Dortmund.Macht.Lauter – der Name ist Programm

Zum
vierten Mal beteiligt sich die Livebühne des Dortmunder Kulturbüros
am DORTBUNT-Cityfest. Auf vielen Plätzen in der Innenstadt erwartet
die Besucher wie in den letzten Jahren ein abwechslungsreiches
Programm. Dortmunder Bands und die Glen Buschmann Jazz-Akademie
präsentieren sich am 11. und 12. Mai auf der Live-Bühne am Platz
von Leeds, im Konzerthaus spielt am Sonntagabend die Banda Senderos.
Das Kulturbüro schafft mit der Open-Air-Bühne eine tolle Plattform,
um Dortmunder Bands einem großen Publikum vorzustellen. Es schöpft
dabei aus dem Reservoire von fast 400 Dortmunder Gruppen die sich in
den verschiedensten Genres tummeln. Über das Jahr verteilt
organisiert das Büro, federführend ist hier Didi Stahlschmidt
beteiligt, drei Live-Bühnen-Veranstaltungen. Neben Dortmund.
Macht.Lauter sind das die Kooperationsbühnen bei Juicy Beats im
Westfalenpark und bei den Kulturpicknicks im Sommer. Dabei achten die
Organisatoren darauf keine Band zu bevorzugen, sondern immer wieder
neuen Gruppen eine Auftrittsmöglichkeit zu bieten. Das
Förderprogramm hat sich zur Aufgabe gemacht lokale Bands, Musiker,
Produzenten, Clubbetreiber, Musikvereine und weitere Protagonisten zu
fördern und zu unterstützen. Schwerpunkte hierbei sind die Bereiche
Marketing, Imagebildung und Netzwerkarbeit.

Mitglieder der Dortmunder Indie-Rock Band WYME und der Folk-Pop Band Nic Koray und Band sowie im Hintergrund Isabel Pfarre stellv. Leiterin Kulturbüro Dortmund und Didi Stahlschmidt (Programmgestaltung). (Foto: © Anja Cord)
Mitglieder der Dortmunder Indie-Rock Band WYME und der Folk-Pop Band Nic Koray und Band sowie im Hintergrund Isabel Pfarre stellv. Leiterin Kulturbüro Dortmund und Didi Stahlschmidt (Programmgestaltung). (Foto: © Anja Cord)

Am
DortBunt! Cityfest-Samstag bringen sechs Bands eine gut abgestimmte
Mischung verschiedener Stilrichtungen auf die Bühne. Den Opener
machen ab 13.30h Boomton Shakedown (Raggae), danach folgen Nic Koray
& Band (Folk-Pop), Schwarzpaul (Roots-Rock-Reggae), WYME
(Indie-Rock) und Velvet Attack (Psychedellic-Rock-Freakbeat). Ab 21h
startet der Headliner des Tages die Band Rryoce. Bei verschiedenen
Musikpreisen haben die Musiker mit Ihrem Wabe-Synth-Pop Mix schon
abgeräumt. Zum Beispiel 1. Preis als „Beste Gothic-Wave-Band“
und 2. Preis als „Beste Elektropop-Band“ beim Deutschen Rock &
Pop-Preis 2013.

Am
Sonntag steht die Bühne am Eingang zur Brückstraße ganz im Zeichen
des Jazz. Die Big Band der Glen Buschmann Jazz Akademie spielt mit
hochkarätigen Solisten aus der Partnerstadt Rostow am Don. Beginn
ist um 12.30h, als zweite Band tritt das Transorient Ensemble (World
Jazz) auf, gefolgt vom Peter Heinrich Köcke Trio, das einen
modernen, energiegeladenen und experimentierfreudigen Jazzstil
spielt. Dann geht es zum Abschluss um 17h ins Konzerthaus zum
Dancehall-Hip-Hop der Banda Senderos. Markenzeichen der neunköpfige
Band ist ein handgemachter, basslastiger Clubsound. Zwei sehr
unterschiedliche Frontmänner singen und performen ihre Texte auf
Englisch, Deutsch und Spanisch. Für alle die gerne Tanzen sicher ein
vielversprechender Mix.




Stummfilmkonzert voll revolutionärer Dramatik

Die Dortmunder
Philharmoniker unter der engagierten Leitung von Generalmusikdirektor
Gabriel Feltz hatte sich mit „Panzerkreuzer Potemkin“ von Sergej
Eisenstein (1898 – 1948) am 26.03.2019 einen besonderen Film in
aufregender revolutionärer Zeit Russlands ausgewählt.

Eine dazu passende
Musik stammte von Dimitri Schostakowitsch (1906 – 1975) und
entstand als Auftragsarbeit des Zentralkomitees der Kommunistischen
Partei für eine Jubiläumsfeier 1925 aus Anlass des Aufstands auf
dem Panzerkreuzer. Gezielt ausgewählte Abschnitte aus seinen
Vierten, Fünften, Achten, Zehnten und Elften Sinfonien
unterstreichen die dramatischen Bilder der „Meuterei“ russischer
Matrosen auf dem Panzerkreuzer Potemkin im Jahr 1905.

Zum Hintergrund:

Die verheerende
Niederlage im Russische-japanischen Krieg 1905 mit den sozialen
Folgen brachte den wachsenden Unmut der betroffenen Menschen gegen
das repressive Zarenreich zum Kochen.

Bei den Matrosen auf
dem Panzerkreuzer Potemkin entlädt sich die Unzufriedenheit
anlässlich der katastrophalen Versorgung mit Nahrung in einer
Meuterei gegenüber der Admiralitäten.

Unter der Führung
von Wakulintschuk und mit Unterstützung der Wachen zum gelungenen
Widerstand. Unter den Opfern der Aktionen ist auch der revolutionäre
Anführer Wakulintschuk.

Szene aus dem Fim "Panzerkreuzer Petemkin". (Foto: © Deutsche Kinemathek)
Szene aus dem Fim „Panzerkreuzer Petemkin“. (Foto: © Deutsche Kinemathek)

Seine Leiche wird in
Odessa, wo man auch Lebensmittel erhalten will, unter reger
Anteilnahme der solidarischen Bevölkerung in einem Zelt aufgebahrt.
Auf der langen imposanten Treppe der Hafenstadt schießen die
zaristische Armee samt Kosaken-Einheiten auf die verzweifelt
fliehende Bevölkerung. Es gibt viele Tote und Verletzte. Um die
Menschen zu unterstützen, beschießen die Matrosen das Theater von
Odessa. Noch während überlegt wird, zwecks weiterer Hilfsaktionen
zu laden, kommt es zur Konfrontation mit dem Admiralsgeschwader, dass
in einer Verbrüderung endet.

Der Film ist aber
nicht nur einfach nur ein geschickter Propagandafilm, der die
Zuschauer gezielt emotional berühren und vor Augen führen will, mit
welchen Handlungsträgern er sympathisieren sollte. Eisenstein setzte
mit dem Mittel der Montage, Schnitten und eindrucksvollen
Nahaufnahmen zugleich eine filmisch-ästhetische Revolution durch.

Die Dortmunder
Philharmoniker mit ihrem Dirigenten gelang es punktgenau, die
jeweiligen Stimmungen musikalisch zu untermalen. Erstaunlich, wie sie
es schafften, mit nicht für möglich gehaltenen Steigerungen die
Dramatik der Ereignisse und Bilder für das Publikum fühlbar zu
machen. Die traurigen Momente, wenn zum Beispiel ein kleines Kind auf
der Treppe stürzt und von den Fliehenden praktisch zertrampelt wird,
wurde entsprechend sensibel musikalisch untermalt.

Es war wieder einmal
ein wunderbares Zusammenspiel von Filmbildern und Live-Musik, dass
den Beteiligten auf der Bühne alles abverlangte.




Trügerische Idylle

Es gibt wohl nichts,
was so sehr romantisiert wird, wie der Wald und das Landleben. Ein
Blick in die Zeitschriften-Auslagen zeigt es: Landlust, Landküche
suggerieren dem gestressten Städter wie erquicklich das Leben auf
dem Land sei. Für einen Bauern (vor allem in früherer Zeit) war das
Leben sicherlich nicht so erfreulich. Tägliche harte Arbeit und
immer die Angst, dass ein Unwetter große Teile der Ernte vernichtet.
Im 7. Philharmonischen Konzert am 19. und 20. März setzen sich drei
Komponisten mit dem Landleben auseinander, mal heiter, mal bittersüß.

Den Beginn machte
ein englischer Komponist namens George Butterworth. Seine Rhapsodie
„A Shropshire Lad“ weckt Erinnerungen an das englische Landleben.
Doch in der romantischen Musik wird die Idylle von Todesahnungen
überschattet. Das Stück ist sehr melancholisch. Eine Vorahnung, die
den Komponisten selbst trifft. Geboren 1885 meldet sich Butterworth
für die englische Armee im Ersten Weltkrieg und fällt 1916. Ein
guter Einsteig für die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung
von Julia Jones.

Midori spielte das Violinkonzert von Brahms in meisterlicher Weise. (Foto: © Timothy Greenfield-Sanders)
Midori spielte das Violinkonzert von Brahms in meisterlicher Weise. (Foto: © Timothy Greenfield-Sanders)

Eine Herausforderung
für Geiger ist das Violinkonzert D-Dur von Johannes Brahms. Früher
als fast unspielbar angesehen, gehört es mittlerweile ins Repertoire
vieler großen Geigenvirtuosen. Beim 7. Philharmonischen Konzert
spielte die Japanerin Midori die Solo-Violine und begeisterte das
Publikum mit ihrer Virtuosität. Vor allem im sehr langen ersten Satz
präsentierte sie die Kadenz in einer so wundervollen Weise, dass das
Publikum nicht anders konnte, als am Ende des Satzes zu applaudieren.

Idyllisch wurde es
beim zweiten „pastoralen“ Satz. Hier führt die Oboe als
„Fast-Soloinstrument“ ins musikalische Geschehen ein, bis die
Violine einsetzt. Mitori zeigte auch hier, dass sie neben ihrer
Virtuosität auch eine lyrische Stimmung mit ihrem Instrument zaubern
kann.

Der Schlussatz des
Violinkonzertes gehörte dem ungarischen Temperament. Die
folkloristischen Töne im schnellen Tempo erfordern immer wieder ein
großes Können der Solo-Künstlerin Midori.

Nach einer Zugabe
ging es in die Pause.

Nach der Pause
erwartete das Publikum die „Mutter aller musikalischen
Landpartien“, die 6. Sinfonie von Beethoven, auch „Pastorale“
genannt. Lustige Tänze, Vogelstimmen am Bach, Gewitter, an das alles
lässt uns Beethoven in seiner Sinfonie teilhaben. Gerade die ersten
beiden Sätze der Sinfonie sind ein Klangteppich voller
Naturgeräusche.

Der dritte Satz ist
einem ländlichen Fest nachempfunden. Hier imitiert das Orchester
Dorfmusikanten, die zum tanz aufspielen. Doch die Idylle dauert nicht
lange, denn mit großartiger Wucht lässt es Beethoven im vierten
Satz Gewittern. Der Schlusssatz ist ebenfalls ungewöhnlich. Wer das
triumphale Ende der 5. Sinfonie noch im Ohr hat, wird überrascht.
Denn das Ende ist lyrisch und ruhig.




Wenn das Konzerthaus zum Club wird

Am 11. März 2019
war es wieder soweit: Die Groove Symphony lockte wieder Alt und vor
allem Jung ins Dortmunder Konzerthaus zum „2. Konzert für junge
Leute“. Mit dabei waren neben den Dortmunder Philharmonikern unter
der Leitung von Ingo Martin Stadtmüller der DJ Larse, der Gitarrist
Tim Bücher und Sebastian23 als Moderator.

Das Besondere bei
der Groove Symphony ist das Zusammenspiel zwischen den klassischen
Musikern auf ihren „analogen“ Instrumenten und den digitalen
Klängen der DJs. DJ Larse hatte sich zusammen mit dem Dirigenten
Stadtmüller sowie den Arrangeuren Henning Hagedorn und Matthias
Grimminger Sergej Rachmaninows „Symphonische Tänze“ näher
angeschaut und fand, dass sie sich ideal für die Bearbeitung mit
elektronischen Grooves eignen.

Der erste Teil des
Konzertes bestand aus sechs Musikstücken, die aus Elementen der
„Symphonischen Tänze“ bestanden. Das Besondere daran war, dass
die digitalen und analogen Klänge wunderbar miteinander
harmonierten. Zusammen ergaben sie einen faszinierenden Klang. Das
Schlagwerk der Dortmunder Philharmoniker machte einen tollen Job.

Besonders
hervorzuheben sind auch die beiden Solisten Matthias Grimminger
(Klarinette) und Tim Bücher (Gitarre). Ihre abwechselnden Soli waren
der Höhepunkt des gesamten Konzertes und wurden zu Recht mit
Sonderapplaus vom Publikum bedacht.

Groove Symphony: Wieder einmal eine gelungene Kombination zwischen klassischer und elektronischer Musik. (Foto: © Anneliese Schürer)
Groove Symphony: Wieder einmal eine gelungene Kombination zwischen klassischer und elektronischer Musik. (Foto: © Anneliese Schürer)

Im zweiten Teil
unterstützten die Philharmoniker die Tracks von DJ Larse. Mit „The
More I Want“ hatte er einen veritablen Hit auf Ibiza. Der
Dortmunder DJ zeigt in seinen Songs seine soulige, chillige Seite.
Leider hat im zweiten Teil niemand den Mut gehabt, im Konzerthaus zu
tanzen trotz der Aufforderung von Sebastian23. Der Poetry-Slammer
erzählte zwischen den Blöcken kurz etwas zur Geschichte der
elektronischen Musik.

Die „Groove
Symphony“ entwickelt sich zum Dauerbrenner im Konzertbetrieb. Die
angeblichen Gegensätze zwischen modernen elektronischer Musik und
klassischen Kompositionen werden in den knapp 75 Minuten
pulverisiert. Zurück blieben glückliche Besucher, die den Musikern
mit nicht endend wollenden Applaus von der Bühne verabschiedeten.




Gelungenes musikalisches Doppel mit Bach und Bartók

Es klingt nicht sehr
positiv, wenn jemand sagt „Sie spielt nur die zweite Geige“. Doch
in einem Orchester haben die zweiten Geigen eine wichtige Funktion
und sind veritable Musiker. Das konnte die Gruppe der zweiten Geigen
der Dortmunder Philharmoniker beim 3. Kammerkonzert eindrucksvoll
unter Beweis stellen. Am 04. März 2019 erklangen Werke von Bach und
Bartók im Orchesterzentrum.

Im Mittelpunkt des
Abends standen die 44 Duos für zwei Violinen von Bartók. Diese
kurzen Etüden schrieb Bartók für den Freiburger Musikpädagogen
Erich Doflein. Um den Übungscharakter der Stücke aufzubrechen,
hatten die Musiker die gute Idee, die Etüden in Gruppen zu ordnen
und mit Chorälen von Johann Sebastian Bach in Bezug zu setzen. So
erklangen nach dem Choral „Das alte Jahr vergangen ist“ (BWV 614)
vier Neujahrslieder aus den 44 Duos von Bartók. Es ist schon eine
besondere Mischung. Auf der einen Seite der protestantische Bach,
dessen Choral „Seelenbräutigam“ (BWV 496) sich natürlich auf
Jesus Christus bezieht, während der als einer der großen Atheisten
der Musikgeschichte geltende Bartók in seinen Etüden die
weltlich-bäuerliche Natur zum Klingen bringt.

Eine weitere
Inspirationsquelle von Bartók ist die Volksmusik. Es ist daher nicht
überraschend, wenn in den 44 Duos viele Tänze aus Ungarn sowie den
umliegenden slawischen Ländern zu finden sind.

Die zweiten geigen spielten ein erstklassiges Konzert mit Werken von Bach und Bartók im Prchesterzentrum. (Foto: © Dortmunder Philharmoniker)

44 Duos, elf Choräle
und neun zweite Geigen: Wie wurde das Konzert organisiert? In der
Regel standen vier Violinistinnen und Violinisten in der Mittel der
Bühne, während die fünf anderen an der Seite auf der „Ersatzbank“
warteten. Die vier spielten zunächst gemeinsam einen Choral und dann
abwechselnd als Duo einige Stücke von Bartók. Nach einem solchen
Block wurde gewechselt.

Eine weitere gute
Idee war, Anne Kussmaul als Moderatorin zu integrieren. Kussmaul ist
freischaffende Musikvermittlerin und spielte zehn Jahre lang bei den
zweiten Geigen der Dortmunder Philharmoniker mit. Sie erklärte
zwischen den Blöcken die Funktion der zweiten geigen und führte
kleine Interviews.

Ein kleines Bonbon
gab es als Zugabe. Denn das Konzert fand ja am Rosenmontag statt. So
wurde im Orchesterzentrum das bekannte Kölner Karnevalslied „Denn
wenn et Trömmelche geht“ von „De Räuber“ gespielt.

Es spielten an
diesem Abend Oleguer Beltran Pallarés, Frank Rudolph, Renate
Morocutti, Ulrike Grosser-Krotzinger, Vera Plum, Iris Plettner,
Natalie Breuninger, Susanne Schmidt, Kathrin Averdung und Anne
Kussmaul.




Mit Musik Brücken bauen

„Marten
liebt Vielfalt – Musik stärkt den Gemeinsinn“: Unter diesem
Motto startet das Martener Forum ab Mitte Februar im Stadtteil eine
Veranstaltungsreihe, die Marten als Ort des friedvollen
Zusammenlebens präsentieren und musikalisch Brücken bauen möchte.
Aufgrund der aktuellen Erfahrungen wollen die Veranstalter Marten als
Ort des friedvollen Zusammenlebens aller hier lebenden Menschen
sichern, Vielfalt als Bereicherung erfahrbar machen und Gemeinsinn
mit musikalischen Zugängen stärken, um rechtsextremistischen
Ansinnen den Boden entziehen. „Ich bin sehr glücklich darüber,
dass die Veranstaltungsreihe Marten die Chance gibt, Menschen
miteinander zu verbinden und das Thema Vielfalt gerade zum 70.
Geburtstag unseres Grundgesetzes in den Mittelpunkt zu stellen“,
sagt Monika Rößler, Sprecherin des Martener Forums.

Die
musikalische Veranstaltungsreihe startet am Donnerstag, 14. Februar,
19.30 Uhr in der katholischen Kirche Hl. Familie im Sadelhof 16 in
Dortmund-Marten.

Unter
dem Titel „Barockmusik – Hochaktuell“ wird gespielt,
getanzt und gesungen. Der Chor „Cantamus“ und Solistinnen und
Ensembles der Barockakademie der Musikschule Dortmund unter der
Leitung von Barbara Bielefeld-Rikus spielen Werke u.a. von Bach,
Lully, Dowland und Purcell. Kulturdezernent Jörg Stüdemann sowie
Paul Stamm, ehemals Superintendent der Ev. Kirche, sprechen
Grußworte.

Der
Eintritt zu der Auftaktveranstaltung und den weiteren Veranstaltungen
ist frei. Um Spenden bittet der gemeinnützige Förderverein
Dortmund-Marten und Germania e.V. über seine Website
www.dortmund-marten.de
oder auf
sein Konto IBAN: DE61 4405 0199 0061 0218 25, bei der Sparkasse
Dortmund unter dem Stichwort „Vielfalt“.

Zu den
Partner der Kampagne gehört neben dem Martener Forum die
Evangelische Elias-Kirchengemeinde Dortmund, die Katholische
Kirchengemeinde Heilige Familie Marten im Pastoralen Raum Dortmunder
Westen, die Neuapostolische Kirche – Marten, Musikschule Dortmund,
das Orchesterzentrum NRW, die Auslandsgesellschaft NRW und die
Koordinierungsstelle für Vielfalt, Toleranz und Demokratie der Stadt
Dortmund.

Die Organisatoren der musikalischen Veranstaltungsreihe hoffen auf viele Besucher. (Foto: © Stadt Dortmund)

Gerhard
Stranz, der Initiator dieser Kampagne, ist begeistert von der großen
Bereitschaft vieler und insbesondere junger Musiker und Musikerinnen,
mit aktivem Tun ein Zeichen für ein friedvolles Zusammenleben zu
setzen und vom Zusammenhalt der Beteiligten in Marten, die in kurzer
Zeit die Voraussetzung geschaffen haben, dass diese Begegnungen über
Musik möglich werden.

Weitere
Konzerte sind bereits verabredet und geplant, so mit dem
Jugendsinfonieorchester Dortmund, Schulorchestern, Schul-Big-Band und
Schulchören. Die Mitwirkung von Menschen mit Migrationshintergrund
und Fluchterfahrungen, auch für Familien mit ihren Kindern ist
vorgesehen.

Die
Konzertreihe versteht sich als Bestandteil des Stadtprojektes für
Vielfalt, Toleranz und Demokratie.

Weitere
geplante Veranstaltungen:

Am 21.
März, am internationalen Tag gegen Rassismus, werden das
Schulorchester, Big Band und Chöre des Bert-Brecht-Gymnasiums sowie
der Chor der Neuapostolischen Kirche in Marten spielen. „Unsere
Zukunft liegt in deiner Hand“

lautete das Motto dieser Veranstaltung, Beginn 19 Uhr,
Altenrathstraße 8.

Am 3.
April spielt im Rahmen der Ausstellungseröffnung von Günter Rückert
das Transorient-Duo Andreas Heuser und Kioomars Musayyebi unter dem
Titel „Weltmusik
auf 100 Saiten“

(Im „Meilenstein“, Nachbarschaftswerkstatt Marten, In der Meile
2).

Unter
dem Titel „So
klingt Vielfalt“

werden am 7. April, 19 Uhr das Dortmunder Jugendorchester DOJO und
Solisten ein Klavierkonzert und Einzelstücke unter der Leitung von
Achim Fiedler in der Ev. Immanuelkirche (Bärenbruch 17-19) in Marten
spielen. Bürgermeisterin Birgit Jörder und der Kabarettist Bruno
„Günna“ Knust werden die Veranstaltung eröffnen.

Am 13.
April singt der Konzertchor Aplerbeck unter dem Titel „Verzagt
nicht!“ Auszüge aus der Johannespassion
in der Kath. Kirche
Heilige Familie, Sadelhof 16, in Marten.

Im
Stadtteil werden weitere Veranstaltungen zum Thema Vielfalt
stattfinden. Marten versteht sich als vielfältig und bunt.

 Weitere Informationen finden sie unter www.dortmund-marten.de

Quelle: Stadt Dortmund




Klassische Musik in Zeiten von Umbrüchen

Die neue Spielzeit 2018/2019 steht bei der Dortmunder Philharmoniker unter dem Motto „Krieg und Frieden“. Beim 1. Philharmonischen Konzert am 11. und 12.09.2018 stand Musik von Georg Friedrich Händel, Richard Strauss und Ludwig van Beethoven auf dem Programm, die geprägt war von ihrer jeweiligen „Zeitenwende“. Ars tremonia war am 11.09.2018 anwesend.

Unter diesem Titel luden der engagierte Generalmusikdirektor Gabriel Feltz und die gut aufgelegte Dortmunder Philharmoniker ihr Publikum ein.

Die „Zeitenwende“ für die Feuerwerksmusik HWV 351 von Händel (1685 – 1759) das Ende des sogenannten Österreichischen Erfolgskriegs (1740 – 1748), das in London mit einer Siegesfeier gebührend gefeiert werden sollte. Der zu dieser Zeit größte Komponist sollte zu dem geplanten Feuerwerk am 27.04.1748 die passende feierlich Musik komponieren. Die strahlende und feierliche und ebenso beschwingte Musik ließ auch nichts zu wünschen übrig. Einen kleinen (bewussten?) Affront leistete sich der Komponist jedoch. Bereits die Ouvertüre wurde von ihm rhythmisch im Stile der barocken französischen Opernouvertüre konzipiert. Frankreich war aber Hauptgegner der Engländer in diesem Krieg gewesen! Das Finale ist italienisch tänzerisch gehalten.

Dem folgenden Oboenkonzert D-Dur von Richard Strauss (1864 – 1949) , dass nach dem der Befreiung durch die Alliierten und dem Ende des 2. Weltkrieges entstand, wurde das melancholische „Soliloquy“ von Edward Elgard (1857 – 1934) für den großartigen Oboisten Leon Goossens geschrieben. In Gedenken auch an seine 1920 verstorbene Frau Alice.

Albert Mayer begeisterte mit seinem Oboenspiel das Konzerthaus. (Foto: © Anneliese Schürer)
Albert Mayer begeisterte mit seinem Oboenspiel das Konzerthaus. (Foto: © Anneliese Schürer)

Als Solo-Oboist konnte erneut der hervorragende und charmante Albrecht Mayer gewonnen werden. Im vergangenen Jahr überzeugte Mayer mit dem Oboenkonzert Nr. 1 von Frigyes Hidas. Dieses Mal interpretierte er zunächst „Soliloquy“ sensibel und zeigte direkt anschließend auch sein ganzes Können beim Oboenkonzert von Richard Strauss. Nach nur zwei kurzen Cello-Takten folgten 57 anstrengende Takte nahezu pausenlosen Soloflug für die Oboe. Der ersten Tutti-Akkord bringt die Erlösung und es folgt ein musikalisch elegischer Abschnitt. Heitere und getragene Passagen wechseln sich im Folgenden ab und es entspinnt ein munterer Dialog der Solo-Oboe mit einzelnen Instrumenten. Das Andante verfällt nach seinem reinen Fluss nur kurz in eine eher düstere Stimmung, um schließlich wieder zum klaren klang zurück zu kehren. Als es gen Ende musikalisch ruhiger und elegischer wird, kann die Solo-Oboe noch einmal ihr ganzes können beweisen.

Das begeisterte Publikum verzauberte Mayer dann mit seiner ersten Zugabe von J.S. Bach (Ich hatte viel Bekümmernis BWV 21).

Nach der Pause stand dann Ludwig van Beethovens (1770 – 1827) heroische Sinfonie Es-Dur op. 55 auf dem Programm. Es ist laut Widmung eine „Heldensinfonie, komponiert um das Andenken an einen großen Mann zu feiern.“ Es ranken viele Anekdoten darum, wem diese Widmung galt . Dem damaligen preußischen Prinzen Louis Ferdinand oder doch Napoleon Bonaparte?

Es ist vor allem Musik von revolutionärer Kraft. Nach zwei gewaltigen Akkorden beginnt das erste Thema mit einem eher pastoralen Dreiklang, ehe nach einigen Takte unvermittelt und tonartfremd ein Cis mitten in das Es-Dur hinein. Es ist eine Art Startschuss für ein revolutionäre thematische Arbeit mit einem Satz voller musikalischer Konflikte. Im folgenden wechseln sich triumphale Akkorde mit Trauermarsch-Musik ab. Statt eines für den dritten Satz üblichen höfischen Menuetts bringt Beethoven revolutionär ein und furioses Scherzo, bei dem die Streicher unerbittlich und rasant voran treiben. Romantisch wird es nur im Mittelteil, wo die Hörner musikalisch dominieren .Der vierte Satz mit seiner Mischung aus Rondo und den vielen Variationen mit den strengen Fugen-Elementen ist der formal wohl am anspruchsvollsten.

Eine fulminante Code steht am Ende einer unvergleichlichen Sinfonie.




Ein besonderes Jubiläum – 25 Jahre MICRO!Festival

Zum 25igsten Mal findet vom 24.08.2018 bis zum 26.08.2018 zum Ferienende das beliebte MICRO!Festival in Dortmund statt. Veranstalter ist das Kulturbüro unserer Stadt. Der Friedensplatz wird für drei Tage ein bunter Kulturort mit Weltmusik und Straßentheater. Zum Jubiläum werden Spitzenensembles aus 12 Nationen erwartet.

Die Leiterin des Kulturbüros und Festivalleiterin Claudia Kokoschka, von Beginn an dabei, erinnerte zunächst an die Anfänge des MICRO!Festivals. Es entwickelte sich 1993 als Nachfolge des „Dortmunder Bürgerfests“ und wuchs nach und nach zu einem großen Event-Festival und wechselte vom Alten Markt auf den Friedensplatz. Es entstanden Netzwerke und Kooperationen wie zum Beispiel mit der „Kinderkulturkarawane“ zur Unterstützung benachteiligte Kinder etwa in Afrika.

Höhepunkte aus den 25 Jahren wie zum Beispiel „Stalker“, das Stelzentheater aus Australien (1994 und 2000), oder musikalisch der Auftritt 1996 des kubanischen Son (Vorläufer des folgenden legendären Buena Vista Social Club) und viele andere mehr sind in guter Erinnerung.  Zum Festival-Team gehören auch Katrin Gellermann (Festivalleitung, Fachbereich Kulturbüro), Ilka Seuken (Kommunikation MICRO!Festival) und als Unterstützung die Praktikantin Viona Schramm. Die Moderation wird von der WDR 3-Musikkulturen bekannten Babette Michel übernommen.

Zum Jubiläum des Micro!Festivals muss das Wetter gut werden. Darauf hoffen (v.l.n.r.) Ilka Seuken (Kommunikation), Claudia Kokoschka (Festivalleiterin), Viona Schramm (Praktikantin) und Katrin Gellermann (Festivalleitung).
Zum Jubiläum des Micro!Festivals muss das Wetter gut werden. Darauf hoffen (v.l.n.r.) Ilka Seuken (Kommunikation), Claudia Kokoschka (Festivalleiterin), Viona Schramm (Praktikantin) und Katrin Gellermann (Festivalleitung).

Los geht das Festival am Freitag, den 24.08.2018 auf der Bühne mit heißen Rhythmen und Lebensfreude mit einem der bekanntesten Salsa-Acts in Deutschland, der Gruppe „Macondito“. Deren kubanischer Sänger Osvaldo Fajardo wird dann mit seiner außergewöhnlichen Stimme für ein kubanisches Salsa-Feeling für Stimmung sorgen. Die 1988 gegründete Gruppe feiert ja in diesem Jahr auch ein großes Jubiläum! Ein besonderes Highlight am Abend um 21:00 Uhr bieten sicherlich das französisch-schweizerische Folkpop-Duo „Carrousel“ mit Sängerin Sophie Burande und ihr Partner Léonard Gogniat mit Originalität, Vielfältigkeit und lässigem Charme.

Der Samstag beginnt dann um 17:00 Uhr (Bühne) mit dem „Kozma Orkestra“. Die sieben Musikerinnen und Musiker um Leadsängerin Ramona Kozma, werden das Publikum mit einer leidenschaftlichen Mischung aus Balkan- und Klezmermusik und Straßenmusik in Stimmung bringen. Als großes Highlight am Abend um 22:00 Uhr treten die fünf Artisten von „Les P‘tits Bras“ (Frankreich) auf dem Platz mit einer atemberaubenden Nummer und dem Zirkus-Charme des 19. Jahrhunderts sowie einer eingebauten humorvollen (Liebes-) Geschichte auf. Als Duo konnten die Akrobaten ihr Können schon einmal bei einem früheren MICRO!Festival zeigen.

Der Sonntag ist traditionell mit Angeboten für Kinder vorgesehen. Um 16:00 Uhr geht es auf der Bühne mit der Rockband für Kinder „Die Blindfische“ (Deutschland) mit einer Mischung aus Rock, Hip Hop und viel Spaß los. Das Abschluss-Highlight um 20:15 Uhr auf der Bühne bilden die temperamentvolle Flavia Coelho (Brasilien) mit einer Mischung aus Afro und Balkan und brasilianischer Musik. Lässige Grooves treffen hier auf berührende Melodien und lateinamerikanische Rhythmen. Diese Klänge gehen eine besondere Verbindung mit der verführerischen Stimme der Brasilianerin ein.

Für das leibliche Wohl werden wieder verschiedene nationale und internationale Speisen und Getränke zum Kauf angeboten.

Das ganze umfangreiche Programm entnehmen Sie bitte dem kleinen praktischen Faltblatt mit genauen Zeitangaben vom Kulturbüro Dortmund oder im Internet unter www.microfestival.dortmund.de




SCHALLFEST von der kunstgruppe GOTTLIEB eröffnet

Am Mittwoch, den 18.07.2018 um 13:30 Uhr war es soweit. Mit einer Klanginszenierung von zehn Minuten auf dem Balkon des Trauzimmers im Alten Rathaus am Friedensplatz wurde das über vierzig Tage gehende SCHALLFEST (Ars tremonia berichtete) von der kunstgruppe GOTTLIEB aus Berlin eröffnet. Für diese Eröffnungszeremonie wurde dieser Ort von ihnen auch als Symbol für die Vereinigung der Klänge Dortmunds ausgewählt.

An der weltgrößten interdisziplinären Klang-Kunstinstallation waren viele Menschen und Institutionen der Stadt beteiligt. Diese wird dann am Sonntag, den 09.09.2018 realisiert, indem an allen beteiligten Austragungsorten in vierzig Tagen die aufgenommenen und individuell komponierten Sounds für die verschiedenen Orte gleichzeitig von 14 bis 17 Uhr auf vielfachen tausend Quadratmetern erklingen werden. Die beteiligten Orte sind der Flughafen Dortmund, die Museen, DITIB-Moschee und das Haus der Vielfalt, 26 U-Bahn Stationen, der Dortmunder Zoo und alle internationalen Zoopartner, das Hafengelände, die Berswordt-Halle sowie die die Zeche Gneisenau.

Die Klänge unserer Stadt werden außerdem per Frachtschiff über Europäische Gewässer bis nach Plovdiv (Bulgarien), der Kulturhauptstadt 2019, gebracht.

Zum großen Klangkunsterlebnis gehört am 09. September auch eine aufwendige bewegliche Klangskulptur in Form eines Autokorsos durch die Rheinische Straße. Kulturdezernent Jörg Stüdemann konnte deren Genehmigung zufrieden bekannt geben.

Vertreter der beteiligten Orte waren bei der Eröffnung im Trauzimmer anwesend und erhielten ihre speziellen Klangkompositionen auf CD gepresst von der kunstgruppe GOTTLIEB im Anschluss an den Soundtrack überreicht.

Die in den zehn Minuten bei der Eröffnung zu hörenden Sounds zeigen ein Klangbild unserer Stadt. Das kann sich natürlich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte verändern.

Im Trauzimmer des Alten Rathauses wurde das Schallfest von der kunstgruppe GOTTLIEB feierlich eröffnet. (Foto: © Roland Gorecki)
Im Trauzimmer des Alten Rathauses wurde das Schallfest von der kunstgruppe GOTTLIEB feierlich eröffnet. (Foto: © Roland Gorecki)

Wer genau lauschte, konnte Geräusche aus dem Zoo , etwa der Seelöwen, Glocken aus der Zeche aber auch aus einem Tempel, einer Messe oder von großen Schiffen, die erfolgreichen Achter-Ruderer, Rolltreppen oder für Dortmund unverzichtbar, Klänge von der Gelben Wand bei einem Spiel des BVB heraus hören. In der Komposition klingen aber Rolltreppen wie Tiere und diese wie ein Schlagwerk.

Die ständig wechselnden und neu „komponierten“ Umgebungsgeräusche, lassen immer wieder neue Assoziationsräume zu. Sie werden in Loops wiederholt und erhalten so eine besondere Sogkraft.

Der entstandene Klangteppich den momentanen Charakter unserer Stadt atmosphärisch dar.Anlehnungen an die Fluxus-Kunst sind erkennbar.

Dass dieses SCHALLFEST vierzig Tage dauert, hat auch eine besondere Bewandtnis, so Stüdemann Vierzig sei die Zahl der „Vollkommenheit“ und steht in den Religionen und Mythen als ein Symbol für „den Weg zur Erneuerung“.

Wann und wo bis zum 09. September die Klang-Kunst zu hören und erleben ist, können Sie ab jetzt an den beteiligten Orten einem Faltblatt zum SCHALLFEST entnehmen.




Glanzvoller Abschluss der Spielzeit mit Gustav Mahlers 8. Sinfonie

Mehr als 40 Jahre war die 8. Sinfonie Es-Dur von Gustav Mahler (1860 – 1911) in Dortmund nicht mehr zu hören gewesen. Es war das wichtigste Werk des Komponisten und der Höhepunkt seines Schaffens und sprengte alle bis dahin bekannten Maßstäbe.

Im hiesigen Konzerthaus entführte Dortmunder Philharmoniker unter der schwungvollen Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz ihr Publikum zum Abschluss der Spielzeit mit der außergewöhnlichen Sinfonie im 10. Konzert am 03. und 04. Juli 2018 ins „himmel_reich“. Ars tremonia war am 03.07.2018 mit dabei.

Diese prachtvoll-gigantische Vokal-Sinfonie hat nicht nur eine riesigen Orchestrierung mit mehreren Harfen, sieben Posaunen, acht Hörner und Trompeten, Orgel sowie selten verwendete Instrumente wie Harmonium, Basstuba und Mandoline. Für die umfangreichen Vokal-Passagen kamen neben zwei gemischten Chören, ein Knabenchor, fünf Sängerinnen und drei Sänger zum Einsatz. Deswegen wird sie auch oft als „Sinfonie der Tausend“ bezeichnet

Die Sinfonie ist Oratorium, Messe, Oper und Kantate zugleich und wird fast vollständig durch gesungen.

Mit dem tschechischen Philharmonischen Chor Brno (Einstudierung: Petr Fiala), dem Slowakischen Philharmonischen Chor Bratislawa (Einstudierung : Jozef Chabroň) und dem Knabenchor der Chorakademie Dortmund (Einstudierung: Jost Salm) konnten erstklassige Chöre für das Konzert gewonnen werden.

Als hervorragende Sänger und Sängerinnen zeigten die hier bestens bekannte Emily Newton (Sopran), Ashley Thouret (Sopran), Michaela Kaune (Sopran), Iris Vermillon, Mihoko Fujimura (beide Alt), sowie Brenden Patrick Gunnell (Tenor), Marcus Eiche (Bariton) und Karl-Heinz Lehner (Bass) ihr Können.

Die Sinfonie ist in zwei Teile gegliedert:

Die Texte aus dem Hymnus „Veni creator spiritus“ aus dem neunten Jahrhundert (Rabanus Maurus) und dem 1832 veröffentliche „zweite Faust“-Teil von Goethe. Die beiden Jahrhunderte haben als inhaltlichen Zusammenhang . Zum einen die nach dem Schöpfergeist sehnende „unzulänglichen Menschen, Eros und Liebe als erlösendes Prinzip und deren Macht sowie der Vorstellung eines „höheren Wesens“, von dessen Gnade sie abhängig seien.

Für den vom jüdischen Glauben zum Katholizismus konvertierten Komponisten, entsprechend dem Dichter Goethe, mündet alles hin zur Überwindung des Todes.

Gabriel Feltz dirigierte das 10. Philharmonische Konzert mit der monumentalen 8. Sinfonie von Mahler. (Foto: © Magdalena Spinn)
Gabriel Feltz dirigierte das 10. Philharmonische Konzert mit der monumentalen 8. Sinfonie von Mahler. (Foto: © Magdalena Spinn)

Im ersten Teil seiner Sinfonie ist musikalisch gekennzeichnet durch alte Kompositionstechniken mit kompliziertem Kontrapunkt und einem dichte Geflecht von Motiven, die sowohl Einheit wie auch Bedeutungszusammenhänge schaffen. Wechselseitiger Gesang der Chöre im Zusammenspiel mit dem Orchester, einzelnen Instrumenten (zum Beispiel der Solovioline) und den Solisten (Gesang).

Dabei wechselt die Stimmung von andächtig über atmosphärisch spannungsgeladen (ähnlich wie auf einem Schlachtfeld) und dann wieder mit Hilfe der „Himmelstonart“ E-Dur in höhere Sphären gleitet. Mit dem hymnischen „Gloria“ endet der erste Teil.

Der zweite „Faust II“-Teil befasst sich vor allem in verschiedenen Variationen mit dem Thema Liebe.

Nach einem Beginn als instrumentales Naturstück steigert sich die Musik und der Gesangstext bis hin zu überirdisch-heiteren „himmlischen Sphären“. Als höchste Steigerung stand gegen Ende die „unberührbare Mater Gloriosa“ (Ashley Thouret) erhöht auf der linken Seite des Konzertraumes und sang dazu mit ihrem klaren und hellen Sopran. Das ganze gipfelt in einer letzten Verherrlichung und Erhöhung (Apotheose), in der das Leitmotiv ein letztes Mal beschworen wurde. Der Schluss ist eine Art Hymne auf den „ewig-weiblichen“ Eros und dessen Kraft.

Es war ein würdiger Ausklang zum Ende der interessanten und vielfältigen Spielzeit.