Musical-Statement für Toleranz und Vielfalt
Im Dortmunder Opernhaus erlebte das Publikum am 17.06.2026 die deutsche Uraufführung des Musicals „Alle reden nur noch von Jamie“. Es ist ein partizipatorisches Projekt der der „Jungen Oper Dortmund“, dass sich in der Drag-Szene bewegt.
Beteilig daran war das Ensemble der Opern Youngstes (We Do Opera!), Schüler*innen des Märkischen Gymnasiums Iserlohn & Gäste.
Live begleitet wurde das Geschehen auf der Bühne sensibel von der YoungSymphonics Band (We Do Opera!)
Grundlage war das Buch (und Gesangstexte) von Tom Macrae (Deutsch: Werner Sobotka), Musik von Dan Gillespie. Das Ganze entstand nach einer Idee von Jonathan Butterell.

Zum Plot: Der 16-jährige Jamie New aus Sheffield, stark gesungen und gespielt von Dominik Kulczyński, hat einen großen Traum. Er möchte hoch hinaus und Drag-Queen werden. Tatkräftig unterstützt wird er nur von seiner Mutter Margret New (Marja Hennicke), deren beste Freundin Ray (Freddy Kutz). Sein Vater (Martin Lasche) lehnt in ab und hat eine neue Familie gegründet. In der Schule ist er Außenseiter wie seine gute Freundin Pritti Pasna (Lilly Sophie Kastner), eine ehrgeizige Muslima. Eine wichtige Person ist Hugo, die ehemalige Drag-Queen „Loco Chanelle“. Für diese Rolle konnte Ks. Hannes Brock gewonnen werden, der sie mit Spielefreude und seiner Persönlichkeit ausfüllte. Wir begleiten Jamie auf seinen schwierigen Weg zur Selbstfindung.
Die Songs wurden mit ihren tiefen Emotionen vom Ensemble von der Bühne aus herübergebracht. Die jeweiligen Ortschaften per Leinwandprojektionen präsentiert.
Die Fans der Drag-Szene kamen auf ihre Kosten. Es gab viele schillernde Kostüme (Nina Albrecht-Paffendorf) zu sehen und die Maskenabteilung hatte gute Arbeit geleistet. Es gab viel Zwischenapplaus und das Publikum reagierte impulsiv auf Handlung, den eindringlichen Gesang oder der gelungenen Choreografien (Jutta Maas). Der Abend wurde mit dreieinhalb Stunden (inklusive Pause) lang.
Es war eine unterhaltsam-bewegende Coming-of-Age Geschichte, eine Hommage an die Drag-Szene, aber vor allem ein Plädoyer für Toleranz, Vielfalt und den Mut zur Selbstakzeptanz.
Die weiteren Aufführungstermine erfahren Sie wie immer unter www.theaterdo.de der Tel.: 0231/ 50 27 222