Gute Mischung von unterschiedlichen Künstlern

Stolz präsentieren die Beteiligten den neuen Kalender. (hinten v.l.n.r.) Katrin Gellermann (Kulturbüro), Oriane Durand (Dortmunder Kunstverein), Uwe Samulewicz (Sparkasse Dortmund), Bürgermeisterin Birgit Jörder, Bettina Köppeler (Künstlerin), Monika Pfeiffer (Künstlerin) und Leonie Herrmann (Künstlerin); (vorne v.l.n.r.) Marc Bühren (Künstler), Tim Wandschneider (Künstler) und Sabine Held (Künstlerin).
Stolz präsentieren die Beteiligten den neuen Kalender. (hinten v.l.n.r.) Katrin Gellermann (Kulturbüro), Marion Edelhoff (Dortmunder Kunstverein), Uwe Samulewicz (Sparkasse Dortmund), Bürgermeisterin Birgit Jörder, Bettina Köppeler (Künstlerin), Monika Pfeiffer (Künstlerin) und Leonie Herrmann (Künstlerin); (vorne v.l.n.r.) Marc Bühren (Künstler), Tim Wandschneider (Künstler) und Sabine Held (Künstlerin).

Der Kalender „Grafik aus Dortmund“ hat Tradition. Bereits zum 40. Mal ist er in einer limitierten Auflage von 500 Stück erschienen. Auch eine Tradition: Das Exemplar Nummer 1 erhielt Bürgermeisterin Birgit Jörder aus der Hand von Uwe Samulewicz, dem Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Dortmund, die den Kalender finanziert.

Das Besondere an dem Kalender ist, dass er nicht käuflich zu erwerben ist, sondern vom Oberbürgermeister an Freunde und Förderer der Stadt verschenkt wird. Herausgegeben wird der Kalender vom Kulturbüro der Stadt und der Sparkasse Dortmund in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Kunstverein.

Jeder beteiligte Künstler ist mit jeweils zwei Arbeiten vertreten. Die ausgewählten Arbeiten sind aus einem Wettbewerb entstanden, an dem sich etwa 100 Dortmunder Künstlerinnen und Künstler beteiligt haben. Im Juni war eine Auswahl der 48 eingereichten Arbeiten in der Gemeinschaftsausstellung „Grafik aus Dortmund“ in der Berswordthalle zu sehen.

Bettina Köppeler und Monika Pfeiffer waren schon das dritte Mal mit Werken vertreten. „Ich finde das toll“, freute sich Pfeiffer, „die Auswahl ist eine gute Mischung. Es sind sehr gute Leute dabei.“ „Es ist immer was Besonderes“, freute sich Köppeler über die erneute Auszeichnung.

Ein Premierengefühl war es für Tim Wandschneider und Marc Bühren, denn sie sind zum ersten Mal dabei. „Ich bin stolz, das erste Mal mitgemacht und gleich ausgewählt“, so Wandschneider. „Der Kalender ist schön gemacht und besitzt eine edle Haptik.“ Auch Bühren lobte die edle Qualität des Siebdruckes.




Verflechtungen

Die Schreibmaschinenzeichnung  2015TLV02 von Denise Winter (2015, Tinte, Papier)
Eine Schreibmaschinenzeichnung von Denise Winter (2015, Tinte, Papier)

Wenn Künstlerinnen und Künstler für eine gewisse Zeit an einen anderen Ort gehen, so nennt man dies „artists in residence“. Was passiert mit ihrer Kunst? Gibt es neue Erfahrungen, die integriert werden? Oder hat man daran gearbeitet, seine Kusnt zu vervollkommnen? Die Ausstellung „Echoes – Residences revisted“, die bis zum 17. Januar 2016 im Künstlerhaus Dortmund stattfindet, setzt den Schwerpuntk auf den Austausch mit dem Salzamt Linz in Österreich.

Patrick Borchers präsentiert unter anderem eine dokumentarische Arbeit über den Künstler Hubert Ebenberger, der im Salzamt Linz sein Atelier hat. Darüber hinaus zeigt er die multimediale Wandinstallation „außer der reihe“, die sich per Zeichnung und Videoinstallation mit den Themen Flüchtlinge und Rechtsextremismus auseinandersetzt.

Wie eine Art Spinnennetz wirkt die Arbeit „Weiche Knie“ von Marita Bullmann. Sie kombiniert Strumpfhosen mit Eiern. Beide haben eine schützende Funktion. Die Eierschale schützt das Innere, die Strümpfe die Beine der Trägerin. Zugleich sind beide Materialien aber auch empfindlich. Diese Fragilität macht den Reit des Kunstwerkes aus.

Etta Gerdes zeigt eine Arbeit von 2002 mit dem Namen „Blaupause“. Hier werden alte Hochofen-Einzelteile von Phoenix-West wie in einem Baumarkt-Prospekt zum Verkauf angeboten. Selbst der blaue Himmel über dem stillgelegten Gelände ist gegen den entsprechenden Preis zu haben. Das Objekt erschien in einer Auflage von 97.000 in einer Dortmunder Tageszeitung als Beilage.

Im Keller ist die Rauminstallation „Not a burning floor“ von Thomas Kluckner zu sehen. Wie der Titel schon sagt, handelt es sich hierbei um eine Simulation eines Feuers, der durch einen orange-gelb beleuchteten Nebel erzeugt wird.

Eine malerische Arbeit zeigt Kristyna Krabatschová. Ihre düster wirkenden Tuschezeichnungen entstehen aus Erinnerungen und Atmosphären im Moment der Verwandlung.

Was ist Leben? Eine Frage, über die es verschiedene Definitionen gibt. Sie präsentiert verschiedene Defintionen wie „Selbstorganisation“ oder „Belebt“ in verschiedenen Dias.

Buchstaben werden mit einer Schreibmaschine über Kanten und Brüche getippt. Damit entstehen Arbeiten, die einerseits einen literarischen Aspekt besitzen, aber durch ihre dreidimensionale Form auch eine geometrische oder architektonische Seite haben. Quasi Ecken und Kanten. So könnte man die Arbeiten von Denise Winter charakterisieren.

Beteiligte KünstlerInnen und Künstler:

Elisa Andessner, Patrick Borchers, Marita Bullmann. Hubert Ebenberger. Etta Gerdes. Philippe Gerlach. Kristyna Krabatschová. Thomas Kluckner. Kristina Kornmüller. Kurt Lackner, Haruko Maeda, Martin Music, Nina Nowak, Dirk Pleyer, Rona Rangsch, Jens Sundheim, UNIT (Penny Whitehead und Daniel Simpkins), Adriane Wachholz und Denise Winter

Künstlerhaus Dortmund, Sunderweg 1

Öffnungszeiten der Ausstellung Do – So 16 – 19 Uhr

 




Wintervergnügen im zeitgeschichtlichem Wandel

Schlitten fahren mit Lenkung. Ein Exponat aus den 1930er Jahren.
Schlitten fahren mit Lenkung. Ein Exponat aus den 1930er Jahren.

Winterzeit – Schneezeit – Zeit für Wintersport. Vielleicht nicht immer im grauen Dortmund, aber auf jeden Fall im Sauerland. Schlitten, Ski und Kufen sorgen für Vergnügen in der kalten Jahreszeit. Die 15. Weihnachtsaustellung im Dortmunder Museum für Kunst-und Kulturgeschichte vom 21. November 2015 bis 31.Januar 2016 will mit dem Titel „Wintervergnügen“ auf die Kulturgeschichte des Wintersports aufmerksam machen. Thematisch passt sie also zur parallel laufenden „Westfalen-Ausstellung“.

Susanne Bauer, Kulturwissenschaftlerin und Kuratorin dieser Ausstellung erklärte: Drei Themen stehen im Mittelpunkt der Ausstellung: Skifahren, Schlittschuhlaufen und Schlittenfahren.“

Dabei wird den Besuchern die lange Tradition dieser „Wintervergnügen“ deutlich vor Augen gehalten. Seit über 5000 Jahren verwenden Menschen Skier als Fortbewegungsmittel, ebenso lange vermutlich benutzen sie Kufen, um über das Eis zu gleiten. Die frühesten Schlittschuhe waren Tierknochen, so wie die in Dortmund gefundenen Pferdeknochen. In einer Vitrine wird die Entwicklung bis zum hochmodernen Schlittschuh gezeigt.

Ein weitere Schwerpunkt sind Schlitten. In der Ausstellung sind beispielsweise Schlitten aus dem Beginn des 19. Jahrhunderts zu sehen oder ein Schlitten mit Lenkung aus den 30er Jahren. Wer Lust hat, kann in einen modernen Zweierbob steigen.

Die Ausstellung ist geöffnet:

Di, Mi, Fr, So 10:00 – 17:00 Uhr

Do 10:00 – 20:00 Uhr

Sa 12:00 – 17:00 Uhr

Montag geschlossen


Eintritt
:

Erwachsene: 5 Euro, ermäßigt: 2,50 Euro

Besucherinnen und Besucher unter 18 Jahren zahlen keinen Eintritt

Begleitprogramm zur Weihnachtsausstellung „Wintervergnügen“

Öffentliche Führungen

So 22.11., 29.11., 13.12., 20.12., 27.12., 3.1., 17.1., 31.1.,

15.00 – 16.00 h

3 € zzgl. Eintritt

Kuratorenführung

So 6.12., 15.00 – 16.00 h

3 € zzgl. Eintritt

Salongeschichten zur Weihnachtsausstellung – Treff für ältere Menschen

Di 1.12., 14.30 – 16.30 h

10 € (inkl. Kaffee/Tee und Kuchen), Anmeldung unter 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de, Mindestteilnehmerzahl 10 Personen

Erzählcafé zur Weihnachtsausstellung

Sa 12.12., 15.00–16.30 h

Moderation: Marion Grob, WDR-Journalistin

Eintritt frei, Kaffee und Kuchen 5 €

Anmeldung erbeten unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de

Führungen und museumspädagogische Programme für Kindergärten und Schulen sind buchbar unter Tel. (0231) 50-26028 oder info.mkk@stadtdo.de.




Ausstellung mit dem Fensterblick

Die Künstlerin Marika Bergmann. Im Hintergrund ist ihr "Fensterbild 2549" zu sehen.
Die Künstlerin Marika Bergmann. Im Hintergrund ist ihr „Fensterbild 2549“ zu sehen.

Die Galerie Torhaus Rombergpark zeigt vom 22. November bis zum 13. Dezember 2015 die Ausstellung „Fensterbilder“ von Marika Bergmann. In ihren Fensterbildern geht der Blick von innen nach außen, er behält aber immer etwas beobachtendes.

Wie oft sehen wir eine Straßenbahn an uns vorbeirauschen. Kurz nehmen wir wahr, dass in der Bahn hinter den Fenstern Menschen sitzen, die aber schnell wieder aus unseren Augenwinkeln verschwunden sind. Doch in diesem Moment hat Bergmann auf den Auslöser gedrückt und präsentiert uns Fotos von Personen (natürlich mit Balken anonymisiert) die mit der Bahn fahren. Die meisten nutzen ihr Smartphone, vermutlich um der Langeweile, die die Fahrten mit sich bringen, zu entkommen.

Die Serie Phoenix wirkt wie analoge Fotografie aus den 60ern. Schwarz/Weiss umgeben von rostigem Stahl, der eine Reminiszenz an die Geschichtete des heutigen Phoenix-Sees ist, da dort früher ein Stahlwerk stand.

Die meisten Bilder wirken dokumentarisch, auch wenn manche wie beispielsweise die beiden Arbeiten „Wartende 1“ und „Wartende 2“ stark digital bearbeitet wurden. Eine Besonderheit in der Ausstellung ist das Tryptychon „Containing I, II, III“. Die drei Bilder bestehen aus einer Collage von Papierschnipseln, die in einem weiteren Schritt übermalt wurden. Ein sehr surreal wirkender Blick aus dem Atelier der Künstlerin in der Nordstadt.

Zu dieser Ausstellung gibt es zwei Sonderveranstaltungen:

1. Performance und Konzert

Sonntag, den 29.11.2015 von 15.00 – 17.00 Uhr

Reihe für Reihe wird die Grafik eines Fensters systematisch, wie durch einen Druckkopf von Marika Bergmann auf orange-farbenem Planenstoff ausgelegt. Es entsteht während der ca. eineinhalbstündigen Musikperformance aus Loops und Klangelementen über Gitarre und Verstärker der Gruppe [MULTER] ein »Fensterbild«.

Untergegangenes, Untergründiges und Unsichtbares – Allgegenwärtiges.

2. Lesung mit Klangperformance

Sonntag, den 06.12.2015 von 15.00 – 17.00 Uhr

Ein eineinhalbstündiger Wort- und Klangbeitrag. Die Künstlerin setzt mit ihren szenischen Kurzgeschichten aus dem U und der Dortmunder Nordstadt ein Pendant zu ihren Bildern. Eine Begegnung mit dem pensionierten Stahlarbeiter Dietrich, der frechen Göre aus der Nordstadt, gefährlichen Ameisen und der mitreißenden Bewegung von wallendem Bier in den modernen Lichtfenstern hoch oben am U. Der Betrachter der Ausstellung »Fensterbilder« erlebt mit der Autorin Marika Bergmann Geschichten und Klang-Stimmungen im Lese-Klang-Projekt von Marika Bergmann und [MULTER].

Musikbeschreibung: Ambient / Drone / Experimental

Instrumentierungsbeschreibung: Gitarre / Verstärker / Fieldrecordings / Synth / Modularsystem

Vorgestellte Anthologien:

Noch mehr Schoten – Neue Geschichten aus‘m Pott

Der Basilikumdrache – Phantastische Geschichten aus dem Ruhrgebiet

Infos: http://www.marikabergmann.de

Öffnungszeiten des Torhaus Rombergparks:

dienstags bis samstags 14 bis 18 Uhr

sonntags und feiertags 10 bis 18 Uhr.




Kunst mit archaischem Touch

Rosemarie Stuffer neben ihrem Bild "Imaginäres Portrait" 2014, Mischtechnik auf Leinwand, 150 x 100 cm
Rosemarie Stuffer neben ihrem Bild „Imaginäres Portrait“ 2014, Mischtechnik auf Leinwand, 150 x 100 cm

Die Galerie Dieter Fischer zeigt vom 20. November bis zum 17. Januar 2016 unter dem Titel „LandKraft“ Arbeiten der Künstlerin Rosemarie Stuffer. Unter den Arbeiten finden sich Skulpturen, Malerei und Objekte.

Ihre Skulpturen wirken wie Gegenstände einer archaischen Kultur. Manche figürliche Darstellung erinnern an die frühen Muttergottheiten. Auch die Zeichnungen scheinen von einer sehr alten Kultur zu stammen. In ihren Tonarbeiten benutzt Stuffer die alte japanische Technik des „Ragobrandes“, bei der die Keramik im Freien gebrannt wird. Mit Ton hat die Künstlerin zuerst angefangen. Ihre Kenntnisse erwarb sich Stuffer im Institut für Werkerziehung, danach folgte ein Kunststudium.

Die Kraft der archaischen Form ist auch in vielen Bildern der Künstlern sichtbar. Hier kombiniert Stuffer einen kraftvollen Pinselstrich mit expressiven mehrschichtigen Farbauftragungen. So entstehen eigentümliche Landschaftsbilder. In ihren früheren Werken sind die Flächen der Landschaften noch durch die schwarzen Grenzen im Zaum gehalten, während in späteren Bildern die Farbflächen die Grenzen sprengen und sich vermischen.

Die Vernissage ist am 20. November von 19 bis 21 Uhr und die Finissage findet am 17. Januar 2016 von 16 bis 18 Uhr statt.

Galerie Dieter Fischer im Depot
Immermannstraße 29

Öffnungszeiten: donnerstags 17 bis 20 Uhr sowie zum Nachtflohmarkt am 28. November 2015 von 17 bis 24 Uhr.




Spiel von Licht und Schatten

Heinrich Möller ist für die Stahlskulpturen  (ganz rechts im Bild) zuständig, während Heide Möller die Bildobjekte und Malerin fertigt (im Hintergrund).
Heinrich Möller ist für die Stahlskulpturen (ganz rechts im Bild) zuständig, während Heide Möller die Bildobjekte und Malerin fertigt (im Hintergrund).

So kommt man sich als Künstlerpaar nicht ins Gehege. Heide Möller beschäftigt sich mit Acrylmalerei und Bildobjekten, ihr Ehemann Heinrich konzentriert sich auf den Werkstoff Stahl. Beide zusammen stellen bis zum 22. Dezember in der Artothek Dortmund ihre Arbeiten aus.

Knicke, Biegen und Schneiden. Heinrich Möller bringt seine Skupturen wie Papier in seine gewünschte Form. Dadurch entwickeln sich spannende Effekte zwischen Licht und Schatten. Manche wirken grazil, fast zerbrechlich, andere hingegen werden durch die strenge Form dominiert.

Licht und Schatten spielen auch eine wichtige Rolle inden Arbeiten von Ehefrau Heide. Eine Besonderheit in ihren Arbeiten ist, dass sie Stoffe in ihre Bilder integriert. Diese Biesen und Falten werden beinahe streng geometrisch eingearbeitet und durch eine fast monochrome Farbgebung übermalt. Grelle Buntheit ist nicht die Sache von Heide Möller: „Ich bevorzuge eine sanfte Farbigkeit.“

Neben den Bildobjekten sind weitere abstrakt wirkende Acrylgemälde von Heide Möller zu sehen, hier herrscht ebenfalls überwiegend eine zarte Farbgebung vor. Eine gutes Beispiel dafür sind ihre Chinabilder, die mehr die farblichen Eindrücke zeigen.




Künstliche Intelligenz – Traum oder Albtraum?

Ausflug in die 80er Jahre der Computertechnologie. "Dialector 6" von Chris Marker.
Ausflug in die 80er Jahre der Computertechnologie. „Dialector 6“ von Chris Marker.

Seit es Computer gibt, sind die Menschen von ihren Fähigkeiten angezogen oder abgestoßen. Computer können unser Leben sehr viel angenehmer gestalten, aber sie wirken auch bedrohlich. Hollywood hat das Thema „Artificial Intelligence“ wieder entdeckt. Filme über Alan Turing oder über eine Menschen, der sich in die Stimme seines Computers verliebt („Her“) sind die Nachfolger von Filmen wie „2001: Odyssee im Weltraum“ und dem Schiffscomputer „HAL“. Die Ausstellung „(Artificial Intelligence) Digitale Demenz“ im Hartware MedienKunstVerein im Dortmunder U zeigt vom 14. November 2015 bis 06. März 2016 die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema.

Turing ist ein wichtiger Begriff in dieser Ausstellung. Denn Alan Turing hat 1950 einen Test entwickelt, der bestimmen kann, ob eine Maschine ein dem Menschen gleichwertiges Denkvermögen besitzt. Dass heißt, kann ein Mensch innerhalb eines Gespräches (über Tastatur) nicht erkennen, ob nun ein Programm oder ein Mensch mit ihm gechattet hat, hat der Computer den Test bestanden. Hier baut der „Dialector 6“ von Chris Marker auf. Der Mensch kann in eine Interaktion mit der Software geraten, die durchaus poetische Momente enthält.

Dass Maschinen uns überlegen sein können, zeigte die Niederlage von Garry Kasparov gegen Deep Blue im Schach. Julien Prévieux hat dies Niederlage in minimalistischen Fotografien festgehalten. Wieder zu sehen sind Arbeiten von Suzanne Treister, die ihre Recherchen zu technologischen Entwicklungen in esoterisch anmutenden Kartographien zusammenführt.

Mal sehen, in welche Schwierigkeiten der HMKV durch den „Random Darnet Shopper“ der „!Mediengruppe Bitnik“ gerät. Denn die Arbeit besteht aus einem Shopping-Roboter, das im geheimen Darkweb auf Einkaufstour geht. Ob jetzt Waffen und Drogen ins U geliefert werden?

Neben der klassischen Ausstellung gibt es eine Filmlounge. Hier werden beispielsweise sieben Episoden der Serie „Black Mirror“ gezeigt. Weitere Filme, die gezeigt werden, sind „The Girl who never was“. In dem Film geht es um die Geschichte der ersten Aufzeichnung der menschlichen Stimme im Jahre 1860. Zunächst ging man bei der Rekonstruktion von der Stimme eines kleinen Mädchens aus, doch in der richtigen Geschwindigkeit abgespult, war es die Stimme des Erfinders Édouard-Léon Scott de Martinville. Er singt „Au Clair de la lune“. Interessanterweise singt Computer HAL in der französichen Fassung von Kubricks Film das gleiche Lied, kurz bevor er abgeschaltet wird. Eine weitere Filmlounge präsentiert die zehn Folgen der ersten Staffel der Serie „Real Humans“, in der es um menschenähnliche Roboter geht.

Kinoatmosphäre im HMKV.
Kinoatmosphäre im HMKV.

Mehr Infos zu der Ausstellung, dem Filmprogramm und den Sonderveranstaltungen finden Sie hier: http://www.hmkv.de/programm/programmpunkte/2015/Ausstellungen/2015_AID_Artifical_Intelligence_Digitale_Demenz.php

 




Kristalline Prozesse

Robert Huber, "Hermetische Quelle", 2009, Monoammoniumphosphat, Glas, limitierte Auflage
Robert Huber, „Hermetische Quelle“, 2009, Monoammoniumphosphat, Glas, limitierte Auflage

Bei der Betrachtung von Arbeiten von Robert Huber erinnere ich mich an die Experimentierkästen von Kosmos. Da gibt es auch einen, der sich mit der Züchtung von Kristallen beschäftigt. Huber verknüpft diesen Kristallisationsprozess mit einer künstlerischen Form und Aussage. Zu sehen sind seine Werke vom 15. November bis zum 13. Dezember 2015 in der Galerie ART isotope.

Huber belässt es bei seinen Werken aber nicht nur bei der ästhetischen Schönheit von Kristallen, sondern er stellt sich die Frage: Wo ist die äußere Begrenzung, wann stoppe oder begrenze ich die Prozesse. Denn beim Kristallzüchten kann der Züchter zwar den Prozess steuern, doch wie die Kristalle genau aussehen, kann er nicht bestimmen. Huber benutzt Baumwolle als Trägerstoff, da fühlen sich die Kristalle anscheinend am liebsten.

So wachsen seine Kristalle innerhalb von Begrenzungen. Früher benutzte der Künstler fertige industrielle Formen wie Kissen, aber jetzt benutzt er selbst gestaltete Behälter mit denen er den Raum der Kristalle begrenzt.

Der Raum ist das Grundthema von Hubers Arbeiten. Wie erobern und durchdringen Kristalle des Raum? Wo ist die Grenze? Dabei arbeitet der Künstler durchaus mit Humor. In seiner Arbeit „Hermetische Quelle“ lässt er Kristalle in einer Flasche wachsen. Quasi abgefüllt kann man ein Exemplar aus der Quelle kaufen.

Ohne Kristalle kommt die Arbeit „Mem“ aus. Hier formt Huber aus einzeln abgeformten Kohlblättern einen riesigen Kohl. Durch die Übersteigerung der Funktion eines Blattes schafft der Künstler ein imposantes Werk, das wieder nach seinen Grenzen fragt.

Die Ausstellung von Robert Huber wird die letzte am alten Standort der Galerie ART isotope in der Wilhelmstraße sein, denn bald steht der Umzug zur Kampstraße an.

Mehr Informationen unter www.art-isotope.de

 




Werkschau der Artgenossen

Sechs Künstlerinnen, die ihre Ateliers in der südlichen Innenstadt haben, zeigen unter dem Titel „Artgenossen 6.0“ ihre Arbeiten in der Galerie Balou in Brackel. Von Skulpturen von Pia Bohr über Malerei zeigen Petra Eick , Rosa Fehr-van Ilten, Sabine Held , Claudia Karweick und Claudia Terlunen eine Auswahl ihrer Werke. Die Ausstellung ist noch bis zum 07.01.2106 zu sehen.

Die Galerie im Balou ist im café Balou integriert. Die Öffnunsgzeiten sind
Montag, Dienstag, Donnerstag & Freitag:
14:30 Uhr bis 18:00 Uhr
Mittwoch: 14:30 Uhr bis 24 Uhr




Spraydose und Acrylfarbe

Gefangen in der digitalen Welt der Einsen und Nullen? "Mit Sicherheit nicht", von Kirian, 150x180 cm, Acrylfarbe, Sprühfarbe, PAstellkreide, Marker.
Gefangen in der digitalen Welt der Einsen und Nullen? „Mit Sicherheit nicht“, von Kirian, 150×180 cm, Acrylfarbe, Sprühfarbe, PAstellkreide, Marker.

Ab dem 31. Oktober 2015 präsentiert die Galerie „der kunstbetrieb“ zum ersten Mal in einer Einzelausstellung Arbeiten des Graffitti-Künstlers und Malers Kirian. Schon seit der Schulzeit hat sich Kirian mit Street-Art auseinandergesetzt, in denvergangenen Jahren hat sich der Künstler (Jahrgang 1990) auch mit Pinsel und Acrylmalerei auseinandergesetzt. Die Ausstellung ist bis zum 28. November 2015 zu sehen.

Kirian stellt ein uraltes Motiv in der Kunst in den Mittelpunkt seiner Ausstellung: Das Porträt. Dabei mischt er Selbstporträts und Fremdbildnisse. Seine gemalten Gesichter haben eine starke Ausdruckskraft, sie wirken oft herausfordernd und scheinen auf Antworten zu warten.

Die beiden ältesten Bilder der Ausstellung stammen von 2014. „Mensch I“ und „Mensch II“ sind noch sehr stark von der Graffitti-Kultur geprägt und wirken wie Skizzen für ein Projekt draußen. Hier arbeitete Kirian noch ausschließlich mit Sprayfarbe. Doch die technische Beschränktheit des Materials ließ ihn weitere Arbeitsweisen ausprobieren. So benutzt Kirian in seinen späteren Arbeiten Acrylfarbe oder Tusche. Aber die Dose lässt ihn nicht los, in manchen Werken kombiniert er Acrylfarbe mit Sprayfarbe.

Neben Leinwänden bemalt er auch gefundene Holzplatten, die durchaus beschädigt sein können oder Strukturen aufweisen. Das gibt den Bildern noch eine gewisse Verletzlichkeit, die im Kontrast zu den meist bunten Farben stehen. Mehr zum Künstler aus seiner Homepage: www.kirian.eu

der kunstbetrieb, Gneisenaustraße 30
Öffnungszeiten; montags bis freitags 11 bis 13 Uhr und 15 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 13 Uhr.
http://www.derkunstbetrieb.de