Frauenpower beim Small Beast

Auch das Small Beast am 28. Februar wurde selbstverständlich von Paul Wallfisch eingeleitet.
Auch das Small Beast am 28. Februar wurde selbstverständlich von Paul Wallfisch eingeleitet.

Mit Greta Gertler und Thalia Zedek hatte Gastgeber Paul Wallfisch zwei unterschiedliche, aber überzeugende Musikerinnen für sein Small Beast am 28. Februar eingeladen.

 

Ja, die Erkältungszeit macht auch nicht vor Musikern halt und Paul hatte es ein klein wenig erwischt. Ob sein Lob an ein Schweizer Hustenbonbon geholfen hat? Jedenfalls spielte Paul sein Set ohne allzu große stimmliche Probleme. Gegen Ende bat der Schlagzeuger Adam D. Gold auf die Bühne, um noch ein kleines Lied von Led Zeppelin zum Besten zu geben.

 

Adam D. Gold durfte gleich sitzen bleiben, denn er spielte zusammen mit Greta Gertler. Die beiden gehören zu dem Orchester-Pop Kollektiv „The Universal Thump“. Außergewöhnlich oder in diesen Zeiten vielleicht nicht mehr: Per Fundraising konnte Gertler ihr neues Album „Walking the cat“ finanzieren. Mit einem Schultertuch aus Goldpailletten setzte Gertler sich ans Klavier. Vom Orchester-Pop blieb bei einer zwei Personen-Besetzung natürlich nicht viel übrig, doch Gertlers Stimme verzauberte. Es bleibt zu hoffen, dass „Walking the cat“ ihr den nötigen Schwung gibt, um den nächsten Karriereschritt zu gehen.

 

Nach der Pause wurde es rockig. Thalia Zedek und ihre Band gaben sich dem Alternative/Indie-Rock hin. Klavier, Gitarre (Zedek), Schlagzeug, Bass und Viola brachten das Small Beast zum Schwitzen. Hier stellt sich mir immer die Frage, ob das Institut, das heißt die kleine Bar, ein so geeigneter Raum ist. Für Gertler und Gold ist das Institut absolut in Ordnung, doch für Zedek war der Raum einfach zu klein, um dem Sound auch den nötigen Platz zu geben. Hier wäre vielleicht das Studio besser geeignet. Nichtsdestotrotz: Tolle Leistung von Zedek und Band, die in manchen Liedern auch Einflüsse aus Folk/Americana erklingen ließ.




Klaviermusik vor dem Großen Krieg

Rainer Maria Klaas bei seinem Vortrag im Pianohaus van Bremen.
Rainer Maria Klaas bei seinem Vortrag im Pianohaus van Bremen.

1914 – der Ausbruch des Ersten Weltkrieges oder des Großen Krieges, wie er auch genannt wird, jährt sich zum hundertsten Male. Das Pianohaus von Bremen lud zu den Tagen der Klaviermusik am 01. und 02. März den Konzertpianisten und Klavierdozenten Rainer Maria Klaas ein, der am Sonntag, dem 02. März den Vortrag „1914 – Klaviermusik am Vorabend des großen Krieges“ hielt.

 

Kann man die Spannung des Jahres 1914 an der Musik erkennen? Nein, denn das Jahr 1914 begann genauso unspektakulär oder unheilvoll wie die Jahre davor. Der Erste Weltkrieg hätte auch einige Jahre vorher oder einige Jahre später ausbrechen können.

 

Die Musik in diesem Jahr zeigte sich jedenfalls sehr abwechslungsreich. Spätromantiker trafen auch Impressionisten, einige Komponisten begannen erste Schritte Richtung Atonalität zu machen.Strawinskys „Sacre du printemps“ hatte ein Jahr zuvor für ordentlich Furore gesorgt, um es mal vorsichtig auszudrücken.

 

Ahnten die Komponisten etwas? Nein, die Auswahl an Klaviermusik, die Klaas mitbrachte und auch vorspielte, lies nichts von dem Schrecken erahnen, dass das alte Europa in den kommenden vier Jahren in Blut, Schutt und Asche verwandelte. Und die Auswahl von Klaas war groß: Von  Emile Blanchet über Erik Satie oder Lili Boulanger bis hin zu Frank Bridge, Max Reger oder Alexander Skrjabin. Bis auf eine Ausnahme: Claude Debussy komponierte ein „Berceuse héroique“ ein heroisches Wiegenlied an die Belgier. Doch da war natürlich das Kind schon in den Brunnen gefallen und die Deutschen hatten Belgien angegriffen und besetzt.

 

Ähnlich wie bei den bildenden Künstlern, hier ist August Macke oder Franz Marc zu nennen, gab es auch unter den Komponisten Opfer zu beklagen wie beispielsweise Rudi Stephan, der 1915 in Galizien fiel.

 

Die Musikstücke zeugten noch einmal vom Glanz des alten Europa, der „Belle Époche“, der schönen Epoche, deren Schönheit sich auf den Feldern von Verdun und anderswo in Blut und Tod verwandelte.

 

Ars tremonia sprach im Vorfeld des Vortrages mit Rainer Maria Klaas.




Hommage an legendäre Hollywood-Filmmusiken

Mit dem 2. Konzert für junge (und jung gebliebene) Leute entführten die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz am 24. Februar 2014 ihr Publikum im Dortmunder Konzerthaus in die Welt der großen Filmmusiken aus Hollywood. Von „Gone with the Wind“ (Max Steiner) bis zu den „Pirates of the Carribean“ (Klaus Badelt). Für Feltz sind Komponisten wie Max Steiner oder Erich Wolfgang Korngold als Gründungsväter der orchestralen Filmmusik eine Herausforderung und gehören in das Repertoire jedes guten philharmonischen Orchesters. Deshalb ist für jedes Jahr ein „Hollywood-Hit“-Konzert geplant.

 

An diesem Abend standen stand die Musik von neun Hollywood-Filmen von 1940 bis heute im Mittelpunkt. Für humorvolle Überleitungen und Erklärungen zu den einzelnen Filmen sorgte als Moderator Schauspieler Wolfram Boelzle, zur Zeit auch im Bochumer Prinzregententheater als Kurfürst im „Prinz Friedrich von Homburg“ zu sehen. Auch wenn es ab und zu des Guten zuviel war, schließlich sind die meisten Besucher wegen der Musik gekommen.

 

Zu Beginn wurde das Publikum von der Dortmunder Philharmoniker mit der Musik von Max Steiner gefühlvoll in die Welt der des Südstaaten-Melodramas „Vom Winde verweht“ (Gone with the Wind) aus dem Jahr 1940 gezogen. Nach diesem sanften Einstieg wurde mit Bernhard Herrmanns Musik zu Alfred Hitchcocks „Psycho“ ein wenig gruselige Stimmung in den Konzertsaal gezaubert.

 

Danach wurde wieder das Genre gewechselt. Die Komödie „Pink Panther“ist einerseits durch den Spielfilm von Blake Edwards aus dem Jahr 1963 bekannt, in dem es um eine Gruppen von Juwelenräubern geht, aber auch dem jüngeren Publikum durch die Zeichentrickserie „Der rosarote Panther“ mit Paulchen Panther ein Begriff.

Henry Mancini komponierte die Musik für diesen Film ebenso wie für „Frühstück bei Tiffany“ (Breakfast at Tiffany’s) aus dem Jahr 1961. Bei der melancholischen-romantischen Musik von „Moon River“ aus diesem Film konnte das Publikum seinen Gedanken nachhängen und in Ruhe träumen.

 

Auch das Action-Genre durfte nicht fehlen. Mit einem Medley aus bekannten James-Bond-Melodien rockte Gabriel Feltz mit seinen Musikern das Konzerthaus.

 

John Williams hat bei seiner Filmmusik zu „Harry Potter“ sicherlich mal bei Richard Wagner hereingehört, denn die Potter-Suite hatte einige Anleihen beim großen Meister. Es ist erstaunlich (oder auch nicht), dass die Filmmusik zu den aktuellen Blockbustern sehr von der Romantik geprägt ist. Das hörte man besonders bei der Musik der Filme „Titanic“ von James Horner und „Lord of the Rings“ (Herr der Ringe) von Howard Shore.

 

Zum Schluss entführte uns Feltz noch in die Karibik zu den Piraten. Klaus Badelt imponierte das Publikum mit seiner Musik zu „Pirates of the Carribean“ (Piraten der Karibik) so sehr, dass es nochmal in der Zugabe gespielt wurde.

 

Unterstützend zur Musik wurden auch Lichteffekte verwandt, so beispielsweise bei „Psycho“ als das Orchester in kalten blau.weißem Licht getaucht wurde oder zum Schluss als „Kanonenschüsse“ per LED-Leuchten simuliert wurden.

Mit Spezial-Effekten und der zum großen Teil auch bei jungen Leuten populären Filmmusikauswahl ist es dem Generalmusikdirektor und der Dortmunder Philharmoniker nach dem geglückten Experiment mit Klassik und Elektro wieder gelungen, ein jüngeres Publikum ins Konzerthaus zu locken.




Wochenende im Zeichen des Klaviers

Zwei Vorträge, ein Konzert und ein Kurs für Pianisten: Am 01. und 02. März finden im Pianohaus van Bremen (Hansastr. 7-11) die „Tage der Klaviermusik“ statt.

 

Mit Carl Phillip Emanuel Bach beschäftigt sich der Vortrag von Michael Rische am 01. März um 16:30 Uhr. Dem Komponisten, der Impulse für das Zeitalter der Klassik gesetzt hat, wird auch musikalisch gehuldigt. Um 18 Uhr findet ein Kozert statt. Neben Rische spielt auch Rainer Maria Klaas. Zu hören wird sein C.P.E. Bach: Concerto für Piano solo C-Dur Wq. 112/1, Largo aus dem Concerto F-Dur für zwei Klaviere Wq.46 und . Concerto d-moll Wq.22 für Klavier und Orchester.

 

Am 02. März wird dem Ausbruch der Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren gedacht. Unter dem Titel „1914 — Klaviermusik am Vorabend des großen Krieges“ werden in einem Vortrag um 14 Uhr auch viele Beispiele von Blanchet bis Prokofjew zu hören sein.

 

Wer sein Klavierspiel verbessern will, hat die Möglichkeit am Sonntag 02. März 2014, 10-13 und 15-18 Uhr am Dortmunder Klavierkurs teilzunehmen. Den Unterricht erteilt Rainer Maria Klaas, Konzertpianist und Dozent an der Robert-Schumann-Hochschule.

 

Wer an dem Kurs aktiv teilnehmen möchte, muss sich anmelden. (60,- Euro). Für Zuhörer an beiden Tagen freier Eintritt, vorherige Anmeldung erwünscht.

 

Mehr Informationen unter http://www.vanbremen.de/veranstaltungen/veranstaltungen.htm

Dort können Sie sich auch das Verhaltungsprogramm herunterladen.




Der Frühling kann kommen

Mit zwei berühmten Stücken der klassischen Musik haben die Dortmunder Philharmoniker beim 6. Philharmonischen Konzert den Frühling eingeleitet: Zu Beginn standen „Die vier Jahreszeiten“ von Antonio Vivaldi auf dem Programm, nach der Pause ertönte das „Frühlingsopfer“ (Le sacre du printemps) von Igor Strawinsky. Ars tremonia war am Mittwoch, dem 12. Februar 2014 im Dortmunder Konzerthaus.

 

Die beiden Stücke haben eine Gemeinsamkeit: Nicht nur, weil in beiden der Frühling thematisiert wird, sondern auch durch ihre bildhafte Musik. Natürlich liegen zwischen dem barocken Meisterwerks und der Musik des Expressionismus Welten, deutlich zu sehen bei der Besetzung. War bei Vivaldi nur ein kleiner Teil des Orchesters auf der Bühne, füllte die Bühne sich bei Strawinsky deutlich mit Musikern. Ich schätze mal, über 100 (inklusive Dirigent).

 

Schließt man die Augen, kann der Hörer bei Vivaldi fast auf Anhieb die Jahreszeiten erkennen. Der Frühling singt ein Schlummerlied, das Leben in der Natur erwacht, im Sommer gibt es ein ordentliches Unwetter, das Erntedankfest wird mit viel Wein gefeiert und im Winter ist Schlittschuhlaufen angesagt. Die „Vier Jahreszeiten“ sind eigentlich vier Konzerte für Solo-Violine. Gespielt wurden sie von Ariadne Daskalakis. Die Künstlerin ist ein anderer Typ wie Guiliano Carmignola, der vor einigen Wochen bei der „Zeitinsel Caldara“ mit dem Barockorchester La Cetra im Konzerthaus zu Gast war. Carmignola tanzte beinahe die „Vier Jahreszeiten“, aber Daskalakis ging mehr in die Tiefe, die Musik kam quasi aus dem Inneren. Ihre Interpretation war vor allem bei den ruhigen Stellen (beispielsweise dem zweiten Satz des „Winters“, den Daskalakis als Zugabe spielte) ein Genuss.

Dennoch kamen die Philharmoniker noch nicht ganz an die Magie des Barocks heran, wie es die Barockspezialisten von „La Cetra“ schafften. Aber ich finde, es ist ein guter Weg, auch mit den Dortmunder Philharmonikern weiter Richtung Alte Musik zu gehen. Eine Konzertreihe wie sie es schon zur Wiener Klassik gibt, kann ich mir auch für die Alte Musik vorstellen. Potential ist vorhanden.

 

Nach der Pause gehörte die Musik dem Expressionismus. Igor Strawinskys „Sacre du printemps“ wurde ja bei der Uraufführung 1913 als „barbarisch“ verrissen. Denn bei dem Stück steht nicht die Melodie im Mittelpunkt, sondern der Rhythmus. Selbst Melodieinstrumente müssen sich dem Rhythmus beugen. Manche Teile wecken Erinnerungen an Free-Jazz, auch wenn Strawinsky den Jazz erst nach der Komposition von „Sacre“ kennengelernt hatte.

Doch es gibt durchaus lyrische Teile. Strawinsky verarbeitete einige folkloristische Themen, das erste ist gleich zu Beginn vom Fagott zu hören.

Generalmusikdirektor Gabriel Feltz (er hatte bei Vivaldi frei) meisterte die Aufgabe, ein wirklich riesiges Orchester zu leiten. Trotz der vielen rhythmischen Wechsel und Dissonanzen zeigten die Dortmunder Philharmoniker eine famose Leistung und sorgten – im Gegensatz zu 1913 – für Beifallsstürme im Konzerthaus.




6. Philharmonischen Konzert im Zeichen des Frühlings

Ariadne Daskalakis wird den Solopart bei Vivaldis "Vier Jahreszeiten" übenrehmen. (Foto: © Marte)
Ariadne Daskalakis wird den Solopart bei Vivaldis „Vier Jahreszeiten“ übenrehmen. (Foto: © Marte)

Noch ist der Winter in unseren Breitengraden nicht oder kaum in Erscheinung getreten, rufen die Dortmunder Philharmoniker im 6. Philharmonischen Konzert am 11. und 12. Februar in Konzerthaus den Frühling aus. Denn auf dem Programm steht Strawinskys „Le Sacre du printemps“ (Die Frühlingsweihe oder das Frühlingsopfer), vor der Pause führt uns Vivaldi noch durch die vier Jahreszeiten.

Strawinskys „Sacre“ und die „Vier Jahreszeiten“ sind mittlerweile Hits der klassischen Musik. Vivaldis Werk ist sicher nicht nur Klassikfreunden bekannt, sondern taucht auch in der Werbung. Bei den „Vier Jahreszeiten“ steht die Solo-Violine im Vordergrund: Spielen wird sie Ariadne Daskalakis. Die Amerikanerin mit griechischen Wurzeln und deutschem Wohnsitz näherte sich der „alten“ barocken Musik von der „modernen Seite“. „Es war ein langer Weg von der modernen Geigerin bis hin zum Barock“, so Daskalakis, die Professorin an der Kölner Musikhochschule ist. Doch sie bereut ihn nicht. „Ich hatte das Privileg beide Welten kennen zu lernen.“ Dabei macht sie deutlich: „Das Wichtigste ist die Qualität der Musik.“

Für den Konzertbesucher wird es eine spannende Sache, wie die Solistin zusammen mit dem klassisch-romantischen Orchester der Dortmunder Philharmoniker Barock-Musik aufführen wird. „Die Kollegen sind sehr offen“, berichtete Daskalakis. „Die gemeinsame Arbeit in historischer Spielweise macht viel Spaß“. Und auch wenn Daskalakis Vivladis Meisterwerk oft gespielt hat, „es ist jedes mal neu für mich. Ich liebe diese Musik.“

Für Generalmusikdirektor Gabriel Feltz könnten die beiden Konzertabende ungewohnt beginnen, denn geplant ist, „Die vier Jahreszeiten“ ohne Dirigent aufzuführen. Erst nach der Pause zu Strawinskys „Sacre“ würde er dann wieder ans Dirigentenpult zurückkehren.

 

Restkarten für die beiden Termine sind noch erhältlich. Infos unter www.theaterdo.de oder 5027222.




Kammerkonzert mit ungewöhnlichem Klang

Das zweite Kammerkonzert am 03. Februar im Orchesterzentrum brachte den Zuhörern das Bläseroktett (samt Kontrabass) der Dortmunder Philharmoniker näher. Zu hören waren Werke von Mozart, Farkas und Liszt.

 

Es ist eine Mischung von Vertrautheit und einer gewissen Fremdheit. Musik keinesfalls reduziert, sondern transponiert auf die Musikgruppe der Bläser. Oboe, Klarinette, Fagott und Horn füllen auch die Rolle der Streicher mit aus. In früheren Zeiten nichts ungewöhnliches, waren Bläseroktette dazu da, draußen (heute sagt man wohl „outdoor“) Opern oder Sinfonien zu spielen.

 

Das Konzert mit Mozarts erster Sinfonie in Es-Dur, die er mit acht Jahren schrieb. Das recht kurze Stück wurde von Andreas N. Tarkmann geschickt für die Bläser umgesetzt, so dass es einen Vergleich mit dem „Original“ nicht zu scheuen brachte.

 

Das zweite Stück war „Contrafacta Hungarica“ von Ferenc Farkas. Dieses Stück war speziell für Bläseroktett geschrieben worden. Obwohl Farkas ein Mensch des 20. Jahrhunderts war, entführte er uns in die Zeit des Mittelalters und der Renaissance. Tanzmusik war angesagt und das Bläseroktett zeigte sich spielfreudig.

 

Vor der Pause stand die Ungarische Rhapsodie Nr. 14 von Franz Liszt auf dem Programm. Bei diesem sehr rhythmischen Stück machte sich die besondere Klangfarbe des Oktetts bemerkbar. Vor allem bei den schnellen Passagen klang es Richtung Weltmusik á la „Balkan Brass“.

 

Nach der Pause war wieder Mozart an der Reihe. Seine Serenade in c-moll für Bläseroktett zeigte nochmals, wie abwechslungsreich und virtuos diese Musik ist, vor allem, wenn die Melodieführung von verschiedenen Instrumenten übernommen wird.

 

Alles in allem ein sehr spannender Abend mit gut aufgelegten Musikern.




Small Beast mit Heavy Metal

Die beiden Gäste Andreas Kaling (links) und Scott McCloud.
Die beiden Gäste Andreas Kaling (links) und Scott McCloud.

Die Januar-Ausgabe 2014 vom Small Beast am Monatsende hatte neben Gastgeber Paul Wallfisch wieder zwei besondere musikalische Gäste Scott McCloud und Andreas Kaling. Letzterer brachte eine ordentliche Portion Heavy Metal mit sein Bass-Saxophon auf die Bühne.

 

Eröffnet wurde das Small Beast natürlich vom Gastgeber selbst. Neben Stücken aus dem neuen Theaterprojekt „Die Republik der Wölfe“, das am 15. Februar Premiere hat, gab es einen „Lou Reed-Block“ zusammen mit McCloud und Kaling. Eine schöne Version spielte Wallfisch von dem wohl bekanntesten Stück von Reed „Pale Blue Eyes“.

 

Ein Bass-Saxofon macht schon Eindruck. Allein von der Größe und dem Gewicht. Hinzu kommt mit Andreas Kaling ein Musiker, der es versteht, aus diesem Instrument interessante Töne herauszulocken. Kaling spielt in der wohl einzigen Bass-Saxophonband der Welt namens „Deep Schrott“. Die vier Musiker verbinden Elemente des Jazz und Heavy Metal. Bei seinem Solokonzert spielte er – auch dank elektronischer Hilfe eines Kehlkopfverstärkers – eine Mischung zwischen Avantgarde und Jazz.

 

Scott McCloud ist Gitarrist und Sänger der Band „Girls against boys“ und spielt auch bei Paramount Styles. Sein Soloset bestritt er mit akustischer Gitarre. Aber es war beileibe kein „Lagerfeuerkonzert“, denn seinen post-Punk und post-Hardcore Wurzeln blieb McCloud treu. So lies er seine Gitarre schon des öfteren Dank seines Verstärkers (also nicht wirklich „unplugged“) aufheulen wie beim Start eines Motorrads. Gegen Ende seines Sets war wieder Gastgeber Wallfisch gefragt. In bester Club-Tradition spielten die beiden noch ein paar Songs miteinander.

 

Mit Andreas Kaling und Scott McCloud hatte Paul Wallfisch sehr interessante Musiker zu Gast, die sehr gut zum Konzept des Small Beast passten. Der Qualität beider Gäste ist es zuzuschreiben, dass trotz später Stunde (Ende gegen 2:00 Uhr) die meisten Besucher bis zum Ende blieben.




Harmoniemusik im Kammerkonzert

Das Bläseroktett der Dortmunder Philharmoniker inklusive Kontrabassistin. (Foto: © Michael Baker)
Das Bläseroktett der Dortmunder Philharmoniker inklusive Kontrabassistin. (Foto: © Michael Baker)

Das 2. Kammerkonzert am 03. Februar im Orchesterzentrum bietet eine besondere Musikfarbe: Das Bläseroktett der Dortmunder Philharmoniker spielt Werke von Mozart, Farkas und Liszt. Einerseits wurden die Werke speziell für ein Bläseroktett geschrieben, andere sind Bearbeitungen, sogenannte Harmoniemusik.

 

Harmoniemusik. Müsste nicht eigentlich jede Musik Harmoniemusik sein, könnte der Leser jetzt fragen? Mit dem Begriff Harmoniemusik wird eine spezielle Bearbeitung von Musik wie Sinfonien oder Opern für Holz- und Blechbläser bezeichnet. Es ist in etwa vergleichbar mit einem Klavierauszug.

 

„Es bietet eine ungewohnte Perspektive“, erläutert Oboistin Christiane Dimigen. „die Bearbeitung bleibt dem Original weitgehend treu und so gibt es einen Wiedererkennungseffekt. Dazu kann eine Stimme nicht nur von einem Instrument übernommen werden, sondern von mehreren.“

 

Das Bläseroktett besteht aus Christiane Dimigen (Oboe), Birgit Welpmann (Solo-Oboe), Frauke Hansen (Solo-Klarinette), Martin Bewersdorff (Klarinette), Minori Tsuchiyama (Fagott), Jörg Wehner (Fagott), Gregor Fas (Horn) und Ferenc Pal (Horn). Unterstützt werden die Musiker von Tomoko Tadokoro (Solo-Kontrabassistin).

 

„Der Kontrabass und die Fagotte bilden das Fundament“, während die Oboen den Melodiepart übernehmen, beschreibt Dimigen die „Arbeitsteilung“ innerhalb der Instrumente. „Aber auch die Klarinetten übernehmen oft die Melodieführung. Die Hörner halten alles zusammen.“

 

Auf dem Spielplan stehen folgende Stücke:

Wolfgang Amadeus Mozart (1756-1791), Sinfonie Nr. 1 Es-Dur KV16 (Bearb. A. N. Tarkmann); Ferenc Farkas (1914-1992) Contrafacta Hungarica (1976);

Franz Liszt (1811-1886), Ungarische Rhapsodie Nr. 14 f-Moll (Bearb. A. N. Tarkmann) und Wolfgang Amadeus Mozart, Serenade Nr. 12 c-Moll KV 388

 

„Früher waren die Bläser als Begleitmusiker bei Hof und spielten beim Essen oder auf der Jagd, aber Mozart hat die Serenade als ein sehr ernstes Stück komponiert“, so Dimigen. „Mozart hat es für den Kaiser Joseph II. geschrieben, weil er auf eine Anstellung am Wiener Hof hoffte. Daher hat er viel Energie hineingelegt.“

 

Für die Musiker der Dortmunder Philharmoniker ist es eine Art Privileg, ein eigenes Kammermusikprogramm erarbeiten zu können, auch wenn sie ihren freien Tag dafür opfern müssen. „Das gibt es nicht oft“, meint Dimigen, „aber es ist positiv: wir lernen nicht nur unser eigenes Programm zu erarbeiten, sondern auch sensibel und intuitiv mit unseren Kolleginnen und Kollegen umzugehen. Das nutzt uns auch bei der sonstigen Zusammenarbeit.“

 

2. Kammerkonzert

ORCHESTERZENTRUM | NRW

Werke von Mozart, Farkas und Liszt

Beginn 20 Uhr

 

Karten und Infos unter www.theaterdo.de oder 0231 50 27 222

 




Großstadttrubel im Konzerthaus

Beim 5.Philharmonischen Konzert am 21. und 22. Januar stand die Großstadt im Zentrum des musikalischen Schaffens. Rhythmik, Dissonanzen, die Dynamik der modernen Stadt zeigten die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Gastdirigent Fabrice Bollon. Zu hören waren Komposition von Berlioz, Schnyder, Honegger, Bernstein und Gershwin.

 

Der Abend begann romantisch. Berlioz‘ „römischer Karneval“ (Le carnaval romain), komponiert 1843, begann erst leise und langsam, um dann um so mehr Schwung aufzunehmen. In dem Stück ist noch nichts vom Großstadttrubel mitzubekommen, die Menschen feiern ausgelassen auf den Straßen der Stadt und freuen sich ihres Lebens.

Das wurde mit dem Werk von Daniel Schnyder anders. Sein 2010 komponiertes Stück „Concerto grosso für Trompete, Klarinette, Posaune und Orchester“ erinnert vom namen und der Struktur an Barockmusik. Schnyder mischt spanisch-maurisch anmutende Musik, mit Tango, Zwölftonmusik und einer Gigue, die orientalische Anklänge besitzt. Die musikalischen Elemente vermischen sich. Zeitweise hat der Zuhörer den Eindruck, er ginge auf einer belebten Straße und aus verschiedenen Lokalen dringen Fetzen von Jazz- und Weltmusik auf die Straße. Für manche Hörer sicherlich gewöhnungsbedürftig, aber die Musik zeigte ihre Kraft vor allem durch die Solisten. Martin Spangenberg (Klarinette), Wolfgang Bauer (Trompete) und Henning Wiegräbe (Posaune) zeigten bei dem ungewöhnlichen Stück ihre instrumentalen Fähigkeiten. Auch die Zugabe kam von Schnyder. Der „Schweizer Karnevalsmarsch“ entpuppte sich als jazzige Variante eines Marsches. Torkelnd, nicht fassbar, aber dennoch blieb der Karneval im Hintergrund sichtbar.

 

Nach der Pause ging es mit dem Zug weiter. Natürlich mit dem „Pacific 231“ von Arthur Honegger. Beim Stück von 1923 kann der Besucher eigentlich die Augen schließen, denn vor seinem inneren Auge entsteht bald das Bild einer Dampflokomotive. Das Anfahren, die Steigerung der Geschwindigkeit, bis hin zum Halt, alles ist in Honeggers „Mouvement symphonique“ enthalten.

Bei der Reise durch die Großstadt landen wir bei Leonard Bernstein. Aus seinem 1944 verfasstem Musical „on the town“ waren die „Three dance episodes“ zu hören. Jazz und klassische Musik vermischten sich, Tänze, die zu der Zeit populär waren, hat Bernstein in seine integriert.

 

George Gershwin ist vor allem bekannt durch seine „Rhapsody in blue“ sowie „An American in Paris“. Der Amerikaner in Paris, geschrieben 1928 integriert wie Bernstein Jazz und Blues, Gershwin benutzt zur Untermalung sogar Taxihupen. Gershwins Musik transportiert den Lebensdrang, die Heiterkeit, aber auch (vor allem im Mittelteil) das sentimental Verträumte eines Amerikaners.

 

Die Dortmunder Philharmoniker zeigten sich unter Bollon gewohnt spielfreudig, auch mit dem neuen Material. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Ausflug in die Großstadt kein einmaliges Ereignis bleibt. Denn Dortmund ist nun mal eine Großstadt, da sind Taxihupen vertrauter als weite grüne Wiesen und Auen.