Pinocchios Traum von der Menschwerdung

Gepetto (Andreas Ksienzyk) hat endlich seinen Sohn (Joeri Burger). Foto: © Birgit Hupfeld.
Gepetto (Andreas Ksienzyk) hat endlich seinen Sohn (Joeri Burger). Foto: © Birgit Hupfeld.

Es ist kaum zu glauben. Das Dortmunder Kinder-und Jugendtheater feiert in diesem Jahr schon sein 60-jähriges Bestehen. Die Premiere des diesjährigen Weihnachtsmärchens „Pinocchio“ am 14. November 2013 nach einer weltweit bekannten Erzählung von Carlo Collodi in der Bearbeitung vom Leiter des KJT Andreas Gruhn, bildete einen wunderbaren Rahmen zum Feiern im Dortmunder Schauspielhaus.

Nach einer Dankesrede von Bürgermeister Manfred Sauer ging das Märchen als ein Theater im Theater für kleine und große Menschen ab 6 Jahren dann los.

 

Als Bühne in der Bühne diente ein wunderbarer altmodischer, mit Putten verzierter, Theaterrahmen.

Die Schauspielerin Bettina Zobel führte humorvoll als Erzählerin mit italienischem Akzent von außen durch die märchenhafte Geschichte vom armen , alten Holzschnitzer Geppetto, der sich sehnlichst einen Sohn wünscht. Eine gute Fee verzaubert ein Holzstück, an dem Geppetto gerade arbeitet. Das Holzstück kann nun sprechen und Geppetto schnitzt daraus eine Holzpuppe, die er Pinocchio nennt.

 

Der Holzjunge ist wie ein kleines Kind neugierig und stellt viele Fragen. Während der Holzschnitzer eine Schulfibel für „seinen Sohn“ beschaffen will, erlebt der ungeduldige Pinocchio einige Abenteuer bei einer Theatergruppe, im Spielzeugland und mit listigen Tieren. Nach seinen Erfahrungen wächst seine Nase bei jeder Notlüge seine Nase ein Stückchen. Sein größter Wunsch ist es ein Mensch aus Fleisch und Blut zu werden. Bis es soweit ist, muss er sein größtes Abenteuer bestehen und Mut beweisen, um seinen „Papa Geppetto“ zu retten…

 

Den traurigen Geppetto spielte Andreas Ksienzyk von Anfang an mit viel Gefühl. Mit dem passenden melancholische Musiktitel „Allein“ wurde er dabei von Michael Kessler gut unterstützt. Ein großes Kompliment für die Musikauswahl.

 

Eine besondere Herausforderung war die Rolle des Pinocchio. Der Gastschauspieler und gelernte Tänzer Joeri Burger wurde dieser schweren Aufgabe mehr als gerecht. Wie er es schaffte, die Entwicklung von Pinocchio von seinen Anfängen als Holzpuppe hin zu einem menschlichen Jungen glaubhaft darzustellen, ist aller Achtung wert. Das er tänzerisch gut ausgebildet ist war unverkennbar.

 

Außer Pinocchio mussten die anderen Schauspieler/innen vom Ensemble des KJT wieder einmal ihre Vielseitigkeit beweisen. So spielte, um nur ein Beispiel zu nennen, Bianka Lammert neben der guten Fee auch noch die Rosa, eine Schülerin und Kind.

 

Die Inszenierung war Aufgebaut wie das italienische Stegreiftheater „Commedia dell’arte“aus dem 16. Jahrhundert.

 

Eine besondere Herausforderung für das Schauspielensemble dabei war sicherlich die Situation als Pinocchio bei der Theatergruppe begegnet. Sie mussten mit Bewegungen wie Marionetten an Strippen im Puppentheater spielen. Bei aller Melancholie, viel Humor , schöner Musik und Tanz kamen auch die moderne Medien gezielt zum Einsatz. Es wurde per Video mal ein Waldhintergrund, ein eindrucksvolles Meer oder effektvoll ein Walmaul oder Walbauch als Hintergrund erzeugt.

 

Die gelungen Kostümauswahl von Oliver Kostecka bot auch ein optisches Festival.

 

Weitere Termine 15. November 2013, 01. Dezember 2013, 02. Dezember 2013, 03. Dezember 2013, 04. Dezember 2013, 05. Dezember 2013, 06. Dezember 2013, 07. Dezember 2013, 08. Dezember 2013, 09. Dezember 2013, 10. Dezember 2013, 12. Dezember 2013, 13. Dezember 2013, 16. Dezember 2013, 17. Dezember 2013, 18. Dezember 2013, 19. Dezember 2013, 22. Dezember 2013, 25. Dezember 2013, 26. Dezember 2013, 13. Januar 2014, 14. Januar 2014 und 15. Januar 2014.

 

Infos unter www.theaterdo.de oder 0231 50 27222.

 




Klassiker der Kinderliteratur als Weihnachtsmärchen

Joeri Burger (Pinocchio) und Andreas Ksienzyk (Geppetto). (Foto: © Birgit Hupfeld)
Joeri Burger (Pinocchio) und Andreas Ksienzyk (Geppetto). (Foto: © Birgit Hupfeld)

Einmal im Jahr inszeniert der Leiter des Kinder-und Jugendtheaters Andreas Gruhn im Dortmunder Schauspielhaus ein Weihnachtsmärchen für die ganze Familie ab 6 Jahren.In diesem Jahr wird dem italienischen Klassiker der Kinderliteratur „Pinocchio“ nach dem Kinderbuch von Carlo Collodi aus dem Jahr 1905. Gruhn hat auf Grundlage dieser Vorlage einen neuen Text geschrieben. Die Uraufführung des Weihnachtsmärchens ist am Donnerstag,dem 14. November 2013 um 18.00 Uhr.

Gruhn verriet: „Ich nehme mir für meine Weihnachtsmärchen immer gerne einen speziellen Kulturraum vor.In diesem Jahr steht Italien auf dem Programm.Wir bedienen uns dabei der verschiedenen italienischen Theaterformen“. So zum Beispiel auch die italienische Volkskomödie „Commedia dell’arte“. Die Bühne, Kostüme und die Musik von Michael Kessler sind ganz auf Italien eingestellt. Mit Tarantella-Musik und „O sole Mio“. „Wer einen italienisches Flair im dunklen November erleben will, ist bei unserem Weihnachtsmärchen am richtigen Ort. Es wird eine opulente Produktion mit viel Musik“, so Gruhn.

 

Die Geschichte:

Der arme, traurige und einsame italienische Holzschnitzer Geppeto wünscht sich sehnlichst einen Sohn, hat aber keine Frau. Eine Fee verzaubert ein Holzstück, an dem Gepetto gerade arbeitet. Das Holzstück kann sprechen, und Geppetto schnitzt daraus eine Puppe, die er Pinocchio nennt. Gepetto ist stolz und glücklich, und Pinocchio fragt wie alle kleinen Kinder seinem „Vater“ löcher in den Bauch und macht allerlei Unsinn. Pinocchio muss natürlich auch in eine Schule, und Geppetto macht sich auf den Weg, eine Schulfibel zu kaufen. Der ungeduldige Pinocchio geht aus dem Haus und muss zusammen mit der warnenden Grille viele Abenteuer im Spielzeugland, bei einer Theatergruppe und mit listigen Tieren bestehen. Mit jeder (Not)-Lüge wächst seine Nase ein Stückchen. Nach und nach macht der kleine Holzjunge seine Erfahrungen. Der Weg zu seinem Wunschtraum, ein lebendiger Mensch zu werden, ist lang. Erst muss er Geppetto, dessen Suche nach ihm im Bauch eines Wales endet retten… „Pinocchio ist ein naiver, gutherziger Holzjunge, der erst durch Erfahrungen zum Mensch wird. So ist es auch eine Entwicklungsgeschichte“, erläuterte Gruhn.

Neben dem gesamten Ensemble des KJT wird außerdem mit Joeri Burger ein Gastschauspieler und gelernter Tänzer als Pinocchio auftreten. „ Ein gelernter Tänzer kann die Körperlichkeit der Puppe besser darstellen“, erklärte Dramaturgin Isabel Stahl.

 

Für die Premiere am 14. November 2013 gibt es noch Restkarten. Weitere Termine 14. November 2013, 15. November 2013, 01. Dezember 2013, 02. Dezember 2013, 03. Dezember 2013, 04. Dezember 2013, 05. Dezember 2013, 06. Dezember 2013, 07. Dezember 2013, 08. Dezember 2013, 09. Dezember 2013, 10. Dezember 2013, 12. Dezember 2013, 13. Dezember 2013, 16. Dezember 2013, 17. Dezember 2013, 18. Dezember 2013, 19. Dezember 2013, 22. Dezember 2013, 25. Dezember 2013, 26. Dezember 2013, 13. Januar 2014, 14. Januar 2014 und 15. Januar 2014.




Scharfer Saisonauftakt im KJT

"Scharf" mit Götz Vogel von Vogelstein, Steffen Happel, Désirée von Delft und Bianka Lammert. (Foto © Hans Jürgen Landes)
„Scharf“ mit Götz Vogel von Vogelstein, Steffen Happel, Désirée von Delft und Bianka Lammert. (Foto © Hans Jürgen Landes)

Die neue Spielzeit im Kinder-und Jugendtheater (KJT) beginnt am 27. September 2013 um 19.00 mit der Premiere von „Scharf!“ „Scharf“ ist ein Lust-Spiel in 80 Minuten nach Texten von Klaus Schumacher für Jugendliche ab 13 Jahren und Erwachsene.

„In dieser Zeit ist das Bild, was die Medien vermitteln, stark sexualisiert. Wir stellen mit „Scharf“ die emotionale Ebene dieses Themas in den Mittelpunkt und stellen uns dem Gegensatz von öffentlicher und privater Sexualität“, so Andreas Gruhn, Leiter des KJT.

Die Haus-Regisseurin Antje Siebers verriet zum Stück: „Das ist ein komisches Stück und greift das Thema Sexualität mit erster Liebe, verliebt sein, das erste Mal, auf unterhaltsame Weise auf. Die Bühne wird zu einer Art Show-Arena. Auf mehreren Darstellungsebenen stehen sich vier Schauspielerinnen und eine Spielleiterin, die Gast-Schauspielerin und gelernte Schlagzeugerin Bärbel Schwarz. Sie gibt sozusagen den „musikalischen Takt“ in der Show-Arena an“

 

Die zwei weiblichen und zwei männlichen Schauspieler spielen in Kleinszenen ein junges Paar, was sich kennen und lieben lernt. Die beiden anderen Schauspieler stehen als ihre „Innere Stimme“, ihr „Alter Ego“neben dem Paar und geben als „Coaches“ Ratschläge und Kommentare. Die Schauspieler springen aber auf einer anderen Ebene auch aus ihren Rollen heraus und wenden sich zu einem privaten Dialog an die Zuschauer. Auf einer weiteren Ebene werden sie zu vier „alte Weisen“, die scheinbar alles über Lust und Liebe zu wissen scheinen. „Der Wechsel der Ebenen macht den Reiz des Stückes aus“, so Siebers.

 

Der ursprüngliche Text von Klaus Schumacher ist eigentlich ein Impro-Text. Sein Gerüst des Stückes bietet auch den Schauspieler im KJT Raum zur Improvisation.

Für die Premiere am 27. September gibt es noch Restkarten. Weitere Termine 29. September 2013, 30. September 2013, 06. Oktober 2013, 07. Oktober 2013, 08. Oktober 2013, 09. Oktober 2013, 10. Oktober 2013, 08. November 2013, 17. November 2013, 19. November 2013, 20. November 2013, 21. November 2013 und 22. November 2013.

Sehen Sie auch ein Video mit Andreas Gruhn zur aktuellen Spielzeit.

Karten unter 0231 5027222 oder www.theaterdo.de.




Interview mit Andreas Gruhn, Leiter des Dortmunder KJT

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