Wiener Klassik beflügelt Fantasie

Im Mittelpunkt des 2. Wiener Klassik Konzertes standen am 24. März 2014 im Dortmunder Konzerthaus die Ouvertüre „Meeresstille und glückliche Fahrt“ op.27 (1828) von Felix Mendelsohn Bartholdy (1809 – 1847). die Sinfonia concertante für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester Es-Dur KV 297b (1778) und die „Italienische“ Sinfonie Nr.4 A-Dur op.90 (1833).

Dirigiert wurde die Dortmunder Philharmoniker von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz.

 

Mendelsohn Bartholdy wurde bei seiner Ouvertüre stark von Goethes Gedichtpaar „Meeresstille und glückliche Fahrt“ beeinflusst. Der Sonatensatz beginnt zunächst langsam und still wie das Meer an einem nebeligen, trüben Morgen. Dies Gefühl wird durch gedämpfte Akkorde und einzelne Bläserfloskeln verstärkt. Dann kündigen Flötentriolen den leisen Wind an und die Tempi ziehen an. Feltz und die Philharmoniker inszenieren die Ouvertüre temperamentvoll mit einem Wechsel von Hauptthema und Seitenthema und leiten dann wieder hin zum Wellenmotiv. Beeindruckend, wie gegen Ende die Trompeten die glückliche Ankunft des Schiffes ankündigen und drei Orchester-Akkorde leise die Ouvertüre beenden. Das Publikum konnte sich gut in die Meeresreise hinein träumen und ihren eigenen Fantasien freien lauf lassen.

 

Ein besonderes Erlebnis bot Mozarts „Sinfonia concertante für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott und Orchester Es-Dur KV 297b. Sie wurde erst 77 Jahre nach Mozarts Tod in der Berliner Hofbibliothek entdeckt und es gab einige die daran zweifelten, dass das Werk, zwischen Konzert und Sinfonie angesiedelt, vom Meister stammt. Die vier Sätze waren alle, für Mozart unüblich, in der Tonart Es-Dur komponiert.

Allerdings spricht wirklich sehr vieles für die Echtheit des Werkes und Mozarts Urheberschaft.

Er hatte gegen Ende des 18. Jahrhunderts diese Gattung auf seinen Reisen, vor allem nach Paris, kennengelernt und damit experimentiert. Die Solopartien sind zudem meisterhaft vollendet und virtuos komponiert.

Gleich vier Solisten der Dortmunder Philharmoniker konnten mit oder ohne die unterstützende Begleitung der Philharmoniker hier gleichzeitig ihr Können zeigen und ausleben. Die Solisten an diesem Abend waren der Solo-Oboist Volkmar Schöller, die stellvertretende Solo-Klarinettistin Frauke Hansen, die Solo-Hornistin Monika Lorenz sowie die Solo-Fagottistin Minori Tsuchiyama.

Besonders das Allegro, hatte mit seiner Verspieltheit, Feierlichkeit und punktierten Rhythmen viel von typisch „Mozartischem“. Seinen Stil konnte das Publikum auch beim Andante mit seinen eleganten und schönen Klängen erkennen.

Einen grandiosen Abschluss bildete das Adantino mit zehn Variationen eines Themas. Die vier Bläser trieben sich hier gegenseitig zu Höchstleistungen. Mal als Soloinstrumente einzeln im Vordergrund, um sich dann wieder gemeinsam verbindend zueinander zu finden.

 

Nach der Pause ging es mit Mendelsohn Bartholdys durch seine zweijährige Italienreise um 1830 inspirierten „Italienischen Sinfonie Nr.4 A-Dur op.90“ weiter. Es sei „ das lustigste Stück“, was er je gemacht habe. Erstaunlich ist dabei, dass eigentlich nur die Ecksätze einen leichten südländischen, die beiden Mittelsätze aber eher einen nordisch-melancholischen Charakter aufweisen.

Das bekannt spritzige Hauptthema in A-Dur im Allegro vivace wird von diesem fast durchgehend geprägt. Mit Hörnerklang weckt das E-Dur Trio des Menuetts dann aber auch durchaus Assoziationen an (deutsche) Waldromantik.

Im zweiten Satz Andante con moto in d-Moll eher melancholisch und wohl durch die Nachricht vom Tod von Goethes mit beeinflusst. Es schließt sich dann ein ruhiger dritter Menuettsatz in A-Dur an.

Den Abschluss bildet ein siebenteiliges Rondo in a-Moll, das mit Saltarello (italienischer Springtanz) überschrieben ist und im schnellen Sechsachtel-Takt endet.

Ein gelungener Konzertabend und am 19. Mai 2014 gibt es um 19.00 Uhr das 3. Konzert Wiener Klassik im Konzerthaus mit der Sinfonie Nr.82 C-Dur, Der Bär“ (1786) von Joseph Haydn, dem Konzert für Flöte, H arfe und Orchester C-Dur KV 299 (778) und der Sinfonie Nr.104 D-Dur „Salomon“ (1795).




Durch Rosinenbrot zum Blues

Haben den Blues: Rolf Dennemann, Gregor Hengesbach und Thomas Erkelenz.
Haben den Blues: Rolf Dennemann, Gregor Hengesbach und Thomas Erkelenz.

Wenn Rolf Dennemann Rosinenbrot mit Käse isst, dann bekommt er Albträume, so sagt er. Ob es die Rache der Rosinen sind? Wer weiß. Jedenfalls verarbeitet er seine Albträume zusammen mit den Gitarristen Thomas Erkelenz und Gregor Hengesbach zum „Rosinenblues“, der am 29. und 30. März über die Bühne des Theater im Depots geht.

 

Der Zuschauer wird einen Lese-Blues erleben. „Zum Blues gehört auch die Selbstironie“, erklärte Dennemann beim Pressegespräch und genauso selbstironisch werden auch die beiden Abende. Blues ist für Dennemann eine archaische Art des Erzählens. Musik vermengt sich mit Dennemanns Texten. Erzählt werden Geschichten aus dem Alltag, Privates wird Politisches und umgekehrt. Auch das Thema Heimatliebe wird behandelt. So ist „Gelsenturkey“ ein kritischer Text über eine Stadt im Ruhrgebiet, bei der man den Blues bekommt, wenn man an sie denkt.

 

Musikalisch steht logischerweise der Blues im Vordergrund, mit einigen Einflüssen aus dem Balkan und Griechenland.

 

Der „Rosinenblues“ am Samstag (29. März) fängt um 20 Uhr an, der am Sonntag (30. März) um 19 Uhr.

 

Eintrittspreise: VVK 13 € / 8 € ermäßigt, Abendkasse 15 € / 10 € ermäßigt. Der Vorverkauf läuft entweder direkt über das Theater (Unter 0231/ 98 22 336 (Anrufbeantworter) oder einfach eine E-Mail an ticket@theaterimdepot.de) oder DORTMUNDticket in der Tourist-Information gegenüber dem Hbf, Max-von-der-Grün-Platz 5-6, Telefon: 0231/ 18999-444.

 




Streichquartett-Kultur auf hohem Niveau

Das Mannheimer Streichquartett mit Andreas Krecher (1. Violine), Shinkung Kim (2. Violine)- bekannt als Konzertmeisterin der Dortmunder Philharmoniker, Sebastian Bürger (Viola) und Armin Fromm (Cello) hatte beim 3.Kammerkonzert im Orchesterzentrum/NRW am17.3.2014 reichlich Gelegenheit ihr Können zu beweisen.

Zu Anfang spielten sie das Streichquartett Nr. 1 e-Moll „Aus meinem Leben (1876) von Bedřich Smetana (1824 – 1884). Smetana als Vertreter der Romantiker aus Böhmen ist vielen Menschen ja vor allem durch „Die Moldau“ ein Begriff geworden.

Der erste Satz „Allegro vivo appassionato“ gab einen romantisch-schwelgerischen Einblick in sein Gefühlsleben. Mal gaben die einzelnen Instrumente den Ton als „Vorreiter“ an, um dann wieder mit den Anderen zu einem gemeinsamen Ganzen zusammen zu finden. Beim „Allegro moderato alla Polka“ mit seinen musikalischen Anklängen an Böhmen, Österreich-Ungarn veranschaulicht mit seiner Beschwingtheit die heitere Seite des Lebens. Das „Largo sostenuto“ wechselt dagegen schon zu Beginn mit einem melancholischen Cello-Solo zur melancholischen Seite im Leben. Der vierte Satz „Vivace“ nimmt ein ein aufbrausend-rasantes Tempo und endet mit einem Zzusammenklang.

 

Als Kontrast zur europäischen Musik der Romantik wurde dem Publikum vor der Pause mit „Eight Colors for string quartet“ moderne Klangkunst des zeitgenössischen chinesisch-amerikanischen Komponisten Tan Dun (1957) dargeboten. Sein europäisch-asiatisches geprägtes Klangfarben-Vexierspiel, bei dem durch Zupfen, Streichen und Klopfen auf den Klangkörper verschiedene Geräusche und Klänge entstehen und zwischen den vier Instrumenten hin und her schwingen.

Ein interessantes Klangerlebnis, wenn auch für unsere Ohren etwas befremdlich. Die größte Wirkung wird erreicht, wenn man beim Hören seine Augen schließt.

 

Nach der Pause ging es mit dem zweiten böhmischen Romantiker des neunzehnten Jahrhunderts, Antonin Dvořák (1941-1904) und seinem Streichquartett F-Dur op.96 „Amerikanisches“ (1893). Das Werk ist während seines „Neue Welt“-Aufenthaltes entstanden.

Hier erleben die Zuhörer wieder die europäische, folkloristisch-naturbezogene Klangwelt der Romantik zur damaligen Zeit. Deutlich wird das schon beim ersten Satz „allegro ma non troppo“. Typisch für diesen Satz ist das in Variationen von den Instrumenten immer wieder aufgegriffene melodiös beschwingte Hauptthema und die naturbezogenen Klänge. Das erinnert ein wenig an die „Moldau“. Hier scheint man manchmal Bergbäche in der Natur zu hören. Beim „Lento“ wird dann es melancholisch-traurig, während das „Molto vivace“ und das „Finale. Vivace ma non troppo“ rasant und heiter beschwingt daher kommt mit einem beeindruckend virtuosem finalem Abschluss.

 

Die vier Musiker boten eine Streichquartett-Kultur vom Feinsten auf hohem Niveau. Als Zugabe für das begeisterte Publikum gab es als Zugabe einen Auszug aus einem Streichquartett von Joseph Haydn.




Familiärer Abend mit Musik

Nein, es waren nicht die „Hits aus den 80ern, 90ern und das Beste von heute“, sondern die Mischung, an Songs die Andreas Beck und Thorsten Bihegue bei der Spielbar am 14. März spielten, war deutlich bekömmlicher. „Die Welt ist eine Scheibe“ hieß es und man konnte das schwarze Vinyl spüren.

 

Tja, PVC hat ja einen nicht ganz so guten Ruf, aber in schwarze Scheiben gepresst, sorgt es für Extase und die glühendsten Erinnerungen. Doch die Spielbar wäre nicht die Spielbar, wenn sie einfach Platten abspielen würde. Zumal es nicht die Möglichkeit gab, einen Plattenspieler anzuschließen. So kam der Musikgenuss in elektronischer Form.

 

Zuerst mussten die Gäste wählen (oder ‚voten‘ wie es jetzt heißt). Zehn Lieder aus verschiedenen Epochen standen zur Wahl und daraus entstand eine Hitparade. Erwartungsgemäß kam James Blunt „You’re beautyful“ auf den letzten Platz. Dass Kraftwerk mit „Autobahn“ so schlecht abschnitt und auf den hinteren Plätzen kam, fand ich persönlich schade. Am Ende gab es zwei Sieger: Marvin Gaye mit „Sexual healing“ und die Eagles mit „Hotel California“.

 

Dazwischen gab es noch Textkunde, manche Songs wurden ins Deutsche übersetzt. Bihegue spielte zwei Lieder auf seiner Ukulele und es gab zwei Raterunden, bei denen die Besucher Schallplatten gewinnen konnten.

Das Texte für Mißinterpretationen sorgen können, ist bekannt. Andreas Beck erzählte die Geschichte von Pink Floyds „Another brick in the wall“, in der angeblich der Kinderchor die deutschen Worte „hol ihn, hol ihn unters Dach“ singt. Danach gab es noch weitere Kostprobem von „Verhörungen“.

 

Da wir ja in einem Theater waren, durfte die hohe Kultur nicht fehlen. So trugen Ekkehard Freye und Uwe Schmieder (ost-)deutsche Lyrik vor wie etwa „Ein bißchen Frieden“, „Ich steh auf Berlin“ oder „Hey, junge Mutti“.

 

So eine Spielbar sollte auf alle Fälle wiederholt werden, denn es gibt bestimmt noch genug Geschichten aus der „Scheibenwelt“.




Abschied ist ein scharfes Schwert

Das 7. Philharmonische Konzert am Dienstag und Mittwoch im Konzerthaus Dortmund stand unter dem Oberbegriff „Abschiednehmen“. In seiner 7. Sinfonie nahm Anton Bruckner Abschied von Richard Wagner, Sergej Rachmaninow überarbeitete sein erstes Klavierkonzert 1917, als er Russland verließ. Geschrieben hat er es schon einige Jahre vorher als Abschlussprüfung. Pianist Joseph Moog spielte den Solopart.

 

Das Konzert für Klavier und Orchester Nr.1 in fis-Moll ist Rachmaninows Frühwerk. Das hört man. Einerseits ist die russische Musik in fast jeder Note vorhanden, Erinnerungen an Tschaikowsky kommen auf, aber man spürt die Eloquenz, die der damals 17-jährige an den Tag legte. Dazu kam mit Joseph Moog ein Interpret, der seine Virtuosität in jedem Tastenschlag unter Beweis stellte. Sein Klavierspiel passte ideal zu dem spätromantischen Werk, im dem Rachmaninow sich ja nicht nur als Komponist, sondern auch als Pianist verewigte. Das Spiel der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz ergänzte sich vortrefflich mit dem Klavierspiel von Moog. Eine Zugabe gab es natürlich auch: Moog spielte eine der Nocturnes von Chopin.

 

Nach der Pause wurde es monumental. Bruckners 7. Sinfonie in E-Dur stand auf dem Programm. In dieser Sinfonie ist alles enthalten, was man an Bruckner mag oder hasst. Der Reichtum an musikalischen Erfindungen und die thematische Eloquenz auf der einen und der Hang zum Maßlosen, zum blendenden Prunk auf der anderen Seite. „Mit Kleinigkeiten hat sich Bruckner nie abgegeben“, stand in einem Nachruf auf den Komponisten aus der „Arbeiter-Zeitung“. Dem kann man vorbehaltlos zustimmen, wenn man die 7. Sinfonie gehört hat. Und so setzte Gabriel Feltz mit seinen Philharmonikern die Segel und fuhr durch das große, weite Bruckner-Meer.

Das Adagio, der zweite Satz, hatte etwas besonderes zu bieten: Wagner-Tuben. Trotz des Namens sind die „Tuben“ eigentlich Hörner und so klingen sie auch. In diesem Satz verarbeitet Bruckner musikalisch die Nachricht vom Tode Wagners. So besitzt dieses langsame, getragene Stück eine deutliche elegische Form. Doch die Wagner Verehrung Bruckners lässt sich in seiner 7. Sinfonie öfters heraushören. Nur kommen in Wagners Musikdramen noch Gesang und das Geschehen auf der Bühne hinzu. Zudem besitzt Wagner trotz seiner tiefen und ernsten Musik immer noch einen kleinen Funken Humor, den er bei seinen Werken einarbeitet.

Feltz und seine Musiker verrichten Höchstarbeit auf hohem Niveau. Am Ende sind nicht nur die Musiker ermattet, sondern auch das Publikum. Nach der Urfassung der 1. Sinfonie in der vergangenen Spielzeit und die Erfahrung von Dienstag, muss ich sagen: Bruckner und ich werden wohl keine Freunde, dabei ist und bleibt das musikalische Genie des Österreichers unbestritten.




Diese Spielbar legt auf

Von Schlager bis Prog-Rock. Songs udn die Geschichten dahinter beleuchten Dramaturg Thorsten Bihegue (links) und Schauspieler Andreas Beck.
Von Schlager bis Prog-Rock. Songs und die Geschichten dahinter beleuchten Dramaturg Thorsten Bihegue (links) und Schauspieler Andreas Beck.

Und zwar Schallplatten. Gut, kein Vinyl, aber wenn es am 14. März 2014 um 22:30 Uhr heißt „Die Welt ist eine Scheibe“ haben die Musikjunkies Andreas Beck (Schauspieler) und Thorsten Bihegue (Dramaturg) ihre Plattenregale durchstöbert.

 

Es geht am Freitagabend auch um Geschichten hinter den Songs, es wird ein Ratespiel geben und Freunde des (ost)deutschen Liedgutes werden von den Schauspielern Uwe Schmieder und Ekkehard Freye bedient.

 

Absurditäten und Skurriles werden sich auf dem mittlerweile elektronischen Plattenspieler ein Stelldichein geben. Thorsten Bihegue möchte auf seiner Ukulele das Lied „Das Leben eines Dramaturgen ist nicht einfach“ zum Besten geben.

 

Das Ende ist offen.  Ob ab 02:00 Uhr Stockhausen auf dem Programm stehen wird? Der Abend scheint für viele Überraschungen offen zu sein.

 

Die Karten kosten nur 5 €.




Juicy Beats Festival 19 – das Line-Up füllt sich

Auch die US-Folkrocker von Calexico sind beim kommenden Juicy Beats dabei. (Foto: © Rocky Yosek)
Auch die US-Folkrocker von Calexico sind beim kommenden Juicy Beats dabei. (Foto: © Rocky Yosek)

Am Samstag, dem 26. Juli, versetzt das Juicy Beats Festival erneut den Dortmunder Westfalenpark in ein riesiges Open-Air paradies für elektronische Musik. Nach den bereits bestätigten Boys Noize, Milky Chance, Alligatoah und Frittenbude haben die Veranstalter 25 weitere Bestätigungen bekannt gegeben. Darunter sind sind Calexico, FM Belfast, Weekend, Erobique, Alle Farben, Claptone, Hundreds, Kid Simius Live!, Sierra Kidd, Ebo Taylor, Wallis Bird und Bilderbuch. Insgesamt verwandeln weit über 100 Bands und DJs auf mehr als 20 Bühnen und Dancefloors den Park in eine der schönsten Open Air Locations der Nation. Für das 16-stündige Festivalspektakel von zwölf Uhr mittags bis vier Uhr nachts werden bis zu 30.000 Gäste erwartet. Karten sind bereits erhältlich.

Bereits im Dezember hatte das Juicy Beats Festival mit der Ankündigung des Berliner Djs Boys Noize, Milky Chance, des mehrfach für den Echo nominierten Hip Hop-Barden Alligatoah und der Elektro-Punk-Combo für ein Ausrufezeichen gesorgt. Nun folgt mit der US-Folkrockband Calexico ein weiterer Höhepunkt. Das Quartett aus Arizona stand schon lange auf der Wunschliste der Veranstalter. Aus Island reisen FM Belfast an. Sie mischen Electro- mit Indiesounds und sind für wilde Live-Shows berüchtigt. Der Gelsenkirchener Rapper Weekend! wagt nun den Sprung auf die Hauptbühne. Ein wesentlicher Mitbegründer des Electro-Swing ist Franz Zimmer alias Alle Farben. Nach sieben Jahren Pause kehrt auch der Wahl-Hamburger Erobique zum Juicy Beats zurück. Für wilde Party-Ekzesse steht Kid Simius. Der Tour-DJ von Marteria kombiniert in seiner Live-Show treibende Electro-Beats mit wildem Rock´n´Roll-Appeal. Mit der Wiener Band Bilderbuch, dem Rapper Sierra Kidd und den Rheinländern Antilopen Gang loten drei weitere Acts die Grenzen zwischen Hip Hop, Indie und Electronic mit erhöhtem Spassfaktor aus. Freunde eingängiger Gitarrensounds kommen bei Wallis Bird aus Irland, Say Yes Dog aus Luxemburg, Hundreds aus Hamburg, Kalle Mattson aus Kanada und L.Stadt aus Polen auf ihre Kosten. Mit Ebo Taylor aus Ghana und der Pariser Band La Femme stehen auch die ersten Namen für die Worldbeat Bühne fest.

Das DJ-Aufgebot des Festivals umfasst erneut fast alle aktuellen Spielarten elektronischer Clubmusik. Erste Bestätigungen sind der Londoner Dub-Step DJ ?Z, die Deep House-Größen Claptone und André Lodemann sowie Techno-DJ Gunnar Stiller. Mit Tube und Berger, Larse, Hans Nieswandt und Klaus Fiehe stehen auch wieder einige der erfolgreichsten DJs der Region hinter den Decks.

Fortgesetzt werden sollen insbesondere die vielen Kooperationen und Aktionen mit Partnern aus der Musik- und Kulturszene, die regelmäßig zur Festival-Atmosphäre des Juicy Beats beitragen: So bildet sich in der Zusammenarbeit mit WDR Funkhaus Europa, dem Konzerthaus Dortmund, dem FZW, den Summersounds DJ-Picknicks und nicht zuletzt den vielen beteiligten Clubs- und Partymachern die vielfältige Kulturszene der Region auf einem einzigen Event ab.

Veranstaltet wird Juicy Beats vom UPop e.V. in Kooperation mit der PopModern GmbH und dem Jugendamt der Stadt Dortmund.

Zur 19. Auflage des Festivalspektakels werden bis zu 30.000 Besucher erwartet. Karten sind jetzt bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und Systemen sowie auf der Festival-Homepage erhältlich. Der Vorverkaufspreis beträgt 31 Euro zzgl. Gebühr. Karten an der Tageskasse kosten 39 Euro. Erstmals wird auch für die ermäßigten Tickets für Gäste zwischen 12 und 14 Jahren ein Vorverkauf eingerichtet. Diese Kosten 16,- Euro im VVK und 19,- Euro an der Tageskasse. Die kostenlose An- und Abreise mit Bus und Bahn aus dem gesamten VRR-Gebiet ist bei allen VVK-Karten enthalten.
Weitere Infos unter  www.juicybeats.net .




Frauenpower beim Small Beast

Auch das Small Beast am 28. Februar wurde selbstverständlich von Paul Wallfisch eingeleitet.
Auch das Small Beast am 28. Februar wurde selbstverständlich von Paul Wallfisch eingeleitet.

Mit Greta Gertler und Thalia Zedek hatte Gastgeber Paul Wallfisch zwei unterschiedliche, aber überzeugende Musikerinnen für sein Small Beast am 28. Februar eingeladen.

 

Ja, die Erkältungszeit macht auch nicht vor Musikern halt und Paul hatte es ein klein wenig erwischt. Ob sein Lob an ein Schweizer Hustenbonbon geholfen hat? Jedenfalls spielte Paul sein Set ohne allzu große stimmliche Probleme. Gegen Ende bat der Schlagzeuger Adam D. Gold auf die Bühne, um noch ein kleines Lied von Led Zeppelin zum Besten zu geben.

 

Adam D. Gold durfte gleich sitzen bleiben, denn er spielte zusammen mit Greta Gertler. Die beiden gehören zu dem Orchester-Pop Kollektiv „The Universal Thump“. Außergewöhnlich oder in diesen Zeiten vielleicht nicht mehr: Per Fundraising konnte Gertler ihr neues Album „Walking the cat“ finanzieren. Mit einem Schultertuch aus Goldpailletten setzte Gertler sich ans Klavier. Vom Orchester-Pop blieb bei einer zwei Personen-Besetzung natürlich nicht viel übrig, doch Gertlers Stimme verzauberte. Es bleibt zu hoffen, dass „Walking the cat“ ihr den nötigen Schwung gibt, um den nächsten Karriereschritt zu gehen.

 

Nach der Pause wurde es rockig. Thalia Zedek und ihre Band gaben sich dem Alternative/Indie-Rock hin. Klavier, Gitarre (Zedek), Schlagzeug, Bass und Viola brachten das Small Beast zum Schwitzen. Hier stellt sich mir immer die Frage, ob das Institut, das heißt die kleine Bar, ein so geeigneter Raum ist. Für Gertler und Gold ist das Institut absolut in Ordnung, doch für Zedek war der Raum einfach zu klein, um dem Sound auch den nötigen Platz zu geben. Hier wäre vielleicht das Studio besser geeignet. Nichtsdestotrotz: Tolle Leistung von Zedek und Band, die in manchen Liedern auch Einflüsse aus Folk/Americana erklingen ließ.




Klaviermusik vor dem Großen Krieg

Rainer Maria Klaas bei seinem Vortrag im Pianohaus van Bremen.
Rainer Maria Klaas bei seinem Vortrag im Pianohaus van Bremen.

1914 – der Ausbruch des Ersten Weltkrieges oder des Großen Krieges, wie er auch genannt wird, jährt sich zum hundertsten Male. Das Pianohaus von Bremen lud zu den Tagen der Klaviermusik am 01. und 02. März den Konzertpianisten und Klavierdozenten Rainer Maria Klaas ein, der am Sonntag, dem 02. März den Vortrag „1914 – Klaviermusik am Vorabend des großen Krieges“ hielt.

 

Kann man die Spannung des Jahres 1914 an der Musik erkennen? Nein, denn das Jahr 1914 begann genauso unspektakulär oder unheilvoll wie die Jahre davor. Der Erste Weltkrieg hätte auch einige Jahre vorher oder einige Jahre später ausbrechen können.

 

Die Musik in diesem Jahr zeigte sich jedenfalls sehr abwechslungsreich. Spätromantiker trafen auch Impressionisten, einige Komponisten begannen erste Schritte Richtung Atonalität zu machen.Strawinskys „Sacre du printemps“ hatte ein Jahr zuvor für ordentlich Furore gesorgt, um es mal vorsichtig auszudrücken.

 

Ahnten die Komponisten etwas? Nein, die Auswahl an Klaviermusik, die Klaas mitbrachte und auch vorspielte, lies nichts von dem Schrecken erahnen, dass das alte Europa in den kommenden vier Jahren in Blut, Schutt und Asche verwandelte. Und die Auswahl von Klaas war groß: Von  Emile Blanchet über Erik Satie oder Lili Boulanger bis hin zu Frank Bridge, Max Reger oder Alexander Skrjabin. Bis auf eine Ausnahme: Claude Debussy komponierte ein „Berceuse héroique“ ein heroisches Wiegenlied an die Belgier. Doch da war natürlich das Kind schon in den Brunnen gefallen und die Deutschen hatten Belgien angegriffen und besetzt.

 

Ähnlich wie bei den bildenden Künstlern, hier ist August Macke oder Franz Marc zu nennen, gab es auch unter den Komponisten Opfer zu beklagen wie beispielsweise Rudi Stephan, der 1915 in Galizien fiel.

 

Die Musikstücke zeugten noch einmal vom Glanz des alten Europa, der „Belle Époche“, der schönen Epoche, deren Schönheit sich auf den Feldern von Verdun und anderswo in Blut und Tod verwandelte.

 

Ars tremonia sprach im Vorfeld des Vortrages mit Rainer Maria Klaas.




Hommage an legendäre Hollywood-Filmmusiken

Mit dem 2. Konzert für junge (und jung gebliebene) Leute entführten die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz am 24. Februar 2014 ihr Publikum im Dortmunder Konzerthaus in die Welt der großen Filmmusiken aus Hollywood. Von „Gone with the Wind“ (Max Steiner) bis zu den „Pirates of the Carribean“ (Klaus Badelt). Für Feltz sind Komponisten wie Max Steiner oder Erich Wolfgang Korngold als Gründungsväter der orchestralen Filmmusik eine Herausforderung und gehören in das Repertoire jedes guten philharmonischen Orchesters. Deshalb ist für jedes Jahr ein „Hollywood-Hit“-Konzert geplant.

 

An diesem Abend standen stand die Musik von neun Hollywood-Filmen von 1940 bis heute im Mittelpunkt. Für humorvolle Überleitungen und Erklärungen zu den einzelnen Filmen sorgte als Moderator Schauspieler Wolfram Boelzle, zur Zeit auch im Bochumer Prinzregententheater als Kurfürst im „Prinz Friedrich von Homburg“ zu sehen. Auch wenn es ab und zu des Guten zuviel war, schließlich sind die meisten Besucher wegen der Musik gekommen.

 

Zu Beginn wurde das Publikum von der Dortmunder Philharmoniker mit der Musik von Max Steiner gefühlvoll in die Welt der des Südstaaten-Melodramas „Vom Winde verweht“ (Gone with the Wind) aus dem Jahr 1940 gezogen. Nach diesem sanften Einstieg wurde mit Bernhard Herrmanns Musik zu Alfred Hitchcocks „Psycho“ ein wenig gruselige Stimmung in den Konzertsaal gezaubert.

 

Danach wurde wieder das Genre gewechselt. Die Komödie „Pink Panther“ist einerseits durch den Spielfilm von Blake Edwards aus dem Jahr 1963 bekannt, in dem es um eine Gruppen von Juwelenräubern geht, aber auch dem jüngeren Publikum durch die Zeichentrickserie „Der rosarote Panther“ mit Paulchen Panther ein Begriff.

Henry Mancini komponierte die Musik für diesen Film ebenso wie für „Frühstück bei Tiffany“ (Breakfast at Tiffany’s) aus dem Jahr 1961. Bei der melancholischen-romantischen Musik von „Moon River“ aus diesem Film konnte das Publikum seinen Gedanken nachhängen und in Ruhe träumen.

 

Auch das Action-Genre durfte nicht fehlen. Mit einem Medley aus bekannten James-Bond-Melodien rockte Gabriel Feltz mit seinen Musikern das Konzerthaus.

 

John Williams hat bei seiner Filmmusik zu „Harry Potter“ sicherlich mal bei Richard Wagner hereingehört, denn die Potter-Suite hatte einige Anleihen beim großen Meister. Es ist erstaunlich (oder auch nicht), dass die Filmmusik zu den aktuellen Blockbustern sehr von der Romantik geprägt ist. Das hörte man besonders bei der Musik der Filme „Titanic“ von James Horner und „Lord of the Rings“ (Herr der Ringe) von Howard Shore.

 

Zum Schluss entführte uns Feltz noch in die Karibik zu den Piraten. Klaus Badelt imponierte das Publikum mit seiner Musik zu „Pirates of the Carribean“ (Piraten der Karibik) so sehr, dass es nochmal in der Zugabe gespielt wurde.

 

Unterstützend zur Musik wurden auch Lichteffekte verwandt, so beispielsweise bei „Psycho“ als das Orchester in kalten blau.weißem Licht getaucht wurde oder zum Schluss als „Kanonenschüsse“ per LED-Leuchten simuliert wurden.

Mit Spezial-Effekten und der zum großen Teil auch bei jungen Leuten populären Filmmusikauswahl ist es dem Generalmusikdirektor und der Dortmunder Philharmoniker nach dem geglückten Experiment mit Klassik und Elektro wieder gelungen, ein jüngeres Publikum ins Konzerthaus zu locken.