AXIS 1.0 – eine Klangbild-Skulptur für Dortmund

Während des Kirchentages erwartet die Besucher nach Einruch der Dämmerung eine besondere Open Air-Darbietung. Auf dem Platz von Amiens hinter dem Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) inszeniert die Düsseldorfer Künstlergruppe „Aera Composer“ eine Medieninstallation aus Bild und Ton. Als Projektionsfläche verwenden sie die Stahlskulptur „Chip“ von Stefan Sous.

Die
Skulptur und das Museum für Kunst und Kulturgeschichte liegen im
Mittelpunkt einer von der Stadt geplanten Kulturmeile Dortmund. Deren
West-Ost-Achse reicht vom FZW über das U und das Fußballmuseum, die
Bibliothek, das MKK zum Orchesterzentrum, dem Konzerthaus und dem neu
dazu gekommenen Baukunst Archiv NRW. Diese erste Aktion im Zentrum
der Meile lädt die Besucher zum Verweilen ein und möchte ein Ort
der Begegnung und Entspannung sein.

Dr. Jens Stöcker, Direktor des MKK sieht in der künstlerischen Nutzung des Platzes eine Verlinkung zwischen Außen und Innen des Museums und des städtischen Umfeldes. Gemeinsam mit Christian Weyers, Leiter der Stabsstelle Kreativquartiere Dortmund freut er sich über die Möglichkeit, während des Kirchentages einen ersten Baustein für die Kulturmeile zu setzen.

Zur Künstlergruppe gehören Ronald Gaube für Komposition und Klang, Peter Hölscher für Komposition und Fotografie und Dorothee Pilavas als Art Projektorin. Die technische Umsetzung liegt in den Händen von Hendrik Wendler, dem Geschäftsführer von device + context aus Berlin. Die Firma hat eine spezielle Mapping Software für diese Art Projektionen entwickelt.

Area
Composing beschäftigt sich mit der Beschreibung eines besonderen
Ortes und seiner Geschichte. Das kann eine Stadt, eine Landschaft
oder auch ein Gebäude sein. Im Zusammenspiel moderner Projektions-
und Soundtechnik ergibt sich im besten Fall eine beeindruckende
digitale Inszenierung im öffentlichen Raum. Es kann verlassene
Plätze zum Leben erwecken, Bauwerke in Szene setzen, Emotionen
wecken und so eine neue bereichernde Erfahrung der Besucher zum
Spielort erzeugen.

Wochenlang haben die Künstler das Museum und das städtische Umfeld erkundet um ihre Eindrücke in der Video-Klang-Installation umzusetzen. Ausgewählte Exponate, Fassaden der umliegenden Häuser, Plätze und Töne der Stadt und ihrer Menschen sind das Rohmaterial für die Installation. Aus seinen mehr als 5000 Fotos komponierte Fotograf Peter Hölscher ein Liquid Image, das passgenau auf die Skulptur projiziert wird. Die Bilder fließen langsam ineinander und zeigen abstrakte sowie gegenständliche Motive. Lichtstarke Beamer mit je 20.000 ANSI Lumen sorgen für die nötige Leuchtkraft auf dem schwarzen Material des „Chip“.

Mitglieder der Künstlergruppe "Aera Composing" vor dem "Chip". v.li Dorothee Pilavas, Ronald Gaube, Peter Hölscher, Hendrik Wendler und Christian Weyers. (Foto: © Anja Cord)
Mitglieder der Künstlergruppe „Aera Composing“ vor dem „Chip“. v.li Dorothee Pilavas, Ronald Gaube, Peter Hölscher, Hendrik Wendler und Christian Weyers. (Foto: © Anja Cord)

Sechs Akkuboxen, unterhalb der Skulptur installiert, sorgen dafür einen 360-Grad Surround-Sound. Ronald Gaube arrangierte die Musik aus Tondokumenten und elektronischen Klangkompositionen.

Die
Installation auf dem Platz von Amiens ist vom 14. Juni bis 22. Juni
zwischen 22.30 und 24 Uhr in drei halbstündigen Sequenzen zu sehen.
Ausgenommen ist der 19. Juni. Auf Grund der Eröffnungsfeier des
Kirchentages und des Abends der Begegnung fällt die Vorführung an
diesem Tag aus.




Dortmunder U zeigt Ausstellung zu „Grafik aus Dortmund“

Im Foyer des Dortmunder U ist vom 07. bis 30. Juni 2019 die
Ausstellung „Grafik aus Dortmund“ zu sehen. Dort stellen 48
heimische Künstlerinnen und Künstler jeweils zwei Grafikarbeit aus
und bewerben sich damit um die Aufnahme in den begehrten, auf 500
(handsignierten) Exemplaren limitierten, Dortmunder Kunstkalender
2020. Ein Fachjury (vom Kunstverein bis Kulturbetriebe) entscheidet
am 27.06.2019 abschließend, welche sechs KünstlerInnen am Ende mit
zwei ihrer Werke in dem heimischen Grafikkalender erscheinen dürfen.
Dieser geht schon in die 43. Runde!

Wie Kulturdezernent
Jörg Stüdemann bei der Eröffnung erklärte, ist es ein harter
Wettbewerb mit festen Bedingungen: Bewerben mussten sich die
Kandidaten per Internet mit ihren Werken. Der Künstlerische
Mittelpunkt und das Wohnumfeld muss in Dortmund liegen. Ein
abgeschlossenes Kunststudium oder langjährige Erfahrung im
künstlerischen Bereich sind Voraussetzung für die Teilnahme.
Ehemalige Gewinner sind ausgeschlossen. Es wird also spannend.

Ein Teil der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler versammelte sich zu einem Foto.
Ein Teil der ausstellenden Künstlerinnen und Künstler versammelte sich zu einem Foto.

Die Ausstellung
zeigt eine große Spannbreite des vielfältigen künstlerischen
Potentials aus Dortmund. Das geht von Zeichnungen, Grafik, grafisch
bearbeiteten Fotografien, Holzschnitt, Druck, Handsiebdruck.
Linoldruck, Collage, mixed media, DigitalArt, Fotocollage oder
Fotoradierungen.

Grundlage für viele
Arbeiten waren in diesem Jahr offensichtlich Natur oder Tiermotive in
verschiedenen Zusammenhängen. Ohne jemand speziell hervorzuheben,
hier einige interessante und prägnante Beispiele.

Die Künstlerin
Irmtraud Büttnerverbindet etwa verbindet eindrucksvoll mit ihren
beiden Arbeiten so gegensätzliche Elemente wie Eis und Feuer in
ihrer Beziehung. Titel: „Gegensätzliche Elemente“ und „Kaltes
Element“. Anke Droste wiederum zeigt aus ihrer Reihe „Frei“ die
beiden Werke „keep on trippin 1 und „keep on trippin 2“ mit
Tusche und Feder auf Papier sinnbildhaft das Unterwegs und auf der
Suche sein.

Ein subtiles
kritische gesellschaftspolitisches Statement gibt Karin Jessen mit
ihren beiden Werken „Die Spur des Geldes- 1“ und „Spur des
Geldes- 2“, Handsiebdruck auf Börsenzeitung.

Daneben ist als
Kontrast von Michael Jaspert die Grafik, Fotoradierungen „Geigenbauer
I“ und „Geigenbauer II“ zu sehen, die diese wunderbaren
Instrument in einer besonderen Weise zur Geltung bringen.

Es gibt viel zu
sehen und entdecken, und die Originalgrafiken der Künstlerinnen und
Künstler können selbstverständlich während der Ausstellung
käuflich erworben werden. Preislisten liegen aus.




Zu Besuch bei den ARTgenossen

Am 15. und 16. Juni 2019 öffnen 13 Künstlerinnen und Künstler aus
dem Saarlandstraßenviertel ihre Ateliers und geben den
interessierten Besuchern Einblicke in ihre Arbeit. Am Sonntag, den
16. Juni, gibt es einen geführten Rundgang mit dem
Kunstwissenschaftler Dr. Rudolf Preuss durch die Ateliers des
Viertels. Er beginnt um 14 Uhr im Atelier von Pia Bohr in der
Dudenstraße 4.

Seit fast zehn
Jahren gibt es die Tradition der ARTgenossen, alle zwei Jahre ihre
Arbeitsstätten für die geneigte Öffentlichkeit zu öffnen. Somit
hat sich das Format durchaus etwabliert. „Die Leute sind
überrascht, dass es Ateliers in den Hinterhöfen gibt“, erzählt
Mathias Schubert, einer der beteiligten Künstler. Ziel sei natürlich
auch, Hemmschwellen gegenüber der Kunst abzubauen.

Manche Ateliers
haben sich Gäste eingeladen, so werden im Atelier von Pia Bohr neben
der Besitzerin auch Petra Eick, Rosa Fehr von Ilten und Frank
Pinkvoss dabei sein. Pinkvoss wird in diesem Jahr sein Debut bei den
ARTgenossen geben.

Freuen sich auch nette Gespräche mit den Besuchern beim Wochenende der ARTgenossen. (v.l.n.r.) Claudia Terlunen, Sabine Held, Sebastian Wien und Mathias Schubert.
Freuen sich auch nette Gespräche mit den Besuchern beim Wochenende der ARTgenossen. (v.l.n.r.) Claudia Terlunen, Sabine Held, Sebastian Wien und Mathias Schubert.

Zu sehen gibt es
alles, was die traditionelle bildende Kunst zu bieten hat:
Skulpturen, Malerei, Grafik, Fotografie und Zeichnungen. Neben den
Ateliers haben die Organisatoren einen besonderen Ort ins Programm
genommen. Silvia Liebig und Thomas Autering stellen im Friseursalon
Loretta in der Landgrafenstraße 148 aus.

Das Programm im
einzelnen:

Atelier Pia Bohr
(Dudenstraße 4): Pia Bohr, Petra Eick, Rosa Fehr von Ilten

Atelier in der
Gutenbergstraße 60: Roul Schneider, Dina Nur

Atelier in der
Chemnitzer Straße 38: Sebastian Wien, Claudia Karweick

Mathias Schubert
präsentiert sich in seinem Atelier in der Sonnenstraße 22.

Claudia Termunen und
Sabine Held sind im Atelier an der Saarlandstraße 96

Im Friseursalon
Loretta (Landgrafenstraße 148)stellen Silvia Liebig und Thomas
Autering aus.

Die Örtlichkeiten
sind am Samstag von 15 bis 20 Uhr geöffnet und am Sonntag von 14 bis
18 Uhr.




Fotografischer Blick auf die Nordstadt in der Galerie im Depot

Seit sieben Jahren mischen die Nordstadtblogger den Stadtteil auf und zeigen neben den dunklen Seiten auch die bunten Seiten des Viertel. Und von den bunten Seiten hat die Nordstadt jede Menge zu bieten. Jetzt präsentieren fünf Fotografinnen und Fotografen vom 06.06.2019 bis zum 29.06.2019 unter dem Titel „Blickwechsel“ über 56 Bilder mit Motiven aus der Nordstadt in der Galerie im Depot.

Aus der unglaublich
riesigen Anzahl von Bildern musste sich das Organisationsteam um
Alexander Völkel auf eine kleine Auswahl beschränken. Die Bilder
von Wolf-Dieter Blank, Klaus Hartmann, Leopold Achilles, Carmen
Körner und Alex Völkel sind thematisch geordnet und zeigen
unterschiedliche Blickwinkel der Nordstadt.

Ein besondere
Kombination von Alt und Neu hängt gleich zu Beginn der Ausstellung.
Hier hat Völkel versucht alte Fotografien aus der Nordstadt im
ähnlichen Blickwinkel wie im Original zu fotografieren. So entsteht
ein unmittelbarer Vergleich von Nordstadtimpression von vor 100
Jahren und heute. Der Wandel wird klar sichtbar. Die alten Fotos
stammen aus der Sammlung vom Nordstadtblogger und Heimatforscher
Klaus Winter, der auch am 16. Juni 2019 um 19 Uhr in einem Vortrag
die lebhafte Gastronomie am Steinplatz wieder zum Leben erwecken
wird.

Wolf-Dieter Blank, Klaus Hartmann, Leopold Achilles, Carmen Körner und Alex Völkel zeigen fotografische Arbeiten. (Foto: © Sascha Fijneman)

Wolf-Dieter Blank, Klaus Hartmann, Leopold Achilles, Carmen Körner und Alex Völkel zeigen fotografische Arbeiten. (Foto ©: Sascha Fijneman)

Die
Besucher erleben die schönen Seiten wie den Dortmunder Hafen, die
Feste in der Nordstadt, das religiöse Leben, aber auch weniger
schöne Dinge wie „Problemhäuser“ oder rechtsextreme Umtriebe,
die im Mord an Mehmet
Kubaşık
gipfelten.

Es
heißt ja, Bilder erzählen eine Geschichte. Die Nordstadtblogger
haben es in der Ausstellung perfekt umgesetzt. Zu jedem Foto gibt es
auch einen QR-Code, der zu einem weiterführenden Artikel oder einem
Video weiterleitet. Smartphones sind in dieser Ausstellung also
ausdrücklich erwünscht.

Die
Vernissage ist am 06.06.2019 um 19 Uhr. Es sprechen unter anderen
Journalistik-Professorin Dr. Wiebke Möhring von der TU Dortmund zum
Bedeutung des lokalen Online-Journalismus und Fatma Karacakurtoglu
(Train of Hope) zur Bedeutung der Nordstadtblogger für die Akteure
in der Nordstadt.

Die
Ausstellung findet im Rahmen von „Depot stellt vor“ statt und der
Eintritt ist frei.

Weitere
Infos gibt es bei den Nordstadtbloggern unter www.nordstadtblogger.de




Eindrucksvolle Bilddokumente von Pressefotografen

Zum siebten Mal
zeigt das Depot Dortmund im Kooperation mit DEW21 vom 25. Mai bis zum
16. Juni 2019 die World Press Photo Ausstellung. Mehr als 150 Fotos,
aufgenommen rund um den Globus, zeigen die Schönheiten, aber auch
die Schrecken unserer heutigen Zeit. Neben der eigentlichen
Ausstellung gibt es ein reichhaltiges Begleitprogramm für
Schülerinnen und Schüler sowie für Medienschaffende.

Jedes Jahr zeichnet
die World Press Photo Foundation in einem internationalen Wettbewerb
die besten Pressefotografen aus. Diese Bilder gehen dann auf
Wanderschaft und werden einem großen Publikum gezeigt. Der erste
Termin dieser Wanderausstellung ist das Depot im Dortmunder Norden
und es ist auch der einzige Ort in ganz Nordrhein-Westfalen.

Neben
eindrucksvollen Naturaufnahmen spiegeln die Aufnahmen auch die großen
nachrichtlichen Ereignisse wider. So wird eine mexikanische Familie
porträtiert, die einige Verwandte in den Drogenkriegen verloren hat.
Die Konflikte im Jemen und Syrien werden ebenso gezeigt wie die
dramatische Situation in Venezuela oder im Kongo.

Eindrucksvolle Pressefotos aus aller Welt sind im Depot Dortmund bei der World Press Photo Ausstellung zu sehen.
Eindrucksvolle Pressefotos aus aller Welt sind im Depot Dortmund bei der World Press Photo Ausstellung zu sehen.

Die Bilder sind
thematisch geordnet und bieten von Fotoreportagen über Sportfotos
bis hin zu persönlichen Geschichten einen Eindruck in die Arbeit von
Pressefotografen. Leider können aus technischen Gründen Videos und
interaktive Arbeiten nicht gezeigt werden. Dennoch bieten die Bilder
einen guten Einstieg in eine Geschichte, die durchaus anders sein
kann. Beispielsweise zeigt ein Foto anscheinend laichende Frösche,
ein schönes Naturbild aus Rumänien. Doch der Text neben dem Bild
macht deutlich, dass den Fröschen die Schenkel abgerissen wurden und
sie zum Sterben an die Wasseroberfläche kommen.

Im Begleitprogramm
der World Press Photo Ausstellung werden in benachbarten Kino
sweetSixteen auch zwei Filme gezeigt. Es laufen „Women Stories“
von Peter Lindbergh und „Der illegale Film“ von Claus Wischmann
und Martin Baer. Beide Filme sind vom 27.05. bis 14.06. 2019 auch für
Schulvorführungen buchbar.

Daneben finden
einige Veranstaltungen für Medienschaffende statt, hervorzuheben ist
der Vortrag von Abeer Saady über „Sicherheits- und ethische
Dilemmata für Fotojournalisten in Konfliktgebieten“ am 30.05. 2019
um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, der Vortrag ist in englischer
Sprache.

Die Ausstellung wird
am 24. Mai 2019 um 19 Uhr im Depot eröffnet.

Die Öffnungszeiten
sind:

Montags bis
mittwochs: 11.00 – 19.00 Uhr

Donnerstags: 11.00 –
20.00 Uhr

Freitags bis
samstags: 11.00 – 22.00 Uhr

sonntags: 11.00 –
19.00 Uhr

Der Eintritt beträgt
6 € (ermäßigt 4 €)

Weitere
Informationen gibt es unter:
http://www.depotdortmund.de/programm/ausstellung/1952-world-press-photo-19/event_details.html




Fotodrucke als visuelle Kommunikation

Die Artothek in der
Dortmunder Stadt- und Landesbibliothek zeigt vom 21. Mai bis zum 28.
Juni 2019 unter dem Motto „Visuelle Kommunikation: Sehen >
Verstehen >?!“ zweiundzwanzig Direktdrucke auf Alu-Dibond der
hiesigen Fotografin Rita-Maria Schwalgin. Die Künstlerin kombiniert
schwarz-weiße, von ihr computergenerierte philosophische
QR-Code-Botschaften mit Dortmunder Fotografien, etwa aus dem alten
Industriegebiet Phönix-West, dem Dortmunder U oder dem Signal Iduna
Park (ehemals Westfalenstadion).

Was hinter den
QR-Codes der sieben ausgestellten Werke steckt, können die
Besucherinnen und Besucher mit ihren Smartphones herausfinden. Hinter
den vier- beziehungsweise neunteiligen QR-Bereichen stehen immer
konkrete Aussagen wie etwa „die Würde des Menschen ist
unantastbar!“.

Die spannenden Fotos
zeigen im Spiegelbild oder buchstäblich „durch eine Brille“ ihre
eigentliche Schärfe und fokussieren die typischen Dortmunder Motive
(siehe oben) auf eine ganz besondere Art.

Rita-Maria Schwalgin vor ihren Bildern "Blick durch Ammoniakhalle" und "Durchblick Phoenix-West". Zu sehen in der Artothek.

Wer sich die Mühe
macht und Zeit lässt, kann immer wieder neue Details erkennen.
Schwalgin hat Geduld und macht sich auch schon mal die Mühe, dass
gleiche Motiv zu unterschiedlichen Zeiten zu fotografieren, was zu
erstaunlichen neuen Einblicken führt.

Durch Spiegelungen
wie beispielsweise bei dem Dortmunder Fotografie-Motiv „U Turm
spiegelt Stadt“ erkennt man Details, die man sonst nicht erkennen
oder bewusst aufnehmen würde.

Mit ihren Arbeiten
möchte die Künstlerin unsere Blickwinkel verschieben und
eingefahrene Sichtweisen hinterfragen.

Am Eingang der
Artothek verbindet zudem eine Mitmach-Aktion für die BesucherInnen
wie eine Klammer diese optischen reizvollen Kontraste. Seit dem Jahr
2013 sammelt Schwalgin schon den Satz „Was siehst Du?“ in den
verschiedensten Sprachen und Schriftarten. Über vierzig sind bis
jetzt schon zusammen gekommen. Weitere sind erwünscht!

Auf einer Liste sind
die Namen der Fotografien, ihre Größe und Kaufpreise für
Interessierte aufgeführt.

Die Ausstellung ist
dienstags und freitags zwischen 10:00 und 19:00 Uhr in der Artothek
zu sehen. Der Eintritt ist frei!




Mehr als Eins – Gruppenausstellung im Projektraum Fotografie

In
der Gemeinschaftsausstellung „Mehr als Eins“ zeigen fünf
Künstler mit Ateliers im Union Gewerbehof ihre Arbeiten. Beteiligt
sind Babette Martini und Janna Banning, sowie Eveline Kulik, Daniel
Sadrowski und Gerhard Kurtz, die zuletzt genannten drei sind vom
Projektraum Fotografie.

Jeder
Künstler zeigt mehrere Arbeiten zu frei gewählten Themen. In der
Präsentation sind die unterschiedlichen Werke gut abgestimmt und
miteinander kombiniert. Jedes behält seine Eigenständigkeit und
steht doch in Korrespondenz mit den anderen Arbeiten.

Evelyn
Kulik beschäftigt sich in den ausgestellten Bildern mit
Chemogrammen. Mit Fotochemikalien und unterschiedlichsten
Belichtungsvarianten erzeugt die Künstlerin abstrakte Bilder, die
durch ihre Produktionsweise als Unikate entstehen. Sie experimentiert
mit der Fragestellung in wieweit sie ohne motivische Vorgaben neue
Bildeindrücke beim Betrachter hervorrufen kann, freies Assoziieren
ist erwünscht.

Die Gemeinschaftsausstellung zeigt eigenständige Arbeiten, die aber mit den anderen Werken korrespondieren. Mit dabei sind (v.l.n.r.) Daniel Sadrowski, Babette Martini, Janna Banning, Gerhard Kurtz, Eveline Kulik. (Foto: © Anja Cord)
Die Gemeinschaftsausstellung zeigt eigenständige Arbeiten, die aber mit den anderen Werken korrespondieren. Mit dabei sind (v.l.n.r.) Daniel Sadrowski, Babette Martini, Janna Banning, Gerhard Kurtz und Eveline Kulik. (Foto: © Anja Cord)

Ton
und seine vielseitige Verwendbarkeit beschäftigen Babette Martini.
Ihre Skulpturen zeigen Gesichter und Köpfe, die in unterschiedlichen
tönernen Hüllen teilweise verschwinden oder sich scheinbar
verstecken. Die Künstlerin verortet in den Gesichtern ihrer Objekte
unterschiedliche Identitäten, sie erforscht die Eindrücke, die
durch das Verdecken einzelner Teile oder auch dem Bloßlegen tieferer
Schichten den Betrachter erreichen.

Wasser
in seinen verschiedenen Erscheinungsformen behandelt Janna Banning.
Ein großformatiges Gemälde einer Duschebadewanne enthält das
Statement „Wenn du dir unter der Dusche die Ohren zuhältst, regnet
es in deinem Kopf“. Eine zweite reine Textarbeit besteht aus
kleinen Gedichten zum Thema Wasser und Tränen. Die Träne, ebenfalls
eine Flüssigkeit, die viel Wasser enthält, interessiert die junge
Künstlerin besonders. In einer weiteren Arbeit stellt sie die
provokante Frage was auf der emotionalen Ebene mit dem Weinenden
und/oder dem Betrachter geschehen würde, würde man auf einer
Eisfläche aus Tränen Schlittschuh laufen. Direkt neben diesem Text
sind zwei gläserne Zahnputzbecher installiert, die für
Tränenspenden zur Verfügung stehen.

Im
Haus der Vielfalt porträtierte Daniel Sadrowski Menschen
verschiedener Nationen. Strukturierte Untergründe und gemusterte
Tapeten sind seine Hommage an den westafrikanischen Fotografen Malick
Sidibé. Sadrowski möchte mit seiner Porträtreihe ein Zeichen
setzen für interkulturelles Leben, für Übergänge und
Schnittmengen verschiedener Kulturen und Lebensumstände.

Die
Bilderserie über ein Grabeland in der Nordstadt fotografierte
Gerhard Kurtz im Laufe eines Jahres. Die Bilder zeigen eine teils
chaotisch genutzte Fläche, die unstrukturiert erscheint, jedoch bei
näherem Hinsehen Weinranken, Bohnenstangen, Hecken und Zäune
erkennen lässt. Es zeigt sich eine andere Auffassung von Ordnung und
Sinnhaftigkeit.

Die
Ausstellung läuft vom 10. Mai bis 2. Juni. Sie ist sonntags von 15
bis 18 Uhr geöffnet. Am 12. Mai wird ein Atelierrundgang angeboten.
Finissage ist am 2. Juni ab 15 Uhr.




Künstlerinnen und Künstler interpretieren Macht im kunstbetrieb

Vom 11. Mai bis zum 22. Juni 2019 zeigt die Galerie „der
kunstbetrieb“ in der Gneisenaustraße 30 die Ausstellung „machtvoll
– Positionen aus der Kunst zum Thema Macht“. Mit dabei sind Almut
Rybarsch-Tarry, Anke Droste, Brigitte Felician Siebrecht, Klaus
Pfeiffer, Susanne Grytzka und Udo Unkel.

Von der Wortherkunft her scheint es passend: Das Wort „Macht“
kann laut Wikipedia auf die lautende indogermanische Wurzel „mag-“
(kneten, pressen, formen, bilden) zurückgeführt werden. Damit hat
Macht auch was mit bildende Kunst zu tun, denn geformt und gebildet
wird auch in der Kunst, mit dem Fotografieren waren die Indogermanen
noch nicht so weit.

Jetzt gibt es viele Definitionen von Macht. Anke Droste hat in
ihrer Wandinstallation „Keep on tripping“ einige davon in
Fotografien und Malerei umgesetzt. Für Hannah Arendt entsteht
„Macht, wann immer Menschen sich zusammentun und gemeinsam
handeln“. Foto Nummer 6 zeigt feiernde Fußballfans auf der
Katharinentreppe anlässlich der WM 2006. Das Bild Nummer 3 hingegen
symbolisiert den Terror von 9/11. Die Macht der Zerstörung.

Dass das Wort mächtig ist, ist altbekannt. Schließlich steht in
der Bibel zu Beginn „Am Anfang war das Wort“. Auch die
Heerscharen von Zaubersprüchen basieren darauf, dass Worte in Macht
umgesetzt werden können. Die Arbeit „create I speak“ von
Brigitte Felician Siebrecht versteckt das Wort „Abracadabra“ im
Bild. Nur wenn es dunkel wird (oder mit einer Taschenlampe) werden
die hebräischen Schriftzeichen deutlich,

"Tod und Liebe" von Almut Rybarsch-Tarry.
„Tod und Liebe“ von Almut Rybarsch-Tarry.

Die Erinnerung hat sehr viel Macht über einen Menschen. Susanne
Grytzka schreibt auf drei großen Papierrollen, die so aussehen wie
Tapetenrollen Texte kreuz und quer. Es hat etwas manisches und
erinnert an manche Gruselfilme, in denen vollgekritzelte Wände mit
Hinweisen vorkommen.

Almut Rybarsch-Tarry zeigt zwei Figuren. Bei „Tod und Liebe“
sind gleich zwei Dinge vereint, die große Macht über uns haben. Der
Tod, denn alles Leben endet mit ihm und die Liebe, für die viele
bereit sind, alles zu tun. Bei der Figur „Sex sells“ geht es
natürlich auch um die Machtfrage. Hat der die Macht, der Sex kauft
oder derjenige, der ihn anbietet?

Udo Unkels Figuren aus Edelstahl sind im Gussverfahren
hergestellt. Sie haben alle keine Arme und wirken sehr verletzlich.
Klaus Pfeiffer stellt eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Fo­to­gra­fien
aus, die inspiriert sind von Foucaults Ausspruch „Die wirre Matrix
der Macht“.




Ein Gefühl von Sommer – Bilder der niederländischen Moderne im Museum Ostwall

Vom
11. Mai bis 25. August zeigt das Museum Ostwall 110 Werke aus der
hier recht unbekannten künstlerischen Epoche. Die Sammlung des
Ehepaars Anna und William Singer spannt einen Bogen der
niederländischen Malerei vom 19. bis zum Beginn des 20.
Jahrhunderts.

Direktor
Edwin Jacobs entwickelte die Idee einer Wechselausstellung zwischen
dem Singer Laren Museum und dem Museum am Ostwall passend zur
Umbauphase der Ausstellungsebene im U. Durch den Sammlungsaustausch
erhalten die Besucher des Museum Ostwall viele neue Einblicke in die
niederländische Moderne, während die Gäste in den Niederlanden den
hochwertigen Bestand expressionistischer Bilder des Museums Ostwall
kennenlernen. Die vor drei Wochen eröffnete Ausstellung in Laren
erfreut sich schon jetzt mit bisher 15000 Besuchern großer
Beliebtheit.

Die
Macherinnen der aktuellen Ausstellung im Dortmunder U, die Kuratorin
und stellvertretende Direktorin Regina Selter, Anne van Lienden und
Co-Kuratorin Stefanie Weißhorn-Ponert schöpften aus einem reichen
Fundus. Ein Jahr dauerte die Vorbereitung inklusive mehrerer
ausgedehnter Sichtungen im Depot des Singer Laren Museums.

Gezeigt
werden Strandansichten mit Fischerbooten, ländlich-bäuerliche
Szenen, Heidelandschaften mit Schafen, Interieurszenen mit Bäuerinnen
und Kindern, aber auch Stadtansichten und Porträts.

Die
Bildauswahl zeigt Werke bedeutender Künstler wie Georg Hendrik
Breitner, Isaac Israels, Jacob Maris, Anton Mauve, Evert Pieters,
Albert Neuhuys, Bart van der Leck, Else Berg, Lou Loeber, Jan
Sluiters und Piet Mondrian.

Bieten mit der neuen Ausstellung Einblicke in die niederländische Moderne. Stefanie Weißhorn Ponert (Co-Kuratorin), , Regina Selter Kuratorin und stellv. Direktorin MO, Direktor Edwin Jacobs, Direktor Jan Rudolph de Lorm. (Foto: © Anja Cord)
Bieten mit der neuen Ausstellung Einblicke in die niederländische Moderne. Stefanie Weißhorn Ponert (Co-Kuratorin) , Regina Selter (Kuratorin und stellv. Direktorin MO), Direktor Edwin Jacobs, Direktor Jan Rudolph de Lorm. (Foto: © Anja Cord)

Farblich
abgesetzt führt die Ausstellung chronologisch durch die Phasen der
Haagener Schule, dem Amsterdamer Impressionismus, des Expressionismus
bis zur Gruppe De Stijl, die sich der Abstraktion und der
Funktionalität des Bauhaus verschrieben hatte. Piet Mondrian, Bart
van der Leck und Theo van Doesburg sind hier als Gründer der
Künstlergruppe zu nennen. Alle Stilrichtungen der europäischen
Moderne sind in dieser faszinierenden Sammlung abgebildet.

Als
Ergänzung zeigen Studenten des Instituts für Kunst und Materielle
Kultur der TU Dortmund zeitgenössisch interpretierte Positionen zu
ihrem Gefühl von Sommer im Jahr 2019, Bezug nehmend auf die
niederländische moderne Malerei.

William
Singer als Sohn eines Industriellen aus Pittsburgh, trat nicht in die
vorgezeichneten Fußstapfen seines Vaters, sondern suchte als
Künstler seinen eigenen Weg. Eine Reise führte das Ehepaar 1901
nach Laren. Sie waren fasziniert von der gerade aktuellen Haager
Schule, aber auch von späteren Strömungen bis zum Entstehen der
abstrakten Malerei. Das kleine Örtchen Laren hatte sich durch den
Maler Jozef Israels und dessen Sohn Isaac Ende des 19. Jahrhunderts
zur Künstlerkolonie entwickelt und bot so viele Möglichkeiten zu
vielfältigem Austausch und kreativen Prozessen. Die rege
Sammlertätigkeit des Paares bildete den Grundstock für das Museum
Singer Laren.

Zur
Ausstellung gibt es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit
Schreibworkshop und Kuratorinnenführungen. Für 24,95 Euro wird ein
140 Seiten starker Katalog angeboten.

Öffnungszeiten der Ausstellung sind dienstags, mittwochs, samstags, sonntags von 11 – 18 Uhr, donnerstags und freitags11 – 20 Uhr. Der Eintritt kostet 9 Euro, mit Ticket sind die
sonntäglichen Führungen (15 – 16.30h) kostenlos.




Galerie im Depot zeigt vielfältige Kunst-Glanzstücke

Die neue
multifunktionale Galerie im Depot in Dortmund zeigt vom 10. Mai bis
zum 02. Juni 2019 als Eröffnungsausstellung aktuelle Glanzstücke
des Schaffens von 22 im Depot ansässiger Künstlerinnen und
Künstler. Organisiert wird der Auftakt und Chance für neu
überarbeiteten Raumkonzepte, Ausstellungen und weitere interessanten
Veranstaltungsformaten von Susanne Behringer, Birgit
Brinkmann-Grempel und Bärbel Thier-Jaspert.

Zum Jahresende 2018
wurde nach 16 Jahren die zum Haus gehörende „Galerie Dieter
Fischer“ geschlossen. Glücklicherweise ist es nun gelungen die
Galerie mit dem Namen „Galerie im Depot“ zu erhalten. Natürlich
dafür Fördermaßnahmen zum Beispiel durch den Bundesverband
Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK) und anderen notwendig.

Neues Leben in der ehemaligen Galerie Dieter Fischer dank engagierter Künstlerinnen und Künstler: (v.l.n.r.) Heide kemper, Heike Kollakowski, Christian Psyk, Bärbel Thier-Jaspert, Susanne Behringer, Birgit Brinkmann-Grempel und Marion Edelhoff.
Neues Leben in der ehemaligen Galerie Dieter Fischer dank engagierter Künstlerinnen und Künstler: (v.l.n.r.) Heide kemper, Heike Kollakowski, Christian Psyk, Bärbel Thier-Jaspert, Susanne Behringer, Birgit Brinkmann-Grempel und Marion Edelhoff.

Wie die Künstlerin Heide Kemper erklärte, wurde etwa in der alten Galerie zwei Wände zurückgesetzt und die Nutzung des Mittelteils (vor der Galerie) geplant. Obwohl sich alles, wie Kemper verriet, noch im Zwischenzustand befindet, bieten sich ungeahnte Möglichkeiten für Workshops und andere Veranstaltungskonzepte. Die neue
audiovisuelle Technik vor Ort ist da sicherlich auch hilfreich.

Die Nordstadtblogger
im Depot werden sich hier demnächst mit einer Ausstellung
präsentieren.

Als Feier der Neueröffnung zeigen die 22 KünstlerInnen des Hauses ihre vielfältigen und facettenreichen persönlichen „Glanzstücke“ aus den Bereichen Fotografie, Malerei, Grafik, Illustration, Glas und Skulptur. So zum Beispiel
Arbeiten von Lutz Kemper (Kollage), Birgit Brinkmann-Grempel
(Plexiglas, mehrere Schichten), Heide Kemper (Glaskunst), Heike
Kollakowski (Schrift und Typografie), Fotografien von Peter Lutz, Jan
Schmitz, Barbara Wozniak und vieles mehr.

Man sollte sich viel Zeit für die Betrachtung so vielfältiger Kunst in allen möglichen Größen und Formen lassen. Es gibt viel zu entdecken! Die Ausstellungsobjekte werden nummeriert und auf einer ausliegenden Liste können die Besucherinnen und Besucher die dazugehörigen Informationen zu den entsprechenden KünstlerInnen erhalten. Alle Arbeiten können
auch käuflich erworben werden. Eine Preisliste liegt vor.

Die Eröffnung der Galerie im Depot (Immermannstraße 29) findet am Donnerstag, den 09.05.2019 um 19:00 Uhr statt. Grußwort: Marion Edelhoff, Geschäftsführung Depot e.V. sowie Dr. Ludwig Jörder, Bezirksbürgermeister Dortmund Innenstadt-Nord. Einführung. Heide Kemper, Vorstandsmitglied Depot e.V. Musikalische
Begleitung: San Froyo, Ukulele

Die Finissage ist am
Sonntag, den 02.06.2019 um 16:00 Uhr.

Öffnungszeiten:
Do-Fr 17.00 bis 20.00 Uhr und Sa-So 15:00 bis 18:00 Uhr.