Der Mensch im Mittelpunkt der Ausstellung

Die "Köpfe" von Eberhard Bitter mit unterschiedlicher Gesichtsausdrücken.
Die „Köpfe“ von Eberhard Bitter mit unterschiedlichen Gesichtsausdrücken.

Mit Sieglinde Gros und Eberhard Bitter zeigt die Galerie ART isotope unter dem Titel „Gedankenspiele“ Skulpturen sowie Malereien und Zeichnungen der beiden Künstler. Was beide verbindet sind die Darstellungen von Menschen. Die Ausstellung ist vom 09. November bis zum 14. Dezember zu sehen.

Bei den farbigen Köpfen von Bitter kann der Betrachter einen spannenden Effekt beobachten. Von nahem wirken seine Bilder mit grobem Pinselstrich gemalt und roh. Schaut man aber von einer gewissen Entfernung scheinen die Farben zu verschmelzen und ein klareres Bild entsteht im Kopf des Betrachters. Dennoch ist der Gesichtsausdruck in seinen „Köpfen“ schon zu Beginn zu erkennen. Wir merken sofort, ob eine Person wütend, traurig oder gut gelaunt ist. Auch seine großformatigen Arbeiten wie „Nach-Denken“ lässt Assoziationen beim Betrachter entstehen.

Die anderen gezeigten Arbeiten von Bitter sind klassische Aktzeichnungen überwiegend in Tusche und Acryl. Sie sind zwar figurativ, aber nicht fotorealistisch, sondern abstrahiert.

Die Skulpturen von Sieglinde Gros stellen ebenfalls den Menschen im Mittelpunkt. Sie arbeitet figurativ und benutzt für ihre Skulpturen unterschiedliche Hölzer von Ulme bis Eiche. Das Neue an ihren Arbeiten ist, dass sie mit Farbe arbeitet und reliefartige Elemente in ihre Skulpturen einarbeitet. Immer steht die Frage im Mittelpunkt: Wie stehen wir mit anderen Menschen in Beziehung. Sehr schön ist das in der Skulptur „Mitgänger“ zu sehen, bei der kleine Menschen am Bein hängen.

ART-isotope

Wilhelmstraße 38

Öffnungszeiten: Sonntag, Montag, Dienstag und Freitag von 14:30 bis 19:30 Uhr

www.art-isotope.de




Eine Liebe zum Weißraum

Studie nach Moriyama, 2014 von Hiltrud Zierl.
Studie nach Moriyama, 2014 von Hiltrud Zierl.

Es fällt vielleicht nicht sofort auf, aber wenn man die Bilder von Hiltrud Zierl genauer betrachtet, bemerkt der Betrachter den großen Weißraum in den Arbeiten der Künstlerin. Auch die Raumgestaltung in der Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund lässt der freien Fläche und dem Licht viel Platz. Es ist das Gegenteil von vollgestopft, es wirkt lichter. Die Ausstellung „SchlagSpuren“ mit Skulpturen, Radierungen und Zeichnungen ist vom 07. November 2014 bis zum 04. Januar 2015 zu sehen.

Von den 16 ausgestellten Arbeiten von Zierl sind 13 Zeichnungen, eine Radierung und vier Skulpturen zu sehen, weitere Radierungen und Aktzeichnungen sind in drei Mappen zugänglich. Die Zeichnungen nehmen den größten Teil der gezeigten Arbeiten ein. Sie wirken auf den ersten Blick roh, grob, im Mittelpunkt der Bilder steht eine Atmosphäre. „Mir geht es um etwas Untergründiges“, so Zierl. Dadurch, dass diese untergründigen Ebenen nicht fassbar oder erklärbar sind, steht die Kommunikation im Mittelpunkt. Vom Künstler zum Bild und vom Bild zum Betrachter entwickelt sich eine Kommunikationslinie.

Die vier Skulpturen wirken sehr archaisch. „Es ist aber nicht inhaltlich archaisch, sondern es ist der Stein“, erklärt die Künstlerin. Denn es sind teilweise unbehauene Flächen zu sehen. Zierl arbeitet mit unterschiedlichen Materialien wie Belgisch Granit oder Roter Sandstein. „Aber mit Muschelkalk arbeite ich am liebsten“; so die Künstlerin. Dennoch bestimmt die bildhauerische Idee das Material.

Hiltrud Zierl hat verschiedenen Vorbilder für ihre Arbeiten. So hat sie sich von David Lynchs Film „Mulholland Drive“ inspirieren lassen oder von Michael Wolfs Bildserie über Fahrgäste in der dichtgedrängten japanischen U-Bahn. Daraus entwickelte Zierl eine Serie von Radierungen.

Die Vernissage am 07. November 2014 um 19 Uhr wird musikalisch begleitet vom Saxophonisten Siegfreid Hiltmann, bei der Finissage am 04. Januar 2015 um 15 Uhr wird die Schauspielerin Ella Sebastian-Strube eien Lesung durchführen.




Zeitgenössische Kunst aus Deutschland und der Türkei

"Wahlpflicht" von Özgur Demirci.
„Wahlpflicht“ von Özgur Demirci.

Der Ausstellungstitel „31 Kilo“ ruft zunächst Stirnrunzeln hervor. Was ist damit gemeint? Das Höchstgewicht für das Gepäck beim Flug in die Türkei? Damit liegt man schon fast richtig, denn 31 Kilo ist das Höchstgewicht eines Paketes, dass die Deutsche Post in die Türkei schickt. Acht Künstlerinnen und Künstler aus den beiden Ländern setzen sich im Künstlerhaus Dortmund (Sunderweg 1) mit dem Thema des Raumes und der Reduktion auseinander. Das Künstlerhaus wird auch zu einem Labor, in dem Ideen ausprobiert werden können. Die Ausstellung geht vom 01. November bis zum 21. Dezember 2014.
Wie von den früheren Ausstellungen im Künstlerhaus zu erwarten, werden sehr moderne Arbeiten junger Künstlerinnen und Künstler präsentiert. Von Video über Fotografie bis hin zu Installationen sind viele Positionen zu vertreten. Von allen ausgestellten Arbeiten vermittelt „Wahlpflicht“ von Özgür Demirci eine politische Dimension. Die Besucher sind aufgefordert, einen Wahlschein in die Wahlurne zu werfen, wobei sie die Frage „Wurden Sie schon einmal zu einer Entscheidung gezwungen“ beantworten sollen.

Ansonsten setzen sich die Werke der acht Künstlerinnen und Künstler mit den,beiden Räumen Istanbul und Dortmund auseinander. So hat David Kroell eine Gipskartonwand von Istanbul nach Dortmund transportiert, wobei die Spuren des Transportes zu sehen sind. Daniel Burkhardt präsentiert Detailaufnahmen des Dortmunder Stadtraumes, die sich mit der Hilfe eines Projektors zu einem großen Bild zusammenfügen. Can Kurucu bringt Istanbul nach Dortmund und zwar mittels der Green-Box-Technik. Die Projektion der Objekte schafft eine Verbindung zwischen zwei Orten. Bei Uygar Demoğlu werden Luftballons in seiner Videoinstallation „Heymatlos“.

Patrick Presch stellt den sozialen Raum in den Mittelpunkt seiner Arbeit „boundaries crossed (part 2)“. Hier wird ein Foto aus Istanbul einem Foto aus Dortmund gegenübergestellt. Thema ist die Kommunikation zwischen Jugendlichen.

Symbolischen Charakter hat die Installation „WE“ von Sümer Sayın. Gummiseile zwischen dem W und E zeigen solch eine Spannung, dass selbst die Wand zerstört wurde.

Letztendlich lädt die Ausstellung zur Auseinandersetzung mit dem Thema Raum in unterschiedlichen Kontexten ein. Eine deutsch-türkische Gemeinschaftsausstellung jenseits folkloristischer oder migrantischer Stereotypen.

Die ausstellenden Künstler: Daniel Burkhardt, Özgür Demirci, Uygar Demoğlu, David Kroell, Can Kurucu, Daniela Löbbert, Patrick Presch und Sümer Sayın.




Kunst auf 1,8 Kubikmetern

Mitglieder der Dortmunder Gruppe präsentieren ihre Multiples.  Auf dem Foto ist nur ein Teil der insgesamt 19 teilnehmenden  Künstlerinnen und Künstler zu sehen.
Mitglieder der Dortmunder Gruppe präsentieren ihre Multiples. Auf dem Foto ist nur ein Teil der insgesamt 19 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler zu sehen. (Foto: © Anja Cord).

Bis zum 09. November zeigt die Galerie im Torhaus Rombergpark die Ausstellung „1,8 Kubik“. Gezeigt werden Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler der Dortmunder Gruppe, die sogar gekauft und mitgenommen werden können. Doch keine Angst, die Regale werden immer wieder aufgefüllt.

„Multiples“ heißt das Zauberwort. Künstlerische Arbeiten, die zwar eine serielle Anmutung haben, aber nicht alle gleich sein müssen und durchaus individuellen Charakter haben. Sie sind von der Künstlerin oder vom Künstler autorisiert. Der Vorteil: Man kann durchaus ein Kunstwerk erwerben für relativ wenig Geld: Die Preise bei „1,8 Kubik“ variieren von 7,50 € bis 150 €.

Der Titel der Ausstellung bezeichnet den Platz, den jeder Künstler für die Präsentation seiner Werke zur Verfügung hat: 60x100x300 cm ergibt 1,8 Kubikmeter. Dabei ist eine Arebit an der Wand zu sehen, weitere Exponate wollen entdeckt werden

Zu sehen (und zu kaufen) sind sehr unterschiedliche Werke. Die 19 Künstlerinnen und Künstler zeigen verschiedene Techniken, Themen und Materialien. Einige Beispiele: Die Arbeit von Era Freizon heißt „Aus dem Zyklus Lullebay“ Sie befasst sich mit Fragmenten, Bruchstücken, Schatten von Träumen und Erinnerungen, Mischtechnik Filzstift und Öl auf Folie. Claudia Terlunen hat Objekte geformt, die sie als Fotofrottage in verschiedenen Variationen auf Papier gebracht hat. Die Arbeit heißt: „kreatürlich“. Die Arbeit von Monika Pfeiffer heißt „kompatibel“, Mit Mischtechnik gestaltete Quadrate die nicht nur als Einzelbild funktionieren, sondern auch untereinander kombiniert werden können.




Fast wie Piktogramme

Tekla Wiemer, Witwe des Künstlers und Thomas Wiemer, Sohn des Künstlers, vor den Arbeiten "Eros" und "Sexus".
Tekla Wiemer, Witwe des Künstlers und Thomas Wiemer, Sohn des Künstlers, vor den Arbeiten „Eros“ und „Sexus“.

Das Museum Ostwall zeigt zum 90. Geburtstag eine Ausstellung von Werken von Rudolf Wiemer. Zu sehen sind Druckgrafiken, Zeichnungen und Skizzen des Dortmunder Künstlers. Insgesamt besitzt das Museum 60 Arbeiten von Wiemer, zu sehen sind im Grafikkabinett bis zum 15. März 2015 insgesamt 26 Werke.

Im Zentrum dieser Ausstellung stehen Menschen sowie Städte und Landschaften. In Holzschnitten und Prägedrucken hat sich Rudolf Wiemer mit dem menschlichen Körper auseinandergesetzt . Dabei standen die Formen im Mittelpunkt seines Interesses. In seinen Darstellungen menschlicher Torsi reduziert Wiemer die Körper auf die für ihn charakteristischen Zeichen: Linie und Rundung werden zu Symbolen des Männlichen und Weiblichen. Somit sind wir nicht weit zu den Vorläufern von Piktogrammen.

Mit den beiden Holzschnitten „Passionsgang I“ und „Passionsgang II“ (1993) greift Wiemer die Formsprache der 1950er Jahre noch einmal auf: Die Darstellung einer Gruppe von Menschen bewegt sich an der Grenze zur geometrischen Abstraktion. Durch eine Transformation in eine Diagonale setzt sich die Menschenmenge nicht nur in Bewegung, sie erhält auch eine bedrohliche Konnotation.

Die Linien, mit denen Wiemer in Arbeiten wie „Dänemark“ oder „Amsterdam“ Hafen- oder Stadtansichten einfängt, spiegeln sowohl die dynamische Bewegung der Boote auf dem Wasser als auch das Statische der Architektur.

Ein besonderers Schmankerl der Ausstellung sind Skizzen sowie der Original-Druckstock zum Werk „Wintervögel“ aus dem Nachlass Rudolf Wiemers.




Einblicke in die Welt der katholischen Sexualmystik

Wenzel Storch gibt uns Einblicke in die katholische Sexualmystik der 50er und 60er Jahre.
Wenzel Storch gibt uns Einblicke in die katholische Sexualmystik der 50er und 60er Jahre.

„Peter legt die Latte höher“. Nein, das ist kein Titel eines Sexfilmchens aus den 70er Jahren, sondern der Titel eines Buches von Berthold Lutz. Lutz (1923-2013) war päpstlicher Ehrenprälat und hat in den 50er und 60er Jahren viele Aufklärungs- und Anstandsbücher veröffentlicht. Und wer könnte uns in die Welt voll schwellender Stengel und anderen erotischen Blumenmetaphern besser versetzen als Filmemacher Wenzel Storch, der mit „Komm in meinem Wigwam“ in Dortmund sein erstes Theaterstück auf die Beine stellt. Am 17. Oktober ist Premiere.

„Ich hatte mit Theater nix am Hut“, erzählt Storch frei heraus. „Ich fand es blöd und es hatte mich nicht interessiert“. Durch die Arbeiten von Jörg Buttgereit am Theater Dortmund in den vergangenen Jahren hat sich die Meinung des Filmemachers doch gewandelt. Eine Art Meßdiener- und Bauerntheater schwebte Storch vor und er ist nach seinen Worten „naiv an die Sache herangegangen.

Herausgekommen ist ein halbdokumentarisches Stück über Bernhard Lutz, den Oswald Kolle der katholischen Sexualmoral. Es soll ein komisches Werk sein, was aber nicht als Satire angelegt ist. Es nimmt seinen Protagonisten und seine Zeit durchaus ernst.

Zur Geschichte: Kaplan Buffo, der älteste Kaplan des Bistums, unternimmt mit seinen kleinen Freunden eine Pilgerreise in die Welt der christlichen Sexualmystik. Doch nicht genug: Auf der Reise begegnet man unter anderem Heuschrecken, Krokodile und Ordensschwestern.

Obwohl Storch fast ausschließlich mit Laien arbeitet, in dieser Produktion unterstützen ihn Schauspieler Ekkehard Freye, Dramaturg Thorsten Bihegue und die Mitglieder des Jugendclubs „Theaterpartisanen“ sowie Mitglieder des Dortmunder Sprechchors.

Die Premiere und die Vorstellung am 24. Oktober sind bereits ausverkauft. Weitere Termine sind geplant.

Überschwängliche Stengel und andere Blumenerotik.
Überschwängliche Stengel und andere Blumenerotik.




Wie reagieren die Märkte?

Enten sind bei der Nahrungswahl nicht sonderlich wählerisch, sagt Wikipedia. Ob's bei dieser Ente anders ist? (Foto: © artscenico/Rolf Dennemann)
Enten sind bei der Nahrungswahl nicht sonderlich wählerisch, sagt Wikipedia. Ob’s bei dieser Ente anders ist? (Foto: © artscenico/Rolf Dennemann)

Der Markt scheint ein sensibles Wesen zu sein. Er reagiert empfindlich auf äußere Einflüsse, lebt vom Austausch von Informationen und ohne ihn wären wir ein Stück ärmer. Rolf Dennemann hat sich mit seiner Künstlergruppe artscenico die Mühe gemacht, den Markt zu erforschen. Doch hierbei geht es nicht um den abstrakten „Markt“, der Dax und Co beeinflusst, sondern um die regionalen Wochenmärkte. Genauer gesagt vor allem um den Sound des Marktes: Vom Rascheln der Einkaufstüten über den Stammkundenplausch bis hin zur Wahl der richtigen Kartoffel. Dadurch ist eine kaleidoskopische Anschau des lokalen Marktes entstanden: Mit Soundcollagen, Video-Clips und spontanen Performance-Einlagen. O-Töne und Bilder stammen von Märkten aus Dortmund, Bochum, Essen, Schwerte, Gelsenkirchen, Duisburg und Herdecke.

Seit Anfang 2013 gibt artscenico jungen KünstlerInnen Raum für eigene Entwicklung. Nach dem Wald-Tanz-Projekt „4-rest“ (Photini Meletiadis) und der deutsch-polnischen Kooperation „Schwerindustrie bin ich“ im September, folgt nun die Arbeit von knallrotfilme.de, gegründet von Absolventen der Fachhochschule Dortmund. Wiebke Becker und Maren Heyn und die Fotografin Magdalena Stengel haben sich dem Thema sensibel und engagiert genähert. Herausgekommen sind audio-visuelle Arbeiten, die nun an eigenen Marktständen der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Live-Performance: Unsere Darsteller werden zeitweise die Plätze der Verkäufer einnehmen oder ihnen assistieren. Es werden Ad-hoc-Aktionen entwickelt, ohne direkt in den normalen Ablauf des Marktgeschehens einzugreifen. Auch hier arbeitet artscenico mit neuen Gesichtern wie Marylin Pardo und Sermin Kayik. Dazu laden wir die Schauspieler Matthias Hecht und Elisabeth Pleß, sowie die Sängerin Denitsa Christo ein, sich als Kunden unters Volk zu mischen.

Wann – wo – was?

15.10.2014 – zwischen 10.00 und 14.00 Uhr – Ausstellungs-Installation und Aktionen – Hauptmarkt Dortmund (Hansaplatz)

16.10.2014 – zwischen 16.00 und 20.00 Uhr – Ausstellungs-Installation und Aktionen – Gelsenkirchen-Buer, Feierabend-Markt (Fußgängerzone / Domplatte)

18.10.2014 – zwischen 10.00 und 14.00 Uhr – Ausstellung-Installation und Aktionen – Markt Schwerte

Das Projekt findet 2015 seine Fortsetzung und soll in einer großen Installations-Performance enden, mutmaßlich am und im Dortmunder „U“. Eine europäische Dimension erhält die Aktion durch einen Antrag an die EU mit den Partnerländern Portugal und Litauen. Ziel ist eine „Europäische –Performance und Installations-Symphonie“ mit dem Sound des Europäischen Marktes. Es entstehen Aufnahmen in weiten Teilen Deutschlands, Polens, Litauens, Portugals, Frankreichs und anderen Orten. Teil der Aktion werden Portraits europäischer „Eiermänner“ sein, die überall auf den Märkten zu finden sind.




Guckt ja sowieso niemand

Nachdem ich mich von meinem altgedienten Schnittprogramm zwangsweise verabschieden musste, dauerte es leider ein paar Tage länger, bis ich mich mit Lightworks so gut auskannte, dass ich den Film über die Museumsnacht 2014 zu Ende bringen konnte. Manches ist leider noch nicht so perfekt, aber das wird noch.

Bedanken möchte ich mich bei Günther Ziethoff und seiner Galerie Gedankengänge, Galerie ART isotope, dem MKK; Galerie Dieter Fischer, dem Depot, der Galerie der kunstbetrieb, dem Atelierhaus Westfalenhütte und dem Dortmunder Kunstverein.

Einige Ausstellung laufen noch: Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall.

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Keine Ausstellung für Coulrophobiker

Inke Arns hat die Ausstellung "Böse Clowns" kuratiert. (Foto: © Anja Cord)
Inke Arns hat die Ausstellung „Böse Clowns“ kuratiert. (Foto: © Anja Cord)

Clowns sind doch lustig, oder? Sie tauchen auf fast jedem größeren Kinderfest auf oder sind Bestandteil eines fröhlichen Kindergeburtstages. Dabei beschleicht Kindern wie Erwachsenen gleichermaßen ein ungutes Gefühl: Wer oder was verbirgt sich hinter dem grell geschminkten Gesicht? Die Ausstellung „Böse Clowns“ im Hartware MedienKunstVerein (HMKV)auf der dritten Etage des Dortmunder U betont die dunkle Seite der Spaßmacher. Die Ausstellung läuft noch bis zum 08. März 2015.

In der Ausstellung „böse Clowns“ wird auch der wohl berühmteste böse Clown präsentiert: Pennywise, die Hauptfigur aus dem Buch und dem Film „Es“ von Stephen King. doch er hat Vorbilder und Nachahmer. Dazu gehören fiktive Charaktere wie der Joker aus den Batman-Filmen und reale wie Pogo der Clown, der in den 70er Jahren 33 junge Männer vergewaltigte und ermordete.

Die Angst vor Clowns ist gar nicht so selten. Es gibt sogar einen Fachausdruck dafür: Coulrophobie. Vielleicht liegt es an der weißen Gesichtsfarbe, dir an Leichen erinnert oder der blutrote Mund, der etwas Vampirhaftes hat. Jedenfalls ist der „böse Clown“ in der Pop-Kultur ein fester Bestandteil. Ob es in der Antiwerbung (zu Ronald MacDonald), in Fernsehserien (Krusty der Clown bei den Simpsons) oder in der Popmusik.

Die Ausstellung zeigt beispielsweise schrecklich-schaurige Portraits von Marion Auburtin, zu sehen sind Filme von Christoph Schlingensief, der in der Maske des Clowns bewusst die Grenzen des guten Geschmacks überschreitet. Auch Ausschnitte aus Horrorfilmen wie beispielsweise „Es“ können angesehen werden.

Da der HMKV bewusst multimedial arbeitet, erwartet den Besucher auch Filme, Videos und Hörproben. Die bewusst in bunt gehaltenen Wände verführen den Betrachter, gleichzeitig lauert aber immer in Überlebensgröße das Böse hinter der Clownsmaske.

Man sollte sich schon Zeit für diese Ausstellung nehmen, vielleicht sich den eigenen Ängsten stellen, bis man später mit den Kinks singen kann: „Let’s alldrink to the death of a clown“.

Der Eintrittspreis beträgt 5 €/ ermäßigt 2,50 €.




Kunst in privaten Kammern

Kunst in Kammern zeigt Monika Pfeiffer im Depot.
Kunst in Kammern zeigt Monika Pfeiffer im Depot.

„Es ist ein mutiger Schritt, ob ich überhaupt mit meinen Werken in die Öffentlichkeit gehe“, erklärte die Künstlerin Monika Pfeiffer, die vom 26. September bis zum 12. Oktober 2014 im Depot unter dem Titel „Kunst in Kammern“ ausstellt. Dennoch ist ihr bewusst, dass sie als Künstlerin an die Öffentlichkeit muss. Trotzdem wirkt die Ausstellung etwas privater.

Pfeiffer zeigt viele ihrer Arbeiten in verschiedenen Kammern. Für die Künstlerin haben Kammern etwas sehr privates. Die Schlafkammer, die Schatzkammer, eigentlich ist dort nichts für die Öffentlichkeit gedacht. Doch als Künstlerin ist es beinahe unmöglich privat zu bleiben, denn man ist an einem Dialog und an der Meinung des Betrachters interessiert.

Die Besonderheit von Pfeiffers Bildern ist, dass sie keine grellen, lauten Farben mag. Ihre Bilder sind sehr gedeckt und ihre Farben sind meistens sehr gedeckt. Zudem liebt sie klare Strukturen und Linien.

In der ersten Kammer sind Einzelstücke ausgestellt, die sie überwiegend 2014 gemalt hat, aber auch einige ältere Werk sind ausgestellt. Dazu zwei ihrer Skulpturen aus Glas und Stein. Sehr persönlich sind die Arbeiten in der zweiten Kammer, denn sie trägt den Titel „Aus meines Vaters Haus“. In einigen Werken hat Pfeiffer Holz aus dem Jahre 1790 integriert. Das Holz stammt aus dem Haus ihres Vaters. Einen Spaß mit Farben hat sich die Künstlerin in Kammer 3 erlaubt und ihre Werke nach Farben geordnet. Das Motto in Kammer 4 lautet „Paare“. Hier sind meist zwei Bilder, die die Künstlerin für zueinander passend befand.

An den beiden Außenseiten sind weitere Bilder von Monika Pfeiffer ausgestellt. „Streifen liebe ich sehr“, sagt die Künstlerin „Es muss für mich eine gewisse Ordnung haben“. Ihre Bilder mit Querstreifen haben etwas von Horizont an sich und lassen sich je nach Farbe in Landschaften wie beispielsweise der Nordsee wiederfinden.

Pfeiffer macht ihre Materialien alle selbst. „Ich experimentiere gern“, so die Künstlerin. Am Anfang stehen Pigmente, die sie mit Öl oder anderen Materialien anrührt. Hinzu kommen weitere Dinge wie Kreide oder Seidenpapier.