Stimmungsvolle Opern-Gala beim vierten Cityring-Konzert

Mit einem großen Aufgebot an glänzenden Stimmen und einem gut
ausgewogenen Programm mit Ausblick auf die neue Opern-Spielzeit
starteten zum vierten Mal die dreitägigen Cityring-Konzerte am
Freitag, den 06.09.2019 auf dem Dortmunder Friedensplatz.

Der Abend stand
unter dem Motto „Un bel di vedremo – Der Abend der großen
Stimmen“ .

Das Programm wurde
von Dirk Rutenhofer (Vorsitzender Cityring Dortmund) und
Opernintendant Heribert Germeshausen humorvoll-informativ moderiert.
Die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von
Generalmusikdirektor Gabriel Feltz zeigte sich gut aufgelegt und
gewohnt professionell. Der Opernchor des hiesigen Theaters
(Einstudierung Fabio Mancini) unterstützten die Sängerinnen und
Sänger auf der Bühne tatkräftig.

Die Ouvertüre aus
die Hochzeit des Figaro ( Mozart) war der Einstieg für eine
stimmungsvolle Operngala bei etwas kühleren Temperaturen. Denis
Velev (Bass) sorgte mit der witzig-ironischen Register-Arie aus Don
Giovanni (Mozart) für heitere Gelassenheit.

Mandla Mndebele
(Bariton) heizte die Stimmung temperamentvoll mit „Votre toast“
aus Carmen (Georges Bizet) an, und Irina Simmes (Sopran) zeigte ihr
Können mit der Arie „Je dis que rien ne m‘épouvante
(Carmen). Ein Star der
Operngala war sicher Andrea Shin (Tenor), der mit seiner humorvollen
Version von „O sole mio“ das Publikum mitriss.

Ab
der neuen Spielzeit wird jedes Jahr im Mai, dem Geburtsmonat von
Richard Wagner im Kontext zu seinen Vorläufern, Antipoden und
Zeitgenossen einen „Wagner-Kosmos“ im Dortmunder Opernhaus
eingeführt. Das Vorspiel von „Lohengrin“, 3. Akt) von Wagner,
nach der Pause aus dem 1. Akt, und das vom Chor dargebrachte
„Gesegnet soll sie schreiten“ (Lohengrin) boten dem Publikum eine
eindrucksvolle Kostprobe.

Wagners
Zeitgenosse Daniel François
Esprit Auber wurde den ZuhörerInnen mit zwei Arien aus „Die Stumme
aus Portici“ von Anna Sohn (Sopran) und Andrea Shin / Mandla
Mndebele näher gebracht.

Mogan
Moody (Bassbariton) zeigte nicht
nur seine komödiantische, sondern auch
seine „teuflische“ Seite bei der Arie „Son Io spirito“ aus
Mefistofele (Arrigo Boito).

Einen
berührenden Ausblick auf die Premiere von „Madame Butterfy“
(Giacomo Puccini), die Premiere ist am 15.09.2019 um 18:00 Uhr, gaben
Sae-Kyung Rim (Sopran) und Hyona Kim (Mezzosopran) zusammen mit dem
Opernchor mit der Arie „Scuoti quella fronda“.

Emotional
wurde es auch mit Verdis „Stride la vampa“ , gesungen von Hyona
Kim (Mezzosopran ) und dem Chor-Highlight „Zigeunerchor“ aus Il
Trovatore.

Die
Puccini-Arien „O mio babbino caro“ aus
Gianni Schicchi“
sowie „Un bel die
vedremo“ (Madame Butterfly) wurden von
Irina Simmes (Sopran9 und Sae-Kyung Rim (Sopran9 sensibel
interpretiert.

Zum
Abschluss sangen alle gemeinsam „Tutto nel mundo è burla“ aus
Verdis Falstaff und als
Zugabe gab es noch Brindisi
Arie „Libiarno ne‘ lieti calici“.




Ausdrucksstarke Tanzperformance im Dortmunder Theater im Depot

Eingeladen vom Projekt „Gemischte Tüte“ der Integrationsagentur
der Stadtteilschule Dortmund e. V., wurden Fernando Derks
(Peru-Niederlande) und Alexander Carrillo (Kolumbien) für zwei
Vorstellungen am 04. / 05.09.2019 mit ihrer besonderen
Tanzperformance „WhARTever Should Happen – Eine Welt auf den Kopf
gestellt“ in das Theater im Depot eingeladen. Die
Dramaturgie-Assistenz übernahm, die durch einige Produktionen im
Depot bekannte, Carolina Ortega (Venezuela).
Es war aber nicht
nur reine Tanzperformance, sondern eine gelungene Mischung aus kurzen
Geschichten mit familiärem Bezug, sensiblen musikalischen
Gitarrenbegleitungen, passgenauen computergenerierten
Geräuschkulissen und intensiven Ausdruckstanz.

Die Aktionen
bewegten sich zwischen Realismus, Magie und Surrealismus. Wahre
Geschichten in Zeiten von Krisen und Gewalt, aber ebenso Liebe und
Hoffnung. Die Grausame und zerstörerische Realität
lateinamerikanischer Bauern, wird in Verhältnis zu ihrem zeitlichen
Kontext und dem Leben an sich gesetzt. Alte Sitten und Traditionen
werden in der Gegenwart verwandelt und mit ihr
konfrontiert.
Vergangenes wird dabei durch ästhetische
Reflexionen vieler Kulturen und der bildlichen Spiegelungen des
Lebens neu erschaffen.
Das Publikum erlebte nah am Geschehen ein
Wechselbad der Gefühle. Die Spanne reichte von Schmerz, Liebe,
Stolz, Mut und Hoffnung.

Fernando Derks (mit Gitarre) und Alexander Carrillo entführten die besucher im Theater im Depot auf tänzerische Weise nach Südamerika.
Fernando Derks (mit Gitarre) und Alexander Carrillo entführten die besucher im Theater im Depot auf tänzerische Weise nach Südamerika.

Es wurde zunächst
in einer Art Prozession mit Weihrauch von den in schwarz gekleideten
und ganz in ein schwarzes Tuch gehüllten Künstlern mit
Gitarrengesang zur Bühne geführt, wo man sich in einen Kreis an die
Seiten hinsetzte. Die Bühne war schon zu Beginn relativ spärlich
beleuchtet, was zum Ende der Aufführung aus
dramaturgisch-atmosphärischen Gründen noch verstärkt wurde.

Erst nach einer
Weile befreiten sich die beiden Künstler von ihren schwarzen langen
Tüchern und zeigten sich und ihre Gesichter.

Die Gegenstände auf
der Bühne wie zwei Holzschemel, einem traditionellen Reifenrock und
Federschmuck, Glitzerpumps mit hohem Absatz und anderes wurden in der
Folge in die Performance einbezogen. Historische Hintergründe wurden
verdeutlicht, Begegnungen mit Frauen wurden tänzerisch dargestellt.
Eindrucksvoll, wie Alexander Carrillo nur mit dunkler Unterhose mit
den hohen Damenschuhen Ausdruckstanz darbot. Physisch musste er
später mit Laufschuhen einen Gewaltlauf (Flucht) über viele Minuten
mit Steigerung überstehen und war am Ende Schweißgebadet. Alexander
Carrillo und Fernando Derks waren sehr gut aufeinander eingespielt.




Kooperationsprojekt von artscenico zum Thema „Stille“

Die Welt um uns herum wird immer hektischer, lauter und
schnelllebiger. Wenig Zeit und Muße zum Innehalten und sich auf die
Stille mit all ihren erhellenden, anheimelnden oder manchmal auch
bedrückend wirkenden Aspekten einzulassen und dann sie auszuhalten.

Mit einer neuen
erweiterten Koproduktion „Silent City“ möchte artscenico unter
künstlerischen Leitung von Rolf Dennemann, Hans Dreher (Prinz
Regenten Theater) und João
Garcia Miguel (Teatro
Ibérico/Lissabon)
mit einem internationalem
Künstlerensemble die BesucherInnen auf eine Expeditionsreise durch
inszenierte Räume (25 Stationen) in verschiedenen Versionen
(Theater, Tanz, Installation, Projektion, Bilder) rund um das Theater
im Depot führen. Das
Projekt ist außerdem
eine Kooperation mit
„Parzelle im Depot“
und dem Depot e.V. Unterstützt
wird „Silent City“ unter anderem vom Kulturverband Ruhr und NRW
Kultur International.

Rolf Dennemann entführt uns mit artscenico in die "Stille Stadt" (Silent City).
Rolf Dennemann entführt uns mit artscenico in die „Stille Stadt“ (Silent City).

Nach
Version I im Bochumer Prinz Regenten Theater, finden die Premieren
der Version II im Dortmunder Depot am 06.09.2019 ( Freitag) und am
07.09.219 (Samstag) statt.

Wie
Rolf Dennemann beim Pressegespräch verriet, gab es die Idee zum
Projekt schon länger und sie bot sich als Kooperationsprojekt mit
Gleichgesinnten an. Wichtig ist dabei eine intime Atmosphäre.

Nur
für jeweils 6 Personen, jeweils zur vollen Stunde, ist der Zugang
möglich.

Der
Einlass ist stündlich ab 17:00 bis 21:00 Uhr.

Es
wird der gesamte Gebäudekomplex (Depot) für eine Betrachtung des
Themas „Stille“ in all seinen dramatischen Zuständen mit
verschiedenen künstlerischen Mittel
genutzt.

Die
BesucherInnen treffen auf Schauspieler, Tänzer, Musiker und
Performer, welche stille,
theatrale Situationen herstellen, oder aber eine menschenleere
Rauminstallation, die fremd gewordene Stille intensiv verkörpert.
Die Spanne reicht von geschlossenen Geschichten mit einem Anfang und
Ende, bis hin zu abstrakten sowie meditativen Bildern, Tanz oder kaum
vernehmbare Musik.

Auf
alle Fälle wird es ein individuelles, von jeder Person anders
empfundenes Abenteuer für den, der sich darauf einlässt.
Ausgangspunkt ist der der Eingangsbereich zum Theater im Depot (Bar).

Achtung: Eine Voranmeldung ist dringend notwendig!

Telefonisch
unter 0231/ 9822336 (Anrufbeantworter) oder, per E-Mail:
ticket@theaterimdepot.de




Intensive Geschichten – You can visit me

„Vier Lebensräume und ein
Hinterhof“, das sind die Spielräume in die die KünstlerInnengruppe
vier D. interessierte Bürger einlädt. In Kooperation mit dem
Machbarkeitstreff Borsig 11 und BewohnerInnen des Quartiers rund um
den Borsigplatz ist eine beeindruckende zweistündige Performance
entstanden, aufgeteilt auf fünf Etappen.

Basis
der erzählten Geschichten sind vier Interviews mit Bewohnern des
Quartiers, die den Künstlern als Inspiration für ihre Darstellung
dienten. In vierwöchiger Detailarbeit entstanden die Geschichten zu
den großen
Themen
Veränderungen und Hoffnung und wie sie uns durchs Leben tragen.
Zum künstlerischen Team gehören u. a. Birgit Götz (Konzept und
Choreografie), Nina de la Chevallerie (Regie) und
Thorsten Bihegue (Texte, Dramaturgie).

Von
vier als „Hoffnungsträgerinnen“ betitelte Fremdenführerinnen
begleitet, starten die Gruppen einen Rundgang durch drei Wohnungen
und einem
Ladenlokal an der Oesterholzstraße. Zirka 60 Interessierte haben
sich zu diesem Premierenrundgang angemeldet. Um in der einsetzenden
Dämmerung die Übersicht nicht zu verlieren sind die farblich
unterschiedlichen Regenschirme der Führenden liebevoll mit
Lichterketten dekoriert worden.

Nach
wenigen Minuten ist die erste Station erreicht. Auf der zweiten
Etage eines Mietshauses betreten wir eine kleine Wohnung, um in einem
Zimmer mit zwei TV-Monitoren Platz zu nehmen. Erzählt wird die
Geschichte des jungen Mannes Kim, der auf der Suche nach seiner
sexuellen Identität schwere Krisen durchlebt, sich mehrmals als Frau
outet und doch immer wieder in die männliche Rolle zurück fällt.
Trotz der schmerzhaften Suche und vieler Rückschläge bleibt er
hoffnungsvoll, seinen Platz im Leben zu finden. Spannend in Szene
gesetzt ist die Inszenierung des Vortrags. Im Laufe der Vorstellung
wird klar dass die im Film gezeigte Wohnung und auch die brillant
agierende Schauspielerin Cindy Tscherrig sich direkt nebenan in der
Küche und auch im Schlafzimmer befindet und sich von dort live
selbst beim Vortrag mit der Videokamera inszeniert (Physical
Theatre).

Nahid (Cordula Hein) erzählt ihre Geschichte der Flucht aus dem Iran nach der Revolution. (Foto: © Anja Cord)
Nahid (Cordula Hein) erzählt ihre Geschichte der Flucht aus dem Iran nach der Revolution. (Foto: © Anja Cord)

Die
nächste Station beschreibt das Leben der aus Iran zur Zeit der
Revolution geflüchteten jungen Frau Nahid (gespielt von Cordula
Hein). Sie versucht die Chronologie ihrer Flucht und ihres neuen
Lebens bis in die heutige Zeit zu rekonstruieren. „Nahid“ sucht
Bilder und Dokumente aus verschiedenen Kladden und Pappkartons
zusammen, versunken in Erinnerungen und Gefühlen der Vergangenheit.
Um alles in die richtige Reihenfolge zu bringen, wandert sie durch
den Raum und hängt Bilder und Papiere an einen kreuz und quer
gespannten roten Faden. So ergibt sich nach und nach ein Bild über
die Zeitspanne von den 70iger Jahren bis heute.

In
der dritten Wohnung empfangen uns die Tänzerin Yara Eid und auf
einem TV-Monitor die echte Interviewpartnerin Linda. Linda ist eine
junge Frau mit Downsyndrom. Sie sitzt in einem knallroten Sommerkleid
vor der Kamera und berichtet strahlend und energiegeladen von ihrer
neuen großen Liebe. Sie erzählt herzzerreißend offen von den
Schwierigkeiten die ihr als mongoloider Mensch in allen
Lebensbereichen begegnen. Yara Eid setzt die wechselnden Emotionen
wie Liebe, Freude, Trauer und Spaß in ihrem kleinen Wohnzimmer in
getanzte Bilder um.

In
einem Ladenlokal erwartet uns Johanna mit ihrer dramatischen
Geschichte. Sie erzählt sehr persönlich wie es ihr gelang, sich aus
der Sekte der Zeugen Jehova zu lösen. Der Kampf mit ihren Eltern,
den Sektenmitgliedern, ihre Not und ihre Schuldgefühle werden
deutlich greifbar. Über allem schwebt die Angst vor dem angedrohten
Armageddon. Nach vielen Jahren der Auseinandersetzung bringt sie die
Kraft auf den endgültigen Schritt in eine neue Zukunft zu tun. Ihre
Erkenntnis nach dem großen Schritt war, „Ich konnte atmen, ich
konnte durch diese Tür gehen!“

Zum
Abschluss
dieses beeindruckenden
Abends trafen alle Darsteller im Innenhof noch einmal zu einem
kleinen, gemeinsamen Auftritt zusammen.

Verblüffend
ist wie in kürzester Zeit vier Leben vor den Besuchern ausgebreitet
werden, jedes mit ganz anderen Herausforderungen beschwert. Diese
Technik des intensiven Hineingeworfenseins beansprucht alle Sinne der
Besucher, und ist ein genialer Zug um einen direkten Zugang zu den
Lebensgeschichten der Interviewpartner zu bekommen.

Zwei
weitere Rundgänge gibt es am 14.September ab 20 Uhr
und am 15. September um 11 Uhr
und 16 Uhr.
Kartenreservierungen und Verkauf sind
unter vier.D@online.de
oder unter 0176/46034717
möglich.




Kunst-Installation von Ana Novakovic aus Novi Sad

Seit einigen Jahren gibt es gute Kontakte zwischen den Künstlerinnen
und Künstlern der Dortmunder Gruppe und ihren Kollegen aus unserer
Partnerstadt Novi Sad. Gefördert werden verschiedenenKooperationen
auch von den hiesigen Kulturbetrieben.

Im Jahr 2021 ist
Novi Sad als Kulturhauptstadt vorgesehen. Ein Grund mehr,
verschiedene KünstlerInnen zu einem „künstlerischen Sommer“ mit
ihren neuen Projekten einzuladen. Den Anfang von drei vorgesehenen
Ausstellung macht die bildende Künstlerin Ana Novakovic ( *1987,
Pristina). Sie studierte im Bereich Interdisziplinäre
Studien/Digitale Kunst (Universität der Künste, Belgrad) und
arbeitet nun an ihrer Doktorarbeit: Beseitigung von
Fehlern/Instrumentalisierung des weiblichen Körperbildes in
Massenmedien (Kunstakademie Novi Sad).

Im Kunstraum
Dortmund des Langen August in der Braunschweiger Str. 22 (Dortmund)
zeigt sie nun ihre Multimedia-Kunst in einer Ausstellung vom 20.07.
2019 bis zum 13.09.2019 als eindrucksvolle Installation mit dem Titel
„MAKEL(LOS) – FLAW(LESS)“.

Es geht um das von
den modernen Massenmedien protegierte „Schönheitsideal“ in
Konfrontation mit der Realität. Das Selbstbild und Selbstverständnis
gerade von jungen Menschen wird von den ständigen
„Photoshop-geschönten“ Bildern verzerrt und auf unrealistische
Weise beeinflusst. Sie suggerieren ihnen, dass nur wer nach ihren
Maßstäben „makellos Schön“ ist, erfolgreich und „prominent“
werden kann. Die Individualität und Persönlichkeit gehen dahinter
verlören. Eine „einflussreiche Industrie“ möchte natürlich
ihren Reibach mit Botox, Schönheits-Operationen und vielen anderen
Mitteln machen.

Ana Novakovic vor ihren Collagen im Kunstraum Dortmund (Braunschweiger Straße 22).
Ana Novakovic vor ihren Collagen im Kunstraum Dortmund (Braunschweiger Straße 22).

Novakovic stellt sich dem Thema mit unterschiedlichen künstlerischen Ausdrucksformen. Das geht über Zeichnungen, Collagen, drei Video-Filmen bis ins Abstrakte getriebene, mit Photoshop bearbeitete Darstellungen eigener Körperteile. Sie stellt nicht nur das makellose Wunschbild der Realität direkt gegenüber und entlarvt die täuschende Selbstwahrnehmung, sonder zeigt auch die eigene „Schönheit“ des allgegenwärtigen realen „natürlichen Makel“, die zum Leben und zu jedem Individuum gehören, ja ihn ausmachen.

Dabei werden Falten,
Schwangerschaftsstreifen, Warzen und anderes nah beleuchtet.

Wie stark das
Selbstbild und die eigene Wahrnehmung verzerrt werden kann, führen
uns die von Magersucht betroffenen jungen Mädchen (und Jungen) in
den Kliniken deutlich vor Augen.

Die Ausstellung ist
ein Plädoyer, sich kritisch mit den unrealistischen Vorgaben durch
die Massenmedien auseinander zu setzten und ein positiveres
Verhältnis zu seinen persönlichen, ganz individuellen Körper zu
bekommen.

Die Eröffnung
der Ausstellung
findet am Samstag, den 20. Juli 2019 um 14:00 Uhr
im Dortmunder Kunstraum & Kultur Café
(Langer August) in der Braunschweiger Str. 22 (Dortmund) statt.

Begrüßung und
Einführung:

Alexander Pohl –
Bildender Künstler & Kurator

im Gespräch mit

Ana Novakovic,
Novi Sad, Serbien




Kooperations-Musical „Joseph“ mit aktuellen Bezügen und viel Engagement

Ein Jahr lang haben über 😯 Schülerinnen und Schüler des
Märkischen Gymnasiums Iserlohn in Kooperation mit der jungen Oper
Dortmund, dem Jugendclub „Tortugas“ (Oper Dortmund) hart
garbeitet, um zusammen mit Profis des Musiktheaters (wie etwa
Tanzprofi Jutta Maas) unter der Leitung von Regisseur Alexander
Becker und dem Dirigenten Christoph JK Müller sowie Unterstützung
durch die Musikschule Dortmund ihre Version von Andrew Lloyd Webbers
„Joseph and the Amazing Technicolor Dreamcoat“ (Lyrics : Tim Rice
1968) einzuüben. Die SängerInnen werden dabei von der eigens
gegründeten Projektorchester „Orange Groove“ (Musikschule
Dortmund) begleitet. Am 10.07.2019 war dann um 19:30 Uhr Premiere in
der Dortmunder Oper. Am 11.07.2019 gab es dann sogar noch zwei
Aufführungen.

Das Musical bezieht
sich auf die biblische Geschichte von Joseph dem Träumer,
Lieblingssohn von Jacob (gelobtes Land Kanaan). Seine elf Brüder
sind neidisch und er wird von ihnen gehasst. Ausgestoßen sowie an
den reichen Potiphar nach Ägypten verkaufen, macht er sich wegen
seiner guten Ratschläge zunächst unentbehrlich. Aus Eifersucht wird
er dann an einen Pharao weiter verkauft. Wegen seinem Sachverstand,
Traumdeutungen und Prophezeiung der „sieben schweren Jahre“ kommt
er zu viel Ansehen. Alles ändert sich, am Ende auch die Beziehung zu
seinen Brüdern…

Die Geschichte wird
von einer Erzählerin vor einer großen Gruppe von Kindern und aus
deren Blickwinkel berichtet.

Bei dieser
Inszenierung wird zusätzlich ein Schulszene vorangestellt, wo der
junge Schüler Joseph (wie leider heute so oft) gemobbt und davon
sogar ein Selfie gemacht wird. Damit ist ein aktueller Bezug zur
heutigen Zeit geschaffen, wo es Außenseiter jedweder Art schwer
haben. Es ist die Story von Neid, Missgunst, Außenseitern und
möglicher Versöhnung. Tenor: Glaub gegen alle Widerstände an dich,
deine Träume und Visionen.

Der junge Joseph
wird wunderbar verkörpert von Jonathan Pannek, dem wirklichen Bruder
von Lennart Pannek, dem „Joseph“ in der erzählten Geschichte.
Lennart hat nicht nur eine gute und warme Stimme, sondern sieht
seinem Bruder Jonathan praktischer Weise auch noch recht ähnlich.

Eine wichtige Rolle
spielt die Erzählerin, die ständig bei Joseph ist und ihm auch Mut
zuspricht. Als dieser zunächst glaubt, es geht nicht mehr weiter,
sagt eine Stimme ihm als Aufmunterung „Hey Joseph, you‘re not
beaten, yet!“ Mit ihrer klaren, starken Stimme und viel Engagement
füllt Lisa Pauli (bekannt durch ihre großen Rolle aus dem Projekt
„Beethoven“ (2017)) diese schwierige Rolle aus.

Joseph (Lennart Pannek) rechts mit seinen Brüdern. (Foto: © Theater Dortmund)
Joseph (Lennart Pannek) rechts mit seinen Brüdern. (Foto: © Theater Dortmund)

Die weiteren
beteiligten Personen, die Darsteller der Brüder, der Vater und
Pharao, Potiphar, seine Frau und natürlich die beteiligten Chöre
oder Musiker, wussten zu überzeugen.

Modern war auch der
gezielte Einsatz von Video-Projektionen und der gekonnte Umgang mit
der verschiebbaren Bühne, die für verschiedene Ebenen sorgten.

Musikalisch besteht
das Musical aus einer Vielzahl von Parodien verschiedenster
Musikstile (ob Cha Cha Cha, Country-Ballade, Pop oder Chanson) und
Hommagen an bekannte Größen wie Harry Belafonte (Benjamin Calypso),
Elvis Presley (Song of King). Gut, das der Pharao nicht übertrieben
als Elvis-Imitator (in Elvis-Kleidung) auftrat , sondern als Pharao
gekleidet wurde. Er wurde von Felix Kriewald mit viel Humor auf die
Bühne gebracht.

Die Inszenierung war
von viel Humor geprägt. Besonders witzig: Die Verführungsszene
zwischen Mrs. Potiphar (Sabine Flora) und Joseph (Lennart Pannek),
als dieser (vergeblich) verzweifelt versuchte, eine riesige Bibel zum
„Schutz vor der Versuchung“ zwischen sich und der Frau zu
schieben.

Ein großes
Kompliment für die anspruchsvolle Tanz-Choreografie von Jutta Maas
und die schönen bunten Kostüme, die nicht übertrieben auf „Hippie“
getrimmt waren.

Dem begeisterte
Publikum wurden gleich mehrere Wiederholungen der eingängigen Songs
aus dem Musical geboten.




Internationale Ballettgala XXIX – facettenreich auf hohem Niveau

Im Opernhaus Dortmund wurde dem Publikum nun schon zum 29. Mal als
Höhepunkt zum Abschluss der Spielzeit am 06./ 07. 2019 eine
Internationale Ballettgala auf hohem Niveau geboten. In diesem Jahr
besonders vielseitig und facettenreich.

Neben dem Ballett
Dortmund und dem NRW Juniorballett beteiligten sich wieder
Spitzentänzerinnen und Tänzer aus anderen nationalen und
internationalen Ballettcompagnien unter der künstlerischen
Gesamtleitung von Intendant Xin Peng Wang. Durch das umfangreiche
Programm führte wie immer humorvoll und locker Kammersänger Hannes
Brock.

Der Abend begann und
endete mit zwei Kostproben aus den Visionen-Programm mit „Moto
Perpetuo“ (Choreographie: Jacopo Godani und der Besetzung: Ballett
Dortmund). Ein schönes Beispiel für das moderne zeitgenössische
Ballett mit seiner energetischen Dynamik und Musik (48Nord).

Für die Freunde des
klassischen Balletts gab es nicht nur den „Sterbenden Schwan“
(Choreografie: Mikhail Fokine, Besetzung: Svetlana Lunkina vom
National Ballet of Canada). Lunkina tanzte den Schwan berührend mit
Zartheit und Verletzlichkeit. Vor der Pause wurde den Liebhabern das
„Grand Pas de Deux“ aus Dornröschen (Musik: Tschaikowsky) in
Perfektion von Alina Cojocaru und Francesco Gabriele Frola (English
National Ballet) mit der Choreografie von Marius Petipa geboten.

In der zweiten
Hälfte dann noch das humorvolle „Grand Pas de Deux“ (Musik
Gioachino Rossini) unter der Choreografie von Christian Spuck in der
Besetzung: Elisa Badenes, Alexander Jones (Stuttgarter Ballett,
Ballett Zürich).

Als neues Element
der Gala zeigten auch Turniertänzer wie Antonia Skobina und Denys
Drozdyuk etwa beim „Paso Doble to España
Cani“ ihr Können und Temperament.

Zur
Musik von Tina Turner legten später Antonina Skobina und Denys
Drozdyyk auch noch
einen flotten
„Jive to Proud Mary“ aufs
Parkett.

Spanisch
und perfekt daher kam
„Folia de caballeros“ zur Musik von Arcangelo Corelli in der
Interpretation von Joaquin de Luz und Sergio Bernal (New York City
ballet / Ballet Nacional de España).

Eindrucksvoll
waren die Interpretationen der Ballett-Künstler zur klassischen
Musik von Johann Sebastian Bach „Five Variations on theme“
(Choreografie:
David Fernandez, Besetzung: Joaquin de Luz vom New York City Ballet)
und der „Valse Triste“ zur Musik von Jean Sibelius (Choreografie:
Young, Besetzung:
Veronika Kornová-Cardizzaro).

Traditionell
gab drei Uraufführungen und mit „Im Wald“ (Musik: Camille Pépin,
Choreografie:
Xin Peng Wang, Besetzung. NRW Juniorballett) auch eine starke
Erstaufführung.

Alexander Abdukarimov tanzte und choreografierte die Uraufführung von "Deux ex machina". (Foto: © Yan Revazov)
Alexander Abdukarimov tanzte und choreografierte die Uraufführung von „Deux ex machina“. (Foto: © Yan Revazov)

Bei
erste Uraufführung „Deus ex macina“ (Musik: Jonathan Heck,
Choreografie:
Alexander Abdukarimov) in der Besetzung Ksenia Ovsyanick und
Alexander Abdukarimov wurde der historische Geist mit Hilfe von
Videoprojektionen auch bildhaft „aus der Flasche“ gelassen. Die
Uraufführung „In time we Trust“ (Musik Kirill Richter,
Choreografie: Juliano Nunes) wurde in der Interpretation von Evan
McKie (The national Ballet of Canada) zu einem besonderen Erlebnis
der modernen Ballettkunst.

Das
setzte sich nahtlos bei der letzten Uraufführung „Allegretto
Apassionato“ (Musik Ezio Bosso, Choreografie: Nicholas Rose) in der
Besetzung Svetlana Lunkina und Evan McKie und deren sensiblen
Interpretation (The
National
Ballet of Canada) fort.

Dazwischen
gab es noch einige andere eindrucksvolle und bewegende Beispiele für
die Ausdruckskraft des modernen zeitgenössischen Balletts.

Die
Leistungen wurden vom Publikum mit langanhaltendem Applaus belohnt.




Was ist Vernunft – eine Annäherung

Mit
der Jugendclubproduktion „Kein einziger Begriff – eine chaotische
Annäherung an die Vernunft“ präsentierte der Dortmunder
Jugendclub des Kinder– und Jugendtheaters ihre Sicht auf die
Vernunft. Das Stück entstand im Zusammenarbeit mit Spielerinnen und
Spielern aus Paris und wird zur diesjährigen europefiction in
Gelsenkirchen seine premiere feiern. Am 04. Juli 2019 fand eine
Werkschau im KJT statt.

„Sei
doch vernünftig“. Wer hat als kleines Kind diesen Ausspruch seiner
Eltern nicht gehört? Doch was ist vernünftig? Das versuchten die
elf Teilnehmerinnen und Teilnehmer gleich zu Beginn herauszufinden.
Ist es vernünftig, bei Grün über die Ampel zu gehen? Ist
Klimaschutz vernünftig? Je länger geredet wurde, desto
durcheinander und verwirrender wurde es. Gibt es vielleicht nicht DIE
Vernunft, sondern verschiedene Varianten davon?

Das Ensemble für das diesjährige Festival europefiction bei "Kein einziger Begriff". (Foto: © Birigt Hupfeld)
Das Ensemble für das diesjährige Festival europefiction bei „Kein einziger Begriff“. (Foto: © Birigt Hupfeld)

Wenn
über Vernunft diskutiert wird, dann dürfen die Aufklärer natürlich
nicht fehlen. Zwei teilnehmer spielten den Beginn von „Die
zärtlichen Schwestern“ von Christian Fürchtegott Gellert. Auch
Gellert zählt zu den Aufklärern und in dieser Komödie werden
Bürgerliche nicht als Zielscheibe von Spott benutzt, sondern es
zeigt sich, dass sie auch zu moralischem Handeln fähig sind.

Daneben
gab es Tanz, Perfomances und Musik. Interessant war auch die
Video-Einspielung aus Paris, bei der Erklärung eines
Resistance-Kämpfers aus dem Zweiten Weltkrieg vorgelsen wurde. Bei
der Premiere im Sommer auf dem europefiction-Festival werden die
französischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit dabei sein.




Performative Annäherung an die Vernunft

Ist Klimaschutz vernünftig? Ist es vernünftig, bei grün über die
Ampel zu gehen? Was heißt eigentlich Vernunft? „Kein einziger
Begriff“ ist eine Annäherung an unsere Vernunft, die gemeinsam von
Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus Deutschland und Frankreich
erarbeitet wurden. Bei der Werkschau am 04. Juli 2019 im KJT um 20
Uhr werden die Partner vom Pariser Théâtre La
Transplanisphére per Video eingespielt.

Der Begriff der
Vernunft ist stark verbunden mit der Aufklärung. Daher ist es kein
Wunder, dass sich Texte von Aufklärern wie Kant oder Rousseau in der
Werkschau wiederfinden. Doch ebenso schauen die Spielerinnen und
Spieler auf das Thema und machten sich in der Vorbereitung eigene
Gedanken zum Vernunftbegriff. So stellten sie fest, dass Vernunft
mehr ein Überbegriff ist, der viele Bedeutungen haben kann.

Das Ensemble des Jugendklubs bei der Probe. (Foto: © Edi Szekely)
Das Ensemble des Jugendklubs bei der Probe. (Foto: © Edi Szekely)

Nun präsentieren
die Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 16 und 23 Jahren
eine Werkschau und keine Premiere, denn das Stück wird im Rahmen der
europefiction 2019 erarbeitet und wird seine Premiere im Sommercamp
Mitte Juli haben. Dann werden auch die französischen Teilnehmerinnen
und Teilnehmer dabei sein.

Das
Stück wird ungefähr 60 bis 70 Minuten dauern und neben
Videoeinspielern auch Musik beinhalten. So gibt es eine Musikecke, wo
Livemusik gespielt wird und es kommt Musik vom Band. Die
Regie führt Miriam Michel.




Bürgeroper feiert erste Premiere mit Hej Stadt

Spannung liegt in der Luft als sich der Vorhang zum ersten
Bühnenstück der neuen Bürgeroper hebt. Offene hölzerne Kuben, mit
Stühlen und anderen Sitzmöglichkeiten bestückt, sind locker im
Bühnenraum verteilt. Diese flexible Stadtkulisse lässt die
Illusion des städtischen Raumes entstehen, ermöglicht aber auch
Einblicke in das Innere der Wohnungen.

Zum
ersten Mal präsentiert sich die neugegründete Bürgeroper We DO
Opera! dem Publikum. Mit dem Stück „Hej Stadt!“ stellen sich
musikbegeisterte Laien dem Dortmunder Publikum vor. Unter der
Projektleitung von Günfer Cölgecen und dem Komponisten Enver Yalcin
erarbeiteten die Laiensänger und Laienschauspieler ein

50-minütiges
Stück über die Dortmunder Stadtgesellschaft.

Seit
November beschäftigten sie sich mit der Inszenierung,
Gesangseinlagen und der thematischen Ausrichtung der Aufführung. In
einer Schreibwerkstatt wurden die Themen ausgewählt und Texte
geschrieben, auch die Liedtexte mussten neu entstehen.

In
verschiedenen Workshops erarbeiteten sich das interkulturelle
Ensemble die nötigen Fähigkeiten, um das ambitionierte Projekt zu
stemmen.

Herausgekommen
ist eine moderne Aufführung, eine Mischung aus gesprochenen
Sequenzen, Tanz und Gesang. Chorgesang und kurze Solostücke sind von
Enver Yalcin in der Anmutung der klassischen Oper komponiert.
Erfolgreich reizt er die stimmlichen Möglichkeiten seiner
Sängerinnen aus, ohne sie zu überfordern.

Alle Beteiligten waren mit viel Leidenschaft bei der Sache. (Foto: © Anja Cord)
Alle Beteiligten waren mit viel Leidenschaft bei der Sache. (Foto: © Anja Cord)

Die
Stadt wird als wandelbar, mal anziehend, mal abstoßend gezeigt.
„Jeder ist anders“ heißt es in einer Liedzeile. Das Chaos und
die Hektik einer Großstadt in der die Bürger ständig unterwegs
sind, wird mit einer kakophonischen Musik untermalt. Sie erinnert ein
wenig an Gershwins „Amerikaner in Paris“. Als Gegensatz gibt es
auch sehr stille Momente in denen sowohl Einsamkeit, aber auch
Zufriedenheit ihren Platz haben.

Der
Chor singt in „Hej Stadt“: „Wir sind hier, ich lebe in dir“
ein Bekenntnis zu seiner Stadt mit ihren Stärken und Schwächen.

Intendant
Heribert Germeshausen bedankte sich nach der Premiere aus dem Parkett
heraus bei den fast 100 Akteuren für ihr Engagement und die große
Spielfreude.

Mit
anhaltendem Applaus belohnten die Zuschauer Schauspieler, Musiker und
die ganze Mannschaft für ihre beeindruckende Leistung.

Im
September startet die Bürgeroper mit einem neuen Projekt. Das
gesamte Konzept ist auf 4 Jahre Laufzeit ausgelegt.

Die
Dortmunder Bürgeroper WE DO Oprea! Ist in die Projektstelle 360 Grad
der Bundeskulturstiftung eingebunden und wird von dieser gefördert.