Poetische Fotografien im Kunstraum

Vom 23. Februar bis
zum 12. April 2019 zeigt der Kunstraum in Langen August an der
Braunschweiger Straße Fotos von Guntram Walter und Rolf Dennemann
unter dem Titel „Laue Luft kommt blau geflossen“.

Der Titel der
Ausstellung stammt zwar aus einem Gedicht von Joseph von Eichendorff,
doch die Fotografien, die beinahe jede Nische des Kunstraums
ausfüllen, spiegeln die jüngeren Projekte von artscenico wider.
Seit 2010 begleitet der Fotograf Guntram Walter artscenico und hält
eindrucksvolle Impressionen der Inszenierungen fest. Dabei gehen die
ausgewählten Fotografien über reine Erinnerungen und Dokumentation
hinaus, daher sind sie auch nicht chronologisch aufgehängt. Für
etwa 75 Prozent der Bilder ist Walter verantwortlich, die anderen 25
Prozent stammen von Dennemann.

Guntram Walter begleitet die artscenico-Produktionen schon seit 2010.
Guntram Walter begleitet die artscenico-Produktionen schon seit 2010.

Wer die Produktion
von Rolf Dennemann, dem Kopf hinter artscenico verfolgt hat, wird
häufig ein Dé­jà-vu-Er­leb­nis bekommen. Dennemann und
Wagner haben sich bis auf eine Ausnahme auf „Outdoor-Produktionen“
konzentriert, daher sind beispielsweise Bilder aus Litauen, der
Nordstadt („Juckpulver und Hagebuttentee“) oder dem Hauptfriedhof
(„Rehe auf der Lichtung“) zu sehen. Eine Ausnahme ich ein Foto
aus der Inszenierung „50 Menschen“, die im Depot stattfand.

Die größte Schwierigkeit bestand sicherlich aus der Auswahl der etwa 5.000 bis 6.000 Fotos. „Das Problem war die Befangenheit vor dem eigenen Spiegel“, formulierte Dennemann das Dilemma. Fotos, die man vor Monaten noch toll fand, fielen plötzlich in der Gunst weit nach hinten. Doch ein Foto hat einen besonderen Platz. Es stammt aus der Produktion „Juckpulver und Hagebuttentee“ und die abgebildeten Personen schauen den eintretenden Besucher an.

Auch wenn es Bilder
sind, die Aktionen „draußen“ zeigen, für die Ausstellung wurde
ein intimer Raum gesucht, der nicht so flüchtig ist. Da bot sich der
Kunstraum idealerweise an. Möglicherweise wird die Ausstellung auch
nach Lissabon und/oder Kaunas wandern.

Passend zur
Ausstellung gibt es noch ein kleines Rahmenprogramm. So werden Rolf
Dennemann und Elisabeth Pleß eine kleine Lesung mit Musik unter dem
Titel „Laute und leise Laute mit Gesicht“ geben. Sie findet am
06. April 2019 um 20 Uhr im Kunstraum statt.

Öffnungszeiten
Kunstraum

Dienstag bis Freitag
15 bis 19 Uhr

www.langer-august.de




Impressionistische Gemeinschaftsausstellung in der Artothek

Unter dem Titel
„Illusion oder Realität“ zeigt die Artothek der
Zentralbibliothek (Max-von-der-Grün-Platz 1-3) vom 19.02.2019 bis
zum 02.04.2019 an die 23 Werke von Viola Scheit (Mutter) aus Herten
und Lydia Dade (Tochter) als Gemeinschaftsausstellung. Erstmals
stellen die beiden Frauen ihre impressionistischen Werke gemeinsam
aus. Es sind ungefähr 11 Arbeiten der Tochter, und 12 von der
Mutter, die bewusst nicht getrennt, sondern gemischt aufgehängt
wurden. Der Austausch und die Auseinandersetzung mit anderen
Künstlern und den Besuchern ist ihnen wichtig.

Wie Viola Scheit
beim Pressegespräch verriet, malen beide mit Leidenschaft. Ihr
Vater, ein bekannter Kunstmaler aus dem Vogtland, hat sicher einen
prägenden Einfluss auf die nachfolgenden Generationen gehabt. Lydia
Dade hat schon ab der 8. Klasse intensiv gemalt und wurde von ihrer
Mutter mit dem technischen Rüstzeug versehen und geleitet. Die
kreativen Frauen stehen miteinander in einem konstruktiven, auch
kritischen künstlerischen Kontakt. Dade ist zudem als
Sozialpädagogin tätig und widmet sich privaten Kunstprojekten. Die
Mutter ist in einem Hertener Kunstkreis aktiv tätig.

Viola Scheits Arbeiten sind vorwiegend Ölmalerei sowie Kohle- und Bleistiftzeichnungen. Wichtig ist ihr, den einzigartigen gelebten Augenblick in Landschaften, Porträts (zumeist von Familienmitgliedern) und abstrakten Bildern fest zu halten. Sie malt in impressionistischer Tradition und betrachtet die Kunst als Werkzeug, um das Gute und Schöne in der Welt aufzuzeigen, gleichzeitig aber auch zum Einsatz für Frieden zu ermahnen. Benutzt werden von ihr dabei verschiedene Techniken (Tupftechniken, Arbeiten mit Modelliermasse oder Papier). Manche Arbeiten , wie das Bild „Rom“, wirken wie ein fröhlich-sanftes Acrylgemälde, obwohl es mit Ölfarben gemalt wurde. Kontraste spielen eine große Rolle. Ein prägnantes Beispiel dafür ist das Bild „Frieden“. Mit der großen weißen, schillernd durchbrochenen „Friedenstaube“ vor einem bedrohlichen dunklen Hintergrund. Die Liebe wird in verschiedenen Bildern abstrakt, fast surreal dargestellt.

Viola Scheit (links) und Lydia Dade zeigen ihre impressionistischen Werke in der Artothek der Stadt- und Landesbibliothek.
Viola Scheit (links) und Lydia Dade zeigen ihre impressionistischen Werke in der Artothek der Stadt- und Landesbibliothek.

Die Acryl- und
Öl-Arbeiten ihrer Tochter Lydia sind voll unterschiedlicher
Stimmungen und Harmonie. So unterschiedlich wie die jeweilige
Gefühlslage in der jeweiligen Situation war, finden diese sich in
ihren Werken wieder. Mal sind sie traurig-melancholisch oder
hoffnungsvoll in kräftigen, oder wie bei zum Beispiel bei der
„Blauen Frau“ in sanften, ätherischen grün-blauen Farben. Eine
Quelle der Inspiration für ihr künstlerisches Schaffen ist außerdem
die Musik.

Das schöne bei den
Bildern ist, dass sie mit ihren verschiedenen Details (ob
Engelflügel, Schachfiguren u.a. mit starker Symbolkraft) zum
Innehalten und zur Auseinandersetzung anregen, oder einfach wie bei
dem „New York“-Bild (mit Tochter und Begleitung) einfach nur die
Lebensfreude in diesem Moment vermitteln.

Öffnungszeiten der
Artothek:

Dienstags, Freitag
10:00 – 19:00 Uhr.




Hedda Gabler – destruktiv aus Langeweile

Das hatte sich Hedda
irgendwie anders vorgestellt: Die Ehe mit dem Gelehrten Jörgen
Tesman ist nicht im geringsten aufregend, zumal seine Ernennung als
Professor in den Sternen steht, die alte verschmähte Jugendliebe
wird plötzlich erfolgreich und selbst einfältige Landfrauen wie
Frau Elvsted begehren aus ihrer kleinbürgerlichen Welt auf. Für
Hedda steht fest: The thrill is gone. Langeweile macht sich breit und
diese Langeweile gebiert Monster. Um ihre bürgerliche Sicherheit und
die positive Perspektive für ihren Ehemann zu erhalten, macht sich
Hedda dran, Menschen zu manipulieren und zu zerstören. Sie schafft
sie es nicht, sich zu emanzipieren und für ihre Jugendliebe Lövborg
zu entscheiden. So endet sie schließlich tragisch. Regisseur Jan
Friedrich durchbricht in seiner Inszenierung das naturalistische
Stück und erzählt es als Art Seifenoper mit Lachern vom Band. Ein
Premierenbericht vom 15. Februar 2019.

Die literarische
Figut der Hedda Gabler von Henrik Ibsen kommt nicht gerade
sympathisch daher. Sie hasst ihren Ehemann Jörgen und seine Tante
Julle, ist eifersüchtig auf ihre Bekannte Thea Elvsted, da sie
zusammen mit Heddas Jugendliebe Lövborg ein neues Leben plant. Daher
versucht sie das Leben von Lövborg und Thea zu zerstören. Nebenbei
hat sie noch ein Verhältnis mit dem Hausfreund Brack. Auf einer
Sympathieskala von 0 bis 10 würde sie wahrscheinlich im
Negativbereich landen.

Das große Problem
von Hedda ist, dass sie aus einer gutbürgerlichen Schicht (sie ist
die Tochter eines Generals) durch die Heirat mit Jörgen Tesman in
die Kleinbürgerlichkeit abgestiegen ist. Ihre einzige Hoffnung ist,
dass ihr Mann eine Professorenstelle bekommt und dadurch ihr sozialer
Status wieder steigt. Doch mittlerweile hat sich in ihrem Leben die
Langeweile breit gemacht.

Auch der perfekte Hausmann Jörgen (Ekkehard Freye) kann Hedda (Bettina Lieder) nicht aus ihrer Langeweile befreien. (Foto: © Birigt Hupfeld)
Auch der perfekte Hausmann Jörgen (Ekkehard Freye) kann Hedda (Bettina Lieder) nicht aus ihrer Langeweile befreien. (Foto: © Birigt Hupfeld)

Friedrich inszeniert
das Stück in zwei Ebenen. Die erste ebene ist durch Künstlichkeit
geprägt und findet in einer sauberen „Barbie und Ken“-Welt
statt. Hier tragen die Schauspieler Puppenmasken werden von externen
Kolleginnen und Kollegen quasi „synchronisiert“. Wie in einer
Seifenoper – inklusive Lacher vom Band – wird die scheinbar heile
Welt, in der es keine Konflikte gibt, dargestellt. Doch wehe, wenn
die Masken fallen.

Bettina Lieder als
Hedda Gabler hat einen schweren Job und sie meistert ihn vorzüglich.
Denn neben der oberflächlichen Barbie-Hedda, muss sie auch die
intrigante Hedda zeigen. Sehr eindringlich gelingt ihr das beim
Quälen von Thea Elvsted. Keine Angst, hier wurde Thea durch eine
Puppe gespielt.

Hedda hat es mit
sehr schwachen Männern zu tun. Ihr Ehemann Jörgen (gespielt von
Ekkehard Freye) ist ein Bücherwurm par exellance und ganz in seiner
Kleinbürgerlichkeit gefangen. Er setzt seine Frau mit seinem
Kinderwunsch unter Druck und bemerkt nicht, dass er keinen richtigen
Kontakt zu ihr bekommt. Eine typische Szene ist, als Jörgen sich
freut, dass Tante Julle ihm seine Pantoffel mitgebracht hat. Er ist
halt ein echter „Pantoffelheld“. Hedda nennt sie ihm am Anfang
des Stückes konsequent „Herr Tesman“. Doch ihre Manipulationen
führen nicht zum gewünschten Erfolg, auch Lövborg nimmt ḱeinen
„schönen Tod“. In letzter Konsequenz tötet sich Hedda selbst.
Tod durch Langeweile.

Ejlert Lövberg
(gespielkt von Christian Freund) könnte zum Held des Stückes
werden, ja wenn er etwas gefestigter im Leben wäre. Er verachtet
Thea Elvsted, obwohl sie für ihn ihren Mann verlassen will und ihn
von seinem Alkoholismus befreit hat. Doch leider ist er standhaft wie
ein Kartenhaus und unter Heddas Einfluss beginnt er wieder zu trinken
und verliert das Manuskript seines kommenden Buches.

Den schmierigen
Charakter Brack spielt Uwe Rohbeck. Brack ist ein Mensch, der genau
weiß, wo und wie er einen Vorteil bekommt. Er erkennt sofort die
Differenzen zwischen Jörgen und Hedda und nistet sich als Liebhaber
ins Hause Tesman ein. Darüber hinaus bekommt er mit wie Hedda das
Manuskipt von Lövborg vernichtet.

Jetzt könnte man
sagen, Hedda ist eine starke Frau, die sich gegen drei schwache
Männer durchsetzen muss, aber leider behandelt sie ihre
Geschlechtsgenossin Thea Elvsted (Alexandra Sinelnikova) genauso
mies. Thea wird als Gewinnerin aus der Geschichte herausgehen, denn
sie hat als einzige den Mut, sich aus der kleinbürgerlichen Ehe zu
emanzipieren. Sie verlässt ihren Mann und wird höchstwahrscheinlich
mit Jörgen zusammenkommen, da die beiden an den erhaltenen Notizen
von Lövborg weiterarbeiten werden.

Bleibt als weitere
Figur Tante Julle (Marlena Keil). Die Ausgeburt der
Kleinbüprgerlichkeit und dient quasi als Sidekick für die
Inszenierung. Sie opfert ihr Leben und ihr Geld wie
selbstverständlich für ihren Neffen und lässt sich auch durch
Heddas Verachtung nicht aus der Ruhe bringen.

Sicher, die
Inszenierung eines Stückes aus der Zeit des Naturalismus mit
Barbie-Puppen und Lachern aus dem Off wird nicht jedem gefallen. Doch
es zeigt sehr gut die Künstlichkeit, die sich hinter der Fassade
versteckt. Bettina Lieder ist mit ihrer Präsenz und Wandelbarkeit
eine nahezu perfekte Hedda, ebenso in ihren verletzlichen wie
boshaften Momenten.

Infos über weitere
Termine und Karten gibt es unter www.theaterdo.de




Neues Projekt „der himmel ist blau“ im kunstbetrieb

Sabine Spieckermann und Anke Droste vom Dortmunder kunstbetrieb haben zum sechsten Mal ein Kunstprojekt initiiert. Unter dem Motto „der himmel ist blau“ haben sich letztendlich 21 Künstlerinnen und Künstler aus Dortmund und darüber hinaus ihre Gedanken zu dem Thema gemacht und auf ihre ganz individuelle Art auf das vorgegebene Format 50 x 50 cm mit ihren Arbeiten bespielt.

Ausgangspunkt für das Motto der Ausstellung, die vom 01.08.2018 bis zum 06.10.2018 im Kunstbetrieb zu sehen ist, war der Vers „empört euch der himmel ist blau“ aus dem Gedicht „Andererseits“ von Alfred Andersch.

Die ausgestellten Werke umfassen den Bereich Malerei, Grafik, Bildhauerei, Fotografie und Film.

Mit der Farbe „Blau“ assoziieren nicht nur die Künstler Freiheit, einen Sehnsuchtsort, Wärme, Lebensfreude und andere positive Dinge. Diese mythologische Seite wird zum Beispiel bei dem Werk des Dortmunder Künstlers Wolfgang Kienast mit dem Titel „der blaue Mond an der blauen Donau unter den blauen Bergen“ deutlich. Der obere Bereich, mit der in blau und weiß gehalten Bergstrukturen, geht zunächst in einen an Novalis und Elvis angelehnten romantischen blauen Mond über. Der untere Bereich stellt mit heraus getrennten Zeitungsschnitzeln die sachliche Ebene der gesellschaftlichen Realität mit seiner auch bedrohlichen Seite dar, die zur Empörung oft genug Anlass gibt.

Ein Teil der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler der Kunstaktion "der himmel ist blau" in der Dortmunder Galerie "der kunstbetrieb".
Ein Teil der teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler der Kunstaktion „der himmel ist blau“ in der Dortmunder Galerie „der kunstbetrieb“.

Hier zeigt sich das Spannungsfeld der Ausstellung zwischen Schönheit des Lebens und Hoffnung auf der einen Seite, und der gesellschaftlichen Bedrohungen und Nöte. Ängste vor kriegerischen Konflikten, soziale Spannungen und gesellschaftliche Bedrohungen, die Not und Verzweiflung der Flüchtlinge sowie die bedrohlichen Veränderungen des Klimas mit seinen Folgen für die Umwelt finden ihren künstlerischen Ausdruck.

Mit „Summertime 2018“ hat sich die hiesige Künstlerin Almut Rybarsch-Tarry mit dem außergewöhnlichen Hitzesommer in diesem Jahr auseinander gesetzt. Sie hat aus ihrem Umfeld verdorrte Sträucher und sie mit selbst erstellte kleinen Figuren (zum Beispiel einer Figur mit hängender roter Zunge) sowie Tieren (etwa Wespen) behängt. Die Figuren sind bunt und lustig dargestellt, wobei den Betrachtern eher das Lachen im Halse stecken bleibt. Die Sorgen darüber, was uns an Klimawandel in naher Zukunft erwartet, ist hier klar spürbar.

Anke Droste vom Kunstbetrieb hat mit ihrer besonderen Arbeit einen Reisefilm einer Zugfahrt mit einem Miniformat in ihrem in grauen tristeren Farben gehaltenen 50 x 50 cm gehaltenen Bild wie ein hoffnungsvolles Guckloch für die Schönheiten des Lebens eingefügt.

Der persönliche Blick zum Projekt-Motto der 21 Künstlerinnen und Künstler ist in seiner Vielseitigkeit spannend interessant und von sehr persönlichen Erlebnissen und Biografien geprägt.

Es gibt hier für Besucher viel zu entdecken und Raum für eigene Assoziationen.

Die Eröffnung der Ausstellung „der himmel ist blau“ findet am 01.09.2018 im Rahmen des Hafenspaziergangs um 18:00 Uhr im Kunstbetrieb in der Gneisenaustr. 30, 44 147 Dortmund statt.

Die Kunsthistorikerin Simone Rikeit wird eine Einführung geben.




Performances und Installationen in den Räumen des Künstlerhauses

Mit der Ausstellung „there is no point in being dramatic“ loten acht Künstler und Künstlergruppen vom 01.09.2018 bis zum 23,09.2018 im Dortmunder Künstlerhaus den Raum in Form von künstlerischer Begegnung von bildender und darstellender Kunst aus. Mit Installationen, Situationen und Performances schaffen sie eine bühnenhafte Konzentration, verändern Atmosphären, bestimmen und Entgrenzen die Dimensionen durch Aktion, Illusion und Simulation oder einfach durch Leere und Einrichtung. Bei dieser experimentellen interaktiven Kunstform werden die Besucherinnen und Besucher hineingezogen.

In ihrer Performance und Installation „das Mütterliche“ inszenieren Sujin Bae und Jonathan Lemke eine konstruierte Konfliktsituation. In einem begehbaren Installationsraum treten Figuren und Wesen auf, die das mit dem „Mütterlichen“ verbundene Verlustgefühl zum Ausdruck bringen.

Diese besondere, enge Beziehung zur Mutter ist mit Ängsten, Wünschen und dem Schicksal als Einzelmensch und der Selbstlosigkeit, die nicht zur Ruhe zu bringen ist, verbunden.

BBB ist ein technologisch sehr fortschrittliches interdisziplinäres Projekt, das an der Schnittstelle von Musik, Performance, Kunst, Design und zeitgenössischer Philosophie angesiedelt ist. In der aktuellen Arbeit „FullyAccessibleBody“ stellt die Künstlergruppe digitale Kopien von sich selbst her und lassen diese als Hologramme auf der Bühne performen. Die BesucherInnen werden in die Situation einer „Fanscene“ gebracht und können mit den Hologrammen wie mit einem „Popstar“ chatten. Auf das Geschehen nehmen sie durch ihren Herzschlag per Pulsmessung (am Handgelenk) aktiv Einfluss und werden so zum eigentlichen Motor der Show.

Die Corporation of people‘s situations (COPS) arbeiten mit Situationen, Performances und Lectures zum thematischen Cluster Besitz, Gemeinschaft und kollektivem Handlungsraum. Wie kann man den Stimmen von Menschen gerecht werden, die ihre unterschiedlichen Positionen vertreten und doch einen Lebensraum teilen? Wie werden gemeinschaftliche Handlungsräume und Möglichkeiten durch gesellschaftliche Vorgaben beeinflusst? Vom 13. bis 16.09.2018 ist die Performance durchlaufend während der gesamten Öffnungszeit zu erleben.

Heike Gallmeier zeigt Materialien, Objekte und Bilder ihres "Travelogue".
Heike Gallmeier zeigt Materialien, Objekte und Bilder ihres „Travelogue“.

Heike Gallmeier verarbeitet mit ihrer Arbeit „Travelogue (2017)“ gefundene Materialien zu skulpturalen Installationen.. in einem dauernden Prozess entstehen immer neue Arrangements. Materialien, Objekte und Bilder befinden sich in Bewegung. Ausgangspunkt war eine Reise von Berlin nach Northampton. In einem zum mobilen Wohnatelier umgebauten Transporter baute sie täglich neue Installationen aus gefundenen Materialien. Die Fotos von Fundorten und bearbeiteten Fundstücken wurden zu einem dichten Netz von Bezügen gruppiert.

Kalinka Gieseler simulierte mit der Verführungskraft des (fotografischen) Bildes im Großformat mit „Opening soon“ 2013 in Leipzig die scheinbare Eröffnung eines „Prada“-Ladens in dieser Stadt. Zu sehen im Künstlerhaus.

Deidra O‘Leary legt mit ihrer Installation „Mockingbird“ die gegenseitige Abhängigkeit von Mensch und Objekt offen. Es werden Strukturen abgebildet, die Optionen, Entwicklungen und Transformationen zulassen.

Achim Lengerer lädt in Gesprächen und Workshops zu „Proben zu Peter Weiss/The Trotzki Rehearsals (Gasworks London 2013) ein. Es geht dabei um die politischen Wirkungs- und Funktionsweisen von Sprache und Text. Öffentliche Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

In seiner Videoinstallation Tannhäuser Gate“ zeigt Rustan Söderling in dem Kellergewölbe des Künstlerhauses einen nur scheinbar verlassenen Ort. Regentropfen auf der Linse beleben jedoch subtil die endlosen Wiederholungen der Kamerafahrten um Objekte. Er zeugt gleichermaßen von Anwesenheit und Abwesenheit des Menschen und seiner Objekte, als Raum zwischen Vergangenheit und Zukunft, Vision und Fiktion.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am Freitag, den 31.08.2018 um 20:00 Uhr im Künstlerhaus statt. (Ab 22:00 Uhr Konzert Bomberjacke)




Vielschichtige künstlerische Strukturen im „Drunter & Drüber“

Die Lünener Künstlerin Sabine Klemp zeigt vom 31.09.2018 bis zum 09.09.2018 in der Galerie Fischer im Depot verschiedene Steinskulpturen, Siebdrucke, Bilder mit diversen Mal- und Collagetechniken unter dem Titel „Drunter & Drüber… weil es Freude macht“ aus ihrer künstlerischen Arbeit der letzten zehn Jahre.

Eine wichtige strukturelle grafische Grundlage für ihre Exponate bildet das Viereck. Das Motto „Drunter & Drüber“ gilt in mehrfacher Hinsicht. Ob bei ihren Wandbildern mit verflochtenen , verwobenen Papierstreifen als Bänder in hellem Grün, Orange, erdigen Brauntönen, einer weiteren Wandbildserie mit ausgeschnittenen Fotos von Menschen aus Modemagazinen, von denen sie nur die Konturen und einige Streifen der Figuren übrig lässt. Es stellt sich die Frage, was hinter der bloßen Oberfläche steckt.

Klemp arbeitet mit verschiedenen Materialien und Collagetechniken und steht der konkreten Kunst inhaltlich nahe. Die Wirkung ihrer Arbeiten geht von der Kombination von Farben, Formen, Linien und Materialien und dem Spannungsfeld zwischen Chaos und Struktur aus. „Nur Chaos ist langweilig, aber nur Struktur auch“, so die Künstlerin beim Pressegespräch. Sie gestaltet ihren künsterischen Raum spielerisch frei aber strukturiert.

Sabine Klemp mit einer ihrer verschlungenen Steinskulpturen. Zu sehen in der Galerie Dieter Fischer.
Sabine Klemp mit einer ihrer verschlungenen Steinskulpturen. Zu sehen in der Galerie Dieter Fischer.

Eine Herausforderung und mit vielen Stunden Arbeit verbunden waren für sie die neueren Steinskulpturen, die von ihr wie ein um sich selbst geschlungenes Band oder anderen Strukturen „Drunter & Drüber“ durch Schleifen (und Polieren) in Form gebracht wurden. Verwendet wurden dabei Steine verschiedener Härtegrade. Das Spektrum reicht vom marmorierten „Galastone multicolor“ über feinen Sandstein bis hin zu harten Grafitstein.

Die Werke spielen bewusst mit Gegensätzen. Harter Stein, der weich aussieht oder zum Beispiel eine dunkle schwarze Struktur in einem bunteren Umfeld. Die komplexen Kunstwerke bieten den Betrachtern viel Raum für individuelle Assoziationen und regen zum Nachdenken und zum Gespräch an. Je nachdem, von welcher Seite man sie betrachtet, verändert sich die Sichtweise.

Klemp ist auch für neue Techniken wie etwa das „Glasfusing“, von ihrer Kunstkollegin Heide Kemper oft genutzt offen und verbindet diese mit einem ihrer Steinskulpturen. Anfassen und berühren der Skulpturen ist erlaubt. Nur ein Ring, der Kratzer verursachen könnte, sollte lieber vorher abgenommen werden. Lassen sie sich von dieser spannenden Ausstellung überraschen.

Die Vernissage für „Drunter & Drüber… weil es Freude macht“ findet am Freitag, den 31.09.2018 ab 19:00 Uhr in der Galerie Fischer im Kulturort Depot

44147 Dortmund, Immermannstraße 29 statt.

Musikalisch begleitet wird die Eröffnung der Ausstellung von Johanne Schopp & Jim Galakti

(Duduk, aramäische Oboe 6 Keyboard/ Flügelhorn)

Finissage: Sonntag, den 09.09.2018 ab 17:00 Uhr.




Kunstbonbon zeigt 3D-Installationen von Marc Bühren

Im kleinen aber feinen Kunstbonbon in der Chemnitzer Str. 11 in Dortmund sind vom Samstag, den 08.09.2018 bis zum 06.10.2018 die neuen 3D-Installationen des Dortmunder Künstlers Marc Bühren (Jahrgang 1974) unter dem Titel „Leidenschaft + Wahnsinn“ zu sehen. Es ist die zweite Ausstellung von Bühren im Kunstbonbon.

Ein wichtige Thema für den Künstler war schon lange die kritische künstlerische Auseinandersetzung mit unserem Umgang mit der Umwelt und miteinander. Obwohl ein Anhänger der Naturwissenschaften und eher ein rational denkender Mensch, treibt ihn in seiner neuen Ausstellung die Beobachtung der Religion und deren Wirkung auf uns Menschen um. Wie er sagt, erachtet er die Kirchengemeinden durchaus als wichtige Institutionen in einer Zeit, die von einem zunehmenden Werteverfall gekennzeichnet ist.

Der Titel verweist jedoch auch auf andere gebiete im menschlichen Dasein. Es stellen sich zum Beispiel die Frage, wo das eine endet und das andere anfängt. Sind die Grenzen fließend und wann verliert man das essentielle große Ganze aus den Augen.

Detail einer Arbeit von marc Bühren, die ab dem 08. September im Kunstbonbon zu sehen ist.
Detail einer Arbeit von marc Bühren, die ab dem 08. September im Kunstbonbon zu sehen ist.

Seine 3D-Installationen zeichnen sich unter anderem durch durch Wiederholung ein und des selben Motivs (etwa Christus am Kreuz) aus. Einmal angeordnet wie ein weißes, eher altmodischen Spitzendeckchen,das normalerweise Möbel vor Kratzern schützt (oder sie verdeckt?)… die alltägliche Wiederholung sinnfreier, nicht hinterfragter Rituale? Darauf ein schwarzes Kreuz mit dem selben Motiv, allerdings ist Jesus jetzt doppelköpfig als ein mögliches Zeichen für Doppelmoral.

Dann gibt es auch einen filigranen Flügel, der aus dem Objektrahmen ragt. Viel Raum für Assoziationen und zum Nachdenken. Wem wurden dieser Flügel entrissen? Wer oder was ist jetzt flugunfähig mit nur einem Flügel und seiner Freiheit und Gesundheit beraubt?…

Der fleißige Marc Bühren, dessen Werke auch bis zum 28.10.2018 im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm bei der Ausstellung „Hier und Jetzt“ zu sehen sind, wird im Januar in der Hagenring Galerie in Hagen, im April/Mai in der Artothek Dortmund und im weiteren Verlauf des Jahres auch noch im Kunstverein Unna und im Dortmunder Torhaus Einzelausstellungen haben.

Bei der Vernissage im Kunstbonbon am 08.09.2018 um 15:00 Uhr wird der Künstler über seine Arbeit erzählen und für anstehende Fragen offen sein.

Die Ausstellung dauert bis zum 06.10.2018 und ist dienstags 13-18, freitags 15-20 und samstag 12-15 Uhr zu sehen.

Der Eintritt ist wie immer frei.




Ausstellung von Vana Pfänder zum Thema „Zeitverschmutzung“

Im Rahmen der Reihe „Depot stellt vor“ zeigt die Galerie Dieter Fischer im Dortmunder Depot vom 10.08.2018 bis zum 26.08.2018 eine aktuelle Ausstellung der jungen Künstlerin Vana Pfänder.

Unter dem Titel „SPEED POLLUTION / TIME POLLUTED“ sind verschiedene Grafiken, Malereien, Black Out Poetry und einer digitalen Befragung von Menschen unterschiedlicher Herkunft zum Thema „Zeitverschmutzung“ zu sehen.

Pfänder, achtundzwanzig Jahre jung, nutzt ihre künstlerische Vorliebe für die Malerei und Lyrik, um einen kritischen Blick auf die persönliche sowie gesellschaftliche „Zeitverschmutzung“ in unserer schnelllebigen modernen digitalisierten Zeit zu werfen und die Betrachter anzuregen, sich mit dieser auseinander zu setzten. Dabei geht es ihr nicht darum, wie sie erklärte, die digitale moderne zu „verteufeln“. Es geht darum, bewusst mit den Gefahren und Chance umzugehen. Die ständige wachsenden Bilderströme des digitalen Alltags steigern den Optimierungs- und Leistungsdruck vor allem bei den jüngeren Usern. Zeit zum vertiefenden Reflektieren und Abstand bleibt da kaum.

Die Ausstellung ist in mehrere Bereiche unterteilt. Zunächst sind da die persönlichen, aus Erinnerungen, emotionaler Gedankenflut und innerer Unruhe entstandenen „Wutbilder“ der Künstlerin.

Vana Pfänder zeigt ihre Arbeiten zum Thema "Zeitverschmutzung" in der Galerie Dieter Fischer.
Vana Pfänder zeigt ihre Arbeiten zum Thema „Zeitverschmutzung“ in der Galerie Dieter Fischer.

Teils wütende Textfragmente werden dort mit Acryl-Merker und Spray auch über den Rahmenrand hinaus übermalt und „verdeckt“. Andererseits wird durch die Verbindung von strukturierten Worten und Malerei die expressive Ausdruckskraft verstärkt. In starken assoziativen und abstrakten Bildern reflektiert Pfänder ihre ganz persönliche Speed/Time Pollution.

Das älteste der gezeigten Bilder ist im Jahr 2014 entstanden und wohl das Persönlichste der Künstlerin. Es wirkt wie ein geheimnisvoller melancholischer Rückzugort in Schwarz-Weiss. Aus dem familiären Bereich sind Radierungen (Graphit) ihrer kleinen Nichte und Neffen zu sehen.

In einer weiteren Reihe mit ungefähr 75 Ölbildern auf mitteldichten Holzfaserplatten im iPhone X Format wird die Nachhaltigkeit der Bilder, die uns täglich auf unseren Smartphones begleiten und beschäftigen, hinterfragt. Mit ihrer digitalen Arbeit befragt sie Menschen (anonymisiert) aus verschiedenen Ländern und unterschiedlichem Alter zu zum Thema „Zeitverschmutzung“. Diese werden auf einer Leinwand projiziert wiedergegeben und mit digitalen Grafiken kombiniert. Besucherinnen und Besucher der Ausstellungen können zudem spontan und anonym ihren persönlichen Beitrag hinzufügen.

Die Vernissage diese interessante Ausstellung einer jungen Künstlerin findet am Freitag, den 10. August 2018 um 19:00 Uhr in der Galerie Dieter Fischer (Immermannstr. 29, im Depot) statt.

Öffnungszeiten:

Mittwoch bis Freitag, 17:00 bis 20:00 Uhr

Sonntag, 15:00 bis 18:00 Uhr

Finissage: Sonntag, 26. August 2018, 17:00 bis 19:00 Uhr




„Another Brick – Über Mauern“ – Eine spannende Aktionsfläche im Dortmunder U

Die Vorbereitungen für die großen Ausstellung „Pink Floyd – Their Mortal Remains“ (Eröffnung am 14. September 2018 auf der Ebene 6) im Dortmunder U sind im vollem Gange.

An das Thema „Mauern“ im weitesten Sinne dockt im Vorfeld die neue Ausstellung und Aktionsfläche auf der UZWEI mit dem Titel „Another Brick – Über Mauern“ an.

Wie kann man jungen Menschen, denen Pink Floyd und „The Wall“ (1979) eventuell kein Begriff mehr ist, dessen Bedeutung für die damalige Zeit aber besonders auch für heute zu übersetzen und einen Raum zu bieten? Die Stimmen von „Identitären Bewegungen“ und Politiken, welche nach Abschottung und neuen „Mauern“ in welcher Form auch immer rufen, werden ja immer lauter.

Die Notwendigkeit, mutig reale Mauern und Mauern in den Köpfen zu überwinden, und ihnen ohne Angst vor dem „Fremden und Unbekannten“ dahinter zu begegnen.

In der Zeit vom 13.07.2018 bis zum 04.11.2018 haben große und kleine Besucherinnen und Besucher die Gelegenheit, sich kreativ mit dem Thema auseinander zu setzten.

Sie erhalten die Möglichkeit, mit großen und kleinen Bausteinen zu bauen und die vorhandenen (Mauer) Wände frei zu gestalten. Sei es nun mit Wand-Gedanken aus Tape, Mauerblumen an einem Maschendrahtzaun oder mit gebastelten Flugobjekten, die wie Vögel alle Hindernisse und Mauern überwinden.

Zurück in die Kindheit mit riesigen Legosteinen auf der UZWEI.
Zurück in die Kindheit mit riesigen Legosteinen auf der UZWEI.

An sechs als Eimer gestaltete Aktionspunkten können zusätzlich ungewöhnliche Aufgaben gelöst werden. Bei den Aktionspunkten hängen dabei jeweils zwei Eimer nach dem „Flaschenzug-Prinzip“ aneinander. Auf der einen Seite hängt ein mit Sand beschwerter Eimer, der die Aufgabenkarten oder Materialien in einem anderen Eimer zunächst in der Luft hält. Durch das Lösen von einem haken kann der Eimer in der Luft nach unten befördert werden.

An der Ausstellung maßgeblich beteiligt sind die Szenografen Stefan Lüdemann und David Döhrer. Für die künstlerische Gestaltung der Aktionspunkte waren Dagmar Lippok, Sabine Held und Claudia Terlunen verantwortlich.

Der neunjährige Arthur Schöpfer gibt zudem vor allen den Erwachsenen Tipps und Hinweise zum konzeptionellem Umgang mit Legosteinen. Das „Kind im Erwachsenen“ wird sicher mit den großen Legosteinen wach gerufen.

Es gibt genug genug Gelegenheit, Mauerwänden und Stacheldraht einen anderen, nicht isolierenden Charakter zu geben. Spannend wird sein, zu sehen, wie mutig die Besucher dabei auch vorgegebene Begrenzungen überschreiten.

Ein kleiner Bereich ist mit einer Videoinstallation auch der deutschen „Mauer-Vergangenheit“ und dem Wunsch nach Überwindung der Grenzbefestigung gewidmet.

Der Eintritt ist frei – Mitgestalten ausdrücklich erwünscht!




Unterstützung für Begleitprogramms der großen Jugendstil-Ausstellung im MKK

Die NRW-Stiftung unterstützt das Begleitprogramm die für Anfang Dezember geplante große Jugendstil-Ausstellung „Rausch der Schönheit“ im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) finanziell mit einem Fördergeld von 25.000 Euro.

Die Förderzusage wurde am 31.07.2018 vom Ehrenpräsidenten der NRW-Stiftung Franz-Josef Kniola an Udo Mager, dem Vorsitzenden der Dortmunder Museumsgesellschaft, und Dr. Jens Stöcker (Direktor des MKK). Die Kuratorin der geplanten Ausstellung und stellvertretende Direktorin des MKK Dr. Gisela Framke, war ebenfalls anwesend.

Udo Mager (links) und Franz-Josef Kniola sind zufrieden: Die Förderzusage ist da. Die Epoche des Jugendstils zeigt sich ab Dezember 2018 prominent im MKK. (Foto: © Roland Gorecki)
Udo Mager (links) und Franz-Josef Kniola sind zufrieden: Die Förderzusage ist da. Die Epoche des Jugendstils zeigt sich ab Dezember 2018 prominent im MKK. (Foto: © Roland Gorecki)

Kniola betonte beim Pressegespräch, dass ihm nicht nur die Vermittlung der Schönheit dieser speziellen kunstgeschichtlichen Epoche um 1895 bis 1914 wichtig ist. Es war eine spannende Zeit des gesellschaftlichen Umbruchs mit vielschichtigen und facettenreichen künstlerischen Ausdrucksformen. Zeitlich gehört der Jugendstil in seinen verschiedenen Ausprägungen zum „Fin de siècle“. Doch  Jugendstil beinhaltet viel mehr als schöne geometrische oder florale Formen, so Dr. Framke. Mit interessanten Objekten von außerhalb des hiesigen Museums soll die Ausstellung bereichert werden.

Udo Mager fügte hinzu, dass die Zielgruppe gerade für das Begleitprogramm die jungen Menschen sind. Das Begleitprogramm richtet sich aber auch speziell an Menschen mit Handicap.

Neben der Ausstellung sollen Spaziergänge, Radrouten oder Busfahrten zu den Zeugnissen des Jugendstils in Dortmund Angeboten werden. So könne Spuren und Schönheit des Jugendstils in Dortmund verdeutlicht werden und gleichzeitig ein Bogen vom MKK in die Stadtgesellschaft geschlagen werden. Für die die moderne junge Generation ist außerdem auch eine Art digitale Schnitzeljagd zu den hiesigen Jugendstil-Gebäuden angedacht.

Das Museum für Kunst und Kulturgeschichte feiert in diesem Jahr 135-jähriges Bestehen, die Museumsgesellschaft wird 110 Jahre. Ein guter Grund, das langjährige Engagement für Kultur in unserer Stadt mit einer großen Jugendstil-Ausstellung zu feiern.

Dr. Framke freut sich, hierfür die Schatztruhe des MKK öffnen zu können. Ungefähr 80% aus der Jugendstil-Sammlung des Museums wird zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert und geht über sechs Monate. Das Begleitprogramm wird im Januar 2019 starten.

Der Eintrittspreis soll moderat gehalten werden.

Sowohl Gruppen wie auch Einzelpersonen oder zum Beispiel Besucher von außerhalb können das Angebot des Begleitprogramms in Anspruch nehmen.

Eine spannende Reise zu den Zeugnissen der besonderen Epoche in unserer Stadt und deren Bedeutung wartet dann auf die Besucherinnen und Besucher.