Weihnachtlicher „Bunter Teller 2019“ im Dortmunder Kunstbonbon

Suchen Sie noch ein passendes Geschenk zu Weihnachten für ihre
Lieben? Schon seit fünf Jahren findet im Kunstbonbon (Chemnitzer
Str. 11) in Dortmund um diese Zeit eine Art Kunst-Weihnachtsmarkt
statt. In diesem Jahr geht die Ausstellung und Verkauf vom 30.11.2019
bis zum 04.01.2020.

Waren es beim ersten
Mal sieben teilnehmende Künstlerinnen und Künstler, sind es im Jahr
2019 siebzehn! Dabei sind einige, die schon im Kunstbonbon
ausgestellt hatten oder an Gemeinschaftsausstellungen beteiligt
waren. Das Angebot ist mit Malerei, Objekten, Skulpturen,, Schmuck,
Zeichnungen, Büchern, Collagen, Assemblagen, Fotografien auch in den
Stilrichtungen vielfältig und die Preisspanne flexibel von 5,- Euro
aufwärts. Für jeden Geschmack etwas dabei.

Auch 2019 gibt es
wieder den mit unterschiedlichen Päckchen gefüllten
„Spenden-Schrottwichtelkorb“. Gegen eine Spende von 2,50 Euro
können sich die Besucher*innen ein Überraschungspäckchen für
einen guten Zweck auswählen.

Der "Bunte Teller" im Kunstbonbon bietet einen interessanten Kunst-Weihnachtsmarkt.
Der „Bunte Teller“ im Kunstbonbon bietet einen interessanten Kunst-Weihnachtsmarkt.

Die Spenden kommen dem ambulanten Kinderhospizdienst „Löwenzahn“ zugute.

Bei der Vernissage
am 30.11.2019 um 15:00 Uhr wird Thorsten Haase von „Löwenzahn“
einige erklärende Worte sprechen.

Mehr Information zu
„Löwenzahn“ unter
https://ambulanter-kinderhospizdienst-dortmund.de




Dortmunder Kunstverein präsentiert parallel zwei Einzelausstellungen

Zum Jahresende werden im Rahmen von „Work in Progress“ gleich
zwei Einzelausstellungen junger Künstler parallel vom 23.11.2019 bis
zum 09.02.2020 im Kunstverein in der Nähe des Dortmunder U gezeigt.

Im Eingangsbereich
zeigt Matt Welch (1988 in Liverpool, lebt und arbeitet in Frankfurt)
vier „Adult Sculptures“. Er verbindet in eindringlicher Weise mit
unterschiedlichen Materialien in seinen Skulpturen den menschlichen
Körper sowie sein Verdauungssystem sowie das brisante Thema Konsum.

Zwei menschliche
Körper aus einem Stahldrahtgerüst modelliert (symbolisch
Tierhaltung) sind in einer größeren Entfernung voneinander durch
ein Kabelsystem miteinander verbunden. Das innere der beiden
skulpturalen Körper liegt offen für die Betrachter. Nur die Hände
sind täuschend echt als menschliche Hände plastisch zu erkennen.
Sie greifen nach den gemeinsamen „Verbindungskabel“.

Adult 1 (Erwachsener
1) hat in seinem Bauchraum einen sich drehenden, an den Frankfurter
Tower erinnernden „Plexi-Tower“, in dem etwas rote Farbe (Blut?)
zu erkennen ist. Bei Adult 2 (Erwachsener 2) sind
Müll-Hinterlassenschaften zu sehen. Der Künstler hat seine
Skulpturen symbolhaft für unsere Zeit auf Teilen eines alten
ausgedienten PVC-Boden aus der Wohnung eines Freundes platziert.

In Korrelation dazu stehen die beiden anderen Skulpturen, die aus einer Computertastatur und Fotos von jungen Menschen der Fridays-for-Future aus Frankfurt darüber.

"Adult 2" von Matt Welch. Zu sehen bis zum 09.02.2020 im Dortmunder Kunstverein zusammen mit Arbeiten von Jannis Marwitz.
„Adult 2“ von Matt Welch. Zu sehen bis zum 09.02.2020 im Dortmunder Kunstverein zusammen mit Arbeiten von Jannis Marwitz.

Die körperlichen
Skulpturen dienen hier sowohl als eine Art Sockel wie auch als
Müllhalde. Sie sind der Schauplatz des individuellen Protests als
auch der Gemeinschaft. Alles hängt miteinander zusammen.

Im hinteren Teil des
hiesigen Kunstvereins stellt der junge Künstler Jannis Marwitz
(*1985 Nürnberg, lebt und arbeitet in Brüssel) zehn farbintensive
figurative Bilder und zwei Zeichnungen aus.

Er spielt geschickt
mit Farben und Formen, Vordergrund und Hintergrund. Für ihn ist es
wichtig, dass seine Arbeiten nicht statisch sind, sondern immer
wieder neue Einblicke und Blickwinkel bieten. Dabei entdeckt man
sowohl bedrohliche, wie auch belustigende Details.

Seine Motive
umfassen Menschen wie Tiere (Vögel, Fische u.a.), und die Bilder in
bewusst unterschiedlichen Formaten zeichnen sich durch eine
ungewöhnliche Farbkombination aus.

Er spannt mit ihnen
auch einen Bogen durch die Kunstgeschichte, der von antiken Reliefs
ausgehend über barocke Kompositionen bis hin zu digital animierten
Bildern führt.

Es lohnt sich, mal
vorbei zu schauen.

Die Eröffnung der Ausstellungen findet am Freitag, den 22.11.2019 um 19:00 Uhr im Dortmunder Kunstverein statt. Begrüßung: Prof. Dr. Hartmut H. Holzmüller (Mitglied des Vorstands). Einführung: Oriane Durand (Künstlerische Leiterin).

Infos zu folgenden
Vorträgen, Führungen und anderem erhalten Sie unter
https://www.dortmunder-kunstverein.de/




Köpfe – realistisch, surreal oder abstrakt

Andrzej Irzykowski zeigt vom 17.11. bis zum 08.12 2019 in der Galerie
Torhaus Rombergpark unter dem Titel „Köpfe“ Zeichnungen und
bildhauerische Arbeiten.

„Der Kopf ist die
Zentrale“, erklärt Andrzej Irzykowski sein Interesse am Haupt des
Menschen. In der Ausstellung präsentiert er Köpfe in verschiedenen
Stilen und Materialien.

Auf der hinteren
Seite des Torhauses zeigt Irzykowski drei klassisch gestaltete
Portraits. Mit dabei sind die Köpfe von Chopin und Beethoven, zwei
der Lieblingskomponisten des Künstlers. Geplant sind noch weitere
Komponistenbüsten wie die von Mozart oder Bach.

Sehr spannend sind
die Arbeiten, die eher in die surreale oder abstrakte Richtung gehen.
Der „Träumer“ scheint zu zerfließen, er ist ein Hauch von Kopf,
obwohl er aus Bronze ist. Der „Dickkopf“ hingegen besteht aus
Eichenholz, das schon mehrere hundert Jahre alt ist und von einer
Mühle stammt. Der „Dickkopf“ ist auf den ersten Blick ein grober
Klotz, er hat aber durch eine Art Krone etwas majestätisches an
sich.

Aus Eisenguss sind
die „Totems“. Sie erinnern mit ihrem Aussehen an an afrikanische
Masken. Der „Ritter“ wiederum ist aus fertigen Metallteilen
entstanden, die in einer Schlosserei anfallen.

Andrzej Irzykowski neben seinem "Ritter", der aus Materialien einer Schlosserei besteht.
Andrzej Irzykowski neben seinem „Ritter“, der aus Materialien einer Schlosserei besteht.

Ein weiteres
interessantes Objekt ist der „Buch Kopf“ aus aus Bronze, auf dem
sich einiges an Patina angesammelt hat. Für Andrzej Irzykowski ist
ein Buch „das Gedächtnis der Menschheit“. Zwei eckige
„Querköpfe“ aus Bronze zeigen sehr abstrahierte Gesichter.

Zusammenfassend kann
man sagen, die große Formenvielfalt macht den Reiz dieser
Ausstellung aus. Bei manchen Objekten findet der Betrachter schnell
das Gesicht zum Kopf, bei anderen muss man länger suchen oder wie
beim „Dickkopf“ seine Fantasie spielen lassen.

Daneben hängen acht
Chinatuschezeichnungen auf Bristol-Papier. „Zeichnen ist Therapie
von der Bildhauerei“, bekennt Andrzej Irzykowski, „da kann ich
mich austoben.“

Auf alle Fälle
freut sich der Künstler auf den Dialog mit dem Publikum.

Die Vernissage ist am 17.11.2019 um 11 Uhr. Das Torhaus hat dienstags und samstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr geöffnet.




Artensterben als künstlerisches Thema

Die gemeinsame Ausstellung „ARTensterben“ der vier Dortmunder Künstlerverbände thematisiert in der BIG gallery die Folgen des Klimawandel und der Umweltzerstörung. 

Bis zum 12. Januar 2020 zeigt die BIG Gallery am Dortmund U die Ausstellung “ARTensterben”. Mit dabei sind Künstlerinnen und Künstler vom Bundesverband Bildender Künstler Ruhrgebiet (BBK), der Bundesverband Bildender Künstler Westfalen, die Künstlervereinigung Dortmunder Gruppe, und der Westfälische Künstlerbund Dortmund. 

Schon der Titel “ARTensterben” gibt die Richtung vor: Hier positionieren sich Künstlerinnen und Künstler auf unterschiedliche Weise mit den möglichen Folgen des Klimawandel. Dazu zählt beispielsweise das Bienensterben. Susanne Behringer betrauert in ihrem Kreuz aus Bienenwaben unter dem Titel “behüten” das Schicksal der Bienen. Jan Homeyer setzt sich in seinem Gemälde “Der Fund” mit einem eher ungeliebten Insekt auseinander: Am Boden liegt eine riesige Hornisse. Die drei Arbeiten “Silent Death” von Suria Kassimi zeigt ein totes Fluginsekt. 

Zur Ausstellung "ARTensterben" in der BIG gallery ist ein Katalog erschienen.
Zur Ausstellung „ARTensterben“ in der BIG gallery ist ein Katalog erschienen.

Doch auch die generelle Zerstörung ist ein Thema, das Künstler umtreibt. Beeindruckend sind die Bilder von Rita-Maria Schwalgin, die in ihren Fotografien “Faszination der Zerstörung” die unglaubliche Wucht von Braunkohlebagger zeigt. Marc Bührens manueller 3-D Druck “In Flammen” thematisiert auf filigraner wie erschreckender Weise Waldbrände rund um den Globus. 

Die Ausstellung macht Nachdenklich, die unterschiedlichen Position sind gut ausgewählt und zeigen eine deutliche Haltung der Künstlerinnen und Künstler. Denn wichtiger als die Frage, ob Kunst politisch sein darf oder nicht, ist es, Position zu beziehen. 




Gerechtigkeit ist die große Frage beim Fotofestival

Zum zweiten Mal nach 2017 findet vom 07.11.2019 bis 24.11.2019 das
große f² Fotofestival in Dortmund mit zehn Ausstellungen an neun
unterschiedlichen Orten statt. In diesem Jahr ist das Oberthema
„Gerechtigkeit“ in all seinen verschiedenen Bedeutungsvarianten.

Gleich mehrere World
Press Photo Preisträger*innen stellen auf dem Fotofestival
beeindruckende Fotos zu der Thematik aus ihrem individuellem
Blickwinkel aus, halten Vorträge, oder bieten Ausstellungsführungen
an. Außerdem ist im sweetSixteen Kino (Depot) eine spezielle
Filmreihe zu dem Thema „Gerechtigkeit“ an. Am 17. November wird
eine Bustour zu vier beteiligten Ausstellungsorten mit
Reisebegleitung sowie Kaffee und Kuchen für 15.- Euro angeboten.
(Start um 15:00 Uhr am Kulturort Depot/ Ende ca. 19.00 Uhr. Die
Vorträge kosten 5,- pro Person.

Für alle
Ausstellungen ist der Eintritt frei. Der offene der
FREELENS-Regionalgruppe-Ruhrgebiet Stammtisch ist am 13.11.2019 um
19:00 Uhr im Depot ist offen für alle Interessierten und der
Eintritt natürlich auch frei. Der Katalog zum Festival ist für 5,-
zu erwerben.

Im Kulturort Depot
sind gleich zwei Ausstellungen zu bewundern. Mit „Follow the Water“
befassen sich die Fotograf*innen um das brisante und aktuelle Thema
„Wasser und Gerechtigkeit“.

Das Organisationsteam des zweiten Fotofestivals in Dortmund hoffen auf starkes Interesse.
Das Organisationsteam des zweiten Fotofestivals in Dortmund hoffen auf starkes Interesse.

Wasser ist der
wichtigste Lebensspender und wird gleichzeitig durch unsere moderne
Lebensweise immer mehr zur Bedrohung. Der Meeresspiegel (Schmelzen
der Pole, Klimawandel) steigt, und viele Gebieten sind von
Überschwemmungen bedroht . Sie werden wohl in absehbarer Zeit von
Bildfläche verschwinden. Andererseits leiden andere Gebiete unter
zunehmender Dürre, die ihre Lebensgrundlage zerstört.

Einen speziellen
Dortmund-Bezug liefert die Fotografin Julia Unkel mit „255,736 μg“.
Dabei geht es um den schon etwas vergessenen „PCB-Skandal“ um den
Dortmunder Hafen. Das Problem mit seinen Folgen ist aber nicht
verschwunden

Unter den Titel
„Über leben – 40 Jahre Cap Anamur“ gibt der Fotograf Jürgen
Escher sensible (fotografische) Einblicke in die Nothilfearbeit der
„Cap Anamur“ . Über 34 Jahre hat er diese begleitet. Die älteren
Fotografien noch in Schwarz-weiß, die neueren in Farbe.

Möglichst viele,
politisch wie auch fotografisch interessierte Personen sollen durch
das Fotofestival angesprochen werden, so Peter Lutz vom
Veranstalter-Team Depot e.V. .

Vom 07.11.2019 bis
zum 10.11.2019 sind einige Eröffnungstermine an verschiedenen Orten:

Kulturort Depot:
Donnerstag, den 07.11.2019

„Follow the water“
sowie „Über Leben“ um 19:00 Uhr.

Fachhochschule
Dortmund/ Brückstr.
64: Freitag, den 08.11.2019

INCONDITION
(Bedingungen für Einschätzung von Gerechtigkeit) um 18:00 Uhr

Technische
Universität
Dortmund/ Dortmunder U: Freitag, den
08.11.2019 1

Gerechtigkeit –
ein Bilddialog über Viel und Wenig um 19:30 Uhr

Projektraum
Fotografie :
Freitag, den 08.11.2019

Joanna Kischka
(Gerechtigkeit, Polen) um 21:00 Uhr

44309 Street/ Art
Gallery:
Samstag, den 09.11.2019

Improving Reality um
19:30 Uhr

Hoesch- Museum:
Sonntag, den 10.11.2019

Die
Hoesch-Fraueninitiative um 11:00 Uhr

Folkwang
Universität der Künste / Kunsthaus Essen:
Sonntag,
den10.11.2019

Made in… um 16:00
Uhr.

Bei Fragen rund um das Festival wenden Sie sich bitte an das Festivalbüro im Kulturort Depot (Immermannstr 29, 44147 Dortmund) oder informieren sich über den an verschiedenen Kulturorten ausliegenden Flyer.

Fon: 0049 (0)231 900 806 oder info@f2-fotofestival.de




Spotlight für Rosa Fehr-von Ilten

Die Produzentengalerie in der Arneckestraße 42 stellt in ihrem
Programm “Spotlight” eine Künstlerin oder einen Künstler in den
Vordergrund. Vom 03. November bis 10. November 2019 stellt Rose
Fehr-von Ilten insgesamt 17 Arbeiten aus.

Im
Mittelpunkt stehen Arbeiten von 2013 bis 2019, Fehr-von Ilten zeigt
zehn Bilder und sieben Zeichnungen. Darunter ältere Arbeiten wie die
Zeichnungen aus dem Rombergpark, aber auch Werke aus der
Marina-Serie, bei der die Künstlerin einen eigenen Blick auf die
Hafenszenerie wirft.

Fehr-von
Ilten ist fasziniert von der Vergänglichkeit, sogenannten Lost
Places oder Abrisshäusern, in denen sie ihre Motive findet. Dabei
sucht sie die Orte nicht gezielt auf. „Ich sehe mit dem Blickwinkel
einer Ethnologin”, erzählt sie, „ich entdecke die Motive mehr
zufällig in meiner gewohnten Umgebung.”

Rosa Fehr-von Ilten vor ihren Arbeiten "Gestreiftes Tuch", "Rosa Tuch" (beide links) und "Ofenklappe".
Rosa Fehr-von Ilten vor ihren Arbeiten „Gestreiftes Tuch“, „Rosa Tuch“ (beide links) und „Ofenklappe“.

So
entstand das Bild “Ofenklappe”, das die Künstlerin in einem
Abrisshaus entdeckte und ein vergessener Schaukasten im ehemaligen
Museum am Ostwall wird zum “Mauerloch altes Museum Ostwall”.

Zu
sehen sind die Arbeiten Donnerstag, Freitag und Samstag von 16 bis 19
Uhr sowie Sonntag von 15 bis 18 Uhr, Die Vernissage ist am 03.
November um 15 Uhr.




Textilkunst trifft Handwerk im Dortmunder MKK

Unter dem Motto „Transparenz – Kunst trifft Handwerk“ treten
vom 01. bis 10. November 2019 sieben Exponate aus der textilen
Sammlung des Museums für Kunst und Kulturgeschichte Dortmund (MKK)
mit zeitgenössischem Kunsthandwerk (Galeriehaus Grosche, Castrop
Rauxel) in einen interessanten Dialog. Zu sehen ist die
Sonderausstellung in der Rotunde des MKK. Es sind rund 100
verschiedene Arbeiten aus dem Bereich Textilkunst, Bildhauerei,
Schmuck, Keramik, Glas, Mode und Papier von Künstlern von
Deutschland bis Frankreich, Niederlande, Belgien oder Tschechien
vertreten.

Die sieben
Kunstwerke aus der textile Sammlung des Museums und die
kunsthandwerklichen Arbeiten korrespondieren dabei auf eine
besondere Weise.

Gezeigt wird zeitgenössische Handwerks-Kunst von Michael Becker (Schmuck), Wilhelm Beestermöller (Bildhauerei), Ursula Commandeur (Keramikobjekte), Lou de Bèoly (Mode), Galerist Matthias Grosche (Schmuck), Anke Hennig (Schmuck) , Angela Hübel (Schmuck), Steffen Lang (Glasobjekte), Christian Metzner (Glasobjekte) und Wilhelm Schramm (Papierarbeiten).

"Transparentes" Kunsthandwerk in der Rotunde des MKK.  (v.l.) Dr. Gisela Framke, stellvertretende Direktorin des MKK, Dr. Christian Walda, Sammlungsleiter am MKK, und Matthias Grosche, Galerist, Goldschmied und Kurator. (Foto: Roland Kentrup)
„Transparentes“ Kunsthandwerk in der Rotunde des MKK. (v.l.) Dr. Gisela Framke, stellvertretende Direktorin des MKK, Dr. Christian Walda, Sammlungsleiter am MKK, und Matthias Grosche, Galerist, Goldschmied und Kurator. (Foto: Roland Kentrup)

Diese Arbeiten
bestechen nicht nur durch „transparente“ Ausrichtung und
geschickte Nutzung verschiedener Materialien von Plexiglas mit darin
verarbeiteten Material bis über kunstvoller Gestaltung von Keramik.

Die Spitzen-Stücke
aus der Sammlung des MKK sind filigrane Exponate von Halsschmuck bis
zum Körperschmuck. Verwendet wurden ganz unterschiedliche
Materialien für die moderne Klöppelarbeiten. So wird zum Beispiel
bei Ines Schwotzer ein Kragen aus feinem Edelstahldraht geklöppelt.
Für den Halsschmuck (Klöppelspitze) verarbeitete Silvia Fedorová
sowohl Kupferdraht,
Silberdraht und sogar Plastiktüten. Der Kragen/Halsschmuck von Eva
Fialová ist eine
Klöppelspitze aus farbigeren
Leinengarn und
Goldlahn, wie es der tschechischen Tradition entspricht. Besonders
zeitintensiv war wohl die Arbeit von Ingeborg Rademacher am
Körperschmuck (Projekt „Zigarre“). Sie benutzte dafür
Nylonfäden, wie Dr.
Gisela Framke, die stellvertretende Museumsdirektorin des MKK veriet.

Der
Kurator der Ausstellung auf Einladung des MKK ist der Galerist,
Goldschmiedemeister und Schmuckgestalter Matthias Grosche. Ihn
begeistern die Variationsmöglichkeiten von Schmuck.

Die
Vernissage zur Ausstellung „Transparenz – Kunst trifft Handwerk“
findet am Freitag, den 01.11.2019 um 19:00 Uhr in der Rotunde des
MKK statt. Zur Eröffnung spricht Dr. Christian Walda,
Sammlungsleiter MKK Dortmund. Der Eintritt in die Ausstellung frei.

Übrigens:
Die Exponate der Künstler*innen sind käuflich zu erwerben.

Im
Rahmenprogramm wird der Universitätschor Dortmund am 08.11.2019 um
19:00 Uhr eine Klangperformance zum Thema „Transparenz“
aufführen.




Endstation Lesbos

Das Ende der Reise nach Europa ist für viele syrische, aber auch
afghanische Flüchtlinge die griechische Insel Lesbos.Auf über
85.000 Einwohner kommt eine riesige Zahl von Flüchtlingen, die
hauptsächlich im Lager Moria zusammengepfercht werden. Von Lesbos
geht es für die meisten nicht weiter. Die Insel ist quasi ein
Gefängnis. Fotograf Hendrik Müller war 2017 als Flüchtlingshelfer
auf der Insel Lesbos und erzählt auf fünf großen 180° Panoramen
unter dem Titel „Das Ende der Reise“ das Elend der Flüchtlinge.
Zu sehen sind die Arbeiten ab dem 24. Oktober 2019 im Foyer der
Auslandsgesellschaft

Dabei verzichtet
Hendrik Müller auf pathetische Aufnahmen von Flüchtlingen. Er zeigt
generell keine Menschen. Lieber richtet er den Blick des Betrachters
auf die Auswirkungen der Flüchtlingskrise auf Lesbos, die die
gesamte Infrastruktur der Insel sehr stark belastet. Auch Dinge wie
Friedhöfe. Müller präsentiert ein Bild voller Margeriten in einer
friedlichen Landschaft. Wenn auf dem Foto nicht ein Grabstein wäre.
Dies ist eines von vier bis fünf illegalen Friedhöfen für
muslimische Flüchtlinge, berichtet Müller. Das ruhige Blumenfeld
beherbergt ungezählte und vor allem meist namenlose Tote, die hier
beerdigt wurden.

Hendrik Müller war als Flüchtlingshelfer auf Lesbos und hat die Situation abseits von Klischees fotografisch in Szene gesetzt.
Hendrik Müller war als Flüchtlingshelfer auf Lesbos und hat die Situation abseits von Klischees fotografisch in Szene gesetzt.

Fotos von zerstörten
Booten (damit sie nicht erneut benutzt werden) und einem riesigen
Berg von Schwimmwesten machen die Tragik der Flucht deutlich.
Besonders perfide ist die Geschichte der Schwimmwesten, die Hendrik
Müller erzählt. Die Schwimmwesten werden in der Türkei an die
Flüchtlinge für viel Geld verkauft. Ihre Schwimmkörper bestehen
aber aus dem Füllmaterial von Autositzen. Weil es billiger ist.
Diese Schwimmkörper saugen sich aber im Wasser sofort voll und
ziehen den Träger unter Wasser. So wird aus dem Schwimmweste kein
Rettungsutensil, sondern eine Todesfalle.

Auch ein Strandbild
von Hendrik Müller zeigt keine Idylle, sondern ein erloschenes
Lagerfeuer. Wenn Flüchtlinge die 3 ½ Kilometer von der Türkei nach
Lesbos herüber kommen wollen, orientieren sie sich am Funkturm des
örtlichen Flughafens, der aber ab 1 Uhr seinen Dienst aufgibt. Ohne
Orientierung driften die Boote wegen der Strömung leicht ab und
gelangen auf das offene Meer. Daher brennt nachts ein Lagerfeuer,
damit die Menschen in den Booten sich orientieren können.

Hendrik Müller war
2017 für einen Monat als Flüchtlingshelfer der NGO „No border
kitchen“ auf Lesbos. Über seine Erfahrungen berichtet der Fotograf
am 14. November 2019 um 17:30 Uhr im Foyer der Auslandsgesellschaft
Steinstraße 48.




Scheinbare Sicherheit

Das Künstlerhaus Dortmund präsentiert mit “Human Impact” fotografische Arbeiten zum Thema “Sicherheit und Gesellschaft”

Vom 25. Oktober bis zum 01. Dezember 2019 zeigt das Künstlerhaus Dortmund die Ausstellung “Human Impact – Sicherheit und Gesellschaft” im Rahmen des f2 Fotofestivals in Dortmund. Fünf internationale Positionen zum Thema Sicherheit werfen einen frischen und überraschenden Blick auf das Thema. Nichts scheint wie es ist..Fotografie ist doch Abbild der Realität oder nicht? Verlassen Sie ihre Komfortzone und schauen Sie genauer hin. 

Fotografie ist der Erzeuger der Realität. Oder etwa nicht? Fälschungen von Fotos sind natürlich seit der Erfindung der Fotografie bekannt und Bildbearbeitungsprogramme wie Photoshop sind für viele zugänglich. Das Schweizer Künstlerduo Cortis und Sonderegger führen das Prinzip der Fälschung noch eine Stufe weiter. Ikonische Bilder wie der Fußabdrücke auf dem Mond oder die brennende Hindenburg werden im Studio nachgestellt, so dass der Betrachter den Eindruck bekommen könnte, auch die Ursprungsbilder seien gefaked. So werden Fake News ironisch als überdeutlich inszenierte Fälschungen kontaktiert. 

Der berühmte "Fußabdruck auf dem Mond". Echt oder im Studio nachgestellt? Cortis und Sonderegger spielen mit der Dekonstruktion unserer Erinnerungen.
Der berühmte „Fußabdruck auf dem Mond“. Echt oder im Studio nachgestellt? Cortis und Sonderegger spielen mit der Dekonstruktion unserer Erinnerungen.

Der Ire David Farrell beschäftigt sich mit dem Begriff der “unschuldigen Landschaft”. Seine Landschaftsbilder muten auch sehr ruhig, fast pastoral an, wenn sich dort nicht Tatorte aus der Zeit des irischen Bürgerkrieges verbergen würden. So verändert sich plötzlich die Landschaft und wird zum Zeugen eines Verbrechens. Es gibt keine unschuldige Landschaft, solange sich Menschen je  auf ihr bewegt und gehandelt haben. 

Sehr bedrückend sind die Fotos der Norwegerin Andrea Gjestvang. Hier geht es um den 22. Juli 2011, als der rechtsextreme Attentäter Brevik 77 Menschen ermordete. Gjestvang fotografierte die Überlebenden und ihre Wunden – äußerliche wie innere. An diesen Bildern sieht man: Hier war die Bedrohung nicht fiktiv, sondern real. 

Die internationale Prepper-Szene trainiert solche Bedrohungen. Dem Künstlerduo Hahn+Hartung aus Deutschland ist es gelungen, einige Prepper und ihre Gedankenwelt zu fotografieren. Prepper denken, dass der Ernstfall (Krieg, Terror oder Seuchen) bald eintreten wird und sie sich darauf vorbereiten müssen. In diesen Kreisen ist die Bedrohung und Unsicherheit zuhause. Aber auch staatliche Stellen wie der THW müssen sich auf Katastrophen vorbereiten.  

Wie aus einem Science-Fiction Film erscheinen manche Relikte aus dem Kalten Krieg, die der russische Fotograf Danila Tkachenko auf seinen Reisen durch Osteuropa aufgenommen hat. Seine Serie “Restricted Areas” dreht sich um Orte, die vorher nicht betreten werden durften, jetzt aber meist als “lost places” gelten. Wie ein UFO wirkt beispielsweise das Busludscha-Denkmal in Bulgarien.Tkachenko isoliert das Gebäude und lässt es in einem weißen, verschneiten Umfeld stehen. Dadurch wirken die Bilder beim betrachter äußerst kühl. 

Die Öffnungszeiten des Künstlerhauses sind Donnerstag bis Sonntag von 16 bis 19 Uhr. Weitere Informationen unter www.kh-do.de

Die Internetseite des Fotofestivals Dortmund (07. bis 24. November 2019) finden Sie unter www.f2-fotofestival.de




Geheimdienste contra Performancekunst

Ausstellung „Artists & Agents“ des HMKV zur Interaktion zwischen Geheimdiensten und Performancekunst

Auf der Ebene 3 im Dortmunder U in den Räumlichkeiten des Harteware MedienKunstVerein (HMKV) können Besucher*innen vom 26.10.2019 bis 22.03.2020 die Ausstellung „Artists & Agents“ erleben.

Diese besondere Ausstellung ist von Inke Arns (Direktorin HMKV), Kata Krasznahorkai (Historikerin Slavisches Seminar Department, Universität Zürich) und Sylvia Sasse (Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft, Universität Zürich) kuratiert worden. Beteiligt daran sind 24 Künstlerinnen und Künstler aus 10 Ländern.

Im Mittelpunkt steht
die bis heute andauernden Interaktion zwischen Geheimdiensten und
Performancekunst. Diese Kunstform galt (und gilt wohl noch) als
besonders gefährlich für die Machthaber z.B. in Ost- aber auch in
Westeuropa. Zunächst denkt man bei perfiden Überwachungen von
Künstlern wohl an Osteuropa (Sowjetunion (jetzt Russland), Ungarn,
Polen u.s.w.). Wie wir in der Ausstellung erfahren können, betraf es
auch unliebsame (linke) Performancekünstler im Westen, etwa um 1919
die Dadaist*innen in der Schweiz (Bern). Es ist aber durchaus ein
sehr aktuelles brisantes Thema mit Sprengkraft. Die Frage nach dem
zunehmenden Einsatz geheimdienstlicher Methoden in Politik und Alltag
ist hochaktuell…

Die Kuratorinnen der Ausstellung "Artists & Agents" Kata Krasznahorkai (Historikerin,  Slavisches Seminar Department, Universität Zürich), Sylvia Sasse (Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft, Universität Zürich) und Inke Arns (Direktorin HMKV).
Die Kuratorinnen der Ausstellung „Artists & Agents“: (v.l.n.r.) Kata Krasznahorkai (Historikerin, Slavisches Seminar Department, Universität Zürich), Sylvia Sasse (Professorin für Slawistische Literaturwissenschaft, Universität Zürich) und Inke Arns (Direktorin HMKV).

Viele Jahre
Recherchearbeit und Forschung in versch8iedenne Archive und
Begutachtung von Geheimdienstarchiven war von Nöten. Fast nur in
Osteuropa sind diese Archive zugänglich und offenbaren einen
Einblick in die „Zersetzung“ und „Liquidierung“ kritischer
Künstlerinnen und Künstler durch die Staatssicherheitsdienste.
Dafür mussten die Agenten jedoch teils selbst „Performancekünstler“
werden, um an ihre Informationen zu kommen.

Spannend ist es zu erfahren, warum diese Kunstform als so „gefährlich“ eingestuft wurde, und wie man dagegen vorging. Oft wurden mit perfidesten Mitteln versucht, „Performancekunst“ zu verhindern.

Die selbst
betroffenen ausstellenden Künstler*innen setzen sich mit den sie
betreffenden „Akten“ vorwiegend fotografisch, aber auch durch den
Einsatz von Videos (z.B. audiovisuelles Beispiel eines „Verhörs“)
und andere Ausdrucksformen (Mobile) künstlerisch auseinander. Die
zu lesenden Aktenvermerke geben einen ganz besonderen Einblick in
diese spezielle, teils paranoiden Welt des Misstrauens und Argwohns.

Wie Sylvia Sasse
beim Pressegespräch verriet, reagierte vor allem die ungarische
Staatsmacht damals schon auf das Wort „Happening“ mit
hysterischer Abwehr. Happenings waren zutiefst suspekt.

Subversion als
Methode wurde von Geheimdiensten (die mit staatlichem Auftrag die
Kunstszene unterwandern wollten) sowie von den Künstlern selbst (um
den Staat zu überlisten) angewandt.

Zusätzlich wurde
ein Ausstellungsmagazin (HMKV 2/2019, Erscheinungstermin: November
2019) erstellt, und ab dem 26.10.2019 ist das Buch „Artists &
Agents, Performencekunst und Geheimdienste“ (Hg.: Kata
Krasznahorkai, Sylvia Sasse) für 34,- Euro im Buchhandel erhältlich.

Die Ausstellung wird
am Freitag, den 25. Oktober 2019 um 19:00 Uhr auf der Ebene 3
(Dortmunder U) eröffnet.