Neues Konzerthaus-Programm – So klingt nur Dortmund

Benedikt Stampa stellte am 26.04.2018 in seiner vierzehnten und letzten Saison als Geschäftsführer und Intendant des Dortmunder Konzerthauses das Programm für das Jahr 2018/19 unter dem Motto „So klingt nur Dortmund“ vor. Die von ihm voran getriebenen Formate wie Exklusivkünstler, Porträts, der „Zeitinsel“ oder der Konzertanten Opern stehen auch in der nächsten Saison auf dem mit 100 Veranstaltungen umfangreichen und vielseitigen Plan.

Zufrieden konnte das Konzerthaus mit einer Auslastung von 74 % auf die letzte Saison zurück blicken. Wie Stampa betonte, war es immer ein Anliegen, internationale Künstler an das hiesige Konzerthaus zu binden und ihre Entwicklung zu verfolgen.

Da passt es gut, das mit Andris Nelsons ein „alter Weggefährte“ als Exklusivkünstler gleich viermal als Dirigent und neuer Leipziger Gewandhauskapellmeister mit dem Gewandhausorchester nach Dortmund kommt. Mit den Sinfonien Nr. 1 und 5 wird es dabei einen kleinen Mahler-Schwerpunkt geben. Beim Neujahrskonzert kommt dann Beethovens Neunte zur Aufführung. Bei der Gala zum Saisonabschluss gesellen sich ihm Kristine Opolais und Thomas Hampson mit einem italienischen Opernprogramm hinzu.

Der Intendant des Konzerthauses, Benedikt Stampa, wird das Haus mit der kommenden Spielzeit verlassen.
Der Intendant des Konzerthauses, Benedikt Stampa, wird das Haus mit der kommenden Spielzeit verlassen.

Als weiterer Porträtkünstler steht zudem der ebenfalls gefeierte Dirigent Teodor Currentzis auf dem Programm. Mit der von ihm gegründeten Chor und Orchester MusiAeterna wird er Verdis „La traviata“ interpretieren. Als neuer Chefdirigent des SWR Symphonieorchesters wird Currentzis Schnittke und Tschaikowsky interpretieren und mit dem Mahler Chamber Orchestra Brahms‘ Requiem.

Mit einem Porträt wird auch Stammgast Thomas Hengelbrock mit seinem Balthasar-Neumann-Ensemble gewürdigt. Dabei steht wohl das bekannte Mozart-Requiem im Mittelpunkt. In Dortmund wird er zum ersten Mal das Royal Concertgebouw Orchestra (Amsterdam) zu Werken von Schuhmann und Schubert dirigieren. Als dritte im Bunde gehört die Star-Pianistin Yuja Wang, ehemals eine „Junge Wilde“, zu den Porträtierten.

Auf drei konzertante Opern mit „La traviata“ (Giuseppe Verdi), Richard Strauss „Elektra“ und „The Rake‘s Progress“ (Igor Strawinsky) mit Barbara Hannigan am Pult, kann sich das Publikum freuen. Andrés Orozcon-Estrada und sein hr-Sinfonieorchester können sich ausgiebig bei „Elektra“ austoben und ihr Können zeigen.

Die Zeitinsel beschäftigt sich in der neuen Saison unter dem Titel Klang der Seidenstraße“ mit der klassischen Musik Zentralasiens. Ein interessanter Blick in eine „fremde Musikwelt“.

Nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler aus unterschiedlichen musikalischen Bereichen werden sich ein Stelldichein geben. Zu hören sind beispielsweise Cecilia Bartoli mit Arien von Vivaldi, Annette Dasch und nach längerer Zeit Diana Damrau mit Liederabenden.

Das Pop-Abo, die diverse Konzerte der Dortmund Philharmoniker, Musik für Freaks und die „Jungen Wilden“ runden das vielfältige Programm ab.

Bei der Pressekonferenz war auch der designierte Geschäftsführer und Intendant Dr. Raphael von Hoensbroech anwesend. Er hat bereits die neue Staffel mit acht „Jungen Wilden“-Musikern für die kommenden drei Jahre geplant.

Die neuen Programmhefte sind ab sofort im Konzerthaus erhältlich.




Peer‘s Poetry – ungewöhnliche künstlerische Verbindung im Konzerthaus

Das 3. Konzert für junge (und jung gebliebene) Leute lud am Montag, den 23.04.2018 zu einem interessanten Crossover-Projekt ein. Die Grundlage für diesen Abend im hiesigen Konzerthaus bildete Henrik Ibsen „Peer Gynt“ mit der Musik (zwei Suiten) des norwegischen Komponisten Edvard Grieg (1843 – 1907).

Den musikalischen Part des Konzerts übernahmen die wie immer hervorragend die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Motonori Kobayashi. Daneben wurde es Literarisch: LMBN, Dortmunds Poetry-Slam Lesebühne im domicil, schickte mit Sebastian23, Sulaiman Masomi, Jan-Philipp Zymny und Andy Strauß ein wortreiches Quartett auf die Bühne des Konzerthauses. Sie begleiteten Peer Gynt mit ihren Texten. Mal heiter – mal nachdenklich.

Mit im Team war DJ Nachtfalke und Artur Fast aka FastART, der live zu den Texten und zur Musik eindrucksvolle Bilder an die übergroße Leinwand im Konzert malte.

Es war beeindruckend die Kombination von Musik, Literatur und bildender Kunst live zu erleben. Vielleicht gibt es ja in der nächsten Spielzeit eine Neuauflage.

Musiker und Poetry Slammer am ende des Konzertes. Auf der Leinwand ist ein Werk von FastART zu sehen. (Foto: © Anneliese Schürer)
Musiker und Poetry Slammer am ende des Konzertes. Auf der Leinwand ist ein Werk von FastART zu sehen. (Foto: © Anneliese Schürer)




Musik mit weit_sicht im Dortmunder Konzerthaus

Unter dem Motto „weit_sicht“ luden die Dortmunder Philharmoniker am 17./18.04.2018 zum 7. Philharmonische Konzert in das hiesige Konzerthaus ein. Ars tremonia war am 17.04.2018 mit dabei. Für den verhinderten Leo McFall konnte der renommierte rumänische Dirigent Cristian Mandeal gewonnen werden.

Auf dem Programm standen eine Komponistin und zwei Komponisten die mit ihrer fundamentalen romantischen und kraftvollen Musik ihrer Zeit voraus waren und Entwicklungen und Umbrüche weitsichtig erahnten.

Der Abend begann mit dem Konzertstück für Klavier und Orchester f-Moll op. 79 von Carl Maria von Weber (!786-1826) gilt als der erste echte Romantiker, deren Oper „Freischütz“ meisterhaft Stimmungen musikalisch vermitteln konnte. Am Klavier begleitete der Pianist Andreas Boyde aus Oschatz in Sachsen virtuos das Orchester.

Andreas Boyde spielte Werke von von Weber und Clara Schumann. (Foto: © Thomas Malik)
Andreas Boyde spielte Werke von von Weber und Clara Schumann. (Foto: © Thomas Malik)

Grundlage für das Konzertstück war ein, durch seinen Sohn Max Maria überliefertes, von Carl Maria selbst entworfenes Programm. Eine Burgfrau wartet auf ihren Geliebten, einem Kreuzritter. Musikalisch durchleben all ihre Emotionen. Die Ängste, das Bangen und die Hoffnung, dass ihr Geliebter überlebt. Nach einem melodisch schwelgenden Anfang durch die Holzbläser und Streicher, setzt das Klavier ein und nach und nach mischen sich Töne des Zweifels (der Burgfrau) ein.Das Fagott leitet dann am Ende die Rettung in Form eines triumphalen, sich grandios steigernden Marschs hinzu einem ekstatischen Finale.

Sein virtuoses Können und Sensibilität am Klavier durfte Boyde auch bei Clara Schuhmanns (1819-1896) Klavierkonzert a-Moll op. 7 unter Beweis stellen. Alle drei Sätze sind durch ein Wechselbad verschiedener Stimmungen gekennzeichnet. Nach einem wechselhaften Anfangssatz folgt ein poetisch-romantischer Mittelsatz, den der Pianist gefühlvoll interpretierte. Zum Ende hin führt der letzte Satz am hin zu einem grandiosem Schluss. Der von Clara Schuhmann zwischendurch gezielt beigemischte romantische Tonfall und der Wechsel von lyrischer Schönheit und technischer Kunstfertigkeit sind nicht nur eine Herausforderung für den Pianisten und das Orchester, sonder waren zur damaligen Zeit etwas neues.

Nach der Pause die 1. Sinfonie c-Moll op. 68 von Johannes Brahms. Auf dem lastete schwer der große Schatten der gewaltigen Sinfonien von Ludwig van Beethoven. Nach eine imposanten großen Eröffnung im ersten Satz zeigte sich die eigene Handschrift Brahms besonders in den poetisch-lyrischen und dann wieder stark expressiven Mittelsätzen. Der vierte Satz beginnt geheimnisvoll ohne zunächst scheinbar von der Stelle zu kommen. Anklänge an Beethoven sind in den jubilierenden fröhlichen kurzen Passagen zu erkennen. Die Wendung von c-Moll nach c-Dur gegen Ende ist wohl eine Hommage an Beethovens Formprinzip aus seiner 5. Sinfonie.




Stummfilm um Menschenwürde mit Live-Orchestermusik

Nach „City Lights“ (Lichter der Großstadt) stand am 09.04.2018 im Rahmen der Reihe Stummfilmkonzerte mit „Modern Times“ (Moderne Zeiten) aus dem Jahr 1936 ein weiterer Film von Charlie Chaplin auf dem Programm. Dieser satirisch-entlarvend gesellschaftskritische Film gehört wohl zu den Besten von Chaplin. Abgesehen von einigen wenigen Toneffekten funktioniert dieser wie ein traditioneller Stummfilm. Den gab es schon seit zehn Jahren (1926).

Die Figur des Tramp (Charlie Chaplin) tritt hier zum letzten Mal auf. Er ist ein Einzelner in einer großen Masse um ihren Arbeitsplatz und Leben in einer modernen kapitalistischen Gesellschaft der 1930-iger Jahre. Der Tramp gerät in eine gnadenlose Welt von Profit-sucht, Optimierungswahn und dem Kreislauf von Arbeitslosigkeit. Manchmal eher zufällig und unabsichtlich manövriert er sich in schwierige Situationen. Mit genialen Ideen zwischen Tragik und Komik führt der Regisseur und Schauspieler „seinen Tramp“ bildhaft deutlich durch den Dschungel und das Räderwerk des Kapitalismus. Dem gegenüber wird Prinzip der Mitmenschlichkeit, Liebe und Hoffnung gestellt. Der Tramp verliebt sich in ein junges Mädchen (seine spätere Frau Pauline Goddard). Beide versuchen, sich gegen alle Widerstände eine gemeinsame Zukunft aufzubauen. Sie sind wie „Stehaufmännchen“, für die zusammen halten und nicht aufgeben wollen.

Der Film ist voll skurriler Einfälle, bewusst platzierter „Zufälligkeiten“, mal temperamentvoll, dann wieder melancholisch-traurig oder liebevoll-tröstend.

Mit "Modern Times" präsentierten die Dortmudner Philharmoniker schon den zweiten Film mit Charlie Chaplin.
Mit „Modern Times“ präsentierten die Dortmunder Philharmoniker schon den zweiten Film mit Charlie Chaplin. (GrafiK. José Augusto Camargo)

Als der Tramp gegen Ende als Kellner in einem Restaurant arbeitet und spontan als Tenor einspringt, ist Chaplins Stimme erstmals in einem seiner Filme zu hören.. Der aus der Not geborene unsinnige Text kommt dabei unerwartet gut an. Chaplin ist ein Meister bewusst eingesetzter starken Gesten und Mimik und des wunderbaren Spiel. Alles ist kalkuliert eingesetzt und wirkt wie zufällig.

Auch zu „Modern Times“ hatte der „kleine“ geniale Regisseur und Schauspieler die Musik geschrieben. Die wurde in den 50ger Jahren von Nat King Cole unter dem Titel „Smile“ ein großer Hit.

Als Dirigent konnte der Chaplin-Kenner Stefanos Tsialis, Chefdirigent und künstlerische Leiter des Athener Staatsorchester, für das Konzert gewonnen werden. Für die einfühlsame musikalischen Umsetzung der visuellen Bilder war das von großem Vorteil.

Die Dortmunder Philharmoniker setzte das Geschehen auf der Leinwand mit der von Chaplin geschriebenen Musik mit viel Feingefühl je nach Situation und Gebärdenspiel um. Jede Stimmungslage wurde so um eine eigene Ebene bereichert und das Konzert zu einem ganz besonderen Erlebnis.




Charango-Festival im Dietrich-Keuning-Haus

Im letzten Monat war stand beim großen VIVA-Festival im Dietrich-Keuning-Haus die breite Vielfalt der lateinamerikanischen Kultur mit ihrer Musik und Tänzen im Mittelpunkt. Am Samstag, den 07.04.2018 wird jetzt im DKH unter dem Motto „Charango – Eine andere Art von Musik“ eine Ausstellung diverser Charango-Instrumente, Live-Konzert (ab 19:00 Uhr), und ein Fest mit kulinarischen Leckereien sowie Tanz aus Südamerika geboten.

Levent Arslan, der kommissarische Leiter des DKH erklärte beim Pressegespräch: „Wir wollen die Vielfalt dieses wunderbaren Instruments zeigen und gleichzeitig den Austausch der Kulturen fördern.“ Mit im Boot für die Organisation des Festes sitzt die Integrationsagentur der Stadtteil-Schule Dortmund e.V. Für Berenice Becerril (Stadtteil-Schule) ist in diesem Zusammenhang auch der interkulturelle Bildungsauftrag von großer Bedeutung. Ebenfalls dabei sind die Tanzgruppe „Amigos de Bolivia“ (Duisburg), und als musikalischer Verbindungsmann der bolivianische Musiker Gaston Bejarano. Hochkarätige Charango-Gruppen und Solisten aus Europa sowie Bolivien (La Paz) konnten für das Programm gewonnen werden. Charango bedeutet übrigens so viel wie schrill, laut und fröhlich.

Mitwirkende Gruppen und Solisten:

Francisco Alurralde – Solist (La Paz)

Trio Punto Andino – Victor Beck (Schweiz)

Inti Punchai (La Paz)

Duo Zerua – Jarry Single & Alfredo Paredes

Adebol (Tanzgruppe Duisburg)

Südamerikanisch geht es im Dietrich-Keuning-Haus weiter mit dem Charango-Festival. (v.l.n.r.) Irene Stabel (Tanzgruppe Adebol), Mercedes Mena de Köppen (Adebol), Thekla Bichler (DKH), Levent Arslan (komm. Leiter DKH), Berenice Becerril (Stadtteil-Schule). Vorne ist Gaston Bejarano (Musiker).
Südamerikanisch geht es im Dietrich-Keuning-Haus weiter mit dem Charango-Festival. (v.l.n.r.) Irene Stabel (Tanzgruppe Adebol), Mercedes Mena de Köppen (Adebol), Thekla Bichler (DKH), Levent Arslan (komm. Leiter DKH), Berenice Becerril (Stadtteil-Schule). Vorne ist Gaston Bejarano (Musiker).

Die Tanzgruppe „Amigos de Bolivia“ (Adebol) aus Duisburg werden Tänze verschiedenen Rhythmen aus Ost-Bolivien und den Anden vorführen. Musikalisch begleitet werden sie dabei von Charango und Pan Flöte. Finanziell unterstützt wird das Ganze vom Dortmunder Kulturbüro. Die Musik-CD von Inti Punchai ist am 07.04.2018 auch für 17,00 € auch käuflich zu erwerben.

Das Charango ist ein kleines, zehnsaitiges Zupfinstrument und in Deutschland bislang kaum bekannt. Älteste Belege stammen, so Bejarano, aus dem 17. Jahrhundert. Über Spanien kam das besondere Zupfinstrument nach Bolivien und die Anden. Es ist aus altem Holz gemacht und die Saiten waren damals aus Eisen (Metall). Der Klang ist weich und rhythmisch, melancholisch und fröhlich zugleich. Das Instrument ist erstaunlich leicht. Im Laufe der hat sich das Instrument nicht nur Landesgrenzen überwunden, sondern sich auch dem Jazz geöffnet. Das kann man alles beim Live-Konzert hören.

Die Ausstellung ermöglichte Walter Käsbohrer aus Ulm. Er sammelte über 30 Jahre mit viel Liebe Charangos aus verschiedenen Regionen Südamerikas. In Dortmund wird nun zum ersten Mal ein Teil dieser einzigartigen Sammlung im Rahmen dieses Festes präsentiert. Ein wunderschönes expressives Plakat für die Veranstaltung hat der bekannte Künstler Manami Manami entwickelt.

Ausstellungseröffnung im Dietrich-Keuning-Haus 17:00 Uhr

Live-Konzert, Festival und Tanz ab 19:00 Uhr

Eintritt: VVK 8,00 € / AK 10,00 €

Vertreter der Botschaften von von Peru und Bolivien werden anwesend sein und das Festival eröffnen.




Romantische musikalische Frühlingsgefühle beim 3. Foyer-Konzert

Frühling lässt sein blaues Band… diesmal zu einem musikalischen Dreiklang flattern. Am 12. Mai 2018 findet das 3. Foyer-Konzert im Foyer des Konzerthauses Dortmund unter dem Titel „Drei-Klang des Frühlings“ statt. Maria Chernousova (Klavier), Manuela Uhlmann (Kontrabass) und Judith Hoffmann (Sopran) präsentieren romantische Komponisten.

Im Mittelpunkt des Konzertes steht der polnische Komponist Frédérik Chopin. Seine hochromantische Klaviermusik wird durch das Lied „Moja Pieszczotka“ (Meine Geliebte) bereichert. Tief in der russischen Spätromantik befinden wir uns mit Rachmaninow, vom dem das Lied „Я жду тебя“ (Ich warte auf dich) ausgesucht wurde.

Die drei Künstlerinnen (v.l.n.r.) Maria Chernousova (Klavier), Manuela Uhlmann (Kontrabass) und Judith Hoffmann (Sopran) .
Die drei Künstlerinnen (v.l.n.r.) Maria Chernousova (Klavier), Manuela Uhlmann (Kontrabass) und Judith Hoffmann (Sopran) .

Neben Chopin liegt ein weiterer Schwerpunkt auf italienische Komponisten der Romantik. Neben dem altbekannten Verdi können die Besucherinnen und Besucher mit Giovanni Bottesini und Vittorio Monti auf eine romantische Entdeckungsreise gehen.

Der für diese Werke im Foyer des Konzerthauses zur Verfügung stehende Veranstaltungsrahmen ermöglicht die relativ unmittelbare Begegnung mit der Musik und den Musikerinnen. Diese soll auch im Anschluss an das Konzert fortgesetzt werden, zumal alle Besuchenden zu einem Kaffee in das Restaurant Stravinski eingeladen sind.

Der Eintrittspreis beträgt 15,00 Euro. Freie Platzwahl.

Eintrittskarten sind erhältlich im Konzerthaus Dortmund – Ticketing, Telefon: 0231 – 22 696 200, online über die Internetseite, den Konzertkalender des Konzerthauses, http://www.konzerthaus-dortmund.de/de/programm/konzertkalender/, im Servicecenter der Ruhr Nachrichten sowie über eventim.de und alle Ticketshops (zusätzlich Gebühren)




Bruckners 8. Sinfonie – ein monumentaler musikalischer Gipfelsturm

Das 6. Philharmonische Konzert unter dem Motto „gipfel_punkt“ am 13. und 14.03.2018 der Dortmunder Philharmoniker unter engagierter Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz stand ganz im Zeichen von Anton Bruckners (1824-1896) späten 8. Sinfonie c-Moll (Fassung von 1890). Ars tremonia war am 14.03.2018 im Konzerthaus Dortmund mit dabei.

Wegen der vom Dirigenten Hermann Levi beklagten unmöglichen Instrumentation der ersten Fassung (1887), sah sich der Komponist genötigt, die ersten drei Sätze der Sinfonie neu zu fertigen. Nur das Finale basiert auf dem bereits vorliegenden Werk.

Dass Bruckner von Richard Wagner nicht nur tief beeindruckt und ihm ergeben war, ist bei dieser Sinfonie deutlich zu erkennen. Nicht nur das bis zu seiner Entstehungszeit größte zeitliche Ausmaß von 80 Minuten, auch die große Orchestrierung mit zusätzlichen Tuben und Hörnern sind bombastisch. Der dramatische Schicksalskampf hin zu einem dramatischen „gipfel_punkt“ ist stets zu spüren. Das Schicksal in Gestalt einer „Totenuhr“, die immer weiter tickt, ist auch durch die instrumentale Umsetzung zu verspüren.

Der erste Satz beginnt geheimnisvoll dunkel getönt und folgenden Motiven mit dramatisch an – und absteigenden Kadenzen. Die Steigerungen bekommen durch die mächtigen Klänge der Hörner und Tuben zum Gipfel hin eine besondere Kraft.

Der zweite Satz, ein Scherzo mit beträchtlicher Dimension, schreitet mit seinem steten Rhythmus markant voran, wobei zwischendurch träumerische und zartere Episoden als Ruhephasen nicht zu kurz kommen.

Auch der langsameren feierlichen dritten Satz ist auf ein aufsteigen starker (musikalischer) Kräfte ausgerichtet. Die Abwärtsfolge der Totenuhr aus dem ersten Satz erklingt wieder durch die tiefen Streicher und warmen Klänge der Tuben.

Höchste Konzentration bei Bruckners 8. Sinfonie bei Musikern und Dirigent. (Foto: Anneliese Schürer)
Höchste Konzentration bei Bruckners 8. Sinfonie bei Musikern und Dirigent. (Foto: Anneliese Schürer)

Der finale, feierliche vierte Satz führt nach einer kurzen Einleitung durch die Streicher in eine gewaltige Eröffnung durch die Blechbläser. In Bezugnahme auf die „Dreikaiserzusammenkunft“ zur Zeit der Komposition fährt Bruckner musikalisch alles auf, was für diesen Anlass für ihn dazu gehört. Streicher, Ritt der Kosaken, Trompeten und Fanfaren. Ob er dieses treffen tatsächlich vor Augen hatte, scheint heute fraglich. Das gehört zu den viele Mysterien und Geheimnisse, die sich um den Komponisten ranken.

Das zweite Thema des Satzes ist wieder von aufsteigenden Sequenzen durchdrungen. Nach einer kleinen Atempause kommt es am Ende zum entscheidenden Showdown im Schicksalskampf, dem sich der Mensch nach Bruckner letztendlich ergibt. Grandios lässt er in den letzten 13 Takten alle Hauptthemen der vier Sätze gleichzeitig erklingen.

Versöhnlich bietet das Finale eine C-Dur Variante des Hauptthemas aus dem ersten Satz.

Eine großartige physische und musikalische Leistung der Dortmunder Philharmoniker und ihrem Dirigenten.




VIVA! – Großes lateinamerikanisches Kulturfestival im Dietrich-Keuning -Haus

Im letzten Jahr hatte das lateinamerikanische Kulturfest „VIVA!“ mit mehr als 500 Gästen seine erfolgreiche Premiere im Dietrich-Keuning-Haus (DKH) in Dortmund. Deshalb findet in diesem Jahr am 16. und 17. März 2018 eine große Neuauflage mit einem zweitägigen Kulturfestival im DKH statt.

„Das soll ein riesiges Fest werden“, so der kommissarische Leiter des DKH Levent Arslan. Gastland in diesem Jahr ist Peru. Dreizehn Länder mit unterschiedlichen Gruppen (vier Gruppen aus Peru) aus Lateinamerika sind beteiligt.

Zwei Tage lang gibt es Einblicke in die lateinamerikanische Kultur. Das Spektrum reicht von landetypischer Musik und Tänzen über Literatur und Handwerk bis zu den kulinarischen Genüssen wie beispielsweise Ceviche oder Getränken wie Pisco Sour.

Am Freitag , den 16.03.2018 geht es um 18:00 Uhr los.

Dann stellt sich das Gastland Peru vor. Der Gitarrist Juan Carlos Arancibia Narvarro entführt das Publikum zu einer musikalischen Reise von Spanien bis zu den Anden. Im mittelpunkt steht dabei auch klassische peruanische Musik aus dem 15. bis 19. Jahrhundert.Das Konzert beginnt um 19:00 Uhr.

Dieses Jahr steht Peru im Zentrum des lateinamerikanischen Kulturfestivals "VIVA!" im Dietrich-Keuning-Haus vom 16. bis zum 17. März 2018.
Dieses Jahr steht Peru im Zentrum des lateinamerikanischen Kulturfestivals „VIVA!“ im Dietrich-Keuning-Haus vom 16. bis zum 17. März 2018.

Neben einem reichhaltigen und vielseitigem Angebot der peruanischen Küche wird um 20:30 Uhr der einstündige Film „Das Terrassenwunder von Peru“ gezeigt. Mit dem Film von Erika Harzer und Kalle Staymann geht es auf eine Reise in das Hochland von Peru. Im Quellgebiet des Rio Canete, in einer riesigen, Jahrtausende alten Terrassenlandschaft. Diese wurde von Inka-Völkern über Hunderte Höhenmeter in den Berg eingearbeitet. Hier verbinden die Bewohner alte und neue landwirtschaftliche Traditionen.

Der Eintritt kostet inklusive Verkostung: 8,- Euro (Karten gibt es im Vorverkauf).

Ende: 22.00 Uhr

Am Samstag, den 17.03.2018 geht es um 14:00 Uhr los.

Eine Mischung aus Profis und Amateuren, Künstler und Tanzgruppen aus den Ländern Bolivien, Brasilien, Chile, Ecuador, Kolumbien, Kuba, Mexiko, Peru, Uruguay und Venezuela präsentieren die lateinamerikanische Kultur. Die Dominikanische Republik wird mit einem Stand mit Essensspezialitäten präsent sein. Als Prominenter Gast ist der Konsul von Peru , Daniel Loarte, anwesend.

Um nur wenige Beispiele aus dem vielfältigem Programm ab 14:30 Uhr zu nenne: Die Gruppe „ Amigos de Bolivia“ werden den den „Tanz der Lamahüterinnen“ (traditioneller alter Tanz) vorführen. Die Lamas stehen symbolhaft für Nahrung und als Rohstofflieferanten.f

Musik mit traditionelle Instrumente aus Peru bietet die Gruppe „Color Peru“. Für das Auge werden bunte Kostüme und Masken zu sehen sein, die an süddeutsche Mummenschanz und Karneval erinnern. Gespannt sein darf man auf die argentinische Gruppe „Cirque Tango“, die Akrobatik mit Tango verbinden.

Für die Kinder gibt es ein Extra-Programm von 15:00 bis 18:00 Uhr. Wer an Tanzworkshops teilnehmen will, kann das von 17:00 bis 19:00 Uhr. Ab 20:00 Uhr ist Partytime mit der Live Band Gamero.

Moderiert wird das Kulturfestival von Melissa Hernandez und Pablo Castro Villacorta.

Eintritt am Samstag: 5,- Euro Kinder bis 15 Jahre frei.

Schirmherrin des Festivals ist Bürgermeisterin Birgit Jörder.

Informationen und Vorverkauf unter: 023150-25 145 oder www.dortmund.de/dkh




Die Fünfte im elektronischen Gewand

Mit „Groove Symphony – the fifth“ lockte am 26.02.2018 die Dortmunder Philharmoniker unter der lockeren Leitung von Philipp Armbruster sowie dem Berliner DJ und Produzenten Toni Haupt zum 2. Konzert für junge Leute in das hiesige Konzerthaus. Für ausgefeilte Arrangements war der Komponist Stefan Behrisch verantwortlich.

Wie der Titel schon vermuten lässt,geht es um die berühmte 5. Sinfonie (Schicksalssinfonie) von Ludwig van Beethoven. Diese bietet sich mit seinem prägnanten Anfang (vier Noten und zwei Tönen) und seiner emotionalen Entwicklung bietet sich gut für eine elektronische Bearbeitung und neuem Arrangement an.

Es gibt eine dramatische musikalische Entwicklung aus einer eher düsteren Finsternis hin zum erlösenden Licht.

Haupt hat mit seiner Musik nicht nur ein elektronisches Muster über diese bewegende Sinfonie übergestülpt, sondern sich von ihr emotional treiben lassen und etwas neues geschaffen. Er arbeitete dabei mit Hilfe von übereinander gelegten Loops als Basis, rückwärts abgespielten Effekten oder dem Zerschneiden von einzelnen Elementen. Auch Klänge analoger Instrumente wie etwa Snares oder Becken wurden von ihm eingespielt.

Die Groove Symphony sorgte wieder für ein volles Konzerthaus. (Foto: © Anneliese Schürer)
Die Groove Symphony sorgte wieder für ein volles Konzerthaus. (Foto: © Anneliese Schürer)

Für die Gesamtwirkung des Konzerts waren aber noch andere Faktoren von Bedeutung. Die spannenden Arrangements des Komponisten Stefan Behrisch ermöglichten einen neuen und modernen Zugang zur faszinierenden Musik Beethovens.

Mit seinen Telekollegen sorgte Haupt für ein stimmungsvolles Lichtdesign mit teils psychedelisch wirkenden Projektionen an der Leinwand im Hintergrund.

Das Orchester wurde dazwischen auch auf der Leinwand bei ihrer Arbeit auch in Szene gesetzt.

Das junge und jung geblieben Publikum war jedenfalls begeistert. Ein gutes Konzept um der Jugend den Zauber der klassischen Musik etwas näher zu bringen.




Hannes Brock und seine besondere Abschieds-Gala

Die Abschieds-Gala von und für Kammersänger Hannes Brock am 17.02.2018 im Dortmunder Opernhaus unter dem Motto „Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut“ war in einiger Hinsicht besonders.

Wie er am Ende der Veranstaltung dem ihm lange Jahre treuen Publikum verriet, wird es nicht nur eine zusätzliche „Abschieds-Gala“ am 29.04.2018 im Opernhaus geben, sondern der Abschied wird wohl eher ein Abschied auf Raten sein. Wie heißt es so schön in einem Song von Trude Herr „Niemals geht man so ganz“. Die Gala war keine reine „Rückschau“ auf eine imponierende und erstaunliche Karriere.

Neben Teilen der Dortmunder Philharmoniker unter der schwungvollen Leitung von Philipp Armbruster sorgten „seine“ Band, von denen viele ihn bei seinen zahlreichen Auftritten begleitet hatten, für eine stimmungsvolle musikalische Begleitung.

Die zu Beginn gespielte Ouvertüre aus „La Cage aux Folles“ (Herman) die große Bedeutung dieses Musicals für die Beliebtheit und den Durchbruch für Hannes Brock in unserer Stadt. Eine Neuinszenierung gab es noch im Jahr 2005.

Der Kammersänger bot ein vielfältige Programm, das sowohl seine musikalische Bandbreite, starke Stimme und seine Fähigkeiten als Entertainer unterstrich.

Hannes Brock als "Prinz Sternschnuppe" in der Operette "Frau Luna". (Foto: © Oper Dortmund)
Hannes Brock als „Prinz Sternschnuppe“ in der Operette „Frau Luna“. (Foto: © Oper Dortmund)

Er erfreute sein Publikum nicht nur mit Songs aus verschiedenen Musicals, sondern wagte sich auch an berührende Balladen wie etwa „Der Weg“ von Herbert Grönemeyer, Bob Dylans „Forever young“ oder „Always on my mind“ (Christopher jr./James/Carson). Den Spaß daran konnte man ihm deutlich anhören und ansehen.

Hannes Brock steht seit 45 Jahren auf der Bühne, davon über 25 hier in unserer Stadt. Zu seiner Gala lud er mit Emily Newton und Morgan Moody zwei geschätzte Kollegen ein, beide haben ihm gerne diese Ehre erwiesen.

Emiliy Newton beeindruckte mit ihrer Version von „Goldfinger“(Barry/Bricusse) und im Duett mit Brock (Endless love, Lionel Richie) oder im Duett mit Morgan Moody „Wheels of a dream“ -Ragtime (Flaherty/McNally/Ahrens).

Moody konnte zuvor auch alleine sein Können und Charme bei „Where is the life that late I led?“ aus dem Musical „Kiss me Kate“ (Porter) zeigen.

Bewegte Worte von dem scheidenden Opernintendanten Jens-Daniel Herzog und viel Applaus gab es verdienter Maßen am Ende der Vorstellung.

Schön, dass uns Hannes Brock nicht ganz verloren geht.