Emil und die Detektive – Kästners Klassiker als Solo

Ein außergewöhnliches Stück feiert am 18. Mai 2019 im Kinder- und Jugendtheater Dortmund (KJT) seine Premiere. Aufgeführt wird „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner, aber es wird nur ein Schauspieler auf der Bühne stehen und der ist niemand anderes als Andreas Gruhn, der Leiter des KJT. Der Enkel von „Gustav mit der Hupe“ erzählt die Gesichte, wie er sie von Opa erzählt bekam. Daher auch der Untertitel „Ein Solo für Gustav“.

Der Roman für
Kinder von Kästner aus dem Jahre 1929 ist sicher einer der
bekanntesten Detektivgeschichten für Kinder. Zur Handlung: Der
12-jährige Emil Tischbein fährt nach Berlin, um seiner Oma 140 Mark
zu übergeben. Während der Fahrt wird ihm das Geld von einem
gewissen Herrn Grundeis gestohlen. Emil kann ihn aber vom Bahnhof Zoo
verfolgen. Dabei trifft er auf Gustav mit der Hupe mit ihm und seinen
Freunden können sie den Mann so lange verfolgen und vor einer Bank
stellen und der Polizei übergeben. Die stellt fest, dass der Herr
„Grundeis“ verschiedene Namen hat und ein gesuchter Bankräuber
ist.

Passend zum Stück wird viel ,Berliner Lokalkolorit zu sehen sein. Andreas Gruhn als "Gustav mit der Hupe". (Foto:© Birgit Hupfeld)
Passend zum Stück wird viel ,Berliner Lokalkolorit zu sehen sein. Andreas Gruhn als „Gustav mit der Hupe“. (Foto:© Birgit Hupfeld)

Kästners „Emil
und die Detektive“ ist ein Buch, bei der die Kinder auch einen sehr
aktiven Part einnehmen und die Geschichte ohne Lösung der
Erwachsenen auskommt. Doch der Roman hat noch einen anderen Aspekt,
denn es ist auch ein Zeitdokument. Es spielt im Berlin der
ausgehenden 20er Jahre und beinhaltet sehr viel Lokalkolorit. Daher
ist es nicht verwunderlich, wenn Gruhn sagt, dass „Berlin die
zweite Hauptrolle spielt“, schließlich ist er ja auch in der
Gegend aufgewachsen, in der „Emil und die Detektive“ spielt.

Die Monologfassung
hat Bettina Zobel, Ensemblemitglied im KJT verfasst, es ist zwar
nicht ihr erstes selbst verfasstes Stück, aber das erste für ihren
„Chef“, der nach zwanzig Jahren wieder auf der Bühne steht. Der
besondere Kniff von Zobels Fassung ist, dass die Geschichte aus Sicht
von Gustav mit der Hupe erzählt wird oder besser gesagt, was der Opa
Gustav seinem Enkel Gustav über die spannende Detektivgeschichte
erzählt hat. Gruhn wird in der Fassung mehrere Rollen
interpretieren, schließlich macht ja die große Gruppe Kinder den
Räuber nervös.

Das Stück wird in
dieser Spielzeit noch zehnmal aufgeführt, es wird aber auch in der
nächsten Spielzeit fortgesetzt.

Termine und Infos
finden Sie unter www.theaterdo.de




KJT Dortmund – viel Fantasie bei „Agent im Spiel“

Das Dortmunder
Kinder- und Jugendtheater (KJT) hat sich mit der Premiere von „Agent
im Spiel“ (ab 9 Jahren) des kanadischen Autors David S. Craig unter
der Regie von Johanna Weißert am 05.04.2019 einem sensiblen und
brisanten Themenkomplex gewidmet.

Es geht um
Arbeitslosigkeit und ihre Folgen für gerade die betroffenen Kinder.
Aber auch um die Zerrissenheit von Scheidungskindern. Wie können die
Kinder damit umgehen? Da spielen Scham und Verdrängung eine große
Rolle.

Der Protagonist des
Stücks ist (der 10-11-jährige) Dani, der mit seiner allein
erziehende Mutter Luise (Web-Designerin) immer wieder umziehen muss.
Diese verliert immer wieder ihren Job und Partner und Geld kommen ihr
schnell abhanden. Dani findet seinen eigenen Umgang mit der prekären
Situation, indem er sich mit viel Fantasie und Widerstandskraft in
eine „Agenten-Welt“ als eine Art James Bond flüchtet. Da er ohne
den vermeintlich in Bayern bei der Bergwacht arbeitenden Vater
auskommen muss, fühlt er sich für seine liebevolle Mutter
verantwortlich. Er verwaltet sogar das wenige Geld. Jan Westphal
spielt den Dani mit all seiner Fantasie und Kreativität, aber auch
mit seiner Sehnsucht nach dem Vater stark und eindringlich.

Seine Mutter wird
mit viel Herzblut von Bianka Lammert dargestellt. Sie will das Beste
für ihr Kind und kümmert sich um einen neuen Job in einem Imbiss.

Melanie (Ann-Kathrin Hinz), Mehmet (Denis Wiencke) und Dani (Jan Westphal) entwickeln langsam eine Freundschaft. (Foto: ©Birgit Hupfeld)
Melanie (Ann-Kathrin Hinz), Mehmet (Denis Wiencke) und Dani (Jan Westphal) entwickeln langsam eine Freundschaft. (Foto: ©Birgit Hupfeld)

Dani ist
kommunikativ und findet schnell neue Freunde, so auch im neuen
„Zielort“ Rotbuchenstraße 92 K (K für Keller). Er trifft in der
Nachbarschaft auf Mehmet, der dem Erwartungsdruck seines arbeitslosen
Vaters nicht gerecht werden kann, und Melanie, die zwischen ihren
getrennten Eltern hin- und hergerissen ist. Diese kommunizieren
ausschließlich über die Tochter miteinander. Die hat sogar ein
„Mama-Handy“ und ein „Papa-Handy“.

Gastschauspieler
Denis Wiencke spielt den verunsicherten Mehmet mit viel Sinn für
Humor. Außerdem sorgte für Live-Musik und Loops, die passend zu den
unterschiedlichsten Situationen von allen Beteiligten eingesetzt
werden konnten.

Ann-Kathrin Hinz
ging in ihrer Rolle als Melanie, die „Jungs eigentlich blöd
findet“ und „zwischen den Stühlen“ der Eltern leidet auf.

Zwischen den drei
Kinder entwickel sich nach anfänglichen Schwierigkeiten eine
Freundschaft und Dani bezieht die beiden anderen Kinder geschickt und
erfolgreich in sein fantasievolles Rollenspiel ein. Nach und nach
bröckeln die Fassaden und die traurigen Realitäten der Kinder
werden untereinander offenbart. Mit viel Kreativität gehen sie ihre
Probleme an. Da wird zum Beispiel bei Mehmet mit verschiedenen
Gegenständen so getan, als würde man ihm einen „Gehirnknoten“
herausoperieren. Dieser steht symbolisch für den Druck des Vaters,
der Mehmet blockiert.

Auch bei der
Bühnengestaltung spielte Fantasie eine riesige Rolle. Schon beim
Einlass konnte das Publikum die gestalteten beiden weißen
durchscheinenden Leinwände (Folie) bestaunen. Sie waren schon
liebevoll mit Straßenlaternen und am Boden mit einem „Hundehaufen“
und Ratten bemalt. Alle anderen Dinge, wie etwa Klingel, Türnummern,
und anderes wurden live vor dem Publikum aufgemalt oder
ausgeschnitten.

Als auffallende
Gegenstände auf der Bühne nur eine Mülltonne und eine Schubkarre
in das Geschehen eingebunden.

Gearbeitet wurde
zudem mit Licht und Schattenspielen als fantasievolle Metaebene.

Interessant, das
Mehmets Vater nur wie ein grunzender „Drache“ zu hören war.

Trotz der
nachdenklich-traurigen Momente gibt es bei der Aufführung viel zu
Lachen. Besonders lustig war ein „Fußballspiel ohne Ball“ und
Toren der Kinder.

Eine Inszenierung
zwischen Spielfreude, Einfallsreichtum und ernsthaften Momenten der
Realität.

So bewundernswert
der Umgang der Kinder mit ihren schwierigen Verhältnissen ist:

Kinder sollten nicht
für die Probleme der Erwachsenen verantwortlich sein.

Sie haben es alle
(ob arm oder reich) verdient, geschützt aufzuwachsen und in ihrer
Persönlichkeit gefördert zu werden.

Informationen über
weitere Aufführungen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de
oder Tel.: 0231/ 50 27 222




Theaterstück um Fantasie und Freundschaft in prekärer Situation

Mit dem Stück
„Agent im Spiel“ (2004 für den Deutschen Kindertheaterpreis
nominiert) vom kanadischen Autor David S. Craig steht im Dortmunder
Kinder und Jugendtheater unter Johanna Weißerts Regie ein aktuell
brisanter Stoff auf dem Programm. Es geht um Kinderarmut, schwierige
Verhältnisse in verschiedenen Familienkonstellationen sowie dem
fantasievoll-kreativen Umgang der betroffenen Kinder mit der
Situation. Dabei spielt Freundschaft, so Weißert, eine wesentliche
Rolle.

Allein in Dortmund
lebt jedes dritte Kind unterhalb der Armutsgrenze! Das im
eigentlich„reichen Deutschland“.

Der Protagonist Dani
(10 bis 11 Jahre), gespielt von Jan Westphal, muss mit seiner
alleinerziehenden aber sehr herzliche Mutter (Bianka Lammert) ständig
umziehen. Sie verliert regelmäßig Jobs und Partner. Nach außen hin
mimt der Junge mit der großen Widerstandskraft den coolen Game
Agenten. Er ist kontaktfreudig und findet immer schnell neue Freunde,
die er in seine fantasievollen Rollenspiele einbindet und so
schwierige Situationen meistert.

Sein neuer Zielort
ist Rotbuchenstraße 92K. K steht für Keller.

Schnell findet er
auch am neuen Ort Freunde. Da ist einmal Melanie (Ann-Kathrin Hinz),
die es zwischen dem Mama-Handy und dem Papa-Handy ihrer geschiedenen
Eltern zerreißt. Beide reden nur noch über die Tochter miteinander.
Dann gibt es noch Mehmet (Gastschauspieler Denis Wiencke), der dem
Erwartungsdruck seines arbeitslosen Vaters nicht gerecht werden kann.

Mit viel Fantasie
und Kreativität bewältigen sie vom Schulhof bis nach Hause jede
Situation…

Die Realität spielt
immer eine Rolle und die Probleme werden von den Kindern nicht unter
den Teppich gekehrt. Sie versuchen, so gut es geht, diese mit der
Kraft der Freundschaft und Fantasie anzugehen.

Mehmet (Denis Wiencke), Melanie (Ann-Kathrin Hinz) und Dani (Jan Westphal) versuchen ihr Leben in prekären Umständen zu meistern. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Mehmet (Denis Wiencke), Melanie (Ann-Kathrin Hinz) und Dani (Jan Westphal) versuchen ihr Leben in prekären Umständen zu meistern. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Es ist natürlich
klar, dass auch die Fantasie ihre Grenzen hat und nicht allein eine
„heile Welt“ schafft. Als eine sogenannte Doppelung wird auch bei
der Gestaltung des Bühnenbildes der Aspekt der Fantasie eingebracht.

Die beteiligten
Personen werden live vor sowie während der Vorstellung die
verschiedenen Handlungsräume (Schule, Wohnung, Krankenhaus u.s.w.)
mit verschiedene künstlerischen Mitteln (etwa Klebestreifen,
Sprühdosen und mehr) vor dem Publikum gestalten.

Musik wird eine
wichtige Funktion einnehmen. Live gespielt mit Gitarre und für den
Gebrauch als Loop für bestimmte Situationen.

Indirekt wird auch
das Thema Kinderrechte angesprochen. Das passt genau zu der vor
dreißig Jahren von der Generalversammlung der Vereinten Nationen
verabschiedeten UN-Konvention über die Rechte der Kinder (20.
November 1989). Diese hatten alle Staaten außer der USA und Somalia
unterzeichnet.

Es ist aber vor
allem ein lebhaftes und packendes Kinderstück (ab 9 Jahre) um
Freundschaft, Solidarität und Zusammenhalt mit einem teilweise
versöhnlichem Ende.

Die Premiere von
„Agent im Spiel“ findet am Freitag, den 05.04.2019 um 19.00 Uhr
im KJT statt.

Informationen hierfür und zu den weiteren Terminen (zum Beispiel am 07.04.2019 um 16:00 Uhr oder am 30.04.2019 um 11:00 Uhr) erhalten Sie wie immer unter: www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/50 27 222.




Kooperation zwischen FABIDO Familienzentrum und KJT Dortmund

Das Kinder- und
Jugendtheater Dortmund (KJT) und das FABIDO Familienzentrum am
Ostpark präsentierten mit „Der Morgengesang“ am 22.03.2019 das
Ergebnis ihrer seit der Spielzeit 2018/2019 besiegelten Kooperation.
Sechzehn Kinder im Alter von 5–6 Jahren studierten die kleine
Theateraufführung unter der Leitung der Kulturpädagogin des KJT
Manuela Wenz innerhalb einer Woche ein. Sie schlüpften mit viel Spaß
und Engagement in die Rollen von Vögeln und Fledermäusen und singen
um die Wette, um die Sonne zu wecken. Anfangs gibt es noch ein
Gerangel darum, wer es schafft, die Sonne heraus zu locken. Später
arbeitet man gemeinsam an der Aufgabe.

Die Kinder und ihre
drei (erwachsenen) Helferinnen spielten nicht nur mit Freude, sondern
malten und bastelten auch an den Vögeln, die an einem Baum an einem
Vorhang gehängt wurden. Geräusche und Naturklänge spielten
natürlich eine wesentliche Rolle.

Nacht und Sonnenaufgang wurden mit der Hilfe von herunter und hoch gelassenen Rollos simuliert. Immer wenn die Sonne
zum Vorschein kam, erklang die Titelmusik von „Vom Winde verweht“.

Sie alle
vermittelten die Spielfreude auf das Publikum, ob bei den stolzen
Eltern oder der anwesenden Kindergruppe.

Finanziert wurde
Kooperation nach einem Ratsbeschluss vom 07.07.2016 aus Geldern der
Kapitalrücklagen des Streikes der beschäftigten im Sozial- und
Erziehungsdienst. Verwendet sollten diese für
qualitätsunterstützende Maßnahmen in den FABIDO
Kindertageseinrichtungen.

Die Kinder und die erwachsenen Helferinnen hatten viel Spaß beim "Morgengesang".
Die Kinder und die erwachsenen Helferinnen hatten viel Spaß beim „Morgengesang“.

Konkret gefördert
werden damit Projekte und Maßnahmen für die Kinder im
musisch-ästhetischen (Musik, Kunst, Theater) sowie im ökologischen
Bereich.

Am Ende wurde ein
Interview mit den Kindern abgespielt. Sie wurden zu ihren
Vorstellungen, warum die Sonne aufgeht und am Abend „verschwindet“
befragt.

Mit ihren Antworten
bewiesen die Kinder viel Fantasie.

Mal sehen, ob sich
die jungen „Nachwuchsschauspieler“ später einmal für eine
Schauspiel-Karriere entscheiden oder sich eventuell für den
Umweltschutz engagieren.




Gemeinsam – oder Alle gegen Alle

Die
letzten Wochen vorm Abitur sind für viele SchülerInnen die
anstrengendsten Tage der Schulzeit. Die neue Produktion „Klatschen“
des Jugendclub 15+ im Kinder- und Jugendtheater (KJT) beschäftigt
sich mit diesem aufregenden Zeitraum. Unter der Regie von Isabel
Stahl und Lioba Sombetzki setzten die Laienschauspieler die Vorlage
von Tina Müller und Corinne Maler sehr überzeugend um. Erstmals
besteht die Schauspielergruppe aus Jugendlichen unterschiedlichster
Herkunft. Sie sind im Alter von 16 bis 24 Jahren und bringen ihre
sehr unterschiedlichen Erfahrungen mit in die Geschichte ein.

In
verschiedenen Spielsequenzen durchleben elf SchülerInnen zahlreiche
Herausforderungen und schwierige Situationen die sich aus dem Druck
des nahen Abschlusses und dem Ende der Schulzeit ergeben. Willkommen
in der Zukunft. Die Rollen ändern sich, aus Freunden werden Gegner,
Gespräche auf dem Schulhof enden in Streit und Auseinandersetzung.
Jeder versucht sich zu positionieren und ist sich selbst der Nächste.
Den SchülerInnen dämmert, dass die Zeit nach der Schule
konfliktreicher werden könnte, als sie es bisher kannten. Verweigern
oder anpassen? Die Rolle muss jeder für sich selbst ergründen. In
vorauseilendem Gehorsam passen sich einige an und fahren die Ellbogen
aus um sich einen guten Platz in der Gesellschaft zu erkämpfen.

Langsam
erschließt sich für den Zuschauer die Ursache der ständig
steigenden Spannung und Auseinandersetzung. In einer Kunststunde
rebellierte die Klasse gegen die auferlegte Schweigestunde, die eine
überforderte Lehrerin angeordnet hatte. Als letzte Rettung drohte
diese mit schlechten Noten. Die SchülerInnen drängten die Lehrerin
gemeinsam hinter die Klassenzimmertür und „klatschten“ sie
praktisch an die Wand. Dabei wurde sie schwer verletzt.

In
der ohnehin angespannten Abitursituation verschärft diese Aktion
noch die Konflikte des Jahrgangs.

Das
Ensemble begeistert durch Wortwitz, mit einzelnen überzogen in Slang
gesprochenen Szenen. „Krass“ und „voll krass“ ist praktisch
jedes zweite Wort in den Gesprächen eines Schülertrios, das die
Pausen regelmäßig an der Tischtennisplatte verbringen. Neid,
Eifersucht, Versagensangst, Leistungsdruck – der aufgestaute Stress
der SchülerInnen wird in der einstündigen Aufführung deutlich.

Noch scheinen sie alle gemeinsam zu arbeiten, doch die Ängste und der Druck sind enorm. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Noch scheinen sie alle gemeinsam zu arbeiten, doch die Ängste und der Druck sind enorm. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Eine
Schülerin schreckt nicht vor einem Erpressungsversuch der
Geschichtslehrerin zurück, um ihre Abiturnote zu retten. Ein Schüler
kämpft mit großen Zweifeln, ob er überhaupt zum Abitur antreten
soll, da er sich keine große Chance ausrechnet.

Eine
Verbindung der einzelnen Spielszenen bilden kurze Tanzchoreografien
mit unterschiedlichster Musik aus der Konserve. Mal strahlen die
Tanzeinlagen Konformität und Routine aus, mal sind sie aggressiv und
spannungsgeladen. In der letzten Szene trägt ein Schüler einen
Vogelkopf, als Symbol die Flügel auszubreiten und Fliegen zu lernen.

Die
Kostüme sind einheitlich weiß mit wenigen schwarzen Akzenten. Nur
durch verschieden farbigen bunten Socken wird die Uniformität etwas
aufgebrochen. Mit großer Spielfreude und Energie schlüpften die
Jugendlichen in die einzelnen Rollen und lassen die einstündige
Spielzeit schnell vergehen.

Das
Publikum belohnte die Darsteller mit ausgiebigem Applaus.




Theaterstück um Leistungs- und Konkurrenzdruck unter Abiturienten

Unter dem
vieldeutigen Titel „Klatschen“ findet am Samstag, den 09.03.2019
die Uraufführung des gemeinsam mit SchülerInnen entwickelte
gleichnamigen Textbuchs von Tina Müller und Corinne Maier auf der
Bühne des Dortmunder Kinder- und Jugendtheater (KJT) statt.

Diese Vorlage haben
sich elf Jugendliche und Erwachsene zwischen 16 und 24 Jahren, mit
unterschiedlicher Herkunft und Hintergrund als Jugendclubproduktion
unter der Regie von Isabel Stahl & Lioba Sombetzki in den letzten
Monaten vorgenommen.

Die Grundsituation ist folgende: Elf SchülerInnen eines Gymnasiums in der aufgeladenen Situation kurz vor dem Abitur. Jeder von ihnen ist interessiert, seine Chancen auf einen lukrativen, prestigeträchtigen Job mit besten Noten zu bewahren. Jeder ist sich selbst der Nächste, der Druck steigt ins Unermessliche und aus Freunden werden Feinde. Ein Vorgeschmack auf die Zukunft in einer kapitalistischen Gesellschaft. Verweigern oder anpassen?

Es gibt keine
stringente Handlung, sondern es werden wie in einzelnen
Blitzlicht-Momentaufnahmen nach der Vorlage SchülerInnen in
verschiedenen Konstellationen beleuchtet.

Ähnlich wie auf
einem Schulhof, wechseln die Blickwinkel. Da wird wie im echten Leben
geklatscht und diskutiert. Die Bühne wird zu einem abstrakten
Transitort, wo alle „Wartende“, die irgendwo hin wollen sind.

Gemeinschaft oder Alle gegen Alle? Die Mitglieder des Jugendclubs bei der Probe von "Klatschen". (Foto: © Birgit Hupfeld)
Gemeinschaft oder Alle gegen Alle? Die Mitglieder des Jugendclubs bei der Probe von „Klatschen“. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Die Geschichte im
Vorfeld wird erst durch die Gespräche der SchülerInnen deutlich.
Sie hatten in einer Kunststunde rebelliert (Schweigestunde), und die
überforderte Lehrerin drohte ihnen mit einer schlechten Note für
alle. Daraufhin eskalierte die Situation, und die Kunstlehrerin wurde
von allen gemeinsam zwischen Tür und Wand „geklatscht“ und
schwer verletzt. Das erhöht die Aufregung und bietet noch mehr
Zündstoff und Diskussionsbedarf.

Wie vorab verraten
wurde, wird bei der Inszenierung auch mit Wiederholungen von
bestimmten, bei jugendlichen häufig vorkommenden Sprachbegriffen
gearbeitet. Außerdem wurde zusammen mit den jungen
Amateur-SchauspielerInnen viele Tanzchoreografien ein geübt. Musik
aus der Konserve wird den passenden atmosphärischen Hintergrund
bilden.

Die Kostüme sind
einheitlich uniform. Das zeigt ihre kollektive Konformität, hinter
der sich ihr individueller Charakter verbirgt.

Erschwerend für die
gemeinsame Arbeit an der Jugendproduktion war die unterschiedlichen
Voraussetzungen der teilnehmenden jungen Akteure. Eine davon steht
selbst mitten im Abiturstress, andere studieren schon, oder der
Jüngste ist mit 16 Jahren noch etwas vom Abitur entfernt. Zudem gab
es da ja auch noch die kulturellen Unterschiede bei den Beteiligten.
Einige hatten schon Schauspielerfahrungen, andere nicht. Außerdem
gab es zwischendurch auch eine gewisse Fluktuation unter den
Teilnehmern der Produktion. Einige waren durch ihre anstehende
Abiturprüfung so eingespannt, dass sie frühzeitig ausgestiegen
sind.

Die verbliebenen
haben sich letztendlich gut zusammen gerauft, so die beiden
Regisseurinnen.

Die intensive
Aufführung wird etwa eine Stunde dauern.

Uraufführung:
09.03.2019 um 19:00 Uhr im KJT Sckellstraße

Karten & Infos
zur Premiere und weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer
unter www.theaterdo.de oder
Tel.: 0231/ 50 27 222




Der Sandmann – und die düsteren Dämonen

Die Uraufführung
von E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“ (ab 16 Jahren) in der
Inszenierung von Andreas Gruhn (Direktor des Kinder und Jugendtheater
Dortmund) im KJT am Freitag, den 22.02.2019 war ein eindringliches
Erlebnis für das Publikum. Die schaurige Erzählung um den
traumatisierten jungen Studenten Nathanael, der immer mehr in den
Wahnsinn driftet, wurde mit den modernen Mittel aber eng an der
Textvorlage vermittelt. Ein exemplarisches Stück aus dem Zeitalter
der der schwarzen Romantik.

Es war ein
gelungenes Zusammenspiel von atmosphärisch verstärkenden
Videoinstallationen, Musik und Klangbegleitung, gezieltem Einsatz der
Beleuchtung sowie dem eindrucksvollen Spiel der Schauspielerinnen und
Schauspieler des KJT-Ensembles.

Die Bühne wurde zu
einer dunklen, klaustrophobischen Umgebung mit dunklem Mobiliar und
geheimnisvoll verschlossener Doppeltür gestaltet. Hitchcock, Murnau
oder wahrscheinlich auch E.T.A. Hoffmann hätten ihre wahre Freude
gehabt.

Das Publikum sieht
die Geschichte zunächst mit den Augen des Nathanael. Die Rolle des
Protagonisten war eine große Herausforderung für den Schauspieler
Thorsten Schmidt, die er mit Bravour meisterte. Zur Vermittlung
seines Traumas aus der Kindheit, wurde ihm eine Kinderpuppe zur Seite
gestellt und symbolisiert auch die Macht dieses Traumas auf den
Protagonisten. Seine Mutter (Bettina Zobel) nutzt das Schauermärchen
vom ominösen „Sandmann“, um ihn zum einschlafen zu bringen.
Selbst verabscheut sie eigentlich das Märchen. Sensibel wurde sie
von Bettina Zobel gespielt. Dieser böse Mann kommt angeblich zu
Kindern, die nicht schlafen wollen, und streut ihnen eine große
Menge Sand in die Augen, um sie ihnen heraus zu reißen und für
seine Kinder zu klauen. Neugierig beobachtet Nathanael, dass eine
Eltern Besuch von einem ekeligen, windigen, bedrohlichen Advokaten
Coppelius bekommen, und sich offensichtlich ängstlich und
unterwürfig verhalten. Ist das der Sandmann? Was für seltsame
alchemistische Experimente finden statt und was für ein Geheimnis
hat sein Vater? Ein Jahr später kommt dieser bei einer chemischen
Explosion mysteriös ums Leben und Coppelius verschwindet.

Claras Bruder Lothar (in der Mitte, gespielt von Jan Westphal) versucht Nathanael (Thorsten Schmidt) vor Olympia (Bianka Lammert) zu warnen. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Claras Bruder Lothar (in der Mitte, gespielt von Jan Westphal) versucht Nathanael (Thorsten Schmidt) vor Olympia (Bianka Lammert) zu warnen. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Als Student glaubt
er nach Jahren, in dem italienischen Wetterglashändler Coppola,
jenen Coppelius wieder zu erkennen. Coppelius und Coppola wurden
wunderbar gruselig in einer Doppelrolle von Andrea Ksienzyk gespielt.
Als geduldig um das Seelenheil des Studenten kämpfende Verlobte
Clara und ihr Bruder Lothar, überzeugten Ann-Kathrin Hinz und Jan
Westphal. Der Blickwinkel wechselt nach und nach auch auf die
Sichtweise des Umfeldes des „seltsamen Studenten“. Der verliebt
sich bei einem vom Physikprofessor Spalanzani (ebenfalls von Rainer
Kleinespel gespielt) initiierten Ball unsterblich in eine leblose
Holzpuppe, die der Professor als seine maßgebliche Tochter Olympia
ausgibt. Er hatte sie heimlich zusammen mit Coppola erschaffen.
Bianka Lammert verkörpert die schwierige Rolle einer „leblosen
Hohlpuppe“ mit roboterhaften Bewegungen und Kontaktlinsen als tote
Augen beeindruckend. Sie bringt als einziges Wort „ach“ heraus.

Nathanael ist von
deren zurückhalten, widerspruchslosen seltsamen Schönheit
magnetisch angezogen, und fühlt sich nur durch sie richtig
verstanden. Nur durch seinen Blick wird sie lebendig.

Als er sieht, wie
sich in Spalanzanis Zimmer dieser mit Coppola um die Figur Olympias
streitet, erkennt er, dass sie nur eine leblose Puppe ist, der jetzt
die Augen fehlen.

Das sich Realität
und Fantasie ständig vermischen, zieht sich wie ein roter Faden
durch das Stück.

So erwacht Nathanael
zwei mal im Stück aus einem „langen Krankheitsschlaf“ und
befindet sich im Kreise der Familie. Scheinbar genesen, will er nun
zur Freude seiner Mutter endlich Clara heiraten. Durch den Blick
durch sein Fernglas auf Clara auf dem städtischen Rathausturm,
verfällt er wieder in seine Wahnwelt und stürzt in den Tod, während
die kritisch-realistische und lebensbejahende Clara letztendlich ihr
Glück findet.

Die Inszenierung ist
nicht nur als Gesamtkonzeption gelungen, sondern lässt dem Publikum
viel Raum für freie Assoziationen und Beurteilungen. Es wäre auch
ein gutes Stück für das Schauspielhaus.

Informationen über
die weitere Aufführungstermine erhalten Sie wie immer unter:

Tel. 0231/ 50 27 222
oder www.theaterdo.de




Der Sandmann – Stoff zwischen Realität und Fiktion

In der nächsten
Zeit ist der Schauerroman „Der Sandmann“ von E.T.A. Hoffmann
(1778 – 1822) als Stoff für die Abiturklassen vorgesehen.

Da passt es gut,
dass der Direktor des Kinder- und Jugendtheaters in Dortmund, Andreas
Gruhn, in der ersten Premiere im Jahr 2019 diese Erzählung in der
Tradition der „Schwarzen Romantik“ mit seinem Ensemble im KJT
inszeniert. Die sogenannte „Schwarze Romantik“ entstand als
Gegenbewegung der auf Vernunft und Verstand gerichteten Aufklärung.

Der Schriftsteller
E:T:A. Hoffmann hatte schon hundert Jahre vor Sigmund Freud die
Entwicklung von Psychosen in allen Stadien beschrieben, so Gruhn.

Der hochdramatische
Stoff um einen traumatisierten jungen Mann ist ein drastisches
Schauerstück und für Jugendliche ab 16 Jahren geeignet.Wie der
Regisseur erklärte, dass sich Inszenierung in seiner Bearbeitung nah
an der geschriebenen Vorlage hält..

Nathanael (Thorsten Schmidt) führt Olympia (Birgit Lammert) aus. Doch ahnt er ihre Besonderheit? Oder passiert das nur in seiner Phantasie? (Foto: © Birgit Hupfeld)
Nathanael (Thorsten Schmidt) führt Olympia (Birgit Lammert) aus. Doch ahnt er ihre Besonderheit? Oder passiert das nur in seiner Phantasie? (Foto: © Birgit Hupfeld)

Es wird ein
interessanter Wechsel der Perspektiven stattfinden. Zunächst erlebt
das Publikum die Erzählung aus der den Augen und Briefen des jungen
Protagonisten Nathanael (Thorsten Schmidt), später aus der Sicht der
anderen Personen. Wie Andreas Gruhn beim Pressegespräch betonte,
schreit das Stück gerade zu nach starken Bildern. Atmosphärisch
passend begleitet wird die Inszenierung mit Musik, Videos und
Puppenspiel. Es geht ja auch um „künstliche Menschen“ (Olympia,
die Tochter des Dozenten Spalanzani ist eigentlich eine
automatisierte Holzpuppe). Das Publikum wird in eine Welt versetzt,
in der die Grenzen zwischen Realität und Fiktion verschwimmen.

Eine Frage von
großer Aktualität stellt sich uns in dem Stück. Wie verändert
sich die Wahrnehmung in einer zunehmend digitalisierten und medialen
Welt, und was hat das für Auswirkungen auf uns, vor allem aber
gerade junge Menschen.

Dramaturgin Lioba
Sombetzki erklärte, dass das Spannende am „Sandmann“ sich aus
verschiedene Arten lesen und verstehen lässt. Es besteht die
Möglichkeit, die Handlung als wahr zu betrachten und so ein
unheimliches Nachtstück vorzufinden, in dem sich sich die
unmittelbare Umwelt gegen Nathanael verschworen hat, bis es am Ende
zu seinem Tod kommt. Auf der anderen Seite bleibt die Ungewissheit
über den unheimlichen Sandmann tatsächlichen Geisteszustand des
Protagonisten. Der Blick durch das Perspektiv, dem Instrument zur
Vergrößerung der Sehkraft (deren Verlust eng mit dem
Kindheitstrauma von Nathanael verbunden ist), soll eigentlich
Sicherheit schaffen, zwischen Realität und Fiktion unterscheiden zu
können. Aber gerade die wird ihm dadurch geraubt und ist keine
Hilfe.

Der Stoff ist
sicherlich eine große Herausforderung für die SchauspielerInnen,
vor allem aber für den KJT-Schauspieler Thorsten Schmidt in der
Rolle des Nathanael.

Die Premiere am
22.02.2019 um 19:00 Uhr im Kinder-und Jugendtheater ist schon
ausverkauft. (Es lohnt sich aber immer , nachzufragen, ob Karten frei
geworden sind).

Informationen über
weitere Aufführungen gibt es unter www.theaterdo.de




Witzig-ironischer Insektenkrimi im Kinder- und Jugendtheater

Im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater (KJT) hatte am Donnerstag, den 29.11.2018 der Insektenkrimi „Die Wanze“ (ab 8 Jahren) von Paul Shipton unter der Regie von Peter Kirschke seine Premiere.

Im Mittelpunkt steht die Welt der Insekten in einem Garten. Der Privatdetektiv Muldoon, ein Käfer, der ironisch zweideutig „Wanze“ genannt wird. Der Schauspieler Rainer Kleinespel erzählt und spielt in humorvoll lockerem Stil und legerer Kleidung mit „Sonnenbrille“ lebendig die spezielle Kriminalgeschichte des „Käfer-Detektiven“. Erstellt ihn als seine schwersten Fall vor. Natürlich ist er der beste und der einzige. Anlehnungen an den Privatdetektiven Philipp Marlowe (Raymond Chandler) sind nicht zufällig.

Im hinteren Bühnenbereich befand sich eine Theke, die als „Dixies Bar“ fungierte, wo sich die vielen Insekten zu einem „Drink“ treffen.

Als immer mehr Insekten verschwinden, wird „Wanze“ direkt zur Ameisenkönigin gerufen. Sie erteilt ihm zusammen mit dem Kommandanten Krag den Auftrag, nach einer Ameise mit einem weißen Fleck auf dem Kopf zu suchen. Zusammen mit seinem treuen Kumpel Jake, einer Stubenfliege, kommt er langsam einer politischen Verschwörung auf die Spur…

Kleinespel spielte alle Rollen und hatte sichtbar viel Spaß, in die verschiedene Charaktere zu schlüpfen und sie humorvoll lebendig werden zu lassen.

Nebenbei konnte man auch etwas über Insekten lernen. Rainer Kleinespel als Prof. Grzimek-Imitator. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Nebenbei konnte man auch etwas über Insekten lernen. Rainer Kleinespel als Prof. Grzimek-Imitator. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Gerade für die Kinder war es schön zu sehen, wie man mit den kleinen Dingen des Alltags Geschichten erzählen und die verschiedenen Typen vor Augen führen kann. So fungierten Wäscheklammern als Insekten, ein verzweigter Ast als Kakerlak und ein alter Handschuh als böser Krag. Die Theke ließ sich problemlos auch als Ameisenbau umfunktionieren.

Der Schauspieler verwandelte sich auch mit seiner Stimme glaubhaft in eine zittrig-summende Stubenfliege, als Krag mit tiefer ätzender Diktator-Stimme, als Ameisenkönigin in einer englische Queen, und in einiges mehr.

Naturgeräusche oder Musik wurden atmosphärisch zur Situation passend eingesetzt. Soul und Jazz etwa in der Bar. Eine witzige Idee war es, dass „Biene Maja Lied“ live gesungen von „Wanze“ als kleines„Folter-Druckmittel“ zur Erlangung von Informationen von einer gefangenen Wespe zu nutzen.

Neben dem offensichtlichen Spaß am war für das (etwas ältere) Publikum eine feine politische Fabel zu erkennen.

Die nach Unabhängigkeit strebenden Ameisen, politische Intrigen und Umsturzversuche durch den „Diktator-Führer“ und seine Sympathisanten, wurden symbolhaft durch die mit den Tieren assoziierten „Eigenschaft“ dargestellt.

Kleine Seitenhiebe für die heute üblichen Selbstdarstellungs-Formate im Free-TV zur Darstellung der „Individualität“ wurden subtil humorvoll eingesetzt.

 Eine besondere Herausforderung für Kleinespel und ein lustiger Höhepunkte war sicherlich die „Tina Bausch“- Tanzparodie.

Informationen zu weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.0231/ 50 27 222




Insektenkrimi „Die Wanze“ als Bühnenstück im KJT Dortmund

Am Donnerstag, den 29.11.2018 um 19:00 Uhr findet im Dortmunder Kinder- und Jugendtheater (KJT) die Premiere von „Die Wanze“ (ab 8 Jahren) statt. Das Stück von Paul Shipton wurde für die Bühne bearbeitet von Karin Eppler, Gerd Ritter und Daniela Merz und wird unter der Regie von Peter Kirschke aufgeführt. Das Multitalent arbeitet schon seit 2009 als freier Regisseur und Komponist. Beim KJT festangestellt als Regieassistent und Inspizient ist er seit 2012.

Ort und Mittelpunkt der Handlung ist ein Garten. Der Käfer Muldoon, der seltsamerweise„Wanze“ genannt wird, ist der beste Privatdetektiv. Gerade ist er dem dem Fall eines vermissten Ohrwurms beschäftigt. Warum verschwinden immer mehr Insekten spurlos? Dann wird er plötzlich zur Ameisenkönigin berufen. Sie beauftragt ihn und den Kommandanten Krag, eine Ameise mit einem weißen Fleck auf dem Kopf zu suchen. Die Geschichte entpuppt sich als als eine politische Verschwörung und wird extrem gefährlich. Sein Kumpel Jake, eine Stubenfliege, steht ihm hilfreich zur Seite. Reicht das gegen die mörderische Riesenspinne und das Wespen-Killer-Kommando? Chandler lässt grüßen.

Schauspieler Rainer Kleinespel vom KJT-Ensemble hat die schwierige Aufgabe übernommen, gleich in alle „tierischen“ Rollen zu schlüpfen und allein durch Vorstellung Welten entstehen zu lassen.

Ein Solo-Stück für Rainer Kleinespel in "Die Wanze". (Foto: © Birgit Hupfeld)
Ein Solo-Stück für Rainer Kleinespel in „Die Wanze“. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Die Vorstellung soll neben Spannung und Spaß und als Objekttheater eine Einladung zum Spiel bieten. Es ist aber auch eine Fabel auf (aktuelle) politische Mechanismen. So wird zur Ablenkung ein Sündenbock gesucht, um die eigentlichen (Macht)-Interessen durchzusetzen.

Atmosphärisch begleitet wird das Stück durch passende Geräusche und Musik aus dem Jazz- und Blues Genre.

Man darf auf die Umsetzung auf der Bühne gespannt sein.

Übrigens: Am Dienstag, den 27.11.2018 um 17:30 Uhr wird auch wieder ein pädagogischer Themenabend angeboten.

Interessierte Pädagoginnen und Pädagogen können sich unter eschmidt@theaterdo.deoder Tel: 0231/ 50 28771 anmelden.

Die Premiere am 29.
November 2018 ist bereits ausverkauft.

Weitere Vorstellung in näherer Zeit:

Freitag: 07.12.2018
10:00 Uhr, 14.12.2018 10:00 Uhr

Sonntag: 23.12.2018
16:00 Uhr. 29.01.2019 11:00 Uhr, 27.01.2019 11:00 Uhr

Dienstag: 26.02.2019
10:00 Uhr