Kleine Dinge ganz nah

"Versponnen - vernetzt" von Michael Jaspert besteht aus 625 einzelnen Klötzen.
„Versponnen – vernetzt“ von Michael Jaspert besteht aus 625 einzelnen Klötzen.

Die Ausstellung „Ganz nah dran!“ in der Galerie Dieter Fischer im Depot (Immermannstraße 29) zeigt vom 24.07. bis zum 23. 08. 2015 Werke der beiden Künstler Michael Jaspert und Andreas Knäbel. Beide Künstler präsentieren altbekannte Dinge in neuen Ansichten und Perspektiven.

Die wohl zentrale Arbeit von Michael Jaspert aus Dortmund liegt auf dem Boden und besteht aus 625 einzelnen Buchenholzklötzchen unterschiedlicher Höhe. Erst wenn der Betrachter von oben auf das Kunstwerk schaut, erkennt er die Bedeutung: Eine Spinne in ihrem Netz. Daher lautet auch der Titel „Versponnen-vernetzt“. Jaspert zu seiner Faszination für Spinnen und Insekten: „Ich möchte zeigen, was in der Natur und beim Menschen für Verbindungen und Ähnlichkeiten herrschen. Die Spinne braucht ein Netz zum Überleben und um Futter zu fangen. Der Mensch braucht Netzwerke heutzutage ebenfalls: Stromnetze, Computernetzwerke und soziale Netzwerke.“

Daneben zeigt Jaspert auch einige Makrofotografien von Spinnen und Insekten. Die Nahaufnahmen könnten für einige Menschen, die Angst vor Spinnen haben, eventuell Furcht einflößend sein. „Ich habe unterschiedliche Erfahrungen gemacht“, so der Künstler. „Es gibt Leute, die sagen: So kann ich mir die mal angucken ohne Angst zu haben, die können mir nichts tun. Es gibt andere Leute, die schmeißen sich gleich in die Ecke, weil sie Spinnen nicht sehen können.“

Zudem präsentiert Jaspert auch einige Radierungen. „Irgendwann habe ich mal die Idee gehabt, alte Techniken wie den Kupferstich mit moderner Fototechnik zu verbinden. Das Motiv wird nicht mit einer Nadel auf die Platte gestochen, sondern mittels Fototechnik.“ Die Auflage seiner Radierungen beträgt maximal 10 Stück pro Motiv.

Ein ganz anderen Bezug zum Titel der Ausstellung hat der Berliner Künstler Andreas Knäbel, denn er versucht in seinen Werken politisch und inhaltlich „Ganz nah dran“ zu sein. In seinen Collagen benutzte er den vor einigen Jahren herausgegebenen Warenkatalog des Kaufhauses KADEWE zum 100jährigen Jubiläum. „Den habe ich in die Hände bekommen und fand die Aufnahmen von diesen aufgetakelten und geschniegelten Kindern in Anzügen und Lackschuhen. Ich musste irgendetwas dazu machen. Ich wollte es nicht komplett zerstören, aber ich musste etwas anderes machen und habe die Aufnahmen dann konterkariert mit Zeitungsanzeigen aus Illustrierten aus meinem Geburtsjahr 1961. Dann entstehen halt ganz neue Bezüge. Jeder kann sich einen neuen Weg dazu suchen: Was passiert denn da“, erzählt Knäbel.

In den älteren ausgestellten Arbeiten benutzt Knäbel Bildmaterial aus früheren Zeiten. Vorzugsweise sind es Abbildungen aus alten Lexikas, Warenhaus- oder Spielzeugkatalogen, die von ihrer Strichzeichenoptik ein wenig an den Cartoonisten Christian Groß (kriki) erinnern, der ebenfalls diese Abbildungen benutzt. „Die Motive stelle ich neu zusammen und mach daraus was Neues. Mein Ausgangspunkt ist, erst einmal malerisch die Grundfläche zu schaffen und dann schaue ich, welche Motive dazu passen, was will dahin. Es findet sich immer irgendwie. Wenn es sich nicht findet, kann man es eigentlich wegwerfen.“

Die Vernissage ist am 24. Juni von 19 bis 21 Uhr. Die Finissage am 23. August von 15 bis 18 Uhr mit Künstlergespräch.

Die Öffnungszeiten der Galerie Dieter Fischer: Donnerstag, Samstag und Sonntag von 17 bis 20 Uhr.




Verbindungen in Gegensätzen

verbindungen
Auch eine Verbindung: Joep Struyk (links) und Walter Hellenthal kennen sich seit mehreren Jahren.

Eine Ausstellung mit zwei Bildhauern. Da erwartet der Besucher Skulpturen und Installationen, doch in der Ausstellung „Connection“ vom 19. Juni bis 19. Juli 2015 in der Galerie Dieter Fischer im Depot sind auch zweidimensionale Arbeiten zu sehen: Walter Hellenthal präsentiert Arbeiten auf Papier. Joep Struyk hingegen präsentiert seien Skulpturen.

Hellenthal präsentiert in der Ausstellung Arbeiten aus seinen Werkzyklen „Gebärde der Natur“, „Vom Ursprung“ und „Befindlichkeiten“. Der Künstler sucht die Verbindungen zwischen organisch und anorganisch, streng geometrisch und willkürlich natürlich. Diese Polarität ist das Kernmerkmal seiner ausgestellten Arbeiten. Auch wenn die Zeichnungen keine Vorbilder für Skulpturen sind, ist dieser Antagonismus in seinen späteren dreidimensionalen Werke wieder erkennbar. Beispielsweise wenn ein Teil einer Skulptur aus Eisenmineralien (quasi dem Naturprodukt) besteht, der andere Teil aus dem Endprodukt Stahl.

Der niederländische Bildhauer Struyk besinnt sich in seinen Arbeiten auf eine alte italienische Sage, die die Entstehung des weißen Marmors in Carrara behandelt: Er ist eine Träne Gottes. Daher trägt seine Serie den lateinischen Namen „Lacrima“, Tränen. Seine Tränen thematisieren die Verletzlichkeit des jungen Lebens („Il semenzale“, Der Keim), aber auch die Umweltzerstörung durch den Abbau des Marmors. Besonders spannend ist ein Werk mit dem Namen „Senza peso“: Hier befindet sich die Träne geschützt in einem Tabernakel. Der Besucher muss, um sie zu sehen, erst die Tür öffnen. Auffällig ist „La lacrima negra“, die schwarze Träne, die auf einer Art Holzscheit steht. Ist sie das „schwarze Schaf“ unter den Tränen oder steht sie als Symbol für Dinge wie Hexenverbrennungen?

Die Vernissage ist am 19. Juni 2015 von 19 bis 22 Uhr.

Öffnungszeiten der Galerie Dieter Fischer sind donnerstags von 17 bis 20 Uhr und nach Vereinabrung.

Galerie Dieter Fischer

Immermannstraße 29

44147 Dortmund

www.galerie-dieter-fischer.de




Menschen und Tiere im Mittelpunkt

Das Bild von Susanne Schütz zeigt kein Fabelwesen, sondern symbolisiert eine bockige Frau.
Das Bild von Susanne Schütz zeigt kein Fabelwesen, sondern symbolisiert eine bockige Frau.

Vom 27. März bis zum 19. April 2015 präsentiert die Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund die erste Einzelausstellung der Depot-Künstlerin Susanne Schütz. Neben ihren Öl- und Acrylbilder zeigt sie auch noch vier Plastiken. Die Vernissage ist am 27. März von 19 bis 21 Uhr.

„Ich lade in meinen Kopf ein“, erklärt Susanne Schütz und ergänzt, „es ist eine intime und persönliche Ausstellung.“ Ihre Bilder zeigen teils Alltagsszenen, teils haben die Bilder eine allegorische oder symbolische Bedeutung. Eine Wand ist Tier- und Menschenkindern gewidmet.

Die alten Meister bewundert Susanne Schütz. „Darüber hinaus bin ich Fan vom Symbolismus und vom Fin de siècle“, erklärt sie. Beides waren Kunstrichtungen, die zwischen 1880 und 1910 ihren Höhepunkt hatten.

In manchen Bildern finden sich Elemente wieder, die durchaus im Fantasy-Genre spielen könnten. So zeigt ein Bild eine Frau mit einem Bockshorn. Doch es steht nicht für eine Fantasy-Figur, sondern für eine Visualisierung des Begriffes „bockig“.

Ihre Bilder sind in unterschiedlichen Formaten. Ebenfalls eine bewusste Entscheidung der Künstlerin. „Ich spiele mit den Formaten.“

Neben den Bildern und den Plastiken bespielt Susanne Schütz den gesamten Ausstellungsraum. Dazu gehört ein Blumenarrangement, wie es niederländische Meister als Motiv für ihre Bilder benutzt haben sowie der Herzschlag der Künstlerin als akustische Begleitung.

Galerie Dieter Fischer

Immermannstraße 29

44147 Dortmund

Geöffnet Mittwoch, Freitag und Sonntag 12 bis 18 Uhr.




Surreal wirkende Stillleben

Sandra Opitz vor ihrem Werk "Der Rote Wald".
Sandra Opitz vor ihrem Werk „Der Rote Wald“.

In ihrer zweiten Einzelausstellung in der Galerie Dieter Fischer zeigt Sandra Opitz Malerei, Zeichnungen und Druckgraphik unter dem Titel „Feucht- und Trockenpräparate“. Die Vernissage ist am Freitag, dem 06. März 2015, die Ausstellung ist bis zum 22. März zu sehen. Der Titel bezieht sich auf die naturkundlichen Präparate, die entweder trocken (für Pflanzen) oder feucht (z.B. Schlangen) existieren.

Die Künstlerin ist fasziniert von naturhistorischen Dingen und der Anatomie des Menschen. Im Bild „Graskopf“ beispielsweise ist ein Querschnitt durch einen menschlichen Schädel zu sehen, wie er auch in Anatomiebüchern vorkommt, auf einer Seite der Schädeldecke wächst aber ein Grasbüschel aus dem Kopf. Diese surrealen Elemente können auf den ersten Blick verwirrend für den Betrachter wirken. „Man kann es auch ironisch und humorvoll sehen, statt eines reinen Vanitas-Motives“, so Opitz. Der Betrachter hat somit die Möglichkeit, sich eigene Gedanken zu den Bildern zu machen.

In früheren Zeiten glaubte man an die Existenz von Fabelwesen wie dem Basilisken. Als „Beweis“ wurden Teile unterschiedlicher Tiere zusammengenäht. Opitz setzt diese Idee malerisch um und kreierte einen Basilisken aus Zebra und Taube.

Das großformatige Bild „Der rote Wald“ von ist ein spannendes Werk, das technische Elemente und Natur enthält. Auf der linken Seite ist ein Teil eines Armaturenbrettes eines Autos zu sehen, darunter ein Knopf eines Flippers. Den größten Teil des Gemäldes nehmen die titelgebenden roten Bäume ein sowie ein Bär. Bär und roter Wald stammen aus Reiseerlebnissen der Künstlerin, als sie sich in Russland aufgehalten hat. Bemerkenswert sind auch die Turnschuhe, die Opitz in das Werk integriert hat sowie einen kleinen Schalter. Wie passen die technischen Elemente und die Naturbezüge zusammen? Die Antwort auf diese Frage muss der Betrachter wohl selber finden.

In ihren neuesten Arbeiten wendet sich Opitz stärker der Natur zu. Sie verbindet hier Naturdarstellungen, mit Elementen von Computersimulationen, um das organische mit dem anorganischen zu verbinden. So schafft sie mit der Farbigkeit einen assoziativ erzählerischen Kontext.

Opitz malt gerne mit Öl, weil Ölfarbe langsamer trocknet und sie somit noch in den Prozess der Bildgestaltung eingreifen kann. Teilweise benutzt sie weitere Materialien in ihren Bildern wie Linolstempel oder vor allem Klebebänder, die sie entweder im Bild lässt oder abzieht, so dass die unteren Schichten wieder hervortreten. „Malerei ist für mich ein Experimentiernmedium“, erzählt die Künstlerin.

Sandra Opitz ist seit Herbst 2014 auch als Künstlerin im Depot tätig. „Ich habe mich gut eingelebt“, so die Künstlerin „in meinem Atelier kann ich Großformate malen“.

Die Galerie Dieter Fischer ist Dienstag und Donnerstag von 17:bis 20 Uhr geöffnet sowie Sonntag von 15 bis 18 Uhr und nach Absprache

Galerie Dieter Fischer

Immermannstraße 29

44147 Dortmund




Beziehungen zwischen Fläche und Körper

Birgit Feike webt Kleider aus Absperrbändern.
Birgit Feike webt Kleider aus Absperrbändern.

Vom 23. Januar bis zum 22. Februar 2015 zeigt die Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund an der Immermannstraße eine gemeinsame Ausstellung von Alesha Klein und Birigt Feike unter dem Titel „Körper-Fläche / Fläche-Körper“. Zu sehen sind Zeichnungen, Skulpturen, Bilder und Objekte.

Zweidimensionales wird dreidimensional und umgekehrt. Das ist die Verbindung zwischen beiden Künstlerinnen, die eine ganz unterschiedliche Herangehensweise an ihre Kunst haben.

Ein wesentlicher Bestandteil in der Kunst von Alesha Klein (Dortmund/Düsseldorf) sind Gesichter. Begonnen hatte es dadurch, dass sie Köpfe aus Modelliermasse gefertigt und mit Sprühfarbe gemalt hatte. „Umso mehr ich gemacht habe, desto leichter ging es von der Hand“, erzählt sie. Die Gesichter zeigen Emotionen, sind aber so abstrakt gehalten, dass sie keine bestimmte Person zeigen. „Das Bild ist eine Art Spiegel“, so Klein.

Gesichter stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Alesha Klein.
Gesichter stehen im Mittelpunkt der Arbeiten von Alesha Klein.

Mit einem interessanten Material arbeitet Birgit Feike (Schwerte): Plastik. „Plastik ist das Material der Jetztzeit“, erklärt die Künstlerin. „Es hat Gips, Holz, Leinwand ersetzt.“ Für Feike ist das Material ideal: es ist flexibel und extrem verformbar. Ihre Arbeiten werden klassisch auf einem Webstuhl hergestellt. Dafür wird das Plastik erst zu Fäden gesponnen und dann zu Objekten gewebt. Beeindruckend sind ihre Kleider, die Feike aus den rot-weißen Absperrbänden gewebt hat. Auch sehr spannend ist ein Objekt, das eine Form wie ein Bienenkorb hat. Zunächst könnte man den Eindruck bekommen, es sei aus vielen goldenen Bonbonpapieren zusammengesetzt, doch es besteht aus goldbedampfter Aluminiumfolie. Durch einen Spiegel am Boden kann der Betrachter selbst Teil des Objektes werden.

Die Vernissage ist am 23. Januar 2015 um 19 Uhr. Die Öffnungszeiten der Galerie Dieter Fischer ist donnerstags von 17 bis 20 Uhr.




Eine Liebe zum Weißraum

Studie nach Moriyama, 2014 von Hiltrud Zierl.
Studie nach Moriyama, 2014 von Hiltrud Zierl.

Es fällt vielleicht nicht sofort auf, aber wenn man die Bilder von Hiltrud Zierl genauer betrachtet, bemerkt der Betrachter den großen Weißraum in den Arbeiten der Künstlerin. Auch die Raumgestaltung in der Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund lässt der freien Fläche und dem Licht viel Platz. Es ist das Gegenteil von vollgestopft, es wirkt lichter. Die Ausstellung „SchlagSpuren“ mit Skulpturen, Radierungen und Zeichnungen ist vom 07. November 2014 bis zum 04. Januar 2015 zu sehen.

Von den 16 ausgestellten Arbeiten von Zierl sind 13 Zeichnungen, eine Radierung und vier Skulpturen zu sehen, weitere Radierungen und Aktzeichnungen sind in drei Mappen zugänglich. Die Zeichnungen nehmen den größten Teil der gezeigten Arbeiten ein. Sie wirken auf den ersten Blick roh, grob, im Mittelpunkt der Bilder steht eine Atmosphäre. „Mir geht es um etwas Untergründiges“, so Zierl. Dadurch, dass diese untergründigen Ebenen nicht fassbar oder erklärbar sind, steht die Kommunikation im Mittelpunkt. Vom Künstler zum Bild und vom Bild zum Betrachter entwickelt sich eine Kommunikationslinie.

Die vier Skulpturen wirken sehr archaisch. „Es ist aber nicht inhaltlich archaisch, sondern es ist der Stein“, erklärt die Künstlerin. Denn es sind teilweise unbehauene Flächen zu sehen. Zierl arbeitet mit unterschiedlichen Materialien wie Belgisch Granit oder Roter Sandstein. „Aber mit Muschelkalk arbeite ich am liebsten“; so die Künstlerin. Dennoch bestimmt die bildhauerische Idee das Material.

Hiltrud Zierl hat verschiedenen Vorbilder für ihre Arbeiten. So hat sie sich von David Lynchs Film „Mulholland Drive“ inspirieren lassen oder von Michael Wolfs Bildserie über Fahrgäste in der dichtgedrängten japanischen U-Bahn. Daraus entwickelte Zierl eine Serie von Radierungen.

Die Vernissage am 07. November 2014 um 19 Uhr wird musikalisch begleitet vom Saxophonisten Siegfreid Hiltmann, bei der Finissage am 04. Januar 2015 um 15 Uhr wird die Schauspielerin Ella Sebastian-Strube eien Lesung durchführen.




Retrospektive einer Künstlerin und Galeristin

Gerda Türke gemalt von ihrem Sohn Franco Camue.
Gerda Türke gemalt von ihrem Sohn Franco Camue.

Mit dem Tod von Gerda Türke im Jahre 2012 verlor Dortmund nicht nur eine Galeristin, eine engagierte Friedensaktivistin, sondern auch eine sehr vielfältige Künstlerin. Die Galerie Dieter Fischer im Depot zeigt vom 01. August bis zum 07. September 2014 eine kleine Auswahl ihrer Werke. Franco Camue, Gerda Türkes Sohn und der Künstler Hanfried Brenner haben die Ausstellung kuratiert.

 

„Es ist nur ein Bruchteil der Werke meine Mutter zu sehen“, erklärte Camue und verwies auf den geringen Platz in der Galerie. „Es ist nicht einfach, aus den Konvoluten eine repräsentative Auswahl zu treffen.“ Zusammen mit Brenner hat er sich daran gemacht, die Arbeiten seiner Mutter in Themenblöcke aufzuteilen. „Begonnen hat sie schon in den 60er Jahren mit Zeichnungen, aber richtig los ging es in den 80ern“, so Camue.

 

Die rund 50 gezeigten Bilder lassen sich in verschiedene Themen aufteilen: Informelle Werke, freie Aquarelle, Thema Friedensmarsch, Rostbilder und naturalistische Zeichnungen, darunter auch Aktzeichnungen. „Aktzeichnungen hat sie sehr gemocht“, erzählte Camue.

 

Ein besonderes Werk hängt ebenfalls in der Ausstellung. Franco Camue hat seine Mutter ein kleines Denkmal gesetzt, indem er sie in typischer Weise gemalt hat. Lesend vor ihrer riesigen Wand aus Kunstbüchern. „Sie war eine leidenschaftliche Galeristin und eine leidenschaftliche Künstlerin“, so Brenner.

 

Die Vernissage ist am 01. August von 19 bis 21 Uhr.

Gerda Türke – Galeristin und Künstlerin

vom 01. August bis zum 07. September

 

Galerie Dieter Fischer

Depot Dortmund

Immermannstraße 29

44147 Dortmund

 

Öffnungszeiten Sonntag und Donnerstag von 15 bis 18 Uhr.




Wenn Prachtstücke auf Ornamente treffen

Ein "Prachtstück" von Andrea Maria Bresson.
Ein „Prachtstück“ von Andrea Maria Bresson.

Bunt und farbenfroh ist die aktuelle Ausstellung in der Galerie Dieter Fischer im Depot. Unter dem Titel „Prachtstücke/Ornamente“ zeigen AndreaMaria Bresson und Mo Hadjimir vom 13.06. bis zum 20.07.2014 ihre Kunst. Als Gast dabei ist der junge iranische Künstler Oham, der Graffiti Kunst präsentiert.

Kennen Sie die Venus von Willendorf? So ähnlich gebaut wirken auch die „Prachtstücke“ von Andrea Maria Bresson. Aber Bressons Frauenbilder sind farbenfroher, sie enthalten eine Vielzahl an Symbolik und Mystik. Beinahe ist der Betrachter geneigt, jedem Prachtstück ein Volks zuzuordnen. Passt die Frau mit dem Elchgeweih vielleicht in den hohen Norden?

Wer die Arbeiten des persischen Künstlers Mo Hadjimir sieht, begreift, warum die Kunst der Ornamentik aus dem arabischen Raum zur hohen Kunst getrieben wurde. Daher stammt auch der Begriff Arabeske. Hadjimir Benutzen florale Ornamente und arabische Schriftzeichen, um seine Bilder zu einem Kunstwerk werden zu lassen. Seine Farbgebung wechselt von dezent, über knallige Farben bis hin zu schwarzen mystischen Arbeiten.

Sind Tags von Graffiti-Künstlern die neue Ornamentik? Bei den Arbeiten von Ohan könnte man drauf schließen. Seine Graffiti-Art ist ebenso farbenreich.

Galerie Dieter Fischer
Im Depot Dortmund
Immermannstraße 29
44147 Dortmund

Öffnungszeiten: donnerstags von 16 bis 20 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung unter 0171 / 264 7972 (Kurator Hartmut Gloger)

Weitere Öffnungszeiten: zur ExtraSchicht, 28.06.2014 von 18 bis 24 Uhr

Eintritt:frei




Fließend und Fest

Susanne Thiemann, "PINKCLOUD", 2011, Kunststoffschlauch zweifarbig geflochten, 200 x 50 x 50 cm
Susanne Thiemann, „PINKCLOUD“, 2011, Kunststoffschlauch zweifarbig geflochten, 200 x 50 x 50 cm

Bei den Flechtarbeiten von Susanne Thiemann hat der Betrachter den Eindruck: Gerade eben ist etwas fließendes erstarrt. Wie Lava oder ein gefrorener Wasserfall wirken die Kunstwerke, die vom 11. April bis zum 18. Mai 2014 in der Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund zu sehen sind.

 

Der Titel der Ausstellung „Flechtworks“ spielt auf das Material und die Arbeitsweise an, das Thiemann für ihre Skulpturen benutzt: Die Künstlerin flechtet Kunststoffschläuche zu Kunstwerken. Gelernt ist gelernt, denn Thiemann ist gelernte Korbflechterin. Doch wie Körbe oder Tasche wirken ihre Arbeiten überhaupt nicht. Hier muss sich der Betrachter eigene Gedanken machen. Weitere Arbeiten sind auch begleitend zur Ausstellung „anybody can have an idea“ im Museum Ostwall im Dortmunder U zu sehen (wir berichteten).

 

In der Ausstellung sind neben den Skulpturen auch zwei Frottagen zu sehen. Was sind Frottagen? Bei der Frottage wird die Oberflächenstruktur eines Gegenstandes durch Abreiben auf Papier übertragen. Bei Thiemanns Frottagen erahnt man schon die Strukturen ihrer späteren Skulpturen.

 

Die Öffnungszeiten der Galerie Dieter Fischer ist donnerstags von 16 bis 20 Uhr. Und nach Vereinbarung.

 

Galerie Dieter Fischer

im Depot Dortmund

Immermannstraße 29

44147 Dortmund

www.galerie-dieter-fischer.de




Intimer Einblick ins Atelier

Wolfgang Schmidt in seinem Atelier vor seinem neuesten Werk "Wiener Zuckerl".
Wolfgang Schmidt in seinem Atelier vor seinem neuesten Werk „Wiener Zuckerl“.

Das Atelier ist für viele Künstler der Ort, an dem Ideen ausgearbeitet und beendet werden. Hier entstehen Kunstwerke. Sich in ihr „Allerheiligstes“ schauen zu lassen, kostet sicher Überwindung. Wolfgang Schmidt hat sogar fünf Künstlerkollegen eingeladen und in sein Atelier (ebenfalls im Depot)gelassen. Die Ausstellung „aus Künstlersicht“ in der Galerie Dieter Fischer im Depot vom 21. März bis 06. April 2014 zeigt die Ergebnisse.

 

Die Künstlerinnen und Künstler, die Wolfgang Schmidt eingeladen hat, sind: Mark Ansorg, Doris Goldbach, Sabrina Podemski, Heidrun Schauerte und Christian Westphalen. „Ich hege eine Begeisterung für diese Künstler“, so Schmidt.

 

Die Bilder, die Heidrun Schauerte gemalt hat, bieten eine Art mikroskopischen Blick auf das Atelier. Einige Elemente werden in ihren schmalen, rechteckigen Bildern ausschnitthaft vergößert, so dass es fast schon abstrakt aussieht.

 

Die überwiegenden schwarz-weiß Fotografien von Mark Ansorg wirken nüchtern. Fast scheint der Fotograf unsichtbar zu sein. „Ich habe irgendwann mal vergessen, dass er da war“, erklärte Schmidt. So entwickeln die Fotografien ihren eigenen Reiz.

 

Der andere Fotograf, Christian Westphalen, stellt eher die Technik in den Vordergrund. Seine Bilder, die er nachts mit hoher Belichtungszeit gemacht hat, bringt den Sternenhimmel ins Atelier. Durch die starke Weitwinkeligkeit werden die Linien zu Kurven und der Betrachter hat den Eindruck, er schaut auf einen Torbogen.

 

Die Grafikerin Sabrina Podemski hat persönliche Sachen von Schmidt wie Schuhe oder ähnliches in den Vordergrund gestellt und sie neu zusammengestellt. Neben Zeichnungen benutzte die Künstlerin auch den Druck als künstlerisches Mittel.

 

Die großformatigen Bilder von Doris Goldbach wirken impressionistisch durch ihre Farbigkeit. „Sie setzt Licht in Farbe um“, so Schmidt.

 

Die Vernissage ist am Freitag, den 21.03.2014 von 19 bis 21 Uhr. Die Galerie ist geöffnet Donnerstag und Samstag von 16 bis 20 Uhr sowie Sonntag von 15 bis 18 Uhr und nach Absprache.

 

Galerie Dieter Fischer

Immermannstraße 29

44147 Dortmund

www.galerie-dieter-fischer.de