Weihnachtsmärchen entführt auf den Mond

Machen sich auf die Reise: Steffen Happel (Peter),  DŽesiréŽe von Delft (Anna), Andreas Ksienzyk (Sumsemann) und Rainer Kleinespel (Commander Allister). (Foto: © Birgit Hupfeld)
Machen sich auf die Reise: Steffen Happel (Peter),
DŽesiréŽe von Delft (Anna),
Andreas Ksienzyk (Sumsemann) und
Rainer Kleinespel (Commander Allister). (Foto: © Birgit Hupfeld)

Das diesjährige Weihnachtsmärchen heißt „Peters Reise zum Mond“ und entführt die großen und kleinen Zuschauer in den Weltall. Sumsemann, Nachtfee und Mondmann sind Elemente aus dem Märchen „Peterchens Mondfahrt“ von Gerdt von Bassewitz. Doch der Intendant des Kinder- und Jugendtheaters, Andreas Gruhn, hat den Stoff aus dem Jahre 1912 in die Moderne versetzt und mit Elementen anderer Weltraummärchen angereichert. Die Premiere ist am 13. Novemeber 2014 um 19 Uhr im Schauspielhaus Dortmund.

„Ich fand das Original nicht mehr benutzbar“, so Andreas Gruhn auf der Pressekonferenz zu „Peters Reise zum Mond“. Das Stück spielt nun in der Neuzeit, es gibt Astronauten, galaktische Berühmtheiten und Space Shuttles. Elemente anderer Weltraumopern wurden aufgenommen. So erinnern die Kostüme ein wenig an „Raumschiff Orion“ oder Laserschwerter wie aus „Star Wars“ werden benutzt.

Dennoch bleibt das Märchenhafte erhalten. So reisen Peter und Anna mit Schlafanzügen und Kopfbedeckungen durchs Weltall, um das sechste bein von Maikäfer Sumsemann vom Mondmann wiederzubekommen.

Das komplette Ensemble des Kinder- und Jugendtheaters wird auf der Bühne stehen, es wird Video geben, drei Lieder werden gesungen und die Musik stammt von Michael Kessler, der aus mehreren Produktionen des KJT bekannt ist.

Nach Ausflügen in verschiedenen Länder wie Russland, den USA oder wie im vergangenen Jahr mit „Pinocchio“ nach Italien geht es diesmal zum Mond. „Märchen haben auch viel mit Reisen zu tun“, so Gruhn. „Wir haben Choreografien entwickelt und arbeiten mit allen Mitteln, die unser Theater hergibt“, verspricht er.

Das Stück wird bis in den Februar gespielt, für die Premiere am 13. Novemeber gibt es nur noch sehr wenige Karten, aber rund um Weihnachten sieht die Kartenlage noch gut aus. Auch für die Nachmittagsvorstellungen bekommt man leichter Karten.

Am 11.11. von 15:30 Uhr bis 20:00 Uhr gibt es eine Lehrerfortbildung mit der Möglichkeit die zweite Hauptprobe zu sehen. Treffpunkt ist am Bühneneingang des Theaters (Theaterkarree 1-3). Die Fortbildung ist kostenlos. Interessierte können sich anmelden unter

eschmidt@theaterdo.de oder 0231/47739860.

Mehr Infos über Termine und Karten unter www.theaterdo.de oder 0231 50 27 222.




Wer nicht wagt…

Tja, Mimmie (Désirée von Delft) muss wohl oder übel gegen den Leprechaun (Rainer Kleinespel) kämpfen. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Tja, Mimmie (Désirée von Delft) muss wohl oder übel gegen den Leprechaun (Rainer Kleinespel) kämpfen. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Am 19- September 2014 hatte „Zwerge versetzen – oder der Goldschatz am Ende des Regenbogens“(ab 5 Jahren) von Hartmut El Kurdi & Wolfram Hänel Premiere im Kinder-und Jugendtheater.

Zum Stück: Mimmie lebt mit ihrem Großvater in einer kleinen Hütte mit einer klapperdürren Kuh in ärmlichen Verhältnissen auf der grünen Insel Irland. Bei Kartoffel und schlechtem Wetter träumt sie von einem besseren Leben. Besonders angetan hat ihr die Geschichte vom „Goldschatz am Ende des Regenbogens“. Die Geschichte handelt von einem Zwerg oder genauer, dem irischen Kobold, einem Leprechaun. Dieser wohnt der Sage nach auf einer Insel „am Ende des Regenbogens“ un bewacht einen Goldschatz. Als Mimmie und der Großvater plötzlich einen Regenbogen am Fenster entdecken, der auf eine kleine Insel zeigt, machen sie sich mit einem Boot auf die Reise. Sie stranden auf einer kleinen Insel und treffen auf einen Zwerg. Den kann nur Mimmie sehen kann und es kommt zum Duell. Findet Mimmie ihr Glück und bekommt sie den Goldschatz?

Regisseurin Charlotte Zilm inszeniert die Geschichte mit einfachen Mitteln. Benutzt werden Gegenstände des täglichen Leben wie ein Stuhl, eine Hütte aus Pappe und Sperrholz, einem bunten Papierdrachen oder etwa einem Regenbogen aus bunten Glitzerfäden. Die Bühne wurde zu eine stilisierte Insel mit Holundersträuchern an den Seiten. Mit einer sensibel eingesetzten Videoinstallation an der Wand wurde das blaue, schäumende Meer lebendig und schön von Nils Voges eingesetzt.

Schon vor Beginn der Vorstellung wurden die kleinen und großen Zuschauer von einem Kobold (Leprechaun) mit buntem Papierdrachen empfangen. KJT – Schauspieler Rainer Kleinespel stellte in seinem grünen Koboldtrikot- und roten Haaren nicht nur einen lustigen und glaubhaften „Zwerg“ dar, sondern bezog die Kinder in der ersten Reihe auch sofort in das Stück ein. Er klärte sie zunächst über die verschiedenen Zwerg-Arten auf und führte dann humorvoll in die Geschichte ein.

Désirée von Delft als Mimmie und Peter Sturm als Großvater spielten ihre Rollen mit viel Leidenschaft ,Humor und Freude am Spiel.

Auch bei ihnen wurden die Kostüme mit bedacht ausgesucht. So hatte Mimmie als „irisches Mädchen“ eine rothaarige Perücke, und sie trug wie der Großvater helle „Woll-Jacken“. Der gelbe „Ostfriesennerz“ und der Regenhut dürfte natürlich auch nicht fehlen. Stimmungsvoll waren die kurzen irischen Gesangseinlagen.

Dem Publikum hat es gefallen und vor allem die Kinder gingen begeistert mit. Die Vorstellung wurde mehrfach durch helles Lachen begleitet. Diese witzige Stück zeigt eines deutlich. Es lohnt sich immer aufzubrechen und Dinge zu versuchen, auch wenn am Ende die Wünsche und Vorstellungen sich nicht sich nicht ganz genau so erfüllen, wie man sich das erhofft.

Wer nicht wagt, der nicht gewinnt.

Weitere Termine: SO, 21. SEPTEMBER 2014, DI, 23. SEPTEMBER 2014, FR, 26. SEPTEMBER 2014, SO, 28. SEPTEMBER 2014, FR, 03. OKTOBER 2014, SO, 05. OKTOBER 2014, DI, 25. NOVEMBER 2014, MI, 26. NOVEMBER 2014 und DO, 27. NOVEMBER 2014.




Am Ende des Regenbogens

Regisseurin Charlotte Zilm lässt die großen und kleinen Besucher nach dem Schatz am Ende des Regenbogens suchen. (Foto: © Anja Cord)
Regisseurin Charlotte Zilm lässt die großen und kleinen Besucher nach dem Schatz am Ende des Regenbogens suchen. (Foto: © Anja Cord)

Die nächste Premiere im KJT steht an. Am Freitag, dem 19. September 2014, heißt es „Zwerge versetzen“. Das Stück ab 5 Jahre wird Inszeniert von Charlotte Zilm und basiert auf einer Geschichte von Hartmut El Kurdi und Wolfram Hänel. Sie führt uns nach Irland.

Der Zwerg Leprechaun ist ein netter und lustiger Zwerg, er muss aber seinen Schatz verteidigen, was er mit der nötigen Vehemenz auch tut. Mimmie und ihr Opa reisen aus dem tristen regenreichen Irland auf die nahe gelegene Insel zum Ende des Regenbogens, um den Schatz zu bergen. Ein kleines Problem: Der Opa kann den Zwerg nicht sehen und nicht hören.

Regisseurin Charlotte Zilm inszeniert zum ersten Mal ein Stück im KJT. Im Schauspielhaus hat sie schon mehrere Stücke inszeniert, wie beispielsweise „Antigone“ oder „Die Kleinbürgerhochzeit“. Zilm möchte die Kinder nicht unterfordern, sondern sie Ernst nehmen. „Kinder verstehen vieles über die Zusammenhänge des Geschehens ohne Worte dafür zu haben, deshalb versuche sie ihre Stücke nicht zu einfach zu gestalten, in der Annahme, dass Kinder schwierige Situationen nicht erfassen könnten“, erklärte sie.

Das Stück soll aufzeigen, dass es möglich ist Freiräume zu schaffen, Situationen zu verändern, seine Phantasie einzusetzen. Es wirft die Frage auf: Was ist ein Schatz?

Videosequenzen verändern durch die Projektionen das Bühnenbild und verstärken die phantastische Atmosphäre.

Am Mittwoch , den 17. 9. gibt es einen Themenabend zum Stück für Erzieher und Pädagogen, um 17.30h beginnt die Einführung, danach sind Einblick in eine Probe möglich. Bitte melden Sie sich vorab bei den Theaterpädagoginnen Christine Köck oder Erika Schmidt-Sulaimon an:  eschmidt@theaterdo.de und ckoeck@theaterdo.de

Die Premiere am 19. September ist schon ausverkauft. Weitere Termine: SO, 21. SEPTEMBER 2014, DI, 23. SEPTEMBER 2014, FR, 26. SEPTEMBER 2014, SO, 28. SEPTEMBER 2014, FR, 03. OKTOBER 2014, SO, 05. OKTOBER 2014, DI, 25. NOVEMBER 2014, MI, 26. NOVEMBER 2014 und DO, 27. NOVEMBER 2014.




Wenn die Fassade bröckelt

Stellen fest, dass sie die gleichen Probleme haben: Jace (Götz Vogel von Vogelstein) und Leonie (Bianka Lammert). Foto: © Hans Jürgen Landes
Stellen fest, dass sie die gleichen Probleme haben: Jace (Götz Vogel von Vogelstein) und Leonie (Bianka Lammert). Foto: © Hans Jürgen Landes

Am Freitag, den 5. September 2014 war Premiere für „Lügner“, von Dennis Foon, (Übersetzung Anne Fritsch) im Kinder-und Jugendtheater Dortmund. Das Stück beschäftigt sich mit einer ernsten, aus dem gesellschaftlichen Fokus oft verdrängten Thematik: Es geht um den Umgang mit Sucht, in diesem Fall um Alkoholsucht. Im Mittelpunkt stehen die betroffenen Kinder und Jugendlichen, die unter der Alkoholproblematik eines ihrer Elternteile leiden und verzweifelt sind. Sie alle gehen – je nach Charakter – mit der Problematik unterschiedlich um.

„Lügner“ greift exemplarisch am Beispiel von den Jugendlichen Jace und Leonie (Lenny) zwei mögliche Verhaltensmuster auf. Während Jace auf offen und konfrontativ mit der Alkoholsucht seines Vaters umgeht und sich enttäuscht beim Kiffen Gelassenheit sucht, verdrängt Lenny zunächst die Sucht ihrer Mutter. Sie ist bemüht, als „gute Tochter“ den Familienbetrieb in allen Belangen reibungslos am Laufen zu halten und möglichst perfekt zu funktionieren. Dabei bekommt sie auch durch ihren beruflich angespannten Vater Druck, der die „Lügenfassade“ um jeden Preis aufrecht erhalten möchte. Die beiden Jugendlichen mit der gleichen Problematik können offen miteinander sprechen und verlieben sich. Während Jace nach einem heftigen Konflikt mit seinem Vater enttäuscht flüchtet und zum Ende hin wohl ebenso wie sein Vater in die Drogensucht abrutscht, wird sich Lenny immer mehr bewusst, dass sie sich Hilfe von außen holen muss. Sie nimmt die Herausforderung und den harten Weg zu mehr Unabhängigkeit an …

Götz Vogel von Vogelstein spielte den im bekifften Zustand gelassenen, offen konfrontativen Jace glaubhaft und auch mit einer Portion Humor. Äußerlich wie Kurt Cobain, sorgt er in der ernsten, oft wütend machenden Geschichte für einige komische Momente und Gags. Köstlich, wie er zum Beispiel den leergegessenen Brotbehälter zum Schluss noch aus leckt. Man merkt ihm zwischendurch eine versteckte Wut, Enttäuschung und Resignation an.

Bianka Lammert als Lenny als Musterschülerin überzeugte als ein junges Mädchen, dass verzweifelt, weil es allen recht zu machen muss, um das Alkoholproblem ihrer Mutter nicht nach außen dringen kann. Sie bringt auch den Wandel zu einer sich langsamen entwickelnden Bewusstseinsänderung und Verzweiflung bei Lenny auf die Bühne.

Eine Herausforderung besonderer Art für die Schauspieler war wohl die Darstellung der alkoholkranken Elternteile. Mit Bravour meisterten Bettina Zobel als Lennys Mutter und Andreas Ksienzyk als Jace Vater diese schwierige Aufgabe. So stellten sie vor allem das unberechenbare Verhalten Alkoholkranker glaubhaft dar. Mal jammernd und von Selbstmitleid geprägt, mal aggressiv die Kinder beschimpfend. Plastisch standen ihnen „Schutzpuppen“ in (fast) Lebensgröße zur Seite, die beide Schauspieler geschickt einsetzten.

Andreas Ksienzyk bewies seine Wandlungsfähigkeit, indem er auch noch die Rolle des auf seinen guten Ruf bedachten Vaters von Lenny und auch noch den Lehrer überzeugend spielte.

Ein großes Kompliment an Christine Köck, die diese Puppen mit viel Sorgfalt gebaut hat. Die Puppen trugen genau dieselben Kleidungsstücke wie die Schaupieler, nur die Gesichter waren verzerrt dargestellt. Das Bühnenbild mit zwei übergroßen Tischen und Stühlen unterstrichen die verzerrte Wahrnehmung.

Ein dramaturgisch guter, passgenauer Einsatz von musikalischen Einspielungen, rundete das gelungene Gesamtbild der Inszenierung ab. Im Mittelpunkt der Inszenierung von Johanna Weißert stehen deutlich die beiden jungen Menschen.

Hilfe können betroffene Kinder und Jugendliche zum Beispiel auf www.nacoa.de bekommen.

Die bundesweite Notrufnummer „Hilfe, meine Eltern trinken“ ist kostenlos: 0800-280 280 1

(täglich zwischen17 und 23 Uhr geschaltet und am Wochenende rund um die Uhr)

Bei .Alateen trifft man andere betroffene Jugendliche. Es gibt 40 Gruppen in Deutschland. www.alateen.de

Auf www.kidkit.de können die Kinder und Jugendlichen mit einem Beraterteam Kontakt aufnehmen.

Weitere Termine: SO, 07. September 2014, FR, 12. September 2014, DO, 18. September 2014, SO, 21. September 2014, MI, 24. September 2014, DO, 25. September 2014, DI, 30. September 2014, MI, 01. Oktober 2014, DO, 02. Oktober 2014, DI, 28. Oktober 2014, MI, 29. Oktober 2014 und DO, 30. Oktober 2014.

 

Karten gibt es unter www.theaterdo.de oder 0231 5027222.




Leidenschaftliches Erzähltheater

Steffen Happel als rockender Siegfried am Hofe König Gunthers. (Foto: © Hans Jürgen Landes)
Steffen Happel als rockender Siegfried am Hofe König Gunthers. (Foto: © Hans Jürgen Landes)

Die Zuschauer konnten am Freitag, den 29. September 2014 im Kinder-und Jugendtheater mit dem Solostück „Ich bin nicht Siegfried – Ein Nibelungenlied“ von Jürgen Flügge (ab 9 Jahren) ein intensives Theater erleben. Hinzu kam ein ungewöhnlicher Ort: Das Theatercafé. Dieser war von Regisseurin Antje Siebers mit bedacht gewählt worden. Das Theatercafé bot einerseits direkte Nähe zum Publikum, andererseits einen großen Raum für das Erzähltheater.

 

 

Grundlage für das Stück ist die alte Sage um den mutigen Drachentöter Siegfried. Josef, gespielt von KJT-Schauspieler Steffen Happel, sitzt mitten unter den Zuschauern und wartet auf die Ankunft seines Idols, den Schauspieler Marco. Der hat unter anderem die Sagengestalt Siegfried in einem Film über die Nibelungen gespielt und wird für eine Autogrammstunde erwartet. Während dessen erzählt Josef von seiner Begeisterung gerade für diesen Film und seine Geschichte. Intensiv und lebendig erzählt Josef die Geschichte von Siegfried und den andern Gestalten der Sage…

 

 

Steffen Happel bot in seinem ersten Solostück eine beeindruckende Leistung und zeigte eine enorme Wandlungsfähigkeit. Schließlich stellte er insgesamt 13 verschiedene Personen dar!

Das schaffte er mit den vorhandenen Gegenständen im Café und durch seine Kleidung. Zum Einsatz kamen etwa ein Besen (als Pferd und Ruder) oder ein Kuchenschieber als Schwert. Auch sein Kaputzen-Shirt kam zum Einsatz. Lustig, wie er es über den Besen warf und dieser zum Zwergen-König Alberich umfunktioniert wurde. Ansonsten veränderte Happel vor allem seine Stimme und drückte durch bestimmte Gesten, Mimik und Körperhaltungen den jeweiligen Charakter der verschiedenen Personen gekonnt aus. Happel nutzte den ganzen Raum samt Treppe, was eine große körperliche Herausforderung und Anstrengung bedeutete.

 

Hut ab, mit welcher Leidenschaft, Intensität und viel Humor er sich in die unterschiedlichen Rollen hineinversetzte und sie bildhaft auf die Bühne brachte. Lustige Wortspiele mit den Namen der handelnden Personen sorgten für zusätzliche Lacher. Das Bühnenbild kam ohne viel Requisiten aus. Nur ein Tisch wurde mit ein paar Büchern für die „Autogrammstunde“ präpariert worden.

 

Von Anfang an wurde das Publikum, ob alt oder jung, mit einbezogen und zwischendurch angesprochen. Die gelungene Aufführung und Leistung des Schauspielers wurde vom Publikum mit viel Beifall belohnt. Sicher werden einige der jungen Zuschauer animiert worden sein, zuhause die spannende Geschichte nach zuspielen.

 

Karten sind noch zu haben unter 0231 50 27222 oder info@theaterdo.de

Weitere Termine am Do, 04. September 2014, So, 07. September 2014, Mo, 15. September 2014, Di, 16. September 2014, Di, 21. Oktober 2014, Do, 23. Oktober 2014, So, 26. Oktober 2014, Mo, 27. Oktober 2014 und Fr, 31. Oktober 2014.




Wenn Alkoholsucht zum Lügen zwingt

Andreas Ksienzyk und Götz Vogel von Vogelstein. ©Hans Jürgen Landes
Andreas Ksienzyk und Götz Vogel von Vogelstein.
©Hans Jürgen Landes

Mit dem Stück „Lügner“ nach dem kanadischen Autoren Dennis Foon mit der deutschen Übersetzung von Anne Fritsch für Jugendliche ab 14 Jahren, die Premiere ist am Freitag, den 5. September 2014 um 19:00 Uhr im Kinder- und Jugendtheater, widmet sich Regisseurin Johanna Weißert einem brisanten Thema: Exemplarisch an zwei 16-jährigen Jugendlichen wird der unterschiedliche Umgang mit der Alkoholsucht jeweils eines ihrer Elternteile dargestellt.

 

Angelehnt an die wissenschaftlichen Arbeiten von Sharon Wegschneider werden diese Jugendlichen als „vergessene Kinder“ bezeichnet, die in ihrer Beziehung zu ihrem süchtigen Elternteil in bestimmte Rollenmuster verfallen. „Vergessen“ nennt man sie, weil sich alles in der Familie um den Süchtigen dreht.

 

Es gibt verschiedene Reaktionsmechanismen der Betroffenen auf diese Situation. „In dem Stück versucht die verantwortungsbewusste Schülerin Lenny zunächst, die Alkoholsucht der Mutter zu verdrängen und gibt ihr Bestes, um den „Familienbetrieb“ am Laufen zu halten. Sie sorgt als „gute Tochter“ dafür, die Lügenfassade einer glücklichen, perfekten Familie aufrecht zu erhalten. Sie ist auf der Suche nach Halt und ihr wird nach und nach klar, dass sie sich dem Problem anders stellen muss und sie sucht nach Lösungen.

Ihr Mitschüler Jace geht offen mit der Alkoholsucht seines Vaters um und geht die Sache konfrontativ an. Er ist in sich zurückgezogen und voller Abwehr und Feindseligkeit. Schließlich haut er von zu Hause ab und flüchtet sich in Joints. Die unterschiedlichen Charakter verlieben sich ineinander und versuchen einer Loslösung von dem Alkoholproblemen ihrer Eltern“, so Weißert.

 

„Trotz der schweren Problematik ist „Lügner“ auch eine schräge Liebesgeschichte mit humorvoll-satirischen Momenten. Diese entstehen vor allem durch die punktgenaue Darstellung der gestörten, unterschiedlichen Wahrnehmungen der Figuren. Es geht um gestörte Kommunikation“, erklärte die Regisseurin weiter. Dabei bringen zwei lebensgroße Puppen die widersprüchlichen Haltungen und Verhaltensweisen der Erwachsenen plastisch zum Ausdruck. „Die „Sucht“ tritt sozusagen als eigene Kraft auf“, so Weißert.

 

Bei der Aufführung geht es um die Perspektive der Kinder. Wo ist ihr Ansprechpartner?

 

Hilfe und Information für die Kinder, deren Eltern trinken, gibt es zum Beispiel unter www.nacoa.de und die bundesweite Notrufnummer „Hilfe, meine Eltern trinken“ ist kostenlos: Tel.: 00800-280 280 1

Sie ist täglich zwischen 17:00 und 23:00 Uhr geschaltet und am Wochenende rund um die Uhr!

Bei Alateen kann man zudem andere betroffene Jugendliche treffen. Es gibt 40 Gruppen in Deutschland www.alateen.de

Auf www.kidkit.de kann man per mail Kontakt mit einem Berater aufnehmen.

 

Neben der Premiere am 05. September gibt es weitere Termine: SO, 07. September 2014, FR, 12. September 2014, DO, 18. September 2014, SO, 21. September 2014, MI, 24. September 2014, DO, 25. September 2014, DI, 30. September 2014, MI, 01. Oktober 2014, DO, 02. Oktober 2014, DI, 28. Oktober 2014, MI, 29. Oktober 2014 und DO, 30. Oktober 2014.

 

Karten gibt es unter www.theaterdo.de oder 0231 5027222.




„Heldenhaftes“ Erzähltheater

Steffen Happel als Josef, der in verschiedene Rollen schlüpft. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Steffen Happel als Josef, der in verschiedene Rollen schlüpft. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Das Kinder-und Jugendtheater startet mit dem Solostück „Ich bin nicht Siegfried – Ein Nibelungenlied“ für einen Schauspieler von Jürgen Flügge. in die neue Spielzeit. Die Premiere findet am Freitag, den 29. August 2014 im Theatercafé im KJT in der Sckellstraße statt und dauert ungefähr 50 Minuten. Es ist für Kinder ab 9 Jahren konzipiert. Der Stoff beschäftigt sich mit der Nibelungensage.

Josef, gespielt von KJT – Ensemble-Mitglied Steffen Happel, ist nicht Siegfried. Er ist kein „Held“ wie die gleichnamige Sagengestalt. Er ist „Fan“ von Schauspieler Marco und vor allem von Siegfried. Den hat Marco in einem Film über die Nibelungen gespielt. Während Josef bei einer Autogrammstunde auf seinen Helden Marco wartet, erzählt er voll Begeisterung, intensiv und lebendig von Siegfried und den anderen Gestalten der Nibelungensage, wie etwa Brunhild, König Gunther, Zwergenkönig Alberich, den Schmid….

Haus-Regisseurin Antje Siebers erklärte vorab: „Unser Motto lautet , weniger ist mehr. Wir nutzen das Café wie es ist und benötigen kein extra Bühnenbild. Das Besondere am Erzähltheater ist, das es viel aus nichts schafft. Schauspieler Steffen Happel wechselt dabei in 13 unterschiedliche Rollen und verschiedene Charaktere. Das ist ein besonderer Spaß aber auch eine große Herausforderung. Es ist das erste Solostück für Happel.“

Als einziges Bühnenrequisit wird im Café ein Tisch zum Signiertisch mit dem Buch von Marco für die Autogrammstunde aufgestellt. Das Erzähltheater ist offen und ermöglicht es dem Schauspieler, sich direkt an das Publikum zu wenden. Es kommt mit sparsamen Mitteln aus, und vieles entsteht in der Fantasie der Zuschauer. Die Kinder werden so auch zum Nachspielen angeregt. „Die Unterhaltung und Komik kommt neben der bildhaft verständlichen Information dabei aber nicht zu kurz“ so Siebers.

Karten sind noch zu haben unter 0231 50 27222 oder info@theaterdo.de

Neben der Premiere am 29. August 2014 gibt es weitere Termine am Do, 04. September 2014, So, 07. September 2014, Mo, 15. September 2014, Di, 16. September 2014, Di, 21. Oktober 2014, Do, 23. Oktober 2014, So, 26. Oktober 2014, Mo, 27. Oktober 2014 und Fr, 31. Oktober 2014.




Die Kraft der Freundschaft

Götz Vogel von Vogelstein (als verführerische Löwin Batavia) und Steffen Happel (als Boltan). ©Birgit Hupfeld
Götz Vogel von Vogelstein (als verführerische Löwin Batavia) und Steffen Happel (als Boltan).
©Birgit Hupfeld

Am 9. Mai 2014 hatte „Ein Freund für Löwe Boltan“ von Erik Schäffler und Uwe Schade nach dem bekannten Buch von Klaus Kordon und Pieter Kunstreich im Kinder-und Jugendtheater Dortmund Premiere.

Peter Kirschke inszenierte die Geschichte um die Freundschaft zwischen dem stolzen, aber einsamen Löwen Boltan und dem weitgereisten Kamel Murat lebendig mit einem gelungenen Mischung aus Spiel, Komik, Slapstick und Tanz, sowie von der Regieassistentin Veronika Metz passend um-getexteten bekannten Musiktiteln. Zum Beispiel „New York, New York“ von Frank Sinatra in „Boltan, Boltan“ oder zum Schluss „My Way“ als Freundschaftslied .

Kurz zur Geschichte für Menschen ab 5 Jahren: Der Löwe Boltan lebt einsam und gefürchtet von den anderen Tieren um seine Oase. Da kommt plötzlich ein durstiges Kamel vorbei und weckt sein Interesse. Anstatt es zu fressen, lässt Boltan Kamel Murat trinken und hört sich seine spannenden Reise-Erlebnisse an. Die beiden werden Freunde, doch sie müssen sich vor allem durch den Wüstenfuchs Abdul hämische Bemerkungen über die „unpassende Freundschaft“ anhören. Sie geraten in eine gefährliche Situation, und die Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Dann verliebt sich Boltan auch noch in die Löwin Batavia.

In der Mitte der Bühne tauchte vor dem Publikum ein zunächst mit dunkler Plane abgedecktes großes rundes Stück Rasen als Oase auf. Eine Palme , ein großer Eimer, eine Gießkanne und eine Sitzgelegenheit mit einem plüschigem Kissen rundeten das Bild ab. Riesengroße Strohhalme dienten als „Wasserleitung“. Ein wichtige Rolle spielte ein vielseitig verwendbarer großer , zweiteiliger Kofferschrank mit einigen Requisiten. Auf seiner Rückseite befanden sich zwei Strandkorb-ähnliche offene Sitzgelegenheiten. Es wurde zum Beispiel als zeitweiliges „Gefängnis“ für Boltan oder später mit Hilfe eines Leinentuches zwischen den beiden Teilen auch für ein Schattenspiel.

Die beiden Schauspieler des KJT Steffen Happel als Boltan und Götz Vogel von Vogelstein als Murat mussten flexibel von der Erzähler-Ebene in ihre Rollen schlüpfen. Das gelang ihnen mit nur wenigen Requisiten. Verzichtet wurde auf Tiermasken, und die beiden Schauspieler, vor allem von Vogelstein mussten viel mit Mimik arbeiten, was ihnen wunderbar gelang. Köstlich zum Beispiel Götz Vogel von Vogelstein mit schiefen Mund als Kamel. Die Tiere wurden nur durch spezielle Kleidung dargestellt. So hatte Happel eine Art blaue Anorak mit hellem Kunstpelzbesatz und Vogel von Vogelstein eine sandfarbene Hose und ein Wildlederjacke mit zwei Dreiecken am Rücken als Höcker auf dem Rücken. Den Beiden wurde sowohl von der Tanz-Choreografie, Slapstick und Gesang einiges abverlangt. Mit Spaß und komischen Talent bewältigten sie ihre Aufgabe, wobei auch für die kleinen leisen, nachdenklichen Momente Raum blieb. Einer der Höhepunkte war sicherlich Vogel von Vogelsteins Auftritt als verführerische Löwin Batavia im Kostüm mit Brustaufsatz und französischem Akzent.

Das Stück machte die Bedeutung von Freundschaft und Vertrauen deutlich, zeigte aber auch, das das „Fremde“ nicht nur Angst machen muss, sondern unseren Horizont auch erweitern kann. Ein herrlich komisches Stück mit zwei gut aufgelegten Schauspielern, bei denen man spürte, dass sie mit viel Herzblut bei der Sache waren.

Dem Publikum hat die gelungene Aufführung gefallen und belohnte sie mit viel Beifall.

Weitere Aufführungstermine sind: So, 11. Mai 2014, So, 18. Mai 2014, Mo, 19. Mai 2014, Di, 20. Mai 2014, Di, 27. Mai 2014, Mi, 28. Mai 2014, So, 01. Juni 2014, Mo, 02. Juni 2014, Fr, 06. Juni 2014, So, 08. Juni 2014, Mi, 11. Juni 2014, Fr, 20. Juni 2014, So, 22. Juni 2014 und So, 29. Juni 2014.

Karten und Informationen unter 0231 50 27222 oder www.theaterdo.de




Geschichte über Freundschaft und Vertrauen

Götz Vogel von Vogelstein und Steffen Happel (Foto: ©Birgit Hupfeld)
Götz Vogel von Vogelstein und Steffen Happel
(Foto: ©Birgit Hupfeld)

Am 9. Mai 2014 geht es im Sckelly des Kinder-und Jugendtheaters um 18.00 Uhr los mit der Premiere des Stücks „Ein Freund für Löwe Boltan“ nach dem Bilderbuch von Klaus Kordon und Pieter Kunstreich. Das Stück ist für Kinder ab fünf Jahre.

Bearbeitet wurde die Geschichte von Erik Schäffler und Uwe Schade. Regie führt Peter Kirschke, der zum Beispiel als Regisseur von „Radiomänner“ (2006) im KJT schon gut bekannt ist. Die Dramaturgin Isabel Stahl und der Regisseur erzählten vorab: „Es geht um den Löwen Boltan, den einsamen, aber stolzen absoluten Herrscher seiner Oase. Alle anderen Tiere haben zwar Respekt, fürchten sich aber auch vor dem Löwen. So will niemand mit ihm befreundet sein. Eines Tages kommt das durstige Kamel Murat zu seiner Oase. Er ist gerade nicht besonders hungrig und beschließt, es erst einmal nicht aufzufressen und aus seiner Quelle trinken zu lassen. Da Murat so interessante Dinge von seinen Abenteuern erzählen kann, ist Boltans Neugier geweckt und er freundet sich langsam mit dem Kamel an. Was würden aber die anderen Tiere über diese Freundschaft denken? Vor allem der (hinter)listige Wüstenfuchs redet ihm ein , das er sich lächerlich macht. Auch vor der Löwin Batava möchte Boltan einige Bewährungsproben bringen Klarheit in diese turbulente Geschichte um Freundschaft, Vertrauen und Solidarität…..

„Boltan ist eigentlich ein Gefangener der Oase, deshalb interessieren ihn die Geschichten von Murats Abenteuer aus entfernten Gebieten hinter der Wüste“, fügte Kirschke hinzu.„Stefan Happel und Götz Vogel von Vogelstein, zwei Schauspieler vom KJT, werden vom Erzählermodus in unterschiedliche Rollen springen. Darunter unter anderem der Wüstenfuchs. Dabei kommen Handpuppen und Schattenspiele sowie Musik zu Einsatz“, verriet Stahl in der Pressekonferenz.

„Bei der Entwicklung der Musiktexte zeigte die Regieassistentin Veronika Metz besonderes Talent“, freut sich der Regisseur. Es wird Musik aus der Konserve geben, dabei wird aber live gesungen.

Es wird aber in den 60 Minuten nicht nur erzählt, gespielt und gesungen, sondern unter der Choreografie von Mark Hoskins auch getanzt. Zur Ausstattung von Jula Reindell wurde nur soviel verraten: Es wird erst ein noch leere Raum zu sehen sein, dann wird nach Dunkelheit plötzlich eine Oase erscheine. Außerdem spielt ein großer Schrankkoffer mit allem notwendigen Dingen als Raum eine besondere Rolle.

Die Premiere ist schon ausverkauft. Weitere Aufführungstermine sind: So, 11. Mai 2014, So, 18. Mai 2014, Mo, 19. Mai 2014, Di, 20. Mai 2014, Di, 27. Mai 2014, Mi, 28. Mai 2014, So, 01. Juni 2014, Mo, 02. Juni 2014, Fr, 06. Juni 2014, So, 08. Juni 2014, Mi, 11. Juni 2014, Fr, 20. Juni 2014, So, 22. Juni 2014 und So, 29. Juni 2014.

Karten und Informationen unter 0231 50 27222 oder www.theaterdo.de




Drama um Liebe, Hass und Leidenschaft

Im Banne der Leidenschaft. Pauline Steinmeyer (Carmen) und Steffen Happel (José). (Foto: © Birigt Hupfeld)
Im Banne der Leidenschaft. Pauline Steinmeyer (Carmen) und Steffen Happel (José). (Foto: © Birigt Hupfeld)

Das Publikum erlebte bei der Premiere des Musik-Theaterprojekts „Außer Kontrolle: Carmen“ nach Georges Bizets Oper „Carmen“ (ab 14 Jahren) eine spannende und interessante Mischung aus Schauspiel, Oper und Rap. Nach „Glaube, Liebe, Holländer“ ist es die zweite Koproduktion des KJT Dortmund mit der jungen Oper Dortmund.

Die Regisseurin Brigitta Gillessen transformiert und verändert die Handlung der Oper in die Gegenwart. Die Hauptpersonen treffen hier auf engen Raum in einer Art Arena, inmitten des Publikums, aufeinander. Das Besondere ist, das José und Zuniga von Schauspielern verkörpert werden, Carmen, Micaela und Escamillo aber junge Opernsänger sind.

Carmen ist die Besitzerin des Clubs „La corrida“. Als ihr der junge Polizist José begegnet, verfällt er ihr sofort und ist bereit, seine Karriere und die Liebe zu seiner Verlobten Micaela, die ein Kind von ihm erwartet, aufs Spiel zu setzten. Als bei einer Razzia mit seinem korrupten Vorgesetzten Zuniga im Club Drogen gefunden werden, hilft er Carmen, die mit ihrer Mädchengang mit Drogen handelt, den Stoff verschwinden zu lassen. Da die Liebe wie ein wilder Vogel“ ist, verliebt sich Carmen bald unsterblich in den Superstar und Motorrad-Rennfahrer Escamillo vom Team „Toreador“. Das Chaos der Gefühle nimmt seinen Lauf und die Geschichte gerät außer Kontrolle….

 

Gillessen hat in ihrer Inszenierung die Figur der Micaela gegenüber der Oper aufgewertet.

Sie steht der starken, verruchten und verführerische Carmen, die für Freiheitsliebe, Unabhängigkeit und Abenteuer steht, als Gegenpol gegenüber. Sie eine Frau, für die Geborgenheit, Familie und Beständigkeit wichtig sind. José, der sich selbst nicht in der Gewalt hat und schon einmal suspendiert wurde, muss sich zwischen ihnen entscheiden. Das führt zu einem tragischem Ende.

 

Das Drama wird von außen vor allem für auch jüngere Zuhörer/innen ansprechend von den beiden Rappern „Der Wolf“ (Jens Albert) und Tim Gilenberg begleitet und kommentiert. Dabei übernimmt“Der Wolf“ den Part des „Teufelchen“, der José von den Vorzug einer Beziehung mir Carmen überzeugen will. Gilenberg als das „Engelchen“ warnt ihn dagegen vor ihr und den Folgen.

Hinter der Bar unterstreicht eine 13-köpfigers Kammerorchester unter der Leitung von Michael Hönes mit den bekannten „Musikhits“ aus der Oper mit einstudierten leichten Veränderungen. Nötig waren die vor allem bei der ergreifenden Arie von Micaela, als sie besingt, dass ihr das ungeborene Kind am Wichtigste ist und sie Stark macht. Stark auch die sensible Begleitung durch das Orchester im Hintergrund der Handlung.

Die drei jungen Sängerinnen und Sänger von der Folkwang-Hochschule Essen, Paulina Steinmeyer (Carmen), Engjellshe Duka (Micaela) und Christian Henneberg(Escamillo) boten sowohl vom gesanglichem Können wie auch im Schauspiel eine eindrucksvolle Leistung.

Besonders die beiden Frauen überzeugten in ihren Rollen als verführerische, stark Carmen, die weiß was sie will, und der für ihre kleine Familie und ihr Glück aufopfernd kämpfende Micaela.

Die beiden Schauspieler vom KJT, Steffen Happel (José) und Andreas Ksienzyk (Zuniga) als gut in das Spiel um Leidenschaft, Liebe und Gewalt ein. Happel spielte den José zunächst hin und hergerissen zwischen den beiden Frauen, dann als Mann, der sich nicht mehr unter Kontrolle hat überzeugend. Ksienzyk mimte den auf seinen Vorteil bedachten korrupten Zuniga merklich mit viel Vergnügen.

Das Bühnenbild bot einiges zum Sehen. Wie eine Arena aufgebaut, konnten die Zuschauer das Spiel von drei Seiten erleben. An einem Ende befand sich das „Wohnzimmer“ von José und Micaela, am anderen Ende Carmens Club „La corrida“. So war es möglich beide weiblichen Hauptfiguren parallel zu erleben.

 

Eine bemerkenswerte Spielfreude zeigten auch die Mädchengang „Karincas“. Die Jugendlichen wurden aus einem der Projekte des Kulturrucksacks NRW ausgewählt.

 

So wird die Oper den Jugendlichen „schmackhaft“ gemacht. Mehr davon!

Weitere Termine am 30. März, 11., 12., 28., 29., 30. April, 02., 13., 14., 15. und 18. Mai 2014.

Karten und weitere Informationen unter www.theaterdo.de oder 0231 5027222.