Wasser und finnische Mythologie

Taru Mäntynen (links) und Erika Schäfer entführen die Besucher in die nordische Welt.
Taru Mäntynen (links) und Erika Schäfer entführen die Besucher in die nordische Welt.

Vom 20. November bis zum 11. Dezember 2016 zeigt die städtische Galerie im Torhaus Rombergpark die Ausstellung „Eis, Wasser, Mythen“ von Taru Mäntynen und Erika Schäfer. Neben großformatigen Fotografien werden Skulpturen aus Bronze ausgestellt. Das Torhaus entführt die Besucher in die raue nordische Welt voller Eis und fremden Mythen.

Eigentlich wäre der Termin im Torhaus für die Künstlerin Erika Schäfer alleine bestimmt, aber sie hat sich entschlossen, ihre Künstlerfreundin Taru Mäntynen mitzubringen. Das ist auf jeden Fall eine gute Entscheidung gewesen, so bilden die teilweise archaisch ausschauenden Skulpturen von Mäntynen einen Kontrast zu den Fotografien von Schäfer. Insgesamt gibt die Ausstellungen einen künstlerischen Einblick in den finnischen Winter.

„Eis ist nicht nur ein Ärgernis“, erklärt Schäfer ihre Faszination zum gefrorenen Element Wasser und den nordischen Winter. „Ich möchte zeigen, wie schön Wasser im gefrorenen Zustand ist“. Dieses Ziel ist ihr gelungen. Von filigranen Eisstrukturen bis hin zu massiven Formationen reicht die Bandbreite ihrer Eisbilder, aber auch majestätisches Wasser stellt die Künstlerin in den Mittelpunkt ihrer Arbeiten. Die Fotografien stammen zwar überwiegend aus Finnland, Schweden und Grönland, aber auch in Deutschland kann man Eisformationen bewundern.

Die Motive der Skulpturen von Mäntynen entstammen meist der finnischen Sagenwelt, der sogenannten „Kalevala“ wie beispielsweise beim „Mondteerer“. Hier handelt es sich um eine Geschichte über eine Hexe, die den Mond anmalt. Mäntynen thematisiert gerne Tiermenschen wie den „Wolfsmensch“ oder auch archaisch wirkende Krieger.

Mäntynen hat sich intensiv mit dem Bronzeguss auseinandergesetzt und sie gießt ihre Werke sogar selber. „Damit habe ich die Kontrolle über meine Arbeit und kann sie in jeder Phase steuern“, begründet die Künstlerin diesen Schritt.

Die Öffnungszeiten der Galerie Torhaus Rombergpark sind

dienstags bis samstags 14 bis 18 Uhr

sonntags und feiertags 10 bis 18 Uhr

Eintritt frei!




Kunstintegration im Westfälischen Schulmuseum

Jürgen Mans zeigt seine Werke im Westfälischen Schulmuseum und verbindet seine Kunstwerke mit der dortigen Dauerausstellung.
Jürgen Mans zeigt seine Werke im Westfälischen Schulmuseum und setzt seine seine Kunstwerke mit der dortigen Dauerausstellung in Bezug.

Mit der Ausstellung „Das Schulmuseum – künstlerisch betrachtet“ vom 18. November 2016 bis zum 29. Januar 2017 fügt der Künstler Jürgen Mans (Jahrgang 1959) dem Westfälischen Schulmuseum in Dortmund-Marten eine weitere integrative Ebene hinzu.

Er integriert seine Bilder, Skulpturen und Rauminstallationen in die Dauerausstellung des Schulmuseums zur Schul- und Kindheitsgeschichte des späten Mittelalters, der Zeit Kaiser Wilhelms II. Und der NS-Zeit sowie der aktuellen Sonderausstellung „und Stricken für‘s liebe Vaterland“ (22. März 2015 bis 30. Dezember 2018).

In dem Raum der Sonderausstellung ist auch eine der auffälligsten Installationen zu sehen und akustisch zu hören. Aus einem großen Trichter fließt tropfenweise Wasser auf eine heiße Platte in einer länglichen Vitrine und verpufft als Zeichen der Vergänglichkeit.

Ich möchte mich zu den Dingen die ich in den Räumen vorfinde, künstlerisch äußern“, so Mans.

Besonders die letzten Raum der Dauerausstellung des Museums mit dem Titel „Verführung zur Unfreiheit“ ausgestellten NS-Bücher verursachten Zorn und Übelkeit bei dem Künstler und waren ein wichtiger Impuls für ihn, an diesem Ort auszustellen. Als Nachkriegsgeneration sind ihm die Auswirkungen der Nazizeit noch sehr präsent.

Eindrucksvoll ist eine dem Mahnmal von Karel Niestrath für die Opfer des Nazi-Terrors in der Bittermark nachempfundene, teils offen begehbare Raumskulptur. Dunkle, harte Materialien aus Stein und Metall machen die Gräuel und den Schrecken assoziativ lebendig. „Ich will den ausgestellten Dingen die Realität gegenüber stellen“, erklärte Mans.

Der Künstler kann gut damit leben, dass seine seine oft aus verschiedenen Materialien zusammengesetzten Werke nicht „schrill und plakativ“ im Raum zu erkennen sind. Sie sollen als integrativer Bestandteil den Betrachter zu individuellen Assoziationen anregen.

Rüdiger Wulf, Leiter des Westfälischen Schulmuseums, freut sich über das große Engagement des Künstlers und viele „spannende Fremdkörper“, die geschaffen wurden.

Westfälisches Schulmuseum

An der Wasserburg 1

44379 Dortmund

Öffnungszeiten:

Dienstag-Sonntag 10.00-17.00 Uhr

– In den Sommerferien geschlossen

Information: www.museendortmund.de

schulmuseum@stadtdo.de




Einfach nur Rot sehen

Richard A. Cox, Red Sky, 2003
Richard A. Cox, Red Sky, 2003

Die Farbe Rot lässt wohl niemanden kalt. Rot ist so dominant, dass es schnell nach „hell“ und „dunkel“ zu den frühesten Wörtern der Menschheit gehörte. Die BIG Gallery (Rheinische Straße 1) zeigt die Ausstellung „Rot“ der vier Dortmunder Künstlerverbände vom 13. November 2016 bis zum 13. Januar 2017.

Die meisten Säugetiere haben Probleme, die Farbe Rot zu erkennen. Auch ein Stier reagiert nicht auf die Farbe des Tuches, sondern auf die schnellen Bewegungen des Toreros. Dafür ist die Farbe Rot beim Menschen sehr dominant. Kein Wunder, dass es also für Warnsignale benutzt wird. Dazu hat es eine erotische und eine politische Dimension.

Zu sehen sind 64 Werke von 61 Künstlerinnen und Künstlern. Neben Malerei ist auch Grafik, Fotografie, Skulptur und Installation ausgestellt. Im Gegensatz zur Vorgängerfarbe „Grau“ dominiert die Farbe Rot bereits beim Eintritt in den Galerieraum. Auch wenn manche Töne Richtung Orange oder Pink gehen, die Signalwirkung von Rot ist überwältigend. Mit am Besten kommt dies beim Bild „red sky“ von Richard A. Cox zur Geltung. Sein Gemälde wirkt wie eine Ansicht eines Waldbrandes.

Die Öffnungszeiten sind montags bis freitags von 08 bis 17 Uhr und sonntags von 13 bis 17:00 Uhr.

 

 




Museum Ostwall zeigt Urbanes auf Papier

Am 12. und 13. November 2016 ist das „Wochenende der Grafik“. Das Museum Ostwall präsentiert im Grafikkabinett „Living Cities: Ansichten des Urbanen von Picasso bis zur Gegenwart“. Dazu gibt es an den beiden Tagen noch ein ausführliches Programm. Am ganzen Wochenende sind der Eintritt in die Sammlung des Museum Ostwall sowie alle Angebote im MO frei.

Mehr als 5.500 Arbeiten auf Papier besitzt das Museum Ostwall. Davon ist immer nur ein kleiner Teil zu sehen, denn die Werke würden aufgrund ihrer Lichtempfindlichkeit leiden. Insgesamt machen beim „Wochenende der Grafik“ zehn NRW-Museen mit, die jeweils unterschiedliche Schwerpunkte haben. Der Schwerpunkt beim Museum Ostwall liegt auf der künstlerischen Auseinandersetzung mit Stadt.

War die Stadt bei den Expressionisten durchaus noch positiv besetzt wie bei Ernst Ludwig Kirchner (Straßenszene, 1913) und Matthias Beckmann, wird die Stimmung immer kritischer. Max Beckmann präsentiert die Schattenseiten der Stadt, bis hin zu Joseph Beuys Forderung „Stadtverwaldung statt Stadtverwaltung“ aus dem Jahre 1982. Die aktuellsten Arbeiten stammen von Barbara Hlali. Ihre Zeichnugnen handeln vom Unterwegssein in der Stadt und schließen den Kreis von Kirchner.

Das Programm am Samstag, 12. November

11 bis 12 Uhr: Raus aus der Kiste! Einblicke in die Graphik-Mappen „Jazz“ von Henri Matisse und „Cirque“ von Fenand Léger

Manche Kunstwerke verlassen das Museumsdepot nur zu besonderen Anlässen, weil sie sehr empfindlich oder schwierig zu präsentieren sind. Am Samstag haben Besucherinnen und Besucher die einmalige Möglichkeit, einen Blick auf die Mappen „Jazz“ (1943- 1947) und „Cirque“ (1950) aus der Grafischen Sammlung des Museums Ostwall zu werfen. Kuratorin Nicole Grothe und Restauratorin Lisa Schiller zeigen die mit Text und faszinierend leuchtenden Lithographien beidseitig bedruckten Blätter und bieten so ein Kunsterlebnis der besonderen Art.

Treffpunkt an der Kasse im Eingangsbereich des Dortmunder U.

14 und 16 Uhr: Kuratorinnenführung zur Ausstellung „Living Cities. Ansichten des Urbanen von Picasso bis zur Gegenwart“

Nicole Grothe, Kuratorin der aktuellen Präsentation im Graphik-Kabinett, lädt ein zum Gespräch über Werke von der Klassischen Moderne bis zur Gegenwart, die das Leben in der Stadt zum Thema haben: Ernst Ludwig Kirchner faszinierten die im Pariser Chic gekleideten Städterinnen, Joseph Beuys forderte „Stadtverwaldung, statt Stadtverwaltung!“, Thomas Bayrle zeichnet die Stadt als kleinteilige, aber überbordende Struktur und Barbara Hlali integriert Fahrpläne öffentlicher Verkehrsmittel in ihre Bilder über das Reisen. Welche Stadt gefällt Ihnen am besten?

Start im Foyer des MO, Ebene U4, Dauer: ca. 45 Minuten.

15 bis 17 Uhr: Stadtcollage. Workshop für Familien, Jugendliche und Erwachsene

Ein Bruchstück der städtischen Skyline – eine Brücke? ein Turm? eine Häuserzeile? – wird vervielfältigt und neu zusammengesetzt. Thomas Bayrle, dessen Druckgraphik „Die Stadt“ zu diesem Workshop anregt, war fasziniert von den kleinteiligen, aber überbordenden geometrischen Strukturen einer Stadt. Aus einer besonders interessanten Form erschaffen wir das Bild einer riesigen Metropole.

Start: Kasse im Eingangsbereich des Dortmunder U.

Sonntag, 13. November 2016

14 bis 18 Uhr: Strukturen der Stadt. Aktionspunkt zum Mitmachen

Rau, glatt, gleichmäßig strukturiert oder chaotisch – die Oberflächen der Materialien, aus denen ein Raum gebaut ist, prägen seinen Charakter. Inspiriert von Stadtansichten, die in der Ausstellung „Living Cities. Ansichten des Urbanen von Picasso bis zur Gegenwart“ im Graphik-Kabinett zu sehen sind, gestalten wir aus bunten Frottagen von Oberflächenstrukturen des Dortmunder U eine neue Stadt.

Ort: Foyer des MO, Ebene U4

15 bis 16.30 Uhr: Kunst auf und aus Papier. Öffentliche Führung

Kunst auf Papier gehört zu den besonderen Schätzen eines Museums. In der Führung werden Lithografien der Klassischen Moderne ebenso vorgestellt wie Handlungsanweisungen für Aktionen der Fluxus-Bewegung und sogenannte Plakatabrisse, mit denen die Nouveaux Réalistes, in den 1960er Jahren auf die Bilderflut im Stadtraum reagierten. Im Graphik-Kabinett sind Stadtansichten von Pablo Picasso bis zur Gegenwart zu sehen.

Start im Foyer des MO, Ebene U4.

Das MO im Web: www.mo.dortmund.de




Was war eher – das Ei oder die Kunst?

Aus den Eiern sind die Vögel geschlüpft. Das Ende der künstlerischen Kette.
Aus den Eiern sind die Vögel geschlüpft. Das Ende der künstlerischen Kette.

Die Ausstellung „Nesting Box“ von Shelly Nadashi im Kunstverein Dortmund handelt auf den ersten Blick über ein künstliche Brutkasten, sie zeigt aber auch die Entstehung von Kunst in ironischer Weise.

Kunst hat viel mit Technik zu tun, wie Shelly Nadashi zeigt. Die erste Vitrine enthält Werkzeug, Vaseline und die Form für die Eier. Ohne Zollstock und Werkzeuge keine Kunst, hier ist der Künstler hauptsächlich Handwerker. Doch ist reines Handwerk Kunst? Diese Frage versucht die Künstlerin ironisch aufzubrechen. Das ist in einer weiteren Vitrine gut zu sehen, bei der es um die Vermarktung der fertigen Papiermaché-Eier geht. Hübsch verpackt, mit Stempel versehen, warten sie, verschickt zu werden.

Nadashi benutzt Papiermaché. Dieses vergängliche und billige Material steht metaphorisch für den produktiven, künstlerischen Prozess.

Doch die Ausstellung hat auch einen zweiten Aspekt. Am Anfang steht der einsame Wald, symbolisiert von einigen nackten Baumstämmen, die Brutkästen sorgen dafür, dass die Vogeleier bebrütet werden und am Ende ist der Wald voller Vögel.

Zu sehen ist die Ausstellung vom 12. November 2016 bis zum 05. Februar 2017. Die Öffnungszeiten des Kunstvereins (Park der Partnerstädte 2) sind Dienstag bis Freitag von 15 bis 18 Uhr sowie Samstag und Sonntag von 11 bis 16 Uhr.




Gabenbringer und andere Weihnachtswesen

Christkind, Weihnachtsmann oder Tomte? Spannende Geschichten können (v.l.n.r.) Daniela Brechensbauer (Leiterin Museumspädagogik MKK), Cathleen Tasler (Kuratorin) und Dr. Jens Stöcker (Museumsdirektor MKK) erzählen.
Christkind, Weihnachtsmann oder Tomte? Spannende Geschichten können (v.l.n.r.) Daniela Brechensbauer (Leiterin Museumspädagogik MKK), Cathleen Tasler (Kuratorin) und Dr. Jens Stöcker (Museumsdirektor MKK) erzählen.

Schon zum sechzehnten Mal ist vom 05.11.2016 bis zum 05.02.2017 im Museum für Kunst und Kulturgeschichte in Dortmund eine Weihnachtsausstellung zu sehen. Das Thema in diesem Jahr ist „Morgen kommt der …?

Hier widmet sich das MKK mit der Kuratorin Cathleen Tasler den verschiedenen christlichen und heidnischen Gabenbringern, anderen Weihnachtswesen sowie ihren Begleitern.

In Deutschland sind ja vor allem das Christkind, der Nikolaus mit Knecht Ruprecht und der Weihnachtsmann bekannt. Diese Ausstellung gibt einen interessanten historischen Überblick über die internationalen Bräuche in Europa von Russland bis Spanien.

Der neue Museumsdirektor Dr. Jens Stöcker zeigt sich von der Ausstellung angetan: „Mir gefällt vor allem, dass die Besucher praktisch wie von Objekt zu Objekt getragen werden.“

Die Kuratorin verriet vorab: „Wir haben mehr als 180 Objekte aus über 11 europäischen Ländern mit 12 Gabenbringern und verschiedenen Weihnachtswesen wie etwa die heilige Barbara, die schwedische Lichtgestalt Lucia oder dem Rotkehlchen (England) zusammengestellt.“

Die Ausstellung ist in sechs Abteilungen gegliedert:

1.Kulturgeschichte der Weihnachtwesen

2. Gabenbringer der katholischen und protestantischen Länder

3. Gabenbringer der orthodoxen Länder

4. Gabenbringer am 6. Januar, zum Beispiel die Heiligen Drei Könige in Spanien

5.Gabenbringer in Skandinavien mit ihren Trollen, Tomte oder dem Julbock

6. Die Begleiter der Gabenbringer: Das sind oft den Kindern angst einflößende Personen und Gestalten wie Knecht Ruprecht oder der in den Alpenländern Österreich und Schweiz bekannten „Krampus“ mit seiner gruseligen Maske.

Daneben gibt es auch noch einen Gabentisch hinter Vitrine zu bewundern und es werden zwei Filmdokumente zu den Begleitern der Gabenbringer gezeigt.

Es gibt viel zu entdecken und im Foyer vor dem Ausstellungsraum dürfen die Besucherinnen und Besucher auch selber weihnachtliche Dekoration basteln.

Unter der Leitung der Museumspädagogin Daniela Brechensbauer wurde auch in diesem Jahr wieder ein Begleitprogramm für Kitas, Schulklassen und für die ganze Familie zusammengestellt. Hier können gemeinsam zum Beispiel lustige Tomte (eine Art Wichtel oder Heinzelmann) gebastelt werden. Die Bastelwerkstatt für Jedermann findet am 04.12. und am 11.12.2016 von 15.00 bis 16.30 statt. 5 € Materialkosten (inkl. Eintritt) fallen an.

Am 10.12.2016 und 18.12. 2016 finden ab 16.00 zudem die Weihnachtslesungen mit Gedichten und Märchen mit Hans-Martin Stork (Sa) und Elisabeth Stark-Reding (So) statt. Der Eintritt ist frei.

Weitere Informationen und Anmeldungen von Schulklassen entweder direkt im Museum für Kunst und Kulturgeschichte: Hansastr. 3 , 44137 Dortmund oder unter www.mkk.dortmund.de




Reduzierte Farbigkeit mit Akzenten

Elke Emmert präsentiert Objekte, Malerei und Photografie.
Elke Emmert präsentiert Objekte, Malerei und Photografie.

Die aktuelle Ausstellung in der Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund zeigt Objekte, Malerei und Fotografie von Elke Emmert unter dem Titel „Akzente“. Die Künstlerin, die auch ein Atelier im Depot hat, zeigt neben reduzierter Farbigkeit auch Fotografie, bei der architektonische Motive und strenge Linien dominieren. Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. November 2016.

Die Ausstellung trägt den Titel „Akzente“ von einer Serie, bei der Emmert überwiegend in Weiß und Grau arbeitet, aber dafür einen frechen Farbtupfer in Neonpink hinzufügt. Die Bilder in 30×30 cm haben für die Künstlerin den Vorteil, dass das Format sehr vielseitig sei.

Emmert arbeitet gerne in Serien, wie auch in der Serie „Konkret“. Hier dominiert Schwarz und weiß-schimmernden Collagelementen aus Transparenzpapier. Hierfür hat Emmert viele Schichten übereinander gemalt.Aus der Entfernung wirken diese Bilder wie eine Tafel mit Kreide.

Doch die Künstlerin kann auch bunt. Hochformate spielen mit Blau und Türkisfarben und auch andere abstrakte Werke zeigen punktuell gesetzte Farbakzente.

Zum ersten Mal stellt Emmert auch Fotografie aus. Hierbei stehen Linien und architektonische Elemente im Fokus. Das Thema wird wie in ihrer Malerei minimalistisch in Szene gesetzt.

Die Öffnungszeiten der Ausstellung sind von Donnerstag bis Sonntag von 17 bis 20 Uhr.

 

 




Ein Blick auf unbeachtete Schönheiten

Rosa Fehr-von Ilten vor ihren beiden Bildern "Big Bags" und "Streugutcontainer".
Rosa Fehr-von Ilten vor ihren beiden Bildern „Big Bags“ und „Streugutcontainer“.

„Da macht ein Hauch mich von Verfall erzittern“, die Zeile aus Georg Trakls Gedicht „Verfall“ passt sehr gut in die Ausstellung von Rosa Fehr-von Ilten im Torhaus Rombergpark, die den Titel „So kann man es auch sehen“ trägt. Zu sehen ist sie vom 23.10 bis 13.11. 2016.

Was bei Trakl die vergehende Natur ist, sind bei Fehr-von Ilten vergessene oder vom Abriss und Verfall bedrohte Orte und Gegenstände sowie unbeobachtete Schönheiten jenseits gefälliger Motive. So porträtiert sie große Abfallsäcke oder auch von blauen Tüchern verhülltes Objekt in einem Hinterhof. Ihre Motive findet sie neben dem Torhaus und dem benachbarten Rombergpark im Unionsviertel, an der Lindemannstraße und an der Borsigstraße.

So haben es beispielsweise der Künstlerin die Scharten im Erdgeschoss des Torhauses angetan. Ihrer ursprünglichen Funktion beraubt, dienen sie als architektonische Elemente. Dabei arbeitet sie mit reduzierten Flächen, die die Wirkung der Scharten als Lichtquelle noch verstärkt wird.

Faszinierend ist auch das Eins zu Eins-Bild einer Ofenklappe, die im Laufe der Jahre Rost angesetzt hat. Sehr detailreich setzt Fehr-von Ilten die verschiedenen Rostflecken in Szene. Ähnlich detailreich ist das Bild „Stragula 3“. Stragula ist eine alte Linoleum-Imitation, die später duch PVC abgelöst wurde. In alten Wohnungen findet man bei Renovierungen Lagen von Stragula. Wie archäologische Ausgrabungen wirkt dieses Werk. Die neue Nutzung einer Tankstelle weckt bei der Künstlerin ebenfalls Interesse. Was sind das für Gegenstände, die vor dem Gebäude stehen? Wie auch in den anderen Bildern ist die Fantasie des Betrachters gefragt.

Zusätzlich zu den 18 Bildern in der Ausstellung zeigt Fehr-von Ilten auch noch 18 Zeichnungen (30×40 cm) aus der Umgebung des Rombergparkes.
Internetseite der Künstlerin: www.rosafehr.de




Geometrie als Basis

Albert Wagner und eines seiner auf geometrischen Strukturen reduzierten Bilder.
Albert Wagner und eines seiner auf geometrischen Strukturen reduzierten Bilder.

Aus der Entfernung könnte man die Bilder von Albert Wagner für Drucke halten. Doch seine, auf die geometrische Struktur reduzierten, Werke sind überwiegend mit Acrylfarbe gemalt. Die Ausstellung „Der zweite Blick“ in der Artothek (vom 07. Oktober bis zum 18. November 2016) präsentiert den Bochumer Künstler mit seinen neueren Arbeiten.

Kennen Sie diese Wackelbilder? Bei denen Augen und Gehirn einen Streich spielen und man die Perspektiven ändern kann. Das gleiche gilt für viele Bilder von Wagner. Seine abstrakten, auf die geometrischen Formen reduzierten Bilder lassen durch ihre geschickte Farbwirkung dreidimensionale Räume entstehen. Der Betrachter kann nun entscheiden, welche Perspektive er am liebsten hat oder er hat die Möglichkeit, zwischen den verschiedenen Ebenen hin und her zu wechseln.

Die Liebe zu geraden Linien scheint bei Wagner aus seinen Erfahrungen als technischer Zeichner zu stammen, während seiner späteren Arbeit als Therapeut lernte er die Gestalttheorie kennen. Gegenständliches, wie beispielsweise ein Segelboot, wird auf einfache geometrische Figuren reduziert und dank monochromer Malweise eine räumliche Illusion erzeugt. Die Bilder erzeugen manchmal den Eindruck, als würde das Bildmotiv sich bewegen.

Der Arbeitsaufwand für ein Bild ist durchaus hoch. Teilweise arbeitet Wagner über drei Monate an einem Bild. Vor allem seine Lasurtechnik mit rund 40 bis 45 Farbaufträgen ist sehr aufwändig.

Die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek ist dienstags und freitags zwischen 10 und 19 Uhr geöffnet.

Mehr Infos über den Künstler auf seiner Internetseite www.wagner-albert.de




Die Dinge an sich

Die beiden Kuratorinnen Gaby Peters (links) und Nina Nowak mit dem Playboy in Blindenschrift von Caroline Douglas.
Die beiden Kuratorinnen Gaby Peters (links) und Nina Nowak mit dem Playboy in Blindenschrift von Caroline Douglas.

Die Ausstellung „Thingness – Über die Dinge“ im Künstlerhaus Dortmund zeigt eine Auswahl internationaler Künstlerinnen und Künstler, die der Frage nachgehen, wie Dinge und unbelegte Objekte unser Leben beeinflussen. Die Ausstellung läuft vom 07. Oktober bis zum 13. November 2016.

Kaifeng Chun aus Singapur erhebt die alltäglichen Dinge in eine Art höheren Status. Sein Objekt „Not much to see“ besteht aus zwei Flip-Flops, die durch LEDs einen heiligenscheinartigen Rahmen bekommen. Dadurch wirken sie beinahe wie eine Ikone.

Dinge können auch eine gewisse Erwartungshaltung besitzen. So präsentiert Caroline Douglas aus Großbritannien einen Playboy in Blindenschrift. Auf einem Video wird rund 5 Minuten daraus vorgelesen. Somit ergibt sich ein Dialog von Objekt und gesprochenen Wort. Die Arbeit reflektiert natürlich auch die Geschlechterbeziehungen. Wobei in der Playboy-Aufgabe in Blindenschrift keine ertastbaren Bilder vorhanden sind.

Die Verbindung zwischen Wissenschaft und Kunst hat Marcel Große im Visier. In seiner Arbeit „Kreisbeschleuniger“ wird elektrische Spannung von Lichtbögen in Fotografien übersetzt. Das eingesetzte Material ist entscheidend für den verlauf des glühenden Teilchens. Elektromagnetismus goes art.

Ein Ding kann auch einen Menschen beeinflussen. Die Dänin Lea Gulditte Hestelund transformierte sich innerhalb eines Jahres mit Hilfe eines Personal Trainers in die Statur eines griechischen Diskuswerfers. Spannende Reflexion über Körperkult in unserer fitnessorientierten Gesellschaft.

Dinge werden zu Musikautomaten bei Ragnhild May (USA/DK). Sie bastelt mit Motoren und Flöten eine mechanische Orgel, die sie mit eigener komponierter Musik bespielen lässt.

Die Gesetze der Fliehkraft durchbricht scheinbar Till Nowak in seinen Computerzeichnungen und seinem Video „The Experience of Fliehkraft“. Auf den ersten Blick hat es den Anschein, als seien die Bilder des Videos auf einem ganz normalen Rummelplatz aufgenommen worden, doch zeigt sich, dass irgendwas nicht stimmen kann. Die Fliehkräfte wären viel zu stark für einen Menschen oder manche Fahrgeschäfte gar nicht zu erreichen. Ein kritischer Blick auf das „schneller, höher, weiter“ in den Vergnügungsparks.

Christiane Overvad Hansen (DK) zeigt auf drei Screen drei Filme über merkwürdige Maschinen, die sich in ihrer Wohnung befinden. Sind die mechanisierten Objekte Erweiterungen des Körpers oder wird der Körper selbst zum Instrument?

Der Däne Emil Toldbod ging auf Tauchgang. Seine vier Objekte in der Ausstellung sind allesamt aus diesem Tauchanzug. Toldbod ging auf die (vergebliche) Suche nach einer seltenen Schneckenart. Hier geht es um Dinge, die den Körper erweitern und schützen, eben den Tauchanzug.

Nisrek Varhonka ist ebenfalls wie Marcel Große auf wissenschaftlichen Pfaden unterwegs. In ihrer Denkmütze und ihrem genähten schwarzen Loch hüpft sie im Rahmen der Fernsehinstallation „das schwarze Loch“ durch die Ausstellungsräume.

Eine ausstellungsbegleitende Publikation ist dank der Kunststiftung NRW auch entstanden. Neben Portraits der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler haben vier Theoretikerinnen und Theoretiker unterschiedliche Perspektiven zum Thema Dinge aus Philosophie und Kunstgeschichte beigesteuert.

Öffnungszeiten des Künstlerhauses sind: Donnerstag bis Sonntag von 16 bis 19 Uhr.