Die Schönheit des Unperfekten

Eine kleine Zusammenstellung von Werken von Virginia Novarin. (Foto: © Kunstbonbon)

Das Kunstbonbon in der Chemnitzer Str. 11 zeigt vom 18.02.2017 bis zum 25.03.2017 unter dem Titel „Einmal Universum bitte!“ eine Auswahl großformatige Bilder, Grafiken und Köpfe aus Papiermaché sowie Schmuckstücken der gebürtigen Argentinierin Virginia Novarin.

Ihre Werke sind gekennzeichnet von südamerikanischer Farbfreude und sie entsprechen nicht den Konventionen. Sie wenden sich ab von genormten Ideal für Schönheit und richteen den Blick auf die selbstbewusste Darstellung der individuellen Fähigkeiten und Vorzüge. In ihren Werken spielen Frauen eine Hauptrolle. Sie sind selbstbewusst und ruhen zumeist in ihrem „eigenen Universum“. Die Plastiken sind allesamt „Charakterköpfe“, die trotz vermeintlicher Makel wie eine große Nase oder seltsame Augen Stolz und Zufriedenheit ausdrücken. Der Schmuck der Künstlerin ist ebenfalls nicht „perfekt“ sonder eher rau und uneben. Die Schönheit des „Unperfekten“ wird zudem durch eine Komposition mehrerer unterschiedlicher Metallsorten wieder gespiegelt.

Die Vernissage findet am 18.02.2017 ab 15.00 Uhr im Kunstbonbon statt.




Im Unterwegs zu Hause sein

Das Eis scheint zu schmelzen, findet Irmtraud Büttner und fragt „Wohin“?

Das ist der Titel der neuen Ausstellung in der Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund. Dort werden vom Freitag, den 3. Februar 2017 (Beginn der Vernissage bis zur Finissage am Sonntag den 26. Februar 2017 zwei Skulpturen und zahlreiche Gemälde der Dortmunder Künstlerin Irmtraud Büttner zu sehen sein.

Schon im letzten Jahr konnte das Publikum Werke von ihr und anderen Künstlern im Torhaus Rombergpark unter dem Motto „Irrlichter“ (24.07.2016) bewundern. Irmtraud Büttner ist erst 1995, nach langen Arbeitsjahren beim Finanzamt dazu gekommen, ihre künstlerische Ader voll auszuleben. Im Unterwegs zu Hause sein bedeutet für sie, immer in Bewegung zu bleiben und die besonderen Momente auf der Leinwand aufzufangen.

Als Materialien für ihre Skulpturen benutzt sie gerne Styropor und Gips. Nicht der Gegenständliche ist von Bedeutung, sondern die mit den jeweiligen Momenten verbundenen Vorstellungen und Empfindungen. Ihre besondere Liebe gilt der Weite und Ursprünglichkeit Islands. Der Klimawandel und die globale Erwärmung mit ihren Folgen stimmen sie nachdenklich. Neue Wege, Brüche und Vierschachtelungen gehören zu ihrer Kunst.

Im Bild „Kaleidoskop“ ( 150 cm x 80 cm) verdeutlicht sie ihr Verständnis, dass jeder Tag neu zusammengewürfelt wird. Es ist ein Wechsel von besonderen, guten und schlechten Momenten.

Vernissage   Freitag    3. Februar 2017  19 – 21 Uhr
Musik:    Dr. Maik Hester, Konzertakkordeon

Finissage     Sonntag  26. Februar 2017  17 – 19 Uhr

Öffnungszeiten: Donnerstag – 17 – 20 Uhr und gerne nach Vereinbarung mit Kurator Hartmut Gloger
Weitere Informationen unter kunst@galerei-dieter-fischer.de




Reviergänge im Hoesch-Museum

Der Künstler vor seiner Zeichnung von der Kokerei Hansa in Dortmund-Huckarde.

Unter dem Titel „Reviergänge“ zeigt das Hoesch-Museum in einer Sonderausstellung vom 22.01.2017 bis zum 12.03.2017 um die 59 Zeichnungen des Künstlers Mathes Schweinberger (Jahrgang 1963).

Mit seinen Zeichnungen mit schwarzer Kreide und Tuschfeder, teilweise auch Acryl, macht er sich auf Spurensuche der Stahl-und Kohlevergangenheit. Seine Motive stammen vorwiegend aus Dortmund und der Umgebung. Er zeichnet Stahlwerke, Zechen Stahlbrücken, Hinterhöfe, Gebäudefassaden oder etwa das „Flüchtlings-Schiff“ am Dortmunder Hafen. Dabei sind alle Arbeiten vor Ort entstanden. Stipendien (1992 und 1995) ermöglichten ihm genauere Einblicke auch unter Tage.

Im Laufe der Zeit ist beim ihm durchaus ein Wechsel der Formsprache zu erkennen. Während die älteren Werke kleinformatiger und sachlicher gestaltet sind, zeigen seine neuen Arbeiten eine freiere Formsprache und sind großformatiger. „Die Freude am Vergänglichen leitet mich. Das ist sozusagen eine angenehme Form von Melancholie und Heimat. Ich liebe die funktionale Schönheit der Dinge“, so der Künstler.

Eröffnet wird die Sonderausstellung am Sonntag, den 22. Januar 2017 um 11 Uhr im Hoesch-Museum an der Eberhardstraße 12. Der Kurator und Kulturamtsleiter im Kreis Unna, Thomas Hengstenberg, wird eine Einführung geben. Dazu wird der Dortmunder Sänger Boris Gott Nordstadt-Chansons singen. Der Künstler ist selbstverständlich auch anwesend.

Die Zeichnungen können auch für einen dreistelligen Betrag käuflich erworben werden. Mehr zum Künstler unter www.mathesdermaler.de




Kunstankauf und Kunstförderung

Eine kleine Auswahl aus der Ausstellung. Zu sehen sind (v.l.n.r.) die Werke: Claudia Karweick, „Augen zu – Augen auf“, Monoprint; Georg Meissner, „Xatrax 1“, Objektkasten und Karla Christoph, „unterwegs 2“

In der Städtischen Galerie Dortmund „Torhaus Rombergpark“ gibt es vom 15. Januar bis 5. Februar 2017 besondere „einblicke“in den Städtischen Kunsteinkauf 2016 durch das Kulturbüro Dortmund.

Das Kulturbüro kauft schon seit über 60 Jahren Werke heimischer Künstlerinnen und Künstler an, sorgt für deren Archivierung und verleiht sie an Dienstellen und städtische Institutionen. Der Hauptzweck ist jedoch die Förderung der heimischen Künstler und gleichzeitig ein Zeichen der Wertschätzung für ihre Kunst zu setzen.

Interessante Fakten hierzu: An dem Projekt hatten 86 KünstlerInnen teilgenommen

Es wurden von insgesamt 30 KünstlerInnen Werke angekauft. Dabei wurden 21 Werke von Frauen und 9 Werke berücksichtigt.

Die Kunst muss wohl weiblich sein“, erklärte dazu Claudia Kokoschka (Kulturbüro) mit einem leichten Schmunzeln bei der Ausstellungseröffnung am Sonntag.

Erstmals angekauft wurden die Werke von fünf Künstlern: Werner Block, Brigitte Mühlenkamp, Josef M. Neumann, Marc Podawczyk und Rolf Sablotny.

Ob Öl oder Acrylgemälde, Siebdruck, Skulpturen oder andere Ausdrucksformen zeigen eine große künstlerische Vielfalt. Eine gemeinsame Strömung ist dabei jedoch durchaus zu erkennen. Vorbei schauen lohnt sich.




Galerie „der kunstbetrieb“ zeigt drittes Fenster zur Kunstbetrieb

Arbeiten von Brigitte Felician Siebrecht sind in der Galerie „der kunstbetrieb“ zu sehen. (Foto: Sabine Spieckermann)

Brigitte Felician Siebrecht zeigt in ihrer Fenstergestaltung das audiovisuelle Projekt „Das Innere der Stadt“. In einer sich selbst erzeugenden, impressionistisch verfremdeten Video-Animation wird Dortmund und seine besonderen Orte wie der Hafen, der Borsigplatz, das Westfalenstadion, etc. multimedial porträtiert. Fotografien und Audio-Feldaufnahmen werden dabei zusammengeschnitten. Siebrecht schreibt dazu: „Ähnlich wie Erinnerungen und Träume sind die Bilder verwoben und werden nie greifbar. Die nicht Greifbarkeit lässt den Betrachter eintauchen in die Essenz, das Wesen des Ortes.“

Erstmals ist diese Animation im Vorfeld der Kulturhauptstadt 2010 in Dortmund durchgeführt und unter dem Ausstellungstitel DO.CuMent in der Galerie Camera Obscura gezeigt worden. Viele Orte haben sich inzwischen im Zuge des Strukturwandels verändert. Teil der Fensterausstellung sind in Kunstharz eingegossene Relikte der Orte – zusammengefasst in alten Dortmunder Brotbackformen.

Brigitte Felician Siebrecht aus Iserlohn studierte in Frankfurt Kunst, in Basel absolvierte sie ein Studium der Freien Malerei, das sie mit einem Diplom abschloss. Im kunstbetrieb innen zeigt Siebrecht aktuelle, expressiv gemalte Gesichter und ein collagiertes Quadrichon.

In der Ausstellung weiterhin zu sehen sind Arbeiten der Künstlerinnen Yi An Chien aus Bonn und Anke Droste aus Dortmund.




Korrespondierende Kunst in Galerie Dieter Fischer

Hiltrud Zierl und Rolf Schanko zeigen ihre Kunst in der Galerie Dieter Fischer.

Mit einer Vernissage am 13. Januar 2917 (19:21 Uhr) wird die Dialog-Ausstellung „Der vierte Ton“ von Hiltrud Zierl (Köln) und Rolf Schanko (Dortmund) mit Musik von Maik Hester in der Galerie Dieter Fischer eröffnet.

Vier großformatige Arbeiten auf Papier der beiden Künstler, die jeweils miteinander korrespondieren, werden gegenübergestellt. Wie zum Beispiel die beiden Bilder „Schlaf in der Vulva“(Zierl) und „Mutter“ (Schanko). Das Mütterliche und behütende wird darin ausgedrückt.Der Titel der Ausstellung „Der vierte Ton“ hat seinen Ursprung nach dem gleichnamigen Bild von Hiltrud Zierl. Es steht für Bedürftigkeit , Trauer und menschliches Leid.

Im Mittelpunkt der Kunst von Zierl steht die Linie, der Zeichenstrich. „Es geht nicht um genaue figurative Darstellung, sondern um das Figurale“, so die Künstlerin. Das Innere wird in Interaktion mit den äußeren Einflüssen erfasst. „Es geht um Ablösung und Kontrollverlust, der Resonanzraum im Zwischenbereich ist interessant, nicht das oberflächliche Gegenständliche“, verriet Zierl. Das Assoziative spielt dabei die Hauptrolle.

Rolf Schankos Kunst ist ähnlich existentialistisch. Auch bei ihm spielt Kontrollverlust beim entstehen der Bilder eine wesentliche Rolle. Als Grundlage dienen ihm entweder Köpfe oder Figuren, die er mit kraftvollen Farben bearbeitet. „Farbflecken“ oder „Kleckse“ die bei diesem Prozess anfallen, werden bewusst in das Bild integriert und als Ausdrucksmittel genutzt.

Vernissage: Freitag, den 13. Januar 2017 (19-21 Uhr)

Eröffnung: Hartmut Gloger; Musik: Maik Hester, Konzertakkordeon

Finissage: 29. Januar 2917: (15-18 Uhr)

Ella Sebastian-Strube liest Jean Genet und Fernando Pessoa unter Mitwirkung von Ulrike Thiede

Weitere Informationen erhalten sie unter www.galerie-dieter-fischer.de




Geschenk für das Museum Ostwall

Auch ein Stuhl braucht Ruhe, die findet er jetzt im Museum Ostwall: Es freuen sich (v.l.n.r.), der Schenker Klaus Fehlemann, die Leiterin der Sammlung des MO, Dr. Nicole Grothe und Edwin Jacobs, der neue Leiter des Dortmunder U und Direktor des MO.

Normalerweise bekommt ein Geburtstagskind Geschenke.Anders war es beim 75. Geburtstag von Klaus Fehlemann, dem Vorstandsvorsitzenden des Vereins der Freunde des Museums Ostwall. Fehlemann, Freund und Förderer der Fluxus-Kunst, entschloss sich gerade an seinem Ehrentag, dem 06.01.2017, dem MO in der vierten Etage im Dortmunder U ein besonderes Geschenk für deren Fluxus-Sammlung zu machen.

Der erste sitzende Stuhl…“, von Konzept- und Performance-Künstler Timm Ulrichs (Jahrgang 1940) wurde am Freitag feierlich in Anwesenheit von Edwin Jacobs, dem neuen Leiter des Dortmunder U und Direktor des MO sowie Dr. Nicole Grothe, Leiterin der Sammlung des MO übergeben.

Die Freude darüber war groß. „Es lohnt sich, die Fluxus-Sammlung zu erhalten und zu erweitern“, erklärte Fehlemann. „Streng genommen ist Timm Ulrichs eigentlich kein Fluxus-Künstler sondern eher ein „Total-Künstler“. Er erfasst alle Aspekte des menschlichen Lebens,“ verriet Dr. Grothe. Eben auch die Gegenständen menschlichen Lebens. Beim sitzenden Stuhl beleuchtet Ulrichs das Verhältnis von Sitzen und Stehen. Normalerweise muss der Stuhl ja immer stehen und gibt uns Gelegenheit uns zu setzen. Nun kann er auch selbst „ausruhen“.

Dieses Geschenk vervollständigt die Fluxus-Stuhl-Sammlung des MO.

Unter anderem sind dort ja schon das „Three Chair Event“ des Fluxus-Künstlers Georg Brecht, ein „Stuhl“ von Dieter Roth oder ein von Nam June Paik bearbeiteter Regiestuhl zu bewundern.




Winterliche Impressionen in der Artothek

Die Künstlerin vor ihrem Bild „Eisberg I“.

In der Artothek der Stadt-und Landesbibliothek unserer Stadt stellt die Dortmunder Künstlerin Barbara Hein-Dadfar vom 6. Januar bis 14. Februar 19 Landschaftsbilder in Acryl aus. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen „Winterliche Impressionen“, welche Hein-Dadfar aus einer ihrer zahlreichen Reisen vor allem aus der Arktis eingefangen hat. In Bildern wie „Eisschloss“ oder „Eisberg I“ gelingt es ihr gut, die besondere Atmosphäre der „Eislandschaft“ und den ganz eigenen Zauber des „Winterlichts“oder eines Waldes festzuhalten. Es geht dem Betrachter durch die Augen ins Herz.

Ich male nur, was ich selbst gesehen oder erlebt habe und bekomme Inspiration von Gegenständen und Landschaften, die ich besuchte.“ Die Künstlerin ist in der ganzen Welt unterwegs. Ob in der Arktis, im Tschad , Japan, Australien oder wie jetzt in Neuseeland.

Es lohnt sich auf alle Fälle, beim nächsten Besuch der Zentralbibliothek auch einen Abstecher in die Artothek (1. Etage) zu machen, die dienstags und freitags zwischen 10 und 19 Uhr offen ist.

Mehr zu der Künstlerin auf ihrer Homepage www.hein-dadfar.de




Zum 41. Mal: Der Dortmunder Grafik-Kalender erschienen

Der traditionsreiche Kalender „Grafik aus Dortmund“ 2017 ist in einer limitierten Auflage von 500 erschienen. Oberbürgermeister Ullrich Sierau erhält das Exemplar Nummer 1.

Der Kalender wird herausgegeben vom Kulturbüro der Stadt und der Sparkasse Dortmund in enger Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Kunstverein e.V. Alle Arbeiten sind von den beteiligten Künstlerinnen und Künstlern handsigniert.

Ullrich Sierau und Uwe Samulewicz (vorne Mitte mit dem Deckblatt in der Hand) präsentieren mit Künstlerinnen und Künstlern sowie weiteren Beteiligten den neuen Grafik-Kalender der Stadt Dortmund.




Spielerische Skulpturen und Drucke in der Artothek

Claudia König neben zwei ihrer Figuren aus Cartapenta.
Claudia König neben zwei ihrer Figuren aus Cartapenta.

Bis zum 30. Dezember 2016 zeigt die Artothek der Stadt- und Landesbibliothek Arbeiten von Claudia König unter dem Titel „Spielereien“. Neben ihren androgyn oder weiblich wirkenden Figuren zeigt sie auch noch Drucke, die aber meist Unikate sind.

Claudia König mag den Begriff „Pappmaché“ nicht wirklich. Daher sagt sie, dass ihre Skulpturen aus dem Material „Cartapesta“ sind. Was nichts daran ändert, dass die Künstlerin es schafft, aus dem Material sehr ausdrucksvolle Figuren zu erschaffen. Dabei benutzt sie feine Details, wenn sie beispielsweise einer Figur eine Stola aus gestricktem Papier um die Schultern legt. Die Oberflächen werden mit Eisen-, Kupfer- oder Bronzepatina behandelt. Die meisten Figuren haben eigentlich eine androgyne Gestalt, doch wirken sie trotzdem weiblich.

Ihre Bilder tragen meist abstrakte Motive. Die älteren Werke sind von den Farben her kräftiger, die neueren Arbeiten zeichnen sich durch fahlere Farben aus. Ihre Drucke sind Unikate, weil sie auch noch mit Aquarellstift, Stempel und Monotypie bearbeitet werden. Ab und an verwendet sie Gedichte und Kunstzitate als grafische Elemente.