Wie klingt Radioaktivität?

Ein Klangkokon von Denise Ritter.
Ein Klangkokon von Denise Ritter.

Die Ausstellung „mex21“ zeigt vom 30. November 2013 bis zum 12. Januar 2014 Positionen von Klangkünstlern. 21 neue und bekannte Künstlerinnen und Künstler aus dem In- und Ausland zeigen ihre Positionen im Künstlerhaus Dortmund.

 

Radioaktivität klingt eigentlich nicht, sie strahlt nur. Doch wenn man einen Geigerzähler mit einem Glasobjekt und einem Lämpchen kombiniert, wie es Soichiro Mihara in seinem Objekt „bell“ getan hat, macht man Radioaktivität nicht nur sichtbar, sondern auch hörbar. Denn in unserer Umgebung gibt es die natürliche Hintergrundstrahlung. Somit blinkt die Lampe und das Glöckchen bimmelt. Miharars Werk hat einen ernsten Hintergrund, denn es bezieht sich auf das Fukushima-Desaster.

 

Viel Zeit muss der Betrachter mitbringen bei „Novaya Zemlya“ von Thomas Köner. Das Werk aus eigenen Fotos sowie „Field Recordings“ aus „Novaya Zemlya“ einer künstlichen Weite dauert 40 Minuten. Hier verliert der Betrachter durch die meditative Komposition das Zeitgefühl.

 

Noch mehr Zeit mitbringen müssen die Besucher bei Phill Niblocks „Movement of People Working“. Niblock hat über Jahrzehnte die Dynamik körperlicher Arbeit dokumentiert und mit ausgedehnten Drones und weiteren akustischen Veränderungen kombiniert.

 

Ähnlich wie Köner beschäftigt sich auch Denise Ritter mit Field Recording. Sie hat die Geräusche des Ruhrgebiets anhand eines Mikrophons an ihrer Kleidung gesammelt. Diese Geräusche werden über Lautsprecher, die in Kokons eingewickelt sind, wiedergegeben. Hätte eine Raupe Ohren, würde sie in ihrem Kokon auch die Umgebungsgeräusche mitbekommen, bevor sie zum Schmetterling wird. Der Mensch reagiert vor seiner Geburt vermutlich auf die Umweltgeräusche.

Ritter kommt aus Saarbrücken und kommt zum Ergebnis: „Das Ruhrgebiet ist viel lauter als Saarbrücken.“

 

Das Werk „TACET“ von Ulla Rauter ist ungewöhnlich für eine Soundausstellung, denn der Schriftzug „TACET“ leuchtet nur dann, wenn Stille herrscht. „Tacet“ ist eine Spielanleitung für Musiker, besser gesagt, eine Nicht-Spielanleitung. Es heißt übersetzt „Er/sie schweigt.“ Ohne die Stille wertzuschätzen, kann man auch den Klang nicht wertschätzen.

 

Teilnehmende Künstlerinnen und Künstler: Terry Fox, Olaf Hochherz, Rolf Julius, Thomas Köner, Soichiro Mihara, Phill Niblock, Ulla Rauter, Denise Ritter, Kathy Scheuring / Georg Reil, Ralf Schreiber, Anke Schulte-Steinberg und Florian Zeeh.

 

Die Ausstellung ist eine Kooperation des Künstlerhauses Dortmund und mex – Gesellschaft für intermediale und experimentale Musikprojekte.

 

Passend dazu gibt es ein Konzert im Künstlerhaus am 30.11. 2013 mit Sam Ashley (USA), Pascal Battus / Alfredo Costa Monteiro (F/E) und Gert-Jan Prins (NL). Der Eintritt kostet 8 €.

 

Die Öffnungszeiten des Künstlerhauses (Sunderweg 1) sind Donnerstag bis Sonntag 16 bis 19 Uhr.

Der Stillemelder "TACET" von Ulla Rauter.
Der Stillemelder „TACET“ von Ulla Rauter.




Doppelausstellung zum Thema Identität

Sabrina Richmann (links) und Conny Höflich präsentieren ihre Werke im Projektraum Fotografie.
Sabrina Richmann (links) und Conny Höflich präsentieren ihre Werke im Projektraum Fotografie.

Mit der Doppelausstellung von Sabrina Richmann „weil alles fortläuft, jeden Tag“ und Conny Höflich „Bye-bye, Belyn“ präsentiert der Projektraum Fotografie zwei unterschiedliche Künstlerinnen und unterschiedliche Herangehensweisen an die Frage der Identität.

Belyn. Der Ort klingt fast so wie Berlin, aber ist vermutlich das komplette Gegenteil der Hauptstadt. Denn er ist so klein, dass sich nicht einmal in der Wikipedia Spuren dieses kleines Dorfes finden, so dass wir Conny Höflich vertrauen müssen, dass es in Brandenburg ist. In ihrer Bildern dreht sich alles um die Frage, die sich die Jugendlichen stellen „Kann ich hier bleiben?“. Eigentlich haben sie ihre Identität als Dorfjugend gefunden. Belyn ist ihre Heimat, doch die Infrastruktur zerfällt. Kaum Läden und kaum Arbeitsplätze, wer etwas werden möchte, muss von hier weg. Die ausgestellten Schwarz-weiß Bilder von Höflich verstärken diese Melancholie noch. Der Betrachter stellt sich unwillkürlich die Frage, wie sieht’s dort wohl 2030 aus? Ist das Leben dort noch trister und mühevoller? Sind dann alle Jugendlichen weg? Ihre Bilder stammen aus dem Zeitraum 2004 bis 2007. Im Jahr 2011 ist in der Edition 365 des expose-Verlags das gleichnamige Buch erschienen „Bye-bye, Belyn: In einem Dorf in Brandenburg“.

 

Bei den Farbfotos von Sabrina Richmann handelt es sich um eine Diplomarbeit über die sogenannte „Generation Y“, die um die Jahrtausendwende Teenager waren. „Viele wissen nicht, wohin sie gehen“, erzählte Sabrina Richmann. „Sie wechseln das Studium, probieren neue Wege“. In ihrer Arbeit hat sich nicht nur auf die Bildebene gesetzt, sondern fügte auch noch eine Textebene ein. So benutzte sie das Buch „Fragebogen“ von Max Frisch, um mit den Porträtierten ein zweistündiges Interview zu führen. Einige der Zitate waren auch zwischen den Fotos zu sehen. Richmann reiste drei Monate durch Deutschland und nahm einige Stimmungsbilder auf, die die Porträts ergänzen. Richmann war es wichtig, nicht ihren Freundeskreis vor die Kamera zu bitten, sondern Freunde von Freunden. So reiste sie von Kiel über Würzburg bis hin nach Paulinenaue, einem kleinen Dorf in Brandenburg. Wenn man so will, schließt sich hier wieder der Kreis zur Ausstellung von Höflich.

 

Die Ausstellung ist noch bis zum 11. Januar 2014 zu sehen, der Projektraum Fotografie in der Huckarder Straße 8-12 ist geöffnet donnerstags von 16 bis 19 Uhr und samstags von 14 bis 18 Uhr.




Wenn Kleider Leute machen

Herline Koelbl vor der Schornsteinfegerin (links privat / rechts offiziell).
Herline Koelbl vor der Schornsteinfegerin (links privat / rechts offiziell).

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund zeigt vom 30. November 2013 bis zum 2. März 2014 die Ausstellung „Kleider machen Leute“ der konzeptionell arbeitende Fotokünstlerin Herlinde Koelbl. Diese Schau entstand in langjähriger Arbeit im In-und Ausland zwischen 2008 und 2012.

Gezeigt werden die Körper 70 verschiedener Menschen aus verschiedensten Berufsgruppen in Doppelporträts. Auf der rechten Seite sehen wir den General, Bischof, den Feuerwehrmann, die Krankenschwester, die Richterin in Karlsruhe, die japanische Geisha, der Kellner, den Koch, die Schornsteinfegerin, den Pagen und viele mehr in ihren Standesuniformen und Funktionen. Dagegen sind sie auf der linken Seite in der Kleidung abgelichtet, die sie sonst zuhause ganz privat tragen. Neben den großformatigen Fotografien sind kurze Interviews mit den Personen als Text zu lesen.

 

„Die Idee für diese Ausstellung kam mir bei einem Urlaub im ehemaligen Jugoslawien. Die Kellnerin, vorher in ihrer schwarzen Uniform mit weißer Schürze kam mir kurze Zeit spät in einer bunten Kittelschürze ohne Ärmel entgegen. Ich hätte sie fast nicht wiedererkannt und hatte eine ganz andere Wahrnehmung von ihr“, erklärte Koelbl. Sie fügte hinzu: „Ich wollte die Personen nicht in ihrem Umfeld fotografieren, denn der Mensch sollte im Mittelpunkt stehen. Deshalb habe ich einen grauen oder weißen Hintergrund gewählt. Es war mir wichtig, die Wandlung der unterschiedlichen Menschen in ihrer Funktion und als Privatpersonen zu zeigen. Außerdem sollten sie nicht in keiner Freizeitkleidung, sondern in ihrer ganz privaten Wohlfüllbekleidung fotografiert werden.“

 

Es zeigte sich, dass die fotografierten Personen tatsächlich eine andere Haltung in ihrer Standeskleidung einnahmen als in ihrer privaten Kleidung. Das gestiegene Selbstbewusstsein ist ihnen in ihrer Uniform anzusehen. „Es ist, als ob sie einen Schalter umlegen, wenn sie ihre private Kleidung anziehen“, so Koelbl.

 

So trägt zum Beispiel eine Person die einen Beruf ausübt, bei der sie eine beengende Uniform tragen muss gerne zu hause eine legere Kleidung. Uniformen repräsentieren aber weit mehr. So steckt zum Beispiel in der selbstbewussten Haltung und dem Auftreten des Piloten der Lufthansa das Wissen um die enorme Verantwortung.

 

„ In meiner Standes-Uniform werde ich ganz anders wahrgenommen und trete aus der Masse als Individuum heraus“, so sagt es zum Beispiel eine fotografierte Geisha aus Japan in ihrem Interview.

 

„Wir müssen die ganze Sache aber beidseitig betrachten. Der Betrachter der Fotografien kommt auch schon mit einer bestimmten Einstellung zu den verschiedenen Berufsgruppen in die Ausstellung.Wir verhalten uns ja auch unterschiedlich, wenn uns der Arzt in seinem weißen Kittel oder als Privatmensch begegnet“, erläuterte Koelbl.

 

So können „Berufsuniformen“ einerseits das Selbstbewusstsein stärken, lenken aber auch die Aufmerksamkeit auf die Person und erwecken einen ganz bestimmten, mit der Uniform verbundenen Erwartungsdruck.

 

Begleitend zur Ausstellung finden an jedem Sonntag von 11.30 bis 12.15 Uhr öffentliche Führungen statt. Die Teilnahme kostet zwei Euro. Gruppenführungen können unter (0231) 50-26028 gebucht werden.

 

Ein Tipp besonders für Kinder ab sechs Jahren ist der Workshop „Wer bin ich“, für Jugendliche ab zwölf Jahren der Workshop „Pimpen, Posen, Posten“. Die Teilnehmenden besuchen zunächst die Ausstellung und werden anschließend unter der Anleitung des Fotografen Hannes Woidich selbst aktiv. Die Workshops beginnen am 8. Januar 2014. Anmeldung und weitere Information unter Telefon (0231) 50-26028 und in Internet unter info.mkk@stadtdo.de.

 

Der 232 Seiten starke, mit 186 Farbabbildungen versehene Katalog „Kleider machen Leute“ erschien im Hatje Cantz Verlag, Ostfildern. Er ist im Museum für Kunst und Kulturgeschichte und im Buchhandel für 39,90 Euro erhältlich.

 

Der Eintritt in die Schau kostet sechs Euro, ermäßigt drei Euro. Das Kombiticket, das auch den Besuch der Dauerausstellung und der Weihnachtsausstellung im Studio ermöglicht, kostet acht Euro, ermäßigt vier Euro. Bis 18 Jahre ist der Eintritt frei.

Öffnungszeiten des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, Dortmund: Dienstag, Mittwoch, Freitag und Sonntag von 10 bis 17 Uhr, Donnerstag von 10 bis 20 Uhr, Samstag von 12 bis 17 Uhr.




Vier geförderte Projekte im Kreativquartier Unionsviertel

Kreative, Wirtschaftsförderung und Stadtplanung freuen sich über die Förderung vom Land NRW für vier Projekte.
Kreative, Wirtschaftsförderung und Stadtplanung freuen sich über die Förderung vom Land NRW für vier Projekte.

Schöne Nachricht für vier künstlerische Projekte: Fast 130.000 € gibt es vom Land als Förderung. Profitiert haben davon der Hartware MedienKunstVerein, Heimatdesign, die Neue Kolonie West e.V. und 44309 street/art gallery.

 

Die Fördermittel kommen aus dem Programm „Kreativ Quartiere Ruhr 2013“, die wiederum auf die Kulturhausptstadt Ruhr 2010 zurückgeht. „Es war uns wichtig, Projekte zu fördern, die einen Effekt auf die Stadtentwicklung haben“, so Bernd Fesel von ecce. „Wirtschaftsförderung, Kultur und Stadtplanung sitzen in einem Boot.“

 

Beim Projekt vom Hartware MedienKunstVerein (HMKV) handelt man mit Utopien. Auf einer „Utopia Stock Exchange“ (USE) wird das Dortmunder U zur Börse von Utopien. Ab sofort können die Bürgerinnen und Utopien bei www.utopiaexchange.de einreichen. Der HMKV wird auch auf dem Weihnachtsmarkt präsent sein und dort seine Idee präsentieren. Beim Handelsabend am 18. Januar im Dortmunder U wird sich zeigen, welche Utopie am meisten Anhänger findet. Dabei kann man echtes Geld verdienen oder verlieren. Wie an der echten Börse…

 

Die Plattform Heimatdesign erhält für das Fotofestival „Schau“ ebenfalls eine Förderung vom Land. Das Festival bot und bietet Veranstaltungen rund um das Thema „Fotografie“ an. Eine der Veranstaltungen war der Fotorundgang „Der Goldene Westen“ im Unionsviertel im Herbst 2013. In diesem Jahr findet noch ein „Phototalk – Dialoge zur Fotografie“ statt und zwar am 04. Dezember. Die Veranstaltung „Bring“ am 14.12.13 soll ein neues Format werden zum Sehen und Sprechen über Bilder. Höhepunkt der geplanten Veranstaltungsreihe wird eine internationale Portfolioschau im Dortmunder U im Juni 2014, erzählte Haiko Hebig.

 

Die „Neue Kolonie West“ bekommt eine Förderung für den „Kunstmarathon im Unionsviertel.“ 20 Künstlerinnen und Künstler nehmen am 06. und 07. Dezember daran teil, erzählte Organisatorin Simone Czech von der Galerie 143. Das Unionsviertel soll 24 Stunden künstlerisch bespielt werden und die Besucher können am 06. Dezember beim Entwicklungsprozess dabei sein. Am 07. Dezember können die Besucher dann bei einem Rundgang die entstandenen Objekte bei einer amerikanischen Auktion erwerben.

 

Die 44309 street/art gallery erhält für ihr Vorhaben, Graffiti und Street Art als moderne Gegenwartskultur zu etablieren, eine Förderung. Ebenso ist es das Ziel der Galerie, Street Art wieder zurück auf die Straße zu bringen. So entstanden drei große Wandmalereien in Dortmund von Künstlern aus Dortmund und Brasilien an der Ritterstraße und am Dortmunder U. Für 2014 sind bereits weitere Wandgemälde und Projekte geplant.




Von Tönen und Farben

Vera Pothmann vor ihrer Südsee- oder Paradiesidylle.
Vera Pothmann vor ihrer Südsee- oder Paradiesidylle.

Was für den Musiker die Töne, sind für den Maler die Farben. Unter diesem Motto zeigt Vera Pothmann bis zum 20. Dezember ihre Malerei in der Artothek der Stadt- und Landesbibliothek. Die Ausstellung trägt den Titel „Farben und Töne…Farb-Töne“.

In ihrem Hauptberuf ist Vera Pothmann Klavierpädagogin, daher ist es nicht verwunderlich dass sie zur Analogie „Farbe-Töne“ kommt. Sie studierte an der Universität Kunst und Musik. So wie Komponisten eine bestimmte Tonart benutzen, so benutzt sie ihre Farben, damit eine Melodie, eine Schwingung von Bild zum Betrachter ausgeht.

Pothmann malt überwiegend in Acryl, aber auch in Öl oder Pastell. Ihre Bilder sind teilweise figurativ, doch es sind auch völlig abstrakte Werke ausgestellt. „Meine Bilder sollen meditativ wirken“, so die Künstlerin. Denn ähnlich wie Musik entspannt, soll sich der Betrachter beim Betrachten der Bilder entspannen. Sie verzichtet auch bewusst auf Titel für ihre Bilder, um den Betrachter die Chance zu geben, völlig unvoreingenommen ein Bild zu sehen und nicht die Richtung vorzugeben.

Inspiration holt sich die Künstlerin auf Ausstellungen, Landschaften oder von Fotos, die Erinnerungen wecken. Musikalisch hört sie am liebsten Komponisten der Romantik wie Schumann oder Schubert. Malerische Vorbilder sind Matisse, Kandinsky oder die Maler des Jugendstils.

Die Öffnungszeiten der Artothek sind dienstags und freitags von 10 bis 19 Uhr.

Eine kleine Auswahl der Bilder der Künstlerin: [nggallery id=8]




Das MKK erzählt die Weihnachtsgeschichte

Eine sehr moderne Krippeninterpretation von Alex Furtmann.
Eine sehr moderne Krippeninterpretation von Alex Furtmann.

Mittlerweile ist es schon die 13. Weihnachtsausstellung im Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK). Vom 16.November 2013 bis zum 05. Januar 2014 dreht sich dieses mal alles um die Weihnachtsgeschichte. Angefangen von der Verkündigung Marias bis zu den heiligen drei Königen wird die Geschichte in künstlerischen Darstellungen erzählt.

Die Weihnachtsgeschichte hat Künstlerinnen und Künstler seit dem Mittelalter fasziniert. Dabei ging es ihnen häufig weniger um die Wahrheit, sondern mehr die Wirkung ihrer Werke. Rund 70 Grafiken, Gemälde, Skulpturen, Reliefs und kunsthandwerkliche Arbeiten aus den eigenen Sammlungen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung.

Das älteste Stück der Ausstellung – eine kostbare Buchmalerei mit der Darstellung der Geburt Christi auf Goldgrund – stammt aus der Zeit um 1330. Druckgrafiken von Dürer bis Rembrandt widmen sich in stimmungsvollen Kompositionen dem weihnachtlichen Geschehen. Ein farbiges Majolika-Bild mit der Schilderung des Kindermordes zu Bethlehem nach Raffael (1483 bis 1520) ist ungewöhnlich, vom Mittelalter bis zum Barock wurde das Thema jedoch häufiger aufgegriffen.

Eines der jüngsten Stücke in der Ausstellung ist ein Sammelteller aus Porzellan von 1977 mit dem Motiv der Flucht nach Ägypten. Seit 1900 erfreuen sich die jährlich nur in bestimmter Stückzahl von bekannten Porzellanmanufakturen hergestellten und mit wechselnden Sujets dekorierten Weihnachtsteller großer Beliebtheit.

Zwei großformatige Krippendarstellungen, farbig bemalte Figuren aus Gips im nazarenischen Stil von 1909 aus dem Westfälischen Museum für religiöse Kultur – RELíGIO in Telgte und moderne Holzfiguren des westfälischen Krippenkünstlers Alex Furtmann aus Bocholt, ergänzen daher die Ausstellung.

Ein umfangreiches Begleitprogramm ist inzwischen eine feste Größe bei den Weihnachtsausstellungen. Es umfasst in diesem Jahr öffentliche und buchbare Familienführungen und Führungen für Erwachsene sowie kreative Angebote mit Ausstellungsbesuch für Senioren, Grundschulklassen, Kindergärten, Konfirmanden- und Sternsingergruppen.
Darüber hinaus können Kinder von sechs bis zehn Jahren am 15. Dezember von 14 bis 16 Uhr ihren eigenen Weihnachtsschmuck gestalten. Hinzu kommen der Bildvortrag „150 Jahre Krippenkunst in Dortmund“ mit Brigitte und Rolf-Jürgen Spieker am 28. November um 19 Uhr, die „Salongeschichten – Treff für ältere Menschen“ am 3. Dezember, 14.30 bis 16.30 Uhr, sowie das Erzählcafé mit der WDR-Journalistin Dr. Marion Grob am 7. Dezember von 15 bis 16.30 Uhr.
Der besondere Tipp: Führung durch die Weihnachtsausstellung und die Dortmunder Marienkirche mit dem Marienaltar von Conrad von Soest!
Nähere Informationen und Anmeldung zu den Angeboten unter Telefon (0231) 50-2 60 28 oder per E-mail: info.mkk@stadtdo.de.

Öffnungszeiten des Museums für Kunst und Kulturgeschichte, Hansastraße 3, Dortmund: Dienstag, Mittwoch, Freitag, Sonnatg: 10 bis 17 Uhr, Donnerstag 10 bis 20 Uhr, Samstag 12 bis 17 Uhr. Der Eintritt kostet 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro, Eintritt frei unter 18 Jahren.




Fotografische Standpunkte im Torhaus

Axel M. Mosler vor seinem Foto aus der Reihe "stone_scape".
Axel M. Mosler vor seinem Foto aus der Reihe „stone_scape“.

Unter dem Titel „Standpunkte Fotografie“ zeigt die städtische Galerie Torhaus Rombergpark vom 17. November bis zum 8. Dezember 2013 in einer Ausstellung Fotografien aus der umfangreichen Arbeit des Foto-Designers Axel M. Mosler. Es ist nicht die erste Ausstellung des Dortmunder Fotografen im Torhaus , aber aus Anlass seines 60jährigen Geburtstags in diesem Jahr wurde es Zeit für eine Retrospektive seines Schaffens.

Der Künstler ist in Dortmund geboren und arbeitet nach abgeschlossenem Studium der Fotografie schon seit 1976 als freischaffender Foto-Designer in unserer Stadt. Neben der Fotografie erarbeitete er vornehmlich Bildbände mit den Schwerpunkten Länder, Städte, Regionen oder Landschaften im In – und Ausland.

 

Die Entstehungszeit der rund ein Dutzend gezeigten Fotografien in unterschiedlichen Formaten reicht von 1975 bis in die Gegenwart. Zu sehen sind sowohl Schwarzweiß-Fotos mit Grau-Schattierungen als Farb-Fotografien.

 

Der Foto-Designer verriet im Pressegespräch, dass er drei der Fotos aus künstlerischen Gründen auch mit dem Computer bearbeitet hat. Dabei handelte es sich zum Beispiel um ein Bild aus der „ stone_scape“ Reihe. So gelang es, die Steine auf dem Foto weiß erscheinen zu lassen. „Sonst arbeite ich aber beispielsweise mit Überbelichtung, um gewisse Effekte zu erhalten“, so Mosler

Mit seiner Technik gelingt es ihm, wie bei seiner Fotografie von Pfählen, auch ganz neue Räume zu schaffen

 

Seit den 70iger Jahren besuchte Mosler immer wieder die griechische Insel Santorini. Das erste Foto stammt aus dem Jahr 1975, das nächste aus dem Jahr 1996. Die letzten Fotografien entstanden nach einem Besuch vor kürzerer Zeit. Die Schwarzweiß-Fotoreihe zeigen sehr deutliche Veränderungen trotz des gleichen Standorts. So ändern sich „Standpunkte“, wenn etwa ein Hotel abgerissen wird oder andere Umwelteinflüsse einwirken.

 

Ein großes Thema für den Künstler ist die Natur. „Standpunkte“ dazu sind vor allem bei der farbigen Reihe „sea_scape“ (Seelandschaft) und dem neuesten Foto „the_wave“ (Die Welle) zu sehen.„Ich arbeite gerne im Zeitraum kurz vor Eintritt der Dunkelheit. Es kommt dabei auf den exakten Moment für die Fotografie zu nutzen“, so Mosler. Ein interessanter Einblick in die langjährige Arbeit des Fotografen.

 

Die Eröffnung er Ausstellung findet in der städtischen Galerie Torhaus Rombergpark am Sonntag, dem 17. November um 11.00 Uhr statt.Der Künstler ist anwesend und wird eine Werkeinführung geben. Für das musikalische Begleitprogramm sorgt der Saxophonist Wim Wollner.




Die Kolonie breitet sich aus

Am Samstag, 16. November 2013 lädt die Neue Kolonie West unter dem Motto Extensions zum vorletzten Rundgang in diesem Jahr in das Unionviertel Dortmund ein.

Entlang der Rheinischen Straße werden Ausstellungen, offene Ateliers, Oasen der Ruhe und der Beteiligung die Attraktion des Tages sein. Die Kolonie will sich als Netzwerk stetig nach Außen öffnen und das nicht künstlich an der Oberfläche, sondern programmatisch und inhaltlich. Als „echte“ Extensions werden so neue Akteure im Quartier begrüßt wie zum Beispiel das Atelier Schreinerei und die Fotokünstlerin Gabriele Wirths, die zum ersten Mal Ihre Türen im Rahmen des Rundgangs öffnen.

Besucher können sich um 14 Uhr bei Heimatdesign, Hoher Wall 15, 44137 Dortmund einfinden, um an der Führung mit Martini aka Wolfgang Kienast teilzunehmen oder sich eigenständig auf Erkundung durch das Viertel begeben.




Das Schaufenster im Museum Ostwall im Rausch der Farben

Hier lagen die Schwerpunkte auf Rot/Orange.
Hier lagen die Schwerpunkte auf Rot/Orange.

Vom 15. November bis zum 1. Dezember 2013 sind Arbeiten von 1.000 Schülerinnen und Schülern aus 30 Dortmunder Schulen aller Schulformen unter dem Titel „Im Farbraum“ im Schaufenster des Museums Ostwall im Dortmunder U zu sehen. Die unterschiedlichen Farben verwandeln das Schaufenster in der vierten Etage in einen Rausch der Farben.

„In 50 Schulworkshops wurde zum Thema Farbe gearbeitet“, erklärte Sabine Held, Künstlerin und Projektleiterin. Hier wurden Begriffe wie Komplementär-Farben und die Wirkung der Farbe erläutert. Selbstverständlich wurde die Theorie anhand der vorhandenen Exponate im Museum Ostwall überprüft. Gemäß dem Dreiklang: „Schweigen vor den Bildern, sprechen über die Bilder und selbst aktiv werden“, so Museumsdirektor Kurt Wettengl, lernten die Kinder die Werke der Klassischen Moderne und des Expressionismus kennen. Beispielweise beim „Baum im Kornfeld“ von August Macke oder „Stafelalp im Mondschein“ von Ernst Ludwig Kirchner.

 

Anschließend wurden die Schulklassen in den Kunstwerkstätten der U2_Kulturelle Bildung im Dortmunder U künstlerisch aktiv. Sie gaben ihren zuvor gewonnenen Eindrücken und Erkenntnissen nun eine eigene malerische oder raumbezogene künstlerische Form. Eine Aufgabe war, mit Wachs-Pastellkreiden auf Malpappen eine Raumskizze zu zeichnen und farbige Flächen abstrahierend darüber zu legen. In einem weiteren Schritt wurde die Fläche mit einer Farblasur überzogen. So entstanden 1.000 leuchtende Variationen individueller, farbiger Raumansichten. Des Weiteren gestalteten die Kinder und Jugendlichen farbige Raumobjekte und Vorlagen für zwei Lichtprojektionen.

 

Der Raum des Schaufensters ist in einzelne Farbbereiche unterteilt. Dem Prinzip des Farbkreises folgend ergeben sich fließende Übergänge zwischen den einzelnen Segmenten. So entsteht ein Farbverlauf von Violett und Blau, weiter über Grün und Gelb, bis hin zu Orange und Rot.
Die Besucherinnen und Besucher sind herzlich eingeladen, in die verschiedenen Farbwelten einzutauchen und diese in ihrer Gesamtwirkung wahrzunehmen.

 

Im Farbraum“ wird am Freitag, 15. November, um 16 Uhr eröffnet.

 

Öffnungszeiten des Museums Ostwall im Dortmunder U, Leonie-Reygers-Terrasse: Dienstag, Mittwoch, Samstag und Sonntag von 11 bis 18 Uhr, Donnerstag und Freitag von 11 bis 20 Uhr.




Kunstausstellung thematisiert Herstellung von Kleidung

"Kletterkescher" von Petra Wittmund
„Kletterkescher“ von Petra Wittmund

Vom 15. November bis 13. Dezember zeigt die Galerie ART-isotope von Axel Schöber in der Wihelmstraße 38 die Ausstellung „ART-spanner – 2nd Edition“. Künstlerinnen und Künstler haben zur Aufgabe bekommen, einen Stickrahmen in ihre Arbeit einzuarbeiten, 88 Arbeiten sind zu sehen. Ein vergleichbaren Wettbewerb machte Axel Schöber schon 2007, damals mit einem Schuhspanner.

Wir fragen oft nicht, woher unsere Kleidung kommt. Das ist ähnlich wie bei den Elektronik-Produkten. „Made in China“ steht drauf, aber über die Arbeitsbedingungen dort wollen wir lieber nichts wissen. Das gleiche bei Kleidung. Hier kommen die Hosen, T-Shirts und Hemden meist aus Bangladesch oder Pakistan. Und nicht nur die Bekleidung für die sogenannten Billigläden, auch hochpreisige Anbieter lassen dort fertigen. In den Nachrichten taucht die trostlose Situation der Näherinnen meist dann auf, wenn eine Fabrik brennt oder in sich zusammenstürzt, um dann nach kurzer Zeit wieder aus unserem Blickwinkel zu verschwinden.

 

Dabei ist die Ausstellung keine reine politische, anklagende Ausstellung. Einige Künstlerinnen und Künstler nehmen deutlich Stellung, manche verklausulieren ihre Position, manche haben etwas ganz anderes im Sinn gehabt. Das ist durchaus nicht verwerflich, denn so ist eine bunte, abwechslungsreiche Ausstellung entstanden, die sich zu entdecken lohnt. Denn fast alles ist vorhanden: Gemälde, Installationen, Skulpturen, die Beschäftigung mit dem Stickrahmen hat meist die Fantasie der Kunstschaffenden angeregt.

 

Interessant ist, dass viele Künstler bei der Beschäftigung mit dem Spannrahmen andere Wege gegangen sind, als üblicherweise. So präsentiert beispielsweise eine Künstlerin, die für ihre Grafik bekannt ist, eine Skulptur. Was weiterhin auffällt ist die Begeisterung der Künstlerinnen und Künstler für Modelleisenbahnfiguren. Die winzigen Figuren tauchen in mehreren Werken auf.

 

Es ist keine reine lokale Veranstaltung, die Künstlerinnen und Künstler kommen aus sechs verschiedenen Ländern. Für die Erstellung ihres Werkes hatten die Künstlerinnen und Künstler etwa 2 ½ Monate Zeit. Für die Kunstwerke gibt es drei Einheitspreise: 240 €, 360 € oder 480 €.

 

Für die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler gibt es auch noch etwas zu gewinnen. Eine Jury aus sechs Personen wählt zwei Preisträger aus. Der erste Preis ist mit 500 € dotiert sowie einer Einzelausstellung. Der 2. Platz ist die Teilnahme an einer Ausstellung in der Galerie im Jahre 2014.

 

Mehr Informationen unter www.art-isotope.de

Eine kleine Auswahl von Werken: [nggallery id=6]