Künstlerisch verarbeitete Impressionen

[fruitful_alert type=“alert-success“]Dagmar A. Ludwig vor ihrem Bild „Feuervogel“.[/fruitful_alert]

In der Artothek der Dortmunder Zentralbibliothek werden unter dem Titel „Unterwegs daheim“ vom 16. Mai bis zum 27. Juni 2017 neunzehn Acryl- und Ölgemälde in oder Bilder mit Mischtechniken in verschiedenen Formaten der in unserer Stadt lebenden Künstlerin Dagmar Anita Ludwig ausgestellt.

Ludwig ist 1940 in Ostpreußen geboren und nach dem Krieg in Worpswede aufgewachsen. Das künstlerische Umfeld war sicherlich auch eine Inspiration für ihren weiteren kreativen Lebensweg. In verschieden Bereichen zeigte sie ihre kreative Ader. So schrieb und illustrierte sie unter anderem auch Bilderbücher und war handwerklich begabt. Auf ihren zahlreichen Reisen ins Ausland, beispielsweise nach Italien, Frankreich oder Afrika, verarbeitete sie die vielen neuen Eindrücke daheim durch ihre Malerei. In den letzten Jahren reiste sie durch ganz Deutschland.

Ich habe so viele Länder im Ausland bereist, aber die schönen Landschaften in Deutschland erst spät richtig kennen gelernt,“ verriet die Künstlerin. Im letzten Jahr wagte sie eine Reise zu ihrem Geburtsort in Ostpreußen zu ihren Wurzeln.

Die temperamentvolle Künstlerin malt mit kraftvollen Farben und den guten Blick für Details. Dabei sind bei ihr sowohl Menschen, Tiere, Landschaften oder Pflanzen als Motive von Bedeutung.

Die Ausstellung ist dienstags und freitags zwischen 10:00 und 19:00 Uhr in der Artothek zu sehen und die Gemälde auch käuflich zu erwerben.

Eine Preisliste liegt dort aus.




Kunst als kollektiver interaktiver Prozess

[fruitful_alert type=“alert-success“]Drei der vier Künstlerinnen von KARARO sind anwesend: (v.l.n.r.) Lydia Paasche, Heehyun Jeong und Anna Jacobi. Es fehlt Anne-Kathrin Loth.[/fruitful_alert]

Die Künstlerinnenkooperation KARARO, bestehend aus vier Frauen, entwickelte auf Einladung des Dortmunder Künstlerhauses unter dem Titel „Krake – eine zeit- und ortsbezogene Installation“ eine raumbezogene Arbeit in Form einer 100 m² großen installativen Malerei. Diese interaktive Arbeit der vier Künstlerinnen Anna Jacobi, Heehyun Jeong, Lydia Paasche und Anne-Kathrin Loth ist und vom 6. Mai – 11. Juni 2017 im Künstlerhaus zu sehen und zu erkunden.

Die vier Künstlerinnen sahen sich zuerst die Räumlichkeiten an, um sich von den örtlichen Gegebenheiten einen genauen Eindruck zu verschaffen.

Im Künstlerdorf Worpswede, so Paasche, wurden dann das ersten Schritt zum interaktiven künstlerischen Projekt getan. In der Natur entstand in gemeinsamer Arbeit ein auf einer Fläche von 20 m auf stabilem Kulissenpapier schwarze Tuschzeichnungen. Diese sind halb abstrakt und naturbezogen gehalten.

Als Grundkonsens musste die Gruppe sich über die zu verwendenden Materialien und Farben methodisch einigen. Die eigen individuelle künstlerische Handschrift tritt im Schaffensprozess zurück und es entsteht etwas überraschend gemeinsames Neues. Das birgt einerseits ein erhöhtes, aber gewolltes künstlerisches Risiko beim offenen Arbeitsprozess, ist aber durchaus spannend im Ergebnis.

Auf der anderen Seite des Raumes liegen auf Pappplateaus aus Salzteig geschaffene, halb abstrakte, bemalte Figuren. Auch an der Wand befestigt, befinden sich diese Salzteig-Skulpturen. Sie lassen viel Raum für Assoziationen. Egal, ob sie zunächst an Dinge aus der Meeresnatur erinnern oder bei längerer Betrachtung weitere Assoziationsketten hervorrufen, bleibt dem Betrachter überlassen.

Wir geben kein bestimmtes Thema wie etwa „Meerestiere“ oder „Flüchtlinge“ vor, sondern es geht um die Emotionen, die die Gesamtinstallation im Raum bei den Besuchern der Ausstellung hervorrufen,“ erklärte Jacobi.

Der Raum als Ganzes , vom Boden bis zur Decke, wird zu einer kollektiven Installation. Im hinteren rechten Teil des Raumes wurden zwei große Installationen aus stabiler, weiß bemalter Pappe platziert. Im hinteren Bereich hängen offene, naturbezogene Installationen aus weiß bemalter Pappe. Das Schwarz der Tuschezeichnungen interagieren miteinander.

Es ist eine Ausstellung, die man als „Gesamtpaket“ auf sich wirken lassen muss.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 5. Mai 2017 um 20:00 Uhr im Künstlerhaus Dortmund statt. Begrüßung & Einführung durch Dr. Peter Schmieder, Lisa Domin (Konzeption) und die Künstlerinnen.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.kh-do.de oder telefonisch unter: 0231/820 304.




Kunst zwischen analoger und digitaler Welt

[fruitful_alert type=“alert-success“]Brigitte Felician Siebrecht vor ihrem Werk „We are readable“. (Foto: © Sabine Spieckermann)[/fruitful_alert]

Der Dortmunder „kunstbetrieb“ zeigt mit der Ausstellung „Codes und Tapes“ in seinen Räumen vom 6. Mai bis 2. Juni 2017 jüngste Werke der Iserlohner Künstlerin Brigitte Felician Siebrecht.

Siebrecht hatte nicht nur ein Kunststudium in Frankfurt am Main absolviert, sondern unter anderem später auch eine Ausbildung zur Mediendesignerin abgeschlossen. Die Künstlerin ist so mit der analogen wie auch der digitalen Welt vertraut.

Wie der Titel der der Ausstellung schon besagt, produziert Siebrecht in ihrer neuen Ausstellung Code-Art und Tape-Art. Auf malerischen und grafischen Arbeiten lässt sie deren digitalen Code als Ergänzung, Hintergrund oder Überschreibung des Geschaffenen erscheinen. Ihre Kunst ist ein Spiel mit den Berührungspunkten zwischen der analogen und der digitalen Welt.

Die zweigeteilte Ausstellung zeigt im ersten Abschnitt vier Tape-Art Gemälde. Hier beschäftigt sich Siebrecht mit der Verwandlung von Oberfläche in bemalte Fläche. Die Tapes dienen ihr als Begrenzungs- und Strukturhilfe. Die nicht gegenständlichen Bilder finden ihren Sinn in sich selbst und sind eine emotionale Ausdrucksform der Künstlerin. Nur bei einem Bild ist ein ein Gesicht im Hintergrund zu erkennen.

Der zweite Abschnitt der Ausstellung zeigt drei Grafiken mit Gesichtern. „Die Bilder wurden abfotografiert und dann durch den Computer digitalisiert“, so Siebrecht. Die enthaltenen Detailcodes werden so sichtbar. Als digitales Bild im hinter dem Bild wirken sie wie das Unterbewusstsein der nachdenklichen Gesichter.

Denn größten Platz nimmt auf der linken Seite aber eine vier Meter lange Grafik mit dem Titel „We are readable“ (Wir sind lesbar). Auf dieser langen Grafik ist in der Mitte ein weißer Frauenkopf zu sehen und darunter der Schriftzug „We want Democracy“ (Wir wollen Demokratie). Darunter sind Gruppen von für ihre demokratischen Rechte kämpfenden Menschen aus verschiedenen Krisenregionen der Welt zu erkennen. Hinter ihnen und um sie herum befinden sich unzählige QR Codes, die digital verschlüsselte politische und philosophische Botschaften enthalten. Die Besucher der Ausstellung können diese Codes mit der entsprechenden App mit ihrem Smartphone entschlüsseln und lesen. (Einige der QR Codes sind allerdings nicht mehr lesbar).

Neben der politischen Botschaft verdeutlicht diese gewaltige Grafik, dass unsere vermeintliche Anonymität im digitalen Zeitalter sehr trügerisch und beängstigend ist.

Die Vernissage von „Codes und Tapes“ findet am Samstag, den 6. Mai 2017 um 18.00 Uhr statt.

Ort: der kunstbetrieb, Gneisenaustraße 30 in 44147 Dortmund

Eine Einführung in die Ausstellung gibt die Dortmunder Kunsthistorikerin Simone Rikeit. Die Künstlerin ist anwesend.

Weitere Informationen erhalten Sie unter info@derkunstbetrieb.de oder telefonisch unter: 0231/ 53 48 205




Farben und Wahrnehmungsverunsicherungen

[fruitful_alert type=“alert-success“]Bei Willi Otremba erscheint Farbe als flüchtige Wahrnehmung.[/fruitful_alert]

In der Galerie Fischer im Depot stellt der Künstler Willi Otremba, Mitglied im Künstlerhaus Dortmund, vom 21.04. bis 14.05.2017 in seiner Ausstellung „an und für sich“ 46 Aquarellbilder in den Formaten 50 x 40 oder 60 x 50 cm aus. Die Werke ähneln sich formal, indem jeweils zwei Farbflächen nebeneinander gemalt wurden.

Alle Bilder sind in Pastellfarben gemalt, sie werden in verschieden starken Kontrasten gegenüber gestellt. Manchmal sind die Farben der beiden Seiten klar zu erkennen und die Kontraste deutlich sichtbar. Bei anderen Bildern sind die Farben so hell und flüchtig, dass die Unterschiede der Farbflächen kaum noch zu erkennen sind. Es entstehen praktisch ganz neue Farb-und Sinneserlebnisse. Das Grün wird zum Beispiel so hell, dass eine genaue Bezeichnung und Einordnung der Farbe schwierig wird.

Die Zeichnungen beinhalten sozusagen ein Geheimnis für den Betrachter und seine Wahrnehmung,“ erklärte der Kurator Hartmut Gloger. Das Sichtbare verändert sich fortwährend bei der Betrachtung. „Malerei ist eigentlich Farbe. Nur als Malerei ist Farbe eigentlich,“ so der Künstler.

Die Vernissage der Ausstellung ist am Freitag, den 21.04.2017 um 19:00 bis 21:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund.

Finissage der Ausstellung ist am Sonntag, den 14.05.2017 von 17:00 -19:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer im depot Dortmund.

Weitere Informationen unter www.gloger-kunst.de oder www.galerie-dieter-fischer.de




Kunst aus Leeds im Torhaus

[fruitful_alert type=“alert-success“]Valerie Zwart (links) und Rachel Hinds vor Zwarts Bild „My Brexit Painting“. [/fruitful_alert]

Die beiden Künstlerinnen Valerie Zwart und Rachel Hinds aus aus Dortmunds Partnerstadt Leeds zeigen vom 09.04. bis 30.04.2017 im Torhaus Rombergpark eine Auswahl ihrer Werke. Sie gehören zur Gruppe der „East Street Arts“ und es gibt schon seit vielen Jahren intensiven Kontakt und Austausch mit der „Dortmunder Gruppe“. Als Organisation für Künstler liegt der Fokus von East Street Arts in Leeds (GB) in der Vernetzung, Entwicklung und Professionalisierung ihrer Mitglieder.
„Wir haben schon lange einen regen Kontakt mit unseren Künstlerfreunden und Freundinnen aus Leeds. Wenn wir uns nicht sehen, rufen wir uns öfter an,“ erklärte Silvia Liebig von der Dortmunder Gruppe.

Bei dieser sechsten Kooperationsprojekt liegt der Schwerpunkt von Zwart und Hinds auf der Malerei. Valerie Zwarts Bilder sind hauptsächlich eine künstlerisch meditative Auseinandersetzung mit einer visuellen Kultur, die immer mehr von der Digitalisierung dominiert wird. So arbeitet sie in ihren Werken auch mit den sogenannten „pixel-sorting glitches“ (Verpixelungen). Ihre Bilder changieren im Spannungsfeld zwischen lebendiger Vitalität und morbiden Elementen. Sie geht in ihren Bildern wie zum Beispiel im „ My Brexit Painting“ auch auf aktuelle politische Ereignisse in ihrem Land ein. Sie verarbeitet darin die Instabilität und Unsicherheit der Situation nach dem Referendum in ihrer Heimat.

Rachel Hinds spielt in ihren Bildern mit experimentellen geometrischen Formen und Abstraktionen sowie mit Farben. Diese entwickeln sich während des künstlerischen Schaffensprozess zu harmonischen Kompositionen. Ein anderer Teil ihrer Kunst befasst sich mit Landschaftsmalerei und Stillleben, bei denen harmonisch übergehenden Naturfarben vorherrschen. Für ihre Gemälde benutzt sie hauptsächlich Acryl-oder Ölfarben.

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Sonntag, dem 09.04.2017 um 11:00 Uhr im Torhaus Rombergpark.

Parallel zu dieser Ausstellung findet eine Ausstellung in der blam! Produzentengalerie im Dortmunder Unionviertel statt. Dort wird eine Einblick in die Vielfalt des aktuelle moderne Kunstschaffens mit Installationen von Artist Yoke (Annie Nelson/Chris Woodward) präsentiert.
Info dazu unter www.blamgalerie.de




Facetten brutalistischer Architektur

[fruitful_alert type=“alert-success“]2017_BRUT_Evol_Blocked_Delivery_2_c_Evol_(Foto: ©VG_Bild-Kunst Bonn 2017)[/fruitful_alert]

Zu einer spannenden Ausstellung „Gesellschaft zur Wertschätzung des Brutalismus/ The Brutalism Appreciation Society“ lädt der Hartware MedienKunstVerein (HMKV) in der 3. Etage des Dortmunder U vom 08. April bis zum 24. September 2017 ein.

Mitte der 1950er Jahre entstand vor allem in Großbritannien der radikale Architekturstil des „Brutalismus“. Vorreiter waren unter anderem Le Cobusier oder Alison und Peter Smithson (1949 – 1954). „Brutalismus“ hat hat weniger etwas mit Brutalität zu tun. Der Begriff leitet sich von „béton brut“ (roher Beton), dem französischen Ausdruck für Sichtbeton, ab. Er zeichnet sich durch Sichtbetonwände und freiliegende Baumaterialien wie Stein, Metall und Ziegel aus. Radikale Strukturen und formale Lesbarkeit des Grundrisses, klare Zurschaustellung der Konstruktion und die Wertschätzung der Materialien kennzeichnen diesen Stil.

Ausgangspunkt für diese Ausstellung war die 2007 gegründete Facebook-Gruppe „The Brutalism Appreciation Society (dt. Gesellschaft zur Wertschätzung des Brutalismus)“. Dort versammelten sich die Liebhaber dieses Architekturstils und schickten sich Bilder von brutalistischer Architektur. Die Mitglieder hat sich in den letzten zwei Jahren auf 50.000 verdoppelt. In den letzten Jahren stellte sich vermehrt die Frage: Was machen mit dem bröckelnden alten Betonfassaden? Abreißen oder renovieren?

Die Frage ist durchaus ambivalent. Die Freunde des „Brutalismus“ wollen ihn aus nostalgischen Gründen und wegen seiner futuristisch anmutenden Architektur als allgemeines Kulturgut erhalten. Die Gegner wollen zum Beispiel die „hässlichen Plattenbauten“ und andere Gebäude dieses Stils abreißen.

In der Ausstellung zeigen 21 KünstlerInnen aus 11 verschiedenen Ländern (von Belgien bis USA) Skulpturen, Videos, Videoinstallationen, Klangkunst, Streetart, eine großflächige Graffitiarbeit und Fotografien zum Thema.

Dabei werden nicht nur Gebäude wie etwa Kirchen im Brutalismus-Stil, sondern auch fantasievolle Weiterentwicklungen gezeigt. Außerdem gehen einige Künstler der Frage nach, wie sich vor allem junge Menschen diese spezielle Architektur für sich aneignen. So zum Beispiel mit dem Skateboard.

Die Besucher haben außerdem exklusiv Gelegenheit, die Sprengung eines Betonbaus von innen heraus in einem Zeitraum von 10 Minuten mit zu erleben. Dazu wurde extra ein orange angemalter alter Tragtorreifen mit einer Kamera versehen, die dann alles gefilmt hat.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 7. April 2017 um 19:00 Uhr mit einer Einführung der Kuratorin Dr. Inke Arns und im Beisein vieler Künstler in der 3. Etage des Dortmunder U statt.

Übrigens: Neben den vielen Führungen werden am 20. Mai und am 8. Juli 2017 (jeweils 11:00 – 16:00 Uhr) Exkursionen zu brutalistischen Bauten im Ruhrgebiet angeboten.

Weitere Informationen erhalten Sie unter www.hmkv.de

Info: Vom 7. Oktober 2017 – 25. Februar 2018 findet die Ausstellung SOS- Brutalismus – Rettet die Betonmonster im Deutschen Architekturmuseum (DAM) in Frankfurt am Main statt.




Fotografische Eindrücke von Martin Luther King

[fruitful_alert type=“alert-success“]Eindrucksvolle Bilder einer eindrucksvollen Persönlichkeit im MKK. (Foto: © Benedict J. Fernandez)[/fruitful_alert]

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt vom 1. April bis zum 28. August 2017 anlässlich der vor 50 Jahren (04.04.1967) in New York gehaltenen Rede „Beyond Vietnam – A Time to Break Silence“ („Jenseits von Vietnam – Zeit, das Schweigen zu brechen“) eine Fotoausstellung in Erinnerung an Martin Luther King Jr. In seiner Rede verurteilter dieser nicht nur die Beteiligung der USA an dem Vietnamkrieg. Er forderte auch eindringlich einen fundamental anderen Umgang mit unterprivilegierten Menschen in seinem Land statt weiter Kriegsinvestitionen. Ein Jahr später wurde er ermordet.
Am 23. August 1963 während eines Protestmarsches nach Washington, hielt King seine wohl bekannteste und berühmteste Rede „I have a Dream“. Es war ein Marsch für Arbeit und Frieden und für zivile und wirtschaftliche Rechte der Afroamerikaner. Es war eine eindrucksvolle Rede für allgemeine Menschen- und Bürgerrechte unabhängig von Rasse oder Religion. Dies sollte durch friedliche Demonstrationen geschehen.
„Wir zeigen nicht nur ein Stück Kulturgeschichte der Bürgerbewegung in den USA, sondern wollen auch ein Statement geben,“ erklärte der Leiter des MKK Dr. Jens Stöcker. Gerade in Zeiten eines Präsidenten der USA wie Donald Trump, ist der Einsatz für Gleichberechtigung und Ungerechtigkeiten jeder Art von Nöten und die Worte von Martin Luther King Jr. von immenser Bedeutung.

Die eindrucksvollen und sehr privaten 12 Fotos des mit King befreundeten renommierten amerikanischen Fotografen Benedict J. Fernandez zeugen von einem vertraulichen Kontakt der beiden Persönlichkeiten. Besonders das von der Kuratorin Carly Gettinger, einer Amerikanerin, als Abschlussfoto ausgewählte Foto am Grab von King, bezeugen das.
Der Autodidakt Fernandez hatte sich von Kranführer zum bekannten Fotografen hoch gearbeitet. In den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts gab es auch Kontakte zum MKK in Dortmund.
Die Besucher der Fotoausstellung haben Gelegenheit ,sich die beiden bedeutenden Reden von Martin Luther King Jr. über Kopfhörer anzuhören. „Beyond Vietnam…..“ dauert eine Stunde und die Rede „I have a Dream“fünfzehn Minuten.




Bühne frei für das Kunstlabor

[fruitful_alert type=“alert-success“]Die Leiterin der UZWEI, Marion Eickhoff, setzt sich schon mal in Pose.[/fruitful_alert]

Es ist etwas los auf der UZWEI im Dortmunder U, der Etage für kulturelle Bildung. Dort finden zur gleichen Zeit zwei Ausstellungen mit interessanten Konzeptionen statt. Die eine Ausstellung „ArtLab“ (01. April – 25. Juni 2017) verwandelt einen Teil der Etage in eine Art Labor, wo kleine und große BesucherInnen angeregt werden, sich selbst kreativ mit den angebotenen verschiedenen Kunstutensilien auszuprobieren. Die Labor-Arbeitsplätze wurden von elf KünstlerInnen und Partner im U, darunter auch ein Praktikant, entwickelt Die Szenografie stammt von Simone Wanzke und Lena Wesholowski. Es geht bei dem Projekt nicht um ein perfektes Endergebnis, sondern um den künstlerischen Prozess. Bestenfalls nimmt der Besucher viele Anregungen mit nach Hause. Schon der Eingangsbereich ist durch einen lockeren Fächervorhang einladend eingerichtet und weist auf eine im sonnigen Gelb gehaltenen Rampe. Die von einer kompetenten Jury ausgewählten elf elf Stationen bieten verschiedene Angebote. Die BesucherInnen können sich zum Beispiel „Blendwerk“ (Tabea Sieben und Claudia Terlunen) an Licht-und Schattenspielen mit dem Einsatz von bunten Folien und verschiedenen Gegenständen ausprobieren. Sie können auch an einem besonderen Tisch mit den „Tanzenden Händen“ Mut zum Zeichnen finden. Es gibt auch die Möglichkeit für die Fans von Animationsfilmen, bei „Die Puppe erträumt den Schmetterling“ (Anna Hilfrich) sich eigene Animationsfiguren zu bauen und Einblicke zu bekommen, wie so ein Trickfilm entstehen kann. Spannend für Musikfreaks sind die Soundspiele zwischen Stift und Plattenspieler. Instagram-Takeover in einem eigens eingerichteten Fotostudio wird sicher von jugendlichen BesucherInnen gut angenommen. An einer überlebensgroßen „Zaubertafel“ werden viele Zeichen, Geheimsprachen und Hieroglyphen Platz haben. Mitten im Raum steht eine helle Kunstvitrine mit offenen Fächern, in der Kunstwerke getauscht oder einfach abgelegt werden können.

Etwas Besonderes haben sich auch das Jugendprojekt YOUNG DOGS und das Kino im U mit einer Kinostation ausgedacht. Sie bieten an, sich die vielen in der UZWEI entstandenen Filme anzusehen und fünf davon als Lieblingsfilme auf einem Wahlzettel mit einem Kreuzchen auszuwählen. Am 2. Juli 2017 werden die Sieger im Rahmen eines Wunschkinos gezeigt. Eröffnung ist am Freitag, den 31. März 2017 um 18:00 Uhr auf der UZWEI.

Die zweite Ausstellung „Urban Blind Date“ ist eine spannende Werkschau. Achtzehn Schülerinnen und Schüler aus der Dellwig- und der Kielhornschule haben sich während eines Schuljahres wechselseitig, wie bei einem Ping-Pong Spiel, diverse Fotos, Kunstwerke und Zeichnungen in einem Paket hin und Herr geschickt. Die Post aus der jeweils anderen Schule haben sie künstlerisch weiter bearbeitet und wieder zurück geschickt. Die Fotografin Etta Gerdes unterstützte die eine, die bildende Künstlerin Dagmar Lippok die andere Schülergruppe. Die bearbeiteten Fotografien, Stop-Motion -Clips, Zeichnungen und Minimalereien sind auf der UZWEI bis zum 23. April zu sehen. Zur Eröffnung am 31. März um 11:00 Uhr treffen auch die beteiligten SchülerInnen der beiden Schulen erstmals aufeinander.

Nach den guten Erfahrungen mit diesem Projektformat soll demnächst auch ein künstlerischer Austausch dieser Art von mit Jugendgruppen in Europa statt finden. Das ganze soll im Rahmen des EU-Projekt „SmART places“ vom Dortmunder U in Angriff genommen werden.




Drei Museen und ein Themenbereich

[fruitful_alert type=“alert-success“]Mahlzeit. Werksschänke der Hoesch Hüttenwerke AG, 1955. (Foto: © ThyssenKrupp Konzernarchiv/Hoesch-Archiv)[/fruitful_alert]

Eine interessante Museumskooperation von drei verschiedenen Dortmunder Museen findet zu dem Thema „Essen außer Haus. Vom Henkelmann zum Drehspieß“ statt. Das Ganze jeweils aus ihrem unterschiedlichen Blickwinkel gesehen.

Dabei macht das Hoesch-Museum am Sonntag, den 02.04.2017 um 11:00 Uhr in seinem Haus den Anfang. Die Versorgung außer Haus wurde zur Zeit der Industrialisierung ab 1850 mit der zunehmenden Flexibilisierung der Arbeit für viele Menschen auch hier im Ruhrgebiet immer notwendiger. Michael Dückershoff (Leiter des Hoeschmuseums) erklärte: „Eine neun Personen starke Gruppe hat sich in intensiver Recherche mit der Versorgung der vielen Arbeiter und Angestellten des Hoesch-Unternehmens von damals bis heute beschäftigt. Es mussten am Ende des 19. Jahrhundert ja an die 40.000 hart arbeitende Menschen mit gehaltvoller Nahrung und Getränken versorgt werden.“

Vom Henkelmann zur Kantinen

Von zu hause wurde den Männern eine dünne einfache Suppe in einen blechernen Henkelmann mitgegeben oder vorbei gebracht. „Butterbrote mit Belag war für viele Familien oft zu teuer,“ so Dückershoff. Erst später wurden auch Butterbrote in der dafür vorgesehenen Butterbrotdose populär und für mehr Menschen erschwinglich.

Ende des 19. Jahrhunderts gab es dann die erste Werkstattschenke, später in Werkstattschänke umbenannt. Zunächst gab es nur ein Gericht, ab 1960 dann eine Auswahlmöglichkeit unter vier Gerichten. Am 01. Oktober 1971 wurde die neue Kantine an der Oesterholzstraße eingeweiht. „Heute essen die verbliebenen 4.000 Menschen beim Hoesch-Unternehmen bei den internationalen Imbissbuden und Restaurants am nahe gelegenen Borsigplatz.

Getrunken wurden gegen den starken Wasserverlust damals gesüßter Tee, Sprudel oder Milch., aber auch Bier von den benachbarten Kiosken. Dückershoff verriet noch: „Es gab auch einen Weinkeller, wo man eine Flasche kaufen oder auch ein Glas trinken konnte. Dort wurden zudem wichtige geheime Gespräche, zum Beispiel vom Vorstand geführt. Diese zu verraten bedeutete den Verlust des Arbeitsplatzes.“

Die Besucher erwartet neben Gegenständen zum Thema, Fotos und Bilder auch Videofilme aus den verschieden Zeiten. Es gibt zudem noch lebende Zeitzeugen, die etwas aus ihrer eigenen Lebenserfahrung berichten können. Besucher können sich bei der Ausstellungseröffnung mit Pommes und Currywurst von der berühmtesten „Pommesbude“ am Borsigplatz versorgen lassen oder auch einen guten Wein trinken und eventuell eine gute Flasche kaufen.

Die Ausstellung im Hoesch-Museum endet am 09.07.2017.

Das Kochmuseum existiert noch

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte zeigt ihre Ausstellung zum Thema vom 23.04.2017 bis zum 01.10.2017. Isolde Parussel (Leiterin des Deutschen Kochmuseums) erläuterte: „Unsere Ausstellung als Präsentation des Deutschen Kochbuchmuseums zeigt die vor allem grundlegenden Trends und Veränderungen der Zeit nach 1900 und 1945 auf. Die verschiedenen Facetten des Essens außer Haus im historischen Kontext werden gezeigt. Wir wollen auch zeigen, dass es das Kochmuseum noch gibt.“

Die diversen Facetten sind auch die Klammer zwischen den drei Ausstellungen. Butterbrot, Kantinen-oder Schulessen ist da ebenso von Bedeutung wie die Restaurantbesuche, das schnelle Fastfood-Essen und das bestellen beim Lieferservice heutzutage. Die Besucherinnen und Besucher können auch selber von ihren Erfahrungen berichten und Objekte wie Fotos und andere Dinge gerne mitbringen.

Am Tag des Bieres, dem 23.04.2017, findet die Eröffnung einer kleineren, aber feinen Ausstellung zu dem Thema statt. Dr. Heinrich Tappe ((Leiter des Brauereimuseums) verriet: „Es geht vor allem um Essen und Trinken in der Speisegastronomie.“ Für das leibliche Wohl wird sicherlich auch gesorgt werden. Die Ausstellung im Brauerei-Museum geht bis zum 31.12.2017.




Sichtweisen in der Kunst

[fruitful_alert type=“alert-success“]Keine Angst vor Drachen, die „Mama“ rufen. Künstler Lutz Kemper vor einem seiner Bilder.[/fruitful_alert]

Im Rahmen der Reihe „Depot stellt vor“ zeigt die Galerie Dieter Fischer im Depot vom 31.03. bis 16.04.2017 die Ausstellung „Sichtweise“ Bilder von neue Lutz Kemper. Der selbständige Künstler und Objektdesigner war ein Gründungsmitglied der Künstlergemeinschaft Depot e. V.

Kempers Sichtweise ist zunächst stark von dem geprägt, was er in seiner urbanen Umfeld an verschiedenen Fragmenten aus dem Streetart- und Graffiti Bereich vorfindet. Elemente, die mit ihren knalligen Farben seine Aufmerksamkeit erregen. Er arbeitet mit Acryl-Farben und Lochrasterplatinen, um gezielt Graffiti-Farben auf das Bild sprayen zu können. Beim Pressegespräch verriet der Künstler: „Ich arbeite mit Plakat-Collagen, Fragmenten, Bildfetzen und anderen Sachen aus dem Straßenleben.. Diese werden von mir neu arrangiert.“

Die Bilder der Ausstellung sind hauptsächlich im Jahr 2017 entstanden. Inspiriert für „Sichtweise“ wurde der Künstler durch die kraftvoll und frei gemalten Bilder seiner siebenjährigen Zwillinge Lisa und Felix. Ihre Zeichnungen arrangierte er neu und bearbeitete sie für diese Ausstellung. Ihre frei kindliche Sichtweise fließt mit ein und sind ein Teil seiner Kunst. Die ursprünglichen Zeichnungen der Zwillinge sind auch bei der Ausstellung zu sehen.

Die bearbeiteten Bilder sind in kraftvollen knalligen Farben gezeichnet, zeigen gruselig-lustige Monster mit großen Augen und gefährlichen Zähnen und erinnern mit Sprechblasen oft an Comics. So schreit ein grüner junger Drache beispielsweise vor einer Häuserkulisse, wo alle Bewohner vor dem Fernseher sitzen, laut „Mama“.

In der Mitte des Ausstellungsraumes steht ein kleiner Spielzeug-Trecker mit einem Mini-Surfbrett vor einer kleinen bemalten Rampe. Daran befestigt sind zwei silberne Jahrmarkt-Luftballons. Geplant ist auch, so Kemper, dass zwei der Bilder zu einem Skateboard umgearbeitet werden sollen.

Die Vernissage findet am Freitag, den 31.03.2017 um 19.00 Uhr statt.