Theaterwerkstatt im Depot zeigt kleine Mini-Dramen

„13
Personen wollen spielen“, unter dem Titel zeigte
die Theaterwerkstatt im Depot
an diesem Wochenende ein Stück aus kleinen spritzigen Mini-Dramen.
Die Laienschauspieler unter der Leitung von Regisseurin Barbara
Müller präsentierte
eine Collage aus unterschiedlichen Alltagsszenen. Fünf
SchauspielerInnen stehen bei diesem Stück zum ersten Mal auf der
Bühne.

Das
Bühnenbild besteht aus zahlreichen Pappkisten und an der Decke
aufgehängten Objekten. In schwarzweiß gehaltene Alltagsgegenstände
wie Telefone, Spritzen, Mikrofone, Kladden, Stifte, Zigaretten oder
ein Revolver kommen während der Spielszenen abwechselnd zum Einsatz.
Um die Requisiten flexibel nutzen zu können sind sie mit
Gummibändern an der Decke befestigt. Die ebenfalls in schwarz, weiß
und grau gekleideten Schauspieler greifen danach, benutzen das
Requisit und lassen es nach Gebrauch wieder an die Decke flutschen.
Die einzelnen Teile werden durch kurze Beleuchtungswechsel und kleine
improvisierte Szenen voneinander abgesetzt. Unter Titeln wie
„Bekannte Gerichte – Gemischte Gefühle“, „Delikate Delikte“,
„von Macken und Menschen“, „Literarisches Quartett“ und
„Ein Traum von Menschlichkeit“ werden die verschiedenen
Mini-Dramen entwickelt. Die erste Szene beginnt allerdings mit der
Frage „Warum spielen?“ Nach
verschiedenen Lösungsvorschlägen ist die Antwort des Ensembles: wir
spielen, um zu spielen.

Das Ensemble der Theaterwerkstatt in Aktion bei "13 Personen wollen spielen". (Foto: © Anja Cord)
Das Ensemble der Theaterwerkstatt in Aktion bei „13 Personen wollen spielen“. (Foto: © Anja Cord)

Mit
großem Spaß bringen die DarstellerInnen die kleinen Dramen des
alltäglichen
Wahnsinns auf die Bühne, oft mit viel Wortwitz, mit erwarteten und
unerwarteten Wendungen, auch mit makaberen Pointen. So stopft eine
junge Frau im Teil „Delikate Delikte“ ihr Baby voller Überzeugung
und mit dem Bewusstsein der Haut des Kindes nur Gutes zu tun zum
Baden in die Waschmaschine. Natürlich nur bei schonenden 40 Grad.

Die
einzelnen Stücke stammen von verschiedenen Autoren wie Wolfgang
Deichsel, F.K. Wächter, Gerhard Rühm und anderen. Das Bühnenbild
stammt von Mathias Schubert.

Barbara
Müller ist Theaterpädagogin, Regisseurin und Schauspielerin, sie
leitet die Theaterwerkstatt im Depot
seit 2004. Ihre Workshops, Kurse und Projekte richten sich an die
interessierte Öffentlichkeit, insbesondere auch an die Nachbarschaft
in der Nordstadt. Anfänger und fortgeschrittene
Theaterfans können sich beteiligen.




Echnaton als lichtgewaltiges Bühnenwerk

Die Oper „Echnaton“
von Philipp Glass unter der Regie von Guiseppe Spota wurde in der
Dortmunder Oper als Triumph des Lichtes gefeiert. Beeindrucken konnte
auch der Countertenor David DQ Lee, der Opernchor und die Dortmunder
Philharmoniker, unter der Leitung von Motonori Kobayashi, die die
minimal music von Glass interpretierten. Dazu tanzte das NRW
Juniorballett. Ein Premierenbericht vom 24. Mai 2019.

Für die ägyptische
Hochkultur war neben dem Nil die lichtspendende Sonne von großer
Bedeutung. Doch zunächst ohne vergöttert zu werden. Die Sonne wurde
als rechtes Auge von Re gesehen. Doch dann entwickelte sich eine
„theologische Revolution“, die mit Amun-Re eine Art Götterkönig
an die Spitze setzte. Echnaton, dessen Geburtsname Amenhotep sich
noch auf Amun bezieht, setzte Aton als höchsten Gott durch und
versuchte die alten Götter auszutilgen, was ihm die Gegnerschaft der
Priesterkaste einbrachte.

Kein Wunder, dass
sich Philipp Glass mit dieser außergewöhnlichen Person der
Weltgeschichte auseinandersetzte, schließlich ist neben Echnaton
auch seine Frau Nofretete über ihre Büste bis in unsere heutige
Zeit ein Begriff. Glass lässt uns den Pharao in szenenhaften Bildern
näher bringen, vom Herrschaftsantritt bis zum Sturz, obwohl der
möglicherweise gar nicht stattgefunden hat.

Aber die Oper ist
nicht dazu da, ein historisch genaues Ereignis zu rekonstruieren, sie
will Gefühle, Musik und starke Bilder präsentieren und das gelang
bei der Premiere. Schon der Beginn ist ergreifend, denn wir wohnen
der Grablegung von Pharao Amenophis III., Achnatons Vater, bei. Als
Mumien verkleidete Tänzer legen den ebenfalls mumifizierten Leichnam
zur Ruhe.

Die Herrschaft von Echnaton geht zu Ende. er wird von der Priesterschaft gestürzt. David DQ Lee (Echnaton), NRW-Juniorballett, Chor der Oper Dortmund. (Foto: © Oper Dortmund)
Die Herrschaft von Echnaton geht zu Ende. er wird von der Priesterschaft gestürzt. David DQ Lee (Echnaton), NRW-Juniorballett, Chor der Oper Dortmund. (Foto: © Oper Dortmund)

Der erste Auftritt von Echnaton ist noch in Begleitung von Priestern des Amun, Mut und Chons. Später wird er die Priester gewaltsam aus ihren Tempeln vertreiben und Aton als einzigen Gott einsetzen. Hier war der Countertenor David DQ Lee eine gute Wahl für die Hauptrolle, vor allem sein Lobgesang an Aton am Ende des dritten Satzes war eines der Höhepunkte. Seine Stimme passte auch sehr gut zur ruhigen und fließenden Musik von Philipp Glass, die ähnlich meditativ klang wie bei seiner Oper „Einstein on the beach“ die vor zwei Jahren in Dortmund aufgeführt wurde.

Auch sehr berührend war das Liebesduett zwischen Echnaton und Nofretete (Aytaj Shikhalizada). Als Prister des Amun
machte Fritz Steinbacher ebenfalls eine gute Figur wie Claus Dieter
Clausnitzer als Chronist.

Das Besondere an
„Echnaton“ war die Gesangsprache. Der Chronist erzählte die
Geschichte auf Deutsch, die anderen Texte waren auf Ägyptisch,
Akkadisch und Aramäisch.

Wenn es um einen
Sonnengott geht, dann hat das Licht natürlich eine große Funktion.
Und die brachte den Besuchern Bonnie Beecher und Stefan Schmidt
näher.

Auch das Bühnenbild
von Tatyana van Walsum war effektiv. Durch Höhenverschiebungen
entstanden Hierarchieebenen, beispielsweise als Echnatons Vater zu
Grabe gelegt wurde, versanken die Akteure in Boden und bei Echnatons
Krönung kam das Herrscherpaar von oben herab.

Ein Opernabend der
besonderen Art. „Echnaton“ ist sicher zugänglicher als „Einstein
on the beach“. Ein lehrreiches Stück über einen Herrscher, der
mit seiner Radikalität der Gesellschaft vor den Kopf stieß und nach
seinem Tod dem Vergessen anheimfallen sollte. Glass hat ihn mit
seinen Stärken und Schwächen auf die Bühne geholt. Das NRW
Juniorballett, der Opernchor, die Solisten und die Dortmunder
Philharmoniker haben Echnaton wieder eine Stimme gegeben.




Julia Wissert ist die neue Leiterin ab Spielzeit 2020/2021 für das Schauspiel Dortmund

Nun ist es amtlich.
Ab der Spielzeit 2020/2021, nach zehn innovativen Jahren unter Kay
Voges als Intendant des Schauspiels Dortmund, folgt die 34-jährige
Julia Wissert als jüngste Intendantin Deutschlands. Die in Freiburg
geborene Julia Wissert hat bisher schon einige Erfahrungen an
verschiedenen Theatern wie etwa das Maxim Gorki Theater, Theater
Luzern, Schauspielhaus Bochum oder am Nationaltheater Brno als
Regisseurin sammeln können. Die Position der Chefdramaturgin und
Co-Intendantin übernimmt Sabine Reich.

Wie Kulturdezernent
Jörg Stüdemann beim Pressetermin im Rathaus erklärte, war sich die
Findungskommission schnell eins. In der Ratssitzung vom 23.05.2019
wurde sie mit überwältigender Mehrheit gewählt. Sie ist gleich
sehr gefordert und es wird ein harter Start in der relativ kurzen
Zeit bis da hin.

Was erwartet das
interessierte Theaterpublikum?

Inhaltlich geht es
ihr darum, im Kontakt der hiesigen Stadtgesellschaft zu erforschen,
welche relevanten Bereiche noch nicht vertreten sind. Was erwartet
ihr vom Theater? Was fehlt? Was sind deine Themen? Das können die
Fragen sein, die zur Diskussion stehen.

Sie sieht die Stadt
als Partner und das Publikum nicht nur als Konsument. Die
Stadtgesellschaft ist, so Sabine Reich, eine Kraftquelle, und das
Theater dient als Experimentierfeld.

Das Schauspiel Dortmund geht ab 2020/21 neue Wege mit Julia Wissert (2.v.l.). Mit dabei ist ihre neue Chefdramaturgin Sabine Reich (3.v.l.). Es gratulieren Kulturdezernent Jörg Stüdemann (links) und der geschäftsführende Direktor Tobias Ehinger.
Das Schauspiel Dortmund geht ab 2020/21 neue Wege mit Julia Wissert (2.v.l.). Mit dabei ist ihre neue Chefdramaturgin Sabine Reich (3.v.l.). Es gratulieren Kulturdezernent Jörg Stüdemann (links) und der geschäftsführende Direktor Tobias Ehinger.

Programmatisch soll
es eine ästhetische Variationsbreite geben. Das beinhaltet
Stückentwicklungen, Performances, Projekte zwischen Kunst und
Kultur, oder aber klassische Theater in neuer modernisierter
Bearbeitung. Es stellt sich ja immer die Frage, welche Literatur
heute noch angemessen ist, so Stüdemann.

Eine Zusammenarbeit
mit der neu gegründeten Akademie für Digitalität und Theater kann
sich die neue Intendantin zukünftig auch vorstellen.

Geplant sind auch
regelmäßige Projekt im Stadtraum.

Strukturell stellt
sich die Frage: Wie wollen wir im Theater in der Zukunft zusammen
arbeiten?

Ihr Ziel ist, dass
Theater inmitten der Stadt zu verankern. Die Diversität soll
widergespiegelt werden.

Wie das neue
Ensemble aussehen und wer von dem alten, sehr mit Kay Voges
verbundenen SchauspielerInnen noch dabei sein wird, ist noch unklar.

Da das Theater auch
für Werte stehen sollte, möchte Wissert auch gegen strukturelle
Missstände dort vorgehen. Sie machte zuletzt mit einer unter anderem
von Ihr mit entworfenen Anti-Rassismus-Klausel Furore. Diese ist, wie
die zukünftige Intendantin des Dortmunder Schauspiels betonte, nur
als Einladung zum Dialog gedacht. Es soll keine Möglichkeit sein,
mithilfe der Rassismus-Keule schnell eine Kündigung durchzubekommen.

Genaue Bedingungen
und juristischen Feinheiten müssen solche Vertragsklauseln jedoch
genau geprüft werden, so der Kulturdezernent.

Ein weiterer Schritt
in der Zeit des Auf- und Umbruchs steht bevor.

Miteinander
diskutieren und reiben als nur auf negative Phänomene und Probleme
zu reagieren, ist das Motto der zukünftigen Intendantin.




„Irrgarten des Wissens“ als theatrale Sinfonie

Am 25. Mai 2019 um
18:00 Uhr hat im Schauspiel Dortmund als letzte Premiere in dieser
Spielzeit die Stückentwicklung „Im Irrgarten des Wissens“ unter
der Regie von Thorleifur Örn Arnarsson seine Premiere. Er komponiert
gemeinsam mit dem Autor Mikael Torfason eine Art theatrale Sinfonie
über Grenzbereiche des Lebens, Geburt und Tod, Vergänglichkeit, die
persönliche Perspektive von Geschichte und das Vergessen.
„Geschichte ist eine Spirale und die Motive treten leicht verändert
wieder auf“, so der Regisseur.

Arnarsson ist ein
Regie-Shootingstar, der den Faust-Theaterpreis 2018 für seine
„Edda-Inszenierung“ in Hannover erhalten hat und ab der Spielzeit
2019/2020 Schauspieldirektor an der Berliner Volksbühne tätig sein
wird.

Für ihn ist Theater
ein gesellschaftlicher Ort, ein „Labor im geschützten Rahmen, um
gesellschaftliche Prozesse zu reflektieren“. Dabei sind die
Ensemble-Mitglieder mit ihren persönlichen Blickwinkeln und
Erinnerungen eine wichtige Kraftquelle.

Das Projekt wird
eine kollektive Mammut-Aufgabe, bei der das gesamte Ensemble samt
Sprechchor, alle Abteilungen des Schauspiels wie die Technik,
Multimedia-Abteilung, Dramaturgie, Beleuchtung, Ton, Maske und
Garderobe zusammenwirken.

Dieses mehrstündige
Sommertheaterspektakel geht quer durch das Schauspiel und betrifft
auch das Foyer oder den Theatervorplatz.

Die beteiligten
Akteure schöpfen nicht nur aus dem reichhaltigen Gedächtnis von
über 3000 gelebten Jahren, sondern weben auch ihre ganz persönlichen
Erinnerungen zu einem rauschhaften Geflecht aus Geschichten, Szenen,
Bildern und Musik.

Material für dieses
Abenteuer sind 100 Personen aus der Menschheitsgeschichte, wie
Sisyphos, Mozart, Juri Gagarin, Magda Goebbels bis hin zu Beyoncé
oder Susan Sontag. Ergänzt wird es durch die Biografien von
Dortmunder Bürgern der Gegenwart. „Das
Theater ist der einzige Ort, wo ein kollektives Zusammentreffen und
Auseinandersetzung mit der Gesellschaft stattfindet“, erklärte der
Regisseur. Das Publikum bekommt zunächst eine Art „Landkarte“
für den Abend.

Es
beginnt im Zentrum des Schauspiels auf der Bühne. Dort ist alles
zunächst nur schemenhaft zu erkennen. Die Drehbühne fährt ihre
Runden. Dann erscheint ein Mensch in der Stille und erzählt seine
Geschichte …

Nicht nur wie hier auf der großen Bühne, sondern auch an anderen Orten kann der "Irrgarten des Wissens" besucht werden. (Foto: © Birgit Hupfeld)
Nicht nur wie hier auf der großen Bühne, sondern auch an anderen Orten kann der „Irrgarten des Wissens“ besucht werden. (Foto: © Birgit Hupfeld)

Somit
entsteht ein Theatererlebnis, das sich von der großen Bühne wie ein
Flusslauf auf das ganze Theatergebäude zieht, wo eine immer
persönlichere Auseinandersetzung in Form eigener Texte der
Schauspieler und Performances möglich
ist. Man
könnte aber auch auf seinem Platz im Schauspiel sitzen bleiben und
verfolgen, was dort weiter
passiert. Für
die Livemusik
auf der Bühne ist der französische Multi-Instrumentalist Gabriel
Cazes verantwortlich.

„Im
Irrgarten des Wissens“ ist ein bildgewaltiges und intimer
gesellschaftlicher
Mikrokosmos
über die Grenzbereiche des Lebens, für das man
viel Zeit lassen sollte.

Deshalb
finden am Premieren-Tag und an den Vorstellungen am Wochenende
jeweils in einer ca. sechsstündigen Extendet Version (Beginn 18:00
Uhr) statt. Unter der Woche wird eine gekürzte Version (Beginn
19:30) gespielt.

Informationen
zu den weiteren Vorstellungsterminen erhalten Sie wie immer unter
www.theaterdo.de oder 0231/ 50
27 222.




13 Personen wollen spielen – ein Potpourri an Mini-Geschichten

Genau kann man es
nicht sagen, aber die Produktion „13 Personen wollen spielen“
könnte die 25. Produktion der „Theaterwerkstatt am Theater im
Depot“ von Regisseurin Barbara Müller sein. Wie dem auch sei, der
Zuschauer kann sich auf eine spritzige Mini-Dramen-Collage freuen.
Premiere ist am 24.05. 2019 um 20 Uhr im Theater im Depot.

Mini-Dramen
beinhalten die komplette Theaterwelt im Kleinen. Quasi das Theater in
einer Nussschale. Diese Mini-Dramen können sehr kurz sein, etwas ein
Vierzeiler oder natürlich etwas länger, sie sind jedoch thematisch
geordnet. Es kann über Gefühle gehen oder einfach nur über
Kulinarisches. Die kleinen Dramen sind romantisch, absurd oder
dramatisch,

Die
Rahmengeschichte: Die Schauspieler entdecken in einem Theater auf dem
Dachboden alte Requisiten und Textbücher. Dabei entdecken sie ihre
Spielfreude wieder.

Das Ensemble der Theaterwerkstatt bei den Proben mit den Requisiten. (Foto: © Barbara Müller)
Das Ensemble der Theaterwerkstatt bei den Proben mit den Requisiten. (Foto: © Barbara Müller)

Die Bühne ist
schwarz-weiß gehalten (Bühnenbild von Mathias Schubert) und auch
die Schauspieler auf der Bühne sind in schwarz-weiß-grau gekleidet.
Die Musik kommt von Cosmo Sheldrake. Auch wenn nicht alle vom
Ensemble bei jeder Szene beteiligt sind, so sind doch alle dreizehn
ständig auf der Bühne. Barbara Müller verspricht „ein Feuerwerk
von vielen Szenen“.

Die Regisseurin
konnte etwas Bemerkenswertes verkünden. Die Zahl der Männer im
Ensemble hat sich verdoppelt. Jetzt befinden sich mit Dirk
Leistenschneider und Adnan Zecevic zwei im Ensemble.

Neben der Premiere
am 24. Mai gibt es noch zwei weitere Vostellung am 25. Mai um 20 Uhr
sowie am 26. Mai um 18 Uhr.

Karten bekommt man
unter ticket@theaterimdepot.de,
die Karten kosten 10 €, ermäßigt 5 €.




Detektiv-Geschichte um Emil als Solo für Gustav

Im Dortmunder
Kinder- und Jugendtheater hatte am 18.05.2019 „Emil und die
Detektive – ein Solo für Gustav“ unter der Regie Bettina Zobel
(Ensemble-Mitglied im KJT) seine Premiere.

Die Inszenierung ist
in mehrfacher Hinsicht eine besondere. Zum einen wird die Geschichte
von „Emil und die Detektive“ (Erich Kästner 1929) aus der Sicht
von Gustav mit der Hupe erzählt und dann auch noch auf eine ganz
eigene Art und Weise präsentiert, die das Publikum ein Stück weit
in die Welt von 1929 in Berlin eintauchen ließ.

Ein besonderes
Erlebnis war es aber, Andreas Gruhn, den langjährigen Leiter des
KJT, als Schauspieler auf der Bühne zu erleben. Als gebürtiger
Berliner war dies eine sogenannte Paraderolle für ihn. Mit viel
„Berliner Schnauze“ versprühte er den herben trockenen Charme
der Hauptstadt.

Er spielte den Enkel
des „Gustav mit der Hupe“, der die Geschichte aus der Sicht
seines Großvaters lebendig auf die Bühne brachte. Die spannenden
Geschehnisse um Emil, der aus Neustadt mit der Bahn und 140 Mark von
seiner Mutter für die Großmutter nach Berlin aufbricht, und vom
Fiesling Grundeis im Schlaf bestohlen wird. Mit der Hilfe von Gustav
mit der Hupe und seinen Freunden gelingt es ihm mit Mut, Witz sowie
Solidarität am Ende, den Dieb und gesuchten Bankräuber zu
überführen.

Andreas Gruhn schlüpfte in verschiedene Rollen. (Foto: © Edy Szekely)
Andreas Gruhn schlüpfte in verschiedene Rollen. (Foto: © Edy Szekely)

Die Requisiten auf
der Bühne, mit einem alten Telefon aus der damaligen Zeit,
Schiebermütze und mehr, waren samt der Kostüme mit viel Liebe und
Sorgfalt ausgesucht.

Verschiedene
Fotografien aus dem Berlin um das Jahr 1929, vergrößert auf
Papptafeln gebracht, wurden mithilfe einer Videokamera auf eine
Leinwand projiziert und mit ausgeschnitten Personen der Handlung je
nach Bedarf bereichert.

Andreas Gruhn konnte
nicht nur seine schnelle Wandlungsfähigkeit unter Beweis stellen,
sich in die unterschiedlichen Charaktere einfühlen, sondern durfte
auch noch zur Freude des Publikums singen und tanzen. Da blieb kein
Auge trocken und Langeweile kam nicht auf.

Es war eine
gelungene Inszenierung mit einer gelungenen Mischung aus klassischen
Theaterspiel mit einfachen Mitteln und den Möglichkeiten der
modernen Technik. Sie zeigte dem jungen und älteren Publikum den
Wert von Mut, Nicht-Aufgeben und Zusammenhalt und einen kleinen
Eindruck vom „alten Berlin“.

Nach der Vorstellung
wurde Andreas Gruhn noch für seine zwanzigjährige Tätigkeit als
Leiter des KJT und sein Städteübergreifendes Engagement
(beispielsweise mit gegenseitigen Besuchen von Theatern in Dortmunder
Partnerstädten, seine Weihnachtmärchen-Inszenierungen und vieles
mehr) von Bürgermeisterin Jörder und Tobias Ehinger
(Geschäftsführender Direktor am Theater Dortmund) geehrt. Er bleibt
dem Theater noch weitere Jahre erhalten.

Auch viele ehemalige
Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter waren zum Jubiläum erschienen und
der Abend endete mit einer fröhlichen Überraschungsfeier.




Spannender Theaterspielplan 2019/2020 in Dortmund

Der neue Spielplan
für die Saison 2019/2020 wurde am 15.05.2019 in der ehemaligen
Schreinerei des Hauses und angedachter Interimsstandort für die neue
Akademie für Theater und Digitalität vorgestellt. Die Akademie ist
die sechste Sparte des Theaters und ihr künstlerischer Leiter Marcus
Lobbes (bekannt zuletzt als Regisseur „Ich-Europa“ in Dortmund)
und zwei MitarbeiterInnen waren auch bei der Pressekonferenz
anwesend.

Genau wie der
geschäftsführende Direktor Tobias Ehinger freute er sich über
Achtung und Rückendeckung für das Theater Dortmund in unserer
Stadt, dem Land, Bund und auch in der Europäischen Union (EU). Das
macht sich unter anderem durch Unterstützung diverser Fördervereine
und Unterstützern, einem „werbenden DSW21-Bus“, steigenden
Kulturaustausch und vieles mehr deutlich. EU-Fördergelder
ermöglichen auch den bis jetzt 54 Studien-Bewerbern für die neue
Akademie Ausschreibungen für Stipendien für ein halbes Jahr zu
erhalten.

Die nächste
Theatersaison bietet einiges neues und spannendes.

Oper:

Zwei Themenbereiche
stehen im Mittelpunkt der zweiten Spielzeit von Opernintendant
Heribert Germeshausen. Neu ist der geplante „Wagner-Kosmos“, der
ab 2020 alljährlich als Festival um Wagners Geburtstag herum
veranstaltet wird. Hier wird Wagners Werk systematisch in einem
Kontext zu wichtigen Vorläufern, Zeitgenossen und Antipoden gesetzt.
Der erste Wagner Kosmos verbindet drei Neuinszenierung: Wagners
LOHENGRIN (mit den Bayreuther-Stars Daniel Behle und Kwangchul Youn)
mit Aubers DIE STIMME VON PORTICI (Regie Peter Konwitschny) und mit
FERDINAND CORTEZ ODER DIE EROBERUNG VON MEXIKO und wird mit einem
Symposium abgerundet.

Die Dortmunder Oper
feiert im April 2020 ihre Formate für das junge Publikum wie etwa
die Junge Oper unter Einbezug der Bürgeroper mit einem
Musikfestival: Drei Uraufführungen, NEVERLAND, die Kooperation mit
dem Kinder- und Jugendtheater DIE KLEINE GANS, DIE AUS DER REIHE TANZ
und die KINDER DES SULTANS stehen auf dem Programm. Weitere
Neuproduktionen sind MADAME BUTTERFLY (Oper), das Musical JEKYLL &
HYDE sowie die Singkomödie IM WEISSEN RÖSSL.

Mit Spannung in die neue Spielzeit. (v.l.n.r.) Kay Voges, Marcus Lobbes, Xin Peng Wang, Andreas Gruhn, Tobias Ehinger und Heribert Germeshausen. (Foto: © Anja Cord)
Mit Spannung in die neue Spielzeit. (v.l.n.r.) Kay Voges, Marcus Lobbes, Xin Peng Wang, Andreas Gruhn, Tobias Ehinger und Heribert Germeshausen. (Foto: © Anja Cord)

Ballett:

Neben den beliebten
Ballett-Gala-Abenden bietet Ballettdirektor Xin Peng Wang die
Fortsetzung von „Inferno“, dem ersten Teil von Dantes „Göttlicher
Komödie“, mit seiner Choreografie PURATORIO, und zeigt, was diese
für eine Bedeutung für uns heute hat. Als Erstaufführung ist EIN
MITTSOMMERNACHTTRAUM (Choreografie Alexander Ekman) vorgesehen und
mit #ZAUBERFLÖTE3.0 und BAUHAUS zwei Neuproduktionen.

Alles im Zeichen von
Innovation, Initiative und International.

Dortmunder
Philharmoniker:

In der nächsten
Spielzeit reisen die Dortmunder Philharmoniker musikalisch AM PULS
DER ZEIT durch elf große Metropolen und besuchen unter anderem
Dvořák
in New York, Strawinsky in Paris, Mahler in Prag oder etwa Verdi in
Mailand.

Dort
ist zurzeit auch Generalmusikdirektor Gabriel Feltz als Dirigent mit
der Stuttgarter Philharmoniker tätig und verkündete sein Programm
für die neue Saison per Video. Eine Neuerung gibt es bei der Reihe
WIENER KLASSIK. In den drei Konzerten steht ein berühmter Solist des
Abends auch am Pult des Orchesters.

Das
NEUJAHRSKONZERT 2020 findet erstmals in Zusammenarbeit mit dem
Konzerthaus Dortmund auch dort statt. Neben
den CITYRING KONZERT auf dem Dortmunder Friedensplatz (diesmal auch
als Filmmusikgala, gewidmet John Williams) werden alle bekannten
Formate der Philharmoniker weiter geführt.

Schauspiel:

In
seiner zehnten und letzten Spielzeit will Intendant Kay Voges noch
einmal ein Feuerwerk entfachen. Neben (Theater-) Klassikern der
moderne (wie zum Beispiel Arthur Millers Hexenjagd) und der
Schauspieler-Komödie „Das Reich der Tiere“ bietet das Schauspiel
im Studio die Uraufführung von „Familien gegen Nazis“ oder das
im letzten Jahr ausgefallenen Punkrock-Musical mit den Kassierern
„Die Drei von der Punkstelle“. Außerdem geht Intendant Kay Voges
in „Play/Abriss einer Reise“ mit dem gesamten Ensemble auf die
Suche dem was war, was ist und was sein wird. Der Ausnahme-Künstler
Jonathan Meese präsentiert sein
neues Werk: „Lolita (R)evolution (Rufschädigenst) – Ihr Alle
seid die Lolita Eurer Selbst!“

Die
letzten drei Monate der Spielzeit werden von einem SHOWDOWN bestimmt,
einer Schlussoffensive, die mit kleinen und großen Inszenierungen
noch einmal alte bekannte und neue Formate auf die Bretter des
hiesigen Schauspiels ruft.

Die Spielzeithefte für 2019/20 kommen in einer schicken Box. (Foto: © Anja Cord)
Die Spielzeithefte für 2019/20 kommen in einer schicken Box. (Foto: © Anja Cord)

Kinder-
und Jugendtheater (KJT):

Das anders sein und der Umgang damit steht in dieser Spielzeit beim KJT im Blickpunkt. Was macht uns zu Außenseitern, Spinnern oder Verfolgten? Wie der Direktor des KJT erklärte, stehen alle am Rand, müssen ihren Weg suchen und verändern dabei sich und die Umwelt.Ob etwa beim politischen Monolog „Name: Sophie Scholl“, einer Geschichte um Mut und Zivilcourage, oder im diesjährigen Weihnachtsmärchen „Zwerg Nase“ nach Wilhelm Hauff (neu geschrieben von Andreas Gruhn). Premiere im Februar hat „Die erstaunlichen Abenteuer der Maulina Schmitt“. Wie sich dem Leben stellen, wenn scheinbar alles zusammenbricht. Aus Dortmunds Partnerstadt Rostow am Don wird eine Theatergruppe für drei Auftritte in unsere Stadt kommen und beim KJT Gast sein.

Am
Ende der Spielzeit folgt die zweite Kooperation mit der freien
Theatergruppe pulp fiktion. Es wird ein performativer Spaziergang
„H2O“.
Die Zuschauer erkunden das Gelände der Kokerei Hansa und erleben
„ein Stück Klimawandel“.

Das
umfangreiche, in einzelnen Broschüren verpackte und in einer weißen
Box aufbewahrte, neue Spielzeitprogramm ist ab sofort im Theater
erhältlich. Abonnenten können ab jetzt ihre Wunschveranstaltungen
auswählen und ab dem 02.07.2019 können alle Interessierten Tickets
für die einzelnen
Programme kaufen.




Emil und die Detektive – Kästners Klassiker als Solo

Ein außergewöhnliches Stück feiert am 18. Mai 2019 im Kinder- und Jugendtheater Dortmund (KJT) seine Premiere. Aufgeführt wird „Emil und die Detektive“ von Erich Kästner, aber es wird nur ein Schauspieler auf der Bühne stehen und der ist niemand anderes als Andreas Gruhn, der Leiter des KJT. Der Enkel von „Gustav mit der Hupe“ erzählt die Gesichte, wie er sie von Opa erzählt bekam. Daher auch der Untertitel „Ein Solo für Gustav“.

Der Roman für
Kinder von Kästner aus dem Jahre 1929 ist sicher einer der
bekanntesten Detektivgeschichten für Kinder. Zur Handlung: Der
12-jährige Emil Tischbein fährt nach Berlin, um seiner Oma 140 Mark
zu übergeben. Während der Fahrt wird ihm das Geld von einem
gewissen Herrn Grundeis gestohlen. Emil kann ihn aber vom Bahnhof Zoo
verfolgen. Dabei trifft er auf Gustav mit der Hupe mit ihm und seinen
Freunden können sie den Mann so lange verfolgen und vor einer Bank
stellen und der Polizei übergeben. Die stellt fest, dass der Herr
„Grundeis“ verschiedene Namen hat und ein gesuchter Bankräuber
ist.

Passend zum Stück wird viel ,Berliner Lokalkolorit zu sehen sein. Andreas Gruhn als "Gustav mit der Hupe". (Foto:© Birgit Hupfeld)
Passend zum Stück wird viel ,Berliner Lokalkolorit zu sehen sein. Andreas Gruhn als „Gustav mit der Hupe“. (Foto:© Birgit Hupfeld)

Kästners „Emil
und die Detektive“ ist ein Buch, bei der die Kinder auch einen sehr
aktiven Part einnehmen und die Geschichte ohne Lösung der
Erwachsenen auskommt. Doch der Roman hat noch einen anderen Aspekt,
denn es ist auch ein Zeitdokument. Es spielt im Berlin der
ausgehenden 20er Jahre und beinhaltet sehr viel Lokalkolorit. Daher
ist es nicht verwunderlich, wenn Gruhn sagt, dass „Berlin die
zweite Hauptrolle spielt“, schließlich ist er ja auch in der
Gegend aufgewachsen, in der „Emil und die Detektive“ spielt.

Die Monologfassung
hat Bettina Zobel, Ensemblemitglied im KJT verfasst, es ist zwar
nicht ihr erstes selbst verfasstes Stück, aber das erste für ihren
„Chef“, der nach zwanzig Jahren wieder auf der Bühne steht. Der
besondere Kniff von Zobels Fassung ist, dass die Geschichte aus Sicht
von Gustav mit der Hupe erzählt wird oder besser gesagt, was der Opa
Gustav seinem Enkel Gustav über die spannende Detektivgeschichte
erzählt hat. Gruhn wird in der Fassung mehrere Rollen
interpretieren, schließlich macht ja die große Gruppe Kinder den
Räuber nervös.

Das Stück wird in
dieser Spielzeit noch zehnmal aufgeführt, es wird aber auch in der
nächsten Spielzeit fortgesetzt.

Termine und Infos
finden Sie unter www.theaterdo.de




Benefizveranstaltung für künstlerische Nachhaltigkeit in Dortmund

Im letzten Jahr gab
es schon eine besondere Benefizveranstaltung unter dem Titel
„Sommernachtstanz“ als Kooperation vom Theater Dortmund (Ballett)
und dem Lions-Club Rothe Erde mit dem Ziel, junge Künstlerinnen und
Künstler und nachhaltige Projekte in verschieden künstlerischen
Bereichen zu fördern.

Am 06. Oktober 2019 um 17:00 Uhr (Opernhaus Dortmund) wird es einige Veränderungen geben. Nicht nur der Name, auch die Kooperation wird mit Highlights aus Oper & Ballett erweitert. Der neue Name „Dortmunder Löwe 2019“ ist eine symbolische Reminiszenz an den Lions-Club Rothe Erde. Eine Jury unter der Leitung von Bürgermeisterin Birgit Jörder vergibt wieder Preise in den drei Kategorien:

1. „Junge
Künstlerinnen und Künstler“,

2. Kulturelle /
künstlerische Vermittlungsprojekte“

3. im Bereich
„Nachhaltigkeit“ (Projekte, die Kunst und Kultur nachhaltig für
die nächste Generation etablieren).

Interessierte können
sich bis zum 15. Juni 2019 unter dortmunderloewe@theaterdo.de
bewerben.

Tobias Ehinger
(Geschäftsführender Direktor Theater Dortmund)erklärte, dass es
nicht um einen Siegeswettbewerb im Sinne 1. 2. und 3. Preis, sondern
das die Unterstützung für förderungsbedürftige Personen oder
Projekte je nach ihrem aktuellen Bedarf geht.

Mit dem "Dortmunder Löwen" wird ein Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler ins Lebens gerufen. (v.l.n.r.) Tobias Ehinger (Geschäftsführender Direktor des Theater Dortmund), Heribert Germeshausen (Intendant der Oper), Dietmar Bläsing (Lions Club Rothe Erde), Bürgermeisterin Birgit Jörder, Manfred Klobes (Präsident Lions Club Rothe Erde), Ballettdirektor Xin Peng Wang, Sascha Nies und Gerd Bollermann (Lions Club Rothe Erde).
Mit dem „Dortmunder Löwen“ wird ein Förderpreis für junge Künstlerinnen und Künstler ins Lebens gerufen. (v.l.n.r.) Tobias Ehinger (Geschäftsführender Direktor des Theater Dortmund), Heribert Germeshausen (Intendant der Oper), Dietmar Bläsing (Lions Club Rothe Erde), Bürgermeisterin Birgit Jörder, Manfred Klobes (Präsident Lions Club Rothe Erde), Ballettdirektor Xin Peng Wang, Sascha Nies und Gerd Bollermann (Lions Club Rothe Erde).

Zusätzlich wird ein
Wettbewerb zur Gestaltung des Dortmunder Löwen ausgelobt.

Wie beim Oscar oder
dem Bären der Berlinale wird auch mit der Förderung des DORTMUNDER
LÖWEN eine Trophäe vergeben. Wie diese aussieht, ist Teil des
Wettbewerbs, an dem sich alle Künstlerinnen und Künstler in
Dortmund beteiligen können. Die Gewinnerin oder der Gewinner
erhalten eine einmalige Förderung von 1.000 EUR.

Wie Bürgermeisterin
Jörder beim Pressegespräch betonte, können wirklich alle jungen
Künstlerinnen (bis 30 Jahre), auch die Beteiligten vom letzten Jahr
mitmachen.es muss nur etwas „begreifbares“ geliefert werden.

Interessenten können
ihre Vorschläge bis zum 15. Juni 2019 unter
dortmunderloewe@theaterdo.de
einreichen.

Manfred Klobes
(Präsident Lions-Club Rothe Erde) verriet, dass auch in diesem Jahr
wieder viele Förderer und Sponsoren für das Projekt für die
Gesamtsumme von 40.000 EUR (wie letztes Jahr) gefragt sind. Spenden
erwünscht. Sämtliche Erlöse zzgl. Spenden und Sponsoreneinnahmen
kommen der Förderung von Projekten der kulturellen und
soziokultureller Nachwuchsarbeit in Schulen und Kindergärten sowie
jungen Künstlern in Dortmund zugute. Breite Förderung gehört zur
Philosophie vom Lions-Club.

In diesem Jahr ist
das kulturelle Programm vom kulinarischen Programm getrennt.

Zunächst können
sie das einmalige und exklusive Programm, zusammengestellt von
Opernintendant Heribert Germeshausen und Ballettdirektor Xin Peng
Wang und die dramaturgisch darin eingebundenen Preisverleihungen
erleben. Es soll ein einmaliges „Preview-Erlebnis“ für die
BesucherInnen werden.

Sicher sind
besondere Ausschnitte aus „Inferno“ (Ballett) oder der neuen
Opernproduktion „Echnaton“ als Highlight und auch das
NRW-Juniorballett dabei.

Preise für die
Benefizveranstaltung
mit Highlights aus Oper und Ballett:
Dortmunder Löwe:

Kategorie 1: 50 EUR
(1. bis 16. Reihe)

Kategorie 2: 40 EUR
(17. bis 25. Reihe)

Im Anschluss an
die Veranstaltung
mit Preisverleihungen besteht die Möglichkeit,
für einen Preiszuschlag von 35 EUR in der Lounge21 (Obere Etage) an
einer Party mit Live-Musik teilzunehmen und ein Flying Dinner von
Dinner&Co mit kulinarischen Köstlichkeiten zu genießen.




Ente, Tod und Tulpe – ein Stück über Leben und Tod

Everybody’s wonderin‘ what and where they they all came from
Everybody’s worryin‘ ‚bout where they’re gonna go
When the whole thing’s done
But no one knows for certain
And so it’s all the same to me
I think I’ll just let the mystery be
(„Let the mystery be“, Iris DeMent)

Kindern den Tod zu
erklären kann schwierig sein. So etwa, wenn plötzlich die Oma
stirbt oder das geliebte Haustier nicht mehr da ist. Was bedeutet
„tot“ und was passiert dann mit einem? Es fällt schon
Erwachsenen schwer, mit ihrer Angst vor dem Tod klarzukommen. Kinder
sehen das, so Psychologen, je nach Alter, vielleicht etwas
unbefangener. Wolf Erlbruch schrieb zu diesem Thema das Kinderbuch
„Ente, Tod und Tulpe“. Nora Dirisamer bearbeitete es als
Theaterstück und Rada Radojcic von den Kulturbrigaden führte Regie.
Die Premiere fand am 05.05.19 im Theater Fletch Bizzel statt.

Die Geschichte: Die
Ente bekommt unerwarteten Besuch. Es ist der Tod. Doch die Ente fühlt
sich noch nicht bereit. Sie überzeugt den Tod noch ein Weilchen bei
ihr zu bleiben und gemeinsam erleben sie eine schöne Zeit. Doch
irgendwann wird es Zeit für die Ente zu gehen …

Aus dieser
Konstellation entwickelt sich ein lustiges, aber auch anrührendes
Theaterstück. Anna Marienfeld gibt eine lebenslustige quicklebendig
erscheinende Ente, während Christiane Wilke den Tod erst sehr ernst
spielt, der dann aber im Laufe des Stückes immer mehr auftaut und
Spaß an den Enten-Dingen findet, wie beispielsweise dem Gründeln.

Die Ente versucht
den Tod auf verschiedene Arten auszutricksen. Hier ist eine kleine
Reminiszenz an den „Brandner Kasper“ oder anderen Figuren
ersichtlich. Die Möglichkeit, mit dem Tod zu „verhandeln“ ist
eines der Phasen, die die Sterbeforscherin Ross-Kübler im Umgang mit
dem Tod erkannt hat. Neben Verhandeln sind dies das
„Nicht-wahrhaben-wollen“, „Zorn“, „Depression“ und
„Akzeptanz“. Diese Phasen finden sich auch im Stück wieder, wenn
auch in unterschiedlicher Prägung. So wie jeder Mensch individuell
ist, ist es auch die Ente. So gibt nur einen kurzen Moment des
wütenden „warum ich?“.

Ente (Anna Marienfeld) und Tod (Christiane Wilke) lernen sich gegenseitig kennen und schätzen. (Foto: © Rada Radojcic)
Ente (Anna Marienfeld) und Tod (Christiane Wilke) lernen sich gegenseitig kennen und schätzen. (Foto: © Rada Radojcic)

Das Kluge an dem
Stück ist, dass der Tod erklärt, er sei immer bei der Ente gewesen.
Denn der Tod gehört zum Leben dazu. Er ist die letzte Veränderung.
Oder um es salopp zu sagen: Das Leben ist eine Krankheit, die durch
Sex übertragen wird und immer tödlich endet. Wer sich dessen
bewusst ist, lebt sein Leben sicher bewusster. „Carpe diem“-
nutze den Tag.

Natürlich stellt
die Ente dem Tod auch die Fragen nach dem danach. Was passiert nach
dem Tod? Kommt man in den Entenhimmel? Das Gute an dem Stück ist, es
lässt nicht nur die Antwort offen, sondern zeigt, dass das Leben ein
Kreislauf ist. Am Ende holt er Tod ein Entenei hervor, aus dem wieder
eine Ente schlüpfen wird.

Für die Kostüme
war wieder die Regisseurin Rada Radojcic zuständig. Ihr Tod war kein
Skelett wie üblich, sondern kommt in Anzug und Melone daher. Zwar
ist die Figur bleich geschminkt, aber keinesfalls zum Fürchten.
Schließlich ist das Stück ja für Kinder ab fünf Jahre. Die Ente
trägt eine wuschelige Perücke voller Federn.

Natürlich gehört
zu so einem Stück auf die entsprechende Musik. Von „Bella Bimba“
bis „I‘m singing in the rain“ waren fröhliche Klänge zu
hören. Selbstverständlich durfte der bekannte „Ententanz“, den
die Ente zusammen mit dem Tod tanzte, nicht fehlen. Am Ende erklang
traurige Klaviermusik.

Das Stück ist
absolut empfehlenswert. Nicht nur für Kinder, sondern auch für
Erwachsene. Es bleibt zu hoffen, dass dieses Stück öfter gespielt
wird, denn das Thema ist und bleibt zeitlos. Zur gelungenen Premiere
gehörte natürlich die wunderbare und berührende Darstellungskunst
von Marienfeld und Wilke.

„Ente, Tod und
Tulpe“ ist noch einmal am 26.05.19 um 11 Uhr im Fletch Bizzel zu
sehen.