Witzig-opulentes Weihnachtsmärchen im Schauspiel Dortmund

Es ist eine schöne Tradition, dass der Leiter des Kinder- und Jugendtheaters Dortmund (KJT) Andreas Gruhn, jedes Jahr ein neues Weihnachtsmärchen auf die Bühne bringt. Nach einer Zwangspause (Renovierungsarbeiten im Schauspielhaus) freute sich das gesamte Ensemble darauf, das neue Weihnachtsmärchen „Cinderella“ nach Charles Perrault (also eine weniger blutige Version von Aschenputtel) mit der Premiere am 15.11.2018 endlich präsentieren zu können.

Neben dem gesamten KJT-Ensembles konnte man für die Rollen des Vaters von Cinderella (Bertrand) witzig und umtriebigen Hofherrn Comte de Charny den Schauspieler Harald Schwaiger als Gast gewinnen, der diesen Part mit viel Vergnügen und Spaß ausfüllte, Ein ehemaliges Ensemble-Mitglied des KJT, Talisa Lara, schlüpfte ebenfalls in zwei Rollen. Einmal spielte sie Solange, die hochmütige Tochter der Stiefmutter von Ella (Cinderella) und zum anderen in die von der Prinzessin Claribella (die den Prinzen Albert als mögliche Heiratskandidatin vorgestellt wird).

Daneben kamen insgesamt sechs StatistInnen zum Einsatz.

Die bekannte Handlung wird durch die moderne Aufführung etwas emanzipatorisch verändert. Cinderella ist nicht mehr nur das passive „Aschenputtel“,das auf den „Traumprinzen“ wartet, der sie rettet. Sie ist nicht nur wild und weiß was sie will, sondern ist eine junge Frau, die ihr Schicksal selbstbewusst (wenn auch mit etwas Unterstützung) aktiv in die Hand nimmt, quasi eine Mischung zwischen „Pippi Langstrumpf“und „Merida“.

Nanu, schon vor der Ehe wird gefochten? Cinderella ist nicht so langweilig, wie die anderen Hofschranzen. Zu sehen ist das Ensemble sowie Jan Westphal und Ann-Kathrin Hinz (im Vordergrund)
Foto: ©Birgit Hupfeld
Nanu, schon vor der Ehe wird gefochten? Cinderella ist nicht so langweilig, wie die anderen Hofschranzen. Zu sehen ist das Ensemble sowie Jan Westphal und Ann-Kathrin Hinz (im Vordergrund)
Foto: ©Birgit Hupfeld

Ihre jugendliche Frische und Selbstbewusstsein wird von der Schauspielerin Ann-Kathrin Hinz stark ausgefüllt. Der Prinz Albert, auch eigenwillig, wird eher als Tunichtgut porträtiert, der die Unterstützung seines Cousins Antoine benötigt. Nicht nur beim Fechten und Reimen waren Jan Westphal (neu im Ensemble des KJT) als Prinz Albert und Thorsten Schmidt als Cousin (abgesehen von dem Liebespaar Cinderella undAlbert) ein kongeniales Paar.

Auf der anderen Seite standen die Stiefmutter und ihre Töchter: Hochmütig und auf eine reiche Partie aus. Diese Charaktere wurden von Johanna Weißert, unter anderem als Stiefmutter Mathilde Corbel, und von ihren Töchtern Constanze (Bianka Lammert) und solange (Talisa Lara) wunderbar auf die Bühne gebracht.

Eine interessante Idee war es, dass Geschehen wie einen Film von seinem Ende, dem rauschenden Hochzeitsfest von Cinderella und Prinz Albert aufzurollen.

Durch die Handlung führte französisch charmant Bettina Zobel, die auf der Bühne sowohl die Funktion als Tante Seraphine wie auch die der Fee innehatte.

Alle beteiligten SchauspielerInnen war die Spielfreude und die Lust an der Darstellung der unterschiedlichen Charaktere anzusehen und hören. Im Publikum wurde mehrfach herzlich gelacht.

Die Aufführung lebte von seinen ironischen Brechungen und oft nur kleinen Anspielungen. So hielt der Pfarrer nach der Beerdigung der ersten Frau von Philippe Bertand symbolhaft die Hand kurz in Erwartung einer„Spende“ auf. Der „liebeskranke Prinz“ wurde in kurzer Zeit sichtlich schwächer und schwächer, und musste in einem Krankenrollstuhl zunächst von einer, später sogar von drei Krankenschwestern betreut werden. Es gab viele dieser komischen Momente.

Ein Weihnachtsmärchen soll natürlich auch optisch vieles für die Augen des Publikums bieten. Das Bühnenbild wechselte als Drehbühne konzipiert von dem Haushalt des reichen Monsieur Bertrand nach dem Königspalast. Eine prachtvolle nach zwei Seiten führende golden scheinende Treppe und ein festlicher Kronleuchter enttäuschten das Publikum nicht. Die Umgebung konnte aber auch durch eine von oben herabgelassen Konstruktion zu einem Pferdestall für Cinderella umfunktioniert werden.

Die Kostüme waren fantasievoll und an verschiedene Epochen angelehnt. So gab es neben barocken Hochperücken und Kostümen andere, die etwa beim König (Andreas Ksienzyk) an den Bayern-König Ludwig erinnerten.

Ein großes Kompliment für die tollen vielseitigen Choreografien geht an Joeri Burger (bekannt als Pinocchio aus einem Weihnachtsmärchen vor fünf Jahren). Ob höfische Tänze, moderne Abwandlungen, die rasanten Fechtszenen, alles wurde geboten.

Die Musik zur Handlung gab es passend von Michael Kessler.

Zu erwähnen ist,das von Ann-Kathrin Hinz als traurige Cinderella, die nicht weiß, was alle gegen sie haben, ein Song anrührend live gesungen wurde.

Informationen zu weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Telefon:0231/50 27 222




Weihnachtsmärchen 2018: Cinderella als wildes Mädchen

Am 15. November 2018
feiert das Weihnachtsmärchen der Spielzeit 18/19 seine Premiere:
Cinderella. Vielen bekannt durch den Zeichentrickfilm von Walt Disney
aus dem Jahre 1950, aber hierzulande kennen es die meisten unter dem
Namen „Aschenputtel“ der Gebrüder Grimm. Auch wenn das Märchen
uralt und in vielen Gegenden der Welt in der einen oder anderen
Variante bekannt ist: Die Basis des Stückes ist die Version von
Charles Perrault aus dem Jahre 1697.

Zurück in der alten
Heimat. Nach zwei Jahren, in denen das Weihnachtsmärchen des Kinder-
und Jugendtheaters (KJT) – wegen der Renovierung des
Schauspielhauses – im eigenen Haus aufgeführt werden musste, sind
alle Beteiligten froh, wieder zurück zu kommen. „Es war für uns
schon sehr anstrengend“, erzählte Andreas Gruhn, der Leiter des
KJT, denn das Ensemble musste wegen der geringeren Zuschauerplätze
die Stücke häufiger aufführen.

Die Geschichte von
Aschenputtel ist hinlänglich bekannt. Neben dem bekannten Märchen
der Gebrüder Grimm und dem erwähnten Zeichentrickfilm von Disney
gab es noch in den 70er Jahren die tschechische Version „Drei
Haselnüsse für Aschenbrödel“. Hier agiert
Aschenbrödel/Cinderella schon etwas selbstbewusster. Auch in der
Bearbeitung von Gruhn sind die beiden Hauptfiguren Cinderella und der
Prinz moderner gezeichnet. Cinderella ist ein „typisches junges
Mädchen“ und der Prinz hat auch mit inneren Konflikten zu kämpfen.

Das Ensemble von "Cinderella". (Foto: © Birgit Hupfeld)
Das Ensemble von „Cinderella“. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Gruhn hat sich
bewusst gegen die deutsche, durchaus brutale Version entschieden. Es
gibt also keine abgehakten Füße oder ähnliches. Es wird die
leichte französische Version aufgeführt mit viel Musik und
Choreografien. Die Kleidung lässt auf die Barockzeit (Anfang des 18.
Jahrhunderts) schließen. Die Musik orientiert sich an höfischen
Tänzen und französischen Volksliedern.

Neun
Schauspielerinnen und Schauspieler bevölkern die Bühne, darunter
zwei Gäste Talisa Lara, die zwei Jahre lang Ensemblemitglied im KJT
war. Hinzu kommt Harald Schwaiger, ehemaliges Ensemblemitglied des
Schauspielhauses unter Michael Gruner. Dazu stehen noch drei
Statisten auf der Bühne.

Am 13.11.2018 gibt
es von 15 bis 18 Uhr eine Lehrerfortbildung mit anschließendem
Besuch der Hauptprobe. Die Teilnahme an der Lehrerfortbildung ist
kostenlos. Erforderlich ist aber eine Anmeldung an die
Theaterpädagogin Erika Schmidt-Sulaimon: eschmidt@theaterdo.de

Von den 23.000 zur
Verfügung stehenden Karten sind schon über 19.500 verkauft. Es gibt
noch Karten für den:

15.11. um 19 Uhr

02.12. um 15 und 17
Uhr

06.12. um 17 Uhr

11.12. um 15 Uhr

16.12. um 15 und 17
Uhr

18.12. um 17 Uhr

23.12. um 11 Uhr

25.12. um 15 Uhr

16.12. um 11 Uhr




Ein besonderes „Faust to go“ im Kinder- und Jugendtheater

Das Stück „Fast
Faust“ von Albert Frank (nach J.W. von Goethe), inszeniert von
Antje Siebers, hatte am 29.09.2018 seine Premiere im Dortmunder
Kinder- und Jugendtheater.

Die bekannte
Geschichte um den Teufelspakt zwischen Gott und Mephisto (Teufel),
wie den des Teufels um die Seele des Alchemisten Dr. Faust, um
Jugendwahn und Streben nach All-Wissen sowie um die Liebe zu einer
unschuldigen jungen Mädchen (Gretchen) mit deren Enttäuschung bis
zum dramatische Ende im Kerker wurden schon vielfach verfilmt oder
auf die Theaterbühnen gebracht. In Dortmund gab es sogar eine
wunderbare Ballett-Inszenierung von Xin Peng Wang zu den Faust-Stoff.
In dieser Inszenierung von Siebers war aber einiges anders als
gewohnt. Das Stück wurde nah am Publikum im Café
des KJT, getrennt nur durch zwei halb transparente Vorhängen von
zwei Bühnenräume.

Das
wirklich besondere war aber, das diese Aufführung auf zwei Ebenen
stattfand. Die freie
Theatergruppe „Dramenterzett“ hat es zur Aufgabe gemacht, große
Stücke,
wie eben den „Faust“, für ein kleines Haus mit kleinem Ensemble
groß zu besetzen. In 90 Minuten soll alles über die Bühne gehen.
Zur Gruppe gehören als Intendant, Regisseur und Haupt-Schauspieler
André
(Andreas Ksienzyk), Heiner (Thorsten Schmidt) und
Hannah.

Ist
es nicht schon schwer genug, ein Stück, das eigentlich 57 Rollen
aufweist, mit drei Personen aufzuführen, fällt auch noch Hannah
wegen einer Schwangerschaft als „Gretchen“ aus.

Da waren sie nur noch zu zweit: André (Andreas Ksienzyk) und Heinar (Thorsten Schmidt) im Hintergrund. Ein amüsanter Schnelldurchgang durch den "Faust". (Foto: © Edi Szekely)
Da waren sie nur noch zu zweit: André (Andreas Ksienzyk) und Heinar (Thorsten Schmidt) im Hintergrund. Ein amüsanter Schnelldurchgang durch den „Faust“. (Foto: © Edi Szekely)

Was
tun? Nun muss Heiner neben den anderen Rollen (zum Beispiel den
Mephisto) auch noch die des Gretchen übernehmen. Sie schlüpfen in
verschiedenste Rollen in den dramatischen Szenen im Ablauf der
Handlung. Immer wieder unterbrechen sie ihre Auftritte durch
Diskussionen zum Ablauf und die Inszenierung im Allgemeinen, und über
die Schwangerschaft von Heiners Freundin Hannah im Besonderen.

Für
die beiden Schauspieler des KJT war es eine große Herausforderungen,
den ständigen Wechsel
der Rollen und der Ebenen
zu bewerkstelligen.
Das war sicherlich auch physisch eine große Belastung.

Andreas
Ksienzyk und Thorsten Schmidt meisterten alles mit Bravour und waren
ein gut eingespieltes Team. Ein Vorteil, kleinere Pannen können
durch Improvisation „eingearbeitet“
werden.

Für
das Publikum war es höchst amüsant , dem rasanten und humorvollen
Treiben zu folgen. Männer in Frauenrollen
zu sehen, sorgt außerdem auch für Humor-Garantie.

Besondere
Effekte peppten
das Ganze
auf, und Einlagen wie zum Beispiel
der Rap am „Hexenkessel“
dürfte auch das jugendliche Publikum ansprechen.

Thorsten
Schmidt konnte zudem sein musikalisches Können an der Ukulele und
der E-Gitarre zeigen.

Der
Spaß am Spiel, auch das mit dem Publikum, war den beiden fleißigen
Akteuren auf der Bühne und darum herum anzumerken.

Informationen
oder Karten für die weiteren
Aufführungen erhalten Sie unter www.theaterdo.de
oder Tel: 0231/ 50 27 222.




Babus Bauchschmerzen auf der Spur im KJT

Als erste Premiere
der neuen Spielzeit wurde im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater
(KJT) am 28.09.2018 „Babus Bauch brummt“ (Eine Schrumpfreise von
Oliver Sproll ab 7 Jahren) aufgeführt.

Dozent und Künstler
Oliver Sproll liebt „Clowns und Masken“. Seinem Stück für das
KJT merkt man diese Vorliebe für den fast etwas naiven Charme
zwischen clowneskem Humor, Lebenslust und Traurigkeit deutlich an. Er
hat die schönen fantasievollen Masken selbst entwickelt. Die
handelnden Hauptpersonen haben die selben weiten Hochwasserhosen mit
Hosenträgern und roten zottigen Wuschel-Perücken auf dem Kopf

Der Plot:

Die Geschwister
(Freunde) Hufda (Jasper Schmitz) und Glowsky (Bettina Zobel) wollen
dem Jüngsten Babu an seinem Geburtstag mit etwas besonderen
überraschen. Sie haben die Idee, ihn zunächst vollkommen zu
ignorieren, und dann wie bei den Geburtstagen in der Familie üblich,
ordentlich durch zu kitzeln.

Der Vierte im Bunde, der kluge Klingso ( Ann-Kathrin Hinz), der als einziger in einem kleinen weißen Schrank zu wohnen scheint, weiß davon erst einmal nichts.

Gesagt und getan.
Babu wird links liegen gelassen, bis er plötzlich fürchterliche
Bauchschmerzen bekommt. Hilflos und betroffen versuchen sie ihm zu
helfen. Mit Hilfe von Klingso und dem großen Buch mit dem Wissen der
Welt gelingt es ihnen, in kürzester Zeit zu schrumpfen und in den
Körper von Babu zu gelangen. Es beginnt eine abenteuerliche Reise
durch die Organe . Sie treffen seltsame Charaktere wie etwa die
Immun-Polizei und andere. Am Ende kommen sie der wahren Ursache für
Babus Bauchweh auf die Spur…

Das Bühnenbild war
mit den drei weißen Betten und dem kleinen weißen Schrank an der
Seite liebevoll gestaltet. Die Organe wie Herz, Lunge, Magen, Nieren,
Leber und Gehirn wurden auf Stellwänden nicht bedrohlich
dargestellt, sondern glitzernd, wie man es etwa von Spielautomaten
kennt.

Eine humorvolle Reise in die Innenwelt des Menschen: Babus Bauch brummt" mit (v.r.n.l.)  Bettina Zobel, Jasper Schmitz, Jan Westphal und Ann-Kathrin Hinz. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Eine humorvolle Reise in die Innenwelt des Menschen: Babus Bauch brummt“ mit (v.r.n.l.) Bettina Zobel, Jasper Schmitz, Jan Westphal und Ann-Kathrin Hinz. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Die
Schauspielerinnen und Schauspieler konnten ihr komödiantische Talent
und Spielfreude voll ausleben. Der Neuzugang Jan Westphal konnte
gleich bei seinem Debüt als Babu neben den alten Hasen Bettina
Zobel, Johanna Weißert , Bianka Lammert, Ann-Kathrin Hinz sowie
Jasper Schmitz voll überzeugen.

Das Geschehen wurde
mit den passenden Geräuschen und Klängen begleitet. Eine
witzig-humorvolle Idee war die „Telefonleitung zum Gehirn“. So
ganz nebenbei erfuhren die kleinen und großen ZuschauerInnen etwas
über die Funktionsweise und Aufgabe der Organe.

Das Eigentliche war
aber die Erkenntnis. Bauchschmerzen haben viele unterschiedliche
Ursachen, und das jede Handlung zwangsläufig gewisse Konsequenzen
nach sich zieht. Es könnte besser sein, erst einmal ein wenig
nachzudenken, bevor man handelt. Eine Aufführung, bei der besonders
die kleinen ZuschauerInnen hörbar ihren Spaß hatten.

Informationen zu
weiteren Aufführungsterminen und Karten unter www.theaterdo.de
oder unter Tel. 0231/ 50 27 222.




Babus Bauch brummt im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater

Als Schauspieler,
Maskenbildner und Clown hat Dozent und Künstler Oliver Sproll
(1971*) schon in vielen freien Produktionen mitgemacht. Nun hat
erstmals für das Dortmunder Kinder- und Jugendtheater (KJT) mit
„Babus Bauch brummt“eine clowneske Schrumpfreise (ab 7 Jahren)
inszeniert. Er hatte nicht nur die Idee zum Stück entwickelt,
sondern auch die Halb-Masken dazu selbst gebaut. Er liebt das
Maskenspiel und die Improvisation. Die Uraufführung ist am 28.
September 2018 um 19:00 Uhr im KJT.

Worum geht es? Die
Geschwister Glowsky, Hufda und Klingso haben sich zum Geburtstag
ihres jüngsten Bruders Babu etwas ganz besonders einfallen lassen.
Sie tun so, als hätten sie diesen Ehrentag vergessen und ignorieren
Babu vollkommen, um ihn dann mit einer riesigen
Geburtstagskitzelattacke zu überraschen. Doch dann bekommt Babu
davon plötzlich fürchterliche Bauchschmerzen. Was tun?

Letztendlich hilft
nur das große Buch mit dem Wissen der Welt. Ruck-Zuck sind die
Geschwister (Freunde) mikroskopisch klein geschrumpft und machen
sich auf Weg in Babus Bauch, um dem Gebrumme auf die Schliche zu
kommen. Eine abenteuerliche Reise in das Innere des Körpers mit
seinen Organen und den Rolle und Zusammenwirken beginnt. Dabei
treffen sie zum Beispiel seltsame Gestalten wie etwa den Polizisten
Immunsky, der sich um eine intakte Immunabwehr kümmert. Am Ende
kommen sie der Ursache für Babus Bauchschmerzen auf die Spur…

Das Ensemble von "Babus Bauch brummt". (v.l.n.r. Bettina Zobel, Jasper Schmitz, Jan Westphal und Ann-Kathrin Hinz). Foto: © Birgit Hupfeld
Das Ensemble von „Babus Bauch brummt“. (v.l.n.r. Bettina Zobel, Jasper Schmitz, Jan Westphal und Ann-Kathrin Hinz). Foto: © Birgit Hupfeld

Ein Stück über die
Bedeutung von Zusammenhalt, aber vor allem ein gutes Beispiel zum
Thema Ursache und Wirkung. Es zeigt mit Humor und ohne erhobenem
pädagogischem Zeigefinger, dass jede Handlung seine Konsequenzen
mit sich bringt.

Das Publikum kann
nicht nur die Premiere eines neuen Stückes erleben, sondern auch das
neue Ensemble-Mitglied des KJT , Jan Westphal in der Rolle des „Babu“
erleben.

Freuen darf es sich,
soviel wurde verraten, zudem auf ein farbenfrohes Bühnenbild.

Karten und Infos für
die Premiere am 28.09.201ß und den anderen Aufführungsterminen
erhalten Sie unter 0231/ 50 27 222 oder www.theaterdo.de
.




Integration, Baby! – ein Videowalk mit „Vogel-Führung“

Wie geht Integration? Welche Ängste und Hoffnungen aber auch Chancen sind damit verbunden?

Kann Kultur dabei eine wichtige Rolle spielen. Diesen Fragen stellten sich das Kinder- und Jugendtheater Dortmund (KJT) in Kooperation mit „pulk fiction“, „Pottfiction“ und dem VMDO (Verbund sozial-kultureller Migrantenvereine DO e.V.) in ihrem neuen Projekt „Integration, Baby!“.

Unter der künstlerischen Leitung von Clara Minckwitz (Regie) und Norman Grotegut (beide von pulk fiktion) entwickelten, filmten und präsentierten Jugendliche mit und ohne Fluchterfahrung sowie Mitglieder des KJT-Ensembles einen einen besonderen Videowalk zur Thematik im Dortmunder Unionviertel. Ars tremonia war am 29.06.2018 mit dabei.

Ausgangspunkt war das Haus der Vielfalt in der Beuthstraße. Zwei Personen gingen jeweils mit einem Tablet und Kopfhörern ausgestattet auf eine interessante Reise. Nach einer Kurzen Einführung ging es los. Das vorproduzierte Videomaterial beschrieb einen Weg, den man zeitgleich parallel zum Film abgehen musste. Geführt wurden die Teilnehmer von einem der Jugendlichen, die als „Wellensittich“ verkleidet gleich selbst als Vogel mit Migrationshintergrund von seinen Erfahrungen berichten konnte. Eine pfiffige Idee der Organisatoren. Auf dem Weg kamen die Teilnehmer an verschiedenen Stationen vorbei, um Halt zu machen. Dort erfuhren sie von geflüchteten Menschen und anderen zumeist jungen Bewohnern der Viertel, von ihren Träumen, aber auch Schwierigkeiten in ihrem persönlichen Leben. Alle realen Personen, auf die man traf, waren sehr freundlich und offen. Einer von ihnen beeindruckte durch ein Zauberkunststück. Nebenbei wurde Hintergrundwissen zu den Fluchtgebieten vermittelt und konnte Einblicke in das Innere einer Moschee gewinnen. Die Ensemble-Mitglieder des KJT gaben Information in die längere Zeit zurückliegende Migration von Menschen aus Polen, Krieg als Hauptgrund für Flucht, und Chancenungleichheit für die Kinder der Migranten im Bildungssystem.

Andreas Ksienzyk erzählt über die polnische Immigration ins Ruhrgebiet. (Foto: Edi Szekely)
Andreas Ksienzyk erzählt über die polnische Immigration ins Ruhrgebiet. (Foto: Edi Szekely)

Videobilder verschränkten sich mit den Live-Szenen und Installationen auf dem Hintergrund des realen, alltäglichen Lebens der Stadt. Inszenierung und Zufall verbanden sich zu einem einmaligen Erlebnis und verwischten Grenzen.

Aufgelockert wurde der Gang zudem mit Musikeinspielungen. So war zum Beispiel das Lied vom Wellensittich als Fremdling unter Spatzen zu hören.

Der liebevoll und kurzweilig aufgebaute Videowalk (ab 14 jahre) dauerte etwa eine Stunde.

Es war ein gute Gelegenheit, sowohl das Viertel etwas besser kennen zu lernen, sowie auf einer niederschwelligen Ebene, wenn auch nur für kurze Zeit, junge Menschen aus anderen Kulturen zu treffen. Nur mit Hilfe solcher Begegnungen kann der Abbau von Ängsten, Verständnis füreinander und am Ende Integration gelingen.

Es zeigte sich aber auch. Sprache ist das wichtigste Mittel für eine erfolgreiche Integration. Alle an diesem Projekt beteiligten jungen Menschen mit Fluchterfahrungen sprachen recht gut deutsch.

Schnell die deutsche Sprache zu lernen und sie auch im Kontakt mit hiesigen deutschsprachigen Personen zu gebrauchen, ist daher von immenser Bedeutung.




Maxim – Sehnsucht nach Akzeptanz und Glück

Mit der Premiere von Anne Leppers Stück „Maxim“ unter der Regie von Andreas Gruhn entführte das Ensemble des Dortmunder Kinder- und Jugendtheater das Publikum am 13.04.2018 in eine traumhafte Entwicklungs-Geschichte. Es geht um Identität, Ausgrenzung, Anmaßung, Anpassung und die Suche nach Liebe und Glück.

Die Außenseiter Mary-Lou (Ann-Kathrin Hinz) und Max (Philip Pelzer) werden in der Schule gemobbt. Mary-Lou ist etwas zu dick und Max spielt als Junge immer noch mit Puppen. Die Ausgrenzung wurde durch Maskierung der Peiniger visuell eindringlich dargestellt. Um einen Ort zu finden, wo sie so sein können wie sie sind, fliegen sie zusammen mit dem jungen Bär (Andreas Ksienzyk) und Hund (Rainer Kleinspel) in einem Express-Ballon zunächst zum Mond. Bär und Hund sorgten für einige komische Momente. Die Reise wurde mit Hilfe einer Leinwand mit kleinem Treppenzugang und drei von der Bühne hängenden durchsichtigen Bällen als Projektionsfläche wurde äußerst fantasievoll genutzt. So entstanden viele bunte assoziative Bilder. Auf dem Mond gibt es keine Gesetzte, keine Regierung oder Erwachsene. Alles scheint wunderbar, und zusammen mit drei schrillen Mondelfen feiern sie eine andauernde Party und tanzen Cha Cha Cha und Boogie Woogie. Die Schauspielerinnen Bianka Lammert, Johanna Weißert und Bettina Zobel hatten als „Mondelfen“ einen nicht nur optisch glamourösen Auftritt mit ihren Glitzer-Outfit im Stil der 1970iger Jahre. So würden sie in jeder Disco aufsehen erregen. Doch die Mondpolizei übt eine Schreckensherrschaft aus. Mondpolizist Thorsten Schmidt überzeugte auch als ehemaliger Schulfreund von Max. Zudem hatte er auch einen besonderen musikalischen Auftritt als David Bowie. Gesungen wurde unter anderem auch von den vier Reisenden in ihrer Erwartung eine umgearbeitete spezielle Version von „Go West“ (Pet Shop Boys).

An der Seite warnen und Winken ab und zu die aus dem Struwwelpeter bekannte Minz (Bianka Lammert) und Maunz (Johanna Weißert) die Katzen.

Die Vier müssen weiter fliehen und finden auch bei der golden glitzernden Sonne (Bettina Zobel) nicht ihr Glück. Die Suche nach dem Sehnsuchtsort muss immer weiter gehen.

Das Stück kommt nicht mit dem erhobenen Zeigefinger und bietet keine fertigen Lösungen.

Zum Schluss wird nur eines klar. Zusammen und mit Freunden geht alles leichter.

Eine gelungene Vorstellung, mit viel Spielfreude und Humor vom Ensemble mit wunderschönen Kostümen auf die Bühne gebracht. Es gab aber auch nachdenklich-poetische Momente. So zum Beispiel, als die unglückliche Mary-Lou (Ann-Kathrin Hinz) ganz leise „Schenk‘ mir doch ein kleines bisschen Liebe“ (Frau Luna, Paul Lincke) singt. Ein großes Kompliment auch an Joeri Burger für die „fetzigen“ Choreografien.

Informationen über weitere Aufführungstermine erhalten sie wie üblich unter =231/ 50 27 222 oder www.theaterdo.de




Benefiz-Abend – Dortmunder Künstler für ein Kinderhospiz

Das hiesige Kinder-und Jugendtheater (KJT) lädt am 28.04.2018 um 19:00 Uhr zusammen mit dem Lions-Club Dortmund-Fluxa zu einem besonderen Benefiz-Abend ein. Gemeinsam soll das geplante Kinderhospiz der Elisabeth Grümer Hospiz-Stiftung unterstützt werden. Die Einnahmen des Abends sollen in die Erbauung des erste Kinderhospiz und NRW einfließen.

Beim Pressegespräch war Frau Grümer anwesend und berichtet von dem ambitionierten Projekt. Das geplante Betreuungskonzept der Kinder wird in dieser Form einzigartig im Ruhrgebiet sein. Das geplante Kinderhospiz soll seinen Standort in Westrich (Grenze Castrop-Rauxel) haben. Dort befindet sich zur Zeit schon ein Hospiz (Erwachsene). Es soll im Erdgeschoss neun Betten für die Betroffenen zur Verfügung stellen, sechs davon zur Tages-und Nachtpflege. Neben einem zentralen Lichtraum sind noch weitere Räume vorgesehen. Das sind etwa Klang- oder Aroma-Räume oder es werden andere Möglichkeiten zum ruhigen Abschied nehmen, aber auch zum Spielen und Lachen geboten. In der ersten Etage soll es drei geräumige Zimmer als Übernachtungsmöglichkeit für Familienangehörige geben, die komplett durch Spenden finanziert werden müssen. Es wir im Haus gekocht und die Wäsche gewaschen. Es soll ein „Haus des Lebens“ sein. Es ist der Stiftung wichtig, dass dieses Hospiz eine Stätte der Begegnung wird, wo die sterbenden Kinder hinkommen, um zu leben. Es ist dabei egal, wie lange das Leben letztendlich dauert. Wichtig ist, dass die Eltern und Geschwister einmal etwas verschnaufen können und die Kinder gut untergebracht und liebevoll pflegerisch betreut und palliativ versorgt werden. Für das Wohlbefinden ist ein Streichelzoo und der geplante angeschlossene Garten von wesentlicher Bedeutung. Wie Frau Grümer erklärte, soll dieser von Dortmunder Schülerinnen und Schüler, sozusagen von Kindern für Kinder, nach ihren Vorstellungen gestaltet werden.

Auch das Oryctes Quartett wird beim Benefiz-Abend für das Kinderhospiz spielen.
Auch das Oryctes Quartett wird beim Benefiz-Abend für das Kinderhospiz spielen.

Das ganze Unterfangen wird 3.000.000 Euro kosten. Die jährlich anfallenden Koste für Personal, Transporte und sonstiges werden sich etwa auf 1,5 Millionen belaufen. Nicht alle Kosten werden von den Krankenkassen übernommen. So ist die Stiftung auf Spenden oder sonstige Förderungen (etwa Förderverein) angewiesen. Die Akzeptanz und das Interesse in der Bevölkerung ist erfreulich groß.

Einen „kleinen Schub“ soll jetzt der Benefiz-Abend geben. Bekannte Künstler wie die beliebte Solotänzerin und Choreographin Monica Fotescu-Uta werden auf der Bühne zu sehen sein. Das Ensemble des KJT präsentiert einen Ausschnitt aus dem „Sommernachtstraum“ von Shakespeare, und das Streichquartett der Dortmunder Philharmoniker spielt auf. „Die Tortugas“ der Dortmunder Oper zeigen Ausschnitte aus „Linie 1“ mitsamt einer Live-Band.

Mit zwei Szenen aus der „Hauptmann von Köpenick“ sind die Schauspieler Claus-Dieter Clausnitzer, Jürgen Mikol und Andreas Weißert mit dabei. Freuen kann man sich auf die Mezzosopranistin am Theater Bielefeld, Hasti Molavian. In Dortmund zuletzt bei „Einstein on the Beach“ zu erleben.

Die Gala wird von dem Journalisten und Kabarettisten Stefan Keim moderiert.

Die Karten kosten 39.- Euro.

Der Vorverkauf hat schon begonnen: Reservierungen möglich über brief@lions-dortmund-fluxa.de oder auch über 0231-50 27 222 oder www.theaterdo.de.




Maxim – Suche nach Glück und Identität

Das Dortmunder Kinder- und Jugendtheater (KJT) zeigt am Freitag, den 13.04.2018 in einer Uraufführung das Stück „Maxim“ von Anne Lepper unter der Regie von Andreas Gruhn (Leiter KJT).

Es ist das erste Kinderstück der 2017 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis geehrten Anne Lepper und wendet sich vor allem an die Altersgruppe zwischen 9 und 12 Jahren. Da beginnen die Kinder ihre Identität zu entwickeln und sich von den anderen abzugrenzen. Es ist auch oft eine Zeit, in der einzelne als „Außenseiter“ deklarierte Kinder in der Schule gemobbt werden. Da setzt die Geschichte an. Wie Andreas Gruhn erklärte, kann das Publikum die Figuren in dieser Inszenierung auf der Reise zwischen Kindheit und Jugend begleiten.

Bei Maxim geht es um folgendes: Max spielt gerne mit Puppen, Mary-Lou ist etwas zu dick. Das macht sie zu Außenseitern und von den Eltern fühlen sie sich wohl unverstanden. Zusammen mit Hund und Bär hauen sie von zu Hause ab und fliegen mit einem Ballon zum Mond. Sie sind von der Sehnsucht nach einem Land getrieben, wo sie einfach so sein können, wie sie sind. Auf dem Mond gibt es keine Regierung, keine Erwachsenen und und keine Gesetze. Alles scheint gut. Wäre da nicht die „Mondpolizei“, die eine Schreckensherrschaft ausübt. So geht die traumhaft und surreal wirkende Reise weiter…

Lepper ist bekannt für ihre vielschichtigen Stücke. Es gibt immer verschiedene Deutungsebenen.

Sie benutzt viele Zitate aus philosophischen und historischen Texten. Die Protagonisten begegnen einigen bekannten Figuren wie etwa „Frau Luna“ oder die Katzen Minz und Mauz aus dem Struwwelpeter (Heinrich Hoffmann).

Neben den Kostümen und Masken spielt auch Musik (teils live) und Tanz eine Rolle bei dieser „traumhaften“ Odyssee.

Das Ensemble des KJT hat viel Spaß bei Maxim: (v.l.n.r.) Philip Pelzer, Bianka Lammert, Bettina Zobel und Johanna Weißert. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Das Ensemble des KJT hat viel Spaß bei Maxim: (v.l.n.r.) Philip Pelzer, Bianka Lammert, Bettina Zobel und Johanna Weißert. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Das gesamte KJT-Ensemble mit sechs SchauspielerInnen ist bei dem Stück beteiligt und schlüpfen außen den Protagonisten Max (Philip Pelzer) und Mary-Lou (Ann-Kathrin Hinz) in verschiedene Rollen.

Es wird neben aufwühlenden auch manch poetische Moment geben, so Gruhn.

Ein Stück zu den wichtigen Themen Identität, Ausgrenzung, Anmaßung, Anpassung und die Suche nach dem Glück.

Für die Premiere am 13.04.2018 um 19:00 Uhr gibt es noch Restkarten.  Weitere Vorstellungstermine: Sonntag, den 15.04.2018 um 16:00 und dann am Mittwoch, den 02.05.2018 um 11:00 Uhr sowie am Sonntag, den 06.05.2018 um 16:30 Uhr.

Karten und Infos unter 0231/ 50 27 222 oder www.theaterdo.de




Der schwierige Weg der Selbstfindung

Am 23.02.2018 konnte das Publikum die Premiere der Stückentwicklung „Wertvoll – am besten bist du als du selbst“ unter der Regie von Johanna Weißert und Klaus Fehling im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater (KJT) erleben.

Es wird dort die problematische Selbstfindung junger Menschen in einer Welt mit starken Druck zur „Selbstoptimierung“ und Beeinflussung durch moderne digitale Medien wie etwa „Youtube“. Um im Leben erfolgreich zu sein, wird von klein an alles „geplant“ und diesem Ziel untergeordnet. Genug „Unterstützung“ gibt es von „Helikopter-Eltern“ und wenn man es sich leisten kann, einem professionellem „Coach“. Was zählt ist Geld und die Wirkung nach außen, mehr Schein als Sein.

Als ein Ergebnis solcher Einflüsse steht der erwachsene Alexander auf der leeren Bühne. Er wollte doch nur wertgeschätzt und als er selbst akzeptiert werden und hat alle „Erwartungen“ erfüllt.

Rückblickend erfährt das Publikum die Lebensgeschichte eines jungen Menschen, der zu Beginn als gedankenloser Gaffer eines schweren Unfalls zusammen mit anderen Fotos vom Ort des Geschehens postet.

Schon als Kleinkind wird Alexander von seine Helikopter-Eltern seine Zukunft geplant. Natürlich wird dem „kleinen Prinz“ jeder Wunsch von den Augen abgelesen und alle Schwierigkeiten aus dem Weg geräumt. Seine kleine Freundin von frühen Kindertagen Gretchen dagegen erkämpft sich ihren Weg und erkundet die Welt mit Neugierde. Sie hat eine große Sehnsucht nach dem weiten Meer und nach Freundschaft und sendet ihre Wünsche an eine imaginäre Macht im Weltall. Ihr zu Seite steht der im Leben abgestürzte Hubert.

Für Alexander geht alles scheinbar den gewünschten Gang. Der erste Schultag, Abitur und später ein profitabler Beruf als Versicherungsmakler und die Heirat mit dem „Youtube“-Star Miriam Miracle, obwohl er eigentlich Gretchen liebt.. Auf seinen seinen ehemaligen Schulkameraden Tom blickt er herab, der ja nur als Rettungs-Assistent arbeitet.

Erst spät wird er wach und und erkennt das Wesentliche…

Alexander (Thorsten Schmidt) wird von seinen Eltern (Bianka Lammert und Andreas Ksienzyk) gepampert bis sein Ego riesig wird. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Alexander (Thorsten Schmidt) wird von seinen Eltern (Bianka Lammert
und Andreas Ksienzyk) gepampert bis sein Ego riesig wird. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Eine geniale Idee für das assoziative Stück war der Einsatz einer riesigen weißen, aufblasbaren Figur auf der Bühne als Sinnbild des riesigen aufgeblasenen Egos für die Entwicklung von Alexander als einem jungen Menschen, der mehr aus Luft als aus einem Kern zu bestehen scheint. Eine passende musikalische Untermalung unterstützte das Geschehen auf der Bühne.

Ein großes Kompliment an die fünf SchauspielerInnen. Sie bewiesen große Wandlungsfähigkeit. Thorsten Schmidt als Alexander und Ann-Kathrin Hinz als Gretchen spielten ihre Charaktere in den verschiedenen Altersstufen humorvoll und glaubwürdig. Die komischen Moment kamen trotz aller Ernsthaftigkeit nicht zu kurz. Bianka Lammert überzeugte vor allem als Helikopter-Mutter und als „Youtube“-Star, Andreas Ksienzyk als Alexanders Vater, Hubert, Pfarrer und Schuldirektor und Philip Pelzer als Gretchens Vater und dem bodenständigen Tom.

Ein gleichermaßen unterhaltsamer wie nachdenklich machender Theaterabend im KJT.

Weitere Informationen und Aufführungstermine unter 0231/ 50 27 222 oder www.theaterdo.de