Fotografien, die Geschichten erzählen

[fruitful_alert type=“alert-success“]Andreas Spindler spielt mit der fotografischen Wahrnehmung der Realität.[/fruitful_alert]

Die Galerie Dieter Fischer im Depot zeigt unter dem Thema „ZwischenRäume“ vom 14. Juli bis 6. August 2017 sechzehn digital bearbeite großformatige Fotografien des Dortmunder Fotografen Andreas Spindler.

Seit 2007 habe ich mich der digitalen Fotografie gewidmet,“ erklärte der Künstler bei einem Vorgespräch. Er experimentiert mit der ganzen Spannbreite. Durch verschiedene Belichtungsmöglichkeiten regt er mit seinen Fotografien die Fantasie an. Mit seinen Arbeiten animiert der die Betrachter, „zwischen den Zeilen“ zu lesen und den Geschichten hinter diesen Fotografien näher zu kommen zu wollen.

Jedes Bild ist von seiner Stimmung, Inhalt und Art der Bearbeitung unterschiedlich. Manche wirken fast wie ein geheimnisvolles Gemälde, andere sind wieder rational fotografisch.Im besten Fall gibt es, so hofft der Künstler, viele Geheimnisse der Fotografien für die Besucher der Ausstellung zu entdecken und Vergleiche zu ziehen.

Die Vernissage mit Musik von Siegfried Hiltmann am Saxophon ist am Freitag, den 14. Juli 2017 um 19:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer im Depot. Die Finissage ist am Sonntag, den 6. August 2017 von 17:00 bis 19:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer.

Öffnungszeiten donnerstags 17:00 – 20:00 Uhr und gerne nach Vereinbarung mit dem Kurator Hartmut Gloger.

Informationen erhalten Sie unter kunst@galerie-dieter-fischer.de




Künstlerischer Blick hinter die Fassade

[fruitful_alert type=“alert-success“]Susanne Beringer ist fasziniert von der Weitsicht. [/fruitful_alert]

In der Artothek der Dortmunder Zentralbibliothek stellt die Künstlerin und Diplom-Sozialarbeiterin Susanne Beringer (Jahrgang 1965) vom 30.06.2017 bis zum 11.08.2017 sechzehn größere und ein paar kleinere Arbeiten. Es handelt sich dabei hauptsächlich um Acryl- und Ölbilder aber auch Drucke und Radierungen. Was ihr wichtig ist, sind die „Weitsichten“, die in unseren Großstädten schwer zu finden sind. Ihre Werke sind in Landschaftsbilder und sensible Potraits von Menschen in Großformat aufgeteilt. Bei den Naturaufnahmen ist ihr wichtig, wie sie sagt, Kontraste herauszuarbeiten und hinter die Fassaden der zu zeichnenden Motive zu blicken.

Das Atmosphärische herauszuarbeiten und nicht das Sichtbare ist dabei wesentlicher Bedeutung. Inspiration bekommt sie durch ihre vielen Reisen, die sie bis nach Spanien oder sogar Vietnam geführt haben. Die spezielle Atmosphäre und Stimmung dieser Landschaften versucht sie, durch Überschichtungen und Reduktion einzufangen. Das gelingt ihr sowohl mit unterschiedlichen Grautönen und hellen Lichtblicken bei einer weiten Meersicht an einem trüben Tag, wie auch bei den in blau-grün und Rottönen gehaltenen bunteren spanischen Ansichten.

Bei den menschlichen Portraits blickt sie mit ihren Bildern hinter die Fassade der jeweiligen Person. Es geht um Emotionen wie Freude , Schmerz, Nachdenklichkeit oder Traurigkeit, die in einen Bildern eingefangen werden.

Die Künstlerin kratzt mit ihren Werken sprichwörtlich an der sonst so glatten Fassade gestellter Fotografien, wie wir sie kennen. Das Wesentliche hinter der Oberfläche will sie erkennbar machen.

Ein ganz wesentlicher Bestandteil ihrer zeichnerischen und malerischen Arbeiten die Linie als Informations-, Erkundungs- oder Bewegungsspur.

Mehr zur Künstlerin erfahren Sie unter www.susanneberinger.de

Die Ausstellung ist dienstags und freitags zwischen 10 und 19 Uhr in der Artothek zu sehen.




Anziehende Kunst im Torhaus Rombergpark

[fruitful_alert type=“alert-success“]Alexander Pohl hat „Blackboxen“ mitgebracht.[/fruitful_alert]

Siebzehn Künstlerinnen und Künstler der „Dortmunder Gruppe“ zeigen vom 2. bis 23. Juli 2017 im Torhaus Rombergpark ihre Werke und Positionen zum Thema „Anziehung“. Die Beschäftigung mit Dingen zum Anziehen haben sie zu einer Vielfalt an Objekten, Installationen, Bildern, Fotos und Drucken inspiriert. Dabei wurden zumeist Dinge des alltäglichen Gebrauchs wie zum Beispiel Papier von Werbematerialien oder alten Zeitungen sowie andere Stoffe wie Holz oder Wolle verwendet. Der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

Monika Pfeiffer erstellte beispielsweise mit „second life“ eine aus Stoff und alten Zeitungsausschnitten anonymisierte folkloristische weibliche Person. „Ich wollte hiermit die Absurdität von Mode verdeutlichen“, so Pfeiffer.

Etwas besonderes hat sich Alexander Pohl einfallen lassen. Im Laufe seiner langjährigen Künstlergeschichte sind auch viele Fotografien angefallen. Diese platziert er in von ihm erstellten fünfzehn „Black-Boxen“, wie wir sie im Zusammenhang von Flugzeugabstürzen und deren Rekonstruktion her kennen. Durch ein Guckloch können die Besucher diese Fotografie ansehen. Eine interessante Retrospektive einer langen Künstlergeschichte.

Michael Odenenwaller erschuf dagegen aus verschieden farbigen Leinwandsträngen eine „STRIP TEASE“ Lady.

Ein interessanten Beitrag zur Thematik liefert Marianna Conzález Alberti. Sie zeigt den Besuchern, was von unserer Kleidung übrig bleibt, wenn man sie verbrennt. Das unterschiedliche Ergebnis stellt sie in Gläsern, stilvoll drapiert in einem alten Koffer auf einem antiken Tisch zum Anschauungsmaterial. Das Endergebnis je nach Verbrennung von Baumwolle oder synthetischer Kleidung wird erschreckend deutlich vor Augen geführt. Die Objekte und Bilder sind in ihrer Vielfalt gut in den Raum des Torhauses zusammen gestellt und arrangiert worden..

Die Ausstellungseröffnung ist am Sonntag, den 2. Juli 2017 um 11:00 Uhr im Torhaus Rombergpark. Die Einführung hält die Künstlerin Gudrun Kattke nach einer Begrüßung durch Alexander Pohl, Vorsitzender der Dortmunder Gruppe.




Grenzen der Fotografie ausgelotet

[fruitful_alert type=“alert-success“]Marvin Eil (Student TU Dortmund) führte durch die Ausstellung auf der Hochschuletage (1. Etage) des Dortmunder U.[/fruitful_alert]

Im Rahmen des f2 Fotofestival Dortmund widmen sich zur Zeit an verschiedenen Orten Studierende (Fotografie und Design), Fotografen und Fotojournalisten dem Thema „Grenzen“ unter verschiedenen Blickwinkeln.

In einer Kooperation zwischen dem Arbeitsbereich für Fotografie am Seminar für Kunst und Kunstwissenschaft der TU Dortmund und dem Master-Studiengang Photographic Studies am Fachbereich Design der FH Dortmund entstanden spezielle Arbeiten, mit denen die „Grenzen der Fotografie“ auf unterschiedliche Weise ausgelotet wurden. Dies versuchten sie mit verschiedenen Mitteln.

Wie Marvin Eil (TU Dortmund) Ars tremonia vorab erzählte, ist die TU-Ausstellung der auf der ersten Etage des Dortmunder U in drei Sparten aufgeteilt. 1. Störungen und Irritationen 2. Zeitlichkeit und Kontrast und 3. Fotografische Realität.

Die Künstlerinnen und Künstler arbeiten dabei mit verschieden Mittel der Irritation durch Spiegelungen mit Plexiglas (auch buntes), dem fotografieren von Fotografien, experimentieren mit Belichtungen, irritierende Bewegungsaufnahmen und Foto-Negativen. Sie lassen unter anderem auch den Eindruck einer Fotografie durch Haare, Draht oder anderem vor der Kamera entstehen. Was ist Realität?

Bei seiner eigenen Arbeit mit alten schwarz-weiß Fotografien aus den 50iger bis 70iger Jahren des letzten Jahrhunderts „What‘s left?“ (Was ist Links? Stellen sich den Betrachtern unter anderem Fragen wie: „Was links und was ist rechts?“Auf den Fotos ist einiges an den Seite weiß gebleicht. Oder: „Was ist übrig geblieben und vom damaligem Kontext noch erkennbar ?“ Diese Fotografien sind alte Erbstücke und Eil hat sie auf 80 cm mal 60 cm Format gebracht. Formate und Ränder lösen sich auf.

Interessant ist die Installation „Tisch“ von Verena Wolf, die mit der Gleichzeitigkeit verschiedener Perspektiven und Dimensionen spielt und die Grenzen der zweidimensionalen Fotografie durchbricht. Bei Anja Migge werden Fotos von Verletzungen der Haut werden zur Haut selber, beziehungsweise zur Verletzung des Fotos. Das ist nur ein kleiner Einblick in die große Ausstellung.

Am Freitag, den 30.06.2017 um 17:00 Uhr ist die Eröffnung (TU) auf der ersten Etage des Dortmunder U.

Am gleichen Tag wird dann um 19:00 Uhr Werkshalle (Union Gewerbehof), Rheinische Straße 143 die Ausstellung der FH Dortmund zum Thema „Design“ eröffnet werden.




Klangkunst, Technik und Poesie

[fruitful_alert type=“alert-success“]Tina Tonagel zeigt im Dortmunder U, dass auch Maschinenästhetik ihre Reize hat.[/fruitful_alert]

Die Kölner Medienkünstlerin Tina Tonagel gestaltet vom 30.06. bis voraussichtlich 29.10.2017 das Schaufenster # 19 im Dortmunder U mit ihren motorisierten Installationen aus alltäglichen Materialien. Sie arbeitet mit verschiedenen Projektionstechniken und nutzt elektromechanische Apparaturen für ihre Installationen voll poetische Anziehungskraft. Dabei steht die Technik und Elektronik, die ihre Installationen in Gang halten, nicht im Hintergrund. Sie wird offen gezeigt und sichtbar eingebaut. So wird dem Besucher das „Ursache-Wirkungsprinzip“ anschaulich gemacht.

Das zeigt sich gleich eindrucksvoll bei der humorvoll-spielerischen Wandarbeit „Sisyphos, zum Glück“. Auf einer Hartfaserplatte gleitet unermüdlich langsam wie von Geisterhand eines von vier Kästchen auf und ab. Wie die mythologische Figur, die als Strafe immer wieder einen Felsblock einen Berg hinauf wälzen muss, der kurz vor dem Erreichen des Gipfels wieder nach unten stürzt. Die technische Funktionsweise ist für den Betrachter offen zu sehen.

Bei ihrer zweiteiligen Arbeit „Andere Monde, andere Rubriken“ zeigen eine poetische Leichtigkeit, wobei die liebevoll gestalteten zugrunde liegenden elektronischen Leitungen offen zu sehen sind. Auf weißen lackierten Spanplatten sind verschieden große, weiße Muffinförmchen aus Papier angebracht, die auf kleinen Motoren sitzen sich dauernd im Kreis drehen. Die Kabel, auf der Rückseite verbaut, sind aber nicht zu sehen. Nur ein paar LEDs lassen durch ihr Blinken ahnen, dass die feine Kupferbahnzeichnung tatsächlich für Strom sorgt und im Hintergrund der Ästhetik ein konkreter Schaltplan steht.

Ein besonderes Klangerlebnis bietet die „Komposition für selbstspielende Triangeln“. Neunzehn Triangeln in sechs verschiedenen Größen und Tonarten werden über elektronische Impulse von kleinen sogenannten Hubmagneten angespielt.

Die Künstlerin zeigt hier auch ihre Fähigkeiten als Programmiererin. Sie hat die polyphone Komposition für diese spezielle Klanginstallation auch selbst komponiert.

Es ist ihr Anliegen, die scheinbar raue Maschinenästhetik und ihre Funktionsweise sichtbar für das Publikum zu machen und gleichzeitig ihre Klarheit und Schönheit zu verdeutlichen.

Weitere Informationen zum Begleitprogramm zur Ausstellung erhalten Sie unter www.tinatonagel.de




Fotofestival Dortmund an acht verschiedenen Orten

[fruitful_alert type=“alert-success“]Katrin Koenning zeigt Freizeitaktivitäten im Künstlerhaus Dortmund im Rahmen der Ausstellung „Everyday Is Like Sunday“.[/fruitful_alert]

Das neue Fotofestival „f²“ in Dortmund unter dem Oberthema „Grenzen“ unter Beteiligung von von mehr als 80 bekannten Fotografen findet vom 22. Juni bis zum 16. Juli 2017 an acht verschiedenen Ausstellungsorten statt. Dort wird jeweils ein unterschiedlicher Zugang und Blickwinkel auf diese Thematik präsentiert. Das große Spektrum reicht von „Grenzen des Wachstums“ bis zu den „Grenzen des Mediums Fotografie“

Drei Kunstorte machen den Anfang: Das Depot Dortmund eröffnet als erster Ort das Fotofestival am Donnerstag, den 22.06.2017 um 19:00 Uhr mit der Ausstellung „Grenzen des Wachstums“. Sie bezieht sich auf eine 1972 erschienen Studie des „Club of Rome“, der schon damals mahnend auf die Folgen einer zügellosen Weltwirtschaft hinwies. Internationale Fotografen zeigen eindrucksvoll in ihren künstlerischen, dokumentarischen und fotojournalistischen Arbeiten in Farbe und Schwarz-Weiß, die Folgen von Überfischung, Klimawandel, Armut, Ausbeutung und Perspektivlosigkeit. Sie führen uns auch deutlich vor Augen, warum Menschen es auf sich nehmen, unter schwierigsten Bedingungen aus ihren Heimatländern zu fliehen.

Am Freitag, den 23.06.2017 um 20:00 Uhr wird im Künstlerhaus Dortmund die Ausstellung von sieben verschiedenen Fotokünstlerinnen und Künstlern unter dem Titel „Everyday is like Sunday“. Hier wird der Song von Morrissey aufgegriffen, um die Bedrohung durch den als langweilig und still empfundenen „freien Sonntag“ zu beschreiben. Die Grenzen zwischen Feiertag und Alltag sind fließend. Wie empfindet ein arbeitsloser Mensch den Sonntag? Die Ausstellungsmotive drücken diese Ambivalenz zwischen Alltag und Feiertag, Normalität und Experiment, Fest und Langeweile oder Heimat und Fremde aus. Dabei spielt der auf die Freizeit gerichtete Aspekte der Konsumgesellschaft ebenso eine Rolle wie Feiertag als Flucht aus dem Alltag, Alltag als Flucht vor der Einöde des Sonntags. Einen besonderen Blick auf das Ruhrgebiet und seiner Bewohner zeigt die hier geborene Künstlerin Katrin Koenning (lebt seit sieben Jahren in Australien) in ihren Fotografien von einfachen Freizeitvergnügen im Grünen oder solchen, die auch Zeichen des Verfalls beinhalten. Zu sehen sind auch Arbeiten, die sich mit dem Erleben von Sexualität zwischen Prostitution und Lebensgemeinschaft respektvoll beschäftigen.

Am Samstag, den 24.06.2017 wird in der 44309 Street/Art Gallery eine besondere Fotoausstellung eröffnet. Der deutsche Fotograf Felix Kleymann hat 2015 Menschen auf ihrer Fluchtroute vom Irak über die Türkei, Griechenland, die Balkanroute über Österreich nach Deutschland. Er dokumentiert das während der acht Wochen den Camps erlebte oder die gefährlichen Überfahrt im Schlauchboot in Bildern und Texten. Er wird am Samstag anwesend sein und auch davon berichten. „Ich wollte einmal dokumentieren, was es eigentlich bedeutet, unter Strapazen und Gefahren so eine Flucht auf sich zu nehmen,“ so Kleymann.

Die anderen fünf Orte des des Fotofestivals haben später ihrer Eröffnungstermine. Wir werden davor berichten.

 




Wer kommt in den Kunst-Kalender?

Aus rund 80 eingereichten Werken von heimischen Künstlerinnen und Künstlern als Bewerbungen für den beliebten und mit einer Produktionszahl von 500 limitierten und Hand signierten Kalender „Grafik aus Dortmund“ wurden 48 für eine Ausstellung im Foyer des Dortmunder U ausgewählt. Diese werden nun vom 9. Juni bis zum 2. Juli 2017 dort ausgestellt und können von den Besuchern begutachtet werden. Dann fällt die Jury ihr schweres Auswahlurteil für die zwölf Kalenderblätter für das Jahr 2018.

Die Ausstellung hatte in den letzten Jahren in der Berswordt-Halle statt gefunden.

Der Direktor des Dortmunder U, Edwin Jacobs, freut sich nun, diese örtliche kreative und vielfältigen Kunstwerke in das Haus zu holen und zeigen zu können. Das ist eines seiner Anliegen.

Bei der feierlichen Eröffnung am 08.06.2017 waren neben Jacobs Bürgermeisterin Birgit Jörder und Dirk Schaufelberger (Vorstandsmitglied des Sponsors Sparkasse Dortmund) anwesend. Gestärkt mit Laugenstangen und Getränken konnte sich das Publikum von der Qualität und Vielfalt der Bilder überzeugen. Ob figürlich oder abstrakt, hatten einige auch eine mehr oder weniger politische Symbolik. Das Thema „Freiheit“ spielte dabei zum Beispiel eine Rolle.

Für musikalische Untermalung sorgte das Jazz- und Swing-Duo CHOO CHOO Panini.

Zum Jahreswechsel wird dann der limitierte und nicht zum Verkauf stehende Kunstkalender traditionsgemäß von Dortmunds Oberbürgermeister Sierau als exklusives Präsent an Partner und Freunde im In-und Ausland überreicht.




Musterlösungen für das Torhaus Rombergpark

[fruitful_alert type=“alert-success“]Welche „Musterlösungen“ zeigen wohl Leonie Herrmann (links) und Refika Düx im Torhaus Rombergpark?[/fruitful_alert]

In einer Gemeinschaftsausstellung versuchen die jungen Künstlerinnen Leonie Herrmann und Refika Düx mit 14 Werken in verschiedenen Formaten ihre „Musterlösungen“ für die Städtische Galerie Dortmund Torhaus Rombergpark zu präsentieren. Beide haben schon zusammen in Enschede studiert.

In jedem einzelnen ihrer Werke prallen verschiedene Strukturen, tastbare Haptiken, unterschiedliche Materialien und Farben aufeinander. Verwendet werden neben Öl, Tusche, Papier oder Transparentpapier auf Leinwand oder auch Hartfaserplatte. Herrmann arbeitet beispielsweise mit zusätzlichen anheften von Papierfetzen oder Auskratzen an bestimmten Stellen. So gelingt es ihr, die Betrachter zu irritieren.

Auch Düx hat in ihren Werken überraschende Elemente. So verwendet sie alte Zeitungsausschnitte, die zum Beispiel als Notenausschnitten aus einem Bild hervor luken. Im Gegensatz zu Düx arbeitet Hermann nicht abstrakt, sondern figurativ. Trotz ähnlicher Vorgehensweise ist die Wirkung unterschiedlich. Während die neun abstrakten Exponaten von Düx mit ihren gelben, blauen oder hellgrünen Pastellfarben eine freundliche Atmosphäre und positive Spannung verbreiten, erscheinen die fünf figürlichen Werke von Herrmann irritierend und fragend.

Fast alle Exponate sind in den letzten Jahren entstanden und haben zumeist keinen Titel. Düx verwendet eine spezielle Nummerierung nach dem Ort der Herstellung.

Die Ausstellung ist vom 4. bis 25. Juni 2017 zu sehen.

Die Eröffnung der Gemeinschaftsausstellung ist am Pfingstsonntag, den 4. Juni 2017 um 11.00 Uhr im Torhaus Rombergpark (Städtische Galerie Dortmund).

Öffnungszeiten:

dienstags bis samstags: 14.00 – 18.00 Uhr

sonntags und feiertags: 10.00 – 18.00 Uhr

Eintritt frei




Zerfall von Intimität und Interieur

[fruitful_alert type=“alert-success“]Ausschnitt aus dem Werk „Life on Earth“, von Tobias Spichtig. 2017, verschiedene Materialien.[/fruitful_alert]

Im Dortmunder Kunstverein ist noch bis zum 16.07.2017 die Gruppen-Ausstellung „Hunger“ zu sehen. Vier junge KünstlerInnen aus dem In-und Ausland sind mit ihren Werken und Installationen  daran beteiligt. Marcel Hiller, Clémence de la Tour du Pin, Mélanie Matranga und Tobias Spichtig setzen sich in insgesamt 20 Installationen mit der durch die die modernen sozialen Medien wie YouTube, Instagram oder Facebook durchlöcherte Privatsphäre auseinander. Das private Intime wird immer mehr Bestandteil des Öffentlichen.
Die Ausstellung konzentriert sich im Wesentlichen auf den Zerfall des Interieurs und der Intimität. Der Titel „Hunger“ deutet auf ein existenzielles Bedürfnis und Sinnbild für Mangel sowie Begierde hin.
Beeindruckendes Beispiel dafür sind die Raumteiler von Clémence de la Tour du Pin. Drei Duschkabinen aus Stahl mit einem darüber geworfen benutzten Handtuch sind in der Quersicht offen einsichtig. Auf dem Boden sind braune Spuren aus einer Mischung von Kaffeesatz, Leinöl und Gips wie schmutziges Wasser zu sehen. Von der Längsseite sind durchlöcherte Raumteiler mit verschiedener Möglichkeiten der Durchsicht zu erkennen. Sie stehen als Metapher für verschieden Typen und Charaktere von Menschen, die unterschiedlichen Wert auf ihre Intimsphäre legen. So bieten die an Beichtstuhl-Trenngitter erinnernden Raumteiler je nach Enge der Gitterlöcher mehr oder weniger Einblicke. Die Privatsphäre ist nur scheinbar gewährleistet, da die Querfront offenen Einblick bietet.
Die fetischartigen Arbeiten der KünstlerInnen spielen mehr oder weniger auf die Ausstattung eines Innenraums an. Hier werden die verschiedenen Gegenstände zu Projektionsflächen für Emotionen wie Frust, Ausgrenzung oder Verlust. Die privaten Kreationen einer Parallelwelt in den sozialen Medien führt immer mehr zum Verschwinden des nichtöffentlichen Individuums. Da wird der Fetischismus zum politischen Vehikel und bietet die Möglichkeit zum Widerstand. Die Projektionsflächen sind die Gegenstände, deren viele Risse und Mängel Verwirrung auslösen und Fragen zum Thema aufwerfen.
Die grotesk wirkenden „besetzten Stühle“ von Tobias Spichtig zeigen zum Beispiel einen Tisch mit einigen heruntergekommene Stühle herum gestellt. Auf ihnen sitzen keine Menschen, sondern unterschiedlich bemalte und teils beleuchtete Globen aus verschiedenen Materialien. Es erinnert an ein politisches Krisengespräch. Versteckt im Hintergrund kauert eine als Person im Jogginganzug stilisierte Skulptur ohne Kopf, die das ganze beobachtet und auf den Boden uriniert hat.
Alle vier beteiligten KünstlerInnen arbeiten mit Kontrasten. So werden etwa weiche und harte Materialien kombiniert.
Ein künstlerischer Beitrag zur Auseinandersetzung mit den Einflüssen der modernen sozialen Medien auf unseren höchst persönlichen und privaten Lebensbereich und dessen Folgen.




Malerische Landsichten von Rügen bis Weißrussland

[fruitful_alert type=“alert-success“]So schön ist Rügen. Hildur-Mathias Bernitz vor einer Schilflandschaft.[/fruitful_alert]

Die Galerie Dieter Fischer im Dortmunder Depot zeigt vom 19.05.2017 bis zum 11. Juni 2017 neunzehn stimmungsvolle Aquarell-Acryl oder Pastell-Landschaftsbilder von Rügen bis Weißrussland des ursprünglich aus der Uckermark stammenden Rügener Künstlers Hildur-Mathias Bernitz unter dem Titel „LandSicht“. Der gelernte Grafiker wurde, wie er erzählte, auch durch den in seiner Heimat bekannten Vaters Bruno Bernitz inspiriert und entschloss sich in den 90iger Jahren des letzten Jahrhunderts, seinen ursprünglichen Beruf aufzugeben und sich ganz der Malerei zu widmen.

Impressionen von Sonnenaufgängen und Landschaften seiner Heimatregion sind seine künstlerische Auseinandersetzung und persönlichen Interpretation der ihn umgebenden Naturerscheinungen. Sie zeugen von einer genauen und sensiblen Beobachtungsgabe. Die Bilder zeigen die Schönheit der Landschaften im Nord-Osten in ihren verschiedenen Schattierungen. Die Rügener Schilflandschaft in seiner Nachbarschaft ist zum Beispiel von ihm in leuchtend gelber Farbe festgehalten.

Die Bilder sind im Zeitraum von 1996 bis 2016 entstanden.

Die Vernissage ist am Freitag, den 19. Mai 2017 um 19:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer im Depot. Die Finissage ist am Sonntag, den 11. Juni 2017 von 17:00 bis 19:00 Uhr.

Öffnungszeiten: Donnerstags 17:00 – 20:00 Uhr oder nach Vereinbarung mit Kurator Hartmut Gloger.

Weitere Informationen unter kunst@galerie-dieter-fischer.de .