Keine Ausstellung für Coulrophobiker

Inke Arns hat die Ausstellung "Böse Clowns" kuratiert. (Foto: © Anja Cord)
Inke Arns hat die Ausstellung „Böse Clowns“ kuratiert. (Foto: © Anja Cord)

Clowns sind doch lustig, oder? Sie tauchen auf fast jedem größeren Kinderfest auf oder sind Bestandteil eines fröhlichen Kindergeburtstages. Dabei beschleicht Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen ein ungutes Gefühl: Wer oder was verbirgt sich hinter dem grell geschminkten Gesicht? Die Ausstellung „Böse Clowns“ im Hartware MedienKunstVerein (HMKV)auf der dritten Etage des Dortmunder U betont die dunkle Seite der Spaßmacher. Die Ausstellung läuft noch bis zum 08. März 2015.

In der Ausstellung „böse Clowns“ wird auch der wohl berühmteste böse Clown präsentiert: Pennywise, die Hauptfigur aus dem Buch und dem Film „Es“ von Stephen King. doch er hat Vorbilder und Nachahmer. Dazu gehören fiktive Charaktere wie der Joker aus den Batman-Filmen und reale wie Pogo der Clown, der in den 70er Jahren 33 junge Männer vergewaltigte und ermordete.

Die Angst vor Clowns ist gar nicht so selten. Es gibt sogar einen Fachausdruck dafür: Coulrophobie. Vielleicht liegt es an der weißen Gesichtsfarbe, dir an Leichen erinnert oder der blutrote Mund, der etwas Vampirhaftes hat. Jedenfalls ist der „böse Clown“ in der Pop-Kultur ein fester Bestandteil. Ob es in der Antiwerbung (zu Ronald MacDonald), in Fernsehserien (Krusty der Clown bei den Simpsons) oder in der Popmusik.

Die Ausstellung zeigt beispielsweise schrecklich-schaurige Portraits von Marion Auburtin, zu sehen sind Filme von Christoph Schlingensief, der in der Maske des Clowns bewusst die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet. Auch Ausschnitte aus Horrorfilmen wie beispielsweise „Es“ können angesehen werden.

Da der HMKV bewusst multimedial arbeitet, erwartet den Besucher auch Filme, Videos und Hörproben. Die bewusst in bunt gehaltenen Wände verführen den Betrachter, gleichzeitig lauert aber immer in Überlebensgröße das Böse hinter der Clownsmaske.

Man sollte sich schon Zeit für diese Ausstellung nehmen, vielleicht sich den eigenen Ängsten stellen, bis man später mit den Kinks singen kann: „Let’s alldrink to the death of a clown“.

Der Eintrittspreis beträgt 5 €/ ermäßigt 2,50 €.




Kunst in privaten Kammern

Kunst in Kammern zeigt Monika Pfeiffer im Depot.
Kunst in Kammern zeigt Monika Pfeiffer im Depot.

„Es ist ein mutiger Schritt, ob ich überhaupt mit meinen Werken in die Öffentlichkeit gehe“, erklärte die Künstlerin Monika Pfeiffer, die vom 26. September bis zum 12. Oktober 2014 im Depot unter dem Titel „Kunst in Kammern“ ausstellt. Dennoch ist ihr bewusst, dass sie als Künstlerin an die Öffentlichkeit muss. Trotzdem wirkt die Ausstellung etwas privater.

Pfeiffer zeigt viele ihrer Arbeiten in verschiedenen Kammern. Für die Künstlerin haben Kammern etwas sehr privates. Die Schlafkammer, die Schatzkammer, eigentlich ist dort nichts für die Öffentlichkeit gedacht. Doch als Künstlerin ist es beinahe unmöglich privat zu bleiben, denn man ist an einem Dialog und an der Meinung des Betrachters interessiert.

Die Besonderheit von Pfeiffers Bildern ist, dass sie keine grellen, lauten Farben mag. Ihre Bilder sind sehr gedeckt und ihre Farben sind meistens sehr gedeckt. Zudem liebt sie klare Strukturen und Linien.

In der ersten Kammer sind Einzelstücke ausgestellt, die sie überwiegend 2014 gemalt hat, aber auch einige ältere Werk sind ausgestellt. Dazu zwei ihrer Skulpturen aus Glas und Stein. Sehr persönlich sind die Arbeiten in der zweiten Kammer, denn sie trägt den Titel „Aus meines Vaters Haus“. In einigen Werken hat Pfeiffer Holz aus dem Jahre 1790 integriert. Das Holz stammt aus dem Haus ihres Vaters. Einen Spaß mit Farben hat sich die Künstlerin in Kammer 3 erlaubt und ihre Werke nach Farben geordnet. Das Motto in Kammer 4 lautet „Paare“. Hier sind meist zwei Bilder, die die Künstlerin für zueinander passend befand.

An den beiden Außenseiten sind weitere Bilder von Monika Pfeiffer ausgestellt. „Streifen liebe ich sehr“, sagt die Künstlerin „Es muss für mich eine gewisse Ordnung haben“. Ihre Bilder mit Querstreifen haben etwas von Horizont an sich und lassen sich je nach Farbe in Landschaften wie beispielsweise der Nordsee wiederfinden.

Pfeiffer macht ihre Materialien alle selbst. „Ich experimentiere gern“, so die Künstlerin. Am Anfang stehen Pigmente, die sie mit Öl oder anderen Materialien anrührt. Hinzu kommen weitere Dinge wie Kreide oder Seidenpapier.




Performance Art mit Künstlergruppe SAKATO KATOSA

Kai Hillebrand fängt in seinen Fotografien das Expressive des Tanzes ein.
Kai Hillebrand fängt in seinen Fotografien das Expressive des Tanzes ein.

Die Galerie ART-isotope in der Wilhelmstraße 38 zeigt vom 25. September bis zum 12. Oktober 2014 Action Painting, Fotografie, Malerei und Tanz dargeboten durch die Künstlergruppe SAKATO KATOSA sowie Skulpturen von Sieglinde Gros.

„Ich wollte für die Dortmunder Museumsnacht etwas besonderes präsentieren“, erklärte Axel Schöber, Galerist von ART-isotope. Das Ergebnis ist eine Tanzperformance der Gruppe SAKATO KATOSA auf dem Alfons-Spielhoff-Platz um 21:00 Uhr und 22:15 Uhr. Die Gruppe besteht aus der Künstlerin Sarah Jil Niklas, die den Tanzpart übernehmen wird, Kai Hillebrand (Fotografie) und Thomas Volkmann (Malerei). Niklas ist vom Tanz fasziniert. Ihre Arbeiten von Balletttänzern hingen bereits im Dortmunder Ballettzentrum, auch in der Galerie werden einige ihrer Werke gezeigt. Niklas schafft es, mit unterschiedlich großen Holzblöcken die Bewegung und den Anmut von Tänzern auszudrücken. Während der Performance wird Niklas tanzen unter dem Titel „Lass meinen Körper durch das Chaos tanzen.“

Kai Hillebrand wird fotografieren, seine Fotografien sind direkt bei oder nach einer Performance entstanden und halten in fast abstrakter, archaischer Form die Tanzbewegungen fest.

Thomas Volkmann nimmt die Bilder von Hillebrand und bearbeitet sie mit malerischen Mitteln weiter. Der Betrachter seiner Werke kann wählen: Ist es eher eine Destruktion von Bildern oder eine Ergänzung? Volkmann betont in seinen Werken oft das archaische, wilde, dämonische in der Kunstform Tanz.

Eine Art „Ruhepol“ sind die Skulpturen von Sieglinde Gros, denn sie bewegen sich nicht. Ihre Gruppe von Menschen verharrt in der Position, denn sie sind aus Holz. Doch auch sie könnten mit Tanz zu tun haben. Vielleicht sind es eine Gruppe von Tänzern, die hinter der Bühne gespannt auf ihren Auftritt warten.

ART-isotope

Wilhelmstraße 38

44137 Dortmund

Sonntag, Montag, Dienstag und Freitag 14:30 – 19:30 Uhr

und natürlich während der Dortmunder Museumsnacht am 27. September von 16 bis 24 Uhr.




Ergänzte Kunstwerke

Eine Einladung zum Weben stellen Helene und Anna Spät aus.
Eine Einladung zum Weben stellen Helene und Anna Spät aus.

Kunstwerke und Ausstellungsgegenstände sind doch „fertig“ oder nicht? Der Künstler kommt nicht ins Museum und malt noch einen Pinselstrich und der Stuhl aus der Biedermeierzeit bleibt so wie er ist. Bei der Betrachtung der Kunstwerke kann man sich natürlich noch etwas dazu denken, sie in einen bestimmten Kontext rücken oder neu kombinieren. Einfach mal den Blick wechseln. Das haben Studierende des Studiengang Szenografie und Kommunikation der Fachhochschule Dortmund unter der Leitung von Professorin Nora Fuchs getan. Herausgekommen ist die Ausstellung „Blickwechsel“, die vom 25. September bis zum 19. Oktober im Museum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen ist.

Der alte Webstuhl von 1670 bekommt Gesellschaft von einem neuen. Helene und Anna Spät machen eine Art Performance. Sie wollen so oft wie möglich vor Ort sein und weben bzw. die Besucher weben lassen.

Mit dem Gewicht des Geldes beschäftigt sich Xiaoyu Wang bei dem Ausstellungsstück einer Geldwaage. Ihre Arbeit „21 g“stellt aber auch die philosophische Frage: Wieviel wiegt die Seele? In Experimenten hatte der amerikanische Arzt MacDougall „herausgefunden“, dass die Seele eines Menschen 21 Gramm wiege.

Von 21 Gramm zu 59,5 Kilo. Das ist der jährliche Verbrauch an Fleisch  jedes Jahr pro Person in Deutschland. Katharina Kluczny präsentiert uns das Ergebnis in Gips, lebensecht modelliert und bemalt. Das alles vor einem großformatigen Gemälde eines Marktstandes aus dem 16. Jahrhundert mit allerlei verführerisch angebotenen Geflügel.

Zwei weitere Arbeiten behandeln auf völlig unterschiedliche Weise das Platzproblem im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Emine Güner fügt in ihrem Kurzfilm „Minus 1“ noch zwei virtuelle Etagen an, die sie mit Klebeband visualisiert. Jannik Göpfert zeigt in einem „Platzhalter“ Gemälde, die zur zeit im Depot liegen, also nicht gezeigt werden können. Denn das Museum für Kunst und Kulturgeschichte hat zwar 50.000 Exponate, davon werden aber nur 5 Prozent gezeigt.

Insgesamt gibt es im Museum 13 Kunstobjekte, die von den Studierenden „erweitert“ wurden. Um den Besuchern den Weg dorthin zu zeigen, gibt es Marker: Augen. Die Augen sollen zeigen, dass hier ein Blickwechsel stattgefunden hat.




Hörde – Leben mit dem Stahlwerk

Das ist nicht Mordor, sondern die Hörder Hermannshütte, gemalt 1913 von Hermann Heyenbrock.
Das ist nicht Mordor, sondern die Hörder Hermannshütte, gemalt 1913 von Hermann Heyenbrock.

Industrialisierung verändert eine Landschaft zweimal: einmal beim Aufbau und einmal beim Rückbau. Mittlerweile ist der Phoenix-See ein prägendes städtebauliches Element, doch Hörde ist ein gutes Beispiel dafür, wie stark die Industrie den alten Stadtkern in die Zange genommen hat. Das ist auch der Titel der neuen Ausstellung im Hoesch-Museum: „Hörde in der Zange“, die bis zum 07. Dezember zu sehen ist.

Hörde war bis zur Industrialisierung eine Ackerbürgerstadt. Auf alten Karten ist sehr gut zu sehen, dass es außerhalb der Altstadt fast nur Bauernhöfe und Ackerfläche gab. Auch das Stahlwerk wurde fast an den Stadtgrenzen von Hörde errichtet, doch es wuchs immer näher an den Stadtkern heran. Vor allem der Bedarf an Unterkünften für die Beschäftigten und die Entwicklung der Eisenbahn veränderten das Gesicht der Stadt Hörde, der erst 1928 eingemeindet wurde. Hörde war 1927 die dicht besiedelste Stadt Preußens.

Die Ausstellung zeigt verschiedene Aspekte vom damaligen Leben in Hörde. Die Umweltproblematik ist erst spät aufgekommen, früher hieß es lapidar „Hörde ist kein Luftkurort“. Ein interessanter Aspekt ist das „Leben und Wohnen in Hörde“. Die gezeigten Quellen berichten von katastrophalen hygienischen Zuständen wie beispielsweise eine Toilette für 30 Personen. Etwas komfortabler lebten die Meister in ihren Wohnungen, einige Haushaltsgegenstände geben einen Einblick in das Leben von vor hindert Jahren.

Die neu entstanden Werkssiedlungen hatten natürlich auch eine soziale Komponente, denn es wurde stark kontrolliert, ob sich die Arbeiter auch zum Wohlgefallen des Werkes verhielten.




Anachronistische Leichtigkeit

Karin Jessen neben ihrem vier Meter hohem Handsiebdruck.
Karin Jessen neben ihrem vier Meter hohem Handsiebdruck.

„durchgesiebt“ – so lautet der Titel der neuen Ausstellung von Karin Jessen in der Galerie Torhaus Rombergpark, die vom 21. September bis zum 12. Oktober zu sehen ist. Die Künstlerin präsentiert Werke im Handsiebdruckverfahren. Das bedeutet: Die Drucke auf Folie, Papier oder auf Buchseiten sind alles Unikate.

„Es ist Anachronismus, was ich mache“, erklärte Jessen. In einer digitalisierten Welt setzt die Künstlerin voll und ganz auf Handarbeit. „Jeden Arbeitsschritt habe ich ohne Maschine gemacht“; so Jessen. Sieht man einmal vom Hochkopieren der Vorlagen ab, musste sie vom Erstellen des Druckmotives über das Mischen und Anrühren der Farben, Einrichten des Siebes bis hin zum eigenhändigen Drucken alles per Hand machen. Dazu gehört natürlich auch das Beschaffen der Materialien. „Ich besitze 60 bis 70 eigene Siebe, die ich von Druckereien aufgekauft habe“, so Jessen.

Doch das Ergebnis hat sich gelohnt. Jessens Idee war es, die Bäume des Rombergparks in die Galerie zu bekommen. Ihre Bilder zeigen Bäume, Äste, die sie im Januar fotografiert hatte, weil die Bäume zu dieser Zeit noch ohne Blätter waren. Mit dem Siebdruckverfahren gewinnen ihre Werke ein grundsätzlich organisches Aussehen. So könnte der Betrachter sie auch als Adergeflecht interpretieren. In ihren Arbeiten zeigt sie ungewohnte Farbkombinationen.

Mit Siebdrucken beschäftigt sie sich seit über zehn Jahren. Eines ihrer Lieblingsobjekte sind alte Bücher, denen sie mit ihren Handsiebdrucken ein neues Leben einhaucht. Sie werden neu eingebunden und auch von außen mit einem Handsiebdruck verziert. Teilweise haben die Drucke etwas mit dem Inhalt des Buches zu tun, manchmal aber auch nicht.

Die Ausstellung zeigt Karin Jessen als experimentierfreudige Künstlerin, die nach dem Motto arbeitet „Geht nicht, gibt’s nicht“. Ihre Werke wirken leicht, sind es in der Entstehung und Herstellung aber nicht.

Die Galerie Torhaus Rombergpark hat dienstags bis samstags von 14 bis 18 Uhr und sonntags sowie feiertags 10 bis 18 Uhr geöffnet.  Eintritt frei.




Duplizierung des Duplizierten

Klaus Pfeiffer komponiert aus Fotos eigene Bilder. (Foto: © Anke Droste)
Klaus Pfeiffer komponiert aus Fotos eigene Bilder. (Foto: © Anke Droste)

Vom 20. September bis zum 18. Oktober ist die Ausstellung „Der, der Du vorübergehst“ von Klaus Pfeiffer in der Galerie „der kunstbetrieb“ zu sehen. Pfeiffers Fotografien haben ihren eigenen Reiz, denn sie zeigen nicht die Wirklichkeit, sondern sie sind selbstkomponierte Bilder.

Manchmal scheint die Perspektive merkwürdig zu sein, manchmal dominieren Objekte und überall tauchen Flugobjekte auf. Die Realität interessiert Fotograf Klaus Pfeiffer nicht. „Meine Bilder geben die Wirklichkeit nicht wieder. Dinge, die mich stören entferne ich aus den Bildern.“

Dabei arbeitet Pfeiffer nicht nur mit Fotos von hochauflösenden Kameras, sondern auch mit seinem Smartphone und verschiedenen Apps, mit denen er seine Bilder verarbeitet. So entstehen Schritt für Schritt Fotomontagen, in denen sich der Horizont verschiebt oder markante Linien in den Vordergrund rücken. Diese Duplizierung des Duplizierten also quasi Fotos von Fotos von Fotos schafft eine eigene Ästhetik, die durchaus mit den frühen Fotokünstlern des 19. Jahrhunderts verglichen werden kann. Nur mussten die Künstler von damals mit chemischen Stoffen experimentieren, während Pfeiffer mit digitalen Apps eine analoge Anmutung kreiert.

Neben Dortmund ist New York die Lieblingsstadt von Pfeiffer. Für ihn haben beide Städte viele Gemeinsamkeiten. Auch hier kann der Betrachter in seinen Bildern auf der Suche nach Zusammenhängen und Gemeinsamkeiten gehen.

Das Bild, das titelgebend für seine Ausstellung ist, fällt ein wenig aus dem Rahmen. Es ist ein großformatiges Farbbild und zeigt eine Frau seitlich von hinten, die auf eine einfahrend U-Bahn schaut. Das Bild ist kaum bearbeitet und enthält auch keine der gerne von Pfeiffer eingesetzten Flugobjekte. Ein flüchtiger Moment aufgenommen vom Fotografen.

Die Ausstellung zeigt 28 spannende Fotos, die dem Betrachter viel Raum für eigene Interpretationen lassen.

Galerie der kunstbetrieb

Gneisenaustraße 30

44147 Dortmund

Öffnungszeiten: montags bis freitags 11 – 13 Uhr und 15 – 18 Uhr. Samstag 11 bis 13 Uhr.




Zart gespannte Fäden

Aiko Tezuka in einem ihrer Kunstwerke. (Foto: © Anja Cord)
Aiko Tezuka in einem ihrer Kunstwerke. (Foto: © Anja Cord)

Seit dem 13. September zeigt der Dortmunder Kunstverein die Ausstellung der japanischen Künstlerin Aiko Tezuka „Thin Membrane. Pictures Come Down“. In ihren Arbeiten zeigt Tekuza Textilarbeiten, in die sie traditionelle mit modernen vermischt oder designete Stoffe in einzelne Fäden auflöst. Ihre Arbeiten sind bis zum 09. November zu sehen.

In der Ausstellung sind drei ganz neue Arbeiten zu sehen. Diese Einzelstücke wurden von der Künstlerin im Textilmuseum Tilburg angefertigt. Sie beschäftigt sich darin mit der Ikonografie und Ornamentik der Kolonialzeit in Indonesien, verbindet ihre Entwürfe mit modernen Signé –Ikonen und Schriftzügen z.B. @ oder visa.

Nachdem der am Computer erstellte Entwurf in Tilburg gewebt wurde, war der nächste Schritt die Webarbeit wieder zu zerlegen. So entfernt sie die Schussfäden an ausgesuchten Stellen und erreicht somit eine De- und Rekonstruktion des Materials.

Spannend ist die pinkfarbene Arbeit. Sie wird zum ersten Mal in Deutschland gezeigt. Auf der Vorderseite der Stoffes sind mit den Fäden wieder Ornamente dargestellt.

Sieben Drucke von Arbeiten können für 150 Euro bzw. mit Rahmen für 220 Euro gekauft werden. 30% des Erlöses gehen an das Projekt „Hilfe für Japan“ der Deutsch-Japanischen Gesellschaft in Dortmund, um Kinder aus Fukushima für vier Wochen in ein Feriencamp auf Okinawa schicken zu können.

Die Arbeit im Hintergrund besteht aus zwei Schals von H&M, die Aiko Tezuka umgestaltet hat. Im Vordergrund (v.l.n.r.) Marion Edelhoff (Vorsitzende Dortmunder Kunstverein), Aiko Tezuka (Künstlerin), Yoko Schlütermann (Deutsch-Japanische Gesellschaft), Klaus Wegener (Präsident Auslandsgesellschaft NRW), Sandra Dichtl (künstlerische Leiterin Dortmunder Kunstverein) und Linda Schröer (Kuratorin der Ausstellung). Foto: © Anja Cord.
Die Arbeit im Hintergrund besteht aus zwei Schals von H&M, die Aiko Tezuka umgestaltet hat. Im Vordergrund (v.l.n.r.) Marion Edelhoff (Vorsitzende Dortmunder Kunstverein), Aiko Tezuka (Künstlerin), Yoko Schlütermann (Deutsch-Japanische Gesellschaft), Klaus Wegener (Präsident Auslandsgesellschaft NRW), Sandra Dichtl (künstlerische Leiterin Dortmunder Kunstverein) und Linda Schröer (Kuratorin der Ausstellung). Foto: © Anja Cord.




Erinnerungsfilm mit dokumentarischen Anstrich

Zeigten sich erfreut über den neuen Sammlungszugwinn (v.l.n.r.) Dr. Barbara Könches (Kunststiftung NRW), Stephanie Seidel (Kuratorin, Kunststiftung NRW), Azin Feizabadi (Filmemacher), Daniela Ihrig (Projektleiterin Museum Ostwall) und Prof. Dr. Kurt Wettengl (Direktor Museum Ostwall). (Foto: © Anja Cord)
Zeigten sich erfreut über den neuen Sammlungszugwinn (v.l.n.r.) Dr. Barbara Könches (Kunststiftung NRW), Stephanie Seidel (Kuratorin, Kunststiftung NRW), Azin Feizabadi (Filmemacher), Daniela Ihrig (Projektleiterin Museum Ostwall) und Prof. Dr. Kurt Wettengl (Direktor Museum Ostwall). (Foto: © Anja Cord)

Die Kunststiftung NRW bringt zu ihrem 25jährigen Bestehen 25 Künstlerinnen und Künstler mit 25 Museen zusammen, um die kulturelle Bedeutung der Museen herauszuarbeiten. In Dortmund präsentiert der deutsch-iranische Künstler Azin Feizabadi im Museum Ostwall seinen Film Cryptomnesia“.

In seinem Film „Cryptomnesia“ verknüpft der Filmemacher Feizabadi die Erinnerungen an seine Flucht mit seiner Mutterbaus dem Iran mit der Geschichte Dortmund. Die Hauptfigur wird zum Stadtpatron Reinoldus, doch brechen immer wieder Erinnerungen an die lange Reise durch Europa auf. Der Film stellt die Frage nach der Wahrhaftigkeit unserer Erinnerungen. Wie archivieren wir sie? So erzählte Feizabadi über eines seiner Erinnerungen, die seiner Meinung nach in Österreich spielen musste. Doch die Erinnerungen haben ihn getäuscht, er war nie in Österreich.

Das Kunststiftung hat bewusst keine Künstler aus NRW genommen, um anderen Künstler Einblicke in das Land zu gestatten und auch andere Auffassungen von Kunst unjd Kultur zuzulassen.

Der 73minütige Film wird vom 07. bis zum 21. September 2014 in der Dauerausstellung des Museums Ostwall zu sehen sein und wird dann in die Sammlung aufgenommen.




Ein Juwel aus den 50er Jahren

Gerd Kittel: Das Dortmunder Gesundheitshaus von Will Schwarz, Treppenhaus III, 2012
Gerd Kittel: Das Dortmunder Gesundheitshaus von Will Schwarz, Treppenhaus III, 2012

Das Gesundheitsamt kennen die meisten Dortmunder. Doch dass das Gebäude im Innern ein Juwel aus den 50er Jahren ist, wissen wohl die wenigsten. Der Architekt Will Schwarz baute es Ende der 50er Jahre im Auftrag der Stadt Dortmund. Im Gebäude untergebracht waren Mütterberatungsstelle, Hörsaal, Impfräume und andere medizinische Einrichtungen. Das Museum Ostwall zeigt in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Stadtarchiv Fotografien von Gerd Kittel, der 2012/13 das Gebäude besuchte. Zu sehen ist die Ausstellung vom 05. September 2014 bis zum 04. Januar 2015 auf der 4. Ebene.

 

Wer schon einmal im Gesundheitsamt war, wird sich an die vielen Elemente aus den 50er Jahren erinnern. Die Mosaiken, die gebrannten Ziegel, die Treppenhäuser oder die Uhren, die Zeit scheint stehengeblieben zu sein. Während in anderen Häusern vielleicht die Fassade stehen blieb, die Inneneinrichtung aber radikal modernisiert wurde, ist im Gesundheitsamt fast alles beim Alten geblieben.

 

Für den Fotografen Kittel war es „ein Projekt, was nur Freude gemacht hat“.Das parallel zur Ausstellung erschienene Buch („Das neue Dortmund. Das Dortmunder Gesundheitsamt von Will Schwarz“) präsentiert nicht nur Kittels Fotografien, sondern bringt das Gesundheitsamt durch Essays in einen historischen Kontext.