Beim 9. Philharmonischen Konzert am 06. und 07. Mai um 20 Uhr im Konzerthaus Dortmund steht das berühmte Violinkonzert Nr.1 von Max Bruch auf dem Programm. Bruch wird sicherlich zu Unrecht auf dieses Werk reduziert. Nicht nur Soloviolinist Guy Braunstein findet, dass Bruch weitere schöne Sachen komponiert hat. Nach dem Interview mit dem Dirigenten Marco Comin, sprach Ars tremonia mit Guy Braunstein.
Ars tremonia: Wie sind Sie zu Ihrem Instrument – der Violine – gekommen?
Braunstein: Ich bin aufgewachsen in der Nähe von Tel Aviv und damals in den 70er Jahren hat fast jedes Kind ein Instrument gespielt. Die meisten haben zwar nach ein paar Jahren ein neues Spielzeug gefunden und haben aufgehört, aber manche sind dabei geblieben. In dem kleinen Dorf bei Tel Aviv gab es immer Kinderkonzerte und ich bin mit fünf oder sechs Jahren mit meinen Eltern dorthin gekommen und habe einen Nachbarn gehört, der Geige gespielt hat. Meine Eltern haben mir später erzählt, wie furchtbar er gespielt hat. In meinen Ohren klang es aber so wunderschön, dass ich gesagt habe, das möchte ich spielen.
Ars tremonia: Sie haben eine lange Zeit bei den Berliner Philharmonikern gespielt und sind jetzt freier Solist. Was sind die Unterschiede?
Braunstein: Das Leben ist viel einfacher im Orchester. Ich habe die Jahre in Berlin sehr genossen und bin sehr dankbar für diese Jahre. Wie fast immer im Leben, irgendwann muss man sagen: Jetzt kommt der Zweite Satz. Ich möchte auch andere Sachen auch. Jetzt spiele ich so ungefähr 12-13 Wochen im Jahr mehr solistisch oder ich dirigiere. Zudem gebe ich noch Kammerkonzerte.
Ars teremonia: Stichwort Dirigieren. Was ist der Unterschied zwischen Solist und Dirigent?
Braunstein: Es sind zwei unterschiedliche Seiten einer Medaille. Ich kann die Vorteile nach den vielen Jahren im Orchester mitnehmen. Ich weiß genau, was man braucht, weil ich die Dirigenten von sehr nah gesehen habe mit jeder kleinen Bewegung. Was hilft der Musik und was nicht? Diese Erfahrung nehme ich mit.
Ars tremonia: Sie spielen ja die Solovioline bei Bruchs Violinkonzert Nr. 1. Wie würden Sie das Stück charakterisieren?
Braunstein: Bruch ist zu Unrecht ein „Ein-Stück-Komponist“ geworden. Das erste Violinkonzert ist das einzige Repertoirestück von ihm geblieben. Ich spiele auch gerne die „Schottische Fantasie“ von ihm. Sie ist genauso gut, wenn nicht sogar besser. Es war für ihn als Komponist einfach „schlechtes Glück“. Er war in der falschen Zeit. Ende des 19. Jahrhunderts bis Anfang des 20. Jahrhunderts hat sich alles bewegt nach Wagners Tod, nur Bruch ist bei seinen schönen Themen geblieben.
Sehnsuchtsvolle Romantik
Gastdirigent Marco Comin sprach mit Ars tremonia über das Programm des 9. Philharmonischen Konzertes.
Den Beginn macht Liederkreis „An die ferne Geliebte“ von Alois Jeitteles für Singstimme und Klavier op. 98 von Ludwig van Beethoven. Singen wird Gerardo Garciacano vom Ensemble der Dortmunder Oper und das Klavier spielt Michael Gees Danach folgt Bruchs wohl bekanntestes Werk: Sein Violinkonzert Nr.1, der Solist ist Guy Braunstein. Zum Schluss erklingt die 3. Sinfonie von Mendelssohn-Bartholdy, die sogenannte „Schottische“. Die Werke von Bruch und Mendelssohn-Bartholdy wird der italienische Dirigent Marco Comin leiten, der momentan Chefdirigent des Münchner Gärtnerplatztheaters ist. Ars tremonia sprach mit Comin.
Ars tremonia: Sie sind in Venedig geboren, der Stadt vieler berühmter Komponisten. Hat Sie das musikalisch beeinflusst?
Comin: Indirekterweise. Ich finde es ganz lustig, wenn die Leute denken, weil ich aus Venedig komme, habe ich einen besonderen Zugang zur Barockmusik. Was auch stimmt. Aber ich weiß nicht, ob es an der venezianischen Tradition liegt. Ich glaube vielmehr, dass mich die Stadt mit ihrer Ästhetik und mit ihrem Aussehen sicherlich geprägt hat.
Ars tremonia: Wie sind Sie zum Dirigieren gekommen.
Comin: Ich habe zwar Klavier und Komposition in Venedig studiert, aber später kam die Entscheidung, Dirigent zu werden. Es war für mich unerträglich, allein zu musizieren. Das war so trist. Deshalb habe ich als Pianist lieber Kammermusik gespielt als Klavierabende zu geben. Irgendwann habe ich den Chor an der Uni dirigiert als Aushilfe und dann kam die Idee, wenn ich nicht im Orchester spielen kann, dann wenigstens leiten.
Ars tremonia: Sie sind das erste Mal in Dortmund. Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Orchester?
Comin: Heute war die erste Probe mit dem Orchester und ich muss sagen, es macht Spaß. Man muss sich natürlich erst einmal kennenlernen, das kann man nicht in 2 ½ Stunden machen. Ich kann aber herausfinden, ob es eine gemeinsame Sprache gibt, und in welche Richtung ich gehen soll, damit man sich besser versteht. Ich versuche, die Stärken und Schwächen eines Orchesters herauszufinden und das Orchester soll die Stärken und Schwächen des Dirigenten kennenlernen. Ich bin sehr optimistisch, so wie die Proben gelaufen sind. Es macht wirklich Spaß.
Ars tremonia: Das Programm steht unter dem Begriff „ferne_geliebte“. Werden es denn so sehnsuchtsvolle Abende?
Comin: Ich denke schon. Nehmen wir zum Beispiel die „Schottische“. Mendelssohn hat sich immer geweigert, Programmmusik zu schreiben. Er hat fest an absolute Musik geglaubt und selbst ein Stück wie die „Schottische“ bleibt immer noch eine Sinfonie, die natürlich wegen des Titels mit einer bestimmten Situation zu tun hat, die Mendelssohn inspiriert hat, dieses Stück zu schreiben. Aber es ist schon sehr berührend, wenn man den Brief an seine Schwester liest, in dem steht: ‚Wir sind jetzt gerade in Schottland und besuchen das alte Schloss, wo Queen Mary gelebt und geliebt hat und wo sie auch ermordet wurde‘. Diese Sehnsucht spürt man schon in der Einleitung.
Ars tremonia: Aber in der „Schottischen“ ist nicht folkloristisches.
Comin: Es ist natürlich nicht nationale Musik, wie beispielsweise Tschaikowsky. Die Atmosphäre und der Ursprung der Komposition ist zu spüren, mehr nicht. Sogar im letzten Satz hat Mendessohn die kleinsten Spuren von Programm weggestrichen. Der letzte Satz hieß ursprünglich „allegro guerriero“ also kriegerisches Allegro. Er hatte Angst gehabt, es könnte zu programmatisch klingen. Jetzt heißt es „allegro vivacissimo“.
Ars tremonia: Max Bruch gilt ja als konservativer Komponist. Zudem wurde er auf seine erstes Violinkonzert, das ein großer Erfolg war, reduziert.
Comin: Wenn der Ausgangspunkt Wagner und Liszt war, glaube ich nicht, dass Bruch konservativer war als Brahms. Bruch war sehr mit der Tradition verbunden, was die Kompositionstechnik oder was die Harmonik angeht. Das Violinkonzert Nr.1 ist eine sehr gute Mischung zwischen Rhapsodie und Form. Es gibt natürlich eine Form, wie sie bei Bruch ziemlich typisch ist. Der erste Satz zum Beispiel heißt „Vorspiel“. Als ob der zweite Satz, das „Adagio“ der Hauptpunkt ist. Es hat schon diesen rhapsodischen Charakter durch die Kadenz am Anfang mit der Sologeige. Die Form ist nicht eine Sonatenform. Der erste Satz geht nahtlos in den zweiten Satz über, es ist eine wunderbare Cantilene, ein Lied wenn man will. Der dritte Satz ist eine Art Tanz, bei dem der Solist seine Virtuosität zeigen kann. Es ist schon eine sehr interessante Form.
Und obwohl Bruch konservativ war, ist das Violinkonzert nicht die typische Form – strukturell meine ich – eines klassischen Solokonzertes.
Ars tremonia: Worauf achten Sie beim Dirigieren besonders?
Comin: Es ist wichtig, dass man die Sprache und vor allem die Aussprache eines Stückes oder eines Komponisten versteht und dass man dementsprechend phrasiert. Das Phrasieren ist unheimlich wichtig, denn mit Phrasen gestaltet man. Oft vergleicht man das Spielen eines Orchesters mit dem Singen. Was auch richtig ist. Ich glaube aber, genauso wichtig ist das Sprechen oder die Rhetorik. Wenn man Musik macht, darf man das nicht vergessen. Wenn wir eine Geschichte erzählen oder vorlesen, geben wir unser Bestes, damit die Leute interessiert sind oder die Spannung bleibt. Dabei ist die Aussprache sehr wichtig. So wie die Aussprache von Italienisch und Deutsch sich unterschiedet, ist die Aussprache von Verdi oder Wagner ebenfalls unterschiedlich.
Operndirektor Jens-Daniel Herzog wagte sich nach der szenischen Aufführung von „Elias“ erneut an ein Oratorium. Herzog verwandelte „Die Jahreszeiten“ von Joseph Haydn aus einer romantischen Landpartie in ein säkularisiertes Deutschlandpanorama. Von der Kapitulation über das Wirtschaftswunder bis zur Demographieproblematik spannte sich der Zeitbogen. Die Solisten gaben ihr Bestes, aber gegen einen wirklich gut aufgelegten Opernchor hatten sie keine Chance. Ein Premierenbericht vom 27. April.
Dass ein Oratorium szenisch aufgeführt wird, ist eine ungewöhnliche Sache. Herzog hatte schon de „Elias“ von Mendelssohn-Bartholdy vor zwei Spielzeiten eine Handlung mitgegeben, die sich aber mehr oder weniger streng an der Vorlage orientierte. Bei den „Jahreszeiten“ von Hadyn geht er noch einen Schritt weiter und verwandelt die stark romantisierende Handlung, die das bäuerliche Leben und die Natur preist, in eine Geschichte der Bundesrepublik. Der Frühling ist die Kapitulation und der Neuaufbau mit Währungsreform, der Sommer wird zur Wirtschaftswunderzeit, der Herbst wird kühler, Ausländerfeindlichkeit wird thematisiert und im Winter verwandelt sich Deutschland durch den demographischen Wandel in ein Altenheim. Was Herzog nicht thematisiert: die Geschichte der DDR, die Wiedervereinigung oder die 68er. Aber es gibt halt nur vier (in manchen Gegenden auch fünf) Jahreszeiten.
Herzogs szenische Interpretation zeigt viele beeindruckende Bilder Als der Vorhang nach der Ouvertüre aufgeht, steht zunächst Simon (Morgan Moody) mit einer weißen Fahne schwenkend auf der Bühne. Um ihn herum anscheinend Trümmer, die sich im Laufe als Hanne (Anke Briegel) und Lukas (Lucian Krasznec) sowie der Dortmunder Opernchor entpuppen. Ausstaffiert als Trümmerfrauen und heimkehrende Soldaten singt der Chor dann „Komm, holder Lenz“.
Bei einer Zeitreise durch die Geschichte der Bundesrepublik bliebt es nicht aus, dass die Solisten und der Chor in verschiedene Rollen schlüpfen müssen. Die Mitglieder des Chores waren unter anderem Trümmerfrauen, Stahlarbeiter, Frauen mit Kinderwagen in der Babyboomerzeit, (Ausländer-)Jäger und zum Schluss Senioren im Altenheim.
Auch Morgan Moody (Simon) schlüpfte in viele Rollen. Er verkörperte bestimmte Politiker wie Adenauer, Erhard, aber auch jemanden wie Franz Schönhuber. Lucian Krasznec (Lukas) stellte einen amerikanischer Offizier, jungen Bauern, Angestellte und zusammen mit Anke Briegel (Hanne) ein Liebespaar dar. Eine Szene mit den beiden war besonders komisch. Zum Duett „Ihr Schönen aus der Stadt“ wollten sie auf einer Parkbank nett beisammen sein. Auf der nahegelegenen Wiese wurde jedoch kräftig gegrillt, was unser Pärchen natürlich sehr störte.
Anke Briegel spielte zuerst eine Trümmerfrau, die sich einen amerikanischen Offizier schnappt, und zuletzt eine Altenpflegerin im Altenheim „Deutschland“.
Die drei Solisten zeigten sich gewohnt von ihrer besten Seite. Da fällte es schon schwer, jemanden herauszuheben. Mit seinem ganz speziellen Gespür für Komik sorgte Krasznec vielleicht noch für ein zusätzliches kleines Sahnehäubchen. Ein Oratorium steht und fällt aber mit dem Chor und der war an diesem Abend einfach in einer herausragenden Form. Nicht nur, dass alle Mitglieder gut singen können, nein, sie haben auch noch kleinere schauspielerische Dinge in die Inszenierung gebracht, so dass es sich lohnt, mehrmals hineinzugehen. Ein großes Lob gilt dem Leiter des Chores Granville Walker.
Ich möchte nicht verschweigen, dass eine so radikale und auch säkularisierte Interpretation wie von Jens-Daniel Herzog nicht jedem gefallen hat. Es gab durchaus auch einige Buhrufe, ein Besucher ist lautstark nach dem Frühling gegangen. Die Thematisierung von Frauen, die sich in der Nachkriegszeit den amerikanischen oder englischen Soldaten an den Hals geschmissen haben, um damit ihre Lebensverhältnisse zu verbessern, ist für den einen oder anderen doch harter Tobak, wenn er oder sie ein spätbarockes Stück über die Schönheiten der Landluft erwartet hatte. Sei’s drum. Die Mehrzahl der Besucher spendete Applaus, vor allem musikalisch gab es nichts, aber auch gar nichts auszusetzen. Das ist auch ein Verdienst von Philipp Armbruster und den Dortmunder Philharmonikern.
Ist es Zufall, dass die Neuauflage des Balletts „Krieg und Frieden“ von Xin Peng Wang gerade zur 100-jährigen Wiederkehr des Beginns des Ersten Weltkrieges aufgeführt wird? Denn genauso wie in Tolstois Meisterwerk waren die Menschen 1914 zunächst euphorisch, bis sie dann die Schrecken des Krieges am eigenen Leib erfahren mussten. Auch bei den vier Protagonisten Natascha, Lisa, Andreji und Pierre wird der Krieg zum Entscheider über ihr weiteres Schicksal. Ars tremonia war bei der Premiere der Neufassung am 04. April im Opernhaus Dortmund dabei.
Mit Monica Fotescu-Uta als Natascha und Mark Radjapov als Andreji waren zwei Akteure dabei, die schon vor sechs Jahren mitgetanzt haben. Damals war das Handlungsballett „Krieg und Frieden“ etwas unerhört Neues auf der Dortmunder Ballettbühne und bedeutete gleichzeitig die Eigenständigkeit des Balletts als eigene Sparte.
Das Ballett beginnt mit einem Fest und endet mit einem Totentanz. Auch hier sind Parallelen zu 1914 und 1918 erkennbar. Das „Fin de siècle“ endete in Revolutionen und Chaos. Xin Peng Wang zeigt in seinen Choreografien sehr eindrucksvoll die Schrecken des Krieges und die Verzweiflung der zurückgebliebenen Frauen. Gleich zu Beginn des zweiten Teils tanzen Natascha und Lisa (Jelena-Ana Stupar) ein ergreifendes Duo. Beide Verlassene, dadurch sie sind sich doch sehr ähnlich. Das wird in der Choreographie deutlich. Unterstützt wird das Duo durch die Ergreifende Filmmusik zu „Odna“ (Allein) von Dimitri Schostakowitsch.
Drastisch erzählt Xin Peng Wang das Schicksal der Soldaten. Militärischer Zwang, Gewalt und am Ende die Schlacht und der Tod. Pierre (Alysson da Rocha Alves) überlebt zwar, aber mit Schäden an Körper und Seele.
Da Rocha Alves tanzt einen Pierre mit all seinen Facetten. Von Hurrapatriotismus bis zum verzweifelten Opfer der Kriegsmaschinerie. Mark Radjapov tanzt den zerrissenen Andreji, der zwischen zwei Frauen steht. Einerseits mit Lisa verheiratet, liebt er eigentlich Natascha. Hier nimmt ihm der Krieg die Entscheidung ab, er fällt.
Fotescu-Uta tanzte die erst unbeschwerte Natascha mit kecker Fröhlichkeit, doch wird sie schon bald den Ernst des Lebens kennenlernen. Ergreifend die Abschiedsszene, als sie zusammen mit Lisa (Stupar) Pierre und Andreji in eine ungewissen Zukunft verabschieden müssen.
Beim Bühnenbild waren das Auffälligste eine Vielzahl von Haken, an denen Körbe befestigt waren. So entstand ab und zu der Eindruck einer Waschkaue. Sehr effektvoll wurden sie beim erwähnten Duo der beiden Frauen eingesetzt. Zunächst schienen sie wie eine Art von Grenzziehung und Distanz, doch mit der Zeit verschwanden die Körbe und Natascha und Lisa tanzten gemeinsam.
Ein weiteres gelungenes Element bei der Aufführung war das Licht. Als das Corps de Ballett als Soldaten aufmarschiert, scheint es durch die Schattenwirkung, als ob hunderte weitere Menschen mitmarschieren.
Die Musik zum Ballett stammt von Dimitri Schostakowitsch. Dabei wurde darauf geachtet, nicht nur die populären Stücke des Komponisten zu nehmen wie beispielsweise die 7. Sinfonie, sondern auch eher unbekannte Werke wie die Filmmusik zu „Odna“. Die Dortmunder Philharmoniker unter Philipp Armbruster zeigten ebenso wie die Tänzer ein souveräne Leistung.
„Krieg und Frieden“ ist ein Handlungsballett mit starken Emotionen. Für alle Beteiligten gab es vom Publikum Standing Ovations zum Schluss.
Weitere Termine: 13.04.14, 19.04.14, 16.05.14, 28.05.14 und 19.06.14
Karten sind noch erhältlich unter www.theaterdo.de oder 0231 50 27222.
Erlebnis für Auge und Ohr
Der Begeisterung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz für Filmmusik haben es die Dortmunder wohl zu verdanken, dass sie am Montag, den 31. März im Konzerthaus in den Genuss eines besonderen Ereignisses kamen: Ein Stummfilm, der simultan von einem Live-Orchester begleitet wird. Und welcher Film passt besser als Start einer möglichen Reihe? Natürlich „Nosferatu“ von Friedrich Wilhelm Murnau aus dem Jahre 1921. Den er trägt den schönen Untertitel „Eine Symphonie des Grauens“.
Eigentlich haben wir sehr viel Glück, diesen Film überhaupt zu sehen, denn nach einem Gerichtsbeschluss hätten alle Filmkopien vernichtet werden müssen. Denn „Nosferatu“ lehnt sich stark an das Buch „Dracula“ von Bram Stoker an. Und auch schon damals gab es Klagen gegen Urheberrechtsverletzungen. Gut, dass der Film überlebt hat. Ein Klassiker der Filmgeschichte, allein das Spiel von Max Schreck als Graf Orlok ist bemerkenswert. Und es gibt natürlich einige Unterschiede in der Handlung. Während beim Original „Dracula“ der Vampir durch die Hauptperson Harker getötet wird, trägt das Ende bei „Nosferatu“ fast wagnerianische Züge. Denn ähnlich wie beim „Fliegenden Holländer“ opfert sich eine Frau (Ellen), um den Vampir zu erlösen und die Stadt von der Pest zu befreien.
Die riesige Leinwand im Dortmunder Konzerthaus bot einen beeindruckenden Rahmen für den Stummfilm mit der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Gabriel Feltz.
Die Musik ist nicht die Originalmusik von Hans Erdmann, gespielt wurde der Soundtrack, den James Barnard fast 75 Jahre nach der Entstehung von „Nosferatu“ komponiert hatte. Bernard komponierte in den 50er- und 60er Jahren Filmmusik für die Horror- und Science-Fiction-Filme der Hammer Studios, die durch die „Dracula“ Verfilmungen mit Christopher Lee bekannt geworden sind. Bernards Musik ist sehr bildreich. Er arbeitet sehr leitmotivisch, das heißt, es gibt für jeden Charakter oder Stimmung eine bestimmte Melodie.
Es machte sich bezahlt, dass der GMD wie er verriet, den Film wohl schon um die zwanzig mal gesehen hat. Er leitete das gut aufgelegte Orchester punktgenau durch die unterschiedlichsten Gefühlswelten des Stummfilmes. Manchmal leicht beschwingt, dramatisch wenn Gefahr droht, oder auch sehnsuchtsvoll, als Ellen am Strand auf Nachrichten von ihren geliebten Mann wartet. Bei gefährlichen, bedrohlichen Situationen konnten die Musiker das Tempo exzessiv steigern.
Es bleibt zu hoffen, dass die Kombination vom Stummfilm mit Livemusik nicht nur ein einmaliges Erlebnis bleibt, sondern weitergeführt wird. Das Publikum war jedenfalls am Montag begeistert.
Hier noch ein kurzer Film von den Proben mit einem Interview mit Gabriel Feltz: [vsw id=“4pBHJOR03t8 “ source=“youtube“ width=“425″ height=“344″ autoplay=“no“]
Grusel im Konzerthaus
Am 31. März spielen die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz live zum parallel laufenden Stummfilm „Nosferatu“. Ars tremonia war bei einer Orchesterprobe dabei und sprach mit GMD Feltz.
Das Publikum erlebte bei der Premiere des Musik-Theaterprojekts „Außer Kontrolle: Carmen“ nach Georges Bizets Oper „Carmen“ (ab 14 Jahren) eine spannende und interessante Mischung aus Schauspiel, Oper und Rap. Nach „Glaube, Liebe, Holländer“ ist es die zweite Koproduktion des KJT Dortmund mit der jungen Oper Dortmund.
Die Regisseurin Brigitta Gillessen transformiert und verändert die Handlung der Oper in die Gegenwart. Die Hauptpersonen treffen hier auf engen Raum in einer Art Arena, inmitten des Publikums, aufeinander. Das Besondere ist, das José und Zuniga von Schauspielern verkörpert werden, Carmen, Micaela und Escamillo aber junge Opernsänger sind.
Carmen ist die Besitzerin des Clubs „La corrida“. Als ihr der junge Polizist José begegnet, verfällt er ihr sofort und ist bereit, seine Karriere und die Liebe zu seiner Verlobten Micaela, die ein Kind von ihm erwartet, aufs Spiel zu setzten. Als bei einer Razzia mit seinem korrupten Vorgesetzten Zuniga im Club Drogen gefunden werden, hilft er Carmen, die mit ihrer Mädchengang mit Drogen handelt, den Stoff verschwinden zu lassen. Da die Liebe wie ein wilder Vogel“ ist, verliebt sich Carmen bald unsterblich in den Superstar und Motorrad-Rennfahrer Escamillo vom Team „Toreador“. Das Chaos der Gefühle nimmt seinen Lauf und die Geschichte gerät außer Kontrolle….
Gillessen hat in ihrer Inszenierung die Figur der Micaela gegenüber der Oper aufgewertet.
Sie steht der starken, verruchten und verführerische Carmen, die für Freiheitsliebe, Unabhängigkeit und Abenteuer steht, als Gegenpol gegenüber. Sie eine Frau, für die Geborgenheit, Familie und Beständigkeit wichtig sind. José, der sich selbst nicht in der Gewalt hat und schon einmal suspendiert wurde, muss sich zwischen ihnen entscheiden. Das führt zu einem tragischem Ende.
Das Drama wird von außen vor allem für auch jüngere Zuhörer/innen ansprechend von den beiden Rappern „Der Wolf“ (Jens Albert) und Tim Gilenberg begleitet und kommentiert. Dabei übernimmt“Der Wolf“ den Part des „Teufelchen“, der José von den Vorzug einer Beziehung mir Carmen überzeugen will. Gilenberg als das „Engelchen“ warnt ihn dagegen vor ihr und den Folgen.
Hinter der Bar unterstreicht eine 13-köpfigers Kammerorchester unter der Leitung von Michael Hönes mit den bekannten „Musikhits“ aus der Oper mit einstudierten leichten Veränderungen. Nötig waren die vor allem bei der ergreifenden Arie von Micaela, als sie besingt, dass ihr das ungeborene Kind am Wichtigste ist und sie Stark macht. Stark auch die sensible Begleitung durch das Orchester im Hintergrund der Handlung.
Die drei jungen Sängerinnen und Sänger von der Folkwang-Hochschule Essen, Paulina Steinmeyer (Carmen), Engjellshe Duka (Micaela) und Christian Henneberg(Escamillo) boten sowohl vom gesanglichem Können wie auch im Schauspiel eine eindrucksvolle Leistung.
Besonders die beiden Frauen überzeugten in ihren Rollen als verführerische, stark Carmen, die weiß was sie will, und der für ihre kleine Familie und ihr Glück aufopfernd kämpfende Micaela.
Die beiden Schauspieler vom KJT, Steffen Happel (José) und Andreas Ksienzyk (Zuniga) als gut in das Spiel um Leidenschaft, Liebe und Gewalt ein. Happel spielte den José zunächst hin und hergerissen zwischen den beiden Frauen, dann als Mann, der sich nicht mehr unter Kontrolle hat überzeugend. Ksienzyk mimte den auf seinen Vorteil bedachten korrupten Zuniga merklich mit viel Vergnügen.
Das Bühnenbild bot einiges zum Sehen. Wie eine Arena aufgebaut, konnten die Zuschauer das Spiel von drei Seiten erleben. An einem Ende befand sich das „Wohnzimmer“ von José und Micaela, am anderen Ende Carmens Club „La corrida“. So war es möglich beide weiblichen Hauptfiguren parallel zu erleben.
Eine bemerkenswerte Spielfreude zeigten auch die Mädchengang „Karincas“. Die Jugendlichen wurden aus einem der Projekte des Kulturrucksacks NRW ausgewählt.
So wird die Oper den Jugendlichen „schmackhaft“ gemacht. Mehr davon!
Weitere Termine am 30. März, 11., 12., 28., 29., 30. April, 02., 13., 14., 15. und 18. Mai 2014.
Karten und weitere Informationen unter www.theaterdo.de oder 0231 5027222.
Wiener Klassik beflügelt Fantasie
Im Mittelpunkt des 2. Wiener Klassik Konzertes standen am 24. März 2014 im Dortmunder Konzerthaus die Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt“ op.27 (1828) von Felix Mendelsohn Bartholdy (1809 – 1847). die Sinfonia concertante für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester Es-Dur KV 297b (1778) und die „Italienische“ Sinfonie Nr.4 A-Dur op.90 (1833).
Dirigiert wurde die Dortmunder Philharmoniker von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz.
Mendelsohn Bartholdy wurde bei seiner Ouvertüre stark von Goethes Gedichtpaar „Meeresstille und glückliche Fahrt“ beeinflusst. Der Sonatensatz beginnt zunächst langsam und still wie das Meer an einem nebeligen, trüben Morgen. Dies Gefühl wird durch gedämpfte Akkorde und einzelne Bläserfloskeln verstärkt. Dann kündigen Flötentriolen den leisen Wind an und die Tempi ziehen an. Feltz und die Philharmoniker inszenieren die Ouvertüre temperamentvoll mit einem Wechsel von Hauptthema und Seitenthema und leiten dann wieder hin zum Wellenmotiv. Beeindruckend, wie gegen Ende die Trompeten die glückliche Ankunft des Schiffes ankündigen und drei Orchester-Akkorde leise die Ouvertüre beenden. Das Publikum konnte sich gut in die Meeresreise hinein träumen und ihren eigenen Fantasien freien lauf lassen.
Ein besonderes Erlebnis bot Mozarts „Sinfonia concertante für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester Es-Dur KV 297b. Sie wurde erst 77 Jahre nach Mozarts Tod in der Berliner Hofbibliothek entdeckt und es gab einige die daran zweifelten, dass das Werk, zwischen Konzert und Sinfonie angesiedelt, vom Meister stammt. Die vier Sätze waren alle, für Mozart unüblich, in der Tonart Es-Dur komponiert.
Allerdings spricht wirklich sehr vieles für die Echtheit des Werkes und Mozarts Urheberschaft.
Er hatte gegen Ende des 18. Jahrhunderts diese Gattung auf seinen Reisen, vor allem nach Paris, kennengelernt und damit experimentiert. Die Solopartien sind zudem meisterhaft vollendet und virtuos komponiert.
Gleich vier Solisten der Dortmunder Philharmoniker konnten mit oder ohne die unterstützende Begleitung der Philharmoniker hier gleichzeitig ihr Können zeigen und ausleben. Die Solisten an diesem Abend waren der Solo-Oboist Volkmar Schöller, die stellvertretende Solo-Klarinettistin Frauke Hansen, die Solo-Hornistin Monika Lorenz sowie die Solo-Fagottistin Minori Tsuchiyama.
Besonders das Allegro, hatte mit seiner Verspieltheit, Feierlichkeit und punktierten Rhythmen viel von typisch „Mozartischem“. Seinen Stil konnte das Publikum auch beim Andante mit seinen eleganten und schönen Klängen erkennen.
Einen grandiosen Abschluss bildete das Adantino mit zehn Variationen eines Themas. Die vier Bläser trieben sich hier gegenseitig zu Höchstleistungen. Mal als Soloinstrumente einzeln im Vordergrund, um sich dann wieder gemeinsam verbindend zueinander zu finden.
Nach der Pause ging es mit Mendelsohn Bartholdys durch seine zweijährige Italienreise um 1830 inspirierten „Italienischen Sinfonie Nr.4 A-Dur op.90“ weiter. Es sei „ das lustigste Stück“, was er je gemacht habe. Erstaunlich ist dabei, dass eigentlich nur die Ecksätze einen leichten südländischen, die beiden Mittelsätze aber eher einen nordisch-melancholischen Charakter aufweisen.
Das bekannt spritzige Hauptthema in A-Dur im Allegro vivace wird von diesem fast durchgehend geprägt. Mit Hörnerklang weckt das E-Dur Trio des Menuetts dann aber auch durchaus Assoziationen an (deutsche) Waldromantik.
Im zweiten Satz Andante con moto in d-Moll eher melancholisch und wohl durch die Nachricht vom Tod von Goethes mit beeinflusst. Es schließt sich dann ein ruhiger dritter Menuettsatz in A-Dur an.
Den Abschluss bildet ein siebenteiliges Rondo in a-Moll, das mit Saltarello (italienischer Springtanz) überschrieben ist und im schnellen Sechsachtel-Takt endet.
Ein gelungener Konzertabend und am 19. Mai 2014 gibt es um 19.00 Uhr das 3. Konzert Wiener Klassik im Konzerthaus mit der Sinfonie Nr.82 C-Dur, Der Bär“ (1786) von Joseph Haydn, dem Konzert für Flöte, H arfe und Orchester C-Dur KV 299 (778) und der Sinfonie Nr.104 D-Dur „Salomon“ (1795).
Abschied ist ein scharfes Schwert
Das 7. Philharmonische Konzert am Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus Dortmund stand unter dem Oberbegriff „Abschiednehmen“. In seiner 7. Sinfonie nahm Anton Bruckner Abschied von Richard Wagner, Sergej Rachmaninow überarbeitete sein erstes Klavierkonzert 1917, als er Russland verließ. Geschrieben hat er es schon einige Jahre vorher als Abschlussprüfung. Pianist Joseph Moog spielte den Solopart.
Das Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 in fis-Moll ist Rachmaninows Frühwerk. Das hört man. Einerseits ist die russische Musik in fast jeder Note vorhanden, Erinnerungen an Tschaikowsky kommen auf, aber man spürt die Eloquenz, die der damals 17-jährige an den Tag legte. Dazu kam mit Joseph Moog ein Interpret, der seine Virtuosität in jedem Tastenschlag unter Beweis stellte. Sein Klavierspiel passte ideal zu dem spätromantischen Werk, im dem Rachmaninow sich ja nicht nur als Komponist, sondern auch als Pianist verewigte. Das Spiel der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz ergänzte sich vortrefflich mit dem Klavierspiel von Moog. Eine Zugabe gab es natürlich auch: Moog spielte eine der Nocturnes von Chopin.
Nach der Pause wurde es monumental. Bruckners 7. Sinfonie in E-Dur stand auf dem Programm. In dieser Sinfonie ist alles enthalten, was man an Bruckner mag oder hasst. Der Reichtum an musikalischen Erfindungen und die thematische Eloquenz auf der einen und der Hang zum Maßlosen, zum blendenden Prunk auf der anderen Seite. „Mit Kleinigkeiten hat sich Bruckner nie abgegeben“, stand in einem Nachruf auf den Komponisten aus der „Arbeiter-Zeitung“. Dem kann man vorbehaltlos zustimmen, wenn man die 7. Sinfonie gehört hat. Und so setzte Gabriel Feltz mit seinen Philharmonikern die Segel und fuhr durch das große, weite Bruckner-Meer.
Das Adagio, der zweite Satz, hatte etwas besonderes zu bieten: Wagner-Tuben. Trotz des Namens sind die „Tuben“ eigentlich Hörner und so klingen sie auch. In diesem Satz verarbeitet Bruckner musikalisch die Nachricht vom Tode Wagners. So besitzt dieses langsame, getragene Stück eine deutliche elegische Form. Doch die Wagner Verehrung Bruckners lässt sich in seiner 7. Sinfonie öfters heraushören. Nur kommen in Wagners Musikdramen noch Gesang und das Geschehen auf der Bühne hinzu. Zudem besitzt Wagner trotz seiner tiefen und ernsten Musik immer noch einen kleinen Funken Humor, den er bei seinen Werken einarbeitet.
Feltz und seine Musiker verrichten Höchstarbeit auf hohem Niveau. Am Ende sind nicht nur die Musiker ermattet, sondern auch das Publikum. Nach der Urfassung der 1. Sinfonie in der vergangenen Spielzeit und die Erfahrung von Dienstag, muss ich sagen: Bruckner und ich werden wohl keine Freunde, dabei ist und bleibt das musikalische Genie des Österreichers unbestritten.
Hommage an legendäre Hollywood-Filmmusiken
Mit dem 2. Konzert für junge (und jung gebliebene) Leute entführten die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz am 24. Februar 2014 ihr Publikum im Dortmunder Konzerthaus in die Welt der großen Filmmusiken aus Hollywood. Von „Gone with the Wind“ (Max Steiner) bis zu den „Pirates of the Carribean“ (Klaus Badelt). Für Feltz sind Komponisten wie Max Steiner oder Erich Wolfgang Korngold als Gründungsväter der orchestralen Filmmusik eine Herausforderung und gehören in das Repertoire jedes guten philharmonischen Orchesters. Deshalb ist für jedes Jahr ein „Hollywood-Hit“-Konzert geplant.
An diesem Abend standen stand die Musik von neun Hollywood-Filmen von 1940 bis heute im Mittelpunkt. Für humorvolle Überleitungen und Erklärungen zu den einzelnen Filmen sorgte als Moderator Schauspieler Wolfram Boelzle, zur Zeit auch im Bochumer Prinzregententheater als Kurfürst im „Prinz Friedrich von Homburg“ zu sehen. Auch wenn es ab und zu des Guten zuviel war, schließlich sind die meisten Besucher wegen der Musik gekommen.
Zu Beginn wurde das Publikum von der Dortmunder Philharmoniker mit der Musik von Max Steiner gefühlvoll in die Welt der des Südstaaten-Melodramas „Vom Winde verweht“ (Gone with the Wind) aus dem Jahr 1940 gezogen. Nach diesem sanften Einstieg wurde mit Bernhard Herrmanns Musik zu Alfred Hitchcocks „Psycho“ ein wenig gruselige Stimmung in den Konzertsaal gezaubert.
Danach wurde wieder das Genre gewechselt. Die Komödie „Pink Panther“ist einerseits durch den Spielfilm von Blake Edwards aus dem Jahr 1963 bekannt, in dem es um eine Gruppen von Juwelenräubern geht, aber auch dem jüngeren Publikum durch die Zeichentrickserie „Der rosarote Panther“ mit Paulchen Panther ein Begriff.
Henry Mancini komponierte die Musik für diesen Film ebenso wie für „Frühstück bei Tiffany“ (Breakfast at Tiffany’s) aus dem Jahr 1961. Bei der melancholischen-romantischen Musik von „Moon River“ aus diesem Film konnte das Publikum seinen Gedanken nachhängen und in Ruhe träumen.
Auch das Action-Genre durfte nicht fehlen. Mit einem Medley aus bekannten James-Bond-Melodien rockte Gabriel Feltz mit seinen Musikern das Konzerthaus.
John Williams hat bei seiner Filmmusik zu „Harry Potter“ sicherlich mal bei Richard Wagner hereingehört, denn die Potter-Suite hatte einige Anleihen beim großen Meister. Es ist erstaunlich (oder auch nicht), dass die Filmmusik zu den aktuellen Blockbustern sehr von der Romantik geprägt ist. Das hörte man besonders bei der Musik der Filme „Titanic“ von James Horner und „Lord of the Rings“ (Herr der Ringe) von Howard Shore.
Zum Schluss entführte uns Feltz noch in die Karibik zu den Piraten. Klaus Badelt imponierte das Publikum mit seiner Musik zu „Pirates of the Carribean“ (Piraten der Karibik) so sehr, dass es nochmal in der Zugabe gespielt wurde.
Unterstützend zur Musik wurden auch Lichteffekte verwandt, so beispielsweise bei „Psycho“ als das Orchester in kalten blau.weißem Licht getaucht wurde oder zum Schluss als „Kanonenschüsse“ per LED-Leuchten simuliert wurden.
Mit Spezial-Effekten und der zum großen Teil auch bei jungen Leuten populären Filmmusikauswahl ist es dem Generalmusikdirektor und der Dortmunder Philharmoniker nach dem geglückten Experiment mit Klassik und Elektro wieder gelungen, ein jüngeres Publikum ins Konzerthaus zu locken.