Wir Tiere! Theater, das alle Sinne weckt!

Das Stück „Wir Tiere“ (ab 4 Jahren) feierte als Kooperation mit der Jungen Bühne Bochum (JuBB) am 27.02.2026 im KJT Dortmund (Theater für junges Publikum) seine Premiere. Ars tremonia hatte die Gelegenheit, bei einem weiteren Aufführungstermin am 01.03.2026 dabei zu sein.

Zum Kooperationskollektiv gehörten aus dem KJT-Ensemble Andreas Ksienzyk, Bianca Lammert und Jan Westphal sowie Manuel Loos (Musiker, Klangschrauber, Spieler) und die Musikerin und Performerin Maria Trautmann. Für eine eindrucksvolle Choreografie (z. B. als Baum) sorgte Lea Kallmeier (JuBB).

Im Eingangsbereich des Theaters wurden die Kinder sowie die Erwachsenen zunächst von den sechs als „Natur“ auftretenden Schauspieler*innen in Empfang genommen. Die eine Hälfte des Publikums bekam jeweils einen Stein in die Hand, die andere ein Stück Rinde. Die Stein-Gruppe ging zuerst, geführt von „Naturfrau“ Bianca Lammert, in den KJT-Theaterraum, um den Tieren und Pflanzen auf der Erde auf die Spur zu kommen.

Ein semitransparentes weißes Zelt diente als ideale Projektionsfläche. Im Zusammenwirken mit der eingespielten Geräuschkulisse entstand das Gefühl, als würden die Anwesenden mit den Tieren (Fuchs, Falke, Bienen u. a.) durch den Wald streifen. Mithilfe von Erzählungen, der Erzeugung von Geräuschen (Klangschalen, Fingerschnipsen und mehr) und visuell eindringlichen Naturprojektionen wurden die verschiedenen Sinneswahrnehmungen von Tieren sowie die komplexen Naturzusammenhänge fühl- und erlebbar. Besonders das junge Publikum wurde immer wieder mit gezielten Fragen in das Geschehen einbezogen.

v.l.n.r.: Manuel Loos (Junge Bühne Bochum), Maria Trautmann (Junge Bühne Bochum), Jan Westphal, Bianka Lammert© Birgit Hupfeld
v.l.n.r.: Manuel Loos (Junge Bühne Bochum), Maria Trautmann (Junge Bühne Bochum), Jan Westphal, Bianka Lammert
© Birgit Hupfeld

Danach ging es – wie schon für die Rinde-Gruppe zuvor –, geführt von Andreas Ksienzyk, die Treppe hinunter „unter die Erde“ (Bereich Café). Ein schwarz gehaltener Bereich war (wie schon oben im Theater) mit Sitzgelegenheiten am Rand – für die nicht mehr ganz so jungen Personen – sowie mit Sitzkissen in der Mitte für die Kinder gestaltet. Liebevoll und fantasievoll waren im Raum viele künstliche Baumwurzeln (die an helle Ankerleinen erinnerten) und „Regenwürmer“ platziert. Ksienzyk berichtete von der wichtigen Funktion von Wurzeln, Regenwürmern oder Maulwürfen und deren besonderen Fähigkeiten. Ein aus einem Wurzelgestrüpp entstiegener Baum (Lea Kallmeier) unterstützte ihn dabei aus seiner eigenen Perspektive.

Oben im Theater trafen sich beide Gruppen zu einem akustisch-visuellen Showdown. Während imposante Projektionen von Naturgewalten oder Vogelschwärmen am Zelthimmel zu sehen waren, spielten die Protagonist*innen des Stücks an einem langen Tisch passend dazu Klänge auf fünf Glockenspielen – elektronisch verstärkt durch Manuel Loos.

Eine schöne Möglichkeit für Stadtkinder, sich für einen Augenblick in die Tiere hineinzuversetzen und etwas über Naturkreisläufe und Zusammenhänge zu erfahren.

Infos zu weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder telefonisch unter 0231 / 50 27 222.

 




Wer verdient den roten Teppich? „ALL THAT FAME“ bringt moderne Klytaimnestras ins Theater im Depot

Tanzwerkstatt KOBI Seminare ALL THE FAME (c) Anne Kleff
Tanzwerkstatt KOBI Seminare ALL THE FAME (c) Anne Kleff

Der rote Teppich – einst ein heiliger Pfad, der laut der antiken Sage um Klytaimnestra und Agamemnon allein den Göttern vorbehalten war – ist heute zur ultimativen Bühne der Eitelkeiten geworden. Das Tanztheater-Projekt „ALL THAT FAME“ der Tanzwerkstatt KOBI Seminare nahm sich am vergangenen Wochenende im Theater im Depot genau dieses altehrwürdigen Rituals an, um eine hochaktuelle Frage zu stellen: Wer verdient es heute wirklich, auf diesem Symbol des Ruhms zu stehen?
Unter der konzeptionellen und choreografischen Leitung von Birgit Götz bildete der leuchtend rote Teppich das unbestrittene Zentrum des Bühnenbildes. Ergänzt wurde die clevere Inszenierung durch den Einsatz moderner, kabelloser Touch-Tischlampen. Durch das gezielte Ein- und Ausschalten schufen die Akteurinnen selbst fokussierte Lichtinseln und lenkten den Blick des Publikums gezielt auf die großen und kleinen Momente der Präsentation.
Das große Ensemble der Tänzerinnen überzeugte vor allem durch seine starke Präsenz als geschlossene Einheit – eine kollektive, moderne Klytaimnestra. Aus dieser Einheit traten jedoch immer wieder gezielt Individuen hervor. Besonders einprägsam war der satirische Seitenhieb auf unsere heutige Promi-Kultur, als sich einige Tänzerinnen in „Heidi Klum“ verwandelten. Dieser Kontrast zwischen der Suche nach echter weiblicher Sichtbarkeit und der kommerzialisierten Casting-Show-Welt brachte das Thema treffend auf den Punkt.
Der dazugehörige Flyer versprach eine „mitreißende und provokante“ Suche nach Antworten. Man muss fairerweise anmerken: In Zeiten von Social Media, ständiger Selbstdarstellung und medialer Dauerempörung ist es schwer, auf einer Bühne noch echte Provokation zu erzeugen. Was dem Stück vielleicht an schockierendem Skandalpotenzial fehlen mag, macht es jedoch durch eine ungemein mitreißende Energie mehr als wett.
Das zeigte sich eindrucksvoll im großen Finale: Als am Schluss alle Tänzerinnen gemeinsam über den roten Teppich schritten, sprang der Funke endgültig über. Das gesamte Publikum ging enthusiastisch mit und feierte einen Moment, in dem aus dem elitären Symbol des Ruhms plötzlich ein Teppich für alle Frauen wurde.




Job Safari – Freundschaft auf dem Prüfstand der sozialen Klasse

Das Setting in der Inszenierung von Regisseur Benedikt Grubel ist klar: Unterschiedlicher können Ranja, gespielt von Annika Hauffe, und Leonore, verkörpert von Sar Adina Scheer, die beiden Schulfreundinnen in der siebten Klasse, nicht sein. Ranja stammt aus einem reichen Elternhaus, ihre Eltern haben gute Berufe. Leonore hingegen kommt aus einem ärmlichen Haushalt. Ihre alleinerziehende Mutter ist depressiv, das wenige Geld bringt ihr großer Bruder Ferdi, dargestellt von Thomas Ehrlichmann, nach Hause, der als Paketbote arbeitet. Dieser krasse Kontrast zeigt sich im Stück an eindrücklichen Alltagsbildern. Während Ranja sich sorgenlos alles leisten kann, sei es Tennis spielen oder Eis essen gehen, gibt es bei Leonore nur das, was Ferdi gekauft hat, weil es gerade im Angebot war. Dann stehen eben ein Kilo Möhren oder pures Tomatenmark auf dem Speiseplan.

Die Geschichte von der ungleichen Freundschaft ist fast so alt wie das Erzählen selbst, weil sie der einfachste Weg ist, gesellschaftliche Ungerechtigkeit auf einer persönlichen, emotionalen Ebene zu zeigen. Das reicht vom Klassiker wie Erich Kästners Pünktchen und Anton über Elena Ferrantes Meine geniale Freundin bis hin zu modernen Jugendbüchern wie Tigermilch oder Wolfgang Herrndorfs Tschick. Immer wieder ist der Kernkonflikt zwischen Geld und Charakter oder die Diskrepanz der Aufstiegschancen das treibende Element.

Aber es gibt einen Twist, den die Autorin Elisabeth Pape in ihrem Stück Job Safari neu erzählt. Dieser liegt in der spezifischen Zuspitzung auf die Berufswelt der Zukunft und den sogenannten Purpose-Druck. Früher ging es in solchen Geschichten oft nur um Statussymbole wie Kleidung oder Urlaub. In Job Safari geht es aber um die moderne Lebenslüge: Tu, was du liebst, und du musst nie wieder arbeiten. Das Stück zeigt, dass dieser Satz ein Privileg ist. Ranja kann sich diese Haltung leisten, während Leonore schlichtweg Geld verdienen will. Das Stück kritisiert also weniger die Freundschaft an sich, sondern das gesellschaftliche Versprechen der Meritokratie, dass jeder alles werden kann, wenn er sich nur genug anstrengt.

v.l.n.r.: Annika Hauffe und Sar Adina Scheer©Birgit Hupfeld
v.l.n.r.: Annika Hauffe und Sar Adina Scheer
©Birgit Hupfeld

Ein Realitäts-Check erfolgt durch die Lehrerin Lydia Fischer, gespielt von Johanna Weißer, die trotz sicherem Job einen Burnout hat. Sie dient als Dämpfer für beide Mädchen und zeigt auf: Weder nur Geld als Leonores Ziel noch die reine Suche nach Sinn als Ranjas Ziel schützen vor dem Zusammenbruch. Hinzu kommt eine anarchistische oder nihilistische Komponente, die in Gestalt einer maskierten Bande auftritt. Das Bemühen der Lehrerin, in der Rolle einer Journalistin Licht in die Sache zu bringen, bleibt jedoch vage. Dass sie in dieser Funktion das rein Zerstörerische zu interviewen gedenkt, ist ein klassisch absurder und komödiantischer Kniff. Er offenbart die intellektuelle Hilflosigkeit der Gesellschaftsmitte: Wenn das System zusammenbricht oder die Wut überkocht, reagiert das Bildungsbürgertum reflexartig damit, einen Podcast aufzunehmen oder ein Feuilleton-Interview zu führen.

Das Bühnenbild von Marie-Liis Tigasson fängt diese inhaltliche Endzeitstimmung visuell treffend ein. Es zeigt ein Schulgebäude, das an antike Ruinen erinnert, zerstört und halb in den Boden eingesunken. Dass diese Trümmer überhaupt noch als Bildungsanstalt erkennbar sind, liegt lediglich an den abnehmbaren Buchstaben, die das Wort Schule formen. Daneben wirft eine Straßenlaterne ihr flackerndes Licht auf die Szenerie. Diese Kulisse ist ein starkes Sinnbild: Die Institution Schule, die eigentlich den Weg in eine chancengleiche Zukunft ebnen soll, liegt hier bereits in Trümmern, noch bevor das Erwachsenenleben der beiden Mädchen überhaupt richtig begonnen hat.

Am Ende bleibt Leonore in dieser bröckelnden Welt nichts anderes übrig, als auch ihr eigenes, sorgsam aufgebautes Lügengerüst einzureißen und Farbe zu bekennen. Damit stehen die beiden Mädchen vor ihrer ultimativen Bewährungsprobe. Die drängende Frage, die am Schluss unweigerlich im Raum stehen bleibt, ist die nach der echten Belastbarkeit dieser Verbindung. Kann die Freundschaft Bestand haben, wenn sich ihre schulischen und damit gesellschaftlichen Wege trennen, weil Ranja möglicherweise auf das Gymnasium geht und Leonore nicht? Es ist genau diese Ungewissheit, mit der das Stück sein Publikum in die Realität entlässt.

Mehr Informationen https://www.theaterdo.de/produktionen/detail/job-safari/

 

 




Ein intensiver Ballettabend für Frida Kahlo

Im Opernhaus Dortmund konnten Ballettfreunde am 13.02.2026 die Erstaufführung von „Frida“ erleben. Die Choreografie stammt von Annabelle Lopez Ochoa (Artist in Residence) und wurde vom Ballett Dortmund unter Beteiligung des NRW Juniorballetts eindrucksvoll umgesetzt.

Im Mittelpunkt dieser Produktion stehen Liebe, Leiden und Leidenschaft im Leben der mexikanischen Künstlerin Frida Kahlo (1907–1954). Das Stück beleuchtet, wie sie nach schweren gesundheitlichen Schicksalsschlägen – Kinderlähmung und ein verheerender Busunfall – zur Malerei fand. Ihr Leben war geprägt von körperlichen Schmerzen, mehreren Fehlgeburten sowie der Untreue ihres Ehemannes, des Malers Diego Rivera (1886–1957). Dieser war in Mexiko vor allem durch seine politisch motivierten Wandmalereien (Murales) berühmt geworden.

Das Malen bot Frida die Möglichkeit, ihren Schmerz in Kunst zu verwandeln. Auch ihre Fluchten in Affären mit Männern und Frauen änderten bis zu ihrem Tod nichts an ihrer tiefen Verbundenheit zu Diego.

Filip Kvačak als Diego und Sae Tamura als Frida (Foto: (c) Leszek Januszewski)
Filip Kvačak als Diego und Sae Tamura als Frida (Foto: (c) Leszek Januszewski)

Die Agierenden, allen voran Sae Tamura als Frida und Filip Kvačak als Diego, machten die tiefen Emotionen mit Präzision und Ausdruckskraft tänzerisch spürbar. Die besondere Sicht der Mexikaner auf den Tod, der dort als Teil des täglichen Lebens verstanden wird, wurde durch die ständige, beinahe selbstverständliche Präsenz von Skeletten verdeutlicht. Fridas Volksverbundenheit spiegelte sich in den farbenprächtigen Tehuana-Gewändern und dem charakteristischen Blumenschmuck wider – eine Tracht, in der sich die Künstlerin zeitlebens gern präsentierte.

Ihre schwierige Lage wird symbolisch durch einen schwarzen Kasten dargestellt, in dem sie oft wie „gefangen“ wirkt. Durch ihr Alter Ego, den Geist des Rehs (Liberty Fergus), wird sie zur heilenden Kraft der Malerei geleitet. Überhaupt spielen Tiere wie Vögel, Hirsche oder Affen eine zentrale Rolle in ihrer Lebenswelt. Fridas berühmte Selbstporträts wurden durch farbenfrohe Visionen des Ensembles, schillernde Kostüme und eine von oben herabschwebende Pflanzenpracht visualisiert.

Neben der wunderbaren Kostümauswahl überzeugte die passende Musik zur dramatischen Geschichte. Ein von Olivia Lee-Gundermann sensibel geleitetes Ensemble der Dortmunder Philharmoniker sorgte für die emotionale Begleitung. Dabei kamen auch Instrumente aus dem lateinamerikanischen Kulturraum zum Einsatz. Die Komposition stammt von Peter Salem (* 1958). Zusätzlich wurden melancholische Toneinspielungen von Chavela Vargas – einer engen Freundin Kahlos – verwendet.

Das Ballett bietet berührende, nonverbale Einblicke in das Leben einer besonderen Künstlerpersönlichkeit, ohne explizit auf ihr politisches Wirken einzugehen. Es zeigt eine starke Frau zwischen Verzweiflung, schöpferischer Kraft und unbedingtem Selbstbehauptungswillen. Über allem steht ihr Motto: „Viva la vida“!

Infos zu weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel.: 0231 / 50 27 222.

 




Wenn der Kaffee nach Träumen schmeckt – Eine Rezension von Superspecial

Früher gab es „nur“ Filterkaffee, heute stehen wir vor der Wahl: Muss es ein Java Chocolate Chip Frappuccino sein oder doch der klassische Schwarze? Die Bestellung an der Kaffeebar ist längst zu einem kleinen Akt der Selbstdarstellung geworden. Wer heute bestellt, kommuniziert weit mehr als nur seinen Durst. Er signalisiert eine Zugehörigkeit, einen Lifestyle. „Normal“ ist fast schon ein Schimpfwort und Durchschnitt ein absolutes No-Go. Am Ende bleibt jedoch die Frage: Schmeckt uns die Individualität wirklich besser, oder genießen wir einfach nur das Gefühl, nicht „wie alle anderen“ zu sein?

Genau in dieses Spannungsfeld entführte uns das Tanztheaterstück „Superspecial“, das am 31. Januar 2026 im Fritz-Henßler-Haus Premiere feierte.

Zwischen Frappuccino und Transformation

Das Stück startete in einem „Café am Rande des Wahnsinns“. Hier stellten sich nicht nur Fragen nach der richtigen Milchvariante, sondern auch die ganz großen Fragen des Lebens: Wann kommt eigentlich die Band? Und ist JETZT die richtige Zeit für eine allumfassende Transformation?

Das Publikum begegnete Figuren, die wir alle kennen – oder in denen wir uns selbst ertappt fühlen. Da war zum Beispiel Gerd, der nervige Kunde, der dem Personal ungefragt die Welt des Kaffees erklärt. Er steht exemplarisch für den modernen Drang, sich durch Wissen und Kennerschaft von der Masse abzuheben. Doch hinter der Fassade des „Bescheidwissers“ und den coolen Bestellungen schlummerten bei den Figuren tiefe Wunden: das Gefühl, übersehen zu werden, oder der Schmerz, wegen der Hautfarbe diskriminiert zu werden.

Die Karte von "Superspecial".
Die Karte von „Superspecial“.

Eine Goldcard für das Publikum

Unter dem Coaching von Birgit Götz und Cordula Hein präsentierte das Kollektiv „wichtigemenschen“ eine humorvolle, schräg-sinnliche Tour durch diese Megatrends der Individualisierung. Besonders eindrucksvoll war, dass die Transformation nicht nur auf der Bühne behauptet, sondern physisch erlebbar gemacht wurde.

Ausgestattet mit einer „Goldcard“ musste das Publikum das Café verlassen und den Spielort wechseln – von der Cafeteria hinüber in den Kinosaal. Ein kluger Schachzug: Der Weg vom Alltäglichen ins „große Kino“ der Träume wurde so zur gemeinsamen Bewegung. Mit viel Musik, Witz und Tanz erkundeten die Darstellenden, ob sich Einzigartigkeit und Gemeinschaft überhaupt vereinen lassen.

Es war ein Abend, der bewegte – räumlich wie emotional. Weitere Termine gibt es aktuell leider nicht, was die Premiere im Rückblick genau zu dem macht, was der Titel versprach: „Superspecial“.

Es spielten (Kollektiv wichtigemenschen): Carla Brockmann, Greta Heimbach, Marcia Kemper, Anneli Koch, Maya Krämer, Bhavdeep Kumar, Mathis Pollmann, Henna Schmaler, Lotta Severin & Sam Meier.




Unter Wölfen – Die letzte Premiere im Schauspiel am Hiltropwall

Nach dem Schlussapplaus an diesem besonderen Abend kündigt die Schauspieldirektorin Julia Wissert es an: Die Uraufführung von „PIDOR und der Wolf“ des amerikanischen Autors Sam Max ist tatsächlich die letzte Premiere im alten Gebäude des Schauspiels Dortmund.

Als „wahres Schauermärchen“ bezeichnet der Autor sein dicht gewebtes Familiendrama, in dem es um die Verfolgung queerer Menschen in einem tyrannischen Staat geht. Das Thema ist höchst aktuell, auch mit Blick auf autokratische Tendenzen in westlichen Demokratien. Das Dortmunder Ensemble unter der Regie von Jessica Samantha Starr Weißkirchen gestaltet daraus einen bisweilen anstrengenden, vor allem im ersten Teil manchmal überdramatisierten Theaterabend, was der Inszenierung aber wenig von ihrer Intensität nimmt. Auch wenn es wahrlich keine leichte Kost ist – die Aufführung besticht durch das intensive und körperbetonte Spiel der Darsteller, die fantasiereiche, variable Ausstattung (Wanda Traub) und immer wieder durch eindrucksvolle Bilder.

Beinahe märchenhaft geht es los. Auf der Bühne wabert Nebel, rechts und links stehen dunkle Tannen und mittendrin eine schräge Hütte; wie ein Gewächshaus sieht es aus, erinnert aber auch an das Hexenhäuschen aus „Hänsel und Gretel“. Aber im Haus und drumherum ist es weniger märchenhaft: Eine Frau raucht mit zitternden Händen, ein Kind wuselt herum und ein Mann läuft hin und her wie ein gehetztes Tier, sieht sich nervös immer wieder um und bleibt schließlich vor der Gartenpforte stehen. Dieser Beginn markiert den Ton der Inszenierung, den Rhythmus und die Atmosphäre. Eine dramatische Saite wird angeschlagen und klingt den ganzen Abend nach – nicht beschaulich, eher bedrohlich, schauermärchenhaft.

Pidor und der Wolf: v.l.n.r.: Antje Prust, Luis Quintana, Lukas Beeler, Ekkehard Freye und der Wolfschor(Foto: ©Birgit Hupfeld)
Pidor und der Wolf: v.l.n.r.: Antje Prust, Luis Quintana, Lukas Beeler, Ekkehard Freye und der Wolfschor
(Foto: ©Birgit Hupfeld)

Der Mann am Tor ist Peter, der schon als Kind auf dem Spielplatz als „Pidor“, als „Schwuchtel“ beschimpft und gedemütigt wurde. In Tschetschenien, wo Sam Max sein Stück ansiedelt, wird wie in keiner anderen Region brutal gegen LGBTQ+-Personen vorgegangen. Entführungen, Folter, Mord – jedes Mittel ist recht. Peter versteckt sich deshalb als Vater in einer Kleinfamilie, die ihm aber nicht nur als Tarnung dient. Hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Frau und Kind und seiner Sehnsucht, verabredet er sich ausgerechnet am Vorabend des achten Geburtstages seines Sohnes mit einem Mann, der sich Wolf nennt. Hoch und heilig verspricht er, am nächsten Tag wieder da zu sein, aber dann geht alles schief. Denn dieser Wolf ist ein Agent, der für die autokratische Regierung queere Personen aufspürt; das Date ist eine Falle. Peter landet im Gefängnis, wo er seine Jugendliebe, den Musiker Ilya, wiedertrifft. Erst acht Jahre später sieht er seine Familie wieder.

Dieser Plot ist die Grundlage für ein Drama, in dem Sam Max aufschlüsselt, wie sich die ganze Grausamkeit eines autokratischen Systems in den Körpern und Köpfen seiner Opfer niederschlägt und zu wirken beginnt. Peters Frau ist gezwungen, sich mit den Machthabern zu arrangieren; sie prostituiert sich, heiratet sogar den Wolf – aus Trotz, aus Kalkül oder aus Angst.

Am meisten aber leidet Peters Sohn, aus dessen Perspektive die Geschichte erzählt wird. Sowohl als Achtjähriger als auch als Jugendlicher mit sechzehn tritt er in Erscheinung. Oft erzählt er von sich in der dritten Person, wie es auch die übrigen Protagonisten immer wieder tun. Diese Erzähltechnik hilft den Figuren, Distanz aufzubauen zu ihren heftigen, widersprüchlichen und manchmal selbstzerstörerischen Gefühlen. Man folgt dieser Erzählung nicht mühelos, aber doch aufmerksam und mit Interesse.

Es ist vor allem dieser narrative Rahmen, der an Sergei Prokofjews Musikmärchen für einen Erzähler und Orchester aus dem Jahre 1936 erinnert, in dem der Protagonist auch den schützenden Garten verlässt und so dem Wolf eine Tür öffnet. Prokofjews Geschichte endet allerdings damit, dass der Wolf in den Zoo gebracht wird; Max’ „Schauermärchen“ dagegen mündet in einem grausamen Showdown, wo sich alle am sechzehnten Geburtstag von Peters Sohn wiedertreffen – ein ungeschöntes, hoffnungsloses Ende, eine Botschaft, die aufrüttelt.

Natürlich lebt die Inszenierung auch von der Musik Chiara Stricklands und dem live aufspielenden Cellisten, besonders aber von den souverän agierenden Schauspielern, die hin und wieder den dramatischen Ton ein wenig überstrapazieren, die sich aber ansonsten voll in jede Situation reinhauen mit Leib und Seele. Der Chor der Wölfe ist großartig choreografiert und in Szene gesetzt; diese pöbelnden, feixenden, brutalen Handlanger des Regimes erinnern an die uniformierten ICE-Agenten in Amerika. Die Aktualität der Inszenierung wird dadurch noch unterstrichen. Ein außerordentlicher Abend: anstrengend, aber unbedingt sehenswert.




Pop-Fassade und toxische Weiblichkeit

Im Studio des Schauspiels Dortmund feierte am 23.01.2026 die musikalische, queere Sitcom „I wanna be a Gurrrlband“ unter der Regie von Shari Asha Crosson ihre Uraufführung.

Die Girlband „Poly Pockets“ steht im Mittelpunkt des Geschehens. Die vier Frauen – Jeanne (Sarah Quarsie), Alice (Push Abdellaoui), Demmi (Rose Lohmann) und Salome (Hannah Müller) – vertreten unter dem Slogan „All we need is Girl Power“ ein queeres Selbstverständnis. Mit dabei ist auch Demmis Hund Kylo, der das Geschehen als Beobachter mit bissig-frechen Kommentaren begleitet.

Der Bruch der Fassade

Als ihr innen komplett rosaroter Tourbus in der Wüste liegen bleibt, zerbricht in der Hitze die glitzernde Pop-Fassade. Eine toxische Mischung aus subtilen Machtspielen, Begehren, Erschöpfung und der Suche nach Authentizität bricht hervor. Konkurrenzdruck, Perfektionismus (befeuert durch die sozialen Medien) sowie Eifersucht treten offen zutage. Es zeigt sich: Auch Frauen können patriarchale Strukturen weitertragen.

v.l.n.r.: Sarah Quarshie, Rose Lohmann, Hannah Müller und Puah AbdellaouiFoto: ©Birgit Hupfeld
v.l.n.r.: Sarah Quarshie, Rose Lohmann, Hannah Müller und Puah Abdellaoui
Foto: ©Birgit Hupfeld

Die vier Band-Mitglieder tragen Namen, die auf weibliche Rollenbilder der Geschichte verweisen:

  • Jeanne: Die Frontfrau ist nach der Kriegerin Jeanne d’Arc benannt und bewegt sich im Spannungsfeld zwischen Unabhängigkeit, Macht und Nähe.
  • Salome: Sie verweist auf die biblisch-mythologische Verführerin (Verbindung von Begehren, Macht und Tod) und schützt sich durch eine Fassade aus Ironie und Zynismus.
  • Alice: Sie wandelt wie „Alice im Wunderland“ zwischen Traum und Realität.
  • Demmi: Sie verkörpert die müde, desillusionierte, aber fürsorgliche Demeter-Figur.

Ausbruch aus Narrativen

Die Managerin Sharly Mannson (Shari Asha Crosson) lenkt das gewünschte Verhalten der Band per Video; es geht allein um Profitinteressen. Solange die Frauen im Sinne des Systems „funktionieren“ und Erfolg haben, sind sie „sichtbar“. Die Figuren versuchen jedoch, sich aus festgefahrenen Narrativen zu befreien und ihre Geschichte selbst in die Hand zu nehmen. Das Ende – so viel sei verraten – verweigert allerdings ein klassisches Happy End.

Die Inszenierung räumt der Musik von Girlbands wie den „Spice Girls“ und anderen viel Platz ein. Dies ist nicht nur gesanglich eine Herausforderung für das Quartett auf der Bühne: In passenden Outfits bewältigen sie scheinbar mühelos eine anspruchsvolle, frech-frivole Choreografie.

Die queer-feministische Sitcom richtet sich, auch sprachlich, vor allem an ein jüngeres Publikum.

Infos zu den weiteren Aufführungsterminen erhalten Sie wie immer unter www.theaterdo.de oder Tel. 0231 / 50 27 222.

 




Ausnahmezustand

Es ist schon eine besondere Herausforderung, das bekannte Terrain der Bühne zu verlassen und in den unbekannten Gefilden von Klassenzimmern aufzutreten. Nah am Publikum, auch im Publikum. Roberto Romeo nutzt den gesamten Raum, für die Premiere noch nicht in einem Klassenzimmer, sondern im sog. „Institut“ des Schauspielhauses. Ca. zwanzig Schülerinnen und Schüler sitzen auf Bänken an Tischen und sehen zu Beginn auf einer Leinwand im Hintergrund einen kurzen Film mit brennenden Wäldern, schmelzendem Eis und einem halb verhungerten Eisbären.

Roberto Romeo kommt als Marvin, achtzehn Jahre alt, auf die Spielfläche, schüttet erst einmal eine Tüte Müll auf den Boden, um dann sauberzumachen. Dabei erzählt er seine Geschichte. Sein Verhältnis zu den Eltern, seine Begegnung mit Lea, wie er beginnt, über das Klima und den Klimaschutz nachzudenken. Wie er mit anderen demonstriert und ihm das irgendwann nicht mehr reicht. „Wenn ich etwas mache, dann mache ich es richtig.“ Und er meint nicht nur das Putzen des Klassenzimmers.

Was kann man tun? Reicht ein Einkauf im Biomarkt? Schon mal über das Handy und die Rohstoffe nachgedacht? Das Handy ist dem Publikum wichtig, merkt man. Ist es heilig?

Wie weit geht man, wenn man von seinen Zielen überzeugt ist? Wie reagieren andere? Was ist legitim? Was ist legal?

Roberto Romeo als Marvin. (Foto: Birgit Hupfeld.)
Roberto Romeo als Marvin. (Foto: Birgit Hupfeld.)

Marvin putzt, weil er Sozialstunden aufgebrummt bekommen hat. Weil er, um aufzurütteln, radikaler wurde. Im Klassenzimmer. Und in diesem Zimmer sitzen junge Menschen, die verschiedene Meinungen haben.

Die Schülerinnen und Schüler im Publikum sind um die fünfzehn Jahre alt, neunte Klasse. Der Schauspieler ist Mitte zwanzig und verkörpert Marvin so lebensecht, dass die Grenzen zwischen Realität und Fiktion teilweise verschwimmen. Sie erkundigen sich nach Lea, der Freundin von Marvin, was sie dazu sagt. „Wenn man die Welt retten muss, hat man sowieso keine Zeit für die Liebe.“ Sie kritisieren seinen Umgang mit dem Vater.

Teilweise werden die jungen Leute von Marvin direkt angesprochen, teilweise mischen sie sich auch so ein. Roberto Romeo behält souverän seinen roten Faden. Am Ende ist die Spielfläche sauber, er erntet wohlverdienten Applaus. Damit gibt es keinen vorgegebenen Text mehr (Stück von Christina Kettering), die Aufführung ist aber noch nicht zu Ende. Es schließt sich eine Gesprächsrunde an, moderiert von der Theaterpädagogin des Schauspielhauses Sarah Jasinsczcak, die bereits viele Jahre die Stücke am Haus begleitet und auch mit in die Klassenzimmer geht. Für Romeo ist es das erste Klassenzimmerstück, in der Generalprobe mit einer dreizehnten Klasse, in der Premiere mit einer neunten. Dazwischen liegen sicherlich schon Welten.

Spannend zu hören, auf was die Einzelnen achten, was die jungen Menschen beschäftigt. Was sie im Stück gesehen haben. Was sie auf ihre Lebenswelt übertragen können. Und sicherlich endet das Gespräch nicht, wenn die Jugendlichen ihr Klassenzimmer wieder für sich haben. Denn vieles kann das Stück in einer knappen dreiviertel Stunde nur anreißen; es muss in der Diskussion und im Dialog mit den Lehrerinnen und Lehrern noch vertieft werden. Eine Basis ist gelegt, aber die Ver- und Bearbeitung bleiben eine weitere Herausforderung.

 

Regie: Madita Scülfort, Dramaturgie: Cosima Schubert, Ausstattung (bemerkenswert im Laufe des Stücks auf jeden Fall der Hoodie): Slynrya Kongyoo, Unterstützung mobile Vorstellungen: Quinn Mengs




Kanonenmütter, Tradwives und ein großer Abschied: So startete der Geierabend 2026

Er ist ein fester Bestandteil des Dortmunder Kulturlebens: der Geierabend. Mit einer ebenso politischen wie pointierten Premiere ist die alternative Karnevalssitzung am 2. Januar 2026 auf Zeche Zollern in die neue Session gestartet. Vor vollem Haus präsentiert das Ensemble noch bis Veilchendienstag ein Programm, das aktuelle Debatten, Ruhrgebietsrealität und bewusst albernen Klamauk gekonnt miteinander verknüpft.

An Themen mangelt es dem Geierabend keinesfalls. Denn alles scheint wiederzukommen, wie Steiger Martin Kaysh zurecht anmerkte – beispielsweise der Wehrdienst. Mit der Szene „Kanonenmütter“ nimmt das Ensemble die Debatte um Wehrpflicht und Aufrüstung ins Visier: Zwei Mütter rücken kurzerhand selbst ein, inklusive olivgrünem Wellness-Programm und militärischem Gebrüll. Auch die 50er-Jahre feiern ein Wiedersehen in Form von „Tradwives“, die ihre Bestimmung im traditionellen Rollenverständnis suchen. Natürlich versucht auch die alleinerziehende Mutter Jessica Schmottke (Sandra Schmitz), davon zu profitieren. Dass auch Trends zu Ende gehen können, erlebten zwei Labubus, die auf dem „Friedhof der Kuscheltiere“ auf Relikte vergangener Tage schauten.

Auch die Situation der Dortmunder SPD wird aufs Korn genommen. Politisch-historisch wird es in „SPD – Der Geist von Godesberg“, wenn die letzten Dortmunder Sozialdemokraten in ihrer Verzweiflung den legendären Parteitag von 1959 heraufbeschwören. Denn früher war die Stadt die „Herzkammer der Sozialdemokratie“, heute regiert ein CDU-Bürgermeister. Der neue OB, Alexander Kalouti, war dabei immer wieder Zielscheibe des Spotts.

Premiere Geierabend auf Zeche Zollern. (Foto: (c) Anja Cord)
Premiere Geierabend auf Zeche Zollern. (Foto: (c) Anja Cord)

Der Ruhrpott-Blick auf gesellschaftliche Trends kommt ebenfalls nicht zu kurz. In „Bottrop statt Botox“ persiflieren „Dr. Dick und Dr. Fick“ die Schönheitschirurgie auf radikal ehrliche Art, während die Nummer „Hobby Horsing und Köttbullar“ den Trendsport aus der IKEA-Betriebssportgruppe Kamen mitten ins Revier holt. Was für spannende Geschichte mag wohl die WAPO Phoenixsee erzählen?

Musikalisch spannen Pele Götzer und seine Band einen weiten Bogen von viralen Popsongs wie „Gangnam Style“ über „Walking on Sunshine“ bis zu aktuellen Chart-Hits wie „APT“. Für den roten Faden sorgt einmal mehr Steiger Martin Kaysh, der mit bissigen Moderationen und Kommentaren zum politischen Tagesgeschehen durch den Abend führt.

Ein besonderer Moment ist in diesem Jahr der Abschied von Geierabend-Präsident Roman Henri Marczewski. Der Mitgründer und langjährige Kopf der Veranstaltung verabschiedet sich nach mehr als drei Jahrzehnten mit einer musikalischen Verneigung vor dem Publikum – ein emotionaler Höhepunkt für eine prägende Figur der Ruhrgebietskultur.

Traditionell gehört zum Geierabend auch die Vergabe des Pannekopp-Ordens, und hier gab es direkt bei der Premiere eine Entscheidung: Den Tagessieg holte sich Bettina Hartmann. Die stellvertretende Bürgermeisterin von Marl, die sich mit Stimmen der AfD hatte wählen lassen, setzte sich damit gegen NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst durch. Wüst war mit seiner Idee der „Leading Losing City Köln“ nominiert worden.

Das Ensemble musste in dieser Session zwei neue Mitglieder integrieren, was über weite Strecken sehr gut gelang. Es liefert eine Bandbreite von Ruhrpottsatire über Medienkritik bis hin zu politischer Satire – Gesangs- und Tanzeinlagen inklusive. Lediglich die Szene mit den beiden „Facharbeitern“, die zuvor von zwei ausgeschiedenen Mitgliedern verkörpert wurde, wirkte etwas routiniert – das Gabelstapler-Thema hat sich inzwischen ein wenig abgenutzt. Dennoch spielte, sang und tanzte das Ensemble insgesamt wie aus einem Guss.

Auch das Publikum war an diesem Abend bestens aufgelegt. Alle Szenen wurden ausgiebig bejubelt, und die Hymne „Dortmund“ durfte als Zugabe nicht fehlen.

Alle Infos zum Geierabend 2026

  • Spielort: Zeche Zollern, Dortmund
  • Termine: Die Session läuft noch bis zum 17. Februar 2026 (Veilchendienstag).
  • Tickets: Karten sind unter geierabend.de erhältlich.
  • Das Ensemble: Roman Marczewski, Sandra Schmitz, Martin Kaysh, Benjamin Werner, Silvia Holzhäuser und Stefan Peters.

















Geierabend 2026 startet in eine kurze, knackige Session

Für die Freunde des kultigen Dortmunder Ruhrpott-Karnevals gibt es gute Nachrichten. Auch im Jahr 2026 wird auf der historischen Zeche Zollern – diesmal für eine ultra-kurze Session (02.01. – 17.02.2026) – wieder der „Geierabend“ zelebriert.

Das rundum neue Programm bietet erneut eine schräge Mischung aus bissigem Humor mit politischen Seitenhieben und viel Lokalkolorit. Musikalisch wird es – so Geierabend-Legende Sandra Schmitz – „laut und rockig“ mit einer bunten Bandbreite von Gangnam Style über Britney Spears bis Richard Wagner. Bandleader Pele Götzer führt als musikalischer Kopf durch den Abend.

Neben den bewährten Kräften Sandra Schmitz, Martin Kaysh (Steiger), Silvia Holzhäuser, Patrick Dollas und dem „Präsi“ Roman Marczewski stoßen mit dem Theater- und Filmschauspieler Benjamin Werner sowie dem gebürtigen Herdecker Stefan Peters zwei „Neue“ dazu.

Das Plakat der Session 2026 des Geierabends. (Foto: Tania Reinicke)
Das Plakat der Session 2026 des Geierabends. (Foto: Tania Reinicke)

Das Ensemble vermählt unter anderem die Erotik von New-Adult-Romanen mit der Resopal-Romantik ruhrpotttypischer Eckkneipen, und die SPD beschwört nach der Kommunalwahl beim Trauerseminar die Geister erfolgreicher Jahre. Außerdem jagt die WaPo Phoenixsee ein Seeungeheuer und vieles mehr. Klassiker wie etwa Publikumsliebling Jessica Schmottke (als mehrfach Alleinerziehende) dürfen natürlich auch nicht fehlen.

Hinter den Kulissen arbeitet erneut ein Team aus einigen der renommiertesten Satire-Autorinnen und Autoren Deutschlands. Zu nennen wären da Jana Fischer (Autorin: Carolin Kebekus Show), Thomas Rogel (Heute-Show) sowie Markus Henning (ZDF-Magazin Royale).

Auch kulinarisch wird das Publikum wie gewohnt gut versorgt (nicht nur mit der besten Currywurst des Ruhrgebiets). Es empfiehlt sich, sich möglichst schnell Karten zu sichern!

Erhältlich unter www.geierabend.de

Vorstellungen: Donnerstags bis sonntags, in der Karnevalswoche zusätzlich am Mittwoch sowie an Weiberfastnacht.