Ein besonderes Jubiläum – 25 Jahre MICRO!Festival

Zum 25igsten Mal findet vom 24.08.2018 bis zum 26.08.2018 zum Ferienende das beliebte MICRO!Festival in Dortmund statt. Veranstalter ist das Kulturbüro unserer Stadt. Der Friedensplatz wird für drei Tage ein bunter Kulturort mit Weltmusik und Straßentheater. Zum Jubiläum werden Spitzenensembles aus 12 Nationen erwartet.

Die Leiterin des Kulturbüros und Festivalleiterin Claudia Kokoschka, von Beginn an dabei, erinnerte zunächst an die Anfänge des MICRO!Festivals. Es entwickelte sich 1993 als Nachfolge des „Dortmunder Bürgerfests“ und wuchs nach und nach zu einem großen Event-Festival und wechselte vom Alten Markt auf den Friedensplatz. Es entstanden Netzwerke und Kooperationen wie zum Beispiel mit der „Kinderkulturkarawane“ zur Unterstützung benachteiligte Kinder etwa in Afrika.

Höhepunkte aus den 25 Jahren wie zum Beispiel „Stalker“, das Stelzentheater aus Australien (1994 und 2000), oder musikalisch der Auftritt 1996 des kubanischen Son (Vorläufer des folgenden legendären Buena Vista Social Club) und viele andere mehr sind in guter Erinnerung.  Zum Festival-Team gehören auch Katrin Gellermann (Festivalleitung, Fachbereich Kulturbüro), Ilka Seuken (Kommunikation MICRO!Festival) und als Unterstützung die Praktikantin Viona Schramm. Die Moderation wird von der WDR 3-Musikkulturen bekannten Babette Michel übernommen.

Zum Jubiläum des Micro!Festivals muss das Wetter gut werden. Darauf hoffen (v.l.n.r.) Ilka Seuken (Kommunikation), Claudia Kokoschka (Festivalleiterin), Viona Schramm (Praktikantin) und Katrin Gellermann (Festivalleitung).
Zum Jubiläum des Micro!Festivals muss das Wetter gut werden. Darauf hoffen (v.l.n.r.) Ilka Seuken (Kommunikation), Claudia Kokoschka (Festivalleiterin), Viona Schramm (Praktikantin) und Katrin Gellermann (Festivalleitung).

Los geht das Festival am Freitag, den 24.08.2018 auf der Bühne mit heißen Rhythmen und Lebensfreude mit einem der bekanntesten Salsa-Acts in Deutschland, der Gruppe „Macondito“. Deren kubanischer Sänger Osvaldo Fajardo wird dann mit seiner außergewöhnlichen Stimme für ein kubanisches Salsa-Feeling für Stimmung sorgen. Die 1988 gegründete Gruppe feiert ja in diesem Jahr auch ein großes Jubiläum! Ein besonderes Highlight am Abend um 21:00 Uhr bieten sicherlich das französisch-schweizerische Folkpop-Duo „Carrousel“ mit Sängerin Sophie Burande und ihr Partner Léonard Gogniat mit Originalität, Vielfältigkeit und lässigem Charme.

Der Samstag beginnt dann um 17:00 Uhr (Bühne) mit dem „Kozma Orkestra“. Die sieben Musikerinnen und Musiker um Leadsängerin Ramona Kozma, werden das Publikum mit einer leidenschaftlichen Mischung aus Balkan- und Klezmermusik und Straßenmusik in Stimmung bringen. Als großes Highlight am Abend um 22:00 Uhr treten die fünf Artisten von „Les P‘tits Bras“ (Frankreich) auf dem Platz mit einer atemberaubenden Nummer und dem Zirkus-Charme des 19. Jahrhunderts sowie einer eingebauten humorvollen (Liebes-) Geschichte auf. Als Duo konnten die Akrobaten ihr Können schon einmal bei einem früheren MICRO!Festival zeigen.

Der Sonntag ist traditionell mit Angeboten für Kinder vorgesehen. Um 16:00 Uhr geht es auf der Bühne mit der Rockband für Kinder „Die Blindfische“ (Deutschland) mit einer Mischung aus Rock, Hip Hop und viel Spaß los. Das Abschluss-Highlight um 20:15 Uhr auf der Bühne bilden die temperamentvolle Flavia Coelho (Brasilien) mit einer Mischung aus Afro und Balkan und brasilianischer Musik. Lässige Grooves treffen hier auf berührende Melodien und lateinamerikanische Rhythmen. Diese Klänge gehen eine besondere Verbindung mit der verführerischen Stimme der Brasilianerin ein.

Für das leibliche Wohl werden wieder verschiedene nationale und internationale Speisen und Getränke zum Kauf angeboten.

Das ganze umfangreiche Programm entnehmen Sie bitte dem kleinen praktischen Faltblatt mit genauen Zeitangaben vom Kulturbüro Dortmund oder im Internet unter www.microfestival.dortmund.de




Franz Klekawka – Schlosser und naiver Maler bei Hoesch

Das Dortmunder Hoesch-Museum zeigt vom 08.07.2018 bis 30.09.2018 in seiner Ausstellung „Franz Klekawka – Schlosser bei Hoesch und naiver Maler“ über 64 Gemälde vom Ende der1950er Jahre bis Ende der 1980er Jahre und naiven Maler Klekawka. Klekawka war Schlosser bei Hoesch.

Einige Bilder stammen aus seinem Nachlass, den die Nichte des Künstlers verwaltet. Noch mit dem ehemaligen Kurator des Hoesch-Museums hat sich ein engagiertes Team gebildet und Klekawkas Werke nach Zeitabschnitten strukturiert. Die Mit-Kuratorin Brunhild Kanstein gab beim Pressegespräch Einblicke in das Leben von Franz Klekawka.(1925 bis 2001).

Er stammte aus einer typischen Arbeiterfamilie. Sein Vater kan kurz nach dem Ersten Weltkrieg aus Galizien (früher Österreich-Ungarn, heute eine Landschaft, die zwischen Polen und der Ukraine liegt) und Franz wuchs in einer Zechensiedlung (Schüren) auf. Von 1955 bis 1982 gehörte er als zur Belegschaft der Hoesch AG und arbeitete als Betriebsschlosser auf der Westfalenhütte.

Im Zuge der Demokratisierungsbemühungen in der Industrie wurde in der Anfangszeit der BRD versucht, die Kreativität der Mitarbeit im Bergbau zu fördern. Die Hoesch AG richtete in den Jahren

1955, 1958, 1962, und 1965 die sogenannten „Steckenpferdturniere“ aus, bei denen eingereichte Hobby-Arbeiten der Belegschaft prämiert wurden. In diesem Rahmen auch Arbeiten von Klekawka. Sein erstes Ölgemälde entstand, so Kanstein, als er 1957 für seine erste Wohnung ein Bild kaufen wollte, jedoch zu wenig Geld hatte. So malte er selbst eins. Er reichte dieses beim „Steckenpferdturnier“ ein. Das war der Anfang.

Typische Szene beim Lohntag auf Hoesch von 1984. (Foto: © Karin Pinetzki)
Typische Szene beim Lohntag auf Hoesch von 1984. (Foto: © Karin Pinetzki)

Ohne Schulung und wirtschaftliches Interesse und ohne Ausrichtung nach Publikumsgeschmack entwickelte er seine ganz eigenständige Kunst, bei der die technischen Fertigkeiten nicht im Vordergrund standen. Es kam hier nicht auf korrekte Proportionen an. Klekawka zeichnete immer aus seiner Erinnerung heraus.

Seine Anregungen erhielt er aus dem Alltagsleben im Ruhrgebiet. Er liebte es, die Menschen in seinem Umfeld farbenfroh darzustellen. Nur die Schwarzen Dächer der Zechenhäuser und die Schlot wurden realistisch dunkel dargestellt. Motive waren etwa die Eckkneipe, Kirmes, ein Hauskonzert, Erinnerungen an Freizeit- und Alltagsgeschehen. Ausflüge, Prozessionen und vieles andere. Dabei beeindrucken seine humorvollen Zeichnungen und genaue Darstellung von Emotionen wie Angst oder Freude bei den gemalten Personen.

Klekawka nahm auch politische Themen auf, die die Menschen seiner Zeit beschäftigten.

An einigen Skizzen ist zu sehen, dass er auch ein guter Karikaturist war. Eine ganze Abteilung ist den Bildern aus seiner Kindheit gewidmet.  Es hatte aber zudem das Bedürfnis zu, seine Gedanken und Erinnerungen als kleine Geschichten aufzuschreiben. In ihnen verwendeter für seine Dialoge und Selbstgespräche das Ruhrdeutsch.  Auch davon sind einige in Vitrinen ausgestellt.

Auch Bilder von ihm zu sehen sind ja gerade in der Ausstellung „Kunst und Kohle“ (04.05 bis 16.09.2018) im Museum Ostwall im Dortmunder U und auch im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) in unserer Stadt.

Bei einigen älteren Besuchern der Ausstellung werden die Bilder sicher ein Schmunzeln und ganz eigene Erinnerungen hervorrufen.

Übrigens! Zur Ausstellung wurde ein interessanter und informativer Katalog (120 Seiten) herausgebracht. Dieser ist für 10,- Euro erhältlich.




Eine besondere Zeitreise mit dem Seniorentanztheater

Das Dortmunder Seniorentanztheater hat sich mit ihrer neuen Produktion „Believe it or not“ unter der Leitung des Choreografen Mark Hoskins und der Organisation durch Barbara Huber auf eine besondere Zeitreise begeben. Ars tremonia war am 01.07.2018 (ein Tag nach der Premiere) im Schauspielhaus anwesend.

Die Gruppe bestand aus 21 Frauen und und 6 Männern im Alter zwischen 58 und 82 Jahren. Gemeinsam gingen sie tänzerisch und spielerisch der Frage nach, was sich in unserem leben eigentlich Unglaubliches ereignet hat. Ein Abend in mehreren Akten.

Dabei standen bestimmte Zeiträume und Zeitgeschehen unserer Historie im Mittelpunkt. Flott los ging es mit den Roaring Twenties, dem Tanz auf dem Vulkan und Lebensgier kurz vor dem Abgrund und den Tänzen der Zeit. Mit dem ständigen Wechsel von Gruppentanz, Tanz zu zweit oder auch mal ausdrucksstarke Solotanz-Einlagen bei der Aufführung entwickelte sich immer wieder eine ganz eigene Dynamik. Bedrohlich wurde die Stimmung dann mit dem aufkommenden Schrecken und Grauens des Nationalsozialismus bis in die Zeit des kalten Krieges. Das Publikum konnte den Fall der Mauer und das Ende der Ost-West-Konfrontation ebenso wie das Aufkommen nie für möglich gehaltener Technologien und Personen im Weißen Haus empathisch in Bewegung dargestellt erleben.

Lothar Porschen hatte, wie schon im letzten Jahr bei „Knockin‘ On Heaven‘s Door“ (damals als „Gott“) , eine besondere Rolle als US-Präsident Donald Trump. Er tanzte nicht nur, sondern sprach und spielte diesen auch drastisch als narzisstisch, infantil und selbstherrliche Person.

Mit voller Energie sorgte das Ensemble des Seniorentanztheaters für einen gelungenen Abend. (Foto: © Piotr Gregorowicz)
Mit voller Energie sorgte das Ensemble des Seniorentanztheaters für einen gelungenen Abend. (Foto: © Piotr Gregorowicz)

Bei einem anderen Zeitabschnitt, vor dem Bau der Berliner Mauer, wurde die Original-Stimme von Walter Ulbricht (1961) „Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“ von Band eingespielt.

Die Musik war wunderbar auf das Handlungsgeschehen ausgerichtet. Oft als rhythmische Untermalung als Geräuschkulisse, aber auch als Ausdruck der Lebensfreude und Hoffnung in den Zwischenphasen.

Die Auswahl umfasste Musik von Max Richter, Divan Gattamorta, Joey Scarbury, Rachel Barry, Johannes Gockel und anderen. Scarbury hatt einen Hit mit dem Ttiel des Stücks „Believe it or not“, die die Titelmelodie zur Serie „The Greatest American hero“ war.

Es war erstaunlich, wie beweglich und mit welcher Ausdruckskraft die „rüstigen Senioren“ agierten. Ob als Solotänzer, zu zweit oder als Gruppe bewiesen sie Mut sowie Tanz und Spielfreude. Mit starker Mimik und Gestik, wie etwa beim „Ich hab noch einen Koffer in Berlin“ (Bully Buhlan) überzeugten sie auch in romantischen und traurigen Momenten.

Moderner Technik in Form vom passenden Video-Bildern und Sequenzen wurde geschickt Verstärker auf der Leinwand im Hintergrund eingesetzt. Sehr eindrucksvoll vor allem als Hintergrund für die aufkommende Technologie. (Darstellung des Menschen als Hologramm).

Ein Kompliment auch für die gelungene Kostümideen von Mark Hoskins und Barbara Huber. Das schöne am Tanztheater ist, dass es viel Assoziationsräume für das Publikum lässt. Die Akteure wurden jedenfalls vom Publikum am Schluss gebührend gefeiert.




Internationale Ballettgala mit Weltmeister-Qualität

Die 27. Internationale Ballettgala am 30.06 und 01.07. 2018 im Dortmunder Opernhaus, wieder einmal mit Humor und Begeisterung von Kammersänger Hannes Brock moderiert, bot internationale Spitzenstars auf höchstem Niveau. Ars tremonia war am 30. Juni mit dabei.

Ballettdirektor Xin Peng Wang und sein Team hatten eingeladen, und sie kamen wieder alle gerne nach Dortmund.

Das Programm zeigte die Vielfalt des modernen und klassischen Balletttanzes in seiner atemberaubenden Präzision. Zu Anfang hatte das NRW Juniorballett bei dem gruppendynamischen „Versus Standard“ (Jacopo Godani) die Gelegenheit, dem Publikum ihr großes Potential und Können zu zeigen. Später dann auch noch beim temperamentvollem „Quiza/ Perhaps/ Vielleicht (

Ludmila Pagliero und Karl Paquette, zwei Spitzensolisten des Balletts von der Pariser Oper, entführten in emotional bewegende Sphären.

Das Ballett Dortmund konnte unter anderem mit einem Auszug aus der neuen Produktion von Xin Peng Wang „Rachmaninow“ und am Ende aus dem zweiten Teil „Tschaikowsky“ überzeugen.

Bei „Tschaikowsky“ begeisterten dabei die charismatischen Solisten Lucia Lacarra und Marlon Dino. Sie konnten ihre Klasse und Perfektion auch bei Tschaikowskys „Weißer Schwan“ unter Beweis stellen. Giacomo Altovino (Ballett Dortmund) hatte einen großen Auftritt als Solotänzer mit einem Auschnit aus Faust II – Erlösung (Xin Peng Wang).

Atemberaubend und amüsant war das immer wieder gern gesehene „Sofa“ (Itzik Galili) in der Besetzung Denise Chiarioni, Andrei Morariu und Giuseppe Ragona (Ballett Dortmund)

Den Atem raubten uns auch Laura Hidalgo und Victor Estévez (Queensland Ballet) mit ihren Auszügen aus „Le Corsaire“ (Marius Petipa). Ein Leckerbissen für Freunde des klassischen Balletts.

Das Stück "Trois Gnossiennes" von Hans von Manen tanzten in Dortmund Ludmila Pagliero und Karl Paquette. (Foto: © Theater Dortmund)
Das Stück „Trois Gnossiennes“ von Hans von Manen tanzten in Dortmund Ludmila Pagliero und Karl Paquette. (Foto: © Theater Dortmund)

Bei einem ruhigeren Part nach der Pause standen wunderbare tänzerische Interpretationen zu klassischer Musik auf dem Programm. Zunächst präsentierten Laura Hidalgo und Victor Estévez (Queensland Ballet) tänzerisch Musik von Franz Lizt (Jack Lister), danach Svetlana Lunkina, Evan McKie (The national Ballet of Canada) Musik von Antonio Vivaldi (Douglas Lee). Es folgte dann noch „Le Parc“ (Angelin Preljocaj) mit Musik von Wolfgang Amadeus Mozart in der Besetzung Ludmila Pagliero und Karl Paquette (Ballett der Pariser Oper).

Einer der Höhepunkte des Abend war sich auch die bewegende tänzerische Umsetzung von „House of the Rising Sun“ (Choreografie: Marcelo Gomes) durch Daniel Ulbricht (New York City Ballet) und Joseph Gatti.

Mit einer besonderen Choreografie (Victor Ullate) von „Carmen“ zwischen klassischem und modernen Ballett sorgten Lucia Laccara (Ballett Dortmund) und Josué Ullate (Ballet Victor Ullate) für Furore.

An diesem Abend gab es auch zwei beeindruckende Uraufführungen. Noch vor der Pause zeigten Luca-Andrea Lino Tessarini und Sebastian Kristensen Haynes (Nederlands Dance Theatre) bei der Uraufführung von „Persuasion“ (Kristian Lever) was modernes Ballett kann und welches Ausdrucksvermögen darin steckt.

Im zweiten Block konnte sich das Publikum dann über eine speziell für diese Internationale Ballettgala von Xin Peng Wang entwickelte Choreografie „Chopin“ freuen. Zu Live-Musik Begleitung am Klavier von Annika Treutler tanzten Polina Semionova (Staatsballett Berlin) und ihr Bruder Dmitry Semionov (Ballett Dortmund) sensibel und eindrucksvoll zu Chopins Klavierkonzert Nr. 23.

Eine „weltmeisterliche“ Internationale Ballettgala wurde am Ende stürmisch gefeiert.




Artscenico: Stationen-Performance auf dem Hauptfriedhof

Rolf Dennemann und artscenico performing arts stehen für zumeist skurrile und humorvoll-ironische Performances vor allem in der Nordstadt Dortmunds, gerne mal in einem Hinterhof oder auf der Bühne des Theaters im Depot.

Nun hat sich artcsenico in Kooperation mit dem Theater im Depot und und der Friedhofsverwaltung des Hauptfriedhofs Dortmund unter dem Titel „Rehe auf der Lichtung“ ein neues Projekt im Rahmen des von ibk-kubia (Remscheid) entwickelten Projekt „Kultur und Alter“ realisiert.

Es ist eine ironische Betrachtung des Altseins im Jahr 2018 als Stationen-Performance und findet am 07.07.208 um 18:00 Uhr und am Sonntag, den 08.07.2018 um 08.00 Uhr morgens und um 15:00 Uhr am Nachmittag statt. Treffpunkt ist jeweils der Platz vor der Trauerhalle am Gottesacker 25.

Auch Elisabeth Pleß ist bei der Produktion von Rehe auf der Lichtung wieder mit von der Partie.
Auch Elisabeth Pleß ist bei der Produktion von Rehe auf der Lichtung wieder mit von der Partie.

Wie immer gerne bei Dennemanns Projekten werden neben professionellen Schauspielern wie etwa Elisabeth Pleß, Thomas Kemper oder Matthias Hecht auch Laien als „Experten des Lebens“ mit eingebunden. Es machen fünfzehn Laien im Alter ab 55 Jahren, darunter sieben Männer, bei dieser interessanten Performance mit.

Die Örtlichkeit des Hauptfriedhof-Geländes wurde als wunderschöner Landschaftspark ausgesucht. Es geht hier nicht um das Thema Tod.

In kleinen Gruppen (maximal 20 Personen) findet ein Spaziergang unter Leitung von „Guides“ (Ornithologen) zu „Beratungsstationen“ geführt, wo sie kompetente „Tipps“ zu den Themen Ornithologie (ältere Menschen sind ja oft für die Natur empfänglich), dem „Einsitzen“ (wie komme ich mit welchen Straftaten für eine gewisse Zeit ins Gefängnis, um so noch relativ fit dem drohenden Altersheim eventuell zu entgehen), das Leben als Sonderling und dem Heiratsschwindel im Wandel der Zeit.

Los geht es nach dem Treffen neben der Trauerhalle mit einem „Denken unterm Baum“. Dieser steht neben der Halle. Sarah Mehlfeld (Senioren-Theaterprojekt Essen) leitet den „Workshop“.

Dann geht es in einzelnen Gruppen mit den Guides zu den einzelnen Stationen des Parcours. Wie Rehe auf einer Lichtung sieht man dann ältere Menschen. Sie führen Rituale durch oder ein Tänzchen, sind in Kommunikation mit der Natur. Es werden Bilder von Endlichkeit und Unendlichkeit kreiert, die den mit wandernden Zuschauern das Altsein mal humorvoll, mal sarkastisch-krass vor Augen führen.

Der Laufweg dauert insgesamt 45 Minuten. Dazwischen gibt es beiden Beratungsstellen immer eine Pause von ungefähr 15 Minuten. Die Performance dauert alles in allem 120 Minuten.

Am Ende erwartet auf das Publikum eine Erfrischung.

Dennemanns „artscenico“ möchte unterhalten und im besten Fall auch zum Nachdenken und zu einer anderen Sichtweise auf das Alter anregen.

Die Atmosphäre wird zu den verschiedenen Zeiten der Termine für die Stationen-performance natürlich eine unterschiedliche und ganz besondere sein.

Eintritt: 15,00/ermäßigt 8,00 €

Vorbestellung unter:

orga@artscenico.de und Tel.: 0176-63826162 oder 0231-8634113

Kartenreservierungen (AB) 0231-982 2336

E-Mail: info@theaterimdepot.de




Täglich Brot – ein Stück über Arbeit

Die Theaterwerkstatt am Theater im Depot präsentiert am 15.06.18 ihre Premiere „täglich brot“ um 20 Uhr im Theater im Depot. Dabei geht es nicht um den religiösen Begriff as dem „Vater unser“, sondern um die Arbeit, den Broterwerb. Das Stück von Gesine Danckwart wird mit eigenem Material (Statistiken und anderen) ergänzt.

Es scheint in dieser Zeit zwei Möglichkeiten zu geben: Entweder man geht an zuviel Arbeit kaputt (Burn-out) oder an zu wenig (Arbeitslosigkeit). Die unterschiedlichen Aspekte der Arbeitswelt hat Danckwart in ihrem Stück „täglich Brot“ (UA 2001) anhand von verschiedenen Charakteren herausgearbeitet. Es gibt den Arbeitslosen, der sein Leben strukturieren muss, die Hausfrau und Mutter, die Managerin, für die Arbeit alles ist und die Praktikantin, die am Anfang ihrer Karriereleiter steht.

Winston Churchill soll gesagt haben: Winston Churchill Es gibt drei Sorten von Menschen: solche, die sich zu Tode sorgen; solche, die sich zu Tode arbeiten; und solche, die sich zu Tode langweilen. (Foto: © Barbara Müller)
Winston Churchill soll gesagt haben: Es gibt drei Sorten von Menschen: solche, die sich zu Tode sorgen; solche, die sich zu Tode arbeiten; und solche, die sich zu Tode langweilen. (Foto: © Barbara Müller)

Karriereleiter ist ein gutes Stichwort für die Bühne: der bildende Künstler Mathias Schubert hat die Bühne mit Leitern und Schrauben konstruiert. So bilden sie das tägliche Hamsterrad und die Karriereleitern ab, auf denen man hinauf- und wieder hinabsteigen kann.

Die acht Schauspielerinnen und Schauspieler sind allesamt Laien. Sie bringen eine Produktion im Jahr auf die Bühne. Seit September vorigen Jahres haben sie zwei Stunden pro Woche geprobt und haben in den vergangenen Wochen in Wochenenden intensiv gearbeitet. „Das Stück ist unglaublich anspruchsvoll“, findet Barbara Müller, seit 2004 die Leiterin der Theaterwerkstatt. Trotz des ernsten Themas gibt es in dem Stück durchaus poetische Momente. Zusätzlich hat Müller auch drei Choreografien eingebaut.

Das Stück dauert 90 Minuten ohne Pause. Weitere Termine sind 16.06.18 um 20 Uhr, 17.06.18 um 18 Uhr sowie 21.06.18 um 20 Uhr.

Der Eintritt beträgt 10 € (5 € ermäßigt) Karten gibt es unter ticket@theaterimdepot.de oder 0231/9822336




Wie hitlert man am besten oder ist Opas Theater tot?

„Was wollte der Regisseur uns damit sagen?“, „Viel zu viel Technik und Video“ oder „Müssen immer alle nackig sein?“ Wenn Theaterbesucher eine – sagen wir mal – ausgefallene Interpretation eines bekannten Werkes erleben, fallen danach im Foyer diese oder ähnliche Sätze. Wie muss denn beispielsweise ein Hamlet gespielt werden? So wie im Original? Als Parodie? Oder mal als Frau besetzt?

„Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ von Theresia Walser in der Inszenierung von Thorsten Bihegue ist eine Komödie für Theatergänger, in der die unterschiedlichen Positionen, wie Theater denn gemacht werden sollte, aufeinander prallen. Und das ausgerechnet an einer Person, die unspielbarer nicht vorzustellen ist: Hitler. Ein Premierenbericht vom 25.Mai 2018 aus dem Studio des Schauspielhauses Dortmund.

Die Situation: Drei Personen warten in einem ominösen Raum auf ihren Auftritt. Franz Prächtel (Uwe Rohbeck), Peter Soest (Ekkehard Freye) und Ulli Lerch (Alexandra Sinelnikowa). Prächtel ist Schauspieler alter Schule, dessen Präferenz eindeutig die Werktreue ist. Er ist der Figur des Bruno Ganz angelehnt, der Hitler in „Der Untergang“ versucht hatte, extrem naturalistisch zu spielen und sogar Hitlers Parkinsonsche Zittern studiert hat. Soest hat ebenfalls Hitler gespielt, aber eher in einer parodistischen Weise, um die Unspielbarkeit darzustellen. Lerch ist weiblich und hat es nur bis zum „Goebbels“ geschafft. Sie kommt aus dem modernen Regietheater, bei dem alte Zöpfe abgeschnitten werden und auch Frauen in typischen Männerrollen agieren.

Ulli Lerch (Alexandra Sinelnikova) in der Defensive. Prächtel (Uwe Rohbeck) und Peter Soest (Ekkehard Freye) nehmen ihre ideen vom Regietheater auseinander. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Ulli Lerch (Alexandra Sinelnikova) in der Defensive. Prächtel (Uwe Rohbeck) und Peter Soest (Ekkehard Freye) nehmen ihre ideen vom Regietheater auseinander. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Aus diesen unterschiedlichen Auffassungen von Theater entwickeln sich abstruse Dialoge, die auf köstlicher Weise die Klischees bloßlegen. Wenn beispielsweise Lerch erzählt, bei der nächsten „Hamlet“ Aufführung, sei sie einer von sieben „Hamlets“, die auf der Bühne stehen, dann geht ein Grinsen durchs Publikum, denn fast jeder hat so eine „moderne Inszenierung“ bereits erlebt.

Rohbeck ist der Star des Abends. In seiner weißen Paradeuniform reagiert er zunächst nur mit seinem Minenspiel auf die Thesen seiner jungen Kollegin, um dann im Laufe des Stückes immer mehr die zu einem Hitler-Imitat zu mutieren. Seine Bissigkeit gegenüber dem Regietheater bleibt aber bestehen.

Rohbecks Kollegen stehen ihm aber nicht nach: Freye ist ein einer Phantasieuniform gekleidet, die angelehnt ist an Helmut Berger in der Verfilmung von „Salon Kitty“: Eine Art Superheldenkostüm für die SS. Sein Charakter Soest ist sehr opportunistisch. Er gibt Prächtel recht, einige Augenblicke später dann wieder Lerch. Soest alias Freye darf gegen Ende des Stückes auch ein Lied zum besten geben: als Hitler in rosafarbenen Fellstrumpfhosen mit Blumen in der Hand.

Sinelnikowa spielt die Repräsentantin des „modernen Theaters“, das von Prächtel nicht ernst genommen wird. Lerchs These ist „Opas Theater ist tot“. Dabei hat Lerch am eigenen Leib gespürt, dass die unbedingte Freiheit der Kunst, Grenzen gesetzt bekommt, wenn plötzlich Morddrohungen auftauchen.

Alles in allem ist „Ein bisschen Ruhr vor dem Sturm“ eine wunderbare Komödie über das Theater und seine Marotten. Im Laufe des Stückes geht es mehr darum, wie Theater in der Zukunft funktionieren soll und welche Tabus es gibt, als um die Frage wie man Hitler richtig darstellt. Wer sich generell für das Theater interessiert, sollte das Stück besuchen. Rohbeck, Freye und Sinelnikowa sind großartig und der Kostümbildnerin Mona Ulrich gehört ein ganz dickes Lob.

Weitere Informationen unter www.theaterdo.de

 




Komödiantischer Ritt durch die Untiefen der Schauspielkunst im Studio

Auch wenn es der Titel „Ein bisschen Ruhe vor dem Sturm“ nicht vermuten lässt. Das letzte Studio-Stück vor der Sommerpause in dieser Spielzeit im Schauspiel Dortmund von Theresia Walser unter der Regie von Thorsten Bihegue ist eine turbulente, rasante Komödie mit einem selbstironischen Blick auf das Theater und um dessen Berufsethos .

Worum geht es? Beim Pressegespräch vorab erfuhren wir: Franz Prächtel (Uwe Rohbeck) und Peter Soest (Ekkehard Freye) sind erfahrene und gestandene der „alten Schauspielschule“. Beide haben schon Hitler gespielt. Sie haben aber unterschiedliche Auffassung, wie man Hitler und die Nazi-Zeit darstellen sollte. Währen Prächtel (in Anlehnung an Bruno Ganz als Hitler in „Der Untergang“) eine naturalistische Auffassung vertritt und die alten Schauspieltugenden wie „die Sprache ist die Musik“ hochhält, hat Soest eine distanzierte Einstellung. Man sollte, wie er in seiner Darstellung Hitlers, dessen „nicht Darstellbarkeit“ auf die Bühne bringen. Ihnen entgegengestellt wird die junge Nachwuchs-Schauspielerin Ulli Lerch (Alexandra Sinelnikova). Sie ist begeistert von ihrem „neuen Theater“, wo die Grenzen durch Musik, Videosequenzen, Loops und anderen Mitteln gesprengt werden. Sie hat es aber bisher „nur“ zum Goebbels gebracht. Diese drei warten zusammen auf den Auftritt in einer Gesprächsrunde.

Wie kann/darf man Hitler darstellen? Darüber streiten sich Ulli Lerch (Alexandra Sinelnikova), Franz Prächtel (Uwe Rohbeck) und Peter Soest (Ekkehard Freye). Foto: © Birgit Hupfeld.
Wie kann/darf man Hitler darstellen? Darüber streiten sich Ulli Lerch (Alexandra Sinelnikova), Franz Prächtel (Uwe Rohbeck) und Peter Soest (Ekkehard Freye). Foto: © Birgit Hupfeld.

Genug komödiantischer „Sprengstoff“ und Gelegenheit für die Schauspieler, ihr komödiantisches Talent mit gutem Timing zu zeigen. Es geht vor allem um Machtspiele und Eitelkeiten und es bricht die Totalkomödie aus. Wer war der beste Hitler? Wie spielt man ihn eigentlich? Menschlich oder unmenschlich? Und dürfen wie hier in der Inszenierung Frauen Hitler spielen? Was ist, wenn einer der Darsteller dann eventuell noch schwul ist?

„Es wird eine rasante Klipp-Klapp Komödie auch mit etwas Musik und kurz eingeworfener Video-Frequenz werden“, so der Dramaturg Matthias Seier.

Wir dürfen gespannt sein, auch auf die Kostüme!

Die Aufführung wird ungefähr 80 Minuten dauern.

Die Premiere am Freitag, den 25.06.2018 ist schon ausverkauft. Karten für die weiteren Vorstellungen am : 01. Juni 2018 um 20:00 Uhr, 09. Juni 2018 um 20:00 Uhr, 14. Juni 2018 um 20:00 Uhr und am 07.Juli 2018 um 20:00 Uhr.

Weitere Informationen und Karten wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/ 50 27 222




Jugendprojekt Pottfiction zum Thema „Utopie // Dystopie“

pottfiction ist ein Städte übergreifendes Kunst- und Theaterprojekt von zur Zeit fünf Kinder- und Jugendtheatern des Ruhrgebiets. Beteiligt ist auch das Dortmunder Kinder- und Jugendtheater (KJT). Die teilnehmenden jungen Leute sind im Alter zwischen 16 und 23 Jahren. Die Werkschau des neuen Jugendclubprojekts im Rahmen von pottfiction steht unter dem Titel „Marmeladenglasmomente – Eine utopische Reise ins Innere“. Der Begriff „Marmeladenglasmomente“ wurde übrigens aus dem bekannten Kinofilm „Die wilden Hühner“ entnommen. Es steht symbolisch für das Festhalten und Schaffen von schönen Momenten.

Das gewählte Thema in dieser sechste Runde von pottfiction lautet „Utopie // Dystopie“. Die 15 TeilnehmerInnen dieses Projekts am KJT stellten sich zusammen mit dem diesjährigen Leitungsteam, bestehend aus Regisseurin/Künstlerin Miriam Michel,Theaterpädagogin Lisa Heigl, Dramaturgin Lioba Sombetzki und Regieassistent Robin Frank in einem langen Prozess verschiedene Fragen.

Sind Utopie und Dystopie nicht zwei Seiten einer Medaille? Je nachdem, von welcher Seite man die Dinge betrachtet?. Wie sehen eigentlich unsere Utopien heute aus und wie gestalten wir einen guten Ort? Kann aus Chaos nicht auch etwas Neues erwachsen? Wie viel Angst vor den Bedrohungen vor Krieg, Rassismus oder Umweltzerstörung verträgt ein Menschenleben?

Was bringt die Zukunft? Dystopie oder Utopie? Die jugendlichen pottfiction-Teilnehmer stellen ihre Sicht der Dinge dar. (Foto: ©Johanna Besseling)
Was bringt die Zukunft? Dystopie oder Utopie? Die jugendlichen pottfiction-Teilnehmer stellen ihre Sicht der Dinge dar. (Foto: ©Johanna Besseling)

Diesen und andere Fragen wird mit verschiedenen performativen Mitteln rund um das Dortmunder KJT nachgegangen. Mit selbst entwickelten oder fremden Texten, tänzerischen und musikalischen Ausdrucksformen soll für das Publikum ein Gedankenraum geschaffen und Wahrnehmungsräume eröffnet werden.

Mit Theaterexperimenten, Choreografien, Texten aus Zeitungen und Bühnenstücken möchten sie unsere Fantasie anregen und unsere Gefühle ansprechen. Unterstützt wird das Ganze musikalisch sowohl mit eingespielter Pop-Musik wie auch live auf dem Platz mit Cello und Bratsche.

Zum Ablauf der Werkschau am 02. Juni 2018 um 20:00 Uhr und am 03. Juni 2018 um 18:00 Uhr am KJT in der Sckellstraße 5-7, verriet das Team: „Wir spielen vor dem KJT als einen spektakulären Ort in seiner Unspielbarkeit“.

Sowohl das Kinder- und Jugendtheater, dass seine Zelte ja in absehbarer Zeit dort abbrechen wird, wie auch dass nun leer stehende Robert-Schumann-Berufskolleg, als „Europaschule“ einst als „Utopie“ gestartet, bilden einen interessanten Rahmen für die Performance.

Am Anfang wird es einen gemeinsamen besonderen Moment mit dem Publikum geben.

Dann wird das Publikum in vier Zuschauer-Gruppen aufgeteilt und zu verschiedenen Szenen geführt. Dort wird zum Beispiel der engagierte Umweltaktivist mit dem Umwelt-Pessimisten konfrontiert.

Die Szenen dauern bis zu zehn Minuten. Alle Gruppen bekommen alles im Wechsel mit.

Anschließend wird es einen Moment der lockeren Gruppenauflösung geben und das Publikum schließlich mit einer kollektiven Tanzperformance und einer „Hipster-Choreografie“ (wie in bekannten Videos) zusammen geführt.

Das große pottfiction-Sommercamp findet in diesem Jahr vom 18. bis 26. August 2018 in Herne statt. Die Ergebnisse aller Gruppen werden dort dann abschließend vorgestellt.




Collective Ma‘louba gastiert im Schauspiel Dortmund

Das syrisch-arabische Künstler- und Theatercollectiv „Collective Ma‘louba“ mit dem Regisseur Rafat Alzakout, der Schauspielerin und Regisseurin Amal Omran und der Autor Mudar Al Haggi ist seit dem Jahr 2017 am Theater an der Ruhr in Mülheim in Residenz. Das zunächst auf zwei Jahre angelegte Projekt wird durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW und durch die Kulturstiftung des Bundes gefördert.

Nun können sie, unter anderem gefördert und realisiert von der Auslandsgesellschaft NRW und dem Dortmunder Kulturbüro, am Samstag, den 12.05.2018 um 19.30 Uhr mit dem Stück „Your Love is Fire“ (Autor Mudar Al Haggi) im hiesigen Schauspielhaus gastieren.

Syrisch-arabisches Theater im Schauspielhaus mit "Collective Ma'louba". (Foto: © Mihaela Bodlovic)
Syrisch-arabisches Theater im Schauspielhaus mit „Collective Ma’louba“. (Foto: © Mihaela Bodlovic)

Zum Stück: Der Titel bezieht sich auf einen ägyptischen Schlagerschnulze aus den 1960er Jahren, als die Welt scheinbar noch in Ordnung war. Wie eine Endlosschleife geistert dieser Schlager durch die Köpfe der syrischen Protagonisten. In einem brutalen Krieg ohne Hoffnung für die Menschen, der kein Ende nehmen will, sind all ihre Sinne auf „Durchkommen“ und „Überleben“ gerichtet. Hala und Rand teilen sich eine kleine Wohnung in Damaskus. Da die Front immer näher rückt, möchte Hala nach Deutschland fliehen. Rand will dagegen nicht ohne ihren Freund Khaldoun fliehen. Dieser ist Soldat in Assads Armee. Beide Frauen bedrängen ihn, zu desertieren und mit ihnen zu kommen. Khaldoun hat Angst um seine Familie, sein Leben und vor ungesicherten Zukunft. In einem heftigen Streit mischt sich der Autor des Stücks höchst persönlich ein.

Denn der Autor lebt ja schließlich schon in einem deutschen Flüchtlingslager. Die Personen, von ihm selbst geschaffen befragen ihn und bitten um Auskunft. Zudem aber auch darum, sie nicht allein zu lassen und ein (hoffnungsvolles?) Ende zu schreiben…So berichtet der Autor hautnah von einer Wirklichkeit, die er selbst erlebt hat. Formal eine pfiffige Idee.

Aus Gründen der Authentizität wird in diesem Stück auf arabisch mit deutscher Übersetzung (Übertitel) gesprochen.

Der Präsident der Auslandsgesellschaft Klaus Wegener betonte, dass es nicht nur darum geht, den geflüchteten Menschen Sprachkurse oder Unterkünfte zu bieten. Für eine notwendige Integration sei kulturelle Teilhabe unabdingbar.

Der Bedarf ist groß und alle Beteiligten hoffen auf Nachhaltigkeit für derartige Projekte.

Die Vorstellung dauert ungefähr 90 Minuten und der Eintritt ist frei!

Weitere Informationen erhalten Sie unter: 0231/50 27 222 oder www.theaterdo.de.