Sieger der Mauergalerie gekürt

Fabian Schubert bekam vom Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Urkunde für den 1. Platz überreicht.
Fabian Schubert bekam vom Oberbürgermeister Ullrich Sierau die Urkunde für den 1. Platz überreicht.

Die weiße Mauer entlang des RWE Kraftwerks an der Weißenburger Straße ist bunt. Viele Künstler, Kinder und Jugendliche haben sich auf dieser Mauer verewigt (wir berichteten). Eine Jury, bestehend aus Dieter Ritter (Leiter des RWE Kraftwerks), Andreas Koch (Stiftung Soziale Stadt), Iris Kosumi (Sparkasse Dortmund), Marco Rühmann (BVB Stiftung Leuchte auf), Lydia Albers (Quartiersmanagement Nordstadt) und Annette Kritzler, haben nun die Preisträger des Streetartwettbewerbes gekürt. Es gab drei Preise und zwei Sonderpreise, die vom Oberbürgermeister Ullrich Sierau übergeben wurden.

Die beiden Sonderpreise gingen an das Leibnitz-Gymnasium für das Werk „Arche Dortmund“, in der die Wahrzeichen von Dortmund in einer Arche vor den Fluten gerettet werden. Die Kielhornschule bekam ihren Sonderpreis für ihr Bild „Mittendrin und echt dabei“. Die Schülerinnen und Schüler verarbeiteten in kreativer Weise das Logo der Nordstadt.

Platz 3 ging an Dalibor Babic für „Concrete Jungle“, der in seiner Ausführung das Stadtbild Dortmunds in Schwarz-Weiß verewigte.

Das zweitplatzierte Bild  „Urban Jungle“ von Hannes Schlachter, Christoph Wockelmann und Michael Flamme bekam von der Jury folgendes Lob: „Regt die Fantasie des Betrachters an und versetzt ihn in die Zukunft.“

Fabian Schubert gewann den ersten Platz, da er laut Jury mit dem Bild „Nature Supersession“ die Themenvorgaben Energie, Umwelt, Verkehr und Großstadtdschungel optimal umgesetzt hatte.




Das Dortmunder U als Sendestation

Eine kleine Auswahl von Hüttners Acrylbildern im Museum Ostwall.
Eine kleine Auswahl von Hüttners Acrylbildern im Museum Ostwall.

Vom 08. Mai bis 30. August 2015 zeigt das Museum ostwall die 13. Augebae des Schaufensters. Der Künstler Florian Hüttner fand in der Umgebung des Dortmunder U rund 30 „Reviere“. Für ihn sind das Orte, die von bestimmten Gruppen geprägt werden. Neben Bildern präsentiert das Museum Ostwall auch Geräusche, die Hüttner aus diesen Revieren gesammelt hat.

Das Hüttner sich mit der Umgebung des Dortmunder U beschäftigt, ist kein Zufall. „Wir ahben immer wieder Künstler bewegt, sich mit diesem Viertel zu beschäftigen“, erklärte Kurt Wettengl, der Direktor des Museum Ostwalls. Doch diese Ausstellung ist etwas ganz besonderes, denn zum ersten Mal wird das Museum auch ein Sender. Die Geräuschfetzen, die Hüttner aufgenommen hat, werden in einem Internetradiosender versendet, der unter der Adresse http://www.sendermuseumostwall.de zu erreichen ist. Daneben können die Besucher auch über einen Sender im Ausstellungsraum die Atmo hören. Ein besonderer Service kommt von Radio 91,2: Sie werden ab dem 08. Mai 30 Tage lang ein anderes Geräusch aus einem der Reviere spielen. Jedes Geräusch läuft zweimal, einmal morgens und einmal am Nachmittag.

Hüttner machte bei seinen Besuchen rund ums Dortmunder U Fotos als eine Art Gedächtnisstütze, die er dann in seinen Acrylbildern verwendete. Hüttner fiel bei seinen Touren durch das Viertel auf, das „die linke und die rechte Seite der Rheinischen Straße sich ziemlich unterschieden. Die linke Seite ist mehr multikulti, während die rechte etwas kühler ist.“

Eintrittspreise
Erwachsene 5 Euro, ermäßigt 2,50 Euro
Schulklassen 30 Euro

Öffnungszeiten
Di, Mi 11 Uhr – 18 Uhr
Do, Fr 11 Uhr – 20 Uhr
Sa, So 11 Uhr – 18 Uhr
Sonderöffnung für angemeldete Schulklassen Di – Fr ab 10 Uhr




Künstlerische Zweierbeziehung

 

Die Arbeit von Frans van Tartwijk lautet "Dief", Acryl unf Wasserfarbe auf Papier auf Holz, 2011
Die Arbeit von Frans van Tartwijk lautet „Dief“, Acryl und Wasserfarbe auf Papier auf Holz, 2011

Es gibt einige berühmte Beispiele: Frida Kahlo und Diego Rivera, Paula Becker und Otto Modersohn. Manchmal gibt es Künstler auch im Doppelpack. Was passiert, wenn beide Partner künstlerisch aktiv sind? Inspiriert man sich gegenseitig? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede gibt es? Diesen Fragen geht die Ausstellung „Artist Sweethearts“ im Dortmunder Künstlerhaus nach, die seit dem 25. April läuft und bis zum 14. Juni 2015 zu sehen ist. Elf Künstlerpaare stellen ihre Werke aus.

„Es durften keine Gemeinschaftsarbeiten dabei sein“, erklärte Kurator Cornelius Grau, „ansonsten war die Ausschreibung relativ frei gehalten. Grau interessierte die Frage:Wie arbeiten Paare zu- oder miteinander? Die elf ausgewählten Paare bieten den Zuschauern die Möglichkeit, sich selbst auf die Suche nach einer Antwort zu begeben. Laut Aussage von Grau hat sich kein homosexuelles Paar gemeldet. Dass Künstlerbeziehungen auch von temporärer Natur sein können, zeigte sich darin, dass sich ein Paar während der Vorbereitung zur Ausstellung getrennt hatte.

Im großen Raum im Erdgeschoss haben zwei Paare ihren Platz gefunden. Wobei die Videoarbeit von Susanne Kutter bereits im Treppenhaus zu sehen ist. Hier geht es ihr um die Zerstörung von Idylle. In ihrer Arbeit „I will kill you anyway“ von 2015 verwandelt sie eine harmlose Neonleuchtschrift wie sie zu Werbezwecken gebraucht wird, in eine tödliche Botschaft. Ihr Freund, Markus Willeke, malt Bilder in unterschiedlichen Formaten, aber immer direkt, ohne Korrekturmöglichkeiten.

Daneben sind Werke von Torben Laib und Madelaine Christin Leroy aus Kiel zu sehen. Laib hat eine Klanginstalltion (Reflex (Wo ist das Mikro versteckt?) von 2105 die mit knisternden Aluminumschnipseln arbeitet, Leroy verwandelt Fahrradschläuche in eine Installation, die in den Raum greift. Dabei verwandelt sie das Material, so dass etwas Neues entsteht.

Auch ein Paar aus den Niederlanden ist dabei. Guda Koster schafft durch ihre Arbeit mit Formen und Mustern neue Sehgewohnheiten in ihren Installationen, Photographien und Skulpturen. Frans van Tartwijk hingegen setzt seinen Fokus auf die eher peinlichen Momente im Leben. Betrunkene, tanzende Nackte malt er mit schnellem Pinselstrich.

Susanne Maurer, die auch in einer Einzelausstellung in der Galerie ART-Isotope zu sehen ist, zeigt ihre Landschaftsbilder, während ihr Partner Marc Taschowsky eine Art abstrakter Portraits malt.

Im selben Raum zeigen Michel Aniol und Meike Kuhnert ihre Arbeiten. Aniol präsentiert mit „Draft for an Okziriental Lounge“ eine Installation, die die Entstehung einer neuen Weltkultur durch die Globalisierung zum Thema hat. Kuhnert benutzt für ihre Malerei alltägliche Stoffe, die sie auf Keilriemen spannt und als Malfläche benutzt.

Auch im Keller gibt es etwas zu sehen und zu hören. Mandy Krebs und Marko Schiefelbein zeigen Videoarbeiten.

Die Künstlerpärchen sind:

Michel Aniol und Meike Kuhnert

Pascal Aperdannier und Anne Paschvoß

Klaus Erich Dietl und Stephanie Müller

Guda Koster und Frans van Tartwijk

Mandy Krebs und Marko Schiefelbein

Susanne Kutter und Markus Willeke

Torben Laib und Madeleine Christin Leroy

Katharina Maderthaner und Christian Schreckenberger

Susanne Maurer und Marc Taschowsky

Kihyu Park und Florian Rosier




Fotokünstler in a box

Alle zwei jahre biette die Kunstbox einen Einblick in neue künstlerische Positionen. Hier ein Foto aus 2013. (Foto: © Jan Schmitz)
Alle zwei Jahre bietet die Kunstbox einen Einblick in neue künstlerische Positionen. Hier ein Foto aus 2013. (Foto: © Jan Schmitz)

Zum vierten Mal präsentiert das Depot Dortmund am 25. und 26. April die Kunstbox. 34 Künstlerinnen und Künstler aus dem Bereich künstlerische Fotografie präsentieren an diesem beiden Tagen ihre Arbeiten.

Über 100 Künstlerinnen und Künstler haben Interesse bekundet, eine unabhängige Fachjury hat davon 34 für die Kunstbox 2015 ausgewählt. Wolfgang Schmidt, der künstlerische Leiter, hat eine kleine Sortierung vorgenommen. So gibt es vier Schwerpunkte: Portrait, Experimentell, Orte und Stimmungen. Von den 34 Künstlerinnen und Künstler kommen drei aus Dortmund. Anja Bohnhof, Marina Paula de Abrantes und Alexander Hügel nehmen an der Kunstbox 2015 teil.

Die Besucher haben auch die Möglichkeit, einen der Teilnehmer mit dem Publikumspreis auszuzeichnen. Dazu haben sich die Organisatoren etwas Besonderes einfallen lassen: Jeder der 34 Künstlerinnen und Künstler hat zum Thema „Abgelichtet – Energie ist erneuerbar“ eine Arbeit eingereicht, die etwa Postkartengröße besitzt und in einer Auflage von 100 erscheint. Die Besucher können Karten von den Künstlern kaufen, die sie am besten fanden. Aber nur jeweils eine von jedem Künstler. Die Künstlerin oder der Künstler von der/dem die meisten Postkarten gekauft wurde, bekommt den Publikumspreis. Diese Auszeichnung wird am 26. April um 16 Uhr vom Autor und Kabarettisten Fritz Eckenga übergeben.

Doch auch die Juroren kommen während den beiden Kunstbox-Tagen noch einmal zusammen und küren mit der „BestBox“ den Künstler mit dem besten Messeauftritt. Die „BestBox“ ist mit einem Geldpreis von 500 € verbunden sowie einer Einzelausstellung in der Galerie im Foyer des RWE-Towers in Dortmund. Auch diese Preisverleihung ist am Sonntag um 16 Uhr.

Der Eintritt beträgt 3 €.




Kunstvolle Neugestaltung einer Industriemauer

Freuen sich auf bunte Wände: (v.l.n.r.) Almut Rybarsch-Tarry (Künstlerin), Hans Dieter Ritter (RWE Kraftwerk), Lydia Albers (Quartiersmanagement Nordstadt), Annette Kritzler (KulturMeile Nordstadt), Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder und Iris Kosumi (Sparkasse Dortmund).
Freuen sich auf bunte Wände: (v.l.n.r.) Almut Rybarsch-Tarry (Künstlerin), Hans Dieter Ritter (RWE Kraftwerk), Lydia Albers (Quartiersmanagement Nordstadt), Annette Kritzler (KulturMeile Nordstadt), Bezirksbürgermeister Dr. Ludwig Jörder und Iris Kosumi (Sparkasse Dortmund).

Seit dem 17.04.2015 ist es so weit. Die Mauer des RWE Kraftwerks in der Weißenburger Str. 70 wird von 54 Künstlerinnen und Künstlern aller Altersgruppen (12 bis 65 Jahre) aus der Dortmunder Nordstadt und weit darüber hinaus (bis Münster und Gütersloh) künstlerisch gestaltet.

Bekannte bildende Künstler aus der Nordstadt wie zum Beispiel Anke Droste (Galerie der Kunstbetrieb) oder etwa Franz Ott sowie einige Schule (zB. Kielhorn Schule, Leibnitz-Gymnasium) verschiedene Gruppierungen und Gruppen aus der Sprayerszene zeigen das breite Spektrum der Teilnehmenden.

Die maßgebenden Organisatoren dieser innovativen „Mauerverschönerung“ sind die KulturMeileNordstadt mit Annette Kritzler und Almut Rybarsch-Tarry, sowie Lydia Albers vom Quartiersmanagement Nordstadt. Ihr Ziel, den „Eingangsbereich in der die Nordstadt“ ansprechend und frisch zu gestalten.

„Es war uns klar, dass endlich etwas passieren muss. Auch aus der Bevölkerungen gab es Rückmeldungen, die uns darin bestärkt haben, dieses Projekt anzugehen. Diese Aktion zeigt zudem die künstlerische Vielfalt hier“, so Lydia Albers. Ohne die finanzielle Unterstützung und Sachspenden von Sponsoren gäbe es dieses Projekt nicht. Annette Kritzler erklärte: „Es war uns von Anfang an wichtig, diese Aktion ohne städtische Förderungen durchzuziehen.“

Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt 26.500 €, die ausschließlich von Sponsorengeldern (RWE, Stiftung Soziale Stadt, Stiftung Leuchte auf, Sparkasse Dortmund sowie durch die Unterstützung verschiedener Firmen geleistet wurde. Die weiße Wandgrundierung wurde ebenfalls gespendet.

Die thematische Rahmenvorgabe für die Künstler waren die Themen Energie, Natur und Umwelt, Verkehr und Großstadtdschungel. Außerdem sollten sinnvollerweise möglichst witterungsresistente Farben benutzt werden. Die Farbutensilien müssen die Künstler selbst mitbringen, können aber später nach Vorlage eines Kassenbons eine Kostenerstattung von 150 € von der Projekt-Organisation erhalten.

Annette Kritzler wies darauf hin, das die Wandbemalungen im Netz zu sehen sein wird. Wenn diese bei Auswärtigen ein Interesse wecken sollte, die Dienste der Künstler auch für andere Projekte in Anspruch zu nehmen, können sie sich gerne bei den Organisatoren unter www.kulturmeilenordstadt.de oder direkt bei der 1. Vorsitzenden Annette Kritzler unter a.kritzler@borsigplatz-verfuehrungen.de melden.

Am 07. Mai findet eine Preisverleihung mit dem Oberbürgermeister Ullrich Sierau statt.




Abstrakte Landschaftsmalerei

Susanne Maurer, Februar #5, 2014, 95x90 cm
Susanne Maurer, Februar #5, 2014, 95×90 cm

Die Landschaftsbilder von Susanne Maurer stehen auf der Grenze zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion. Wären nicht Horizonte erkennbar, man könnte ihre Werke für reine abstrakte Malerei halten. Doch die Künstlerin benutzt geschickte Farbcodierungen, um so beim Betrachter die Landschaften entstehen zu lassen. Zu sehen sind ihre Bilder vom 19. April bis zum 22. Mai 2015 in der Galerie ART-isotope.

Was macht eine Landschaft aus? Zunächst einmal die Farben. Dunkelgrün steht für Wald, hellgrün für Wiese, Felder sind gelb und das Meer ist blau. In den Schulatlanten haben wir diese Farbgebung kennengelernt. Einen ähnlichen Farbcode benutzt Susanne Maurer in ihren Werken, so dass uns die Farbgebung vertraut vorkommt. Trotzdem sind es keine „echten“ Landschaften, die vorher fotografiert oder skizziert wurden, um im Atelier auf Leinwand verewigt zu werden. Die Landschaften entstehen nur im Auge des Betrachters.

Zudem gibt es zwei Besonderheiten. Zunächst einmal arbeitet sie fast immer mit quadratischen Leinwänden, was unsere Sehgewohnheiten von Landschaft entgegenläuft. Denn das bekannte Landschaftsformat (landscape) ist meist 4:3 oder 16:9, also querformatig. Darüber hinaus spielt die Künstlerin mit der Position des Horizonts. Anders als bei der klassischen Landschaftsmalerei ist bei ihr der Horizont schon einmal sehr dominant oder kaum zu sehen. Dennoch bleibt der Horizont oft für den Betrachter als wichtiger Bezugspunkt erhalten.

Maurer, die ihren Bildern ausschließlich Monatsnamen gibt,  benutzt für ihren Malstil Elemente der Street-Art oder Graffiti-Kultur. So verwendet sie großflächige Lasuren, die sie erneut mit Farben übermalt. Maurer setzt viel auf Farbwirkung, sie arbeitet beispielsweise mit den Komplementärkontrast (rot-grün) und benutzt seit neuestem auch fluoreszierende Farben.

ART-isotope

Wilhelmstraße 38

Öffnungszeiten: Sonntag, Montag, Dienstag und Freitag von 14:30 – 19:30 Uhr.




Expressive Farbigkeit

Sabine Wolf vor ihrem Bild "Südtribüne 1".
Sabine Wolf vor ihrem Bild „Südtribüne 1“.

Die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek zeigt bis zum 19. Mai 2015 die Ausstellung „Eine fast schöne neue Welt“ von Sabine Wolf. Die Künstlerin, die seit 1999/2000 malt, verbindet in ihren Bildern Motive aus Natur, Sport und den neuen Kommunikationsmitteln.

Schwarzgelbe Massen auf der Südtribüne des Westfalenstadions. Fahnen und Banner werden zur Unterstützung der Mannschaft geschwenkt. Diese Atmosphäre hat Sabine Wolf in ihren beiden Bildern Südtribüne 1 und Südtribüne 2 festgehalten. Dabei arbeitet sie nicht naturalistisch, sondern sie benutzt dafür den selbst gewählten Begriff „expressive grafische Malerei“, die grafische und malerische Elemente verbindet. So sind keine Gesichter auf dem Bild der Südtribüne zu erkennen, aber die besondere Spannung des Fußballspiels und der Fanmassen ist spürbar.

Durch die Abstraktion erreicht Wolf natürlich, dass der Bildinhalt nicht eindeutig ist. „Ich finde es wichtig, dass der Betrachter sich eine eigene Interpretation der Bilder schafft“, so die Künstlerin, die ihre zehn ausgestellten Bilder in Acryl malte.

Ein weiteres Thema neben Sport ist die Beziehung von Natur und moderner Kommunikation. Das sieht Wolf nicht generell als etwas Gegensätzliches, sondern es gehört zur gesellschaftlichen Entwicklung. In den beiden Bildern „Social Community“ beispielsweise verschwindet die gesendete Kommunikation buchstäblich in Luftblasen. In „Social Community 1“ greift die Künstlerin auch auf die Kollage zurück.

Die Kunstwerke sind hauptsächlich aus den Jahren 2014/15 und bestechen durch ihre Farbigkeit und Formgebung.

Die Artothek hat dienstags und freitags geöffnet von 10 bis 19 Uhr.




Die Faszination der Transformation

Künstler Mathias Schubert vor einem seiner Mündungsbilder.
Künstler Mathias Schubert vor einem seiner Mündungsbilder.

Mündungsgebiete sind für den Künstler Mathias Schubert Orte der Veränderung. Hier findet der Übergang zwischen fest und flüssig statt. Die Ausstellung in der städtischen Galerie Torhaus Rombergpark zeigt vom 12. April bis zum 05. Mai 2015 zwölf Werke, davon drei Drucke und neun Ölgemälde.

Wenn Flüsse ins Meer fließen, verändert sich die Landschaft. Etwas, was Mathias Schubert fasziniert. „Es ist Zustände, die sich verändern, Vergangenheit trifft Zukunft“, erklärt der Künstler. Seine Bilder mäandern zwischen Abstraktion und konkreter Malerei, bleiben aber überwiegend abstrakt. Sie zeigen ihre Bedeutung nicht auf dem flüchtigen Blick, sondern der Betrachter muss sich Zeit lassen, die einzelnen Teile wie bei einem Puzzle zu einem Bild zusammenzufügen. Daher vergibt Schubert auch keine Titel für seine Bilder, denn der Betrachter sollte sich unvoreingenommen mit den Bildern beschäftigen.

Eine weitere Besonderheit von Schubert ist, dass er seine Ölfarben selber zusammenmischt. Dadurch kann er – anders als bei gekaufter Tubenfarbe – farbliche und malerische Experimente ausprobieren, wie beispielsweise durch das Trocknen der Strukturen ein dreidimensionales brüchiges Relief zu bekommen.

Öffnungszeiten Torhaus Rombergpark:

Dienstag-Samstag, 14:00-18:00 Uhr
Sonntag, 10:00-18:00 Uhr




Ein Lob der Zahnräder und der Langsamkeit

Der "Steamborg Helm" von Alexander Schlesier von 2013 ist eine Verbindung von Steampunk und dem Star Trek-Universum.
Der „Steamborg Helm“ von Alexander Schlesier von 2013 ist eine Verbindung von Steampunk und dem Star Trek-Universum.

Mit der Ausstellung „Das mechanische Corps“, die vom 11. April bis zum 12. Juli 2015 im Hartware Medienkunstverein (HMKV) zu sehen ist, taucht die dritte Etage des Dortmunder U in die Welt des französischen Schriftstellers Jules Verne ein. Doch die Ausstellung ist keine Hommage an den Schriftsteller, sondern spiegelt die Beschäftigung von Künstlern und Nicht-Künstlern mit einer Art Parallel-Universum wider, in der die Welt Vernes zum Leben erweckt wurde.

Die Technik wird immer kleiner und schneller. Füllten Computer früher ganze Räume, passt deren Rechenkraft heute in ein mobiles Telefon. Doch es gibt Künstler und Subkulturen, die sich vor der Langsamkeit verneigen: Steampunk. Die Ästhetik des frühen Industriezeitalters mit ihren Dampfmaschinen und Zahnräder fasziniert sie und sie schaffen seltsam skurrile Werke, die Modernität und Vergangenheit miteinander verbinden, quasi Retrofuturisten. Das viktorianische Zeitalter lebt.

Eine spannende Verquickung zwischen neuer und alter Technologie zeigt der „Nautilus Gameboy“ von Wendy Esmeralda Castillo aus dem Jahre 2014. Der Gameboy ist eingebettet in Zahnrädern, einem Aufziehmechanismus und strahlt etwas Handwerkliches aus. Ähnlich wie die „Ghost Hunter Pistole“ und der „Steamborg Helm“ von Alexander Schlesier fragen die Objekte nach dem Verbleib der Mechanik in einer digitalisierten Welt.

In der Ausstellung sind neben „echten“ Künstlern auch Werke von Menschen zu sehen, die eher Kunsthandwerker sind. Wie beispielsweise Richard Nagy. Sein „Datamancer Sojourner Keyboard“ aus dem Jahre 2015 ist nicht als Unikat konzipiert, sondern es war käuflich zu erwerben.

Was haben die Freiheitsstatue und der Eiffelturm gemeinsam? Sie stammen aus der gleiche Zeitepoche. Die Freiheitsstatue wurde 1886 eingeweiht, der Eiffelturm 1889 errichtet. Passend zum mechanischen Corps lässt der Künstler Michael Sailstorfer die Freiheitsstatue in seiner Arbeit „Freedom Fries am Arbeitsplatz“ durch einen mechanischen Bohrer Löcher in eine Gipskartonwand bohren.

Der HMKV wäre nicht der HMKV, wenn es nicht auch multimediale Elemente in der Ausstellung gäbe. So sind auf einigen Bildschirmen Szenen von Jules-Verne-Verfilmungen zu sehen, Bücher und Comics laden zum Lesen ein.

Ein besonderes Ausstellungsstück ist die Scharfschützenmaske aus dem Ersten Weltkrieg. „Jeder Fortschrittsglaube hat auch eine militärische Komponente“, so Christoph Tannert, der die Ausstellung bereits in Berlin mitkuratiert hatte. Denn jeder Fortschritt werde erst mal geprüft, ob er sich auch militärisch nutzen lasse. So bekommt das „mechanische Corps“ auch einen militärischen Klang.

Eintritt: 5 € / 2,50 € ermäßigt

Weitere Informationen zur Ausstellung und zum Sonderprogramm auf der Seite des HMKV.




Frühling in der Galerie der kunstbetrieb

Mathes Schweinsberger zeichnete den Abbruch des "Soundgarden" an der Bremer Straße. (Foto: © der kunstbetrieb)
Mathes Schweinsberger zeichnete den Abbruch des „Soundgarden“ an der Bremer Straße. (Foto: © der kunstbetrieb)

Noch bis zum 29. April zeigt die Galerie „der kunstbetrieb“ in der Gneisenaustraße 30 neue Arbeiten unter dem Titel „Lenz“ aus den Bereichen Malerei, Grafik, Objektkunst und Fotografie .
Mathes Schweinberger stellt Zeichnungen vom im letzten September abgerissenen Dortmunder Soundgarden aus.
Von Anke Droste sind Studien und Skizzen zu sehen, die in der Vorbereitung auf die im April  dieses Jahres stattfindende Mauergestaltung an der Dortmunder Weißenburger Straße entstanden sind. Objektkünstlerin Almut Rybarsch zeigt einige ihrer noch nicht gezeigten Nordstadtgesichter und Klaus Pfeiffer präsentiert Scanner-Fotografien, die das Reproduzieren und Kopieren zum Thema machen. Der junge Künstler Kirian wird Ende 2015 eine Einzelausstellung im kunstbetrieb haben, von ihm ist ebenfalls ein Bild zu sehen. Auf zwei schmalen Querformaten zeigt Sylvia Reuße Lastschiffe in wild-bewegtem Wasser. M.T. Ghorbanali stellt Kleinplastiken aus Speckstein aus und Artur Wojtczak hat Faune auf Papier gemalt.

Öffnungszeiten:

montags – freitags: 11.00 Uhr – 13.00 Uhr
montags – freitags: 15.00 Uhr – 18.00 Uhr
samstags: 11.00 Uhr – 13.00 Uhr