Ruhrgebiet ohne Klischees

Es war voll bei der Vernissage in der Produzentengalerie blam! In der Langen Straße 92. Die beiden kleinen Räume füllten sich mit vielen jungen Leuten aus dem Umkreis der TU Dortmund, dennoch konnten sich die Besucher einen Überblick über die vier ausgestellten Künstler verschaffen. „Andere Blicke“ heißt die Ausstellung, die noch bis zum 02. April 2017 zu sehen ist, von der Gruppe Pottpürée organisiert wird in Kooperation mit dem Verlag Ruhrliteratur.

Bei „Andere Blicke“ geht es um Sichtweisen über das Ruhrgebiet. Patrick Schattka, Theresa Rafflenbeul, Victor Sternemann und Mareike Alexander wollten sich den gängigen Klischees aus dem Pott wie Kohle, Bier und Fußball entgegenstemmen und zeigen ihre „anderen Blicke“ in Fotografie und Malerei.
Die Ausstellung präsentiert Kunstwerke, die über die gängigen Klischees hinaus gehen und dem Betrachter neue Perspektiven auf die gewohnte Umgebung verschaffen. Wohl aus Platzmangel wurden keine großformatigen Werke ausgestellt, die vielen kleinen, fast postkartengroßen Bilder machen jedoch den Reiz dieser Ausstellung aus.

Während des Ausstellungszeitraums lädt die „Mittwochsmische“ die Besucher ein, selbst aktiv zu werden. Es gibt Künstlergespräche, Lesungen und Musik – das Ganze in gemütlicher Atmosphäre mit Bier und gemischter Tüte vom Pottpürée-Kiosk.

Produzentengalerie blam!
Lange Straße 92
Öffnungszeiten während der Ausstellung: Mittwoch 16-21 Uhr, Sonntag 13-16 Uhr
„Mittwochsmische“: 15., 22. und 29. März jeweils 19-21 Uhr




Zwischen Abbild und Abstraktion

[fruitful_alert type=“alert-success“]Thomas Autering möchte in Grenzschichten vordringen.[/fruitful_alert]

Das Torhaus Rombergpark zeigt vom 12. März bis 2. April 2017 mit der Ausstellung „Grenzschicht“ an die 33 ganz spezielle Naturzeichnungen von Thomas Autering (Jahrgang 1970). Der in Dortmund lebende Künstler zeichnet mit kraftvollem und klaren Strich Strukturen von in der Natur gefundenen toten Pflanzen und Tieren,wie zum Beispiel ein aufgeplatztes Getreidekorn, eine faulende Frucht oder etwa eine tote Fliege. Er bevorzugt schwarz-weiß Zeichnungen mit Grafit auf weißem Papier.
„Der Fokus liegt auf den Strukturen, nicht auf den Konturen,“ so Autering.
Zunächst zeichnet er von dem gefundenen Material in seinem Atelier eine flüchtige Skizze, die zunächst auf dem Tisch abgelegt wird. Dann verdichtet der Künstler sie durch schnelle Bewegungen zu tiefschwarzen Flächen, die sich gegen das Weiß des Papiers abhebt. Es ist ein Entwicklungsprozess aus Überlagerung von Zeichenlinien. und eine Reduktion auf den Strich als Mittel. Das Spannungsverhältnis und die Grenzen zwischen oberflächlicher Hülle und Innerem wird mit raumgreifender Gestik ausgelotet.
„Ich arbeite mit meiner ganzen Kraft gegen das Papier,“ erklärte Autering beim Presserundgang. Schnelligkeit und Konzentration sind dabei von Bedeutung. Als Ergebnis eines einzigen sehr kraftvollen Arbeitsganges bietet sich auch keine spätere Korrekturmöglichkeit.
Der Künstler gibt den Zeichnungen,die im Laufe der letzten zehn Jahre entstanden sind, bewusst keine Namen. Er lässt dem Betrachter den Raum, selbst darüber nachzudenken, was er da sieht. Es gibt auch immer etwas neues zu entdecken.
Nur der Ursprung aus der Pflanzen oder Tierwelt ist als Grundlage klar. Bei manchen Naturzeichnungen können wir schnell erkennen, was sie darstellen, aber oft lässt sich das nicht so leicht auf den ersten Blick erraten. Je nach dem , aus welcher Perspektive man die Zeichnungen betrachtet, erkennt man plötzlich, worum es sich handeln könnte. Die toten Pflanzen, Früchte oder Insekten erhalten durch die spezielle Art der Zeichnung eine gewisse Lebendigkeit.
Die Eröffnung der Ausstellung findet am 12. März 2017 um 11.00 Uhr im Torhaus Rombergpark (Städtische Galerie Dortmund) statt.




Beschäftigung mit dem Stofflichen

[fruitful_alert type=“alert-success“]Babette Martini mit ihren Spaten. (Foto: © Anja Cord)[/fruitful_alert]

Wenn man fragt, was Babette Martini und Hanfried Brenner verbindet, ist es mit Sicherheit ihr gemeinsames Thema: Die Stofflichkeit des Materials. Zwar sind ihre Arbeiten vielleicht sehr unterschiedlich, doch auf dem zweiten Blick treten beide in den Dialog mit dem Material. Die Galerie Dieter Fischer im Depot zeigt bis zum 26.03. Arbeiten der beiden Künstler unter dem Titel „stofflich – virtuell – leibhaftig“ im Rahmen der Reihe „Depot stellt vor“.

Für Martini und Brenner steht fest, dass ihre Kunst nicht aus schönen Bildern bestünde. Ihre Arbeiten sollen den Betrachter erreichen, neugierig machen und dann Fragestellungen bei ihm auslösen, die weiter in die Tiefe gehen.

Brenners Beschäftigung mit Celan

Ein gutes Beispiel dafür ist Brenners großes Werk, bestehend aus fünf Tafeln. Der Text der „Todesfuge“ von Paul Celan wurde immer wieder geschrieben und danach mit Leinöl und Farbe übermalt. Das Werk ist expressiv, beeindruckend, aber auch bedrückend. Brenner, der ein sehr politischer Mensch ist, sieht diese Arbeit als Beschäftigung mit den Opfern des Nationalsozialismus, die für ihn immer noch nicht bewältigt ist. Darüber hinaus zeigt er noch einige kleinere Gemälde, die bis auf eines alle abstrakt sind. Dabei ging es ihm um die Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Materialien wie pastöse schwarze Ölfarbe mit Acrylfarbe, die sich nicht verbinden können.

Verbindung Werkzeug und Hand

Die Skulpturen von Babette Martini sind aus Terrakotta gebrannte abstrahierte Spaten oder Schaufeln. Wichtig ist ihr das Zusammenspiel von Prozess und Medium. Dies ergibt die unterschiedlichsten Formen, z. T. sind in den Objekten auch Gewebe eingearbeitet, die das Materialverhalten verändern. Die Künstlerin interessiert die Spannung des Werkzeugs als Verlängerung der Hand. Teilweise sieht auch das Werkzeug wie eine Hand des Nutzers aus.

Neben Zeichnungen zeigt sie auch eine Serie Frottagen, die aus Berufskleidung von Arbeitern der Völklinger Hütte erstellt wurde. Sie wirken sehr lebendig und zeigen kräftige Gebrauchsspuren.




Die Malerei als Vorgang der Abstraktionen

[fruitful_alert type=“alert-success“]Aufgemalte Jalousien schaffen einen lebendigen Kunstraum.[/fruitful_alert]

Darauf konzentriert sich die aus Venezuela stammende und in Berlin lebende junge Künstlerin Sol Calero mit ihrer ersten großen Einzelausstellung „Interiores“ in Deutschland hier in den Räumen des Dortmunder Kunstvereins neben dem U. Die Ausstellung wird vom 4. März bis zum 7. Mai 2017 dort zu sehen sein. Die Eröffnung dieser Ausstellung ist am Freitag,den 3. März 2017 um 19 Uhr.

Der Raum als Gesamtgemälde

Sol Calereo verwandelt die gesamten Räume in eine malerisches Kunstwerk. Darin können die Besucher in Ruhe eintauchen. Sie spielt dabei geschickt und einem westlichen Blick mit den gängigen Klischees über Venezuela (Südamerika). Mit unterschiedliche bunten Motiven und verschiedenen schönen Ornamenten bedient sie die Sehnsucht nach Sinnlichkeit und Ablenkung.Die schönen bunten Farben wirken dabei nicht aufregend grell, sondern eher beruhigend. Mit einer guten Portion Humor hat sie einen schwarz-weißen PVC-Bodenbelag als Kontrast für den Boden ausgewählt.

Die Ausstellung lädt zum Flanieren und Entdecken von immer neuen Einzelheiten ein. An diesem Ort ohne Funktionalität werden aber auch die Widersprüche und Konflikte unseres eigenen Wertesystem deutlich.

Zu den zahlreichen Veranstaltungen während der Ausstellungszeit erhalten sie Informationen unter info@dortmunder-kunstverein.de oder aber auch unter Telefon: +49 (0) 231 57 87 36




Spiel mit der Uneindeutigkeit

Im Künstlerhaus Dortmund ist vom 4. März bis 9. April 2017 die Ausstellung „Ohne Netz und doppelten Boden“ (Über die Uneindeutigkeit von Bildern) zu sehen. Es wurden Werke und korrespondierende Werkgruppen von verschiedenen KünstlerInnen zusammengeführt. Kuratorin der Ausstellung ist Elly Valk-Verheijen.

Auf unterschiedliche Weise setzen sich die vier Künstler Sebastian Bartel, Christof John, Katharina Maderthaner und Christoph Westermeier mit dem Verhältnis von Bild und vermittelter scheinbarer Wirklichkeit auseinander. Bilder entstehen immer im Stil der Zeit sowie der jeweiligen Präsentation und lassen Spielraum für Interpretationen. Ein Mittel der Künstler ist die Überspiegelung von realen Strukturen und Täuschungen. So wird zum Beispiel bei Christoph Westermeiers „Ringberger Marmor“ „vorgetäuscht“, dass eine im 18. Jahrhundert als chic geltende Ottomane, ein kombiniertes Sitz-und Liegegelegenheit, ein orientalisches Möbelstück sei.

Bezogen ist die Arbeit aber nur mit fotografischen Abbildungen gemalten Marmors. Auf den Komfort einer bequemen Sitzgelegenheit wird dabei verzichtet. Seine Fotografien zeigen zum Beispiel Spiegelungen kleinen Stadtausschnitten durch Autofenster und als formale Verlängerung den nackten Torso eines Tänzers mit seinem Astralkörper.

Bartels und die gebrochenen Strukturen

Sebastian Bartels ist nach eigener Aussage begeistert von gebrochenen Strukturen wie wir sie etwa von Bildern ferner Planeten kennen. Seine Bilder in der Installation „Observations are restricted to the Surface“ zeigen neben unterschiedlichen geologischen Erscheinungsformen der Erdoberfläche zudem die Spur menschlicher Eingriffe auf seine Umwelt. Die Perspektive aus Vorder-, Mittel und Hintergrund wird durch die Abbildung von Oberflächenstrukturen aufgebrochen. Die Perspektive von oben ermöglicht eine Wahrnehmung der Strukturen in einer abstrakten Form. Es gibt dem Betrachter die Gelegenheit, die Oberfläche zu durchdringen. Die individuelle Fantasie und persönliche Auseinandersetzung mit dem Werk wird angeregt. Zu der Installation gehören auch zylindrische, unebene und mit gebrochene Strukturen überzogene Kunstwerken auf dem Boden.

Christof John bekommt den Startimpuls für seine Kunst aus seinen alltäglichen Beobachtungen. Zwischen geometrischen Strukturen und informellen Abstraktionen im Hintergrund z.B. In Regenbogenfarben lotet er sensibel nonverbale Gedanken- und Stimmungsräume aus.

Maderthaner spielt mit visuellem Zierrat

Die Künstlerin Katharina Maderthaner konnte bei dem Pressrundgang nicht anwesend sein. In ihren Werken, zum Beispiel „ZickZack, 2910“ Acryl auf Holz arbeitet sie mit dem Mittel der Sublimierung. Formen, Texturen, Mustern und Oberflächen aus der Umwelt werden erst reduziert, verdichtet und eingekocht bis zum Mark. Maderthaner war bereits vor zwei Jahren im Künstlerhaus bei der Ausstellung „Artist Sweethearts“ mit Arbeiten zu sehen.

Die Vernissage ist am Freitag, den 3. März 2017 um 20 Uhr im Künstlerhaus, Sunderweg 1 in 44147 Dortmund.

Weitere Informationen erhalten sie unter www.kh-do.de




Die neuen Alten im Blickpunkt

Dem Lebensalltag und der Lebenszufriedenheit älterer Menschen in Europa hat sich die neue foto-ethnografische Ausstellung „Europas neue Alte“ im Museum für Kunst und Kulturgeschichte vom 25.2 – 16.7.2017 gewidmet. Die Ausstellung kommt vom Museum Europäischer Kulturen, Staatliche Museen zu Berlin im Rahmen des Föderalen Programms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Die Fotografin Gabriele Kostas und Kulturanthropologin Dr. Irene Ziehe haben über anderthalb Jahre hinweg Menschen im Rentenalter ab 65+ unterschiedlichster Gesellschaftsschichten und unterschiedlichen Lebensräumen aus 13 europäischen Ländern nach ihren Lebensumständen sowie ihrer Lebenszufriedenheit befragt und sie fotografisch festgehalten. Es wurde eigens ein Fragebogen konzipiert, wo die Befragten ihre Lebenszufriedenheit in einer Zufriedenheits-Kurve eingeben konnten. Sie sollte die jeweilige Zufriedenheit im Alter von 10 bis über 90 Jahren in zehn Jahresabschnitten eintragen, um Aufschluss über die Veränderungen ihres Empfindens der Zufriedenheit im Laufe ihres Lebens zu erhalten.Die insgesamt 27 Foto-Essays und Interviews dokumentieren in 147 Fotografien von Gabriele Kostas zeugen Eindrucksvoll und Ausdrucksstark von der Vitalität und Lebensfreude der unterschiedlichen Personen. Ihre individuellen Wünsch, Hoffnungen und Visionen stehen im Mittelpunkt. Sie sind so verschieden wie die Menschen. So arbeitet die 84-jährige Leila aus Georgien beispielsweise immer noch als Archäologin, und der Schwede Ingemar erfüllte sich seinen Traum von Freiheit als Rentner mit dem Kauf eines Motorrads.

Erstaunlich, dass man bei den befragten Personen oft eine „Armut der Bedürfnisse“ im positiven Sinne erkennen konnte. Die Menschen wissen genau, was sie noch wollen und kennen ihre Grenzen. „Wir können die vielfältige Lebenserfahrung der älteren Generation erkennen und sollten ihnen mit Respekt begegnen,“ so Kostas. Der Fotografin war bei ihrer Arbeit das Spiel mit Vordergrund und Hintergrund wichtig. Die Besucher haben Gelegenheit, den gleichen Fragebogen auszufüllen.

Zur Ausstellung gibt es wieder ein Begleitprogramm für Besucher:

5. März 2017 von 11 – 12.30 Uhr gibt es eine öffentliche Führung ( 3 Euro zzgl. 6 Euro, ermäßigt 3 Euro)

30. März 2017 /8. Juni 2017 ab 18 Uhr : Urban Sketching- Zeichnen in der Ausstellung mit Guido Wessel und den Dortmunder Urban Sketchers. Das Material wird nicht gestellt.

Nähere Infos dazu (0231) 4961164 oder info@artusdesign.de

Information über weitere Angebote im Begleitprogramm-unter (0231) 50-260 28 oder info@mkkstadtdo.de




Malen im Rhythmus der Musik

Maria Demandt vor ihrem Bild „Farbenspiel“.

In der Artothek der Stadt-und Landesbibliothek Dortmund zeigt vom 17. Februar bis 28.02.2017 sechzehn Acrylbilder der Künstlerin Maria Demandt.

Demandt (geb. 1956) hat sich erst seit dem Jahr 2010 intensiv und autodidaktisch mit der Malerei beschäftigt. Zunächst malte sie gegenständlich, in letzter Zeit immer mehr abstrakt und mit kräftigen Farben in grün, blau oder dunklem Rot.

Inspiriert wird ihre Kunst immer wieder durch den Rhythmus von Musik.

Die unterschiedlichen Stimmungen beim Musik hören haben einen großen Einfluss auf das, was später auf dem Bild zu sehen ist. Musik und Malerei gehen eine besondere Verbindung ein.

Am Anfang habe ich beim Malen vor allem Klassische Musik gehört,“ verriet Demandt. Inzwischen haben die verschiedensten Musikrichtungen wie zum Beispiel Blues, Soul oder rockige Klänge Einfluss auf ihre Malerei. Diese kraftvolle Musik wird auf ihren Bildern visuell sichtbar.

Die Ausstellung ist dienstags und freitags zwischen 10 und 19 Uhr in der Artothek zu sehen.




Träume als Brücke für Menschen

Die Fotografin vor einer Stellwand mit Fotos von Flüchtlingen.

Im Museum für Kunst und Kulturgeschichte ist vom 18.02 bis 26.03.2017 die Foto-Ausstellung „Vom Menschen zum Flüchtling  – vom Flüchtling zum Menschen“ zu sehen. Ausgerichtet ist sie vom Ministerium für Inneres und Kommunales des Landes NRW.

Die politisch engagierte Dortmunder Fotojournalistin Cornelia Suhan hat ab Herbst 2016 innerhalb von vier Monaten 15 aus ihren Heimatländern Syrien,Libanon, Irak, Iran oder Eritrea geflüchtete Frauen und Männer porträtiert und nach ihren persönlichen Träumen gefragt. Es wird auf die Träume dieser Menschen eingegangen und ihnen ein Platz im Leben gegeben.

Es wurden von jedem der Flüchtlinge ein großformatiges schwarz-weiß Foto gemacht und einem farbigen Foto die Verwirklichung der Träume inszeniert. Das Ganze sehr Liebevoll und mit Respekt vor den Personen. Die Flüchtlinge konnten über die Texte frei entscheiden.

Schwarzweiß Fotos stehen für Klarheit, und die Träume sind farbig. „Die soziale Verortung macht den Menschen aus. Der Flüchtling verliert stückweise sein Mensch sein. Die Kontrolle über ihr Leben hatten sie verloren. Jetzt sollen die Flüchtlinge sich einmal stark fühlen,“ so Suhan.

Cornelia Suhan hat sich seit dem Krieg in Bosnien-Herzegowina für traumatisiert Opfer von sexualisierter Gewalt eingesetzt und war auch im Kongo. Mit dem von ihr initiierte Verein „Vive Zene e.V.-Frauen lebt“ und zwei psychosozialen Einrichtungen hat sie sich für kriegstraumatisierte Frauen engagierte. Sie Arbeitet auch am Aufbau eines Mädchenhauses „Mäggie“ für minderjährige weibliche Flüchtlinge in NRW mit, das im April des letzten Jahres eröffnet wurde.




Jahresbilanz und Ausblick im Dortmunder U

Freuen sich auf ein spannendes Jahr 2017 im Dortmunder U: (v.l.n.r.) Regina Selter (Museum Ostwall), Edwin Jacobs (Direktor Dortmunder U) und Kurt Eichler (Geschäftsführer Kulturbetriebe).

Bei der Pressekonferenz am 10.02.2017 zog der Geschäftsführer der Kulturbetriebe Kurt Eichler zunächst eine positive Bilanz nach sechs Jahren Vollbetrieb im Dortmunder U.

Das Kunst- und Kulturzentrum inzwischen ist ein fester Bestandteil und eine prägende Landmarke für Dortmund und die Region mit internationaler Signalwirkung geworden,“ so Eichler. Besonders freut ihn, dass fast die Hälfte der Besucher (46%) unter 29 Jahre alt ist. Einige davon werden „Wiederholungstäter“ und kommen gerne wieder. „Die Zufriedenheit steigt,“ erklärte Eichler.

Eine besonders große Resonanz beim Publikum erfreut sich derzeit die MO-Ausstellung „Ich bin eine Kämpferin“ – Die Frauenbilder der Niki de Saint Phalle“. „Wir wollen die verschieden Facetten dieser rebellischen Künstlerin zeigen,“ erläuterte die stellvertretende Direktorin Regina Selter. Im Rahmen des Frauenfilmfestivals Dortmund/Köln findet am 05.04.2017 in Kooperation ein Symposium zum Thema „Trauma, Subjekt- und Körperkonzepte“ statt. Seinen Bekanntheits- und Wirkungsgrad steigern konnte das Dortmunder U mit den sieben Ebenen unterschiedlicher Ausrichtung vor allem auch durch die WDR-Doku „Geheimnis Dortmunder U“ im letzten Jahr. Das Millionen-Projekt „smArtplaces“ der EU kooperiert das mit neun europäischen Partnern. Gemeinsam suchen sie nach Konzepten zur Publikumsentwicklung im digitalen Zeitalter. Einen besonderen Preis bekam das Dortmunder U mit der Auszeichnung als „Europäische Kulturmarke des Jahres“. Das Niveau des Vorjahres konnte mit 137.332 Besuchern im Vergleich zu dem Vorjahr gehalten werden.

Mit einem Neustart und Umbruch geht es im Jahr 2017 weiter. Der neue Direktor Edwin Jacobs setzt auf Partizipation, Kooperation und verlässliche Qualität. Eine Kooperation mit der Volkshochschule kann er sich auch gut vorstellen. „Die Menschen sind das Wichtigste, wofür wir arbeiten. Wir wollen das Beste anbieten, um uns in der Stadtgesellschaft zu verankern. Dazu gehört mindestens eine Top-Ausstellung im Jahr,“ erklärte Jacobs.

Inspiration von Jugendlichen erhält das Kino im U ab Frühling 2017. Die Jugendlichen sollen Dokumentarfilme aussuchen und mit dem Kinopublikum in Dialog treten.

Die kulturelle Bildungsarbeit und gute Zusammenarbeit mit der TU-Dortmund ist von großer Bedeutung und gehört zu den Stärken des Dortmunder U. Nirgendwo sonst gibt es auf ein so breites Bildungsangebot für junge Menschen auf einer einzigen Etage. Kunst nicht nur beobachten, sondern auch mitmachen, so soll das Motto sein. Partizipation ist ja schon in Teilen gelebte Praxis auf der UZWEI. So gibt es Formate wie „Schnittstelle“ zwischen Museum Ostwall und UZWEI, das Festival „Innovative Citizen“ oder etwa das junge Medienfestival „Feedback“. Der Geist des Mitmachens soll das ganze Haus erfassen. Das U bietet auf den verschiedenen Ebenen das ganze Spektrum vom kreativen Workshops bis hin zu analogen oder digitalen kunstwissenschaftlichen Projekten. Das U möchte sich mit seiner Sammlung und seinen Angeboten dynamisch und breiter aufstellen. Eine Ausstellung zum Thema Kohle ist geplant.

Mit dem Sommerfest am 26. August 2017 und weiteren verschiedenen Aktionen wird der Außenbereich auch 2017 wieder einbezogen. Die Gastronomie in Form des Moog wird durch panUrama am Westrand zum „Moog-Garden“ als eine grüne Oase erweitert.

Näheres zu dem umfangreichen Programm und andere Informationen erhalten sie unter www.dortmunder-u.de




Die Farbe als Klammer

Statische geometrische Formen unterstützen die Wirkung der Farben in den Arbeiten von Monika Pfeiffer wie in diesem Beispiel zu sehen ist. (Foto: © Monika Pfeiffer)

Im Torhaus Rombergpark ist vom 12.02.2017 bis zum 05.03.2017 die Ausstellung „Ohne Klammer“ der Künstlerin Monika Pfeiffer zu sehen. Pfeiffer zeigt dort diverse Leinwandbilder, Stein-Glas-Skulpturen und Arbeiten aus Holz. Der Titel entstand, als die Künstlerin anfangs noch keine Gemeinsamkeiten bei ihren Bildern erkennen konnte. Im Laufe der Zeit hat sich das geändert. Die Farbe ist die Klammer und steht unterstützt von Strukturen im Mittelpunkt.

Bevorzugte Pfeiffer in der Vergangenheit helle Farben und viel Weiß, stehen nun kräftige Farben im Mittelpunkt, die auf ganz ungewöhnliche Weise kombiniert werden. Das führt zu besonderen Farberlebnissen. Die Farbe wird Bildgegenstand und in klare Ordnungen.

Statische geometrische Formen unterstützen die Wirkung der Farben. Der Prozess des Entstehens ist durch das Auftragen vieler Schicht sichtbar gemacht. Ob das Bild sich im Auf-oder Abbau befindet nicht eindeutig erkennbar. Der Moment der Wende ist visuell festgehalten.

Ab dem Jahr 2007 sind die Skulpturen aus Travertin und Rohrglas mit dem Titel „Wenn das Wasser zu Stein wird“ entstanden. Die Skulpturen sind schlicht und die Form von Stein und Glas vorgegeben.

Die Farbe spielt hier wieder eine besondere Rolle. Das weiche Beige des Travertins und das eher kalte Türkis des Glases bilden einen interessanten Kontrast.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, den 12.02.2017 um 11.00 Uhr im Torhaus Rombergpark statt. Die Kunsthistorikerin Dr. Sabine Weicherding führt in die Ausstellung ein. Die Künstlerin ist selbstverständlich anwesend.