Philharmonic Club – Repercussion x Dortmunder Philharmoniker
Mit der Konzertreihe „Philharmonic Club“ wagt das Konzerthaus Dortmund immer wieder den Brückenschlag zwischen klassischer Musik und clubkulturellen Formaten. Auch an diesem Abend verwandelte sich der Saal erneut in einen atmosphärischen Clubraum: gedämpftes Licht, pulsierende Visuals und ein Setting, das das Publikum nicht nur zum Zuhören, sondern zum Eintauchen einlud. Schon dieser Rahmen war ein starkes Zeichen dafür, wie offen und experimentierfreudig sich das Konzerthaus präsentiert.
Im Zentrum des Abends stand das Neo-Percussion-Trio Repercussion (Veith Kloeters, Rafael Sars, Simon Bernstein), das mit beachtlicher Präzision und musikalischem Ideenreichtum die Bühne dominierte. Die drei Musiker überzeugten vom ersten Ton an: technisch exzellent, rhythmisch messerscharf und mit spürbarer Bühnenenergie. Ihre Kompositionen – eine Mischung aus Neo-Klassik, Electronica und innovativen Schlagwerksounds – entfalteten eine dichte Atmosphäre, die sich schnell auf den ganzen Saal übertrug.

Das speziell für diesen Abend entwickelte Projekt „Euphoria“ versprach eine Verschmelzung der vibrierenden Repercussion-Rhythmen mit den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Koji Ishizaka. Doch gerade hier zeigte sich ein deutlicher Bruch zwischen Anspruch und Umsetzung. Die Orchestermusiker wirkten eher wie eine klangliche Ergänzung im Hintergrund denn als gleichberechtigte Partner in einem echten Crossover. Statt einer symbiotischen Verbindung entstand der Eindruck, dass das Orchester lediglich begleitende Akzente setzte, während das Trio unangefochten das musikalische Zentrum bildete.
Trotz dieses konzeptionellen Ungleichgewichts war „Euphoria“ ein energiegeladenes Erlebnis mit eindrucksvollen Momenten. Repercussion schaffte es, die Menschen im Konzerthaus zum Tanzen zu bringen, zumindest was die engen Sitzreihen hergaben. Vor allem die Visuals und das clubartige Setting trugen dazu bei, dass sich das Konzerthaus tatsächlich wie ein hybrider Raum zwischen Philharmonie und Club anfühlte – ein Experiment, das grundsätzlich Mut verdient.