The Silly Siblings werfen die Zeitmaschine an

Die Theaterband „The Silly Siblings“
entführte das Publikum im Fletch Bizzel in die 20er und 30er Jahre
des letzten Jahrhunderts. Unter dem Titel “Wermut, Schwermut und
Chansons“ warfen die Mitglieder der Kulturbrigaden einen
liebevollen, aber auch sehr kritischen Blick auf die ereignisreiche
und politisch brisante Zeit zwischen zwei Weltkriegen.

Die
zeitliche Einordnung der Revue lieferte zu Beginn ein Journalist. An
seiner Schreibmaschine sitzend hämmerte er eine Reportage über die
letzten Tage des ersten Weltkrieges in die Tasten. Eine Stimme aus
dem OFF lässt das Publikum an dem zu schreibenden Text teilhaben.
Der Kaiser dankt ab und geht ins Exil, der Krieg endet am 9. November
1918. Dies ist der Ausgangspunkt für die Erzählung des Abends, die
am Ende den nächsten Krieg am Horizont aufflackern sieht.

Kraftvoll und kämpferisch gesungen das Arbeiterlied „Brüder zur Sonne zur Freiheit“, frivol „die fesche Lola“ von Marlene Dietrich, verbittert ein Lied der Mütter, die ihre Söhne nicht im Krieg verheizen lassen wollten. Wunderbar zart und sehnsuchtsvoll rezitierte Anna Marienfeld Kurt Schwitters Gedicht „An Anna Blume“. Einzelne Gassenhauer wie „Mutter, der Mann mit dem Koks ist da“, fehlten nicht. In der dazugehörigen Szene wurde neben der schwarzen Kohle zugleich auch weißes Pulver mitgeliefert. Große Lacher erzeugte eine Schwarzmarktszene in der der Händler sich nach Art des Schlemils aus der Sesamstraße an potenzielle Käufer heranmachte.

Entführten die Zuschauer in die wilden Zwanziger und Dreißiger: The Silly Siblings (v.l.n.r.) Christiane Wilke, Anna Marienfeld, Rada Radojcic, Dixon Ra und Lennart Rybica. (Foto: © Anja Cord)
Entführten die Zuschauer in die wilden Zwanziger und Dreißiger: The Silly Siblings (v.l.n.r.) Christiane Wilke, Anna Marienfeld, Rada Radojcic, Dixon Ra und Lennart Rybica. (Foto: © Anja Cord)

Überzeugend schlüpften Regisseurin Rada Radojcic, Anna Marienfeld und Christiane Wilke in die Rollen der unterschiedlichsten Protagonisten. Schriftsteller, Arbeiter, Unternehmer, Hure, Tänzerin, Mutter oder Schwarzhändler. Stimmlich sehr überzeugend interpretierten sie die unterschiedlichsten Musikstücke mal ironisch, witzig oder auch mit großer Verve. Perfekt unterstützt durch die Musiker Dixon Ra & Lennart Rybica an Schlagzeug und Keyboard entrollten die Schauspielerinnen ein rauschhaftes Bild von Schmerz, Trauer, Lebensfreude, Liebe und Absinth- und Drogenexzessen. Geschickt sind die Übergänge und Kostümwechsel der einzelnen Szenen miteinander verwoben.

Die
Zuschauer honorierten die Darsteller immer wieder mit Szenenapplaus
und nach der Vorführung mit Standing Ovations.

Wer
sich auch in diese faszinierende Zeit entführen lassen möchte, kann
dies das nächste Mal am
31. Dezember
um 21
Uhr zur
Silvester-Sondervorstellung im
Theater im
Depot machen. Weitere Termine sind am 31.01.2020 um 20 Uhr und am
22.02.2020 um 20 Uhr (im Fletch Bizzel).




Gemeinsam Beethovens Neunte erarbeiten

Seit dieser Saison startet das neue Projekt des Konzerthauses
Dortmund: Die BE:Community. In Workshops und bei Veranstaltungen soll
gemeinsam musiziert werden. Der Kickoff war am 23. November 2019 im
Studio B der Stadt- und Landesbibliothek mit dem Berliner
Stegreif.orchester.

Mit diesem Projekt
wird Beethovens 9. Sinfonie mit ihrer Botschaft für Frieden und
Brüderlichkeit in neuem Zusammenhang auf die Konzerthaus-Bühne
gebracht: Das Berliner Stegreif.orchester erarbeitet in den nächsten
sechs Monaten gemeinsam mit Dortmunder Bürgerinnen und Bürgern eine
eigene Komposition, die Beethovens Vision in Beziehung zu anderen,
auch in unserer Stadt gepflegten Musiktraditionen und -sprachen
setzt. Das junge Ensemble ist bekannt dafür, dass es stets ohne
Dirigenten auftritt, sich frei im Konzertsaal bewegt, auswendig
spielt und genreübergreifend improvisiert. So wird auch die
gemeinsame Aufführung mit allen Projektteilnehmern am 14. Mai 2020
im Konzerthaus Dortmund ein spannendes Konzertexperiment, das
Beethovens berühmte Neunte zu neuem Leben erweckt.

Der Leiter des Community Music Bereichs,Matthew Robinson (1.v.l.), Community Composer Pete Moser (4.v.l.) und das stegreif.orchester beim Kickoff.
Der Leiter des Community Music Bereichs,Matthew Robinson (1.v.l.), Community Composer Pete Moser (4.v.l.) und das stegreif.orchester beim Kickoff.

Teil des
BE:Community-Orchesters kann jeder werden, der ein Instrument spielt
oder bereits Erfahrungen als Sänger gesammelt hat. Ars tremonia war
beim Kickoff dabei. Hier wurden den Besuchern nicht nur spielerisch
verschiedene Rhythmen aus Beethovens Neunten beigebracht, sondern es
wurde auch gemeinsam gesungen und Singspiele veranstaltet. Den
Teilnehmern hat es sichtlich Spaß gemacht und so bleibt zu hoffen,
dass die Freude beim Mitmachen weiterhin groß bleibt.

Mit der Community
Music möchte der Intendant des Konzerthauses, Dr. Raphael von
Hoensbroech, Barrieren abbauen. Denn er hat erkannt, dass „die
Menschen aus der Brückstraße nicht ins Konzerthaus gehen und die
anderen gehen nicht in die Brückstraße“. „Musik überwindet
Grenzen“, so die Hoffnung des Intendanten.

Die weiteren Termine
der BE:Community sind:

14.12.2019 12-18 Uhr

15.12.2019 10-14 Uhr
jeweils im Orchesterzentrum NRW

28.03.2020 10-18 Uhr

29.03.2020 10-14 Uhr
im Konzerthaus Dortmund

12.05.2020 17-20 Uhr

13.05.2020 17-20 Uhr
Proben im Konzerthaus Dortmund

14.05.2020 13-19 Uhr
Proben im Konzerthaus Dortmund

14.05.2020 20 Uhr
BE:Community Konzert im Konzerthaus Dortmund

Zusätzliche
wöchentliche Workshops im Konzerthaus Dortmund finden ab dem 30.11.
2019 jeden Samstag von 10 bis 12 Uhr statt.

Weitere Infos unter
www.konzerthaus-dortmund.de/communitymusic




Sankt Petersburg im Blickpunkt der Dortmunder Philharmoniker

Am 05.11.2019 und 06.11.2019 stand „Sankt Petersburg“ im
Mittelpunkt beim 2. Philharmonischen Konzert der Dortmunder
Philharmoniker unter der engagierten Leitung von Generalmusikdirektor
Gabriel Feltz.

Die russischen
Komponisten Sergej Rachmaninow (1873–1943) und Peter Tschaikowsky
(1840 – 1893) waren eng und nicht immer ungetrübt mit der Stadt
Sankt Petersburg verbunden.

Im Dortmunder
Konzerthaus erwartete das Publikum in der ersten Hälfte ein
interessantes Experiment.

Fünf
„Études-Tableaux“,
sogenannte
Miniatur-Kompositionen
wie
Gabriel Feltz sie nannte,
von Rachmaninow wurden zunächst einzeln vom
renommierten Pianisten Bernd Glemser gespielt, und jeweils danach im
Wechsel in einer
Orchesterfassung (Ottorino Respigh) von den
hiesigen Philharmoniker.

Für die Orchesterfassung hatte Rachmaninow dankbarer Weise für die jeweiligen Miniatur-Kompositionen bezeichnende Titel vorgegeben. Nr. 1 hieß passend „Die See und die Seemöwen.

Genau
dieses Bild vermittelte die Musik mit einem harmonisch ruhigen Beginn
und den „Turbulenzen“ zwischendurch. Virtuos sehr anspruchsvoll
waren die fünf „
Études
Tableaux“ nicht allein für den Pianisten, sondern natürlich für
ein komplexes musikalisches System wie ein Orchester. Allen
Beteiligten wurde viel abverlangt.

Interessant
war der Vergleich der beiden Versionen, die eigene Stärken und
Möglichkeiten des Pianos und des Orchesters verdeutlichten. Das
Ausdrucksstarke Klavierspiel mit individuellen Betonungen auf
der einen, und die Klangvielfalt durch die unterschiedlichen
Instrumente auf der anderen Seite.

Nr.
2 bot einen temperamentvollen „Volkstanz“ und Nr. 3 einen
entschieden gravitätischen „Trauermarsch“. Eine besondere
Herausforderung war Nr. 3 „Rotkäppchen und der böse Wolf“ mit
seinen rasanten Tempo. Als Abschluss dieses gelungenen Experiments
bot Nr. 5 einen „Marsch“ mit eher flotten
Volkstanzfest-Atmosphäre.

Virtuosität
und eine musikalische Tiefe waren auch für die nach der Pause
folgende 1. Sinfonie g-Moll op. 13 „Winterträume“. Es ist eine
musikalische Reise durch winterliche Russland im 19. Jahrhundert mit
all seinen Freuden, aber auch Härten.

Der
erste Satz „Träumerei
auf winterlicher Fahrt“ beginnt noch
recht träumerisch lyrisch
und harmonisch,
gesteigert mit einigen
furiosen Akkorden. Auf eine wechselhafte und rauere musikalische
Fahrt geht es im zweiten Satz „Rauhes Land, Nebelland“.
Unbeschwerter und melodisch harmonischer geht es im dritten Satz
(Scherzo) weiter. Der letzte Satz fängt mit düsteren Fagott,
Klarinette und Flötenklängen an und steigert sich in Folge
dynamisch, um dann wieder abzufallen.

Reizvoll ist der Gegensatz zwischen wilden Fugen-Episoden und markanten Hauptthema zum furiosen Finale hin für eine virtuose Schlusssteigerung.




Wiener Klassik im Puls von Wolfgang Emanuel Schmidt

Der Generalmusikdirektor Gabriel Feltz und die Dortmunder
Philharmoniker überraschen uns wieder einmal in der neuen
Spielzeit. Im Rahmen der Wiener Klassik-Konzerte werden jeweils drei
herausragende Solisten eingeladen, damit sie als Solisten und
Dirigenten mit dem hiesigen Orchester auf Augenhöhe musizieren
können.

Den Anfang verbindet
diese beiden Passionen der renommierte Cellist Wolfgang Emanuel
Schmidt (*197 im Zusammenspiel mit der Philharmoniker. Auf dem
Programm standen Wolfgang Amadeus Mozarts (1756 – 1791) Sinfonie
A-Dur KV 201, die Variationen über ein Rokoko-Thema A-Dur op. 33 von
Peter Tschaikowsky (1840 – 1893) und die 98. Sinfonie B-Dur von
Joseph Haydn (1732 – 1809).

Obwohl Tschaikowsky
eigentlich zeitlich aus dem Rahmen der „Wiener Klassik“ fällt,
war er doch ein großer Bewunderer von Mozart. Seine Variationen über
ein Rokoko-Thema ist ein Beleg dafür.

Mozarts Sinfonie
A-Dur beginnt zunächst leise, in den insgesamt vier Sätzen
entwickelt sich aber eine überraschende Dynamik mit Tempowechsel.
Der zweite Satz besticht durch eine emotionale Tiefe, und als dritten
Satz hat der Komponist noch ein forsches Menuett eingefügt. Das
quirlige Finale im vierten Satz ist voller Bewegungsenergie, selbst
im zweiten leiseren Thema, und die Sinfonie endet ebenso furios. Auch
in diese ersten „reifen Sinfonie“ ist die Vorliebe des
Komponisten für das musikalisch Verspielte zwischendurch erkennbar.

Wolfgang E. Schmidt zeigte sein Können am Cello. (Foto: © Andreas Malkmus)
Wolfgang E. Schmidt zeigte sein Können am Cello. (Foto: © Andreas Malkmus)

Bei den folgenden
sieben Variationen über ein Rokoko-Thema von Tschaikowsky konnte
Wolfgang Emanuel Schmidt nicht nur sein Können und Feingefühl im
Umgang mit seinem Violoncello zeigen, sondern das Zusammenspiel mit
der Dortmunder Philharmoniker war sehr gut. Die starke Emotionalität
und Variationsvielfalt dieses Werkes kam in all seinen Facetten zur
Geltung. Als Zugabe für das begeisterte Publikum gab es noch ein
Haydn-Menuett im Zusammenspiel des Cellisten mit seiner damaligen
ersten Studentin Franziska Batzdorf (Violoncello) von den hiesigen
Philharmonikern.

Nach der Pause
folgte noch die in seiner Londoner Zeit entstandene 98. Sinfonie
B-Dur von Joseph Hadyn.

Die Einleitung im
ersten Satz ist eher langsam barock und im traurigen Moll angelegt,
um das Thema dann später in einem schnellen Allegro-Hauptteil
doppelt so schnell zu spielen. Immer wieder weicht der Komponist von
gewohnten klassischen Formen formal und harmonisch ab und irritiert
so das Hörverhalten des Publikums. Das emotionale zweite Satz mit
einem kräftigen Mittelteil scheint wie ein Requiem für den im Jahr
1791 verstorbenen Mozart zu sein.

Der dritte Satz ist
ein temporeiches Menuett, bei dem im intimen Mittelteil eine
Drehfigur dominiert, die von Fagotte und Streicher etabliert wird
und sich durch die gesamte Passage zieht. Dann wird der Rahmenteil
mit Pauken und trompeten wiederholt.

Wie ein klassisches
Jagd-Finale beginnt danach der vierte Satz Haydn bricht das Ganze
aber durch einen plötzlichen Wechsel in ungewohnte Harmonien.

Für die
allerletzten Takte hat sich der Komponist mit scherzhafter Ironie
etwas besonderes auf. Ein Cembalo-Solo. Für die damalige Zeit
ungewöhnlich.

Hat dieses
Instrument als Generalbass-Instrument in der Sinfonie doch eigentlich
nur eine begleitende Funktion. Damit stiehlt der Cembalist am Ende
allen anderen die Show.




Gestohlenes Leben – Kammeroper wider das Vergessen im Orchesterzentrum NRW

Eine schmerzhaft eindringliche Kammeroper als Plädoyer wider das
Vergessen konnte das Publikum im Dortmunder Orchesterzentrum NRW
erleben. Im Rahmen des Projekts „EchoSpore“ der Hochschule für
Musik und Tanz Köln gastierte das Ensemble mit „Gestohlenes Leben“
von Helmut Bieler (1940 – 2019) auch in unserer Stadt. Das Projekt
EchoSpore gilt der Wiederentdeckung verfemter Kompositionen von
entrechteten, verfolgten, ermordeten und oft in Vergessenheit
geratenen Komponisten.

In Bielers
„Gestohlenes Leben“ (Libretto von Tochter Susanne Bieler) geht es
um das Schicksal der Juden und anderer verfolgter Gruppen, die aus
der Pfalz, Baden und dem Saarland in das Internierungslager Gurs im
französisch-spanischen Grenzgebiet am Fuße der Pyrenäen deportiert
wurden. Erzählt anhand des (fiktiven) Geschichte der hoffnungsvollen
jüdischen Sängerin Greta Lilienberg, die mit ihrer Familie 1940
dort hin verschleppt, wo sie wenige Monate später verstarb. Wie sich
später herausstellt, hat nur ihr älterer Bruder Jakob überlebt.

Über zwanzig Jahre
später wird ihr Geliebter Leopold Stein durch eine Radiosendung mit
seiner Vergangenheit konfrontiert. Schuldgefühle, dass er nicht den
Mut hatte, rechtzeitig mit Greta zu fliehen, nagen an ihm. Es beginnt
eine Auseinandersetzung mit der eigenen Verantwortung und dem
Schicksal der Juden in Gurs…

Zunächst brachten
der Tenor Maximilian Fieth und die Sopranistin Anna Sayn, begleitet
am Klavier von Alexander Breitenbach, eine eher romantische Auswahl
von zwei Komponisten dar, die von den Nationalsozialisten verfolgt
wurden. Einmal Felix Wolfes (1892–1971), und zum anderen von Ernst
Bachrich (1892–1942), der im KZ Majdanek ermordet wurde.

Musikalisch atmosphärisch einfühlsam unterstützt vom Schönberg-Ensemble der Hochschule für Musik und Tanz Köln, spielte sich die dramatische Handlung auf einer kleinen Bühne auf der linken Seite ab. Die Musik von Bieler ist der Thematik entsprechend ruhig und einfühlsam. Seine Klänge tragen die Geschichte und der Gesang wirkt öfters wie in einem Oratorium.

Leopold Stein wurde vom Bariton Benjamin Hewat-Craw gesungen und mimisch dargestellt, die Sopranistin Anna Sayn schlüpfte sowohl in die Rolle der Johanna (Frau von Leopold) wie auch ab und zu in die der Greta. Später kam Gretas Bruder Jacob Lilienberg (Maximilian Fieth) hinzu.

Anna Sayn sang sowohl die Johanna als auch die Greta. (Foto: © Christian Nielinger)
Anna Sayn sang sowohl die Johanna als auch die Greta. (Foto: © Christian Nielinger)

Die Sänger*innen
mussten neben ihren gesanglichen Können schauspielerische Talent und
Empathie beweisen. Mit geschickt eingesetzten Lichteinsatz,
symbolhaftem Spiel mit dem roten Kleid von Greta, bekam die
Kammeroper Tiefe und Eindringlichkeit. Ein großes Kompliment an die
Dramaturgin Susanne Bieler.

Der ganz Schmerz, die Schuldgefühle, Vorwürfe vom Bruder, und die durch die alte Liebe zu Greta belastete Beziehung des Ehepaars sprudelten heraus. Während Leopold die schrecklichen Ereignisse aus der Vergangenheit nicht vergessen kann, will seine Frau Johanna am liebsten nichts mehr davon hören. Für Leopold steht fest: Durch seine Feigheit hat er der Geliebten Greta das Leben gestohlen. Was geht Johanna das an? Misstrauisch fragt sie sich, ob sie nur wegen ihrer Ähnlichkeit mit Greta von ihrem Mann geheiratet wurde.

Zahlen und Fakten,
aber auch berührende persönliche Berichte von Gefangenen im
Internierungslager Gurs wurden per Lautsprecher von Thomas Braus
eingesprochen.

„Gestohlenes
Leben“ ist ein Plädoyer gegen das Vergessen und für die
Verantwortung der Nachgeborenen, dass solche Verbrechen gegen die
Menschlichkeit nicht wieder geschehen.

Im nächsten Jahr
(achtzig Jahre danach) so soll dieses Kammerkonzert in der Umgebung
von Gurs aufgeführt werden.




Emotionale Cello-Tour durch alle Epochen und Stilrichtungen

Die Cellisten der Dortmunder Philharmoniker luden am Montag, den
07.10.2019 zum 1. Kammerkonzert der neuen Spielzeit in das hiesige
Orchesterzentrum. Insgesamt sieben Cellisten und zwei Cellistinnen
waren mit von der Partie. Risto Rajakorpi, Emanuel Matz, Hauke Hack,
Markus Beul, Florian Sebald, Andrei Simion, Franziska Batzdorf, Weimo
Gao und Denis Krotov boten dem Publikum unter dem Titel „Plaisir
d‘amour“ (Vergnügen der Liebe) ein großes Spektrum aus allen
Epochen und Stilrichtungen. In verschiedenen Konstellationen kamen
sie an diesem Abend zum Einsatz.

Das Violoncello als
Instrument mit seiner Mittelposition zwischen Violinen bis zu den
tiefen Kontrabässen bietet vielfältige emotionale
Ausdrucksmöglichkeiten. Das zeigten die Musiker mit ihrem Programm,
bei dem sie zudem noch von Emily Newton unterstützt wurden. Die
Sopranistin ist vielen noch aus ihrem Zeit im Opernhaus Dortmund
(z.B. als Anna Nicole) in bester Erinnerung.

Mit Henry Mancinis
(1924 – 1994) „The Pink Panther“ ging es beschwingt los. Emily
Newton konnte dann schon beim bewegenden „Bachianas Brasileiras Nr.
5“ (Heitor Villa-Lobos, 1887 – 1959) ihre Stimmgewalt und
Einfühlungsvermögen unter Beweis stellen.

Nach einem kleinen
Ausflug in die Welt der barocken Fugen und Suiten, folgte noch eine
besondere Überraschung. Mit Hauke Hacks Arrangement ging es ganz
praktisch um die Bedeutung der „Fugen“ beim Maurerhandwerk. Hier
ließ es sich Emily Newton nicht nehmen, den gesanglichen Part mit
dem speziellen Text aus einem Lehrbuch für Maurer zu übernehmen.

Ein Höhepunkt
direkt vor der Pause war sicherlich das eindringliche „Nearer my
God to thee“ (Lowell Mason, 1792 – 18729), dass auch auf der
Titanic kurz vor ihrem Untergang gespielt worden war, so die Legende

Humor zeigten Hauke
Hack und sein Kollege Florian Sebald nach der Pause beim
Frühlingsstimmenwalzer op. 410 (Johann Strauß (Sohn), 1825 –
1899), arrangiert von Thomas Mifune. Beide spielte zusammen an einem
Cello!

Nach einem flotten
„Bossa nova“ von Wilhelm Kaiser-Lindemann (1940 – 20109)
begeisterten die Cellogruppe gemeinsam mit Emily Newton mit einer
sensiblen Interpretation von „Summertime“ (George Gershwin, 1898
– 1937). Auf einen flotten „Mambo for six“ (Wilhelm
Kaiser-Lindemann) folgte ein weiterer emotionaler Höhepunkt. Für
die Cellistin Franziska Batzdorf wurde vom Hauke Hack „Salut
d‘amour“ (Edward Elgar, 1857 – 1934) speziell arrangiert.

Zum Ende hin ging es
passend traditionell mit einer etwas jazzigen Version des bekannten
„Nehmt Abschied Brüder“ (arrangiert von Stefan Reichertz und
Hauke Hack). Mit „Voyage, Voyage“ von Dominique Dubois (*1951)/
Jean-Michel Rivat (*1939), bekannt geworden 1986 durch die Sängerin
Desireless wurde das offizielle Programm beendet. Hier konnte Emily
Newton und die MusikerInnen noch einmal ihr vielseitiges können
zeigen.

Ein gelungener
Abend, der dem Publikum viel Vergnügen bereitete und ihnen den
besonderen Zauber des Violoncellos näher brachte. Es wurde nicht nur
musikalisch berührt, sondern auch öfter durch den Humor und die
Spielfreude der Akteure zum Schmunzeln gebracht.




1. Philharmonische Konzert – Musik aus der neuen Welt

Mit einem Konzert, dessen Schwerpunkt auf „New York“ lag,
begannen die Dortmunder Philharmoniker ihre Spielzeit. Samuel Barber,
Bernd Franke, Leonard Bernstein und Antonín Dvořak
hießen die Komponisten in dem abwechslungsreichen Programm. Gespielt
wurde am 01. und 02. Oktober im Konzerthaus.

Das
„Adagio
for Strings“ wurde 2004
von Hörern der BBC zum „traurigsten klassischen Stück“ gewählt.
Darüber kann man geteilter Meinung sein. Vor allem, nach welchen
Maßstäben misst man das? Jedenfalls wurde es auf Beerdigungen
verschiedener berühmter Persönlichkeiten gespielt und zum Gedenken
an die Opfer der Terroranschläge von 2001. Selbstverständlich
untermalte es besonders traurige Filmsequenzen. Der Nachteil war,
dass Samuel Barber (1910-1981)
auf das eine Stück
reduziert wurde. In der Popmusik würde man von einem
„One-Hit-Wonder“ sprechen, was dem Komponisten aber nicht gerecht
würde.

Der
Schlüssel zur emotionalen Wirkung des Adagios liegt in seiner
harmonischen Spannung. Die brachten die Dortmunder Philharmoniker,
unter der Leitung von Generalmusikdirektor Gabriel Feltz gut zu
Gehör.

Danach
wurde es modern. Bernd Franke (*1959) ist zwar kein Amerikaner, doch
sein Stück „open doors“ für Bandoneon und Orchester wurde von
New York inspiriert. Genauer gesagt von der dortigen U-Bahn. So waren
zunächst Audioaufnahmen von einfahrenden Zügen von der Empore
abgespielt und dann ging die Fahrt los. Musikalische Einsprengsel,
in der Pop-Musik würde man Loops dazu sagen, unterstützen den
Dialog zwischen Bandoneon, gespielt von Per Arne Glorvigen, und dem
Orchester. Das Bandoneon hat wie das Akkordeon den Ruf als reines
Tangoinstrument zu dienen. Glorvigen zeigte in der Komposition, dass
das Instrument zu weiteren Klangfarben fähig sein kann. So spielte
er in einer Zugabe zusammen mit der Cellistin Franziska Batzdorf das
Prélude aus der Cello Suite Nr. 1 von Bach. Aber als
Bandoneonspieler kann man wohl nicht anders, als zweite Zugabe
erklang ein Tango.

Wenn nach einem amerikanischen Komponisten gefragt wird, wird vermutlich nach Gershwin Leonard Bernstein genannt. Aus seinem ersten Musical „On the Town“ wurden drei kleine Stücke gespielt, die das nervöse Stadtleben New York musikalisch untermalten. Wie bei Franke spielt die U-bahn eine wichtige Rolle. Die drei Stücke sind sehr unterschiedlich, vor allem das zweite „Lonely Town“ ist ein langsamer, träumerische Pas de deux, das zärtlich vom Orchester interpretiert wurde.

Nach
der Pause war Antonín Dvořak
an der Reihe: Seine 9. Sinfonie ist eine der am häufigsten
gespielten Sinfonien und wer diese Melodien schon einmal gehört hat,
der weiß, warum. Dvořak
wollte einer Art „amerikanischen Musik“ den Weg weisen und
versuchte, die Musik der negro spirituals und der Indianer in seine
Sinfonie aufzunehmen. Ob ihm das gelungen ist, ist nicht so sicher,
wahrscheinlich steckt auch viel Böhmisches in dem Werk, aber es ist
ihm gelungen, seine Empfindungen der „neuen Welt“ in Musik
umzusetzen. Und manchmal malt Dvořak
auf dem Notenblatt monumentale Landschaftsbilder, die sicher spätere
Filmkomponisten inspiriert haben. Berühmt geworden ist das
Dreiklangs-Hornthema. Es erscheint als Leitmotiv in allen vier
Sätzen. Egal, ob böhmisch oder amerikanisch: Die gesamte Sinfonie
ist ein gelungenes Meisterwerk, das von den Dortmunder Philharmoniker
mit großen Engagement dargebracht wurde.




Mit Space-Jazz in die Umlaufbahn

Einen ungewöhnlichen Abend erlebten die Besucher beim Konzert von
„About Aphrodite“ im domicil am 27. September 2019. Eine Mixtur
aus Jazz, Elektronik, Ambient und Techno, Grooves und Loops erfüllte
den ehrwürdigen Jazzclub. „About Aphrodite“ sind Gilda Razani
(Theremin/Sopransaxophon/Elektronische Instrumente), Hans Wanning
(Piano/Synthesizer/Elektronische Instrumente) und Jaime Moraga
Vasquez (Percussion/Drums). Unterstützung holten sie sich beim
Streichquartett der Duisburger Philharmoniker: Teruko Habu (Violine),
Peter Bonk (Violine), Kasumi Matsuyama (Viola), Friedmann Dreßler
(Violoncello).

Die Musiker
verteilten sich nicht auf der Bühne, sondern spielten mitten im
Publikum. Das wiederum saß drum herum. So wurde die Band Teil des
Publikums und umgekehrt.

Hans Wanning an den Keyboards, Gilda Razani am Theremin und Jaime Moraga Vasquez am Schlagzeug sind "About Aphrodite". (Foto: © Anja Cord)
Hans Wanning an den Keyboards, Gilda Razani am Theremin und Jaime Moraga Vasquez am Schlagzeug sind „About Aphrodite“. (Foto: © Anja Cord)

Die Musik von „About
Aphrodite“ ist schwer zu beschrieben, denn sie widersetzt sich
jeglichen versuchen, in eine Schublade zu passen. Es sind starke
Jazzelemente zu hören, daneben forderte die elektronische Musik wie
Techno oder Ambient ihr Recht und Schlagzeuger Vasquez pumpte
ordentliche Grooves in den Saal, wenn er nicht gerade den Sound durch
verschiedenste Percussioninstrumente unterstützte.

Es war ein Sound,
der Landschaftsbilder entstehen lässt oder vielleicht auch für das
schwerelose Schweben im All beim Passieren von Jupiter geschrieben
wurden. Titel wie „Seclude“, „Reflector“ oder „Artificial
Unintelligence“ erschaffen den Soundtrack für den eigenen Film
beim Besucher.

Es war eine gute
Idee der Band, den überwiegend elektronischen Sound mit dem analogen
Klang der Streichinstrumente zu kombinieren. Daraus ergab sich eine
weitere Öffnung des Klangbildes.

Der überwiegende
Teil des Programms bestand aus Songs, die für das kommende Album
geplant sind. Das Stück „Syria“ von der CD „Memebran
Music-Polaris“ hatte dagegen fast schon einen klassischen Charakter
und wirkte durch das Spiel von Wanning wie aus der Spätromantik
entlehnt. Wanning war in der Band, die ja viel mit Improvisation
arbeitet, so etwas wie der Taktgeber, der zu den einzelnen Teilen
überleitete. Deneben sorgt er mit seinem Synthesizerspiel für das
solide Fundament, auf dem die Reise in ferne (oder nahe) Welten
losgehen kann.

Gilda Razani,
manchen bekannt als Saxophonistin der „Geierabend“-Band, spielte
neben Saxophon auch ihr Theremin und „The flute“ von Soma
laboratories. „The flute“ ist ein interessantes Instrument, das
die menschliche Stimme so moduliert, dass sich spannende Klangeffekte
ergeben. Zusammen mit dem Theremin, aus dem Razani auch wunderbare
Melodiestimmen zauberte, fungierte sie quasi als Sängerin, die aber
keinen Ton sang.

Mit einer Zugabe
ging das spannende Konzert zu Ende. Man kann sich auf die kommende CD
nur freuen.




Von Star Wars bis E.T. – Filmmusik auf dem Friedensplatz

Auch am dritten Tag der Cityring
Konzerte hatte der Wettergott ein Herz für die Dortmunder
Musikenthusiasten, 2200 Besucher der ausverkauften Filmmusikgala
genossen die Musik, ohne die Regenschirme einsetzen zu müssen.

Die
Musikgala war einem ganz Großen der Filmszene gewidmet. John
Williams gilt als einer der bedeutendsten
Komponisten von Filmmusik des 20. Jahrhunderts. Seit den 70iger
Jahren bringt er mit seinem Hollywood-Sound Cineasten zum Schwärmen.
Seinen ersten Oscar erhielt er für die bedrohlich, düstere Musik
vom weißen Hai. Zahlreiche erfolgreiche Kompositionen folgten. Von
Anatevka, über Harry Potter bis Schindler’s Liste. In 28 Filmen
arbeitete er mit dem
Drehbuchautor und Regisseur
Steven Spielberg zusammen, das erfolgreiche Duo räumte etliche
Preise für gemeinsame Filme ab.

Den
Auftakt der beinahe dreistündigen Vorstellung machten die Dortmunder
Philharmoniker mit „The Flight to Neverland“ aus „Hook“,
gefolgt von einem Potpourri aus dem Musical „Anatevka“. Das Lied
„Wenn ich einmal reich wär“ brachte die Menschen direkt zu Jubel
und donnerndem Applaus.

Kraftvoll, leidenschaftlich und ergreifend erklang danach Musik aus Schindler’s Liste. Das Hauptthema mit dem einprägsamen Klang einer einzelnen Geige brachte die bedrückenden Bilder des Films umgehend in Erinnerung. Auch das zweite Stück „Remembrances“ wurde überzeugend interpretiert. Noch einmal rührende und auch traurige Töne erklangen mit der Hymne für die Gefallenen aus Spielbergs Meisterwerk „Der Soldat James Ryan“. Einen helleren Ausklang fand die erste Konzerthälfte mit „Adventures on Earth“ aus E.T.

Ein
wahres Highlight des Abends war die Moderation von Sabin Tambrea. Der
Schauspieler brillierte mit Witz, Gefühl und Sachverstand und
begeisterte so die Zuhörer auf dem Friedensplatz. Als er mit einem
blau-weißen Stoffbeutel auf die Bühne kam, hielt das Publikum kurz
den Atem an. Alles war gut, als er einen BVB-Schal herauszog und ihn
sich gegen die Kälte um den Hals wickelte.

Eine
Suite aus vier Stücke aus „Harry Potter and the Sorcerer‘s
Stone“ eröffnete den Part nach der Pause. Das Thema aus „Der
weiße Hai“ überzog den Friedensplatz mit tiefen Bässen und
brachte mit dem bedrohlichen Sound sicher manchen Zuhörer wieder zum
Zittern. Nach der Ouvertüre aus „The Cowboys“, die eine Hommage
an das Westerngenre war, folgte eine weitere Suite mit fünf Stücken
aus Star Wars. Hier saß nicht
Spielberg auf dem Regiestuhl, sondern George Lucas.

Nach
einer Zugabe, in der das Star Wars Hauptthema noch einmal wiederholt
wurde, trat das begeisterte Publikum den Heimweg an.




Musical und Pop verzauberten den Friedensplatz

Der zweite Tag der Cityringkonzerte brachte den Besuchern am Samstag eine geballte Mischung aus Musical-Nummern und Popsongs. Um die unterschiedlich Bandbreite abzudecken, gab es gleich drei Solisten auf der Bühne: Patricia Meeden, David Jakobs und Morgan Moody. Begleitet wurden sie gewohnt von den Dortmunder Philharmonikern unter der Leitung von Philipp Armbruster.

Das Programm, das
die Organisatoren auf die Beine gestellt haben, war wirklich
beeindruckend. Von rockigen Nummern bis hin zu Mitklatschliedern und
langsamen Musical-Stücken war beinahe alles vertreten und die
Besucher gingen begeistert mit.

Morgan Moody, der
Bass-Bariton der Dortmunder Oper überzeugte vor allem bei der
Swingnummer „Have you met Miss Jones“, die in den letzten Jahren
bekannter wurde durch die Interpretation von Robbie Williams.
Vielleicht sollte sich Moody mal überlegen, wie Williams eine
Swing-CD/LP aufzunehmen. Seine Stimme würde hervorragend passen.
Natürlich auch zu Musicals: Da gab es feine Kostproben aus „The
Gratest Showman“.

Kommen wir zu David
Jakobs. Er überzeugte vor einigen Jahren als „Judas“ in der
Dortmunder Inszenierung von „Jesus Christ Superstar“ und ist auf
den verschiedenen Bühnen der Musicalwelt zuhause. Dass er auch
Popsongs kann, zeigte er bei „Hammer to fall“ von Queen oder bei
„Don‘t let the sun go down on me“ im Duett mit Morgan Moody.
Wobei Jakobs passenderweise in einem stylischen „Elton John Kostüm“
auf die Bühne kam.

Genossen den verdienten Applaus des Publikums (v.l.n.r.) Morgan Moody, David Jakobs, Patricia Meeden, Dirk Ruthenhofer (Initiator und Vorsitzender des Cityrings) sowie Dirigent Philipp Armbruster. (Foto: © Stephan Schütze/Jan Heinze)
Genossen den verdienten Applaus des Publikums (v.l.n.r.) Morgan Moody, David Jakobs, Patricia Meeden, Dirk Ruthenhofer (Initiator und Vorsitzender des Cityrings) sowie Dirigent Philipp Armbruster. (Foto: © Stephan Schütze/Jan Heinze)

Weniger gelungen war
das Duett mit Patricia Meeden „Against all odds“. Wahrscheinlich
ist Phil Collins kein so gute Sänger wie Meeden und Jakobs, aber er
hatte sehr viel Verletzlichkeit und Hoffnung in seiner Stimme, dass
man Gänsehaut bekam. Nicht davon in der Version am Samstag, die auch
so klang als sei Phil Spector mit seiner Klangwand wieder
auferstanden. Aber es blieb der einzige Punkt, an dem es etwas zu
mäkeln gab. Dafür war für mich das berührende „Draußen“ aus
dem Musical „Der Glöckner von Notre-Dame“. Sehr eindrucksvoll
sang Jakobs über den Wunsch des Glöckners, einmal die Welt
außerhalb der Kathedrale zu erkunden.

So wie Jakobs singt
und schauspielert auch Patricia Meeden. Beide haben gemeinsam bei
„Jesus Christ Superstar“ in Dortmund gespielt, Meeden war die
„Maria Magdalena“. Es wäre eine schöne Gelegenheit gewesen, das
gleichnamige Lied von Sandra zu singen, aber gut. Sie brillierte als
Lady Gaga („Shallow“), als Tina Turner („Simply the best“)
oder Whitney Houston („I wanna dance with somebody“). Auch wenn
sie bei ihren Moderationen etwas überdreht wirkte, auf ihre Stimme
hatte das glücklicherweise keinen Einfluss.

Zum Schluss gab es
noch zwei Zugaben. Wie es sich für Dortmund gehörte natürlich auch
„You‘ll never walk alone“. Und zwar in der Originalversion.
Denn es stammt ursprünglich nicht aus Liverpool, sondern aus dem
Musical „Carousel“.