Das 9. Fest der Chöre

[fruitful_alert type=“alert-success“]Am 17. Juni 2017 wird wieder in der gesamten Innenstadt gesungen. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Singen tut nicht nur der Seele (oder Lunge) gut, sondern macht gemeinsam auch noch viel Spaß. Das „Rudelsingen“ erfreut sich hierzulande immer größerer Beliebtheit. Im Rahmen des Klangvokal Musikfestivals findet am Samstag, den 17. Juni 2017 das 9. Fest der Chöre in Dortmund statt. Beteiligt sind rund 130 Chöre und 80 Helfer. Gesungen wird auf elf Bühnen. Dortmund wird für einen Tag zur „singenden Stadt“.

Der Direktor des Festivals Torsten Mosgraber freut sich, dass in diesem Jahr 15 neue Chöre beim größten städtischen Chorfest dabei sind. Den Anfang machen fünf Kita-Chöre mit einem gemeinsamen Singen um 10:00 Uhr im Rathaus unter dem Motto „Singen ist ‘ne coole Sache“. Es gibt für die Kinder dann auch die Möglichkeit, sich kostenlos schminken zu lassen.

Traditionelle findet der Auftakt auf dem Alten Markt um 12:00 Uhr mit einem gemeinsamen Singen statt. Alle anwesenden Besucher können dann den Eröffnungschor VoiceUnit und Voice‘R‘Us gesanglich kraftvoll unterstützen.

Bürgermeisterin Birgit Jörder wird das Chorfest offiziell eröffnen. Ab 12:30 Uhr geht es dann an allen 16 Standorten mit dem Programm los. DSWW21-Singhaltestellen stehen für spontane Kurzkonzerte offen. Es wird aber nicht nur gesungen, sonder der Sprechchor des Dortmunder Schauspiels wird Ausschnitte aus der aktuellen Inszenierung „das Bildnis des Dorian Gray“ nach Oscar Wilde vortragen.

Ein besonderes Chorprojekt können die Besucher ab 14:00 Uhr in der Reinoldikirche mit „The Peacemakers“ erleben. Ein Projektchor aus mehren Kirchenchören sowie einem Jugendprojektchor singen Ausschnitte aus Katrl Jenkins‘ Oratorium für den Frieden.

Bekannte und beliebte Lieder mitsingen ist um 17:00 Uhr im Rathaus möglich. Dort lädt Chorleiter Winfried Meyer gemeinsam mit seinen Chören zum Offenen Singen ein. Es wurde vorab verraten, dass in diesem Jahr der Flügel in der Mitte platziert werden wird.

Als abendliches Highlight bietet das Abschlusskonzert um 20:00 Uhr auf dem Alten Markt die A-Cappella-Band Mostly Five aus Lünen, HeartChor aus Wetter (Soul.Pop. Gospel) sowie die Dortmunder Sounding People und ihre ausgefeilten Arrangements mit Beatbox-Untermalung.

Achtung: Kurzfristig im Programm ist ab 13:30 Uhr im Orchesterzentrum-Foyer der Deutsch-Türkische Projektchor vom ChorVerband NRW. Die Besucher können ihn bei einer Probe erleben.

Die Flyer zum Chorfest liegen bei den üblichen Vorverkaufsstellen aus oder sind natürlich am Samstag am Infostand auf dem Alten Markt erhältlich.




Zauberhaftes „Acis and Galatea“

[fruitful_alert type=“alert-success“]Jede Sekunde fühlte man sich in die Barockzeit zurückversetzt. (Foto: © Bülent Kirschbaum) [/fruitful_alert]

Als szenische Oper wurde die Masque in zwei Akten „Acis and Galatea“ nach dem mythologischen Stoff von Ovid in der musikalischen Neubearbeitung von Georg Friedrich Händel (1685-1759) am 10. Juni 2017 im Orchesterzentrum als ein besonderes Klangvokalerlebnis aufgeführt. Es wurde ein Klang und Augenschmaus für das Publikum. Nicht nur das in der Barockmusik erfahrene Collegium Marianum (Prag) unter der musikalischen Leitung von Jana Semerádová (auch an der Flöte), fünf hervorragend harmonierende SängerInnen mit klaren Stimmen, sondern auch das Marionettentheater Buchty a loutky (Prag) spielte mit ihren fein geschnitzten Puppen eine wichtige und mystische Rolle. Das Publikum wurden mit wunderbaren barocken Kostümen und Masken für die Sänger, und fantasievollen und liebevoll entwickelten Marionetten in ein barocke Zeit vor etwa dreihundert Jahren versetzt.

Die Bühne für das Puppentheater und auch die SängerInnen war dreigeteilt. Neben dem üblichen Mittelteil für die Handelnden gab es noch zwei seitliche runde fenster mit goldenen Vorhängen und dahinter durchsichtigen Gardinen. Das ermöglichte einen fantasievollen Perspektive-Wechsel für Sänger und Puppen. Die Sänger waren mal vor der Puppenbühne, mal agierten sie darin.

Die Geschichte ist kurz erzählt: Der Hirte Acis (Tenor Benedikt Kristjánsson), liebt die Nymphe Galatea (Sopran Sophie Junker). Beide sind glücklich doch der Riese Polyphemus (Bariton Tomáš Král) will sie unbedingt für sich gewinnen. Am Ende erschlägt er Acis mit einem Stein, doch Galatea kann ihn durch einen Zauber in eine türkisfarbenen Fluss (ewige Liebe) verwandeln. Zur Seite standen immer die Freunde Damon (Tenor Patrick Grahl) und Tityrus (Tomáš Lajkep). Es ist eine Ode für die Natur und die Liebe.




Aus der französischen Barock-Schatzkiste

[fruitful_alert type=“alert-success“]Barocke Schätze wiederentdeckt durch das Ensemble Correspondances. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

In der Bonifatiuskirche gab es am 09. Juni 2017 ein Wiedersehen mit dem Ensemble Correspondances. Spielten sie 2015 noch eine Mischung von italienischen und französischen Barockkomponisten, galt ihr Fokus auf wieder entdeckter Barockmusik aus Frankreich. Zum ersten mal seit 300 Jahren erklang die Musik wieder im öffentlichen Raum.

Eine zweite Änderung zu 2015 gab es auch in der Programmausrichtung. Standen 2015 noch sakrale Lieder im Vordergrund, wurde es dieses Jahr überwiegend weltlich. Gespielt wurde Komponisten wie Françoise de Chancy, Antoine de Boësset, Jacques Champion de Chambonnières, Pierre Guederon oder Louis Couperin. Die meisten Kompositionen stammen aus der Zeit des 30jährigen Krieges und während in Frankreich der Barock zur Blüte getrieben wurde, versank der größte Teil von Deutschland in Schutt und Asche. Die „Klänge der Nacht“ – so der Name des Programms – bezieht sich aber mehr auf die Nymphen, Ungeheuer und anderen mythologischen Gestalten. Wälder waren damals noch gefährlich („Noires Forets“) und verlorene Liebe wurde melancholisch beklagt.

Den ganzen Zauber der barocken Welt brachten die Musiker mit ihren typischen Instrumenten wie Theorbe oder einer barocken Viola musikalisch wunderbar rüber und auch die Sängerinnen und Sänger zeigten ihr großes Können. Dirigent Sébastian Daucé präsentierte ein rundes Programm, das den Geist des Barockes in jeder Sekunde atmete. Leider sorgte die Bonifatiuskirche, als doch eher moderne Kirche, nicht dafür, das barocke Feeling zu verstärken.

Insgesamt war es ein gelungenes Konzert wirklich erstklassiger Musiker und Solisten, die es von der ersten Note an schafften, ihre Zuhörer musikalisch ins Frankreich des 17. Jahrhunderts zu versetzen.




Endspurt für das Juicy Beats Festival 2017

[fruitful_alert type=“alert-success“]Wie in den vergangenen Jahren: Die Stimmung ist beim Festival Juicy Beats sehr gut. (Foto. © Arne Müseler)[/fruitful_alert]

Es ist alles für das größte Festival für elektronische und alternative Popmusik in NRW, das „Juicy Beats“ am 28. und 29. Juli 2017 im Dortmunder Westfalenpark vorbereitet. Die erwartenden 50.000 BesucherInnen an den Festivaltagen können sich auf ein pralles und musikalisch vielseitiges Programm mit 200 Bands und Djs freuen.

Hiesigen Newcomern wird auf einer extra Bühne eine Plattform geboten. Große Acts wie etwa Cro (Freitags), europäischen Musiker und Top DJs für die vielen Floors, Poetry Slam, Silent Night zum Abdancen mit Kopfhörer werden unter anderem das Publikum einheizen. Für europäische Musik gibt es eine eigene Bühne und auch auch das Konzerthaus stellt am Samstag ab 15:00 Uhr ein eigenes Bühnenprogramm. Ein Nachtprogramm und viele Aftershow-Partys , ein Hip-Hop-Camp sowie eine VideoGames & Kreativ.Meile bieten viel Abwechslung.

Daneben gibt es natürlich auch Raum zum „chillen“ und Versorgungsmöglichkeiten mit Getränken und Essen.

Für die Sicherheit sorgen ausreichend Security und zivile Polizisten, so der Veranstaltungsleiter Carsten Helmich. Damit ein zügiger und reibungsloser Einlass möglich ist, wird gebeten, nur das Nötigste beim Eingang bei sich zu tragen. Gäste, die trotzdem ihre Rücksäcke mitbringen, können sie in eigens von der Sparkasse Dortmund aufgestellten Schließeinrichtungen deponieren.

Das Festival beginnt in diesem Jahr am Freitag, den 28.07.2017 schon um 13:00 Uhr!

Nachtpartykarten sind erstmals auch ab dem 10.07.2017 für 17 Euro im Vorverkauf erhältlich. Die Kostenlose An-und Abreise mit Bus und bahn aus dem gesamten VRR-Gebiet ist bei allen VVK-Karten enthalten. Das Campingareal zwischen Westfalenpark und Westfalenstadion bietet 1.400 zelten platz für Übernachtungen.

Informationen zu Ticketkarten, Campingpreisen und anderen Fragen erhalten Sie unter kontakt@juicybeats.net

Programmhefte und Ticket gibt es an bei den üblichen Vorverkaufsstellen.




Opulentes britisches Oratorium

[fruitful_alert type=“alert-success“]Die Chöre boten unter der Leitung von Granville Walker eine außergewöhnliche Leistung. (Foto: © Bülent Kirschbaum). [/fruitful_alert]

Auf dem Programm des Klangvokal Musikfestivals 2017 stand am Pfingstmontag das bei den Briten sehr beliebte Oratorium „The Dream of Gerontius“ (1900) von Edward Elgar (1857-1934) nach einem Text von John Henry Newman in der Dortmunder Reinoldikirche aufgeführt.

Der Komponist Elgar war in der kleinen Stadt Worcester (Westengland) als Katholik unter einer evangelischen Mehrheit aufgewachsen. Die geistliche Dichtung um Tod und Auferstehung des als Beispiel für „Jedermann“ zu verstehenden Gerontius (alter Mann) weckte seine künstlerisches Interesse. Die Vertonung eines solchen Textes konnte damals durchaus als mutig bezeichnet werden. In einem gewaltigen, von der Musik Richard Wagners beeinflussten opulenten und sehr emotionalen Oratorium, geht es um die Hoffnung auf die Unsterblichkeit der Seele, für den gläubige Elgar ein vertontes persönliches Vermächtnis. Er bezeichnete es selbst als „das Beste von mir“.

Das Oratorium ist musikalisch nicht nur sehr feierlich und in Teilen mystisch, sondern auch von einem starken religiösen Pathos geprägt. Ob eine Person das mag oder nicht, ist sicher auch eine Sache des Geschmacks oder der Mentalität.

Musikalisch ist „The Dream of Gerontius“ anspruchsvoll und beeindruckend. Die Dortmunder Philharmoniker wurde unter seinem britischen Dirigenten Granville Walker einfühlsam geführt und bot wie so oft eine großartige Leistung. Die Mitglieder des Philharmonischen Chor des Dortmunder Musikvereins und des Kammerchors Cantamus (Kirchengemeinde Sankt Josef Münster (Leitung Winfried Müller)) boten einen imposanten Rahmen im Hintergrund und glänzten durch ihren harmonischen Zusammenklang. Ob als Unterstützer im Hintergrund, Dämonen- oder als Engelschöre.

Außerdem waren mit dem australischen Tenor Brenden Gunnell (Gerontius), der schwedischen Mezzosopranistin Ann Hallenberg (The Angel) und den in Dortmund Opernkreisen bestens bekannten Karl-Heinz Lehner (Bass) als The Priest oder The Angel of Agony Sänger von großer Klasse aufgeboten worden.

Sie konnten der eher düsteren Stimmung im ersten Teil, wo es um das Sterben des Gerontius ging, und später die erhabene hoffnungsvoll-gewaltige Atmosphäre mit ihren starken Stmmen gut Ausdruck verleihen.




Chorabend aus den Tiefen der russischen Seele

[fruitful_alert type=“alert-success“]Große Sangeskunst aus dem Baltikum: Der Lettische Rundfunkchor. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Rachmaninoff stieß bei seinen Zeitgenossen auf geteiltes Echo. Die einen liebten ihn und seine spätromantische Musik, die anderen hielten es mehr mit moderneren Klangkünstlern wie Skrjabin. Doch wenn es darum geht, die Seele des russischen orthodoxen Liturgie in Noten zu setzen, war Rachmaninoff unbestritten die optimale Wahl. Am 04. Juni 2017 präsentierte der Chor des Lettischen Rundfunks unter der Leitung von Sigvards Kļava im Rahmen von „Klangvokal“ „Das große Abend- und Morgenlob“ (op.37) neben kleinen Stücken von skandinavischen und baltischen Komponisten.

„Das große Abend- und Morgenlob“ ist dem Lettischen Rundfunkorchester nicht ganz unbekannt, denn sie haben das Stück 2012 bereits auf CD eingespielt. Rachmaninoffs Kunst ist es, den gregorianischen Gesang mit dem slawischen Klang seiner Heimat zu verbinden. Heraus kamen 15 kleine Meisterwerke mit hohen gesanglichen Ansprüchen, die die Sängerinnen und Sänger famos bewältigten. Leise, schwermütige Klänge wie bei der „Seligpreisung“ wechselten sich mit fröhlichen, rhythmischen Stücken wie bei „Lobet den Namen des Herrn“.

Den Anfang machte Arvo Pärt, dessen kurzes „Virgencita“ mit seiner Klarheit und Einfachheit bestach. Doch danach folgten zwei außergewöhnliche Stücke. „Mouyayoum“ des Schwedischen Komponisten Anders Hillborg ist vielleicht mit dem Begriff Lautmalerei zu beschrieben. Bei dem zutiefst menschlichen Versuch, aus dem gesungenen etwas Verständliches zu interpretieren, wird der Zuhörer auf eine psychedelische Reise mitgenommen, falls er dazu bereit ist. Ein tolles Werk, ein absolutes Highlight.

Naturalistischer gab sich das Stück Mūsu māšu vārdi“ des lettischen Komponisten Pēteris Vasks. Sehr harmonisch geprägte Musik, die ihr nord-osteuropäisches Erbe nie verleugnet, prägt diese Arbeit. Das Vogelgezwitscher an Ende ist ein witziger Einfall von Vasks.

Alles in allem bleibt der Eindruck von starken Stimmen in der Nikolaikirche. Der Lettische Rundfunkchor brachte die Klänge Russland und den Baltikums nach Dortmund und sorgte für einen gelungenen Abend. Eine Entdeckungsreise die sich gelohnt hat.




Virtuose Gesangskunst im Orchesterzentrum

[fruitful_alert type=“alert-success“]Musiker und Solisten präsentierten Vivalidis „Best of italienische Komponisten“ im Orchesterzentrum. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Für die Fans von Barock-Opern wurde am 02.06.2017 im Rahmen des Musikfestivals Klangvokal im Orchesterzentrum ein besonderer Leckerbissen geboten. Das 1735 entstandene Oper-Pasticcio „Tamerlano“ aus der Feder von Antonio Vivaldi (1678-1741) als konzertante Aufführung. Kompositionen von zur damaligen Zeit modernen Komponisten aus der sogenannten Neapolitanischen Schule wie Riccardo Brosch, Geminiano Ciacommelli oder Johann Adolf Hasse wurden von Vivaldi mit eingebaut. Das Libretto stammt von D‘Agostino Piovene. Bekannter ist die Oper von Vivaldi unter dem Namen„Bajazet“, denn die Oper von Georg Friedrich Händel (1685-1759) ist unter dem Namen „Tamerlano“ bekannter.

Die Geschichte der Oper basiert auf der historischen vernichtenden Niederlage des osmanischen Herrschers Sultan Bajazet (1402). Der gerät danach in die Gefangenschaft des tatarischen Herrschers Tamerlano. Dieser verliebt sich in die Tochter des Kontrahenten Asteria. Da ist er nicht der Einzige. Viel Stoff für für große Gefühle wie Liebe und Leidenschaft sowie Intrigen und Machtspiele. Platz für die ganze Bandbreite der Emotionen.

Die stilistisch hervorragenden Musiker des „Ensembles Les Accents“ aus Frankreich unter der Leitung von Thibault Noally, der auch Violine spielte, brachte die exzentrisch-schöne Musiksprache Vivaldis sowie die schwungvolle, wie auch gefühlvolle Musik des italienischen Südens wunderbar zur Geltung.

Trotz dreier männlicher Akteure in der Oper, war nur ein Mann als Solist auf der Bühne. Denn der Part des Tamerlano wurde von Delphin Galou (Alt) und der des Andronico von Sophie Rennert (Mezzosopran) stimmlich stark ausgefüllt. Der einzige Mann unter den SängerInnen, Florian Sempey (Bariton) drehte vor allem im dritten Akt noch einmal richtig auf.

Dilyara Idrisova als Vertraute des Andronico Idaspe überzeugte mit einem strahlend klaren Sopran. Auch Anthéa Pichanick (Alt) als Asteria und Blandine Staskiewicz (Mezzosopran) als Tamerlanos Braut gefielen mit ihren starken und sensiblen Gesang.




Jazz-Power im Domicil

Das Jazz-Programm im Rahmen des Klangvokal Musikfestivals Dortmund 2017 ist zwar im Vergleich zu den Vorjahren etwas ausgedünnt worden, aber mit der Queen of R&B und Soul China Moses (USA/Frankreich) und ihren Kollegen wurde wieder hohe Qualität für den Bereich Jazz gewonnen.

Moses brachte am 01.06.2017 auch gleich Song-Erzählungen von ihrer neuesten Werk „Nightingales“ (Nachtgeschichten.

Sie führte mit viel Humor und Selbstironie durch das Programm und verband die Songs mit ihren speziellen Nachtgeschichten um Liebesrausch und Liebesende, Leidenschaften oder Mut und Aufbruchstimmung. Sprühend vor Energie und Beweglichkeit begeisterte sie das Publikum mit ihrer warmen und ausdrucksstarken Altstimme. Stimmungsbilder wurden geformt und das Publikum auch mal zum Mitklatschen und Mitsingen eines Vokalrefrains animiert.

Die Musiker an ihrer Seite boten Jazz-Einschübe von hoher Qualität. Luigi Grasso am Saxophon, Joe Armon Jones am Piano sorgten für Begeisterung bei den anwesenden Jazz-Kennern. Marijus Aleska legte ein starkes Solo an den Drums hin und Luke Wynter war für die Tiefe Untermalung mit seinem Bass zuständig.

Es war schon beeindruckend, was für eine Power und Energie von der Bühne ausging.

Die harmonische Mischung von Jazz, R&B, Soul oder Pop und Hintergrund-Erzählungen sorgte für einen, ganz besonders bei den Jazz-Fans, für einen unterhaltsamen Abend.




Klangwelten aus Nord- und Südeuropa

[fruitful_alert type=“alert-success“]Das Ensemble Hirundo Maris verzauberte die Besucher der Marienkirche. (Foto: ©  Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Im Rahmen des Musikfestivals Klangvokal trat am Mittwoch, den 31.05.2017 die Folk-Gruppe Hirundo Maris in der Dortmunder Marienkirche auf. Das spanisch-norwegische Quintett präsentierte alte Lieder und Balladen von Katalonien bis Norwegen. Den gesangliche Mittelpunkt bilden Arianna Savall und Petter Udland Johansen, die mit ihrem klaren Sopran und Tenor beeindruckten. Sie spielten zudem auf alten Instrumenten wie der gotischen Harfe oder Tripelharfe, der Hardangerfiedel (eine norwegischen Kastenhalslaute), oder der Mandoline.

Instrumental sensibel begleitet wurden die beiden Sänger und Musiker von ihren Kollegen Sveinung Lilleheier an der Gitarre und der Dobro (Resonator Guitar), Miquel Àngel Cordero am Contabass und Aleix Tobias (Percussion).

Die alten Weisen handelten von Sehnsucht, Liebe, Wehmut, Verlust und Hoffnung. Sowohl die Norwegischen wie die aus Katalanien und den jüdisch-saphardischen Lieder und Balladen waren oft getragen von einem schwermütigen Klang und ähnlichen fließenden Rhythmus von Nord- und Südeuropa. Das schottische Lied „The water is wide“ oder etwa die „Tarantela“ von Lucas Ruiz de Ribayaz (1626-nach 1777) zeigen aber auch temperamentvolle Seiten.

Starke instrumental Stücke wechselten sich mit gesungenen Beiträgen ab.

Mit einem skandinavischem Troll-Wiegenlied als Zugabe schickte Hirundo Maris das Publikum nach Hause.

Nord- und Südeuropa passten auf alle Fälle musikalisch gut zusammen.




Festival-Eröffnung mit Opernspektakel

[fruitful_alert type=“alert-success“]Gelungener Auftakt mir Rossini. Das WDR Rundfunkorchester mit WDR Rundfunkchor und Solisten. (Foto: © Bülent Kirschbaum)[/fruitful_alert]

Das Dortmunder Musikfestival Klangvokal unter dem Motto „Heimat Europa“ wurde am 28.05.217 im hiesigen Konzerthaus mit der Belcanto-Oper „Le Compte Ory von Rossini als konzertante Aufführung stimmungsvoll eröffnet.

Es wurden viele internationale Opernstars eingeladen. Etwa der bekannte Belcanto-Tenor Lawrence Brownlee aus den USA als charmanter Troubadour Graf Ory, eine Art Casanova der Kreuzritterzeit, Sopranistin Jessica Pratt (Australien) als umgarnte Grafin Adèle de Formoutiers, Mezzosopranistin Jana Kurucová (Slowakei ) in der „Hosenrolle“ des Rivalen Isolier. Stark ergänzt wurde das Ensemble von Sänger/innen wie etwa Roberto de Candida (Raimbaud), Stella Grigorian (Ragonde), Monika Rydz( Alice), Oleg Tsybulko (Le Gouverneur) oder als treuer Ritterbegleiter Gheorghe Vlad (Coryphée).

Diese Oper verbindet auf grandiose Weise übermütige französische Deklamationslust mit italienische Lyrismen, Melancholie und temperamentvollen Schwung. Die SängerInnen mussten neben ihrer guten Stimme in der der konzertanten Aufführung durch Mimik, Gesten die Komik und Paradoxie der Situationen darzustellen.

Die Oper spielt zur Zeit der Kreuzritter. Viele adelige und nicht adelige Frauen sind alleine Zuhause und warten mit Bangen auf ihre Männer, Söhne und Brüder. Der amourösen Abenteuern und Herausforderungen suchende Graf Ory versucht mit immer neuen Tricks, die Nähe und Liebe der verwitweten Gräfin Adèle de Formoutiers. Die wartet darauf, dass ihr Bruder als Kreuzritter heil nach Hause kommt. Der Graf Ory versucht es erst Rat und Hilfe spendender Emerit, dann als verkleidete Pilgerin. Er hat aber einen klugen Nebenbuhler, den verliebten Pagen Isolier, der ihn zum Schluss aus der Patsche helfen muss.

Eine komische Oper um die Fragen.Wann schlägt Ernst in Witz um und umgekehrt? Wie weit lässt sich die Wahrheit verdrehen, bis es eine Lüge wird.

Das WDR Rundfunkorchester Köln unter der Leitung von Giacomo Pellegrino setzte die emotionale Musik Rossinis sensibel um und der WDR Rundfunkchor Köln wirkten als Verstärker im Hintergrund mit eindrucksvoller Kraft.

Starke Stimmen und eine würdige Eröffnung des Klangvokal Festivals 2017.