Wundersame Kunstwelten im Torhaus Rombergpark

Die Städtische Galerie im Torhaus Rombergpark (Dortmund) zeigt vom
22.09.2019 bis zum 13.10.2019 unter dem „Wundersame Welten“
fünfzehn großflächige Acrylzeichnungen des Pop-Künstlers Helmut
Kottkamp (Jahrgang 1954) aus Mühlheim an der Ruhr. Die Werke sind
alle, so Kottkamp, in den letzten drei Jahren entstanden.

Ab 1968 beschäftigt
sich der Künstler mit surrealistischer Malerei, seit 2007 mit
Popart. Er zerlegt uns bekannte Dinge, ordnet sie neu zu seiner
Kunst. Seine surrealen, kubistischen und farbenfrohen Arbeiten
lassen Fragen offen und bieten Raum für Assoziationen. Er collagiert
nicht nur alles zu Neuem, sondern arbeitet auch Teile seiner
Installationen oder sogar sich selbst und andere bekannte
Persönlichkeiten in die Zeichnung mit hinein. Tiere und und andere
Details sind oft erst auf dem zweiten Blick zu erkennen.

Helmut Kottkamp vor seinem Bild "Poseidon" zu sehen in der Galerie Tohaus Rombergpark.
Helmut Kottkamp vor seinem Bild „Poseidon“ zu sehen in der Galerie Tohaus Rombergpark.

Viele bekannte Film-
und Pop-Musik-Größen oder Poseidon aus der griechischen Mythologie
können die Besucherinnen und Besucher in seinen Werken wiederfinden.
Interessante Kombinationen wie etwa Martin Luther und Che Guevara,
bekannte Größen aus der Filmwelt wie Johnny Depp („Fluch der
Karibik“), „Die Vögel“ (Hitchcock), aus „Zeugin der
Anklage“, der „Terminator“ (Arnold Schwarzenegger), oder
Musikstars wie Mick Jagger, Lady Gaga, sowie die vier Beatles
(Sergeant Pepper) u.a. sind dort zu sehen. In die Arbeit „Sergeant
Pepper“ hat Kottkamp seinen eigenen Großvater mit eingebaut.

Eine politische
Entwicklung der SPD anhand vier großer Persönlichkeiten (ähnlich
aufgereiht wie die Präsidenten der USA im Grand Canyon, Mount
Rushmore National Memorial) zeigt eindrucksvoll das Werk mit dem
Titel „Genossenzeit“. Es gibt viel zu entdecken und es lohnt
sich, in diese „Wundersamen Welten“ einzutauchen.

Die Eröffnung
findet am Sonntag, den 22.09.2019 um 11:00 Uhr in der Städtischen
Galerie Torhaus Rombergpark (Am Rombergpark 65) statt.

Öffnungszeiten:

dienstags bis
samstags: 14:00 – 18:00 Uhr

sonntags und
feiertags: 10:00 – 18.00 Uhr

Eintritt frei




Emerging Artists zeigt junge Kunstlerinnen und Künstler

„Full house“ hieß es bei der Eröffnung der diesjährigen Gemeinschaftsausstellung der „Emerging Artists Dortmund auf der UZWEI im Dortmunder U. Die Etage platzte vom Besucherandrang fast aus allen Nähten. Zehn Künstler zeigen auf dem Festival der zeitgenössischen Kunst ihre Arbeiten aus den Bereichen, Design, Fotografie, bildende Kunst und Szenografie. Dies sind im einzelnen Julia Batzdorf, Johanna Bielawski, Lea Frensch, Alexander Lange, Anna Levine, Lom-of-LaMa, Katja Mudraya, Laila Schubert, Manuel Sobottka und und Lucrezia Zanardi.

Zur
Einführung waren die Vernissagegäste ins Kino im U geladen. Nach
Mechthild Eickhoff als Leiterin der UZWEI und Bürgermeisterin Birgit
Jörder sprach Evi Hoch von der Wilo Foundation. Die Stiftung ist
seit Beginn des Festivals 2015 als Hauptförderer mit an Bord. Evi
Hoch bezeichnete die beteiligten Akteure als Dreamteam, das absolut
produktiv zusammen arbeitet. Ebenso lobte sie die hervorragende
kuratorische Arbeit der internationalen Jury. Den KünstlerInnen
wünschte sie, dass diese die ihnen gebotenen Netzwerkmöglichkeiten
zur weiteren Professionalisierung zu nutzen vermögen.

Künstlerinnen und Künstler sowie Veranstalterinnen freuen sich auf viele interessierte Besucher auf der UZWEI. (Foto: © Anja Cord)
Künstlerinnen und Künstler sowie Veranstalterinnen freuen sich auf viele interessierte Besucher auf der UZWEI. (Foto: © Anja Cord)

Auf
der UZWEI begeisterten die sehr unterschiedlichen Arbeiten der
Künstler und Künstlerinnen durch handwerkliches Können und großer
Experimentierfreude.

Julia
Batzdorf zeigt mit einem Motor versehene kinetische Objekte, die
kurze Bewegungen ausführen um dann wider Erwarten in ihre
Ausgangsposition zurück zu rutschen. Ein Video zeigt in einer
Endlosschleife den vergeblichen Versuch diverse, zollstockgleiche
Hölzer in einen Koffer zurückzuzwängen. Sisyfos
lässt grüßen.

Das
Duo Lom-of-LaMa erforscht in seinen Arbeiten die soziale Interaktion.
Zwei Menschen mit weißen Masken hüpfen in einer Mondlandschaft
herum, halten sich dabei aneinander fest und wirken durch die auf den
Masken angedeuteten Gesichter zu einer Person vereint. Als Objekt
haben sie einen Caféhaus-Stuhl gestaltet, dessen zwei Rückenlehnen
mit nur einer Sitzfläche verbunden sind.

In
der Tradition des Sammelns und der Spurensicherung bewegt sich
Lucrezia Zanardi. In großen braunen Schaukästen beleuchtet sie das
Leben der in Auschwitz gestorbenen Jüdin Etty Hillesum. Durch die
Inszenierung von Tagebuchseiten, Bildern, handschriftlichen
Einlassungen und Fotos dringt der Betrachter unwillkürlich in das
vergangene Leben einer beeindruckenden Frau ein. Recherchereisen
ermöglichten der Künstlerin die Dokumentation dieses zu kurzen
Lebens.

Die
Objekte von Johanna Bielawski überzeugen mit einer unverkrampften
Suche nach einer neuen Form ihres jeweiligen Objektes. Sie nutzt
Materialien aus dem Baumarkt, wie Bauschaum, Holz, und Styropor setzt
sie frei erfundenen
Formen und setzt neonfarbene Akzente um die skulpturale Form des
Objektes
zu verstärken.

Jeder
KünstlerIn hat eine kleine Edition erarbeitet, die zum Kauf
angeboten wird.

Flankiert
wird das als Biennale ausgerichtete Festival durch verschiedene
kostenfreie Workshops, Vorträge und Führungen. Thematisch befassen
sie sich mit zahlreichen praktischen Fragen zu Überlebensstrategien
als Künstler am Beginn der Karriere. Wie gehe ich mit Urheber- oder
Lizenzfragen um? Was macht die VG Bild-Kunst, wie kalkuliere ich
meine Preise? Oder wer es grundsätzlicher angehen möchte kann sich
am 15. November im Rekorder II mit der Thematik „Künstler sein im
Kapitalismus. Zur Selbstpositionierung Kunstschaffender in einer
ökonomisierten Lebenswelt“ in die Diskussion einbringen.




Emerging Artists Festival Dortmund als vernetzende Künstlerplattform

Das Festival für zeitgenössische Kunst aus „Emerging Artists
Dortmund“ findet vom 14. September bis zum 17. November 2019 zum
dritten Mal auf der Ebene Zwei des Dortmunder U (UZWEI –
kulturelle Bildung) statt.

Für die UZWEI als
Gastgeber verriet deren Leiterin Mechthild Eickhoff über die
Zielsetzung des Festivals: „Es ist eine Plattform für kreative,
innovative Künstlerinnen und Künstler mit klugen Ideen mit
Vorbildfunktion.“ Zehn von einer sachkundigen internationale Jury
ausgewählte KünstlerInnen mit ihren Werke sollen nicht nur
herausgehoben werden, sondern sich aktiv vernetzen und ausgestattet
werden. Sich weiter zu entwickeln und erfolgreich sowie professionell
zu arbeiten.

Das Festival ist
eine Kooperation zwischen dem Kulturbüro Dortmund, dem Dortmunder
Kunstverein und der UZWEI – Kulturelle B sowie ein Teil des
Projektes smART-places. Schon seit Anbeginn unterstützt die
Wilo-Foundation das Projekt als Förderer. Die Projektleitung liegt
bei Andree Höppe (Hartware MedienKunstverein) und Linda Schröer
(Kunstverein) .

Unsere Stadt
entwickelt sich immer mehr zu einem kulturellen Schmelztiegel mit
einer wachsenden Szene an bildenden Künstler*innen, Designer*innen,
Szenograf*innen und aus diversen anderen kreativen Branchen. Das
professionelle grafische Erscheinungsbild und die
Ausstellungsgestaltung, die Fotografien sowie das
Vermittlungsprogramm zu Emerging Artists entstand in Zusammenarbeit
mit Studierenden und Absolventen der hiesigen Hochschulen.

Kommunikationsdesign
: Marius Burgmann und Mike Magduschewski (ADLIPS DESIGN BUREAU)

Szenografie:
Kathrin Breitenbach und Jasmin Keune-Galeski (Studentinnen der
Szenografie und Kommunikation , Fachhochschule Dortmund).

Fotografie: Karol
Pryk (Student Fotografie FH Dortmund).

Die
Arbeiten der zehn Künstlerinnen und Künstler bewegen sich in dem
Spektrum bildende Kunst, Design, Szenografie und Fotografie. Sie
sind jeweils ein individueller Beitrag, der die Besucher*innen in
andere Wahrnehmungsräume und bewusst irritieren
will. Es wird mit unterschiedlichen Materialien,
oft
auch in Kombination von
verschiedenen künstlerischen Ausdrucksformen, wie Skulptur,
Fotografie, Bild oder auch
Text. Mit der digitalen Welt
und der besonderen Wahrnehmung, und in einem Beitrag mit zwei
„bewegten“ Objekten, die obwohl unterschiedlich groß, irgendwie
miteinander interagieren.

(c) Katja Mudaray Emerging Artists Dortmund 2019, Adlips Design Bureau
(c) Katja Mudaray Emerging Artists Dortmund 2019, Adlips Design Bureau

Den Entstehungsprozess der Kunst können sich die Besucher*innen an drei Bildschirmen erleben. Dabei sitzen sie auf drei offenen Holzstühlen, die mit einer weichen Schaumgummimasse bezogen sind und witzigerweise auf den ersten Blick als harte Unterlage wahrgenommen wird. Viel Raum für eigene Assoziationen.

Es besteht die Möglichkeit, von den einzelnen Arbeiten der
Künstler*innen eine Postkarte mitzunehmen oder eine kleinere Edition
auch käuflich zu erwerben.

Im Rahmen von Emerging Artists gibt es nicht nur viele Workshops oder
Vorträge, teilweise z:B. auch im Rekorder (Gneisenaustraße 55) mit
wichtigen Tipps (z.B. Selbständigkeit, Antragsformalitäten oder
Urheberrechtsfragen).

Die
Eröffnung des Festivals
findet am 13. September 2019
um 19:00 Uhr (Kino im Dortmunder U) statt. Anschließend wird die
Ausstellung
auf der UZWEI (2. Etage) eröffnet.

Ab 21:00 Uhr gibt es dann eine Aftershowparty mit Delicious
Frequencies an den Plattentellern

Ort: Rekorder, Gneisenaustr. 55, 44147 Dortmund.




Ausstellung in Künstlerhaus entdeckt Bildräume

Mit der Ausstellung „room with a view“ präsentiert das
Künstlerhaus vom 7. September bis zum 13. Oktober fünf
Künstlerinnen und Künstler, die mit ihren Fotografien neue
Bildräume schaffen oder imaginäre kreieren.

Die Fotografie macht
in der Regel aus einem dreidimensionalen Raum einen
zweidimensionalen. Schon früh haben Fotografen nach einem Weg
gesucht, die „verschwundene“ Räumlichkeit wieder herzustellen,
beispielsweise durch Stereografie. Chris Engman (USA), Emma Hart
(GB), Katharina Kiebacher (D), Alexandra Leykauf (D) und Susa Templin
(D) beschäftigen sich auf der künstlerischen Wege mit der Thematik.

Der Amerikaner Chris
Engman
zeigt beispielsweise seine Videoarbeit „Sunrise to
Sunset“. Sie besteht eigentlich aus zwei Videos. Es ist das gleiche
Motiv 24 Stunden aufgenommen, aber auf dem einen Bild läuft die Zeit
vorwärts, auf dem anderen Bild rückwärts. Es gibt also nur zwei
Zeitpunkte, an dem beide Bilder gleich sind. Spannend ist auch eine
weitere Arbeit von ihm. Das großformatige Bild sieht zunächst aus
wie ein Naturbild, bis dem Betrachter Unstimmigkeiten auffallen.
Plötzlich ist in der Felsformation ein Fenster eingebaut. In
Wirklichkeit hat Engman das Naturfoto ähnlich einer Fototapete
riesig ausgedruckt und in einer Garage geklebt, so dass ein
verwirrender Effekt entsteht.

Die Fotografie, die
ja die Wirklichkeit abbilden soll, fehlt es an Räumlichkeit und
Körperlichkeit, findet Katharina Kiebacher und zeigt in ihren
Arbeiten, wie sie mit diesen Manko umgeht. Im Mittelpunkt steht das
Ei. „Das Ei hat eine wandelbare Form“, begründet Kiebacher die
Wahl ihres Motivs. In einer Skulptur lässt sie den Betrachter quasi
hinter das Bild schauen und zeigt das Ei vorher und nachher. Das
Körperliche wird auch in der anderen Skulptur deutlich. Statt ein
zweidimensionales Foto auszustellen, gewinnt das Bild eine
Räumlichkeit und dringt in den Raum ein.

Beim Aufbau der Arbeiten von Susa Templin (links) helfen Paul Pape und Katharina Kiebacher.
Beim Aufbau der Arbeiten von Susa Templin (links) helfen Paul Pape und Katharina Kiebacher.

Emma Hart
präsentiert einen Loop aus verschiedenen Fotos, auf denen die
Fotografierten den Betrachter unvermittelt anschauen. So wird der
Zuschauer plötzlich zum unerwünschten Eindringling oder Paparazzi,
der das traute Familienleben stört. Zusätzlich zeigt sie
beeindruckende Skulpturen, die auf Fotografien alter Kinosäle
beruhen.

Die Arbeiten von
Alexandra Leykauf sind über der Kante gebrochen. Das Video
als auch die beiden Bilder benötigen vom Betrachter einen gewissen
Standpunkt. Viele ihrer Arbeiten spielen mit dem Übergang von einem
dreidimensionalen Objekt zur Oberfläche des Bildes und zurück.

Abstrakte Werke
schafft Susa Templin mit ihren Arbeiten. Zu Beginn stehen
Fotos von Häusern, Treppenhäusern und anderen architektonischen
Elementen, die die Künstlerin auf Kapa-Platten zieht und daraus
malerische Räume entwickelt. Daraus entstehen assoziative und
gleichzeitig reale Räume, die sich auflösen und abstrakt werden.
Aus der Ferne wirken die Arbeiten wie geometrisch abstrakte
Kunstwerke, erst beim näheren Hinsehen, wird deutlich, dass die
Farbflächen in Wirklichkeit Fotos sind.

Room with a view

07. September bis
13. Oktober 2019

Künstlerhaus
Dortmund, Sunderweg 1

Die Öffnungszeiten
des Künstlerhauses sind Donnerstag bis Sonntag von 16 bis 19 Uhr.

Die Vernissage ist
am 06. September um 20 Uhr.




Große und kleine Kunst der Neuen des BBK Ruhrgebiet in der BIG gallery

In der Zeit vom 08.09.2019 – 29.09.2019 werden in der BIG gallery
in Dortmund (BIG direkt gesund, Rheinische Straße 1) mehrere Werke
von vierzehn neuen Mitgliedern (seit 2015) des Bundesverbandes
Bildender Künstler (BBK) Ruhrgebiet e.V. unter dem Motto „Größer
als klein“ präsentiert.

Der Name entstand
wegen der ja relativ kleinen Künstlergruppe im Verhältnis zum
großen Verband.

Aber auch inhaltlich
bietet der Titel viel. Da geht es um große und kleine Träume,
kleine und große Liebe, die Stärke und der Mut des vermeintlich
„Kleinen“ die Kämpfe der scheinbar Schwachen (ob Flüchtlinge
oder andere) gegen die Macht der „Großen“.

Einen kleinen
Eindruck von der Vielfalt des künstlerischen Schaffens:

Der Kontrast von
kleinem Schiff und weiten, großen Meer steht zum Beispiel bei
Michaela Düllberg bei ihren Werken „Landgang“, Mixed Media auf
Leinwand, 100 x 100 cm (2019) und „Landgang 9“, Mixed Media auf
Holzkörper im Mittelpunkt, 70 x 70 cm (2017) im Mittelpunkt.Das
Schicksal der vielen ertrunkenen Flüchtlinge wird hier dabei im
Hintergrund nicht außer Acht gelassen.

Bei gleichem Ansatz
spielt bei Suria Kassimis „Water“ (Serie), Öl auf Leinwand, 100
x 100 cm die Farbe „blau“ eine wichtige Rolle. Wie sie beim
Pressegespräch betonte, auch ihre Lieblingsfarbe.

Rosa Fehr-von Ilten
dagegen arbeitet dagegen mit formalistischer Symbolkraft und den
Gegensatz von festen und weichen Strukturen bei ihren Werken : Öl
auf Leinwand, „Gestreiftes Tuch“, „Rosa Tuch“, „Rote
Palette“ und „Gelb-weiß gestreifte Tuch“ (70 x 100 cm, 2019).
Viele der Arbeiten bieten Raum für (gesellschaftskritische)
Assoziationen beim Betrachter.

Die neuen Künstlerinnen und Künstler des BBK Ruhrgebiet präsentieren ihre Arbeiten in der BIG gallery. (v.l.n.r.) Davoud Sarfaraz, Marc Bühren, Michaela Düllberg, Rosa Fehr-von Ilten, Suria Kassimi, Dieter Gawohl und Heike Kollakowski.
Die neuen Künstlerinnen und Künstler des BBK Ruhrgebiet präsentieren ihre Arbeiten in der BIG gallery. (v.l.n.r.) Davoud Sarfaraz, Marc Bühren, Michaela Düllberg, Rosa Fehr-von Ilten, Suria Kassimi, Dieter Gawohl und Heike Kollakowski.

Der Dada-Künstler
Dieter Gawol (A. Diéga)
macht auf humorvoll-anarchistische Weise das „große“ und
„kleine“ Geschäft der Menschen zum Thema seiner Werke (auf
Alu-Dipond)
mit „weiblichen“ und „männlichen“ Zubehör für die Hygiene.
Das Ganze nicht ohne kleine politische Seitenhiebe. Witzig-ironisch
ist auch der kleine Videofilm zum „stillen Örtchen“ zusammen mit
mehreren beteiligten Darstellern.

Heike
Kollakowskis kraftvollen Arbeiten „Drip“, Acryl auf Leinwand, 100
x 20 cm (2017) und „wow“ , Acryl auf Leinwand, 24 x 30 cm (2017)
sind sich schon optisch eindeutig als „groß“ und „klein“ zu
erkennen.

Davoud
Safaraz widmet sich mit seine orientalisch strahlenden Werke dem
vermeintlich „schwachen Geschlecht“ und setzt ein
Statement
für die Gleichberechtigung der Frauen. Besonders deutlich wird das
bei „Maria ist dran!“, Acryl auf Leinwand, 155 x 115 cm, 2019.

Marc
Bühren zeigt die schon in der Ausstellung im Torhaus zu bewundernden
manuellen 3D-Drucke der Reihe „Naturidentische Aromen“ mit PLA,
Moorlauge, Pigmenten,Kreiden, Wachse und Biospachtelmasse (je 20 x20
cm, 2019, zwölfteilig).

Die
Ausstellung „Größer als klein“ – Die neuen im BBK 2019 wird am
Sonntag, den 08.09.2019 in der BIG gallery um 11.00 Uhr eröffnet.

Begrüßung:
Marc Bühren (BBK Ruhrgebiet) und Peter Kaetsch
(Vorstandsvorsitzender BIG direkt gesund). Einführung: Michael
Schulz-Runge (Kunstvermittler) und Musik: Katherine Seiss (Sängerin)




Kunstausstellung zwischen Fantasie, Humor und Konventionen

Der Dortmunder Kunstverein am Park der Partnerstädte 2 zeigt vom
06.09.2019 bis zu 19. November 2019 in seinen Räumlichkeiten die
erste institutionelle Einzelausstellung in Deutschland von Gijs
Milius. Der Künstler ist 1985 in Utrecht geboren, lebt und arbeitet
in Brüssel.

Für diesen
speziellen Ort hat Milius unter dem Titel „Der Kampf der Kinder“
einen fiktiven Arbeitsraum entworfen.

„Der Kampf der
Kinder“ ist übrigens in eine weiteren Sinne gedacht. Es ist der ja
bei Kindern noch offen, ganz eigen Blick auf die Konstruktionen und
Gegebenheiten des Erwachsenseins. Den sollten wir uns bewahren.
Hinter einer gehörigen Portion Humor und kinematografischer Magie
verborgen, beschreiben die Arbeiten des Künstlers sowohl Isolation
als auch die Absurdität der Dinge des Lebens. Bei dieser Ausstellung
geht es um Sichtverschiebungen auf die Dinge des Lebens.

Ausgestattet ist der
Raum mit einem weißen Eingangstor, einfachen Holzmöbeln,
Fotografien aus speziellen Lebenssituationen (Momentaufnahmen), auf
Kalender gedruckt, einem fast schon philosophischen Hörspiel als
Zwiegespräch angesichts der Frage, ob man heute noch Kinder in die
Welt setzten kann. Es geht unter anderem um Fragen von Gleichheit und
Ungerechtigkeit, Aggression und Gewalt.

Neben surrealistisch
anmutenden Bildern spielt die Zeit bei der Rauminstallation eine
wichtige Rolle. Wenn die Besucher den Raum betreten, fällt der Blick
geradeaus auf eine mit einer Art weißen Wolke bemalten Uhr an der
grün gestrichenen Wand. Die Zeit wird sinnbildlich „relativiert“.

Gijs Milius hat mím Kunstverein Dortmund für seine Ausstellung "Der Kampf der Kinder" eine eigene Umgebung geschaffen.
Gijs Milius hat mím Kunstverein Dortmund für seine Ausstellung „Der Kampf der Kinder“ eine eigene Umgebung geschaffen.

Dazu passt ein
selbst entwickelte witziges Videospiel, bei dem eine
computergenerierte Figur davor bewahrt werden muss, von einer
herunterfallenden Uhr getroffen zu werden.

An einem anderen
Computer können die Besucherinnen und Besucher wahlweise kleinere
Videofilme zu verschiedenen Situation wie etwa eine Fahrt mit der
Fähre, oder einen Busfahrer bei seiner Arbeit und andere anklicken
und ansehen. Das spiegelt das Verhalten vieler Nutzer in der moderne
digitalen Welt wieder. Ständig wird irgend etwas angeklickt, was im
Augenblick das Interesse weckt, die Zeit der Langeweile vertreibt.

Eingefangene Momente
der Erinnerung spielen eine wichtige Rolle.

An einem anderen
Tisch gibt es die Möglichkeit, Hits aus den 80-iger Jahren des
letzten Jahrhunderts in modifizierter Form als ein Spiel mit
Nostalgie zu erleben.

Persönlich wird es
an anderer Stelle, wo ein kleiner geheftetes Schriftband mit
Anekdoten zu sehen ist, die aus einem Schriftverkehr mit Milius‘
Cousin entstanden sind.

Ein Modellhaus mit
einer Miniaturversion von verschiedenen Versionen eines Hausmeisters
(in einem kleinen Glaskasten) bilden den Eingangsbereich des fiktiven
Arbeitsraumes.

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 05.09.2019 um 19:00 Uhr statt.

Begrüßung. Marion Edelhoff (Vorsitzende)
Einleitung: Oriane Durand (Künstlerische Leiterin)




Michael Jaspert – Alte Technik mit neuer Technologie

Makrofotografie und Radierungen präsentiert der Dortmunder Künstler
Michael Jaspert unter dem Titel „Augenblicke“ in der Galerie im
Depot. Die Ausstellung läuft vom 05. bis zum 29. September 2019 in
der Reihe „Depot stellt vor“.

Die großen
Makrofotografien von Jaspert schärfen den Blick ins Kleine, das uns
umgibt, was wir aber kaum wahrnehmen. Die Schönheit der Libellen und
Spinnen in den farbigen Bildern wird uns erst bewusst gemacht, wenn
wir nah drauf schauen. Plötzlich sieht eine vertraute Spinne aus,
wie aus einer anderen Welt. Für Jaspert ist es faszinierend „wie
Spinnen ihre acht Beine und Augen koordinieren.“ Die Motive findet
er meistens in seinem Garten.

Michael Jaspert bei seinen beiden Radierungen, die auf Fotos aus der Werkstatt von Geigenbauer Bley beruhen.
Michael Jaspert bei seinen beiden Radierungen, die auf Fotos aus der Werkstatt von Geigenbauer Bley beruhen.

Neben den
Makrofotografien zeigt Michael Jaspert auch wieder seine Radierungen.
Hier verknüpft er die alte Technik des Kupferstiches mit
fotografischen Methoden. Fototechnik und Tiefdruck ersetzen die
Nadel. Bei den Radierungen gehört neben der Natur auch Orte der
Technik wie beispielsweise ein Umspannwerk zu seinen Motiven. Zwei
neue Arbeiten entstanden in der Werkstatt des Geigenbauers Bley. Hier
setzte Michael Jaspert die Werkstatt eindrucksvoll als Radierung um.
Alle Radierungen erscheinen in einer Auflage von maximal zehn Stück.

Ganz am Anfang des
Raumes steht eine Arbeit von Michael Jaspert bestehend aus 625
unterschiedlich hohen Buchenholzklötzchen. Der Betrachter sieht von
oben eine Spinne. Es besteht die Möglichkeit, einzelne Klötzchen
käuflich zu erwerben.




Kunstbonbon zeigt bemaltes Porzellan und Bilder von Markus Jöhring

In der Zeit vom 14.09.2019 bis zum 19.10.2019 sind im kleinen aber
feinen Kunstbonbon in der Chemnitzer Str. 11 in Dortmund unter dem
Titel „Der Pubertäter und Krümel-App 1.0“ wunderbar verrückte
und humorvoll-skurril bemalte Porzellan-Teller und einige Bilder des
Künstlers Markus Jöhring (geboren 1966) aus Recklinghausen zu
sehen.

BesucherInnen
konnten schon in der diesjährigen Gemeinschaftsausstellung „Unter
Hundert – Kunst Total“ einige seiner farbenfrohen Werke zwischen
schmunzeln und bitterem Beigeschmack bewundern.

Markus Jöhring ist ein scharfer Beobachter, der Verdecktes sichtbar macht und so zum Nachdenken anregt.

Markus Jöhring präsentiert auch einen Kaffeefilter-Halter aus Porzellan mit einer wichtigen Botschaft. (Foto: © Markus Jöhring / Kunstbonbon)
Markus Jöhring präsentiert auch einen Kaffeefilter-Halter aus Porzellan mit einer wichtigen Botschaft. (Foto: © Markus Jöhring / Kunstbonbon)

Frech, unvermittelt
oder auch poetisch, feinsinnig kommen seine schrulligen Geschichten
daher und seine Bild- und Textbotschaften ergänzen sich sowohl auf
Porzellan wie auf der Leinwand.

Die Vernissage
findet am Samstag, den 14.09.2019 um 15:00 Uhr im Kunstbonbon statt.

Die Arbeiten des
Künstlers sind natürlich auch käuflich zu erwerben.

Öffnungszeiten:

Dienstags von 13:00
bis 18:00 Uhr, freitags von 15:00 bis 20:00 Uhr und samstags nach der
Vernissage von 12:00 bis 15:00 Uhr




Farb-Therapie im Torhaus Rombergpark

Dass Farben eine bestimmte Bedeutung haben, ist Gegenstand der
Farbenlehre. Schon die alten Griechen haben sich damit beschäftigt.
Am bekanntesten ist sicher die Farbenlehre Goethes (Zur Farbenlehre,
1810). In Zeitalter des Internets werden für Webseiten bestimmte
Farbmuster und Farbkombination gesucht, die der gewünschten
Zielgruppe und Intention der Seite entsprechen. Mit diesen
Farbkombinationen haben Werber schon lange zuvor experimentiert.

Natürlich ist für
Malerinnen und Maler die Farbe ein besonders wichtiges Element. Die
serbische Künstlerin Maja Erdeljanin zeigt vom 25.August bis zum 15.
September unter dem Titel „Color Therapy“ neunzehn abstrakte
Arbeiten, die ab 2007 entstanden sind.

„Eine Farbe hat
immer etwas mit Emotionen zu tun“, erklärt Erdeljanin. „Jede
Farbe hat eine Bedeutung“. Rot kann energiegeladen, aber auch
aggressiv sein, Blau kann friedvoll oder leise sein. In ihrer
Ausstellung zeigt die Künstlerin jedoch nur die „positiven
Eigenschaften“ der Farben. So trifft ein „Confidental Yellow“
(zuversichtliches Gelb) auch ein „Peaceful Blue“ (friedliches
Blau). Manche Farben sind in Erdeljanins abstrakten Bildern stark in
den Hintergrund geraten, obwohl sie im Titel stehen. Das ist bewusst
so. „Manchmal mache ich mir einen Spaß mit den Farben“, so die
Künstlerin.

Maja Erdeljanin präsentiert Farben mit Eigenschaften in ihrer "Color therapy" im Torhaus Rombergpark.
Maja Erdeljanin präsentiert Farben mit Eigenschaften in ihrer „Color therapy“ im Torhaus Rombergpark.

Eine besondere
Arbeit ist „Hooloovoo Blue“, sie bezieht sich auf das Buch von
Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“. „Hooloovoo“
ähnelt im Roman einem super-intelligenten Farbton der Farbe Blau.
Hier machte sich Erdeljanin Gedanken, wie denn diese
super-intelligente Farbe aussehen könnte.

Dass Farben
bestimmte Eigenschaften zugesprochen werden, ist nicht nur im
künstlerischen Bereich bekannt, sondern natürlich auch in der
Werbung. So nennt die Firma Alpina beispielsweise eine ihrer Farben
nicht einfach „Blaugrau“, sondern „steinblaue Schönheit“.

Die Ausstellung wird
am 25. August 2019 um 11 Uhr eröffnet und ist dienstags bis samstags
zwischen 14 und 18 Uhr sowie sonntags/feiertags zwischen 10 und 18
Uhr geöffnet.




Künstlerische Auseinandersetzung mit der Zeit des Nationalsozialismus

Die Artothek in der 1. Etage der Dortmunder Stadt- und
Landesbibliothek zeigt vom 16. August bis zum 27. September 2019
insgesamt 24 Drucke / Gemälde / Fotografien (2009 – 2019) der
freischaffenden Künstler Marion und Jens Trübiger (Bönen).

Beide haben in
Dortmund studiert. Marion Trübiger hat zunächst als Kunstlehrerin
für die Primarstufe gearbeitet und später noch in ein weiteres
Studium der Kunst für das Lehramt Gymnasium / Gesamtschule
(Schwerpunkt Grafik und Fotografie) abgeschlossen. Jens Trübiger
(geb. Düsseldorf) hat nach seinem Studium Fotodesign in Dortmund als
freiberuflicher Fotograf gearbeitet und ist bis heute angestellter
Mediengestalter und Fotograf.

Jens und Marion Trübiger zeigen in der Artothek Arbeiten, die sich mit den Begriffen Freiheit und Gefangenschaft auseinandersetzen.
Jens und Marion Trübiger zeigen in der Artothek Arbeiten, die sich mit den Begriffen Freiheit und Gefangenschaft auseinandersetzen.

Die künstlerische
Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus und seinen
Auswirkungen spielt für ihr Schaffen eine wesentliche Rolle. Es geht
ihnen vor allem darum, mit ihrer Kunst anzuregen, sich mit den
Begriffen Freiheit (Meinungsfreiheit, künstlerische Freiheit,
Bewegungsfreiheit, Gedankenfreiheit) im Gegensatz zur Gefangenschaft
(im umfassendem Sinn) auseinanderzusetzen und für sich neu zu
definieren. Wenn auch Auschwitz in ihren Arbeiten im Zentrum steht,
sind dabei die aktuellen Bedrohungen für die Demokratie immer im
Hinterkopf.

Mit ihren
Bearbeitungen. Kollagen, farbliche Verfremdungen und Einarbeiten von
Original-Fotografien sowie Textfragmenten und Mixed Media Kunst
gelingt es ihnen eindrucksvoll, den Schrecken der Lager und deren
riesige Fläche vor Augen zu führen. Die Betrachter können immer
wieder neue Details entdecken. Eindringlich weist ein Werk auf die
„Todesmärsche“ hin, bei denen noch viele Menschen bis nach
Kriegsende ums Leben kamen. Diese standen in den historischen
Rückblicken nicht immer im Mittelpunkt,

Die (begrenzten) 360
º
Fotografien (1,50 cm x 0,50 cm) als Nacht und Tag-Fotografien
des Lagers, vermitteln die besondere Atmosphäre. Den richtigen
Überblick über die Größe bekommen sie jedoch erst im Internet
unter www.kunst-der-freiheit.de.

Im hinteren Teil am
Ende der Ausstellung laden fünf Platten (20 cm x 20 cm) mit zwanzig
Mixed Media Drucken zum Innehalten ein und zeugen von vielen
eingeflossenen Emotionen der Künstlerin.

Es lohnt sich, die
Artothek zu besuchen und sich etwas Zeit für die Werke zu nehmen.

Öffnungszeiten:
Dienstag und Freitag 10:00 – 19:00 Uhr