Kunst mit Sinn für schwarzen Humor

[fruitful_alert type=“alert-success“]Ksenia Pedan und Ben Burgis zeigen im Dortmunder Kunstverein ihre Werke zum ersten Mal außerhalb Englands.[/fruitful_alert]

In der Zeit vom 8. September bis 12. November 2017 stellt das Künstlerpaar Ksenia Pedan (*1986 in Ukraine) und Ben Burgis (*1983 in England) ihre gemeinschaftlichen Skulpturen, Bilder, und Installationen als Gesamtkunstwerk in den Räumlichkeiten des Dortmunder Kunstvereins unter dem Titel „Golf Musk“ aus.

Die beiden Künstler arbeiten und leben seit 2011 zusammen in London und schaffen oft raumbezogene Installationen und Arrangements.

Mit „Golf Musk“ legen sie ihren Fokus auf die Untersuchung von Statussymbolen, und dadurch erzeugter materialer Hierarchien. Die Besucher der Ausstellung werden in eine ambivalente Welt aus Miniaturskulpturen, kleinen Tischen, Liegen, Sofas, Hocker, Stühlen, Wandpaneelen und oft seltsam gebeugten und deformierten künstlichen Interieurs geführt. Nach dem Eintritt sieht man in dem kleinen Raum links zunächst ein kleines, deformiertes „Golfcart“ als Symbol für die Dekadenz der Reichen. Als Materialien wurden von beiden Künstlern vor allem Harz, Holz, Schaumstoff und Metall benutzt. Erzählt wird eigentlich die Geschichte eines alten reichen Mannes. Dessen Leben- und Kindheitserinnerungen werden wie in einer Art Zerrspiegel gebrochen wahrgenommen. Dabei wurde bewusst Schmutz als Symbol und Mittel genutzt, um Hierarchien zu brechen. Die modernen neutralen, unberührten, weißen Ausstellungsräume werden durch den Schmutz an den Wänden, auf dem Boden und den verrottet wirkenden Objekten zu einer informellen und ungezwungenen Zone. Dieser Schmutz wird mit viel Sorgfalt und Humor eingesetzt und löst so die Grenzen zwischen Handwerklichem und Industriellen, Ernsthaftem und Trivialem auf. Als Besucher bewegt man sich wie in einer Welt von

Erinnerungsfetzen. Mit Gegensätzen wird bewusst gearbeitet. Niedliche, flauschige Hundeskulpturen stehen zum Beispiel neben schmutzigen, harten Objekten. Neben einem Miniaturhochhaus im Architekturstil des Brutalismus befinden sich zwei kleine gemütliche Liegen. Die Skulpturen sind gleichsam monströs und sinnlich und zeugen von gesellschaftlicher, musk-artiger Dekadenz.

Die Ausstellung wird am Donnerstag, den 7. September um 19:00 im Dortmunder Kunstverein neben dem Dortmunder U eröffnet.

Begrüßung : Marion Edelhoff (Vorstandsvorsitzende)

Einführung: Oriane Durand (Künstlerische Leiterin)

Am Samstag, den 9. September findet um 14:00 Uhr ein Künstlergespräch mit Ben Burgis, Ksenia Pedan und Oriane Durand statt.




Portraits und Universen

[fruitful_alert type=“alert-success“]Das Bild „Mercedes“ von Virginia Novarin. (Foto: © Virigina Novarin)[/fruitful_alert]

„Jeder Mensch ist eine Welt“. Das steht bereits im Talmud. Die Künstlerin Virginia Novarin sieht das ähnlich. Für sie sind Menschen Universen. Ihre Ausstellung „lauter Menschen – lauter Universen“ in der städtischen Galerie Torhaus Rombergpark präsentiert Portraits von Menschen und wie die Künstlerin sie sieht beziehungsweise, wie die Menschen gerne gesehen werden wollen. Die Ausstellung ist noch bis zum 17. September 2017 zu sehen.

Novarins Arbeiten wirken, als wären sie Illustrationen. Wie weit der Einblick in das jeweilige Leben geht, entscheiden die Beteiligten selbst. Die Künstlerin präsentiert eine Ausstellung mit Bildern von Menschen wie Du und Ich, die erahnen lassen, was die Person bewegt. Was sie mitzuteilen bereit ist – und welches Echo bei der Malerin ausgelöst wurde. Dabei entstanden farbige Werke, die sehr mit Symbolik aufgeladen sind wie beispielsweise gekrönte Vögel oder ähnliches, so dass die Motive ein wenig in den Bereich des magischen Realismus zu fallen scheinen.

Die gebürtige Argentinierin Virginia Novarin hat in Buenos Aires Kunst studiert und sich anschließend intensiv der Goldschmiedekunst gewidmet. Sie eröffnete eine eigene Werkstatt für Kunstobjekte in Buenos Aires und stellte in Argentinien, Chile und Uruguay aus. 1997 kam sie als freischaffende Künstlerin nach Deutschland.




Analog ist besser ?!

[fruitful_alert type=“alert-success“]Fünf Künstlerinnen und Künstler mit analoger Kunst im kunstbetrieb. (Foto: © der kunstbetrieb)[/fruitful_alert]

Die Ausstellung „Der Analog“ in der Dortmunder Galerie „der kunstbetrieb“ befasst sich mit dem physischen Akt des Schaffens. Die fünf teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler haben also an ihren Arbeiten selbst Hand angelegt und gemalt, geschweißt und gestaltet. Zu sehen ist der Analog noch bis zum …

Das digitale Zeitalter gebiert virtuelle Welten. Nichts scheint mehr real. Doch die Kunst ist auch ein Hort des analogen Schaffens. Auch wenn Videokünstler und Co. Jetzt meckern werden (tolle Ausstellungen in dem Bereich gibt es oft im HMKV, im Künstlerhaus oder in Kunstverein), für die meisten Menschen ist Kunst ein physisches Schaffen. Der eine malt, die andere modelliert und am Ende entsteht etwas haptisches. Auch wenn der „Engel“ von Almut Rybarsch sich deutlich besser anfassen lässt als die filigranen Skulpturen von Udo Unkel, die scharfkantig und zerbrechlich zugleich wirken.

Analog zu sein bedeutet auch, in gewisser Weise Unikat zu sein. Einmalig also. Denn sie wurden alle aus einem bestimmten Stoff geschaffen, der nicht einfach 1:1 kopierbar ist. Die Farbpigmente, die Anke Droste für ihr Bild „XY“ benutzt hat, sind nur dort vorhanden und sind nicht in 1 und 0 aufgelöst und überall auf der Welt gleichzeitig verfügbar.

Hinzu kommt, dass in der Ausstellung die Werke miteinander in Kontakt stehen. Drostes Horizont wird in den Skulpturen von Unkel aufgenommen, Rybarschs Fisch und Engel stehen nicht nur als Objekt an sich, sondern sind künstlerische Raumteiler, die die Besucher durch die Ausstellung führen.

Hier lenken sie den Weg zu den Installationen von Susanne Grytzka, die Stoffballenhalter künstlerische verfremdet oder zu Mathes Schweinberger, der mit seinen Zeichnungen aus der Dortmunder Nordstadt ein gewisses Heimatgefühl erzeugt.

Insgesamt zeigt die Ausstellung fünf unterschiedliche Positionen, die sich trotz ihrer Verschiedenheit zu einem Ganzen verknüpfen.




Von Geräuschen und Klängen

[fruitful_alert type=“alert-success“]Verbindung zwischen Rauminstallation und Raumklang: Die Arbeit „3’2,2 m³ von Miriam Hamann. (Foto: © Künstlerhaus Dortmund)[/fruitful_alert]

Der Mensch nimmt einen großen Teil seiner Wahrnehmung über die Augen auf. Doch es gibt einen „blind spot“. So lautet der Name der aktuellen Austellung im Künstlerhaus. „Nicht alles in der Welt ist akustisch erfahrbar“, so die Kuratorin Denise Ritter. Die sechs Künstlerinnen und Künstler aus der Schweiz, Österreich und Deutschland arbeiten alle mit Klängen und Geräuschen. Sie nutzen den Raum oder geben dem Besucher die Möglichkeit mittels Kopfhörer in die Klangwelt einzutauchen. Die Ausstellung „blind spot“ wird am 01. September eröffnet und ist bis zum 08. Oktober zu sehen.

Im Keller des Künstlerhauses hat Anja Erdmann ihre Zelte ausgeschlagen. Sie benutzt Motoren als Klangerzeuger und LEDs als Beleuchtungselemente. So wird der Keller nicht nur zu einem Raum voller akustischer Reize, sondern bietet auch Möglichkeiten der visuellen Imagination. Das durchkomponierte Stück eröffnet dem besucher neue Möglichkeiten der Raumwahrnehmung.

Die Arbeit von Miriam Hamann scheinen auf den ersten Blick nur eine skulpturale Arbeit zu sein. Denn die Form der Objekte, hier Teile von Lüftungsschächten, werden dem Raum angepasst. Doch Hamann fügt über den Klang eine weitere Ebene hinzu. Mittels ferngesteuerter Ventilatoren öffnen sich die Lüftungsklappen und schließen sich wieder, so dass Klänge entstehen. Wie auch bei Erdmann hat die Künstlerin ein Stück durchkomponiert.

Wie klingen eigentlich Gehirnströme? Christoph Illing hat die Aufnahmen eines EEG akustisch umgesetzt und in eine Klanginstallation verwandelt. Jeder Lautsprecher ist eine Elektrode und die Klänge, die erzeugt werden, hören sich mitunter sehr gespenstisch an. Die Aufzeichnungen entstammen einem sprachwissenschaftlichen Eperiment.

Einen eigenen Raum im Raum schafft Martina Lussi. Ein Scheinwerfer projiziert einen weißen Kreis auf dem Boden. Der Besucher kann mittels eines Lautsprechers den Klängen und Anweisungen von Lussi Folge leisten und um den Kreis gehen. Durch die sphärische Musik im Hintergrund hat die Arbeit etwas meditatives an sich.

Evgenija Wassilew hat den Fahrtwind beim Autofahren in dünnen Glasröhren aufgenommen. Dabei wurden Geschwindigkeiten von 220 km/h erreicht., der Windgeschwindigkeit eines Orkans. Die Töne, die entstanden sind, reichen von Pfeifen, Windschlag bis hin zum Übersteuern des Mikrophons, denn die Geräte sind an ihre technischen Grenzen gestoßen. Die Glasröhren dienen nicht nur der visuellen Gestaltung des Raumes, sondern zeigen auch die Fragilität der Aufnahmesituation.

Analog, Digital und wieder zurück. Achim Zepezauer, Dortmunder Künstler, schafft mit seiner „Cardtalk Cutting Lathe“ Maschine einen Spagat zwischen Analog und Digital. Sprache wird aufgenommen und auf eine ausgediente CD geschnitten. Das besondere dabei, dadurch kann man die CD auf einem normalen Plattenspieler abspielen. Den gibt es auch noch dazu. Aus Karton. Daher ist es möglich, mittels Bleistift die entstandene CD-Schallplatte auf dem Karton-Plattenspieler zu hören.

Besondere Veranstaltungen zur Ausstellung:

02.09. 2017 16-18 Uhr Workshop mit Klangkünstler Marcus Bauter für Jugendliche und Erwachsene

02.09. 2017 18:30 bis 19:30 Kuratorinnenführung

02.09. 2017 20 Uhr Installative Performance und experimentelle Musik

16.09., 23.09. und 24.09. 2017 robot sounds – Film- und Klangworkshop für Kinde rund Jugendliche von 10 bis 14 Jahre

Künstlerhaus Dortmund
Sunderweg 1
Öffnungszeiten: Donnerstag bis Sonntag 16 bis 19 Uhr




Jugendprojekt-Sonderausstellung im Hoesch-Museum

[fruitful_alert type=“alert-success“]Kunst aus dem Jugendprojekt „Wo geht Kunst“ ist im Hoeschmuseum zu sehen. (v.l.n.r.) Almut Rybarsch (KKünstlerin), Lisa-maria Huhn (Teilnehmerin), Tanja Malina Moszyk (Künstlerin), Claudia Müller und Michael Dückershoff (Leiter Hoeschmuseum).[/fruitful_alert]

Im Hoesch-Museum ist vom 3. September bis zum 1. Oktober 2017 die Jugendprojekt-Sonderausstellung „Nordstadt.Kultur.Leben. Wo geht Kunst?“ zu sehen. Dieses besondere 5-Jahres- Projekt startete 2012 als Teil des Bundesförderprogramms „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“. Konzipiert wurde das Projekt damals von der Jugendkunstschule balou e.V.. Seit dem Jahr 2013 führte die Stadtteilschule e.V. das Projekt in Kooperation mit der Kulturmeile Nord e.V. durch.

Das Projekt richtet sich an 15- bis 18-jährige Jugendliche aus der Dortmunder Nordstadt, die die Gelegenheit bekommen, unter professioneller Unterstützung in den Ateliers der Künstlerinnen Almut Rybarsch-Tarry und Anette Göke künstlerisch zu arbeiten und auch etwas von dem Alltag in kreativen Berufen kennenlernen.

In diesem letzten Projektjahr setzten sich 14 Jugendliche mit der Frage wo stehe ich, und wie will ich wohnen künstlerisch auseinander. Entstanden sind insgesamt in einem halben Jahr Vorbereitung fantasievolle, dreidimensionale „Wohnräume“ aus unterschiedlichen Materialien, ausdrucksstarke Bilder und Installationen.

Almut Rybarsch-Tarry, bei der die Jugendlichen die ganz persönlichen „Wunsch-Wohnräume“ schufen, machte die Erfahrung: „Es ist eine ganz anderes Arbeiten mit Jugendlichen als mit Erwachsenen“.

Neben der künstlerisch-kreativen Ausdrucksmöglichkeit für die Jugendlichen liegt ein Schwerpunkt des Projekts auch der Vermittlung des respektvollen Umgangs miteinander. So nahmen einige der Jugendlichen auch an der „Aktionswoche Respekt“ (Landesregierung NRW) im November 2016 teil oder zeigten beim Stadtfest DORTBUNT „Flagge gegen Rechts“.

Jugendliche aus der Nordstadt, die von ihren häuslichen Hintergrund nicht immer die besten Anregungen und Bedingungen für eine Entfaltung ihrer künstlerischen Fähigkeiten bekommen, haben hier die Möglichkeit der kreativen Entfaltung.

Manche, wie etwa die 16-Jährige Pandora, entschließen sich später sogar, an der Fachhochschule „Design“ zu studieren.

Die Künstlerin Tanja Melina Moszyk, seit dem ersten Projektjahr als führende Persönlichkeit dabei, verriet beim Pressegespräch: „Es war damals gar nicht so einfach, allen die Bedeutung dieses Projektes gerade für diese Altersgruppe klar zu machen. Es gab ja nur Projekte für jüngere, wie zum Beispiel der „Kulturrucksack“ für die 10- bis 14-Jährigen.“

Alle hoffen auf ein neues großes Projekt ab 2018.

Am Sonntag, dem 3. September 2017 wird die Sonderausstellung um 11:00 Uhr im Hoesch-Museum, Eberhardstraße 12, eröffnet.




Ende der Sommerpause im Kunstbonbon

[fruitful_alert type=“alert-success“]Wer hat Angst vor dem bösen Wolf? „Rotkäppchen“ von Michaela Düllberg. (Foto: © Kunstbonbon)[/fruitful_alert]

Die Sommerpause im kleinen aber feinen „Kunstbonbon“ ist schon früh beendet. Es werden dort vom 05.08.2017 bis zum 08.09.2017 Malereien, Grafiken und Collagen der 1963 in Frankenberg (Hessen) geborenen Künstlerin Michaela Düllberg zu sehen sein. Erst relativ spät, im Alter von 50 Jahren, machte sie mit ihrer künstlerischen Arbeit ernst und erhielt ihr Diplom in Malerei und Grafik von der IBKK Bochum.

Ein volles Atelier mit Mischtechniken in den Bildern, Materialcollagen, Objektkästen und Druckgrafiken mit verschiedenen Zutaten bezeugen ihre Experimentierfreude und Fleiß. In der Ausstellung im Kunstbonbon geht es um die künstlerische Auseinandersetzung mit Veränderung und Entwicklung von Sichtweisen, Stimmungen im eigenen Leben, sowie den Einflüsse von Außen durch eine sich rasant verändernden Umwelt.

In ihren abstrakten wie figürlichen Werken finden sich immer wieder Frauen, Fische und Hunde als Hauptmotive. Kreuze, Ringe, Punkte und Kreise begleite ihre Arbeiten und leuchte in Signalfarben aus ihnen heraus. Die Künstlerin schafft mit dieser Bildsprache ihre Stimmungen und Lebenssituation auf ihre ganz eigene Art zu erforschen. Je älter die Personen auf den Bildern sind, um so weniger ist die Situation klar zu erkennen, in der sie sich befinden. Als Betrachter entdeckt man immer mehr Details und hat viel Raum für eigenen Emotionen und Interpretationen.

Auf ihren Bildern sind die Köpfe der Personen oft überdimensional vergrößert dargestellt.

Interessant zu sehen ist eine veränderte Sichtweise bei dem Ausstellungsbild „Rotkäppchen“. Hier ist der „böse Wolf“ klein vor dem „großen Rotkäppchen“ zu sehen.

Die Vernissage findet im Kunstbonbon (Chemnitzer Str. 11, 44139 Dortmund) am Samstag, den 05.08.2017 um 15:00 Uhr statt.

Öffnungszeiten: Dienstags 13:00 bis 18:00 Uhr, freitags 15:00 bis 20:00 Uhr und samstags von 12:00 bis 15.00 Uhr.




Die Faszination Wasser

[fruitful_alert type=“alert-success“]Die Vielfalt der Farben des Meeres symbolisiert Margarita Eppendorf mit dieser Installation.[/fruitful_alert]

Schon seit Jahren beschäftigt sich die Künstlerin Margareta Eppendorf mit dem Thema Wasser oder dem „Blauen Gold“ wie sie ihre aktuelle Ausstellung im Torhaus Rombergpark nennt. Dabei geht es nicht nur um die Faszination dieses Elements, sondern auch um eine kritische Betrachtung von Wasserwirtschaft und der Privatisierung von Wasser. Die Ausstellung ist vom 30. Juli bis zum 20. August 2017 zu sehen.

Wasser ist der Quelle des Lebens. Es ist schwer vorstellbar, dass es irgendwo im Universum Leben geben könnte ohne Dihydrogenmonoxid. So bezeichnen Chemiker scherzhaft Wasser, denn es besteht aus zwei Wasserstoffatomen und einem Sauerstoffatom – kurz und bekannter als H2O.

Wasser war auch immer der Träger von Zivilisation. Ohne die Beherrschung von Wasser gäbe es wohl weder die sumerische Zivilisation, ganz zu Schweigen von der ägyptischen, die stark vom Nil abhängig war.

Die Faszination von Wasser zeigt Eppendorf in mehreren Arbeiten. In der „Blauen Symphonie“ zeigt sie acht Bilder, die mit kräftigen Blautönen die Kraft des Wassers beschreiben, doch dabei durch ihre halb abstrakten Motive den Betrachter einladen, sich seine eigenen Gedanken zu machen.

Interessant ist auch das Triptychon „Blau“, das – wie der Titel vermuten lässt – aus drei Bildern besteht, die wiederum aus mehreren kleineren Bildern zusammengesetzt sind. Ähnlich wie ein Puzzle zeigt das Triptychon in seine Gesamtheit die Lebendigkeit von Wellen.

Eppendorf ist von den verschiedenen Farben des Wassers angetan. In „Farbe des Wassers“ zeigt sie in einer Installation 90 mit Tinte gefüllte Folienbeutel, die die unterschiedlichen Farben des Meeres repräsentieren. Die Künstlerin begeistert sich vor allem für das südliche Wasser und war schon des öfteren in Mexiko oder auf Kuba.

Doch Eppendorf wirft in ihren Werken auch einen anderen Blick auf das Wasser. Wasserwirtschaft, industrielle Nutzung von Wasser und die Privatisierung sind die Themen in den Arbeiten „Hydropiraterie“, „DURST“ oder in der Videoinstallation „Gedächtnis des Wasser.

Die Öffnungszeiten der Galerie Torhaus Rombergpark sind dienstags bis samstag 14 bis 18 Uhr, sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr.

Ein kraftvolles Blau benutzt Margareta Eppendorf für ihre Meeres-Bilder.




Visuelle Impressionen zweier ferner Reiseziele

[fruitful_alert type=“alert-success“]Diango Hernández und Anne Pöhlmann entführen uns zu ihren Sehnsuchtsorten.[/fruitful_alert]

Das in Düsseldorf lebende Künstlerpaar Anne Pöhlmann (* 1978 in Dresden) und Diango Hernández (* 1970 auf Kuba) hat schon seit 2012 erfolgreich eine gemeinsame Künstlerplattform mit dem Namen „Lonelyfingers“ gestartet. Nun entwickelten sie speziell für die lange Fensterfront des Dortmunder Künstlerhauses eine spezielle Ausstellung mit dem Titel „Two Destinations“ (29. Juli – 25. August 2017).

Ausgangspunkt hierfür waren ihre über dreieinhalb Monate Anfang dieses Jahres gehenden Reiseerfahrungen aus zwei Ländern mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund.

Pöhlmann reiste nach Japan und näherte sich trotz Sprachbarrieren mit ihrer Serie „Japan Diary“ einer fremden Kultur an. Das Medium der Fotografie erleichterte und ermöglichte ihr dabei die Aneignung der neuen Umgebung. „Die Fotografie spielt in Japan eine große Rolle. Überall werden zu allen möglichen Anlässen Gruppenfotos und Portraits gemacht,“ erklärte die Künstlerin. Sie selber kommt aus der architektonischen Fotografie und ihre Installationen sind gezielt für einen Ort konzipiert worden.

Für ihre komponierten Schnappschüsse von Alltagssituationen oder speziellen japanischen Gartenlandschaften benutzt sie des öfteren ihr iPhone. So zum Beispiel bei einem Foto, dass das Innere eines Kimono offenbart. Ihr Tagebuch lässt das geheimnisvolle Japan als melancholischen Ort der Sehnsucht lebendig werden.

Hernández dagegen reiste in seine alte Heimat Kuba und gibt der ihm vertrauten Landschaft mit zarten, aber kraftvollen Farben ein Gesicht. Er malt Bilder von tosenden Wellen am Strand und vermittelt ebenfalls ein „Sehnsuchtsbild“ seiner kubanischen Heimat.

So unterschiedlich die beiden Reiseziele sind, verbindet sie doch eine gewisse Art der Isolation. Ob diese im Fall der Wirtschaftsmacht Japan frei gewählt wurde, oder in Kuba über lange Jahre politisch bedingt war, spielt hierbei keine Rolle.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 28.07.2017 um 19:00 Uhr im Dortmunder Kunstverein statt.Die Vorsitzende des Vereins, Marion Edelhoff, wird die Anwesenden begrüßen und die Künstlerische Leiterin, Oriane Durand, führt in die Werke ein.

Am Freitag, den 25. August 2017 findet übrigens am gleichen Ort ein Künstlergespräch mit Anne Pöhlmann, Diango Hernández und Oriane Durand statt.




Kreative Arbeiten aus Schulen und Kitas

[fruitful_alert type=“alert-success“]Mechthild Eickhoff (hinten links) mit Erzieherin und Kinder vom Familienzentrum Wienandweg.[/fruitful_alert]

Im Rahmen von „Kultur und Schule“-Projekten sowie dem Programm „Künste in der Kita“ werden ab der nächsten Woche bis zum 3. September 2017 auf der zweiten Ebene des Dortmunder U (Kulturelle Bildung, UZWEI)) die kreative Arbeiten und Ideen von Schülern und Kita-Kindern unter dem Titel „Big Spot“ ausgestellt. Alle Arbeiten sind im Laufe des letzten Schuljahres entstanden.

Fünf Kitas und acht Schulen aus Dortmund haben sich mit Unterstützung von Künstlerinnen und Künstlern mit vierzehn Projekten beteiligt. Die Kitas waren in diesem Schuljahr zum ersten Mal dabei. Sie zeigten dabei alle eine große Vielfalt an kreativen Ideen.

Zu sehen sind nicht nur selbst gemalte Bilder, Fotos, Holzskulpturen, Masken , Filmausschnitte und anderes, sondern es gibt auch viele Angebote zum Mitmachen für Kinder und Jugendliche. So gibt es zum Beispiel die Möglichkeit, sich aus Pappe sein eigenes Musikinstrument zu basteln oder sich auf einer Fotoplattform mit einem selbst gewählten Hintergrund ablichten zu lassen. Auch lustige Ideen wie die „bemalten Kanister“ sind zu bestaunen. Es gibt aber natürlich noch viel mehr zu entdecken. Bei freiem Eintritt besteht für die jungen BesucherInnen zudem die Gelegenheit, kreativ zu sein und selber etwas zu gestalten.

Big Spot“ wird veranstaltet vom Regionalem Bildungsbüro, der UZWEI im Dortmunder U und dem Kulturbüro Dortmund.




Fotografien, die Geschichten erzählen

[fruitful_alert type=“alert-success“]Andreas Spindler spielt mit der fotografischen Wahrnehmung der Realität.[/fruitful_alert]

Die Galerie Dieter Fischer im Depot zeigt unter dem Thema „ZwischenRäume“ vom 14. Juli bis 6. August 2017 sechzehn digital bearbeite großformatige Fotografien des Dortmunder Fotografen Andreas Spindler.

Seit 2007 habe ich mich der digitalen Fotografie gewidmet,“ erklärte der Künstler bei einem Vorgespräch. Er experimentiert mit der ganzen Spannbreite. Durch verschiedene Belichtungsmöglichkeiten regt er mit seinen Fotografien die Fantasie an. Mit seinen Arbeiten animiert der die Betrachter, „zwischen den Zeilen“ zu lesen und den Geschichten hinter diesen Fotografien näher zu kommen zu wollen.

Jedes Bild ist von seiner Stimmung, Inhalt und Art der Bearbeitung unterschiedlich. Manche wirken fast wie ein geheimnisvolles Gemälde, andere sind wieder rational fotografisch.Im besten Fall gibt es, so hofft der Künstler, viele Geheimnisse der Fotografien für die Besucher der Ausstellung zu entdecken und Vergleiche zu ziehen.

Die Vernissage mit Musik von Siegfried Hiltmann am Saxophon ist am Freitag, den 14. Juli 2017 um 19:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer im Depot. Die Finissage ist am Sonntag, den 6. August 2017 von 17:00 bis 19:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer.

Öffnungszeiten donnerstags 17:00 – 20:00 Uhr und gerne nach Vereinbarung mit dem Kurator Hartmut Gloger.

Informationen erhalten Sie unter kunst@galerie-dieter-fischer.de