel Spielfreude und Spielwitz.

Aufklärung über verstecktem Zucker zum Beispiel in Wurst, Fertigsaucen und Fertiggerichten und den Schaden für die Gesundheit ist sicher wichtig und gut. Eine dogmatische Verteufelung von Zucker und ein Nachdenken über Verbote ist nicht besonders hilfreich. Wie wir aus Erfahrungen mit anderen Suchtmittel wissen, bringen Verbote bei Genussmitteln nicht viel. Der Wunsch nach Genuss im Leben lässt sich nicht so einfach reglementieren. Da muss jeder Mensch seinen eigenen Weg finden.




Fußball als Spiegel der Gesellschaft

[fruitful_alert type=“alert-success“]Sorgen für Stimmung und für Ärger: Die Ultras. Hier dargestellt von: (v.l.n.r.) Thorsten Schmidt, Johanna Weißert, Philip Pelzer, Talisa Lara, Bianka Lammert. (Foto: © KJT)[/fruitful_alert]

Im Auftrag vom Kinder–und Jugendtheater Dortmund und dem Projekt „leuchte auf“ des BVB entwickelte der Autor Jörg Menke-Peitzmeyer das Stück „Strafraumszenen“. Schon lange beschäftigte sich Menke-Peitzmeyer mit den Aspekten und Entwicklungen im modernen Fußball sowie der Fankultur im gesellschaftlichen Kontext.
Am 16.03.2017 war die Premiere im KJT. Die Bühne wurde wurde zu einem umzäunten Fußballfeld (Affenkäfig), wo so viele Fußballgrößen wie zum Beispiel Mezut Özil oder Ilkey Gündoğan im Ruhrgebiet als Kinder ihre Karriere begonnen hatten. In der Mitte des Feldes lag ein (zusammengestellter) großer grüner Fuß, der von den Schauspielern als Sitzgelegenheit oder anderweitig genutzt werden konnte.
Die fünf SchauspielerInnen vom KJT und Gast-Schauspieler Jubril Sulaimon schlüpften unter der Regie von Andreas Gruhn in unterschiedliche Rollen. Es gab verschiedene Handlungsstränge, bei den aber die  verschiedenen dargestellten Persönlichkeiten immer wieder mal auftraten.
Wie bei jedem BVB-Heimspiel wurde zu Beginn der Aufführung das obligatorische „You‘ll never walk alone“ zum Anheizen der Stimmung gesungen. Das verdeutlicht die Intensität und Emotionalität, die mit einem guten Fußballspiel und dem „Erlebnis Westfalenstadion“ verbunden sind.
Jubril Sulaimon spielt in seiner Hauptrolle den Übersetzer „Kunta Kinte“ für die Fußballstars vor, der ein Bein bei einem Bombenangriff in seiner afrikanischen Heimat verloren hatte. Der Schauspieler mit dunkler Hautfarbe war für den schwarzen Humor im Stück zuständig und sorgte für viele Lacher. Das Lachen blieb dem Publikum aber oft im Hals stecken, wenn es um Themen wie gewaltbereite Ultras, Rassismus und Homophobie im Stadion oder Antisemitismus ging. Die Schauspieler machten eindrucksvoll deutlich, wie der Fußball, vor allem hier in Dortmund als eine Art Religionsersatz für Frustrierten und sich abgehängt fühlende Fußballfans fungiert. Er ist das Ventil für ihre Aggressionen.
Videos im Hintergrund von realen Ausschreitungen unterstützten die Handlung im Stück. Auch die Verbindung von gewaltbereiten Hooligans und der rechten Szene in unserer Stadt wurde kritisch beleuchtet. Der Mitbegründer der Borussenfront wurde beeindruckend von Johanna Weißert dargestellt.
Weitere Themen waren das Verhältnis von Fans und ihren reichen Fußball-Idolen, die  ausufernde Kommerzialisierung des Fußballs mit immer astronomischen Gehältern sowie die zunehmende Rolle und Macht der Berater. Trotz ihres vielen Geldes werden Fußballstars wie zum Beispiel ein bekannter ehemaliger italienische BVB-Spieler, in ihrer fernen Wirkungsstätte nicht immer heimisch. Nachdenklich wird es, wenn ein bekannter türkisch-stämmiger Fußballspieler zeigt, wo er im Schatten der Hochöfen von Mülheim an der Ruhr im „Fußball-Affenkäfig“ seine ersten Spielerfahrungen sammelte, oder wenn der „Evinger Junge“ Kevin von seinem Heimweh spricht. Zum Schluss spielen alle gemeinsam im „Affenkäfig“. Selber aktiv werden statt nur zusehen ist eine Anregung.
Klar, in knapp 90 Minuten wird jede Auseinandersetzung über Fußball zu einem Klischee. Die Ultraszene ist auch in Dortmund nicht homogen und es gibt nicht nur reiche Fußballer. Auch schafft nicht jeder Jugendliche den Sprung vom talentierten Spieler zum Bundesligaprofi. Hier verstecken sich also noch viele Möglichkeiten für weitere Stücke.

Weitere Infos unter www.theaterdo.de




Fußball und Identität

[fruitful_alert type=“alert-success“]Jubril Sulaimon, Johanna Weißert und Talisa Lara. (Foto: © Birgit Hupfeld)[/fruitful_alert]

In Kooperation mit der BVB-Stiftung „leuchte auf“ bringt das Kinder-und Jugendtheater in Dortmund das Stück „Strafraumszenen“ (ab 14 Jahren) von Jörg Menke-Peitzmeyer am 16.03.2017 um 20:00 Uhr im KJT zur Uraufführung. Menke-Peitzmeyer hat sich viel mit dem Mysterium Fußball beschäftigt und ist mit den „Fangesängen“ im Opernhaus noch in guter Erinnerung.

In diesem Stück geht es hauptsächlich um Fußball als Spiegel der Gesellschaft,“ erläuterte der Regisseur und Leiter des KJT Andreas Gruhn beim Pressegespräch.

Da geht es um aktuelle Fragen der Identitätssuche, Gewaltbereitschaft, Rassismus und Diskriminierung. Welche Aussichten habe ich in der Gesellschaft? Die Suche nach Gemeinschaft und heimischen Gefühl.

Es gibt wohl keine Stadt, wo der Fußballverein so eine Bedeutung hat wie in Dortmund, als Wirtschaftsfaktor und Identitätsstiftend,“ so Gruhn. Inwieweit geht das? Fußball ist ein Mikrokosmos unserer gesellschaftlichen Verhältnisse. Im Blickpunkt des Stücks steht auch die starke Kommerzialisierung des Fußballs mit ihren Gefahren und ihren Grenzen.

Das Ganze ist eine Szenensammlung mit verschiedenen Handlungssträngen und durchleuchtet die verschiedensten Aspekte zum Thema Fußball. „Man durchläuft eine Reihe von Emotionen, sozusagen eine Achterbahn der Gefühle. Bei allem Spaß gibt es aber auch Szenen, wo einem das Lachen vergeht,“ verriet Gruhn. Die Protagonisten in diesem Stück befinden sich eher auf dem Platz und in den Führungsetagen als auf den Rängen.

Die Bühne wird zu einer Art „Fußball-Affenkäfig“ umgestaltet. Fünf Schauspieler des KJT (drei Frauen, zwei Männer) und Jubril Sulaimon als Gast-Schauspieler sind die Akteure. Für die passende Musik & Video ist Peter Kirschke verantwortlich.

Wie ein Fußballspiel dauert die Aufführung 90 Minuten (plus Nachspielzeit), aber ohne eine Pause.

Für die Uraufführung am 16.03.2017 gibt es noch Restkarten.

Weitere Termine am 17.03.2017 um 20.00 Uhr und am Sonntag, den 19.03.2017 um 18.00 Uhr im KJT.

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Hamlet als Kammer-Jugendoper

Sein oder Nichtsein? Für (v.l.n.r.) Timo Jouko Hermann (Komponist), Ingo Martin Stadtmüller (Musikalischer Leiter), André Meyer (Libretto) und Ronny Jakubaschk (Regisseur)-

Schon zum vierten Mal gibt es eine Kooperation des Kinder- und Jugendtheaters mit der Jungen Oper Dortmund. In diesem Jahr steht unter der Regie von Ronny Jakubaschk ein bekannter klassischer Stoff auf dem Programm. „Hamlet – Sein oder Nichtsein“ (ab 14 Jahren) von Timo Jouko Herrmann und dem Libretto von André Meyer. Der bekannte Stoff der Tragödie von William Shakespeare wurde von ihnen als Vorlage für ihre Kammer-Jugendoper genommen. Premiere ist am 23.02.2017 um 19:30 Uhr im KJT.

Meyer erzählt die Geschichte aus der Sicht des jungen traumatisierten Hamlet. Er hat seinen Vater früh verloren, seine Mutter hat einen neuen Mann geheiratet. Er fühlt sich isoliert, überfordert und alleine gelassen. Seine Liebe zu Ophelia treibt ihn noch zusätzlich immer weiter in ein Gefühlschaos. Seine Mutter und sein Stiefvater wissen nicht mehr, was sie mit ihm anfangen sollen. Sie wollen ihn in ein Internat schicken. Er denkt, sein Vater wurde ermordet und will Rache dafür nehmen. Der Wahnsinn nimmt immer bedrohlichere Züge an…

Der Regisseur verriet vorab: „Wir stellen die beiden Welten der Jugendlichen und der Erwachsenen gegenüber. Die Gedankenwelt des jungen Hamlet wird in musikalisch dramatischer Form umgesetzt, die Ausdrucksform der Erwachsenen ist die ernste und gewichtige Sprache. Das Orchester (Teile der Dortmunder Philharmoniker) wird Teil des Bühnenbilds sein. Die Rollen des Hamlet und der Ophelia werden von zwei Studierenden von verschiedenen Musikhochschulen ausgefüllt.

Diese beiden Sänger müssen mit den drei Schauspielern des KJT und dem Chor genreübergreifend zusammen arbeiten. Acht Personen des Dortmunder Opernchors unter der Leitung von Manuel Pujol werden Hamlet im Laufe der Aufführung als Stimme des toten Vaters immer näher rücken.

Das emotionale Erlebnis wird durch das Bühnenbild noch gesteigert. Sie wird zum Gedankenkonstrukt. Der Bühnenraum wird farbig mit einem Geflecht ausgestaltet. Das symbolisiert die Gefangenschaft der Beteiligten. Ein Lied wird sich wie ein musikalischer roter Faden durch die Handlung ziehen.

Wunsch aller Beteiligten an der Aufführung ist es, gerade die jugendlichen Besucher in den 70 Minuten emotional abzuholen und für Schauspiel und Oper zu begeistern.

Für die Premiere am 23.02.2017 gibt es noch Restkarten.Informationen und weitere Termine unter www.theaterdo.de




Say it loud – Die Fortsetzung folgt

Nach dem ersten Theaterprojekt mit Flüchtlingen „Say it loud- Storys from the brave new world“ unter der Leitung von Andreas Wrosch im Kinder- und Jugendtheater in Dortmund gibt es nun mit „Say it loud II“ eine Fortsetzung.

Im letzten Jahr ging es um die Beweggründe, Erlebnisse, Ängste,Träume, Hoffnungen und Enttäuschungen der Jugendlichen und Erwachsenen aus verschiedenen Fluchtländern. Die Spielfreude und die Dankbarkeit darüber, in Deutschland Schutz gefunden zu haben. Wer beim ersten Teil dabei war, wird einige bekannte Gesichter wieder erkennen.

In der Stückentwicklung zu „Say it loud II“ erzählen die elf jungen Frauen und Männer auf der Bühne nichts mehr über ihr persönliches Leben, sondern arbeiteten in einem Workshop zusammen mit Regisseur Wrosch die Geschichte von „Hänsel und Gretel“ als eine allgemeine Flüchtlingsgeschichte mit komischen und ironischen Elementen um. Aufgelockert wird die Erzählung durch Gesang, Musik und Tanzchoreografie.

Wie das Publikum am 03.02.2017 im Café des KJT schon einmal sehen und hören konnte, wurde das Stück durch den Beitrag eines jugendlichen Stand-up-Comedian mit albanischen Wurzeln mit viel Selbstironie bereichert. Vorurteile und Schubladendenken werden von ihm aufs Korn genommen. Unterstützt wurde das Team zusätzlich tatkräftig durch den kleinen Paul, ein Kind aus dem Umfeld der hiesigen Theaterszene.

Bei den Flüchtlingen blickt Dankbarkeit gegenüber Deutschland und der der Wunsch nach etwas Geduld (zum Beispiel etwa Schwierigkeiten mit der deutschen Sprache) bei der Bevölkerung durch. Das durch internationale Gäste aus Frankreich, Portugal und Schweden bereicherte Publikum war von der Vorab-Darbietung angetan und spendeten viel Beifall. Die Premiere des Stücks findet am 11.06.2017 um 18:00 Uhr im KJT statt. Weitere Informationen unter : www.theaterdo.de