Eine intensive und zärtliche Chronik des Vaterseins 

Uraufführung im Studio Schauspiel Dortmund

In der intimen Atmosphäre des Studio Schauspiel fand am 13.05.2026 die Uraufführung des Solo-Programms „Nachrichten an meinen Sohn“ statt. Das Stück basiert auf dem gleichnamigen Roman von Alejandro Zambra (* 1975 in Santiago de Chile). Es erzählt die Geschichte des Vaterseins in kurzen Erinnerungen, Briefen und Momentaufnahmen des Autors an seinen Sohn Silvestre.

Ein Darsteller mit vielen Talenten

Susanne Lange übersetzte den Roman aus dem Spanischen, während Leonard Dick für Regie und Ausstattung verantwortlich zeichnete. Als Solo-Schauspieler brachte Ekkehard Freye vom Dortmunder Ensemble dem Publikum diese zärtliche Lebensgeschichte näher. Er tat dies mit einer sehr lebendigen und humorvollen Art. Zudem zeigte er nicht nur sein schauspielerisches Können, sondern am Klavier auch sein musikalisches Talent. Daher stehen abwechselnd zwei Beziehungen im Fokus: die liebevolle Bindung des Autors zu seinem Sohn und das Verhältnis zum eigenen Vater.

Nachrichten an meinen Sohn: Ekkehard Freye (Foto: (c) Birgit Hupfeld)
Nachrichten an meinen Sohn: Ekkehard Freye (Foto: (c) Birgit Hupfeld)

Alte Rollenbilder im Wandel

Alejandro bricht mit den alten, starren Rollenbildern. Deshalb begleitet er jeden Schritt seines Sohnes mit großer Freude und Unterstützung. Darüber hinaus führt er eine gleichberechtigte Beziehung mit Jazmina, der Mutter des Kindes. Sein eigener Vater steckt dagegen noch im traditionellen „Machismo“ fest. Dieser prägt mit seinen festen Regeln für Mann und Frau das Leben in der Familie.

Bücher und Fußball auf der Bühne

Der Wunsch, das Beste für die Kinder zu tun, verbindet jedoch alle Eltern. Ebenso kennen fast alle die angstvolle Sorge, Fehler zu machen. Die gemeinsame Liebe zu Büchern sorgt schließlich für eine langsame Annäherung zwischen den Generationen.

Dass Literatur hier eine große Bedeutung hat, zeigen auch die vielen Bücher auf dem Bühnenboden. Das Stück beschreibt zudem sehr begeistert, wie das Vorlesen des ersten Kinderbuches auf Silvestre wirkt. Neben der Literatur greift die Inszenierung auch die gemeinsame Liebe zum Fußball auf – konkret zum chilenischen Club Colo-Colo.

Gezielt eingespielte spanische Original-Tonaufnahmen (Ton: Björn Netten) und passende Musik (Andrej Agranovski) begleiten das Geschehen auf der Bühne sehr eindringlich. Am Ende belohnte das Publikum diese starke und intensive Darbietung mit reichlich Applaus.


  • Weiterer Vorstellungstermin (unter anderem): Fr., 19. Juni 2026 um 20:00 Uhr
  • Nähere Infos: wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231 / 50 27 222