Zeit für Helden

Die Dortmunder Philharmoniker packen in der kommenden Spielzeit die Heldengeschichten aus. Ars tremonia sprach mit Generalmusikdirektor Gabriel Feltz unter anderem über das neue Programm, den „live vertonten“ Film „Metropolis“ und das erste Jahr in Dortmund.

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Dortmunder Philharmoniker feiert Helden

 

Das Plakat soll die Dortmunder auf die neue Spielzeit mit den Philharmonikern aufmerksam machen. (v.l.n.r.) Gabriel Feltz (Generalmusikdirektor), Orchestermusiker, Gerhard Stranz (Publikumsinitiative PPP), Orchestermusikerin, Stephanie Schneider (Gestaltmaufaktur) und Michael Hoffmann (Theater- und Konzertfreunde)
Das Plakat soll die Dortmunder auf die neue Spielzeit mit den Philharmonikern aufmerksam machen. (v.l.n.r.) Gabriel Feltz (Generalmusikdirektor), Orchestermusiker, Gerhard Stranz (Publikumsinitiative PPP), Orchestermusikerin, Stephanie Schneider (Gestaltmaufaktur) und Michael Hoffmann (Theater- und Konzertfreunde)

„EinHeld ist eine Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen, sog. Heldentaten, treiben.“ So steht es zumindest in der Wikipedia unter dem Stichwort „Held“. Die Dortmunder Philharmoniker stellen ihre neue Spielzeit 14/15 ganz unter das Motto „held_innen_leben“.

 

Um die Menschen in Dortmund und Umgebung für das neue Programm zu begeistern, stehen einige große Plakate in Dortmund (unter anderem am Max-von-der-Grün-Platz). Demnächst auch an der B1. In großen Lettern steht „Wir alle können Helden sein“ auf den Plakaten. „Wir wollen damit zum einen Bezug zu unserem Jahresthema held_innen_leben herstellen“, so Feltz. „Unsere ganze Saison dreht sich um das Thema Helden – Kühnheit, Tapferkeit, Größe, Triumph und Tragik. Dazu gibt es so viel wunderbare Musik. Wir freuen uns sehr auf unsere Programme.“

Mit den 10 Philharmonischen Konzerten, den Wiener Klassik-Konzerten, den Kammermusik- und Kaffeehauskonzerten, der umfangreichen Reihe Expedition Klassik für Kinder, Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene und einigen Sonderveranstaltungen bieten die Dortmunder Philharmoniker ihrem Publikum auch in dieser Saison wieder ein spannendes, vielfältiges Programm an, das neben der großen Klassik noch weit mehr bietet. Alle Beteiligten freuen sich auf die zweite Spielzeit mit GMD Gabriel Feltz, die am 16./17.9. mit dem 1. Philharmonischen Konzert startet. Unter dem Abendmotto „helden_haft“ stehen Richard Strauss’ „Heldenleben“, Beethovens „Ouvertüre zu Leonore II“ und Viktor Ullmans Konzert für Orchester zu Klavier mit dem Solisten Moritz Ernst auf dem Programm.

 




Musikvielfalt im Opernhaus

Die Bigband der TU Dortmund (groove m.b.h.) spielte zusammen mit den Dortmunder Philharmonikern. (Foto: © Anneliese Schürer)
Die Bigband der TU Dortmund (groove m.b.h.) spielte zusammen mit den Dortmunder Philharmonikern. (Foto: © Anneliese Schürer)

Das 3 Konzert für junge Leute lud am 18. Juni 2014 nicht in das Konzerthaus, sondern unter dem Motto „Open Stage – Lieder mit ohne Worte und Orchester“ zu einem spannenden „Crossover-Mini-Festival“ vom Feinsten. Musikschaffende aus unserer Stadt und Region hatten die einmalige Gelegenheit, zusammen mit der Dortmunder Philharmoniker auf der Opernbühne zu musizieren.

Das breite Spektrum reichte dabei von Steeldrum, Klassik, Folklore. a-cappella-Gesang bis zum Bigband-Sound. Das ganze mal mit, mal ohne Orchester.Durch das Programm führte für den ausgefallenen Christoph Jöde Andreas Beck vom Dortmunder Schauspiel-Ensemble mit Charme und Humor.

 

Teil 1 vor der Pause dirigierte engagiert Philipp Armbruster, danach mit Schwung der erste Kapellmeister Motonori Kobayashi. Schon mit der ersten Nummer „Also sprach Zarathustra“ von Richard Strauß sorgte das „Bäng Bäng Steeldrumorchester“ unter der Leitung von Martin Buschmann nach der Begrüßung durch Orchestermanager Rainer Neumann mit ihren satten Steeldrum-Klängen zusammen mit der Philharmoniker für ausgelassene Partystimmung.

Danach konnte das Publikum den Künsten des jungen Pianisten Max Janßen-Müller beim melancholisch-stimmungsvollen ersten Satz des 1. Klavierkonzert in a-Moll, von Edvard Grieg lauschen.

Mit türkischer Musik und schöner Stimme bezauberte die Sängerin und Leiterin des türkischen Bildungszentrums Nuran Özdemir Asan, während die Tamilische Gruppe „Ilap Prya“  das Publikum mit einem eigens komponierten Raga berührte, der die friedlich-hoffnungsvolle Stimmung der Tamilen vor ihrer systematischen Vernichtung widerspiegelte.

Weltmusik im wahren Sinne des Wortes boten der aus Chile stammende Musiker Enrique Plazaola & Band. Sie brachten inspiriert von einem Besuch der Osterinseln und angetan von der Kultur der Rapa Nui einen selbst geschaffenen Moai.

Als Knaller heizten dann die „Green Onions“, eine Big Band des Clara Schumann Gymnasiums, die Stimmung unter Leitung von Jochen Weichert zusammen mit der Dortmunder Philharmoniker besonders mit Michael Jacksons „Billy Jean“ ordentlich an. Zur besonderer Freude des Publikums tanzte ein elfjähriger Junge als „Mini-Jacko“ mit viel Ausdruck dazu den „Moon Walk“. Zwei Dirigenten gleichzeitig auf der Bühne agieren. Wann sieht man das als Zuschauer?

 

Nach der Pause zeigte der siebzehnjährige Wuppertaler Pianist Maximilian Kliem mit seinem virtuosen und sensiblen Spiel des ersten Satzes von Ludwig van Beethovens Klavierkonzert Nr.1, zum ersten Mal gemeinsam mit einem großen Orchester sein Können.

Die vier Sängerinnen der Band „Chantik“ begeisterten dann mit „a-cappella-Gesang“ vom Feinsten und eigener Interpretation von altem Liedgut.

Eine Mischung aus Funk, Jazz, Pop Rock, R&B und Reggae macht die Musik der Band „What Ever Works“ um Gitarrist und Tontechniker des Theaters Günther Holtmann aus. Mit „Voulez Vous“ von ABBA und „Freak You“ machten sie Appetit auf mehr bei der „After-Show-Party „ nach dem Konzert.

Als krönender Abschluss gab es „Jazz“ in hoher Qualität von der Dortmunder Bigband „Groove m.b.H.“ der TU Dortmund unter der Leitung von Michael Kröger. Er dirigiert mit Elan sowohl die Bigband wie auch die Dortmunder Philharmoniker.

 

Ein gelungenes Experiment und besonderes Erlebnis für alle Beteiligten. Es bewies wieder einmal: Die oft propagierte Trennung von „E“ und „U“-Musik ist reine Makulatur. Es gibt nur (qualitativ) gute oder schlechte Musik.




Bunter Weltmusikmix beim 3. Konzert für Junge Leute

Am 18. Juni findet um 19 Uhr das 3. Konzert für junge Leute in der Oper statt. Nach der Groove-Symphony und den Hits aus Hollywood, steht jetzt die Weltmusik im Vordergrund. Steeldrums treffen auf indische Raga-Musik, zwei Teilnehmer eines Klavierwettbewerbes treffen auf Bigbands. Eine spannende Mischung.

„Ich wollte schon immer die Dortmunder Philharmoniker und die Dortmunder Musikschaffenden zusammenführen“, erzählte Initiatorin Dr. Barbara Volkwein von den Dortmunder Philharmonikern. Als eine Hilfe im Wust der vielen Dortmunder Musik entpuppte sich Theatertechniker Günther Holtmann. Er ist ein alter Hase, denn in den 70ern und 80ern spielte er u.a. bei der Dortmunder Folkrockband „Cochise“ mit. So spielt Holtmann an diesem Abend nicht nur mit seiner eigenen Band „What Ever Works“, sondern begleitet auch den Musiker Enrique Plazaola.

Neben Steeldrums, zwei Bigbands (Green Onions vom Clara Schumann Gymnasium aus Holzwickede und Groove m.b.H. der TU Dortmund), gibt es türkische Musik von Nuran Özdemir Asan und einen indischen Raga von Ilap Prya. Weltmusik aus Dortmund präsentiert „Chantik“.

Und die Dortmunder Philharmoniker? Sie werden die meisten Stücke begleiten. Viel Arbeit für die Arrangeure Matthias Grimminger und Henning Hagedorn. „Das Steeldrumorchester spielt auf einer anderen Frequenz als die Philharmoniker“, erläuterte Grimminger. Bei einer Sache musste er jedoch kapitulieren: aus Respekt vor der alten indischen Harmonik wird das Raga ohne Orchesterbegleitung aufgeführt. Während in der westlichen Welt eine Oktave 12 Töne besitzt, hat sie in der indischen Musik 22 Töne.

Dirigieren werden Philipp Armbruster und Motonori Kobayashi, durch das Programm führt Schauspieler Christoph Jöde.

Die Karten kosten 9 €.




Doppelter Brahms als perfekter Spielzeitabschluss

Mit dem Klavierkonzert Nr.1 und der 2. Sinfonie von Johannes Brahms beendeten die Dortmunder Philharmoniker ihre Philharmonischen Konzerte für diese Spielzeit. Dirigent war Muhai Tang, der Solist am Klavier hieß Lars Vogt.

 

Von Beginn an führte Tang die Musiker gestenreich durch das Klavierkonzert. Der erste Satz: Voller Gegensätze, mal wild, mal ruhig, verlangt ein hohes Gespür vom Pianisten. Hingegen ist der zweite Satz ruhig, feierlich, fast geistlich. Energisch, kraftvoll, zupackend: Der dritte Satz des Klavierkonzertes Nr.1, das Rondo. Lars Vogt spielte insgesamt ein überzeugendes Konzert. Er verabschiedete sich mit einem „Nocturne“ von Chopin.

 

Nach der Pause stand die 2. Sinfonie (op.73) auf dem Programm. Blechbläser und Pauken standen im Mittelpunkt. Ganz im Gegensatz zum Bild von einem ersten Brahms, ist diese Sinfonie, ähnlich wie das Klavierkonzert, eine überwiegend fröhliche Musik. Vielleicht macht dies auch ihre Beliebtheit aus. Dass Brahms auch sehr ernste Seiten hat, hörte man im zweiten Satz, der fast einem Todesseufzer glich. Hingegen zeigte der dritte Satz tänzerische Variationen. Mit Pauken und Trompeten bzw Blechbläser ging der vierte Satz zu Ende. Die Dortmunder Philharmoniker unter Tang vermochten die verschiedenen Stimmungen der Sinfonie gut herauszuarbeiten.




Blogspot mit eigener Dynamik

Shirley-Cordula Meissner (l.) und eine ihrer Tänzerinnen, Julia Vargas Gil. (Foto: © Theater Dortmund)
Shirley-Cordula Meissner (l.) und eine ihrer Tänzerinnen, Julia
Vargas Gil. (Foto: © Theater Dortmund)

Chefdramaturg Christian Baier vom Ballett Dortmund führte am 1. Juni 2014 zur besten Matinee-Zeit um 11:00 Uhr im Ballettzentrum Westfalen mit seinem Wiener Charme durch das neue Format „Blogspot – Ballett meets Philharmonic“.

 

Das Ballettzentrum bietet jungen Choreographen und Tänzer des Balletts Dortmund die Gelegenheit und Plattform für eine gemeinsame Zusammenarbeit mit der Dortmunder Philharmoniker. Das Publikum hat die Möglichkeit, ganz nah an den Künstlern den kreativen Prozess zwischen Choreographie, Tänzern und instrumentaler Musik zu erleben. Drei Choreographen stellten live begleitet von Teilen der Philharmoniker und den von ihnen ausgewählten Tänzern jeweils ihre individuell ganz unterschiedlichen Vorstellungen von tänzerischen Ausdrucksformen zu verschiedener Themen auf der Bühne des Ballettzentrums dar.

 

Teil 1 stellte der junge israelische Choreograph und Mitglied der Ballett-Kompanie in Dortmund Gal Mazor Mahzari unter das Motto „Together – still alone“. Ein Tänzer und drei Tänzerinnen im dynamischen Spannungsfeld zwischen Individuum und Gruppe begleitet von einem Streichquartett der Dortmunder Philharmoniker. Gespielt wurde das Streichquartett Opus 56 von Joseph Haydn. Die Behauptung der individuellen Identität bei gleichzeitiger Abhängigkeit von der Gruppe wurde von den vier Akteuren sensibel und im Einklang mit der Musik dargestellt. Etwa, wenn einer der Tänzer allein mit dem Gesicht von der Gruppe abgewandt da steht,um dann später wieder in die Gemeinschaft eingebunden zu werden. Ein schönes Beispiel von der Ausdrucksfähigkeit des modernen Ballett.

 

Spannend wurde es beim zweiten Teil „Go on“ von Shirley-Cordula Meissner, die nicht nur die für die Choreographie zuständig war, sondern auch noch persönlich zusammen mit zwei Kolleginnen auf der Bühne zum Quintett Opus 36 von Sergei Prokofjew auf der Bühne tanzte. Die drei Tänzerinnen mussten sich , wie auch das Publikum, etwas vor ihrem Auftritt gedulden.

Zunächst spielten die fünf Musiker der Dortmunder Philharmoniker mehrere Sätze von Prokofjews Opus alleine. Durch das Klangspiel der beiden Klarinetten entstand eine Art Stimmung wie bei einem orientalischen Zirkus. Dann kamen die drei Tänzerinnen mit unterschiedlichen gemalten schwarzen Balken über dem Auge im Gesicht langsam von drei Seiten auf die Bühne. Mit den Ausdrucksmöglichkeiten des modernen Balletts zeigten sie nicht nur, wie wichtig es ist, auch nach dem Scheitern wieder aufzustehen und nicht aufzugeben, sondern das der Einzelne dabei durchaus auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Besonders beeindruckend neben der dramatischen Dynamik zwischen Musik und Tanz war der Einsatz von Sprache am Ende. Erst in englischer Sprache, dann auf deutsch. Die Quintessenz: Ausdauer und Durchsetzungskraft bewegt die Welt. Immer.

 

Der dritte Teil unter dem schlichten Titel „Etudes“unter der Choreographie von dem in Rio de Janeiro geborenen Alysson da Rocha Alves bot mit 6 Streichern vom der Dortmunder Philharmoniker und 11 Tänzerinnen und Tänzern das größte Aufgebot des Blogspot.

Zur Musik von Antonin Dvořák wurde den Freunden des klassischen Tanzes ein furiose Spektakel an Sprüngen geboten.

 

Ein hoffnungsvoller Beginn einer neuen Reihe. Der nächste Blogspot findet am 22. Juni um 11:00 Uhr im Ballettzentrum Westfalen statt.




Wie ein Phönix aus der Asche

 

Mit „Phönix“ wurde nach dem Erfolg von „Mittendrin“ im letzten Jahr am 27. Mai 2014 in der Dortmunder Oper ein integratives, generations- und kulturübergreifendes Projekt des Ballett Dortmund und der Dortmunder Philharmoniker unter der Gesamtleitung von Ballettdirektor Xin Peng Wang fortgeführt. Beteiligt als Verbindungsglied der Begegnung der Generationen waren zwei Chöre und zwei Schulen beteiligt.

Der Abend war zweigeteilt. Mit „Mittendrin“ und der „Mass of the children“ setzen sich 150 Laien und Profis in unterschiedlicher Weise mit dem schwierigen Weg der Selbstfindung, mit seinen Zweifeln, Sehnsüchten und Hoffnungen auseinander.

 

Phönix, das sagenumwobene Tier, erhebt sich immer wieder aus seiner Asche und beginnt neu zu leben. Nach dem Zoologen und Historiker Josef H. Reichhoff hat der Phönix ein realen Hintergrund: Der Flamingo wurde von den alten Ägyptern zum Phönix umgedeutet. Im Allgemeinen gilt der mystische Vogel aber als Sinnbild für die Jugend, die immer wieder neu aus dem Alten entsteht. Zunächst unsicher und alles neu entdeckend, bis er die Kraft der Jugend für sich gestalterisch nutzen kann.

 

Die Selbsterfahrung der Jugend wurde besonders im ersten Teil mit dem Titel „Mittendrin“ sehr stark betont. Die Tänze der Schüler und Schülerinnen der Anne-Frank-Gesamtschule beeindruckten mit großer Tanzkunst. Themen wie Ängste (vor der Schule, vor dem Zahnarzt), aber auch die Neugier auf die Zukunft wurden mit dem Choreographen und Tanzpädagogen Justo Moret in poetische Bilder umgesetzt. Sehr gelungen war beispielsweise die „Annäherungsszene“ zwischen einem Junge und einem Mädchen, aus dem ein kleines, aber durchaus anspruchsvolles Pas de Deux wurde. Auch die Szene, in denen zwei Tänzerinnen ihre Einsamkeit und Ausbruchsversuche aus einem mit Licht gestalteten Käfig demonstrierten, war sehr berührend. Zum Schluss gab es noch ein kurzes Video mit Einblicken aus dem Proben für „Mittendrin“.

 

Nach der Pause ging es weiter mit dem zweiten Teil: „Mass for the children“ des englischen Komponisten John Rutter. Seine Musik ist modern, aber nicht atonal, sondern besitzt Anklänge an Musicals. Hier wurde das Projekt „Phönix2 zu einem generationsübergreifenden Projekt. Denn es tanzten Schülerinnen und Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums, des Anne-Frank-Gymnasiums Halver und der Adolf-Reichwein-Gesamtschule Lüdenscheid. Als Chöre traten auf die Kreiskantorei Dortmund und der Mittelstufenchor des Dortmunder Bert Brecht-Gymnasiums. Dazu spielten die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Wolfgang Meier-Barth, dem Chorleiter der Kreiskantorei.

Das Projekt wurde gesanglich professionell von der Sopranistin Meike Albers und dem Bariton Christian Henneberg begleitet.

Naturgemäß stand bei „Mass of the children“ der Tanz eher im Hintergrund. Dennoch zauberten die Schülerinnen und Schüler schöne Bilder, als sie beispielsweise mit Kapuzenpullis und eine kleinen Flamme zum Gesang zum „miserere nobis“ des „Agnus dei“ trugen oder zum Schluss beim „dona nobis pacem“ die Farben der Flagge der internationalen Friedensbewegung auf die Bühne brachten.

 

Es bleibt zu hoffen, dass dies ein Sinnbild dafür ist, auch in Zukunft solche wichtigen Projekte weiter zu führen. Gegenseitiges Verständnis kann nur durch Begegnungen und gemeinsame Aktionen verschiedenen Generationen und Kulturen entstehen.

 




Zyklen des Lebens

Xin Peng Wang hat die Gesamtleitung des Projektes.
Xin Peng Wang hat die Gesamtleitung des Projektes.

Am 27.Mai 2014 um 19.30 Uhr sowie auch am 28. Mai 2914 um 11.00 Uhr steigt der „Phönix“ empor. Der Ort ist das Opernhaus Dortmund und beim „Phönix“ handelt es sich um ein KulturDialog-Projekts des Ballett Dortmund und der hiesigen Philharmoniker.

 

Unter der Gesamtleitung von Ballettdirektor Xin Peng Wang haben sich rund 200 Laien und Profis verschiedenen Alters und Hintergrund zusammengefunden, um mit einem Tanz-Chor-Musik-Projekt die verschiedenen Facetten der Zyklen, die unser Leben bestimmen, darzustellen.

 

Das Projekt besteht aus zwei ineinandergreifenden Teilen. Zum einen „Mittendrin“ und „Mass of the children“, das Werk des englischen Komponisten John Rutten. „Mittendrin“ wurde ja bereits im letzten Jahr erfolgreich aufgeführt und entsteht nun praktisch neu, wie „Phönix aus der Asche“, diesmal als vollgültige szenische Produktion.

 

Beide Teile werden von Schülerinnen und Schülern unterschiedlichster Schulformen aus Dortmund und dem Märkischen Kreis, der Kreiskantorei unter der Leitung von Wolfgang Meier-Barth, und dem Mittelstufenchor des Bert-Brecht-Gymnasiums Dortmund-Kirchlinde sowie Mitgliedern der Dortmunder Philharmoniker präsentiert.

 

Das Tanz-Chor-Musik-Projekt bezieht sich auf die „Mass of the Children“ von Rutter. In dessen Mittelpunkt steht der Ablauf eines Tages, wo mehrere Generationen im Tanz und Gesang zusammen finden.

 

Manuela Küttermann ( von der Ballettschule Küttermann) begleitete die von ihrer Herkunft zumeist benachteiligten Jugendlichen bei dem gemeinsamen Versuch, aus Alltagsgesten des täglichen Lebens ihre Bewegungen zu der (aktuell bearbeiteten) geistlichen Musik zu entwickeln und einen ganz persönlichen, eigenen Zugang zu finden. Ziel dieses neuen und weiterführenden Projektes ist, Schülerinnen und Schülern aus verschiedenen Schulformen und benachteiligten Wohngebieten zusammenzuführen, neue Erfahrungsmöglichkeiten über Bewegung , gemeinsames Singen und vor allem auch der Begegnung mit anderen Schülern, Zugleich ist es eine wunderbare Gelegenheit, dass verschiedene Generation an diesem Projekt gemeinsam arbeiten.

 

Diese unterschiedlichen Menschen und Gruppen müssen sich zusammenfinden und „zusammenraufen“, um einen zunächst nicht allgemeinverständlichen Bezug, nämlich den Text einer katholischen Messe, in einer aktuellen Bearbeitung-mittels der Musik und Bewegung zu interpretieren.

 

Wer „Phönix“ erleben will sollte sich beim Kartenkauf sputen. Die Aufführung am Dienstag, den 27. Mai 2014 ist schon fast ausverkauft.




Wiener Klassik mit Schwung und Elan

 

Das 3. Wiener Klassik Konzert am 19. Mai im Konzerthaus Dortmund führte wieder die Großmeister der Wiener Klassik Mozart und Haydn zusammen. Den Beginn machte Haydns Sinfonie Nr. 82, danach folgte Mozarts Konzert für Flöte, Harfe und Orchester und nach der Pause erklang Haydns letzte Sinfonie Nr.104.

 

Es war das letzte Wiener Klassik Konzert in dieser Spielzeit und Dirigent Motonori Kobayashi gelang es, das Konzert sehr schwungvoll in Szene zu setzen. Dafür war Haydns Sinfonie Nr. 82 sehr gut geeignet, angefangen von der brausenden Eröffnungsfanfare im ersten Satz bis hin zum vierten Satz, dessen Klänge an einen Dudelsack erinnern.

 

Ein Instrument, das sehr selten im Vordergrund steht, ist die Harfe. Meist steht es im Hintergrund, um beispielsweise Wellenbewegungen zu untermalen. Dennoch ist es bereits das zweite Mal in dieser Spielzeit, dass dieses Instrument in den Mittelpunkt gerückt wird. Schon beim 4. Philharmonischen Konzert wurde das Konzert für Harfe und Orchester in C-Dur von Reinhold Glière (1874-1956) aufgeführt. Doch zurück zur Wiener Klassik: Mozart hat dem Instrument aber ein Konzert gewidmet und ihm noch die Flöte zur Seite gestellt.

An der Harfe saß Remy van Kersteren und die Flöte spielte Hanna Mangold. Hier fällt einem sofort das „Problem“ der Harfe auf: Sie geht im Orchesterklang sehr leicht unter. In den Solopassagen zeigte van Kesteren aber, was mit der Harfe möglich ist, wenn man ihr den nötigen Platz einräumt. Hanna Mangold spielte mit Bravour den Solo-Flötenpart.

 

Nach der Pause stand Haydns letzte Sinfonie, die Nr. 104 „Salomon“ auf dem Programm. Die Sinfonie, die zu den „Londoner Sinfonien“ gezählt werden, ist es typisches Spätwerk. Pauken, Trompeten und Rhythmen bestimmen ihren Charakter. Es macht einfach Spaß ihr zuzuhören und dem Dirigenten Kobayashi geht es ähnlich. Er hüpft, bewegt sich hin und her , als ob er versucht, seine Energie auf das Orchester zu übertragen. Die Dortmunder Philharmoniker, die in Kammerbesetzung gespielt haben, nahmen das Angebot gerne an.

 




Romantische Klänge im Konzerthaus

Das 9. Philharmonische Konzert am 7. Mai 2014 stand ganz unter dem Einfluss der Romantik.

Das Motto „ferne_geliebte“ mit den Facetten ferne, getrennte Liebe und der Sehnsucht nach ihr war Programm. Nach dem Interview mit dem Dirigenten Marco Comin und Guy Braunstein (Solovioline) ist ein Zeit für einen Konzertbericht vom Mittwoch.

Zunächst wurde dem Publikum eine vielen nicht so bekannte Seite von Ludwig van Beethoven (1770 – 1827) näher gebracht. Der war nämlich nicht nur ein begnadeter Instrumentalkomponist, sondern hat auch ein umfangreiches Lied-Repertoire geschaffen, das 79 deutsche Gesänge und einige italienische Stücke umfasst.

Seine Vertonung des Liederzyklus „An die ferne Geliebte“-nach ein Liederkreis von Alois Jeitteles für Singstimme und Klavier op.98 (1816) wurde von dem mexikanischen Bariton Gerardo Garciacano vom Dortmunder Opern-Ensemble (Seit Spielzeit 2011/2012) und begleitet von dem Pianisten Michael Gees am Klavier mit Feingefühl dargebracht.

Dabei ist die Bezeichnung „Liederzyklus“ eigentlich etwas irreführend. Hier übersteigt die Konzeption alle anderen Zyklen, wie zum Beispiel Franz Schuberts „Schöne Müllerin“, wo einzelne Gedichte zu einer lockeren Geschichte zusammengefasst sind.. Die sieben vertonten Liedverse gehen bei Beethoven wie fließend ineinander über, beginnend mit „Auf dem Hügel sitzt ich spähend“ bis „Nimm sie hin denn , diese Lieder“.

Er variiert die Musik von einer Strophe zur nächsten, wobei der strophische Charakter der Dichtung für die Zuhörer dabei nicht verloren geht.

Ludwig van Beethoven bezieht jeweils zwei Lieder in der Tonart aufeinander. Das erste und letzte Lied zum Beispiel in Es-Dur. Die Mittel-Lieder in As-Dur. Er schrieb sie jedoch in unterschiedlichen Taktarten.

Garciacano, viel aus den Mozart Inszenierungen „Cosi fan tutte“ oder „Le Nozze di Figaro“ und anderen in bester Erinnerung, begeisterte mit seiner warmen Stimme und den sensiblen Vortrag das Publikum.

Die fällige Zugabe mit dem „Kuss“ von Ludwig van Beethoven nach dem Text von Christian Felix Weisse gab es übrigens schon vorab.

 

Danach war das Violinkonzert Nr.1 von Max Bruch an der Reihe. Guy Braunstein an der Sologeige zeigte seine Virtuosität. Bruchs wohl berühmtestes Werk ist eine Mischung zwischen sehnsuchtsvoller Romantik, die man vor allem beim Adagio hören konnte, und einer hohen Anforderung für den Solisten. Im Gegensatz dazu ist der dritte Satz, dass „Allegro energico,“ dynamisch pulsierend, tänzerisch fast. Auch hier zeigt sich Braunstein nicht nur als Meister der leisen, sondern auch der dynamischen Töne. Ein Könner seines Fachs, der erst nach zwei Zugaben von der Bühne gehen durfte.

 

Nach der Pause kam Mendelssohn-Bartholdys dritte Sinfonie, die sogenannte „Schottische“ zu Gehör. Zwar ist seine „Italienische“, die vierte Sinfonie ein klein wenig bekannter, aber die „Schottische“ braucht sich keinesfalls zu verstecken. Unter der Leitung von Marco Comin begann die Sinfonie düster, neblig, tastend. Im zweiten Satz hat der Zuhörer das Gefühl, ein schottisches Volkslied zu hören, ob die Klarinettenmelodie ein originales Volkslied ist oder von Mendelssohn erfunden, bleibt offen. Beeindruckend ist der vierte Satz, der mit seinem energischen Hauptthema der Violinen über die Köpfe der Zuhörer hinwegzubrausen scheint.

 

Ein gelungener Abend mit frischer Musik, einem exzellenten Solisten, engagierten Gastdirigenten und spielfreudigen Dortmunder Philharmonikern.