Integratives Projekt – Im Herzen Peter Pan

Es wird viel über die Notwendigkeit der Integration, insbesondere von jugendlichen Geflüchteten, geredet. Die wichtige Theaterarbeit mit ihnen geht im Kinder- und Jugendtheater (KJT) nun schon in die dritte Runde. Gemeinsam mit mit Dortmunder Jugendlichen entwickelten sie unter Regie und Konzept von Christina Keilmann und Marc Ossau seit November 2017 das neue Theaterstück Im Herzen Peter Pan. Die Uraufführung ist am Sonntag, den 04.03.2018 um 18:00 Uhr im KJT.

Gemeinschaftlich wurde entschieden, dass „Peter Pan“ eine passende Geschichte zur Bearbeitung als Theaterprojekt für die 13-köpfige Gruppe (11 bis 23 Jahre) ist.

Auch sie haben ihre Träume und Vorstellungen von einem hoffnungsvollen, angst freiem Leben in Deutschland (Europa), dass mit am Ende mit der Realität konfrontiert wird. Die geflüchteten stammen etwa aus Mazedonien, Syrien oder Afghanistan.

Im Herzen Peter Pan - ein integratives Projekt mit Jugendlichen. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Im Herzen Peter Pan – ein integratives Projekt mit Jugendlichen. (Foto: © Birgit Hupfeld)

In der Story symbolisiert die Fantasiewelt „Nimmerland“ das Land aller Träume. Es gibt dort keine Langeweile und Ängste, sondern nur grenzenlose Freiheit. So steht es zumindest in den Büchern der „Reality Boys“ über Peter Pan und sein Paradies. Plötzlich steht Peter Pan vor ihnen, um sie und Wendy aus ihrem Alltagstrott und ihrer Tristesse zu erlösen. Auf geht es nach Nimmerland. Die „Reality Boys“ treffen dort auf die „Lost Boys“ und Wendy auf die intrigante Tinker Bell. Es scheint alles vollkommen zu sein. Aber die Fassade bröckelt.…

Die Theaterarbeit hat für die Geflüchteten eine große Bedeutung. Sie haben nicht nur soziale Kontakte und Gemeinschaftserlebnisse, sonder auch Gelegenheit, für ihr Aufnahmestadt etwas von sich zu geben. Es verlangt ihnen Disziplin, gegenseitige Rücksichtnahme sowie Mut und Ausdauer ab. Da eine von ihnen während der Probezeiten mit ihrer Familie nach Mazedonien abgeschoben wurde, mussten sie sich flexibel mit der schwierigen neuen Situation auseinander setzen. Die Rolle der „Tinker Bell“ musste neu besetzt werden.

Uns erwartet ein gemeinschaftliches, vom Ensemble getragenes Theater-Erlebnis“, so Marc Ossau.

Für die Uraufführung am 04.03.2018 gibt es noch Restkarten. Eitere Termine am Freitag, den 09.03.2018 und Samstag, den 10.03.2018 jeweils um20:00 Uhr.

Karten und Infos: 0231/ 50 27 222 . Im Herzen Peter Pan ist mobil buchbar unter: awendelstigh@theaterdo.de




Wertvoll – Eine Geschichte um die schwierige Selbstfindung

Die Stückentwicklung „Wertvoll – am besten bist du als du selbst“ von Regisseurin und Schauspielerin Johanna Weißert und Autor Klaus Fehling hat am Freitag, den 23.02.2018 um 19:30 Uhr im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater seine Uraufführung. Es ist eine Auseinandersetzung mit unserer modernen „Optimierungsgesellschaft“ und deren Mechanismen.

Protagonist der Geschichte ist der junge Erwachsene Alexander. Ausgangspunkt ist ein Unfall, bei dem dieser wie andere als „Gaffer“ mit dem Smartphone Fotos von dem Geschehen schießt. Die tut er, so die Regisseurin, um überhaupt etwas fühlen zu können. Sein Leben, von seiner Geburt bis jetzt, wird rückblickend dargestellt.

Thorsten Schmidt als "Alexander" im KAmpf mit dem Über-Ichs in "Wertvoll – am besten bist du als du selbst". (Foto: © Birgit Hupfeld)
Thorsten Schmidt als „Alexander“ im KAmpf mit dem Über-Ichs in „Wertvoll – am besten bist du als du selbst“. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Er gehört zur sogenannten „Generation Youtube“ oder Generation C (Verbindung, Gemeinschaft, Kreation und Kuration). Grundstein seiner Entwicklung legen seine „Helikopter-Eltern“, die versuchen, in jeder Situation das Beste aus ihrem Kind herauszuholen. Das sei für ein erfolgreiches Leben doch so wichtig. Sie kontrollieren das Leben ihres Sohnes bis ins kleinste Detail. Es geht nicht darum, sich selbst zu fühlen und eine kritisch reflektierende Persönlichkeit zu werden. Wichtig ist, was in der neuen Social Media Plattformen als Werte für die „Community“ verbreitet wird. Es geht darum, was man nach außen darstellt. Bedeutend sind die „Klicks“, die man auf „Youtube“ und den anderen Plattformen bekommt. Das gewaltige „Über-Ich“ setzt unter Druck. Am Ende steht ein Mensch, der nur „leere Luft entwickelt.“ An seine Liebe aus frühesten Kindertagen kommt er letztendlich nicht heran, weil die „Lebensplanungen“ nicht zusammen passen. Denen wird alles untergeordnet.

Erzählt wird, wie die Regisseurin verriet, viel über Bild-Assoziationen und die Musik wird als Verstärker eingesetzt. Für Johanna Weißert fehlen den Jugendlichen heute Reibungspunkte mit den Eltern (Erwachsenen). Es darf laute Musik gehört werden, und die Eltern kennen sich zumeist mit „Youtube“ aus. Zuhause ist es bequem, und Schwierigkeiten wurden von Kindesbeinen aus den Weg geräumt. Aufführungsdauer ist ungefähr 75 Minuten.

Informationen über weitere Vorstellungsterminen und zu Kartenwünschen erhalten Sie unter www.theaterdo.de.




fit for future und die wichtigen Lebensfragen

Im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater hatte das Klassenzimmerstück fit for future von Knut Winkmann (ab Klasse 9) am 12.01.2018 unter der Regie von Christina Keilmann seine Premiere. In der oberen Etage wurde zu diesem Zweck extra ein Raum als „Klassenzimmer“ für das Publikum umfunktioniert.

Worum geht es? Frau Millberg ist unterwegs im Auftrag des ZIZ (Zukunftsinformations-Zentrum), um Schüler in Fragen der der Berufs- und Lebensplanung zu beraten. Es geht um die Erstellung von möglichst genauen Persönlichkeitsprofilen, Motivation und Selbstoptimierung.

Wie wichtig dabei Zielstrebigkeit ist, macht sie gleich mal durch Statistiken von Ausbildungs- und Studienabbrechern deutlich. Dann passiert das unerwartete. Ihr Kollege mit den Eignungstests kommt nicht, da Frau Millberg ihm eine falsche Adresse genannt hat. Nach einem kurzen Moment der Verunsicherung erzählt sie die Geschichte der ungleichen Schwestern Lena und JoJo. Lena war schon immer der pflegeleichte „Sonnenschein“ der Familie, die nie „Probleme“ machte. Zielstrebig und geradeaus funktioniert sie wie ein perfektes Uhrwerk. Mehrere Sprachen, bester Schulabschluss, Praktika, erfolgreich im Beruf, nebenbei ein Hobby und ein bisschen soziales Engagement – alles kein Problem. Ihre Schwester Jojo will ihr Leben genießen und geht nicht den geraden Weg. Sie verlässt früh ihre Familie und die Schule ohne einen Abschluss. Der große Traum von ihr ist es, Köchin zu werden, Während Lena eines Tages einen „Burn out“ erleidet und das bisherige Lebenskonzept überdenken muss, erfüllt sich JoJo letztendlich ihren Traum…

Ist die Zukunft ein Abenteuer oder ist sie dir egal?: Bianka Lammert als Frau Millberg von der ZiZ bei fit for future. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Ist die Zukunft ein Abenteuer oder ist sie dir egal?: Bianka Lammert als Frau Millberg von der ZiZ bei fit for future. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Dieses Klassenzimmerstück profitiert von der starken Präsenz von Schauspielerin Bianka Lammert. Sie schaffte es, die unterschiedlichen Charaktere der beiden Schwestern und die Veränderung des Blickwinkels bei Frau Millberg sensibel auf die Bühne zu bringen. Die hektisch getriebene Lena genau so wie die neugierig offene JoJo. Sie nutzt dafür den ganzen Raum und kleine Accessoires, um den Charakteren eine Lebendigkeit zu verleihen. Das Stück bietet sowohl humorvolle wie berührend nachdenkliche Momente.

Mit fit for future können aber nicht nur Jugendliche in der Berufsfindungsphase etwas anfangen. In einer sich immer schneller verändernden Gesellschaft mit ihren Herausforderungen betrifft die Thematik uns alle.

Eine gute Idee ist es gewesen, den Anwesenden zum Schluss eine der kleinen schwarzen Karten mit Fragen wie etwa: Was hindert die daran, deine Träume zu verwirklichen? Wer sind die Menschen, auf die du dich verlassen?

Man darf gespannt sein, wie die Schülerinnen und Schüler in den Klassen reagieren.

Mobile Buchung für Schulklassen und Infos unter: 0231/ 50 28773 oder awendelstigh@theaterdo.de




Was macht „fit for future? – Ein Klassenzimmerstück

Das Dortmunder Kinder-und Jugendtheater (KJT) bringt am 12.01.2018 um 19:00 Uhr mit der Premiere von fit for future (Fit für die Zukunft) unter der Regie von Christina Keilmann ein neues Klassenzimmerstück auf den Weg. Das bedeutet, dass Stück wird nicht nur im KJT gezeigt, sondern kann auch von Schulklassen (ab Klasse 9) gebucht werden. Theaterpädagoge Knut Winkmann hat fit for future entwickelt. Das Thema betrifft nicht nur Schülerinnen und Schüler ab 14 Jahren in der Berufsfindungsphase. Denn Leistungs- und Optimierungsdruck begleiten uns gerade in der modernen, schnelllebigen Welt durch das Leben.

Zum Stück verriet die Regisseurin: Frau Millberg (Bianka Lammert) ist viel unterwegs, um im Auftrag der ZIZ – das Zukunftsinformations-Zentrum – Schüler in Fragen der Berufs- und Lebensplanung zu beraten. Es geht um fundierte, klar geplante Gestaltung der persönlichen Zukunft sowie um Motivation und Selbstoptimierung. Eine Persönlichkeitsanalyse soll da als Grundlage dienen. Der Besuch in der Klasse verläuft aber nicht ganz nach Plan. Ihr Kollege mit den Eignungs- und Persönlichkeitstest kommt leider nicht und sie erzählt von den ungleichen Schwestern Lena und Jojo mit ihren unterschiedlichen Lebensentwürfen. Lena geht stringent und mit ständigem Streben nach Perfektion in ihrem beruflichen Weg voran, bis ein Burn-out sie ausbremst. Schwester Jojo geht nicht den geraden Weg und findet letztendlich ihr Glück und Bestimmung als Köchin.

Die schwere Frage des Lebens: Was willst du werden? Welchen Weg sollst du gehen? Frau Millberg (Bianka Lammert) erzählt die Geschichte zweier Schwestern. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Die schwere Frage des Lebens: Was willst du werden? Welchen Weg sollst du gehen? Frau Millberg (Bianka Lammert) erzählt die Geschichte zweier Schwestern. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Das Stück kann als eine Art Appell dafür gesehen werden, trotz der vielfältigen Beeinflussung durch die Umwelt und wirtschaftlichen Zwängen seinen eigenen Weg zu gehen und auf sein Herz zu hören. Es stellen sich Fragen wie: Worauf kommt es an? Wer hindert dich daran, du selbst zu sein?

Karten und Infos über Vorstellungstermine erhalten Sie unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/ 50 27 222.

Mobile Buchungen für Schulklassen unter: awendelstigh@theaterdo.de oder Tel.: 0231/ 50 28 773




Der gestiefelte Kater – abenteuerliche Geschichte und viel Spielfreude

Das neue Weihnachtsmärchen „Der gestiefelte Kater“ nach Charles Perrault unter der Regie von Andreas Gruhn, dem Leiter des Dortmunder Kinder-und Jugendtheater (KJT), hatte am 10.11.2017 seine Premiere.

Oliver Kostecka sorgte wieder einmal für eine wunderschöne Gestaltung der Bühne.

Sie wurde zu einer imposanten Schlossruinen-Landschaft mit seitlichen Treppenaufgängen, Gucklöchern und in der Mitte ein erhöhtes Plateau. Das führte zur Küche, deren Türen zwischendurch geöffnet werden konnten, und dem Publikum Einsicht ermöglichten. Sie wurde als „Spielort“ sinnvoll in die Aufführung einbezogen. An der Seite war Platz für ein Schlagzeug, dass für den passenden Geräusch-Hintergrund während der Handlung sorgte.

Gruhn führt in seiner Inszenierung eine interessante weitere Ebene zu dem bekannten Märchen ein. Mittelpunkt der Handlung ist ein altes Schloss mit einem König (Rainer Kleiespel) als Schlossherren. Der ist genervt von dem täglich gleichen Trott und den immer gleichen Depeschen, die ihm der korrekte Marschall (Andreas Ksienzyk) zukommen lässt. Seine Tochter Sophie (Ann-Kathrin Hinz) wiederum ist gelangweilt von ihrem Leben unter dem strengen Regiment ihrer Erzieherin Frau von Bock (Johanna Weißert). Dann ist da noch die etwas naive und vergessliche Köchin Gertrud (Bettina Zobel), die immer das gleiche kocht.

Ausfahrt mit Schaukelpferd und gestiefelten Kater. (v.l.n.r.) Andreas Ksienzyk, Ann-Kathrin Hinz und Philip Pelzer. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Ausfahrt mit Schaukelpferd und gestiefelten Kater. (v.l.n.r.) Andreas Ksienzyk, Ann-Kathrin Hinz und Philip Pelzer. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Jetzt kommen die beiden hungrigen Künstler aus einer ehemaligen Gauklergruppe Otto (Philip Pelzer) und Karl (Thorsten Schmidt) ins Spiel. Beim Versuch, einen Eimer Kartoffeln aus der offengelassenen Küche zu stibitzen, werden sie ertappt und eingesperrt. Um sich aus ihrer Lage zu befreien, bieten sie der offenen und neugierigen Prinzessin und dem König an, ihnen die Langeweile mit einer gespielten Geschichte vom „gestiefelten Kater“ zu vertreiben. Da sie nur zu zweit sind, müssen die Schlossbewohner mitspielen und in die unterschiedliche Rollen des Märchens schlüpfen. Ein Abenteuer, was für die Personen einiges verändert, beginnt….

Neben der Botschaft des Märchens, mit Klugheit und Mut Veränderungen seiner Situation bewirken und als scheinbarer „Loser“ glücklich zu werden, erlaubt die Aufführung einen transparenten Blick hinter das Theaterleben. Das Publikum konnte offen die Verwandlung der einzelnen Personen in ihren jeweiligen Rollen erleben. Besonders auffällig war die Wandlung bei der naiv-gutgläubigen Köchin hin zum selbstbewussten und kaltschnäuzigen Zauberer, der vom schlauen Kater Hinze listig rein gelegt wird.

Die Schauspielerinnen und Schauspieler überzeugte durch enormen Spielwitz und Wandlungsfähigkeit. Die musikalische Untermalung live und aus der Dose sorgte für die richtige Atmosphäre.

Infos zu weiteren Vorstellungsterminen erhalten sie wie unter www.theaterdo.de .




Der gestiefelte Kater – das neue Weihnachtsmärchen im KJT

Das Dortmunder Kinder-und Jugendtheater (KJT) bietet auch in diesem Jahr für jung und alt wieder ein bekanntes Weihnachtsmärchen. „Der gestiefelte Kater“ ist ein europäisches Märchen nach Charles Perrault aus der Zeit der Romantik. Andreas Gruhn, der Direktor des KJT, inszeniert das Märchen im bewährten Team mit Oliver Kostecka (Ausstattung) und Michael Kessler (Musik). Die Geschichte dürften vielen Menschen kennen.

Hans, der dritte Sohn eines Müllers erbt von seinem Vater nur einen jagdfaulen Kater. Der scheint für ihn nur unnützer zusätzlicher Esser zu sein. Eventuell kann man aus seinem Fell ja noch einen wärmende Muff herstellen. Als der Kater das erfährt, bekommt er Angst. Er ersinnt schnell einen Plan und beginnt zu sprechen. Hans staunt nicht schlecht, als der Kater ihn um ein Paar schicke Stiefel bittet. Es soll sein Schaden nicht sein. So beginnt ein Abenteuer…

Teile des Ensembles vor romantischer Schlosskulisse. Foto: ©Birgit Hupfeld
Teile des Ensembles vor romantischer Schlosskulisse. Foto: ©Birgit Hupfeld

Es geht um Verwandlung, und das man immer jemand anderes sein kann. Dabei finden starke Transformationen statt,“ so Gruhn. Wie verändern sich Dinge, und wie können sie sich umwandeln? In seine Inszenierung führt er eine weitere Ebene ein. Zwei Figuren (Schauspieler) greifen hier spielerisch in das Geschehen der Hofgesellschaft ein. Das Publikum kann dabei jede „Verwandlung und Rollentausch“ live beobachten. Es wird dabei auch viele komische Momente geben,“ verriet der Regisseur.

Atmosphärisch begleitet wird Der gestiefelte Kater sowohl mit Live-Musik in der Märchenhandlung sowie Musik aus der Konserve. Viel Sorgfalt wurde wieder für die Ausstattung der Bühne verwandt. In diesem Jahr wird das Publikum in eine romantische Burglandschaft mit Schlossruine und viel Grün hinein versetzt. Es wird wieder etwas für Augen und Ohren geboten.

Das circa 75minütige Weihnachtsmärchen (ab 6 Jahren) hat im KJT am Freitag, dem 10. November 2017 um 19:00 Uhr Premiere.

Bis Mitte Januar 2018 sind insgesamt 83 Aufführungen vorgesehen!

Informationen dazu gibt es wie immer unter www.theaterdo.de oder direkt im KJT.




Ein König zu viel auf der Insel

Das Stück „Ein König zu viel“ (ab 4 Jahren, nach einer Idee von Gertrud Pigor) hatte am Freitag, den 29. September 2017 unter der Regie von Peter Kirschke Premiere im Kinder-und Jugendtheater Dortmund.

Die Geschichte um die Könige Karl und Fritz, die zufällig beide auf einer kleinen Insel stranden und darüber lamentieren, wer der „einzig wahre König“, bietet Zündstoff für Konflikte und komische Situationen. Nach verschiedenen Wettkämpfen, darunter ein Fechtkampf und „Stein, Schere, Papier“ ist immer noch kein Sieger ermittelt Beide neutralisieren und beäugen sich irgendwie. Nach einem Kampf passiert etwas unerwartetes und die Könige müssen sich irgend wie zusammen raufen…

Es war ein gute Idee des Regisseurs, die Rollen der Könige mit zwei Schauspielerinnen zu besetzen. Man merkte Bianka Lammert (König Karl) und Johanna Weißert (König Fritz) ihr Spielfreude als „Könige“ an. Herrschaftlich gekleidet und mit Schnauzbart und Perücke empfingen sie das Publikum huldvoll.

Mit Sprachwitz und Gefühl für komische Situationen brachten sie die kleinen und großen ZuschauerInnen zum Lachen. Da in dieser Inszenierung viel mit Geräuschen und musikalischen Untermalungen zur Darstellung von Situationen gearbeitet wurde, war von den beiden Schauspielerinnen ein gutes Timing gefordert.

Bereits zum Faustkampf König Fritz (Johanna Weißert) und König Karl (Bianka Lammert). Foto: © Birgit Hupfeld.
Bereits zum Faustkampf König Fritz (Johanna Weißert) und König Karl (Bianka Lammert). Foto: © Birgit Hupfeld.

Die hintersinnige, selbstironische Situationskomik kam durch das witzige Spiel der beiden Frauen in Männerkleidung besonders zur Geltung. Anleihen an die gute alte Zeit der Stummfilmkomödie brachten nicht nur die Kinder im Publikum zum Lachen. Die Aufführung und die Schauspielerinnen hatten ihre größten Stärken im nonverbalen Bereich der Gesten und Blicke.An körperlichen Anstrengungen wurde ihnen einiges abverlangt.

Da Könige alles machen lassen, vom Kochen, Putzen bis zum Kämpfen, müssen diese erst lernen, in ihrer Situation zurecht zu kommen.

Eine kluge Geschichte um Hierarchien und notwendige Zusammenarbeit.

Mehr Informationen und Termine finden Sie wie immer unter www.theaterdo.de.

 




Die Verwandlung: Transformation einer Familie

Was tun, wenn der Ernährer der Familie plötzlich ausfällt und darüber hinaus noch zur Last wird? Was macht das mit den Angehörigen? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Erzählung „Die Verwandlung“ von Franz Kafka. Antje Siebers machte aus dem Stoff für das Kinder- und Jugendtheater in Dortmund eine Geschichte über Emanzipation. Ein Premierenbericht vom 22. September 2107.

„Die Verwandlung“ gehört zur bekanntesten Geschichte von Kafka. Das surreale Ereignis, dass sich Gregor, der Sohn und wie sich herausstellt, der Ernährer der Familie, in ein Ungeziefer verwandelt, hat seinen festen Platz im Literaturkanon. Doch die Geschichte handelt von mehreren Verwandlungen, wie Sievers in ihrer Inszenierung herausarbeitet. Denn die übrigen Familienmitglieder (Eltern und Tochter) müssen sich neu orientieren und ihren eigenen Weg gehen. Das wird vor allem bei der Tochter Grete deutlich.

Gregor, der Sohn, ist Reisender und ernährt durch sein Geld die Familie. Die Eltern arbeiten nicht und lassen den Sohn sogar in dem Glauben, dass der Vater keinerlei Vermögen mehr hat, was sich aber als falsch herausstellt. Grete ist 16 und an Kleider sowie dem Violinspiel interessiert. Gregor will sie mit seinem Geld sogar auf ein Konservatorium schicken. Gregor fühlt sich ausgeschlossen und abgekapselt. So geht er in seinem Pflichtbewusstsein auf, bis zu jenem Tag der „Verwandlung“. Er wird vom Leistungsträger zum Leistungsempfänger und Hilfsbedürftigen. Die Familie muss sich jetzt um ihn kümmern, was sie zuerst gerne tut, dann aber feststellt, dass Gregor immer mehr zur Belastung wird. Gregor bemerkt dies und verweigert im Akt der Selbstaufopferung die Nahrung bis zu seinem Tod.

Die Verwandlung macht aber auch vor den anderen Familienmitgliedern nicht halt, teilweise aus Zwang. Denn das gesparte (und vor Gregor verschwiegene) Geld ist nur als Notgroschen gedacht und so müssen Vater, Mutter und Tochter Geld hinzuverdienen. Der Vater als eine Art Page, die Mutter näht und die Tochter arbeitet als Verkäuferin und bildet sich weiter. Daher endet die Geschichte, dass die Familie mit Zuversicht in die Zukunft blickt.

Siebers inszeniert „Die Verwandlung“ als Kammerstück mit Gregors Zimmer als Art Gucklochbühne, in das man hereinsehen kann, ihn aber (wie Kafka es wollte) nicht sieht. Er ist nur als Stimme (Philip Pelzer) präsent. Eine wichtige Rolle hat auch Ann-Kathrin Hinz als Schwester Grete. Sie spielt die Verwandlung der Grete von naiven Mädchen, die zu einer Frau reift, die Verantwortung trägt. Bezeichnend ist sie es, die öffentlich macht, dass Gregors Pflege die Familie langsam zerstört. Auch Vater (Andreas Ksienzyk) und Mutter (Chris Nonnast) werden in ihrer Entwicklung schön charakterisiert: Von am Boden zerstört über Schicksalsergebenheit bis hin zu neuer Hoffnung nach Gregors Tod. In ihrem neuen Leben hat das Dienstmädchen (Thorsten Schmidt) keinen Platz.

Trotz der doch traurigen Geschichte baut die Inszenierung von Siebers kleine Slapstickeinlagen ein, manches wirkt ein wenig wie aus der Stummfilmära. Das lockert den Stoff auf. Gesungen wurde auch: Unter anderen wurde die „Kleine Fabel“ von Kafka vertont.

Ist das Angesichts Gregors Schicksal herzlos? Zu Zeiten von Kafka gab es sicherlich mehr Krankheiten, die jemanden für immer ans Krankenbett fesseln konnten. Auch ein Unfall konnte den Ernährer von heute auf morgen für den Rest seines Lebens arbeitsunfähig machen. Für die Familie war dies eine Katastrophe, denn ein soziales Netz wie heute gab es damals sicherlich noch nicht. So wurde der Kranke zur Belastung und sein Tod auch ein Teil der Befreiung.

Siebers und die Schauspieler präsentierten die Feinheiten des bekannten Stückes, das mehr ist als nur Schullektüre. In unseren heutigen Zeiten mit Pflege- und Unfallversicherung mag die existentielle Not beim Ausfall des Hauptverdieners gemildert sein, doch beispielsweise kann die Pflege der Eltern eine enorme Belastung für eine Familie sein.

Siebers Inszenierung von „Die Verwandlung“ zeigt deutlich, dass Kafkas Stück nichts an Aktualität eingebüßt hat, ganz im Gegenteil. Sie ist auch keinesfalls nur an Jugendliche gerichtet, sondern richtet sich auch an Besucher, die älter sind. Alles in allem ein gelungener Abend.




Ein König zu viel

[fruitful_alert type=“alert-success“]Es kann nur einen geben, oder doch nicht? (v.l.n.r. Bianka Lammert und Johanna Weißert) Foto: © Birgit Hupfeld[/fruitful_alert]

Im Dortmunder Kinder-und Jugendtheater hat am Freitag, den 22.09.2017 um 19:00 Uhr hat „Ein König zu viel“ (für Kinder ab 4 Jahren) Premiere. Dieser Theaterstreit nach einer Idee von Gertrud Pigor handelt von den beiden Königen Karl und Fritz, die durch einen Zufall beide auf einer einsamen Insel im Ozean stranden. Wer ist nun der neue König und hat das alleinige Sagen? Wenn zwei herrschen, passiert gar nichts. Niemand gehorcht den Befehlen und tut die notwendigen Arbeiten wie etwa Umhänge waschen oder die Krone polieren.

Ein Wettstreit soll entscheiden, wer die wahre „Majestät“ ist. In verschiedenen Wettbewerben messen sich die beiden Kontrahenten. Eine klare Entscheidung fällt nicht. Alles ändert sich, als ein Wettstreit schief läuft….

Regisseur Peter Kirschke hat nicht nur die lustig gereimten Texte von Gertrud Pigor noch weiter bearbeitet, sondern hat die beiden Könige mit zwei Schauspielerinnen des KJT besetzt. Bianka Lammert (König Karl) und Johanna Weißert (König Fritz) geben der Geschichte eine besondere Note. „Die Gender-Diskussion spielt hier aber keine Rolle,“ so Kirschke.

Die Aufführung ist als eine vergnügliche-temporeiche Schelmerei konzipiert. „Die Bühne ist von Julia Schiller als lebendiges Bilderbuch liebevoll gestaltet,“ so der Regisseur.

Die Vorstellung dauert etwa 45 Minuten.

Die Premiere am 22.09.2017 und die folgenden Vorstellungen sind schon ausverkauft.

Es gibt aber noch Karten für die Zusatzvorstellungen am 05., 10., 12. und 13. Oktober 2017, jeweils um 10:00 Uhr. Karten (4,- €) gibt es ab sofort unter www.theaterdo.de oder 0213/50-27222.




Die Verwandlung im KJT

[fruitful_alert type=“alert-success“]Das Ensemble auf einem Bild: (v.l.n.r.) Chris Nonnast, Thorsten Schmidt, Andreas Ksienzyk, Ann-Kathrin Hinz, Rainer Kleinespel. (Foto: © Szekely)[/fruitful_alert]

Das Kinder-und Jugendtheater (KJT) in Dortmund zeigt am Freitag, den 22.09.2017 um 19:00 Uhr als Premiere Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ (ab 14 Jahren) einer neuen Stückfassung von Antje Siebers (Regie).

Diese dramatisierte Form der Geschichte um den Handlungsreisenden Gregor Samsa, der sich nach einer Nacht voll unruhiger Träume als ein „ungeheures Ungeziefer“ verwandelt erwacht, lag so noch nicht als Theaterfassung vor.

Ich habe nicht stark in den ursprünglichen Text eingegriffen“, erklärte Antje Siebers beim Pressegespräch. So erzählen die Personen, außer im direkten Dialog, in der dritten Person. Die Textvorlage wurde von der Regisseurin auf ein Drittel gekürzt und die Musik spielt bei der Inszenierung eine große Rolle. „Das passt“, so Siebers, „gut zur Vermittlung von Kafkas düsteren, der surrealen, dichten Atmosphäre und grotesken Erzählung.“ Diese ist voll Metaphern und starker Symbolkraft. Die Regisseurin verriet , dass Kafka selber nichts davon hielt, sich ein Bild von Gregor Samsa zum Beispiel als „Riesenkäfer“ zu machen.

Die soziale Ausgeschlossenheit Samsas und der Verweigerungshaltung seinem bisherigem Leben gegenüber spiegeln – symbolhaft dargestellt – sicherlich einen Aspekt in der Erzählung dar. Die Verwandlung betrifft aber alle, nicht nur Gregor Samsa, sondern seine ganze Familie. Die Schwester Grete, die ihn erst versorgt, emanzipiert sich genau so wie die Mutter und der Vater.

Das Dienstmädchen wird im Stück eine größere Präsenz bekommen. „Das ermöglicht eine besondere Draufschau auf die Dinge von außen“, so die Regisseurin.

Der Bühnenraum wird eher als abstrakter, und nicht als realistischer ausgerichteter Raum dargestellt. Mehr soll nicht verraten werden.

Für das theaterpädagogische Begleitprogramm am 20.09.2017 um 17:30 Uhr im KJT können sich Lehrer jetzt noch unter eschmidt@theaterdo.de anmelden.

Weitere Informationen wie immer unter www.theaterdo.de .