Kohle weg ?! – Ausstellung um den Wert der Dinge

In diesem Jahr schließt die letzte Zeche im Pott. Was bleibt und was ist wertvoll? Die UZWEI (Zentrum für kulturelle Bildung) im Dortmunder U stellt die Frage nach dem Umgang mit Geld, mit Werten und dem wesentlichen Unbezahlbaren.

Kinder der 3. und 4. Klasse der Petri-, Oesterholz- und Fine-Frau-Grundschule, sowie die UZWEI Fotosterne haben sich im letzten Jahr diesem Thema in Kooperation mit bodo. e.V./Das Straßenmagazin und der Schuldnerberatung SKM (Caritas) angenommen.

Unter dem Titel „Kohle weg?! Von wertvoll bis unbezahlbar“ entstand eine Mischung aus Ausstellung, Installation und Aktion zum Umgang mit Geld und dem, was einem wichtig ist.

Den Kontakt zu den Schulen managte Projektmitarbeiterin Franka Schlupp.

Die beteiligten Kinder drei Schulen hatten fantasievolle Ideen, wie zum Beispiel ihre „Traumstadt Dortmund“ aussehen sollte. Mit Fotos und einem selbst gestalteten Mobile, stellten sie dar, wie es aussehen würde, wenn sie reich wären. Gemalte Kohlezeichnungen zeigen ihre unterschiedlichen Vorstellungen, was ihnen besonders wertvoll ist. Schwieriger war es für sie, das Gefühl künstlerisch in Bilder zu fassen, wenn jemandem etwas wertvolles weggenommen würde.

So sieht der Kaufladen aus, wo Besucher für 1 Uro symbolische Werte einkaufen können.
So sieht der Kaufladen aus, wo Besucher für 1 Uro symbolische Werte einkaufen können.

Spannende Aktionsideen, szenografisch gestaltet von Lena Wesholowski, Simone Wanzke und Alisha Weder, erwarten die Besucher der Ausstellung. So können sich mit ihrem Foto an einem „Gelddruckautomaten“ die Währungsscheine „je 1 Uro“ ausdrucken lassen und an einem liebevoll gestalteten „Kaufladen“ symbolisch Werte wie Familie, Zeit, Liebe und Natur, oder Süßigkeiten, Getränke, Haus, Auto erwerben. Was wird wohl am meisten „gekauft“? Auf dem Boden sind farbige Wegweiser und für den Sound (Kaufhaus) und Interviews mit Kindern zum Thema sorgt Max Walter.

Mit eine bodo-Aktion mit Einweg-Kameras, soll der „wertvollste Moment“ festgehalten werden.

Übrigens: Beim Kaufladen können Besucher auch einen Leinenbeutel mit den Symbolen für 1,- Euro erwerben. Der Erlös geht an bodo e.V./ Das Straßenmagazin.

Eine besondere Idee hatten junge Leute in Kooperation mit der Schuldenberatung SKM. Um auf die Armutsproblematik aufmerksam zu machen, entwickelten sie großformatige Fotografien (Einzel-oder auch Gruppenfoto) von sich mit dem Slogan „Keine Armut“ in den verschiedensten Sprachen.

Es gibt also genug Denkanstöße, um sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Donnerstag, den 19.04.2018 um 18:00 Uhr im Dortmunder U auf der zweiten Etage. Die Ausstellung geht bis zum 01. Juli 2018.

Eintritt: frei!

Mehr Infos unter: http://aufderuzwei.de/




Künstlerische Beobachtungen von Günter Rückert im Kunstbonbon

Die kleine aber feine Galerie Kunstbonbon in der Chemnitzer Str. 11 zeigt vom 21.04.2018 bis zum 19.05.2018 unter dem Titel „Schräg hinten ist gerade vorn“ (der Name ist Programm) Zeichnungen und Malerei (Aquarell und Acryl auf Holz und Leinwand) von dem in unserer Stadt bekannten Künstler Günter Rückert.

"Die Salamijacke" von Günter Rückert. Zu sehen in der Galerie "Das Kunstbonbon".
„Die Salamijacke“ von Günter Rückert. Zu sehen in der Galerie „Das Kunstbonbon“.

Dieses Allround-Talent ist vielen auch noch als Mitbegründer des legendären Rocktheater Nachtschicht und vor allem auch als Regisseur des Geierabends in guter Erinnerung. Er besitzt die seltene Gabe, auch völlig alltäglichen Situationen etwas Skurriles abzugewinnen. Mit seiner genauen Beobachtungsgabe setzt er sich künstlerisch mit den Widrigkeiten des alltäglichen Lebens und gesellschaftlichen Problemen humorvoll und „augenzwinkernd“ verständnisvoll auseinander. Sich in deprimierendem Fatalismus zurückzuziehen, ist nicht sein Ding.

Vor zwei Jahren konnte man sich von Rückerts Bildern über die Nordstadt in der städtischen Galerie Torhaus Rombergpark überzeugen.

Bei der Vernissage um 15:00 Uhr am 21.04.2018 dürfen sich die Besucherinnen und Besucher zudem auf den Saxophonisten Wim Wollner freuen. Er wird dem Künstler dann musikalisch zur Seite stehen. Wir dürfen gespannt sein, was uns da erwartet.

Die Ausstellung ist bis zum 19.05.2018 dienstags (13 – 18 Uhr), freitags (15 -20 Uhr) und samstags (12 – 15 Uhr) zu sehen.




Lea Carla Diestelhorst – Kunst im Spannungsfeld von Natur und Abstraktion

Das Torhaus Rombergpark in Dortmund ist ein Ort mit ganz eigener Geschichte, Architektur und Umfeld. Die städtische Galerie bietet den Besuchern nun von 08.04.2018 bis zum 29.04.2018 passend zu dieser besonderen Umgebung die Ausstellung „Von Gärtnern und Kannibalen“ der Dortmunder Künstlerin Lea Carla Diestelhorst (*1987 in Herdecke).

Diese arrangiert im Torhaus eine Ausstellung mit klein- und großformatiger Malerei (12 Stück) zwischen Natur und Abstraktion, einem bis auf einem kleinen Spalt geheimnisvoll verschlossenem Gewächshaus. Drei weiße Gartenstühle laden zum Verweilen und Sinnieren ein.

Ihre Arbeiten sind gekennzeichnet durch das Changieren und Austarieren der Abstraktionsgehalte. Sie verführen den Betrachter dazu, die dahinter verborgenen konkreten „weltlichen Objekten aus der Natur“ zu entdecken.

Das ganze Arrangement dient dazu, die Fantasie anzuregen und in einem Kontext zu bringen. Mit wenigen Setzungen von grünen oder weißen geheimnisvollen Schnüren ähnlichen Gebilden die sich über die bemalte Leinwand legen, ermöglichen den Ausbruch aus den Begrenzungen der zweidimensionalen Leinwand. Die Suche nach Analogien und assoziativen Verbindungen wird gefördert. Die Bild- und Gedankenwelt des Gartens kann bei dem Besucher, wenn er sich darauf einlässt, zu einer kritisch – konstruktiven Hinterfragung der Begrifflichkeit von Natur (Natürlichkeit) und Kultur (Künstlichkeit) führen.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Sonntag, den 08. April 2018 um 11:00 Uhr im

Torhaus Rombergpark, Städtische Galerie Dortmund statt.

Eine Einführung wird es durch die Kuratorin Linda Schröer (Dortmunder Kunstverein) geben.




Humorvolle Tusche-Kunst in der Galerie Dieter Fischer

Die Galerie Dieter Fischer im Dortmunder Depot zeigt vom 23.030 bis 15.04.2018 unter dem Titel „FRISCH GETUSCHT“ komisch „frische“ Zeichnungen mit Tusche und Wasserfarbe der hiesigen Illustratorin Charlotte Wagner (*1970). Obwohl zu ihrem Arbeitsalltag mit der Erstellung von Bildern für Bücher, Spiele oder Zeitungen der Computer zu den wichtigsten Werkzeugen gehört, tobte sie sich in ihrer Freizeit gerne „analog“ auf Papier aus.

In den Jahren 2001 bis 2007 unterrichtete Charlotte Wagner an der Fachhochschule für Design in Dortmund im Fach Druckgrafik Siebdruck.

Seit 2008 ist sie ausschließlich als Illustratorin tätig, zeichnete Wimmelbücher oder entwickelte eigene Beschäftigungs- und Rätselbücher für Kinder. Das macht sie manchmal auch im Team „Lotte & Ari“ mit Cartoonist und Illustrator Ari Plikat.

Bei thematischen Challenges für Zeichner, tauscht sie sich auf Instagram mit anderen Künstlern auf der Welt aus. Eine weltweit bekannte Challenge ist der „Inktober“ . Ihre Beiträge hierzu (2017) zeigt sie in der Galerie Dieter Fischer im Original.

Maritimes hat es Charlotte Wagner angetan. (Foto: © Depot Dortmund)
Maritimes hat es Charlotte Wagner angetan. (Foto: © Depot Dortmund)

Für ihre Zeichnungen mit sehr vielen Details benutzt sie vorzugsweise den Tuschefüller TWSBI Diamond 580 AL. Mit seiner extra feinen Feder ermöglicht er selbst das Zeichnen von winzigen Details wie etwa Fischschuppen, Katzenhaare oder andere Minidetails.

Ihre Vorliebe für wimmelige Bilder mit vielen kleinen Tieren und witzigen Details hat sie schon in ihrer Kindheit entwickelt.

Zu ihren beliebten Themen Themen gehören Illustrationen zu ihren Backrezepten, humorvolle Motive aus dem Tierreich. In der Comicserie „Suzie Blue and her Boss“ hält sie humorvoll lustige und auch seltsame Szenen aus dem bewegten Leben einer Illustratorin fest.

Nachdem sie im Jahr 1996 ein Semester in Bergen (Norwegen) studiert hat, begeistert sie sich für maritime Themen wie Fische, Schiffe und das Meer.Dort gab es genug Inspiration zum Beispiel durch das Fischdosen-Museum in Stavanger oder de Fischmarkt in Bergen.

In der Ausstellung zeigt die Künstlerin ihre gesammelten Originale der letzten drei Jahre.

Eine große Rolle spiet dabei auch die Postkarte. Von vielen der zu sehenden Motive gibt es hochwertige Drucke auf feinstem Karton. In Berlin hat sie von der Druckerei Shining-Labor besondere Siebdrucke eigens für diese Ausstellung anfertigen lassen.

Es gibt in den detailreichen Zeichnungen mit den komischen Dingen und seltsamen Figuren von „Lotte“ Wagner viel zu entdecken.

Termin: FR 23.03 bis SO 15.04. 2018

Öffnungszeiten:

DO / FR 17 bis 20 Uhr

SA/ SO 15 bis 18 Uhr

(auch Karfreitag und Ostersonntag geöffnet, die Künstlerin ist anwesend)

Vernissage: FR 23.03.2018 um 19 Uhr

Finissage: SO 15.04.2018 von 15 bis 18 Uhr

Eintritt: frei

Ort: Galerie Dieter Fischer

Kontakt: Charlotte Wagner, Tel. 0231-4963438, info@wagner-illustration.de




Auf Augenhöhe – Kunstprojekt der Falken im MKK

Eine im Durchmesser ein Meter große Kugel aus Wollfäden steht aktuell im Museum für Kunst und Kulturgeschichte: Für das Kunstprojekt „Auf Augenhöhe“ zum Thema Flucht und Ankommen hat die Künstlerin Astrid Halfmann mit den Dortmunder Falken sowie Schülerinnen und Schülern mehrerer Dortmunder Schulen zusammengearbeitet. Zu dem Projekt gehört außerdem ein Film, in dem „auf Augenhöhe“ viele Fragen zwischen Dortmundern und Geflüchteten geklärt werden.

Das Kunstprojekt ist bis zum 13. Mai im Museum für Kunst und Kulturgeschichte zu sehen.

Kunstprojekt mit ernsten Hintergedanken im MKK. (Foto: © Stadt Dortmund)
Kunstprojekt mit ernsten Hintergedanken im MKK. (Foto: © Stadt Dortmund)

Die Idee zum Projekt entstand in einer Jugendgruppe der Falken, die sich die Frage stellte, wie viele Schritte man gehen müsste, wenn man den Weg von Aleppo (Syrien) nach Dortmund zu Fuß zurücklegt. Die Rechnung ergab für die rund 3500 km etwa 5,8 Mio. Schritte. Diese Schritte sollen mit Schnüren auf die große Kugel aufgerollt werden.

Ein Anfang ist gemacht: Kinder, Jugendliche und Erwachsene der SJD-Die Falken, der Gertrud Bäumer Realschule, der Gesamtschule Scharnhorst, der Franziskus Grundschule, des Paul-Ehrlich Berufskollegs, des JuLeiCa-Büros und viele Dortmunderinnen und Dortmunder haben bisher über 1000 Schritte abgemessen und auf dieKugel gewickelt. Sie steht symbolisch für das Zusammenleben und für die Schritte, die man selber machen kann, um aufeinander zuzugehen.

„Auf Augenhöhe“ ist ein Kunstprojekt der Dortmunder Falken und der Künstlerin Astrid Halfmann, gefördert vom Kulturrucksack Dortmund.




Eigensinn – autonome Arbeiten im Künstlerhaus

Das Künstlerhaus Dortmund zeigt vom 17. März 2018 bis 22. April unter dem Titel „Eigensinn – autonom und subversiv“ eine besondere Ausstellung. Organisierte das Künstlerhaus bisher in der Regel thematisch festgelegte Gruppenausstellungen, zeigen jetzt Künstlerinnen und Künstler unabhängig und frei entstandene Zeichnungen, Fotografie, Skulpturen, Installationen oder mediale Video-Arbeiten. Sie sind dabei autonom und die Besucher werden in die Situation „hineingeworfen“. Eigensinn bekommt einen „eigenen Sinn“. Die Künstler lassen den Betrachtern ohne einen Titel oder Themenvorgabe Freiheit für ihre persönlichen Assoziationen.

Konzept und Organisation übernahmen Elly Valk-Verheijen und Willi Otremba. Beim Konzept der thematischen Gruppenausstellung wurde versucht, übergreifende Gemeinsamkeiten aufzudecken. Dieser inszenierte Dialog zwischen den einzelnen Arbeiten lädt zum Vergleichen der Einzelpositionen ein. Zusammenhänge sollen scheinbar verständlicher werden. Dabei wird aber die autonome Wirkung der einzelnen Werke relativiert. Mit diesen künstlerischen Arbeiten können sich die Betrachter „frei“ ohne Begrenzungen durch Vorgaben auseinandersetzten.

Zu den KünstlerInnen:

Bei Peter Dobroschkes (Berlin) Zweikanalinstallation „Études à deux“ sieht man die Hände des Künstlers beim Zeichnen. Es werden – mit der Linken und der rechten Hand synchron – alle Spielge aus dem eigenen Besitz porträtiert. Diese Ansicht wird auf zwei Kameras aufgeteilt. Ein Bildschirm präsentiert die Linke, einer die Rechte. Ein Spiegelstreifen ist senkrecht auf die Mitte des Blattes gestellt und verdeckt jeweils einen Großteil der benachbarten Hand sowie die gesamten benachbarte Papierfläche. Die Mitte schafft absolute Symmetrie. Dem Künstler kommt es, wie er sagt, auf den Schaffensprozess als solchen an.

Peter Dobroschke vor seiner Arbeit "Étude à Deux", 2013, Zweokanalinstallation, miniDV.
Peter Dobroschke vor seiner Arbeit „Étude à Deux“, 2013, Zweokanalinstallation, miniDV.

Erich Füllgrabe stellt in einer komplexen technischen Konstruktion von Messeinrichtungen in seiner Installation (2015) ein Modell zur Prüfung „letteraler Osmoseprozess“ dar. Es geht um die Transformierung von verbalen Sequenzen, zum Beispiel Buchstaben wie E, I, G, N, oder S, als akustisch hörbare Frequenz erfahrbar zu machen. Er verschränkt Kunstsprache und Wissenschaftssprache und schafft so die Möglichkeiten für einen anderen Zugriff auf Realität. Eine interessante Diskussionsgrundlage.

Paul Hempt (Düsseldorf/Wien) stellt Objekte wie etwa Wegweiser-und Orientierungshilfen in der Schifffahrt in neue Zusammenhänge. Leise Hinweise für mehr Achtsamkeit. Dem Betrachter lässt er den Freiraum für die eigene Interpretation.

Michael Johansson beschäftigt sich in ungewöhnlicher Weise mit Dingen, die wir kennen. Er verdichtet und verwandelt zum Beispiel Objekte wie Bücher oder Koffer in Quader, die er präzise stapelt. So schafft er er eine Verbindung zu einem neuen Ort und kreiert neue Bedeutungen. Dabei spielt für ihn auch die passende Farbwahl eine wichtige Rolle. Diese starre Ordnung separiert die Gegenstände von ihrem Gebrauch. Das Gewöhnliche trifft das Ungewöhnliche.

Charlotte Mumm (Amsterdam) erschafft aus verschiedene Materialien Skulpturen. Sie ertastet konsequent deren Zwischenräume, sozusagen das „innere“ Eigenleben jenseits der äußeren Erscheinung. Das auszuloten ist ihr wichtig. Lesbare Strukturen sind eng verwoben mit abstrakten Strukturen. Widersprüche werden von ihr nicht gegeneinander ausgespielt oder neutralisiert.

Julia Oschatz (Berlin ) hat für ihre Arbeit einen besonderen Platz im Künstlerhaus. Die „Totenkammer“ der ehemaligen Zeche ist Ort für „Mit Toten tauschen, Tinte auf Papier und Videostill, 2016“. Wie sie verriet, hat sie das Gemälde „Die Grablegung Christi“ von Michelangelo Merisi da Caravaggio als Grundlage für ihre komplexe Arbeit genommen. Sie nimmt Einzelheiten aus dem Gemälde und transformiert sie einzeln in verschiedene künstlerische Ausdrucksformen wie Videos, Zeichnungen oder Malereien und stellt sie in den besonderen Raumzusammenhang. Im Zentrum ihrer Arbeit steht jeweils eine Figur mit eigentümlicher Maske aus diversen Materialien wie Pappe, Holz oder Schaumstoff, die den Kopf verdecken und zugleich auch erweitern.

Zu sehen ist auch eine Arbeit von Eva Chytilek (Wien). Sie hat eine raumgreifende Installation aus zwei Konstruktionen ähnlich einem Wascheständer. Darüber hängt eine Plastikplane, die mit aufgedruckten Fotografien bemalt sind. Die Blickperspektive wird jeweils verändernd auf die Objekte.

 

Die Eröffnung der Ausstellung findet im Künstlerhaus Dortmund am Freitag, den 16. März um 20:00 Uhr statt.

Öffnungszeiten: Do-So 16-19 Uhr

Weitere Informationen unter www.kh-do.de




Ruth Baumgarte – eine Illustratorin der Zeitgeschichte

Es gibt nur wenige Frauen, die sich mit der Industriekultur, Technik und Arbeit künstlerisch auseinander gesetzt haben. Zu ihnen gehörte die in Coburg geborene Künstlerin und Illustratorin Ruth Baumgarte (1923 – 2013). Die Mutter war Schauspielerin, der Vater Regisseur. Es zog sie zunächst zur künstlerischen Ausbildung (Illustratorin) nach Berlin. Dann wandte sie sich ausschließlich der freien Kunst zu. Im zweiter Ehe heiratete sie 1952 in zweiter Ehe Hans Baumgarte, den Eigentümer eines Bielefelder Eisenwerks. So ist ihr Interesse für die der Industrietechnik und ihren wirtschaftlichen Hintergründen sowie den sozialen Auswirkungen auf die dort arbeitenden Menschen gewachsen. Später erweiterte sie ihren Fokus mit einem auch kritischen Blick auf die Auswirkungen der der nach Afrika exportierten Industriewerke.

Das Dortmunder Hoesch-Museum zeigt nun vom 11.03.2018 bis zum 06.05.2018 in einer Ausstellung unter dem Titel „Ruth Baumgarte und das Wirtschaftswunder. Farbrausch am Kessel“ über 60 Aquarelle ihrer Zeichnungen und Gemälde (1940 bis 1970) zu Industrie und Arbeit.

Die Schau ist in drei Abteilungen gegliedert: Produktionswelten, Arbeitsalltag sowie Wirtschaftswunder und Expansion. Sie ist in Kooperation mit der Kunststiftung Ruth Baumgarte (gegründet 2012) entwickelt worden. Deren Vorsitzender und Sohn der Künstlerin Alexander Baumgarte war beim Pressegespräch anwesend und konnte Interessantes über das Lebenswerk seiner Mutter berichten.

Was machte ihre Arbeit aus? Ihre Werke sind durch ausdrucksstarke, zum Teil expressive Farbigkeit gekennzeichnet. Formen und Farbflächen gehen teils ins abstrakte, sind aber beeindrucken gleichzeitig durch ihre enorme Detailgenauigkeit. Es ist erstaunlich, mit wie viel unterschiedlichen Stilmitteln Ruth Baumgarte gearbeitet hat. Die Spannbreite geht von Kohle/Grafit auf getönten Grund, Kreide auf getönten Grund oder Aquarelle-Malerei. In ihren letzten Lebensjahrzehnten sind in ihren Werken Einflüsse der „Pop-Art“ zu erkennen.

Man merkt jedem Bild ihre genaue Beobachtungsgabe an Sie ist eine klug-kritische Begleiterin der industriellen Werkprozesse gewesen. Dabei waren ihre Arbeiten immer von Respekt gegenüber den „Malochern“ geprägt, die das „Wirtschaftswunder“ der Nachkriegszeit erst möglich gemacht haben.

Zeigen Werke von Ruth Baumgarte im Hoeschmuseum. (v.l.n.r.) Martin Fenner (Kunststiftung Ruth Baumgarte), Dr. Jens Stöcker (Diektor MKK), Michael Dückershoff (Leiter des Hoesch-Museums) und Alexander Baumgarte (Vorsitzender der Ruth Baumgarte Kunststiftung).
Zeigen Werke von Ruth Baumgarte im Hoeschmuseum. (v.l.n.r.) Martin Fenner (Kunststiftung Ruth Baumgarte), Dr. Jens Stöcker (Diektor MKK), Michael Dückershoff (Leiter des Hoesch-Museums) und Alexander Baumgarte (Vorsitzender der Ruth Baumgarte Kunststiftung).

Wer genau hinsieht, kann in ihren Werken eine gesellschaftskritische ambivalente Haltung heraus sehen. Alexander Baumgarte verriet: „Meine Mutter war immer an den Menschen und den sozialen Brennpunkten interessiert.“ Man könnte sie als eine humanistische Sozialistin bezeichnen.

Die Schau ist zum großen Teil eine malerisch oder grafisch Dokumentation der deutschen Nachkriegsgeschichte und auch ein wacher Blick hinein in die heutige Zeit.

Die Vernissage findet am Sonntag, den 11.03.2018 um 11:00 im Hoesch-Museum statt.

Die bekannte Schauspielerin Hannelore Hoger, die mit Baumgarte bekannt war, wird ausgewählte Texte zur Industriearbeit von Martin Walser und Egon Erwin Kisch lesen. Eine wissenschaftliche Einführung zur Ausstellung werden der Kurator Prof. Hanno Sowade sowie Beate Reifenscheid (Direktorin des Koblenzer Ludwig Museums und Ruth Baumgarte-Kennerin) geben.

Wegen des zu erwartenden großen Andrangs lohnt es sich, frühzeitig vor Ort zu sein und sich gegebenenfalls anzumelden.

Mehr Infos unter www.hoeschmuseum.dortmund.de




Torhaus Rombergpark im „blauen“ Kunstrausch

Die Städtische Galerie Torhaus Rombergpark zeigt vom 11.03.2018 bis zum 01.04.2018 unter dem Titel „Blau“ Malerei und Objekte des im Ruhrgebiet lebenden Künstlers Christoph Mandera (*1955).

Unter diesem Leitthema wird mit 14 Werken ein Querschnitt aus dem Schaffen des Mitglieds des Bundesverbandes bildender Künstler des Bezirks Westfalen (BBK Westfalen) gegeben.

Die gezeigten Werke weisen formal eine große Spannbreite auf, die von monumentale, 240 x 150 cm über extreme Hochformate von 200 x 30 cm, bis hin zu schmalen querformatigen 30 x 90 cm geht.

Diese sind rund herum an den Wänden des Torhauses angeordnet. Die Betrachter werden durch einen traumhaft surrealen Weg geleitet. Die Acryl-Werke sind durch eine intensiv blaue, mit gelb und roten Fragmenten kontrastierten Farbigkeit gekennzeichnet. Ein Querschnitt der letzten künstlerischen Jahre mit dazwischen geschalteten, herausgeschnittenen phantastischen Tier- und Menschenwesen wie etwa der Freischwimmer, eine Mischung aus Fisch und Mensch. Mandera zaubert eine traumhafte „blaue“ Welt aus Figuren, Zeichen, Chiffren, Symbolen und Bewegungslinien auf Leinwand und Holzgrund.

Er verarbeitet die gesamte Breite menschlicher Erfahrungen aus den letzten Jahrzehnten und verbindet sie mit Alltagssymbolen, Gegenständen und von ihm eigens kreierten Chiffren.

Figurative Farbkombinationen von Christoph Mandera sind unter dem Titel "Blau" im Torhaus Rombergpark zu sehen.
Figurative Farbkombinationen von Christoph Mandera sind unter dem Titel „Blau“ im Torhaus Rombergpark zu sehen.

Dabei sind seine Werke natürlich auch aus dem reichen Schatz seiner eigenen Erfahrungswelt gespeist. Seine Themen sind von Musik seiner Jugendzeit geprägt. So zum Beispiel von „All You need is love“ (The Beatles), „A night at the opera“ (Queen) oder „Talking about a revolution“ (Tracey Chapman).

Beeinflusst sind die Arbeiten von der Pop Art-Kunst und Comics, aber auch vom Surrealismus. In seinen plakativ-üppigen Bildern verfremdet er Vorgefundenes, um es in neue Zusammenhänge zu bringen. Seine gefühlsbetonten Arbeiten zeigen Anklänge an den Neo-Expressionismus.

Seine wuchtigen, farbgewaltigen Bilder sprechen die Sinne an und laden zu einer spannenden Entdeckungsreise ein. Sie kann zu immer neuen Einsichten und Selbsterkenntnissen führen, wenn wir uns darauf einlassen.

Die Vernissage findet am 11.03.2018 um 11.00 im Torhaus Rombergpark statt.

Der Kunsthistoriker (M.A.) Carsten Roth wird eine Einführung in die Ausstellung geben.




DIGITALIA – eine kollektive Gesamtinstallation im Kunstverein

Die sechsköpfige Gruppe hobbypopMuseum feiert in diesem Jahr das 20-jährige Jubiläum ihres Bestehens. Mit ihrer neuen Ausstellung „DIGITALIA“ macht sie vom 01.03.2018 bis 13.05.2018 in den Räumlichkeiten des Dortmunder Kunstverein Station.

Was macht diese Künstlergruppe so besonders? Sie lassen sich immer von den speziellen Räumlichkeiten und ihren eigenen Gegebenheiten leiten. Der Raum ist Grundlage für ihr kollektives Gesamtkonzept. Ihre aktuelle Ausstellung DIGITALIA ließen sie sich von der Bildrecherche im Internet zu Italien und der mit dem Süden verbunden Sehnsüchten inspirieren. Der Ausstellungstitel setzt sich aus „Digital“ und „Italien“ zusammen. Diese beiden Elemente führen sie im Kunstverein zusammen. Der Ort wird zu einer Art Oberfläche eines Großrechners, der durch das gesamte Gebäude gebildet wird. Mit dem Eintritt in den Kunstverein durchbrechen die Besucherinnen und Besucher praktisch die Oberfläche eines Bildschirms. Was erwartet sie dort?

Wir werden durch eine Welt von italienischen Sehnsuchtsmotiven mit großflächigen Malereien auf grundierter Leinwand geführt. Die Ausmaße sind mit bis zu 5 x 3 Metern beeindruckend und die Farben von tiefer Wärme. Zu sehen sind etwa ein Junge in Badehose am Strand, eine an Pompeji erinnernde Landschaft, ein Archäologe, der Fundstücke ausgräbt oder Zitronenbäume. Gebrochen wird diese Idylle jedoch mit kleineren, in schwarz-weiß gehaltenen Leinwänden auf dem dem Boden. Sie enthalte mehr oder weniger verschlüsselte nachdenkliche Botschaften. Man wird wie durch einen japanischen Garten geführt. In einer Ecke ist ein schwarzes Objekt als ein symbolischer Vulkan installiert. Neben der Idee mit dem Kollektiv als Autor, bei der jedes beteiligte Individuum sich in einer Gruppe oder band einbringt, ist neben der der Beschleunigung des malerisches Aktes ein Wesensmerkmal von hobbypopMuseum. Neben der visuellen Ebene wird als Verstärker eine akustische Ebene hinzugefügt. So surrt die Lüftung eines Prozessors, der Vulkan brummt und ein Flötenstück nach dem ältesten Tonsystem begleiten die Besucher auf ihre Reise.

Sophie von Hellermann bei der Arbeit. Sie wird bei der Vernissage live Portraits malen.
Sophie von Hellermann bei der Arbeit. Sie wird bei der Vernissage live Portraits malen.

Die sechs beteiligten Künstler sind: Sophie von Hellermann (lebt in London), Marie-Céline Schäfer (lebt in Zhaoqing) sowie Christian Jendreiko, Matthias Lahme, Dietmar Lutz und André Niebur (alle vier leben in Düsseldorf).

Die Vernissage findet am 01.03.2018 im Kunstverein Dortmund um 19:00 statt.

Achtung! Es besteht die Möglichkeit, sich bei der Eröffnungsveranstaltung von der Künstlerin Sophie von Hellermann live porträtieren zu lassen.

Für Mitglieder des Kunstvereins kostet das besondere Vergnügen 10,- Euro, wer an dem Abend als Mitglied beitritt, bekommt ein Porträt gratis.




Artothek zeigt starke Impressionen aus Afghanistan

Die Artothek der Stadt-und Landesbibliothek Dortmund stellt vom 20.02.2018 bis zum 03.04.2018 dreiundzwanzig Aquarell-und Ölbilder des afghanischen Künstlers Sultan Kairandish aus.

Der 47-jährige Künstler hat schon eine bewegte Geschichte hinter sich gebracht. Geboren in Ghazni (Afghanistan) studierte er nach der Schule und dem obligatorischen Militärdienst sechs Jahre Kunst in Kabul. Er arbeitete sowohl als Kunstlehrer und betrieb auch eine Werbeagentur, nachdem er wegen der politischen Situation für einige Jahre nach Pakistan floh. Nach Rückkehr in seine Heimat baute er in Kabul eine zweite Firma auf. Im Jahr 2015 musste er mit seiner Familie (Frau und drei Kinder) vor den Taliban flüchten und kam nach langer Reise nach Deutschland. Er hat die Hoffnung, hier in Dortmund-Nette bleiben zu können und eine Galerie und Malschule für Kinder zu eröffnen. Denkbar für ihn ist auch, wie er erklärte, in der Werbung Geld zu verdienen.

Die Aufenthaltsgenehmigung ist im Augenblick bis zum Jahr 2020 befristet. Seit 2017 wurde die ganze Familie durch Mechthild Rodegro ehrenamtlich betreut. Während der „Offenen Nordstadtateliers 2017“ stellte Kairandish mehrer Ölarbeiten und Aquarelle in der Galerie 103 der Machbarschaft Borsig e.V. aus.

Sultan kairandish zeigt farbenfrohe, positive Bilder mit Motiven aus seinem Heimatland.
Sultan kairandish zeigt farbenfrohe, positive Bilder mit Motiven aus seinem Heimatland.

Schon da zeigte sich, dass dieser Künstler offen auf Menschen zugeht um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Es war ihm wichtig, gemeinsam mit ihnen zu malen und gerade auch Kindern den Umgang mit Farben und Pinsel, Bildaufbau oder-Komposition näher zu bringen.

Er scheut sich auch dabei nicht, vor Publikum zu malen. So ließ er am 20.02.2018 die anwesende Presse live bei den Anfängen der Entstehung eines Porträts zusehen. Das Modell war ein afghanischer Mann (JanAgha Jalali) in ursprünglicher Kleidung des Landes.

Was macht die Kunst von Kairandish aus? Die Bilder zeugen alle von einer exakten Pinsel-Führung und leuchten in wunderbaren, Licht durchfluteten wkaiarmen Farben. Sie zeigen Landschaften, Alltagssituationen und Menschen. Der Künstler übersetzt seine Gefühle für Afghanistan in eine malerische Bildsprache. Besonders Eindrucksvoll sind seine ausdrucksstarken Porträts. Er zeigt die verschiedenen Seiten des Lebens in seiner alten Heimat. So sieht man einen alten und „weise und in sich ruhende“ Mann, aber auch ein kleines Mädchen mit traurigen , fragenden Augen.

Es sind sehr intensiven und farbstarken Zeugnisse aus der Vergangenheit mit einem durchaus optimistischen Blick in die Zukunft.

Die Ausstellung ist dienstags und freitags zwischen 10:00 und 19:00 Uhr in der Artothek zu sehen.