Schwungvolle und stimmungsvolle Musical Christmas Gala

Passend zur Vorweihnachtszeit fand im Dortmunder Opernhaus am 08.12.2022 mit „A Musical Christmas“ eine besondere weihnachtliche Musicalgala statt. In kalter Krisenzeit eine stimmungsvolle Ablenkung für das Publikum.



Schon das Bühnenbild bot visuell alles, was man mit einer romantischen Weihnacht verbindet. Zwei festlich geschmückte Bäume, Schaukelpferde, Lichter und einiges mehr.

Mit Anton Zetterholm (Schweden) stand einer der bekannteste Musicaldarsteller auf der Bühne und mit Harriet Jones (aufgewachsen in East Sussex) außerdem eine Frau, die ein großes klassisches Opern- und Konzertrepertoire verweisen kann. Beide sind zudem noch seit 2020 ein Ehepaar und Eltern zweier „Corona-Kinder“ wie sie scherzhaft erzählten.

Mit viel Schwung und Humor führten sie durch das Programm. Ihnen zur Seite standen Hannes Schauz (Klavier), Jochen Bens (Gitarre), Derek Marshall) sowie Phillip Albright (Drums).

Das umfangreiche Musicalrepertoire reichte von Tarzan, Phantom der Oper, West Side Story, Les Misérablés, Annie Get Your Gun, das aktuelle Berlin Skandalös und mehr.

Das die Beiden ein Paar sind und gut miteinander harmonieren, konnte man besonders bei den Duetten bei „Tonight“ (West Side Story) oder „Anything You Can Do“ (Annie Get Your Gun) sehen und hören.

Zetterholm überzeugte mit seiner kraftvollen, aber wenn nötig auch sensibel-sanften Stimme. Die klare helle Stimme von Harriet Jones kam besonders gut beim „Ave Maria“ von Franz Schubert zur Geltung.

Bei einem schwungvollen Weihnachtsmedley wurde vorweihnachtliche Stimmung verbreitet.

Mit „Jul Jul“ von Gustav Nordqvist wurde sogar einmal ein schwedisches Lied gesungen.

Bei einem Grease Megamix und Feliz navidad zum Abschluss hielt es das Publikum nicht mehr auf den Stühlen.

Ein schöner stimmungsvoller Abend mit Gesang, Tanz und vielen Kleiderwechseln. Nicht nur für absolute Musical-Fans.




Lazgi -Tradition verbunden mit modernem Tanz

Am 06.12.2022 zum Nikolaus, hatte „Lazgi- Dance of Soul and Love“ im Dortmunder Opernhaus seine beeindruckende Europa-Premiere mit dem „National Ballet of Uzbekistan“ unter der Choreografie von Raimondo Rebeck.



Der Lagzi hat eine auf 3000 Jahre zurückgehende Tradition mit unterschiedlichen Ausprägungen. Faszination der Seidenstraße sowie Magie und Farbenpracht des Orients sind ebenso kennzeichnend wie symbolhaft starke Bewegungen von Händen und Armen.

Es geht um Stärke, Liebe, Freude, Trauer oder Natur. Auch Zucken und Vibrieren gehören dazu. Der Tanz ist von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Rebeck verbindet in seiner Produktion in vier Szenen diese alte Tanztradition und ihre Mythen mit klassischem und zeitgenössischem modernen Tanz.

Die Musik dazu kam vom Sound-Designer und Tänzer Davidson Jaconello, die atemberaubend-spektakulären Bühnenbilder und Lichteffekte von der anerkannten japanischen Multimediakünstlerin Yoko Seyama.

Die erst Szene (Eine Oase auf der Seidenstraße) gab einen guten Einblick in einen Mythos der Entstehung des Lagzi. Eine Frau (weiblicher Naturgeist) bricht erschöpft in der Wüste zusammen. Reisende entdecken sie und eilen zur Hilfe herbei. Erst durch den Rhythmus der sich verändernden Musik bekommt die Frau neue Lebenskraft. Der Anführer einer Nomadenkarawane (Ulugbek Olimov) bittet sie in sein Zelt, verliebt sich und ist verzaubert von der Anmut ihrer Bewegungen. Es ist der Beginn der Liebe zur tanzenden Seele. Die Geschichte wird von einer Generation zur anderen weitergegeben.

Die nächste Szene führt in die Gegenwart. In einem Museum versinkt die Liebe (Elmira Yusupova) dort in die Betrachtung zweier Exponate. Ein anwesender Schamane (Radion Isyanov) erweckt ihr zweites ich aus der Vergangenheit und die historischen Figuren werden in der Jetztzeit lebendig.

Liebe und Seele (Nadira Khamraeva) bleiben am Ende allein zurück und verschmelzen in Erinnerungen zu einer Person.

Bei der dritten Szene kommen die Gegenwart mit ihrem Lärm des Alltags und der Priorität der Ökonomie sowie der Fixierung auf die Zukunft, die den Blick auf die Geschichte und Kultur in Verbindung.  Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treffen für einen Augenblick aufeinander. Modern Dance und Musik, schwarze Anzüge und Bürostühle wurden hier geschickt zur Darstellung der Gegenwart eingesetzt.

Besonders beeindruckend war die letzte Szene, wo die Ballett-Company umgeben von 1600 Kerzenlichter fast schwebend über den Boden tanzte. Seele und Liebe durchschreiten aus der Vergangenheit kommend die Gegenwart auf ihren Weg in die Zukunft. Sie stehen symbolisch für Schönheit, ewiges Licht und den Sinn des Lebens. Sie werden zu einer spirituellen Einheit, die ihren Ausdruck im Lagzi findet.

Ein wunderbarer Ballettabend und ein Fest für die Sinne.




Gräfin Mariza – Operette zwischen Traumland und trister Realität

Im Opernhaus Dortmund hatte am 03.12.2022 die Operette „Gräfin Mariza“ von Emmerich Kálmán (1882 – 1953) unter der Regie von Thomas Enzinger seine Premiere.

Musikalisch begleitet wurde der Abend von der Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Olivia Lee-Gundermann.



Der auf Operetten spezialisierte Regisseur hat sich auch diesmal wieder etwas Besonderes             für seine Inszenierung einfallen lassen. Gesehen wird die Geschichte mit den Augen eines Kindes (Liselotte Thiele) und ihren Fragen an den Erzähler. Eine große Rolle als atmosphärische Verstärkung trugen die Swings (Elisa Fuganti Pedoni und James Atkins) bei, die die Gesangseinlagen mit ihren Tänzen begleiteten. Außerdem begeisterten bei den Festtänzen und beim Charleston oder „Tabarin Step“ international renommierte Gast-Tänzer das Publikum.

Die Operette spielt in den 1920iger Jahren. Die Monarchie ist Vergangenheit und die Inflation macht auch dem Adel zu schaffen. Der hochverarmte Graf Tassilo arbeitet unter falschem Namen als Verwalter bei der reichen, nach außen lebenslustigen, aber launischen Gräfin Mariza. Sie ist verletzt, weil alle Männer es ja immer nur auf ihr Geld abgesehen haben. Tassilo fühlt sich wiederum erniedrigt und in seinem Stolz gekränkt.  Der Ausgangspunkt für eine Liebesgeschichte zwischen Traumland und Realität, nicht nur für diese beiden Menschen…

Mit vielen Wechsel des Bühnenbildes und schönen Installationen im Hintergrund werden melancholische-sentimentale Stimmungen oder durch das Handeln der Charaktere Wut, Streitereien, Liebe oder Verlustängste hervorgerufen. Mit überhöhter Bildsprache kommen auch Standesdünkel und Arroganz der Großstadt-Besucher und des Adels gegenüber der einfachen Landbevölkerung und den sogenannten „Zigeunern“ dargestellt.

Was wäre diese Operette ohne die temperamentvolle oder melancholische Musik des Komponisten. Eine wichtige Rolle spielt dabei auch das einfühlsame Spiel des Geigers Wojciech Wieczorek. Er durfte immer aufspielen, wenn es den Herrschaften gefiel.

Tanja Christine Kuhn als Gräfin Mariza und Alexander Geller überzeugten mit ihren Stimmen und empathischen Spiel, Christian Pienaar als treuer Diener Tschekko (und Erzähler für das Kind).

Das Komödiantische kam nicht zu kurz. Fritz Steinbrecher als vermeintlicher Verlobte Baron Kolomán Zsupán und Morgan Moody als hartnäckiger Verehrer Fürst Moritz Dragomir Populescu gingen voll Spielfreude und Gesangkunst in ihre dargestellten Persönlichkeiten auf. Soyoon Lee, bekannt eher als ernsthafte Opernsängerin, betrat dagegen als Tassilos etwas liebevoll-naiv-komische Schwester Lisa ein unbekannteres Terrain.

Besonders humorvoll wurde es dann beim letzten Akt mit dem Auftritt von Johanna Schoppa als durch Schönheitschirurgie jung erhaltene reiche Tante und Retterin Tassilos. Ihr armer Kammerdiener, gespielt von Kammersänger Hannes Brock, musste die ihr verloren gegangene Mimik auf der Bühne darstellen. Das tat er mit Vergnügen und Inbrunst.

Nicht zu vergessen ist die grandiose Leistung und Begleitung durch den Opernchor (Theater Dortmund), eistudiert von Fabio Mancini und der Statisterie (Theater Dortmund).

Ein schönes Erlebnis für alle Operettenfreunde.

Infos zu weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel..0231/50 27 222




Das Großstadtspektakel

Ein Workshop, der aus dem Ruder lief, um zu einem fulminanten Theaterstück unter der der Führung und Regie von Rada Radojčić zu wachsen. Wenn alle Workshops nur so fulminant aus dem Ruder liefen.



Helden und Mut in den Zeiten von Krisen … Aus einem Corona Workshop für Jugendliche erwuchs aus Rollenspielen, als Tiere, der Wunsch ein Stück zu inszenieren, in dem zuerst um Tiere geht … Das Dschungelbuch von Rudyard Kipling bot sich an … Die Interpretation der Kulturbrigaden mit den durchweg jungen Darstellern, keine Profis, aber exzellente Darsteller, transferierte das Stück mit Elementen aus der Disney Chemieküche in einen anderen Dschungel, als den der Autor, kolonial belastet, im Sinn hatte.

Der Großstadtdschungel und seine Gefahren, repräsentiert durch die grellen Neonfarben und zuweilen „punkigen“ Kostümen und Frisuren ist das Feld auf dem sich ein naiv, widerspenstig, trotziger Mowgli, Freya Erdmann und diabolisch, hinterlistiger Shere Khan, Nikke Wächter, duellieren.

Warum sollte bitte nicht eine Frau (XX) einen Mann (XY) darstellen können! Ein „Y“ ist wie ein kaputtes „X“. Man wird also zum Mann durch Mangel an Information … ich wünschte es wäre ein Joke.

Ausgefallen war EINEN Tag vor der Premiere Ida Ettinger, die den Mowgli spielen sollte, weil sie sich mit Covid19 infizierte. Im Laufe EINES Tages wurde umbesetzt, ein neues Kostüm besorgt etc. und Freya Erdmann übernahm das Dschungelkind, ohne, dass es irgendeinem Gast aufgefallen wäre … Eine erstaunliche Leistung! Nebenbei spielte sie den Mowgli fantastisch.

Baghira (Dzaki Radojčić) und Balou (Mika Kuruc) haben mit dem beratungsresistenten Mowgli so ihre Probleme, wie so manche Eltern mit ihren Sprösslingen oder besser Pubertieren.

Und wie bei manchen Pubertieren blitzen auch bei Mowgli Elemente des späteren Erwachsenen durch, die seine Stärke ausmachen.

Mowgli, eigentlich ein Antiheld wird zum Helden des Dschungels mit seinem Sieg über Shere Khan, der wunden leckend abzieht … geschlagen aber nicht überwältigt oder besiegt ist er immer noch eine Gefahr für die Zukunft von Mowgli, der von Baghira und Balou zu dem Menschen, vor denen sie ihn immer und immer gewarnt hatten, gebracht wird. Zu seinem Besseren? Zu seinem Schutz?

Versüßt wird der Übergang in die neue Kultur durch ein Mädchen, in das sich Mowgli verliebt.

Heute, vor allem nach der Flüchtlingskrise von 2015 kann man Mowgli wie einen Flüchtling in ein anderes Land und damit wie Mowgli eine andere Welt sehen. Der Dschungel als Großstadt ist nur allzu offensichtlich, auch wenn Kipling hier den Dschungel des kolonialen indischen Subkontinents sah … das Kronjuwel des Englischen Empire …

Alle Schauspieler haben zu keinem Zeitpunkt den Eindruck von Laien gemacht, im Gegenteil.
Die weiteren Darsteller*innen sind:
Kaa/ Rakscha/ Geier: Anikka Czaia
Oberst Hati/ King Lui: Milena Roganovic
Wolfskind/ Elefantentochter/Affe/ Geier/ Mädchen: Jamie Neumann
Wolfskind/ Elefantenfrau/Affe/ Geier: Hanna Christgen
Wolfskind/ Elefantensohn/Affe: Robin Galik

Die Kulturbrigaden haben ein vielschichtiges und absolut sehenswertes Stück Theater aus dem Ruder gelaufenen Workshop auf die Bühne gestellt.

Mehr Infos unter www.fletch-bizzel.de




Einmal in der Woche abends Hausarrest für Männer?

In dem aktuellen Stück „Reset. A night without men“ von Studio Trafique geht es um die revolutionäre Idee, alle Männer für eine Nacht in der Woche von den Straßen zu verbannen. Inszeniert von Björn Gabriel als eine Art Newsredaktion eines TV-Studios sezierte das Schauspielensemble den Vorschlag der fiktiven feministischen Partei FAM. Ars tremonia war am 25. November 2022 im Theater im Depot dabei.



Machen wir uns nicht vor: Nicht nur in Deutschland ist der öffentliche Raum für Frauen nicht nur ein angenehmer Raum. In einer Umfrage der Stadt Lausanne gaben 72 Prozent der befragten Frauen zwischen 16 und 25 Jahren an, innerhalb von 12 Monaten zumindest einmal auf der Straße belästigt worden zu sein. Andere Umfragen ergeben ein ähnliches Resultat: Frauen sind regelmäßigen und zahlreichen Belästigungen ausgesetzt und oft finden diese im öffentlichen Raum statt. Ein Teil der Gesellschaft hat die Macht zu kommentieren, zu bewerten, sexuelle Anspielungen zu machen. Der andere Teil kann es im besten Fall ignorieren.

Da kommt der Vorschlag der FAM gerade recht: Männer werden an einem Tag nachts von der Straße verbannt. Die Newsredaktion, gespielt von Nikos Konstantakis, Fiona Metscher und Robin Berenz analysieren Vor- und Nachteile des Vorschlags der FAM-Chefin (gespielt von Anna Marienfeld). Was tun beispielsweise Männer, die sich als Frau sehen? Anderen geht dieser Vorschlag nicht weit genug, so fordert die FAM-Mitstreiterin (dargestellt von Franziska Schmitz) den kompletten Ausschluss von Männern im öffentlichen Raum. Auch die Frage, ob der Kampf um Partikularinteressen nicht den Blick auf das große Ganze verstellt, wird angeschnitten.

Dabei ist das Stück kein Polittheater. Es gibt keine angeblichen Lösungen oder platte Forderungen. Hier müssen die Besucher*innen selbst darüber nachdenken, wie der öffentliche Raum für Frauen sicherer gemacht werden kann.

Was für Produktionen von Studio Trafique typisch ist, ist die Kombination von Personen auf der Bühne und im Film. Nur auf der Leinwand waren Franziska Schmitz, Anna Marienfeld, Eduard Luis Hauswirth und Sebastian Kuschmann zu sehen.

Ein eindringliches Stück, das zum Nachdenken anregt, da das Problem, wie können Frauen sich im öffentlichen Raum sicher fühlen, leider immer noch aktuell ist. Ob es mit der radikalen Methode, die Männer einen Tag quasi unter Hausarrest zu stellen, besser würde, ist zu bezweifeln. Aber es muss weiter daran gearbeitet werden.




Gott des Gemetzels mit viel Witz und Sarkasmus

Was tun, wenn ein geplantes Stück im Schauspiel Dortmund wegen einer Krankheit des Regisseurs nicht auf aufgeführt werden kann? Zum Glück erklärte sich die Regisseurin Anna Tenti bereit, in kürzester Zeit mit vier Schauspieler*innen des hiesigen Ensembles und allen sonst noch notwendigen Helfern eine der bekanntesten Wohnzimmerschlachten auf die Bühne zu bringen. Am 26.11.2022 hatte „Der Gott des Gemetzels“ (von Yasmina Reza) seine Premiere im Schauspielhaus.



Das gefällige Bühnenbild mit gutbürgerlichen Wohlfühlflair konnte von der zunächst geplanten Produktion übernommen werden.

Bei diesem Komödienhit treffen zwei sich die beiden gutsituierten Elternpaar mit der Absicht, einen Konflikt zwischen ihren beiden elfjährigen Söhnen (der einem der Kinder zwei Schneidezähne kostete) zu friedlich und erwachsen kultiviert zu bereinigen. Man ist ja tolerant.

Die disziplinierte Vermögensberaterin Annette Reille (Linda Elsner) und ihr Mann, der hauptsächlich an Geld und Erfolg interessierte Anwalt Alain Reille (Christopher Heissler) stehen natürlich auf der Seite des „Täters“, ihres Sohnes Ferdinand. Die Mutter des „Opfers“ Bruno ist die Schriftstellerin und Kunstliebhaberin Veronique Houillé (Lola Fuchs), die mit hohen Moralansprüchen Gerechtigkeit einfordert. An ihrer Seite ist der zunächst freundliche Ehemann und Nihilist Michel Houillé (Linus Ebner). Fragen nach den Hintergründen der Tat, verborgenen Eheproblemen und die Schuldfrage heizen die Atmosphäre langsam auf. Es bilden sich abwechselnd verschiedene Allianzen.

Alkohol enthemmt die vier Personen immer mehr. Die bürgerliche Fassade bröckelt immer mehr und die Situation eskaliert… 

Die Paare waren schlicht-elegant gekleidet, und durch gleiche Haarfarben auch optisch als zusammengehörig leicht erkennbar.

Die Schauspieler*innen hatten sichtlich Freude daran, sich in die widersprüchlichen Charaktere hinein zu versetzen und die dunklen verborgenen Seiten mit Humor und Ironie sichtbar zu machen. Die bitterbösen Wortgefechte bereiteten ihnen einen Riesenspass.

Nebelschwaden und akustische Geräusche sorgten zwischendurch für Dramatik.

Mehr als nur ein „Ersatzstück“, dass vom Publikum begeistert aufgenommen wurde.

Infos zu weiteren Aufführungsterminen finden Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/50 27 222




Humorvoll-absurdes Theater ums „Über Leben“

Im Studio des Schauspiel Dortmund hatte am 25.11.2022 das Stück „ÜBER LEBEN“ (von Annalena und Konstantin Küspert) unter der Regie von Ruven Bircks seine Premiere. Dem Regisseur interessieren hier die Wendepunkte, Grenzerfahrungen durch verschiedene Krisen und was dann mit der Gesellschaft passiert. Die wichtige frage stellt sich. Wie wird die Menschheit erinnert und oder überdauert werden?



In unterschiedlichsten Szenarien (Experimenten) werden utopische Bilder von der Vergangenheit bis in die Zukunft menschlicher Lebensformen verhandelt.

Etwa vom Untergang der mystischen Insel Atlantis, der Titanic, Verhalten bei Bärenangriffen, Hungersnöten, Kriegen, Flugzeugabstürzen bis zur Voyager Raumsonde. Die Voyager verschickt bedeutende Informationen aus verschiedenen Bereichen menschlichen Lebens in den Weltraum. Das Ganze in der Hoffnung, dass sich entfernte Lebensformen sie entdecken und sich so ein Bild von der Menschheit machen können.

Die Studio-Bühne wurde zum Simulationsraum, und die Schauspieler*innen Alexander Darkow, Ekkehard Freye, Nika Mišković und Sarah Quarshie begaben sich in ein „Überlebens-Bootcamp“ mit passender Kleidung. Begleitet wurden sie mit einer Live-Kamera von Daniela Sülwold. Mit viel Spielfreude begaben sich die vier Schauspieler*inne auf der Bühne in unterschiedliche Rollen (der Geschlechter). Auch physisch wurde ihnen einiges abverlangt. Dabei wurden sämtliche Emotion von der Kamera für das Publikum nah abgelichtet.

Musikalisch wurde das Geschehen von der Performerin houaïda. Diese ist nicht nur Musikerin, Performerin sondern auch Astrophysikerin.

Live sang eindrucksvoll Ekkehard Freye den Song „Space Oddity“ (David Bowie).

Eine humorvoll-ironische, absurd und manchmal groteske Aufführung, welche die Mittel des modernen Theaters (Live-Kamera, Video-Projektionen von Elizaweta Veprinskaja) geschickt ausnutzte.

Es bietet zudem gerade in unsere turbulenten Krisenzeiten genug Stoff zum Nachdenken. Für die starke Leistung gab es viel Applaus vom Publikum.

Infos zu weiteren Vorstellungsterminen erfahren Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231/50 27 222




Neues vom Geierabend mit viel Ruhrpottherz

Im Jahr 2023 kann Dortmunder Geierabend ab dem 5. Januar bis zum 21. Februar hoffentlich nach zweijähriger Zwangs-Abstinenz wegen Corona (außer alternatives Sommer-Specials) wie gewohnt durchstarten.  Es steht unter dem passenden Motto: „Den ham wa uns verdient“.



Geplant sind derzeit 30 Vorstellungen auf Zeche Zollern II/IV (LWL-Industriemuseum Dortmund-Bövinghausen) des beliebten hiesigen alternativen Karnevals.

„Der Steiger“ Martin Kaysh freut sich wie alle anderen vom Geierabend-Ensemble (und viele Menschen), endlich wieder gemeinsam eine schöne Zeit zu verbringen.

In einem gewissen Sinne ist es auch ein Neustart. Neben alten Bekannten wie etwa der „Steiger“, der Präsi“ Roman , Sandra Schmitz z.B. als Miss Annen oder Enkelin Nicki mit  ihrem Opa /BVB Südtribüne) sind auch neue junge Kolleg*innen dazu gekommen, die neue Ideen und eigene Charaktere einbringen. Mit frischem Engagement dabei sind Angelo Engelhausen-Micaela, Nina Mühlmann, Sebastian Thrun und Silvia Holzhäuser. Es soll eine soll eine bunte Mischung aus bewährten und völlig neuen „schrulligen und liebenswürdigen“ Figuren auf der Bühne darstellen.

Mit viel Ruhrpottherz widmen sich die Geier mal heiter-ironisch, dann wieder nachdenklich und kritisch den großen und kleinen aktuellen Themen unserer Zeit. So lehrt beispielsweise Mehrfachmutter Jessica S. in Krisenzeiten Reichen das Shoppen beim Discounter, auf der Südtribüne machen sich die Fans Gedanken über die tiefen Mentaltäler des BVB, oder Militärs verballern 100 Milliarden für Sonderausstattungen im Leo II….

Regie führt der deutsche Schauspieler, Komiker, Hörspielsprecher und Theaterproduzent Björn Jung unterstützt wurde er tatkräftig von Joey Porner und für die Choreo ist Claudia lau zuständig.

Musikalisch begleitet wird der Abend von den Bandmitgliedern Oleg Bordo, Matthias Dornhege, Roman Krämer und Andreas Ruhnke.

Für das Catering ist wie immer „Tante Amanda“ zuständig.

Wer diesmal für den „Pannekopp-Orden“ nominiert ist und welche Stadt die Partnerstadt für den Geierabend 2023 ist, wurde bei der Pressekonferenz im Bodo-Laden noch nicht verraten.

Der Geierabend verzichtet aus Sicherheitsgründen wegen der noch vorhandenen Corona-Pandemie auf 20% der bisherigen Plätze.

Der Vorverkauf für den Geierabend 2023 startet am 26.11.2022 um 9:00 Uhr in ausgewählten Vorverkaufsstellen. Ab 10:00 Uhr gibt es die Tickets dann online über die Homepage www.geierabend.de und in allen Ticketmaster-Vorverkaufsstellen.

Es wird empfohlen, möglichst schnell Tickets zu ordern!

Wir dürfen gespannt auf das neue Programm sein.




Alice im Wunderland – Ein fast psychodelisches Weihnachtsmärchen

Am 11. November feierte das KJT Weihnachtsmärchen 2023 von Andreas Gruhn seine Premiere … und der „Märchenonkel“, der fantastische Geschichten auf die Bühne bringt, hat wohl wieder einen Weihnachtshit gelandet. Das Publikum war begeistert und spielte geradezu mit, denn bei Fragen auf der Bühne/im Stück, wo man denn nun müsse, kam die Antwort prompt von den jungen Zuschauern.



Der Klassiker Alice im Wunderland, 1862 geschrieben von Lewis Caroll. Alice’s Adventures in Wonderland, gilt als eines der hervorragenden Werke aus dem Genre des literarischen Nonsens.

Die Inszenierung war zum Glück wieder keine disneyesque Farce. Nur leider vermisste ich die in vorherigen Weihnachtsstücken die emanzipierte, selbstbewusste Hauptdarstellerin … nur ist in dem Stück von Caroll kein Platz für eine solche. Aber Malin Kemper präsentierte eine trotzdem frische Alice, jenseits von allem „ich muss einen Mann finden 1950er Disney Zuckertran“.

Malin Kemper als Alice und Sar Adina Scheer als Weißes Kaninchen unterstützten das gesamte Ensemble des KJT – Bianka Lammert, Johanna Weißert, Andreas Ksienzyk, Jan Westphal, Rainer Kleinespiel und Thomas Ehrlichmann.

Bianka Lammert spielte eine herrlich verstrahlte, narzistische Herzkönigin mit Enthauptungssyndrom. Der Hutmacher von Rainer Kleinespiel war eine wunderbare Farce, die adaptiert werden sollte oder könnte. Thomas Ehrlichmann als verliebter Herzbube und Prozessopfer der Herzkönigin entzückend naiv verliebt. Aber auch die anderen Mitglieder des KJT Ensembles gaben ihr Bestes zum Besten und gefallen der jungen und älteren Erwachsenen.

Der Rollen und Kostümwechsel der Schauspieler muss ein Parforceritt gewesen sein. So hatte Jan Westphal, 2022 der Prinz, gleich 5 Kostüme, inklusive der Grinsekatze (im Original die Chesirecat). Diese Katze wurde wie Szenen oder auch andere Figuren durch den Erfolg des Caroll Stückes zu einem Synonym für falsch lächelnde Menschen.

Die Figuren und Szenen des Originals sind auch in der glänzend psychedelischen Inszenierung von Gruhn eine altersübergreifende Auseinandersetzung mit Willkürlichkeiten und Zufälligkeiten des alltäglich eigenen Lebens. Zuweilen erinnerte es mich an Uderzo´s „Asterix Erobert Rom“ und das „Haus das Verrückte macht“ … denn Gruhn legt geradezu wie im Drogenrausch den Fokus auf die Absurditäten jeder Logik und Vernunftentscheidung und die Vernunft widersprechende Entscheidung/en. Es ist genau das Absurde, der Nonsens der, der Geschichte von Caroll innewohnt. Oder auch à la Hape Kerkeling, „Das ganze Leben ist ein Quiz“.

Die Regie führte Andreas Gruhn und übertraf mit seiner Regieassistenz von Franziska Hoffmann, wieder Erwartungen. Das Bühnenbild und die Ausstattung brachten psychedelisch, oder im Drogenrausch (eher weniger) eine 70er Psychodelic Show, die sich sehen lassen konnte/kann und mit Peter Kirschke und seinen Videos, dabei so manchen psychodelisch inspirierten Film aus der Zeit in den Schatten stellt. Die Dramaturgie von Milena Noemi Kowalski und Jaqueline Rausch war auf den Punkt.

Die Theatervermittlung: Christine Appelbaum, Martha Kleinhempel und Erika Schmidt-Sulaimon

Besetzung

Alice Malin Kemper

Schwester, Pilz, Herzkönigin Bianka Lammert

Weißes Kaninchen, Köchin, Herz-Zwei Sar Adina Scheer

Maus, Herzogin, Schildkröte, Herz-Neun Johanna Weißert

Dodo, Raupe, Märzhase, Herz-Sieben-Greif Andreas Ksienzyk

Adler, Pat, Grinsekatze, Herz-Fünf, Herz-Acht Jan Westphal

Papagei, Lakai 1, Hutmacher Rainer Kleinespel

Unke, Lakai 2, Murmeltier, Herz-Bube Thomas Ehrlichmann

 Regie Andreas Gruhn

Ausstattung Oliver Kostecka

Musik Michael Kessler

Video Peter Kirschke

Dramaturgie Milena Noëmi Kowalski, Jacqueline Rausch

Regieassistenz Franziska Hoffmann

Theatervermittlung Christine Appelbaum, Martha Kleinhempel, Erika Schmidt-Sulaimon

Termine

2022

27.11.  15:00 / 17:00   Restkarten!

28.11. 11:30               Restkarten!

29.11.  09:30               Restkarten!

30.11.  09:30               Restkarten!

01.12.  09:30 / 11:30   Restkarten!

04.12.  15:00 / 17:00   Restkarten!

05.12.  09:30 / 11:30   Restkarten!

06.12.  11:30               Restkarten!

07.12.  09:30 / 11:30   Restkarten!

08.12.  09:30 / 11:30   Restkarten!

12.12.  10:00 / 12:00   Restkarten!

13.12.  09:30 / 11:30   Restkarten!

14.12.  11:30               Restkarten!

15.12.  09:30 / 11:30   Restkarten!

18.12.  15:00 / 17:00   Restkarten!

19.12.  11:30               Restkarten!

20.12.  11:30               Restkarten!

21.12.  09:30 / 11:30   Restkarten!

25.12.  17:00

26.12.  11:00

2023

09.01.  11:30               Restkarten!

10.01.  09:30               Restkarten!

11.01.  09:30 / 11:30   Restkarten!

12.01.  09:30 / 11:30   Restkarten!     LETZTE VORSTELLUNG!




Das Dschungelbuch, ein aus dem Ruder gelaufener Workshop, der nun auf die Bühne kommt …

Kein Schockmoment oder -momente. Ein Jungendworkshop, gegen Coronapandemie veranstalteten die Kulturbrigaden für Kinder und Jugendliche einen Workshop aus dem sich geradezu natürlich das neue und am 18. November im Fletch Bizzel uraufgeführte Schauspiel Das Dschungelbuch, entwickelte …



Der Dschungel, auch die Großstadt wird zuweilen damit verglichen, mit seinen Tieren oder ihren Bewohnern, die sich gleichsam in Gruppen finden und bewegen, die in beiden Biotopen Krisen erleben und bewältigen müssen. Es werden Helden dabei geboren und Mut gefordert und gezeigt.

Die Kulturbrigaden unter der Leitung von Rada Radojčić interpretieren dank des Corona-Aufholpakets der Bundesregierung für kulturelle Kinder- und Jugendbildung (bkj) den Jugendbuchklassiker über Freundschaft, Familie und den Kampf zwischen Mensch und Natur. DAS DSCHUNGELBUCH nun neu und wie gewohnt bunt.

Von Wölfen groß gezogen interagiert Mogli mit den Tieren des Dschungels. Es ist seine Heimat, seine Welt, hier ist Mogli zuhause und doch seine besten Freunde, der Panther Baghira und Balou der Bär, halten es für besser, Mogli zurück in die Menschenwelt zu bringen, um die Rache des gefährlichen Tigers Shere Khan zu entkommen …

Die Premiere des Stückes ist am Freitag dem 18. November im Fletch Bizzel um 20:00. Am Samstag und Sonntag beginnt die Vorstellung familiengerecht um 19:00 bzw. 15:00.

Termine und Eintritt

Fr. 18.11         20.00 Uhr       14,— € / ermäßigt 8,— €

Sa. 19.11         19.00 Uhr       14,— € / ermäßigt 8,— €

So. 20.11        15.00 Uhr       14,— € / ermäßigt 8,— €

Sa. 10.12         18.00 Uhr       14,— € / ermäßigt 8,— €

So. 11.12        15.00 Uhr       14,— € / ermäßigt 8,— €