Margarita Feinstein – Chopin und jüdische Komponistinnen

Klavier & Flügel Maiwald hat am Samstag, den 07.10.2017 in Kooperation mit den Theater- und Konzertfreunden Dortmund zum zweiten Mal ein Foyer-Konzert organisiert. Mit der in der Ukraine geborenen und in Kamen lebenden Pianistin Margarita Feinstein luden sie unter dem Motto „Musikalische Blumen, die das Herz berühren“ zu einem Klavier-Nachmittag in das Dortmunder Konzerthaus ein.

Das zweigeteilte Programm bot auch viel Klavierklänge voll starker Emotionalität und Sensibilität.

Der erste Teil war ganz dem Komponisten und Pianisten Frédéric Chopin (1810 – 1849) und seiner emotionalen Kompositionen, die dem Klavier so eine Fülle von verschiedenen musikalische Stimmungen entlocken kann.

Die Klavierstücke verdeutlichten die Bandbreite der Emotionen, die Chopin zu entfalten vermochte. Die Pianistin spielte die romantisch- melancholische Melodien der Etüde: Nr. 1 op. 10 C-Dur, Preludes: Nr. 18 c-moll, Nr. 22 g-moll, Nr. 7 A-Dur, oder beispielsweise auch das temperamentvoll-aufwühlende Scherzo h-moll Op. 20 mit Sensibilität und gleichwohl kraftvoller Intensität.

Margarita Feinstein präsentierte ein außergewöhnliches Programm. (Foto: © Gerhard Stranz)
Margarita Feinstein präsentierte ein außergewöhnliches Programm. (Foto: © Gerhard Stranz)

Nach der Pause spielte Feinstein Werke von sechs nicht so bekannten , aber äußerst interessanten Komponistinnen. Deren musikalische Zeitspanne reicht von der Vorromantik bis heute. Bemerkenswert dabei ist, dass es sich nicht nur um weibliche, sondern auch um jüdische Komponistinnen handelt. Diese mussten damal entweder aus Nazi-Deutschland flüchten, oder sind deren Nachfahren.

Ihre Musik ist einerseits von ihrer europäischen Tradition und tiefer Emotionalität, andererseits einer gelungenen Mischung aus traditioneller und zeitgenössischer Technik geprägt.

Bei Maria Szyimanowska (1789 – 1831) sind Einflüsse von Chopin zu erkennen. Zeitgenössische Technik und Einflüsse aus Japan prägen Tsippi Fleischer (geb. 1946) und Jekaterina Tschemberdschi (geb. 1960). Besonders rasant und mitreißend waren die beiden letzten Kompositionen von Ludmilla Dzulieva und Ludmila Zhbinskayas.

Die hervorragende Pianistin verdeutlichte dem Publikum eindrucksvoll: Frauen können sehr wohl innovative und starke Komponistinnen sein!




Roma Festival: Volles Programm bei „Djelem Djelem“

Das Kulturfestival „Djelem Djelem“ lädt zum vierten Mal dazu ein, die Kultur der Roma an verschieden Orten in der Nordstadt von Dortmund kennenzulernen. Vom 03. bis 09-2017 gibt es Konzerte, Theater und Filme, Lesungen, Tanz, ein Jugendkunstprojekt sowie ein große Familienfest an sieben verschiedenen Orten der Stadt – u.a. im Theater im Depot, im Domicil und im Dietrich-Keuning-Haus.

Geplant ist, wie Kulturdezernent Jörg Stüdemann erklärte, am 09.10.2017 außerdem ein großes Symposium zur Situation der Roma in Europa „Roma in Europa – der Kampf um ein würdiges Leben“ geplant. Dazu soll es noch ein eigenes Pressegespräch geben.

Das Festival hat sich inzwischen auch über Dortmund hinaus als feste Größe etabliert. Ein fester Bestandteil über die Jahre hinweg ist ein großes Familienfest (08. Oktober, 14 – 18 Uhr). Bereits um 13.30 Uhr startet am selben Tag ein Demonstrationszug für Vielfalt, Toleranz und Solidarität sowie gegen Antiziganismus am Nordmarkt. Gemeinsam soll der bunte Zug bis zum Familienfest zum Dietrich-Keuning-Haus ziehen..

Über 30 beteiligte Partner aus der Nordstadt und Umgebung wollen mit diesem Festival ein deutliches Zeichen gegen Feindbilder, festgefahrene Vorurteile gegenüber Roma und für ein unverkrampftes Miteinander und kulturellen Austausch setzen. „Djelem Djelem“ ist die internationale Hymne der Roma.

Das Ganze ist eine Kooperation mit dem Kulturbüro der Stadt Dortmund. Dabei tragen die viele Förderer und Organisatoren zum gelingen des Festivals mit:

Gerda Kieninger (Vorsitzende AWO Dortmund) betonte die Bedeutung des Roma-Kulturfestivals als ein Zeichen für Toleranz, Demokratie und Weltoffenheit in unserer Stadt. Stüdemann fügte hinzu, dass es auch um die Verbesserung der Lebensbedingungen der Roma und Perspektiven geht. Eine neue Kindertagesstätte. Sprachkurse für Roma-Frauen oder der Aufkauf von sogenannten „Schrottimmobilien“ durch die Stadt und deren Renovierung sind hier Beispiele für.

Das Eröffnungskonzert findet am 03.10.2017 um 19:00 Uhr im Domicil statt. Dort wird dem Publikum von der Bukarester Gruppe Mahala Rai Banda mit ihrem Balkan Brass ordentlich eingeheizt werden. Eintritt: 28 €, VVK: 25 € (inkl. Gebühren). Ermäßigung: 50%, domicilcard, U 19 frei.

Das Dietrich-Keuning-Haus, bietet wieder einige Veranstaltungen für junges Publikum an und am 06. Oktober ab 18 Uhr ist dort die Hip-Hop Szene versammelt. Angesagt haben sich unter anderem Gipsy Mafia, SBK Basement, IndiRekt, DJ Marshall Artz, Punkt und Komma. Der Eintritt ist frei. Am gleichen Abend gibt es im Depot einen Theaterabend über die Normalität des Andersseins.

Der Roma-Aktivist Gianni Jovanovic bringt sein verrücktes Leben als schwuler, verheirateter Roma, der in jungen Jahren bereits Großvater ist, auf die Bühne des Theater im Depot. (Eintritt frei).

Schirmherr des Festivals ist der stellvertretende Ministerpräsident des Landes NRW, und Romani Rose, Vorsitzender des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma.

Das komplette Programmheft ist bei den bekannte kulturellen und sozialen Einrichtungen in der Nordstadt sowie im Dortmunder Rathaus erhältlich.




Bunte NRW-Musikszene im Wettbewerb

[fruitful_alert type=“alert-success“]Die Band Uwaga tritt in der Pause „außer Konkurrenz“ auf. (Foto: zur Verfügung gestellt vom Kulturbüro Dortmund)[/fruitful_alert]

Seit über zehn Jahren findet alle zwei Jahre der Landesmusikwettbewerb „creole NRW“in Dortmund statt. Für den Hauptveranstalter, der Landesmusikrat NRW und die anderen Organisatoren steht dabei ein interkultureller und globale Ansatz in der Musik im Mittelpunkt. Viele Musiker mit Migrationshintergrund in NRW sind von westlicher Musikkultur, wie zum Beispiel Jazz und Pop, beeinflusst worden. Diese gegenseitige „musikalische Befruchtung“ macht sich auch in der Szene bemerkbar. Der Name „creole NRW“ ist eine Art Metapher. Damals trafen die französischen (europäischen) Kolonialisten auf die karibische Kultur. Daraus entstand auch etwas musikalisch neues.

Die Finalrunde von creole NRW 2017 wird von Donnerstag, dem 28.09.2017. bis Samstag, den 30.09.2017 wie (fast) immer im Jazz-Club domicil durchgeführt.

An diesen drei Tagen stellen sich 10 Bands aus NRW mit verschiedenem kulturellem Hintergrund. Die Spannbreite reicht von Musik aus dem Balkan, Anatolien, Afrika, jüdisch-spanische Einflüsse oder Klezmer-Musik. Nicht folkloristisch-original, sondern beeinflusst von westlichen Musikelementen. „Erwartet wird von allen Beteiligten aber schon ein gewisser Grad an Professionalität“, erklärte Musikreferent Michael Batt vom Kulturbüro Dortmund.

Die zum Landesmusikwettbewerb zugelassenen 10 Bands wurden vorab von einer Jury aus 60 Bewerbern ausgesucht. Batt selbst gehört zu einer Jury, die die schwere Aufgabe hat, aus den 10 Teilnehmern zwei Gewinnerbands auszuwählen.

Diese erhalten nicht nur ein Preisgeld von je € 1.500, sondern können auch am am Bundeswettbewerb creole vom 9.-11. November im Pavillon Hannover teilnehmen.

Außerdem wird mit freundlicher Unterstützung der DEW21 auch ein mit € 1.000 dotierter Sonderpreis vergeben. WDR 3 wird die Wettbewerbsauftritte der Finalisten mitschneiden. Als Anreiz für die Teilnehmer dienen neben dem Preisgeld, ein öffentlich wirksamen Auftritt zudem die Aufnahme in den prestigeträchtigen Förderkatalog Musikkulturen 2017/2018 (Wuppertal).

Die Auftritte der 10 Bands sind alle zeitlich auf 20 Minuten limitiert.

Die Auftritte aller Bands können kostenlos verfolgt werden.

Durch dieses niederschwellige Angebot soll möglichst viel Publikum, besonders auch das Jüngere, angelockt werden.

Außer Konkurrenz und als „special Guest“ wird am Samstag, den 30.09.2017 vor der Bekanntgabe der Preisträger (22.45 – 23.00 Uhr) in der Pause ab 22:00 Uhr die Gruppe „Uwaga“ mit Balkangroove und virtuoser Ekstase auftreten.

Das Programmheft mit den genauen Daten, Bandnamen und Infos liegen im Kulturbüro, dem Domicil, und anderen Kulturorten aus.

Übrigens: Wer möchte, kann am 30.09.2017 vorher im Orchesterzentrum und Konzerthaus vorbeischauen und Chören beim NRW Landeschorwettbewerb (30.09. – 01.10.2017) lauschen.




Bunte Vielfalt beim MICRO!Festival 2017

[fruitful_alert type=“alert-success“]Hoffen auf gutes Wetter und viele Besucher: Organisatorin Katrin Gellermann (rechts) und Ilka Seuken (blaues Hemd), die für die Kommunikation zuständig ist – zusammen mit einer Praktikantin.[/fruitful_alert]

Ein buntes Programm zum Ferienende bietet auch in diesem Jahr das „MICRO!Festival“ vom 25. bis 27. August 2017 rund um den Friedensplatz in Dortmund. Kleinkunst ganz groß, von Auftritten diverser internationalen Musikgruppen bis hin zu atemberaubender Performance und Straßentheater erwartet das Publikum an diesen drei Tagen. Mit dabei sind 16 Gruppen mit Künstlerinnen und Künstlern aus vier Kontinenten und 15 Ländern. Katrin Gellermann (Festivalleitung und Fachreferentin Kulturbüro) und Ilka Seuken (Kommunikation MICRO!Festival) informierten vorab über die Highlights. Einige der Gäste hatten Videobotschaften zugesandt.

Es geht am 25.08.2917 um 17:00Uhr auf der Bühne mit der Gruppe „You Shall Rise“ (Europa/Afrika/Naher Osten) los. Sie werden mit einem Mix aus Soul, Reggae, Hip-Hop bis hin zu Modern Jazz für gute Stimmung sorgen. Danach wollen um 18:00 Uhr das österreichische Theater Irwisch das Publikum auf Stelzen zum Lachen bringen. Für multikulturell-kreatives Durcheinander sorgt die italienische Band „Ruben & Matt and the Truffle Valley Boys“ mit amerikanischer Country-Musik auf der Bühne. Akrobatisch und mysteriös wird es um 20:00 Uhr auf dem Platz mit der spanischen Gruppe Tresperté, die das Publikum auf eine Zeitreis schicken möchte. Als Top-Act wird dann um 21:00 Uhr die französische Kultband „La Caravane Passe“ um einen Ex-Punk mit polnischen, jüdischen und rumänischen Wurzeln erwartet. Sie bieten eine Mischung aus Rock, Dub, Hip-Hop und Chansons mit zusätzlichem Balkan -Flavour.

Die zwölf virtuosen Solisten des Dortmunder „Transorient Orchestra“ wollen am 26.08.2017 um 17:00 Uhr eine Brücke zwischen Orient und Okzident schlagen. Die Gruppe „Banda Senderos“ aus Essen werden dann ab 18:30 Uhr den Friedensplatz mit Latin-Rhythmen zum Tanzen bringen. Die italienische Truppe „Ondadurto Teatro“ präsentiert dann als Highlight (26.08.2017, 22:00 Uhr) mit einem großen Multimedia-Spektakel Märchen in einem neuen und magisch-dämonischen Gewand.

Es gibt natürlich auch wieder ein Programm für Kinder. Am Sonntag, den 27.08.2017 erzählen um 16:00 Uhr Liedermacher Toni Geiling und sein Wolkenorchester vom Chaos in der Wolkenfabrik. Kinder ab 4 Jahren sind zum Mitsingen und tanzen herzlich eingeladen. Die jungen Talente des „Sosolya Undugu Dance Academy“ kommen aus den Slums Ugandas und sind für die UNESCO auf Tournee. Sie widmen ihre ausdrucksstarke Show (27.08. 2017, 18:00 Uhr) dem Klimawandel.

Mit einem besonderen Highlight endet das Festival mit dem Auftritt der Gruppe „Light in Babylon“ ( Iran-Israel, Frankreich, Türkei) um 20:00 Uhr auf der Bühne mit der iranisch-israelischen Sängerin Kamal- begleitet von den Klängen der Santur. Sie bieten ein Mix aus hebräischen und türkischen Original-Kompositionen und historischen Gedichten.

Das ganze Programm ist kostenlos zu genießen und wird mit einem vielfältigem kulinarischem Angebot bereichert.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.microfestival.dortmund.de




Neuer Intendant für das Konzerthaus

[fruitful_alert type=“alert-success“]Der künftgie Leiter des Konzerthauses Raphael von Hoensbroech flankiert von Bürgermeisterin Birigt Jörder und Kulturdezernent Jörg Stüdemann.[/fruitful_alert]

Die Wahl bei der Ratssitzung vom 13. Juli 2017 war einstimmig ausgefallen. Dr. Raphael von Hoensbroech wird zur Spielzeit 2018/2019 neuer Intendant und Geschäftsführer am Konzerthaus Dortmund. Er tritt somit in die großen Fußstapfen von Benedikt Stampa. Heute wurde er im Saal Hanse (Rathaus) in Anwesenheit von Bürgermeisterin Birgit Jörder und Kulturdezernent Jörg Stüdemann der Presse vorgestellt und unterschrieb einen Vertrag über sechs Jahre.

Von Hoensbroech ist derzeit noch Geschäftsführender Direktor am Konzerthaus Berlin, hat aber in seiner Kindheit auch einige Jahre in der Nähe von Dortmund verbracht.

Kulturdezernent Stüdemann begründete die Entscheidung der Wahlkommission für von Hoensbroech mit der gleich doppelten Qualifikation dieses Kandidaten. Einerseits war er früher als Unternehmensberater tätig gewesen und hat kaufmännische Verantwortung getragen, andererseits ist er seit frühester Kindheit mit der Musik verbunden und hat schon mit drei Jahren Geige spielen gelernt. Er wurde von renommierten Lehrern unterrichtet und sich ein großes Musikwissen angeeignet und schließlich promoviert. „Das ist insgesamt eine vorzügliche Kombination,“ so Stüdemann.

Wie von Hoensbroech erklärte, hat er neben einen hohen künstlerischen Anspruch den Wunsch, Konzerte für das Publikum zu einem emotionalen Erlebnis zu machen, das es im Inneren berührt und verändert. Er freut sich auf diese Aufgabe und hofft auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem gesamten Team.

Das Dortmunder Konzerthaus hat sich über die Stadtgrenzen hinweg einen Namen gemacht und sorgt bei seinem Publikum für Begeisterung. Auch für Intendanten ist es wohl verlockend, dort zu arbeiten. In den nächsten Jahren dürfen wir gespannt sein, welche neuen innovativen Formate und Ideen für der neue Intendant dann zusammen mit seinem Team in einem konstruktiven Prozess speziell für die Verhältnisse hier in der Stadt entwickelt.

wird zur Spielzeit 2018/2019 neuer Intendant und Geschäftsführer am Konzerthaus Dortmund. Er tritt somit in die großen Fußstapfen von Benedikt Stampa. Heute wurde er im Saal Hanse (Rathaus) in Anwesenheit von Bürgermeisterin Birgit Jörder und Kulturdezernent Jörg Stüdemann der Presse vorgestellt und unterschrieb einen Vertrag über sechs Jahre.

Von Hoensbroech ist derzeit noch Geschäftsführender Direktor am Konzerthaus Berlin, hat aber in seiner Kindheit auch einige Jahre in der Nähe von Dortmund verbracht.

Kulturdezernent Stüdemann begründete die Entscheidung der Wahlkommission für von Hoensbroech mit der gleich doppelten Qualifikation dieses Kandidaten. Einerseits war er früher als Unternehmensberater tätig gewesen und hat kaufmännische Verantwortung getragen, andererseits ist er seit frühester Kindheit mit der Musik verbunden und hat schon mit drei Jahren Geige spielen gelernt. Er wurde von renommierten Lehrern unterrichtet und sich ein großes Musikwissen angeeignet und schließlich promoviert. „Das ist insgesamt eine vorzügliche Kombination,“ so Stüdemann.

Wie von Hoensbroech erklärte, hat er neben einen hohen künstlerischen Anspruch den Wunsch, Konzerte für das Publikum zu einem emotionalen Erlebnis zu machen, das es im Inneren berührt und verändert. Er freut sich auf diese Aufgabe und hofft auf eine konstruktive Zusammenarbeit mit dem gesamten Team.

Das Dortmunder Konzerthaus hat sich über die Stadtgrenzen hinweg einen Namen gemacht und sorgt bei seinem Publikum für Begeisterung. Auch für Intendanten ist es wohl verlockend, dort zu arbeiten. In den nächsten Jahren dürfen wir gespannt sein, welche neuen innovativen Formate und Ideen für der neue Intendant dann zusammen mit seinem Team in einem konstruktiven Prozess speziell für die Verhältnisse hier in der Stadt entwickelt.




Effektvolles Rockoper-Projekt

[fruitful_alert type=“alert-success“]Napoleons (Jan Wosnitza) Kaisergehabe entsetzt Beethoven (Marvin Zobel). (Foto: © Jan Wosnitza)[/fruitful_alert]

Als ein Projekt der Jungen Oper Dortmund mit dem Märkischen Gymnasium Iserlohn (MGI) unter der Regie von Alexander Becker und der musikalischen Leitung Stefan Scheidtweiler hatte „Beethovens Last Night“ im hiesigen Opernhaus am 11.07.2017 seine Premiere. Die Musik hierfür stammt von Paul O‘Neil, John Oliva und Chris Caffery, der Text von O‘Neil. Durch rockig neu arrangierte Motive aus bekannten Motiven aus Beethovens (1770-1827) werden starke Emotionen des bewegten Lebens von Ludwig van Beethoven für das Publikum auf die Bühne transportiert.

Auf der Bühne und an den Instrumenten standen Schülerinnen und Schüler des Märkischen Gymnasiums Iserlohn sowie Mitglieder des Opernclubs Tortugas.

Sie wurden bei dem Projekt in Ausstattung, Regie und Musik von Profis des Opernhauses unterstützt.

Zusammen entwickelten sie eine geheimnisvoll-düster und spannende Musikgeschichte um die fiktive „letzte Nacht“ Beethovens. Das Publikum wurde nicht nur von „Personal in Regenmänteln und Schirmen“ empfangen, sondern mussten sich bei Blitz und Donner im Hintergrund auf der Leinwand ihre Plätze im Halbdunkel suchen. Was sie dann erwartete, waren nicht nur einige pfiffige „Special effects“ als Videoprojektion auf der Leinwand, sondern auch wunderbare Rockballaden. Hinzu kamen Auszüge bekannter Werken wie beispielsweise die „Ode an die Freude“ aus seiner 9. Sinfonie, die Mondscheinsonate. Das Stück präsentierte gute Stimmen und wunderschöne Kostüme.

Kurz zur Geschichte: Ludwig van Beethoven sitzt in einer düsteren Märznacht (1827)an seiner gerade fertig gestellten 10. Sinfonie, und die Geister der Vergangenheit suchen ihn heim. Mit dabei ist jedoch auch die gute Fee Fate. Da steigt um Mitternacht der Mephistopheles aus dem Klavierkasten und bietet ihm heimtückisch an, seine Seele zu behalten, wenn er ihm seine letzte gewaltige Sinfonie überlassen würde. Beethoven bittet um eine Stunde Bedenkzeit, um diese noch verbessern zu können. Die gute Fee bietet ihm zum Glück vor dieser großen Entscheidung ihre Hilfe an…

Wie es sich für eine richtige Rockoper gehört, ist sie in englischer Sprache gehalten, aber vier der beteiligten Akteure befanden sich unter dem Publikum und erklärten zwischendurch auf amüsante Weise einiges zu Beethoven und der Geschichte.

In der Hauptrolle des „alten Beethoven“ glänzte Profi-Sänger Marvin Zobel, auch schon als Ensemblemitglied der Dortmunder Oper 2015/2016 in der Produktion „Piraten fluchen nicht“ in guter Erinnerung. Die Produktion war nicht nur unterhaltsam, sondern gab auch sensible Rückblicke auf das Leben des Komponisten. Dabei wurden zum Beispiel die Gewaltausbrüche des Vaters gegen den kleinen Ludwig, aber auch lustige Momente wie seine Begegnung mit Wolfgang Amadeus Mozart vor Augen geführt. Auch die Frauen, die den Komponisten wesentlich beeinflusst haben, die „unbekannten Geliebten“ wurden thematisiert.

Mit Standing-Ovations feierte das Publikum diese beachtliche Leistung der beteiligten Akteure in allen Altersklassen.




Ein romantischer Lieder-Nachmittag

Die Sängerinnen Almerija Delic (Mezzosopran) und Eleonore Marguerre (Sopran) luden am Samstag, den 08.07.2017 mit Unterstützung von Luca De Marchi am Klavier zu einem romantischen Lieder-Nachmittag im Rahmen der Reihe „Liederfoyer“ in das Dortmunder Opernhaus ein.

Die beiden Sängerinnen werden auch in der kommenden Spielzeit zusammen bei der Oper „Arabella“ (Richard Strauss) auf der Bühne als Mutter und Tochter zu sehen und zu hören sein.

An diesem Nachmittag standen Lieder von Robert Schumann (1810-1856), Johannes Brahms (1833-1897) und Edvard Grieg (1843-1907) auf dem Programm. Thematisch ging es natürlich der Zeit der Romantik entsprechend um die große Liebe, Liebesleid und Treue, Naturerlebnisse, Mutter-Tochter-Beziehung und auch um Tod und Abschied. Eleonore Marguerre übernahm auch charmant humorvoll die Moderation und erzählte zu den Komponisten und deren Lebensumstände.

Zunächst sangen Delic und Marguerre vier Duette von Schumann mit volkstümlichen Texten verschiedener Autoren. Die beiden Stimmen harmonierten wunderbar miteinander. Sie zeigten später, dass dieses aufeinander gut abgestimmte Singen gar nicht so einfach ist.

Bei den folgenden Liedern von Johannes Brahms wechselten sich Delic und Marguerre jeweils mit dem Singen ab und bewiesen ihre einfühlsame Gesangskunst. Delic mit ihrer warmen Mezzosopran-Stimme und Marguerre mit ihrem klaren Sopran. Auch internationale volkstümlich Texte, zum Beispiel „Mädchenlied“ (Text aus Serbien) fanden Eingang in die Welt der Romantik.

Nach drei Liedern von dem norwegischen Komponisten Edvard Grieg, gesungen von Eleonore Marguerre, folgten zum Abschluss noch vier Duette von Robert Schumann.

Als Zugabe boten die beiden Sängerinnen noch die bewegende musikalische Ballade „Spannung“ (Johannes Brahms), um das Publikum wieder in seine reale Welt zu entlassen.




Natur-gewaltiges Musikerlebnis im Konzerthaus

Einen imposanten Abschluss der Spielzeit 2016/2017 bot die Dortmunder Philharmoniker unter der engagierten Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz unter dem Motto „natur_erlebnis“ beim 10. Philharmonischen Konzert am 04. und 05. Juli 2017 mit der 3. Sinfonie d-Moll von Gustav Mahler (1860-1911) im Konzerthaus der Stadt. Das gigantische Werk versucht nicht nur einen musikalischen Abriss der menschlichen Entwicklungsgeschichte, sondern bemüht dazu neben einer großen Orchestrierung auch noch einen Frauen- und einen Knabenchor, sonder auch noch Solo-Partien für Mezzopsopran mit Textausschnitten aus Friedrich Nietzsches „Also sprach Zarathustra“ (4. Satz: Oh Mensch! Gib Acht!) und aus „Des Knaben Wunderhorn“ von Achim von Arnim und Clemens Brentano (5. Satz: „Es sungen drei Engel“). Das zeigt schon einen starken Drang Mahlers zum Gigantischen.

Die Damen des Dortmunder Opernchors (Einstudierung: Manuel Pujol), Damen des Kammerchors der TU Dortmund (Einstudierung: Ulrich Lindtner) und der Knabenchor der Chorakademie Dortmund (Einstudierung: Jost Salm) sowie die Mezzosopranistin Janina Baechle übernahmen an den Abenden tatkräftig den unterstützenden Part.

Das höchst anspruchsvolle Programm zeichnet sich durch teils schroffe Nebeneinander von höchst unterschiedlichen musikalischer Elemente. Diese Collagetechnik mit melodisch-harmonischen Passagen, Brüchen und Dissonanzen bis hin zu extremen musikalischen Überhöhungen entspricht den sechs Stufen der Entwicklung. Diese gehen über die Materie, Flora und Fauna, Menschen mit Lust und Leid, bis hin zur Apotheose im „Himmel“. Als höchste Stufe der Entwicklung in den Sätzen vier bis sechs kumuliert sie für Mahler am Ende in der allumfassenden und unendlichen Liebe („Gott“) .

Die Sinfonie ist in zwei Abteilungen aufgeteilt. Der erste Satz alleine umfasst schon die erste Abteilung. Er beginnt mit einem starken Weckruf durch gleich acht Hörner und kann als zündender Funke, der die Dinge in Gang setzt, gesehen werden. Als Gegenwelt zur beherrschenden Materie meldet sich die Natur mit Hilfe der Streicher, Oboen und Trompetenklängen. Sie wirkt aber nur kurz und ziellos, auch wenn sie sich endlich zu einem schnellen Marsch mit gewaltigem Getöse entwickelt, dass am Ende ins Leere läuft.

Die zweite Abteilung mit den Sätzen zwei bis sechs zeichnen ein Bild von scheinbar harmonischen blühender Landschaften mit Flora Und Flaura, deren scheinbare „Idylle“ (unterstützt durch Glockenspiel und Harfen) aber immer wieder durch musikalische Dissonanzen gestört wird. Der fünfte Satz kommt zunächst etwas naiv und mit dem „Armer Kinder Bettlerlied“ (Wunderhorn) daher, wird aber am Ende mit dem Mezzosopran-Solo „Es sungen drei Engel“ ernster.

Im letzten Satz steigert sich die Musik zu einem grandiosen und leidenschaftlichem Finale.




Rosinenblues: Die Fortsetzung folgt

[fruitful_alert type=“alert-success“]Rolf Dennemann (links) und seine Mitstreiter Gregor Hengesbach und Thomas Erkelenz. (Foto: © Theater im Depot)[/fruitful_alert]

Die erfolgreiche Text und Musik-Performance „Rosinenblues I“ von Rolf Dennemann aus dem Jahr 2014 mit Unterstützung der beiden Blues-Musikern Thomas Erkelenz und Gregor Hengesbach findet mit „Rosinenblues II“ am Samstag, den 08.07.2017 um 20 Uhr im Dortmunder Depot seine Fortsetzung.

Aus der umfangreichen Textsammlung, die sich aus seiner guten Beobachtungsgabe, Selbsterfahrung und Alltagserlebnissen speist, liest Dennemann nicht nur vor. Er „bearbeitet“ sie für die Bühne mit seiner Stimme und mit dem Mittel der Mimik und Gestik. „Meine Stimme ist der Hauptakteur“, sagt Dennemann. Je nachdem, wie er sie benutzt, ob laut oder leise, wie Pausen eingesetzt werden, spielt eine wesentliche Rolle.

Durch inspirierenden Humor und Übertreibung zum Ende hin macht er seine Lese-Performance zu einem besonderen Erlebnis. Das Publikum kann sich in den erzählten Situationen, wie beispielsweise alleine Essen gehen in einem Restaurant oder ein Erlebnisse bei einem Zahnarztbesuch, hinein versetzen und oft wiederfinden.

Die beiden Blues-Musiker sind wieder in das Gesamtkonzept eingebunden und ein wesentlicher Bestandteil mit wichtigen Funktionen.

Wir haben mit unseren verschiedenen Instrumenten zum einen eine atmosphärisch aus-gestaltende Funktion für den Text, aber auch als Intermezzo zwischen den Textpassagen“, erklärte der neben Akustik- und Elektrogitarre auch auf den Bongos aktive Gregor Hengesbach.

Als neuer Posten kommt die Kategorie „Pop-Song“ hinzu. Es wird einen Mischung aus Blues, Balkan-Pop und Sprechgesang zu hören sein. Beteiligt ist hierbei Rolf Dennemann mit einem Sprechgesang. (Titel „Kann sein“). Er versucht sich außerdem als „Rohr-Musiker“. Lassen Sie sich überraschen!

Neben dem Termin der Dortmunder Premiere am 08.07.2017 um 20:00 findet im Juni auch noch eine Aufführung am 09.7.2017 um 18:00 Uhr im Depot statt.

Karten hierfür erhalten Sie unter der Telefonnummer: 0231/ 9822336.




Jazz trifft Klassik

Im Orchesterzentrum Dortmund trafen beim 5. Kammerkonzert unter dem Motto „sax und co.“ am 26.06.2017 die beiden Musikrichtungen Klassik und Jazz aufeinander. Diese beiden Welten haben sich seit dem Beginn des 20 Jahrhunderts gegenseitig beeinflusst. Die Komponisten dieser Zeit bauten in die eher klassisch-romantische Kunstmusik Elemente von dem aus Amerika herüber schwappenden freien Jazz und Improvisationen ein.

Der polnisch-venezolanische Pianist Piotr Oczkowski, die Violinistin Vera Plum und Matthias Grimminger am Altsaxophon, an der Klarinette oder Bassklarinette gaben einige Kostproben aus diesem musikalischen Repertoire.

Bei Karol Szymanowskis (1882-1937) „Fantasie C-Dur op. 14 für Klavier solo“ sind neben Dissonanzen und freie Jazz-Element auch Einflüsse von Liszt und Chopin zu erkennen.

Temperamentvoll jazzig ging es bei der „Hot Sonate op. 70 für Altsaxophon und Klavier“ von Erwin Schulhoff (1894-1942) zu.

Musikalische Einflüsse des französischen Komponisten Maurice Ravel und Jazz-Element spielen bei Bernd Hänschkes (geb. 1948) „Traumgesichte“, Trio für Violine, Altsaxophon und Klavier eine Rolle. Den aufwühlend düsteren musikalischen Traumbildern von Klavier und Altsaxophon standen die „leiseren“ Traumsequenzen, der Violine entgegen.

Nach der Pause wurde dem Publikum mit „Rrrrrr – Fünf Jazzstücke“ von Mauricio Kagel (1931-2008) eine Bandbreite von verschiedenen Elementen und Stilen des Jazz dargeboten.

In seiner „Sonate für Violine und Klavier Nr. 2“ verbindet der Komponist Maurice Ravel (1875-1937) lyrische und tänzerische Elemente mit denen von Jazz und Blues. Das Ganze wird zu einem furiosem Ende hin gesteigert.

Mit Claude Debussys (1862-1918) „Rhapsodie für Altsaxophon und Klavier“ und Paul Bonneaus (1918-1995) „Piece concertante dans l‘esprit du „Jazz“ für Altsaxophon und Klavier endete der Einblick in diese besondere und manchmal auch gewöhnungsbedürftig Musikwelt. Eindrucksvoll war dabei auch die gelungene Interaktion der verschiedenen Instrumente.