Visconti-Tarotkarten künstlerisch aktuell transformiert

Unter dem Motto „Sehnsüchte und Sinnfragen“ ist im Haus Rodenberg (Café und obere Etage VHS) in Dortmund-Aplerbeck vom 8. März bis 09. Mai 2020 eine Kunstausstellung zu den ältesten Tarot-Karten (Visconti) zu sehen.

Die Idee zum „Visconti-Projekt – Hommage an das älteste Tarot der Welt – hatte vor drei Jahren die Schriftstellerin und Malerin Gabriella Wollenhaupt. Im Rahmen ihres historischen Romans um den holländischen Maler Vermeer wuchs ihre Begeisterung vor allem für die strahlend-kraftvollen Farben der Renaissance.

Wie sie beim Pressegespräch verriet, interessierte sie nicht so sehr der esoterische Aspekt der Visconti-Tarot-Karten, sondern besonders der kulturhistorische Aspekt.

Das älteste Tarot-Kartenspiel wurde für die Mailänder Fürstin Bianca Maria Visconti im Jahr 1442 erschaffen. Die Menschen damals wie heute suchten Orientierung und Hilfestellung in den Sinnfragen des Lebens und ihrer Sehnsüchte. Ganz pragmatisch etwa Antwort auf die Frage, wer im Konflikt zwischen Mailand und Venedig gewinnen würde.

Mit dem „Visconti Projekt“ setzten sich 23 Künstler*innen aus ganz Deutschland unter der Leitung und Organisation von Gabriella Wollenhaupt mit dem Thema auseinander. Für die Herstellung der Kartendecks und der finanziellen Angelegenheiten war die Malerin Ulla Schönhense verantwortlich. Beide ließen es sich nicht nehmen, selbst künstlerisch am Projekt Teilzunehmen.

Das Original erhaltenen Visconti Tarot-Kartenspiel besteht aus 22 Trumpfkarten, 16 Hofkarten und 40 Nummernkarten. Es werden 38 Gemälde ausgestellt.

Tarotkarten aus der Renaissance waren die Inspiration für die moderne Variante. (v.l.n.r.) Die Künstlerinnen Anette Göke, Ulla Schönhense und Gabriella Wollenhaupt sowie Jochen Köller (Öffentlichkeitsarbeit vhs) und Jörg Wiedelmann (Schlosscafe Rodenberg)
Tarotkarten aus der Renaissance waren die Inspiration für die moderne Variante. (v.l.n.r.) Die Künstlerinnen Anette Göke, Ulla Schönhense und Gabriella Wollenhaupt sowie Jörg Wiedelmann (Schlosscafe Rodenberg) und Jochen Köller (Öffentlichkeitsarbeit vhs).

Vorgabe für die Künstler*innen war das Format von 40 x 80 cm, ein „schwarzer Kartenrand“, goldener Hintergrund für die Trumpfkarten und ein spezielles Rot für die Hofkarten. Die Bezeichnung der Karte durfte natürlich auch nicht fehlen.Nach einer Jury-Auswahlverfahren wurden dann letztendlich die Aufträge an die 23 Künstler*innen vergeben. Jede und jeder von ihnen brachte seinen persönliche Assoziationen zur heutigen Zeit in sein Kunstwerk mit hinein. In einem Katalog kann man die Gedanken von ihnen zu ihrer Arbeit nachlesen. Dort stehen auch die Preise für die Kunstwerke.

Um nur ein Beispiel zu zu geben: Die Trumpfkarte „Die Liebenden“ zeigt bei Ulla Schönhense eine blonde junge Frau und einen dunkelhäutigen jungen Mann in inniger Zweisamkeit. Ein wunderbar aktuelles Statement, dass die Kraft der Liebe eine über alle Grenzen hinweg gehende Verbindung schafft.

Das „Visconti-Projekt“ ist aber nicht bloß eine Ausstellung, sondern bietet auch ein spezielles Programm. Für Interessierte besteht die Gelegenheit, sich bei der Vernissage für 20,- Euro aus den Tarotkarten von Arkania Spirit legen lassen (oder ein Tarot-Kartenspiel für 25,- Euro käuflich erwerben).

Die Kosten von 20,- Euro pro Person gehen vollständig an den Förderverein der Mitternachtsmission Dortmund.

Die Vernissage findet am Sonntag, den 08.03.2020 um 11:00 Uhr im Wasserschloss Haus Rodenberg & Schosscafé statt. Die Ausstellung wird von der vhs-Dortmund unterstützt. Musikalisch begleitet wird die Ausstellungseröffnung von Jonas Taler (Saxophon) und Julian Friedrich (Bass-Gitarre).




Form und Farbe – Arbeiten von Angela Adele Möllenbeck im Torhaus

Abstrakte Malerei in ausdrucksstarker Farb- und Formensprache zeigt die Künstlerin Angela Adele Möllenbeck in der städtischen Galerie im Torhaus Rombergpark. Mit 15 Gemälden und fünf Skulpturen füllt sie Wände und Raum des Torhauses.

Obgleich die Bilder alle betitelt sind, lassen die meist großformatigen Werke dem Betrachter Raum seinen Vorstellungen und Assoziationen nachzuspüren. Dazu möchte die Malerin auch explizit einladen.

Offen erzählt die Künstlerin wie sie die Arbeit an ein Gemälde gestaltet. Wenn sie beginnt, hat sie eine bestimmte Vorstellung von Farbe und Format, dann übernimmt ihre Intuition die Führung. Nach zweistündiger Arbeit taucht sie wieder auf und bewertet, was bis dahin entstanden ist. Vielleicht ist das Bild dann schon fertig, vielleicht bedarf es dann weiterer Bearbeitung.

Angela Adele Möllenbeck zeigt abstrakte Arbeiten im Torhaus. (Foto: © Anja Cord)
Angela Adele Möllenbeck zeigt abstrakte Arbeiten im Torhaus. (Foto: © Anja Cord)

Das Zeichnen begleitet die Künstlerin täglich. In einer Kladde hält sie ihre Eindrücke und Vorstellungen fest. Diese Übungen geben ihr beim Malen in großen Formaten die nötige Sicherheit, die Linienführung und Anlage der Flächen sicher zu finden. Speziell ist auch ihre Methode, die Bilder auf dem Boden liegend in der Aufsicht zu malen.

Ähnlich geht sie in ihrer bildhauerischen Arbeit vor. Sie wählt gezielt die Steinart und die Steinform aus, dann beginnt die Reise zur Entstehung einer Skulptur. Während die gezeigten Bilder schon vor zehn Jahren entstanden, kommen die Skulpturen frisch aus dem Atelier.

In den fünf ausgestellten Arbeiten setzt sie sich mit dem Prinzip der Spannung zwischen konvexen und konkaven Formen und Linien auseinander. Die Oberflächen der Arbeiten aus Anröchter Kalksandstein und Granit Kiesel sind durch intensive Bearbeitung uneben gestaltet und schimmern durch die Behandlung mit Steinöl samtig matt.

Angela Adele Möllenbeck ist Mitglied im Bundesverband Bildender Künstlerinnen und Künstler (BBK), der Internationalen Gesellschaft der Bildenden Künste (IGBK), sowie der Künstlergruppe „Duktus“ Künstler im RuhrRevier.

Die Ausstellung läuft vom 9. Februar bis zum 1. März.




Das kleine Format im Mittelpunkt

Warum immer groß denken? Die Produzentengalerie 42 in der Arneckestraße 42 präsentiert bis zum 08. März 2020 siebzehn Künstlerinnen und Künstler, die ein kleines Format haben. Das Schöne ist: Insgesamt zeigt die Ausstellung an die 150 Arbeiten. Und die sind durchaus unterschiedlich von Fotografie in schwarz-weiß wie Klaus Pfeiffer bis hin zu Skulpturen von Heinrich Möller. Aber es dominiert die Malerei.

Viele Werke sind in bunten, kräftigen Farben gehalten, als ob sie den trüben Winter verjagen wollen. Ein Beispiel ist Marika Bergmann, die ihre Kreisel tanzen lässt. Durch die Vielzahl an Positionen ist auch ein kleiner Querschnitt durch die Dortmunder Kunstszene. Hier kann sich der Betrachter in Ruhr von den kleinen (die kleinsten sind 10×10 cm) bis zu den etwas größeren Formaten (40×40 cm) durchschauen. Dabei sollte der Besucher oder die Besucherin Zeit und Muße mitbringen, denn die Themen sind unterschiedlich ebenso wie die Herangehensweise. So findet man beispielsweise das Westfalenstadion in den Werken von Rosa Fehr-von Ilten wieder, wenn man genau hinschaut.

Szene bei der Vernissage. Zu sehen ist  links eine Arbeit von Wendy Wendrikat und rechts Werke von Monika Pfeiffer.
Szene bei der Vernissage. Zu sehen ist links eine Arbeit von Wendy Wendrikat und rechts Werke von Monika Pfeiffer.

Während der Ausstellung gibt es am 02. Februar 2020 von 12 bis 15 Uhr einen Workshop für Frauen unter dem Titel „Wortspiele“. Hier lernen die Teilnehmerinnen unter der Leitung von Marika Bergmann und Ulla Kallert nicht nur die Bilder kennen, sondern können sich mit Worten, Gedichten und Zitaten mit den Werken auseinandersetzen. Der Kostenbeitrag beläuft sich auf 20 €. Anmeldungen sind möglich bei ulla.kallert@t-online.de.

Die Öffnungszeiten der Galerie: Donnerstag, Freitag, Samstag 16:00 – 19:00 Uhr und Sonntag 15:00 – 18:00 Uhr.




Einblicke 2019 präsentiert Kunstankauf der Stadt Dortmund

Eine Standortbestimmung der aktuellen Dortmunder Künstlerszene zeigt die Ausstellung „Einblicke“ im Torhaus Rombergpark. Kurz nach der Schau der Ankäufe aus dem Jahr 2018, zeigt das Kulturbüro der Stadt Dortmund jetzt die ausgewählten Werke aus 2019.

Die Dortmunder Künstlerszene ist lebendig und vielfältig in ihrem Ausdruck. Mit dem Förderprogramm des städtischen Kunstankaufs unterstützt das Kulturbüro professionell arbeitende Künstlerinnen und Künstler vor Ort. Mit zurzeit 25.000 Euro jährlich werden Kunstwerke aller Sparten angekauft. Das Kulturbüro kümmert sich um die Archivierung der Arbeiten und stellt sie Institutionen der Stadt zur Ausleihe zur Verfügung.

Die Leiterin des Kulturbüros Hendrikje Spengler mit ihrer Kollegin Sophie Schmidt vor einem Bild der Dortmunder Künstlerin Martina Wernicke. (Foto: © Anja Cord)
Die Leiterin des Kulturbüros Hendrikje Spengler mit ihrer Kollegin Sophie Schmidt vor einem Bild der Dortmunder Künstlerin Martina Wernicke. (Foto: © Anja Cord)

Für den Ankauf 2019 reichten 78 Künstlerinnen und Künstler 152 Werke zur Auswahl ein. Dabei Arbeiten von 18 Künstlerinnen und sechs Künstlern wurden angekauft. Vertreten sind Werke vieler bekannter Künstler wie Ulla Kallert, Bernd Moenikes, Dina Nur, Axel Mosler, Bettina Brökelschen, Almut Rybarsch-Tarry oder auch Sebastian Wien. Erstmalig ist die Malerin Petra Ultsch vertreten, hier mit der abstrakten Arbeit „Reise“, in Öl auf Holz. Die Auswahl zeigt eine große Spannbreite der künstlerischen Positionen in Dortmund.

Wer wählt die Arbeiten aus? Es ist eine Laien-Jury aus Vertreterinnen und Vertretern des Kulturausschusses. Die Jury nimmt ihre eigenen Kriterien als. Dadurch ergibt sich durchaus automatisch ein Querschnitt durch das Schaffen professioneller Dortmunder Künstler.

Die Ausstellung kann bis zum 2. Februar 2020 besichtigt werden, der Eintritt ist frei. Die Öffnungszeiten sind dienstags bis samstags 14 Uhr bis 18 Uhr, sonntags 10 Uhr bis 18 Uhr.




Kunstraum präsentiert „Gute Laune Macher“ von Thomas Schramm

Vom 11. Januar bis zum 28. Februar 2020 präsentiert der Kunstraum im „Langen August“ über 320 Arbeiten von Thomas Schramm. Für den Künstler ist es die erste Einzelausstellung. Schramm, der sich die Techniken als Autodidakt selbst beigebracht hat,ist fasziniert von Gesichtern. Seine „nonames“ sind auf Aquarellpapier und auf Schieferstein verewigt.

Thomas Schramm, gebürtig aus Freiburg, arbeitet als Coach, Schauspieler, Kabarettist oder „Lebenskünstler“, wie er sich selbst bezeichnet. Vor zehn Jahren fing er an mit seiner Idee Gesichter zu malen. Zunächst auf Aquarellpapier, später dann auf Schiefersteine. Seine bunten „nonames“ wurden immer im Laufe der Zeit immer großer. So sind in der Ausstellung vier Arbeiten auf Schiefersteinen der Größe 34 x 34 cm zu sehen. Hier wird langsam der Unterschied zwischen Malerei und Bildhauerei unscharf.

Seine Bilder sollen für gute Stimmung sorgen. Denn das fällt auf: Die bunten Gesichter (oder sind es Masken, Fratzen, Portraits?) sind fast alle fröhlich und stecken in Betrachter mit ihrer guten Stimmung an. Kein Wunder, dass Thomas Schramm sie als „gute Laune Macher“ bezeichnet. Die kleineren Exemplare hat Schramm auf der Rückseite mit Magneten versehen, so können sie auf dem Kühlschrank platziert die Stimmung verbessern. Die Schiefersteine hat sich der Künstler zunächst im Urlaub in Frankreich besorgt, doch mittlerweile hat er eine andere Quelle.

Positive vibrations: Thomas Schramm vor einer Auswahl mit seinen "nonames" auf Schiefersteinen.
Positive vibrations: Thomas Schramm vor einer Auswahl mit seinen „nonames“ auf Schiefersteinen.

Das Spannende bei der Arbeit ist für Thomas Schramm der Weg bis zum Ergebnis. „Manchmal zeigt der Stein es mir, manchmal entwickelt es sich später“, so der Künstler zum Prozess vom schwarzen Schieferstein hin zum bunten Gesicht.

Die Kunst von Thomas Schramm ist in der Galerie Kunstraum käuflich zu erwerben. Die größten Exemplare kosten 110 €, die kleinsten können Besucherinnen und Besucher schon ab 5 € mitnehmen. Man braucht aber keine Angst zu haben, dass die Wände der Galerie irgendwann mal leer sein könnten, Thomas Schramm hat noch weitere Gesichter als Vorrat und kann bei Bedarf „nachlegen“. Auch das ist eine Premiere für den Galeristen und Kurator Alexander Pohl.

Die Vernissage ist am Samstag um 14 Uhr.

Die Öffnungszeiten der Galerie sind dienstags bis freitags von 15 bis 19 Uhr.

KUNSTRAUM
Braunschweiger Straße 22




Dortmunder U zeigt Grenzräume in der zeitgenössischen irischen Kunst

Auf der sechsten Etage des Dortmunder U ist vom 20.12.2019 bis zum 17.03.2020 die Gruppenausstellung „The Other Side – Grenzräume in der zeitgenössischen irischen Kunst“ zu sehen.

Gleich drei in Nordirland und in der Republik Irland lebende Künstler*innen beleuchten mit ihren Fotografien, Collagen, Skulpturen und Videoinstallationen das brisante Thema Grenzen von verschiedenen Seiten. Das Thema „Grenzen“ und vor allem die aktuelle Situation zwischen Nordirland und der Republik Irland haben ja durch den drohend näher rückenden Brexit an besonderer Aktualität gewonnen.

1. Enda Bowe zum Beispiel gibt mit seinen vergrößerten Fotografien eindrucksvolle Einblick in das Leben von Jugendlichen auf beiden Seiten der sogenannten Friedensmauern in Belfast. Diese werden zum Teil aus Sicherheitsgründen nachts immer noch geschlossen.

2. In seinen Fotografien und Videoinstallationen erkundet Willie Doherty die Verankerung der traumatischen Vergangenheit in Landschaft und Orten, häufig in seinem Heimatort Derry. Dieser Ort erlangte durch das „Bloody sunday“-Massaker im Januar 1972 traurige Bekanntheit.

Kennen sich mit schwierigen Grenzerfahrungen nicht nur auf irischer Seite aus: (v.l.n.r.) Enda Bowe, Dragana Jurišić und Seán Hillen.
Kennen sich mit schwierigen Grenzerfahrungen nicht nur auf irischer Seite aus: (v.l.n.r.) Enda Bowe, Dragana Jurišić und Seán Hillen.

3. Die Videokünstlerin Jesse Jones verknüpft in „The Other North“ geschickt den militärischen Konflikt und die individuellen Erfahrungen und Traumata von Nordiren und Südkoreanern miteinander. Therapie-Gruppengespräche aus den 1970er Jahren von (Nord-)Iren wurden später von südkoreanischen Schauspielern nachgesprochen und auf Video nachgestellt.

4. Schon seit über 25 Jahren collagiert Seán Hillen eigene (schwarz-weiß) Fotografien der „Troubles“ und irische (farbige) Postkartenmotive. Dabei entstehen verwirrende und teils humorvolle Landschaften. Da überwindet auch schon mal ein Cowboy auf seinem Pferd die Grenze.

5. Kathy Prendergast hinterfragt mit ihren kartografischen Interventionen die Bedeutungshoheit und vermeintliche Objektivität von Karten und Globen. Sie zeigt so deutlich, das Ländergrenzen immer nur menschliche Konstrukte sind. Bedrückend und eindringlich steht bei ihrer Arbeit ein ganz in Schwarz gehülltes Haus. Einerseits eingebunden in das gesamte Gefüge, ist es doch auch geschlossen und abgeschottet.

6. Die in Dublin lebende serbisch-kroatische Fotografin Dragana Jurišić begibt sich in „YU_ The Lost Country“ auf eine fotografische Spurensuche in ihrer alten Heimat, die so nicht mehr existiert. Als Grundlage diente ihr dabei ein altes Reisebuch über Jugoslawien. Sie erinnert uns so daran, wie zerbrechlich der europäische Frieden sein kann.

Eine wichtige Ausstellung in Zeiten, wo zunehmende Abgrenzung und nationalistisches Denken zunimmt. Deutschland hat zumindest vor über dreißig Jahren die innerdeutsche Teilung friedlich überwunden, auch wenn das „Zusammenwachsen“ sich immer noch schwierig gestaltet.

Eintritt: 5,- Euro/ ermäßigt 3,- Euro.

Nähere Informationen erhalten Sie unter www.dortmunder-u.de oder tel.. (0231) 50-24723




Konfrontative Kunstinstallation von Idan Hayosh im Museum Ostwall

Schon zum sechsten Mal vergeben die Freunden des Museums Ostwall in diesem Jahr den MO-Kunstpreis „Dada, Fluxus und die Folgen“. In diesem Jahr fiel die Wahl auf den 1979 in Israel (Tel-Aviv) geborenen und heute in Essen lebenden und arbeitenden Künstler Idan Hayosh. Der jährlich an Künstler*innen vergebene, mit 10:000 Euro dotierte, Preis würdigt die- oder denjenigen, deren Werk vom Geist der Fluxus-Bewegung inspiriert ist.

Aus Anlass der am 15. Dezember 2019 um 11 Uhr stattfindenden Preisverleihung installiert Hayosh im Oberlichtsaal auf der Ebene 6 des Dortmunder U die Licht-und Sound-Installation „the RUNWAY (lamps #29).

Sie ist bis zum 15.03.2020 zu sehen und jeweils zur vollen Stunde 15 Minuten lang begehbar.

Die Installation "the RUNWAY" (lamps #29) von Idan Hayosh in Aktion im Museum Ostwall.
Die Installation „the RUNWAY“ (lamps #29) von Idan Hayosh in Aktion im Museum Ostwall.

Der Künstler kommt aus der Fotografie und ist vor allem mit der Faszination im Umgang mit Licht beschäftigt, wie Dr. Nicole Grothe (Kuratorin und Leiterin der Sammlung des Museums) erklärte.

Was sind Berührungspunkte des Künstlers zu Fluxus? Zum eine gibt er Dingen des Alltags (Lampenscheinwerfer, Gaskartuschen, Winkelschleifer) durch die Verbindung von durch Strom (und Verstärker) erzeugtem Sound und Licht eine besondere Bedeutung und eigener Ästhetik.

Man muss außerdem die Kunst (Sound-Installation) physisch erleben, und wird gleichzeitig vom Licht und der strengen formalen Anordnung und dem lauten Sound abgestoßen und gleichzeitig magisch angezogen.

Die Installation „The Runway (lamps #29)“ besteht aus unzähligen Scheinwerferlampen, deren elektronischen Ströme in Sound umgesetzt werden. Beim Einschalten der Installation wird aus der scheinbar harmlos wirkenden Präsentation der vielen unterschiedlichen Lampen ein Angriff auf all unsere Sinne. Das gleißende Licht blendet die Betrachterin und den Betrachter, während der laut Sound wie eine Lärmwand wirkt, die uns zurück weichen lässt.

Es empfiehlt sich, beim Eingang zur Installation die angebotenen Ohrstöpsel zu tragen. Länger als fünf Minuten sollte man sich nicht dort aufhalten. Der Kontrast zwischen der beängstigenden Alarmsituation und der anziehenden Schönheit zieht einen in den Bann. Diese Installationskunst ist laut, grell und aggressiv. Hayosh will kein spezifisches politisches Statement abgeben, sondern seine Arbeiten für sich sprechen lassen.

Freuen sich über die Installation des Preisträgers Idan Hayosh. Dr. Nicole Grothe (Leiterin der Sammlung des Museum ostwalls) und Benjamin Sieber (Vorsitzender der Freunde des Museums Ostwall)
Freuen sich über die Installation des Preisträgers Idan Hayosh. Dr. Nicole Grothe (Leiterin der Sammlung des Museum ostwalls) und Benjamin Sieber (Vorsitzender der Freunde des Museums Ostwall)

Die Freunde des Museums Ostwall haben für das Haus drei Winkelschleifer erworben, die zusammen an Strom angeschlossen „ihren“ ganz eigenen Sound verbreiten.

Studenten der Technischen Universität Dortmund haben zur Installation von Hayosh ein Begleitprogramm entwickelt. Zu erleben ist es am 24.01.2020 und dem 31.01.2020 jeweils von 11:00 bis 14:00 Uhr.




Städtischer Kunstankauf 2018 im Torhaus Rombergpark zu sehen

Jedes Jahr kauft das Kulturbüro der Stadt Dortmund aktuelle Arbeiten heimischer Künstlerinnen und Künstler an, die zum Jahresende in der hiesigen Galerie Torhaus Rombergpark ausgestellt und einem größeren Publikum unter dem Titel „einblicke 2018“ präsentiert werden.

Für diese spezielle Kunstförderung stehen jährlich 25.000 Euro zur Verfügung. Eine Kommission aus verschiedenen Parteien des des Ausschusses für Kultur, Sport und Freizeit wählte die Werke aus. Bewerben können sich sich alle professionell ausgebildeten in Dortmund arbeitenden Kunstschaffenden. Neben dem Ankaufsgeld ist es eine gute Möglichkeit für die Ausgewählten, ihre Bekanntheit noch zu vergrößern.

Da die städtische Galerie Torhaus Rombergpark vorübergehend geschlossen war, werden diesmal erst die angekauften Arbeiten aus dem Jahr 2018 gezeigt.

Susanne Henning vom Kulturbüro und Janesha Jeyakaran (FSJ Kulturbüro) vor den Arbeiten von Roul Schneider ("Landschaft", 2018) und der Fotoarbeit von Anja Bohnhof ("Krishak", 2017/18).
Susanne Henning vom Kulturbüro und Janesha Jeyakaran (FSJ Kulturbüro) vor den Arbeiten von Roul Schneider („Landschaft“, 2018) und der Fotoarbeit von Anja Bohnhof („Krishak“, 2017/18).

Diese Werke, Fotografien, Bilder (Mischtechnik) in unterschiedlichen Formaten und Ausdrucksformen sowie wenige Skulpturen bieten die breite und Vielfalt der Dortmunder Kunstszene ab. Dreißig hiesige Künstler (darunter achtzehn Frauen) waren die Glücklichen, deren Werke angekauft und somit besonders gewürdigt wurden.

Die Arbeiten sind vom 15. Dezember 2019 bis zum 05. Januar 2020 im Torhaus zu sehen. Anschließend kommen sie in das Kunstarchiv der Stadt Dortmund (Küpferstraße 3). Dort besteht die Gelegenheit für die Bevölkerung und Unternehmen, sich Kunst für ein geringeres Entgelt auszuleihen und sie für eine gewisse Zeit im „eigenen Haus“ zu präsentieren.

Übrigens: Die Ausstellung „einblicke 2019“ folgt folgt fast direkt danach vom 12. Januar bis zum 05. Februar 2020.

Die Ausstellung „einblicke“ – Städtischer Kunstankauf 2018 (ein Förderprogramm für Dortmunder Künstlerinnen und Künstler) wird am Sonntag, den 15. Dezember 2019 um 11:00 Uhr im Torhaus Rombergpark (Städtische Galerie Dortmund) eröffnet.




Jenseits der Oberfläche

In der Ausstellung „Schichten-Stränge-Stofflichkeiten“ zeigt das Künstlerhaus Dortmund vom 13. Dezember 2019 bis zum 2. Februar 2020 Positionen von Mirjam Elburn, Esther Hagenmaier und Simona Koch. Alle drei Künstlerinnen haben sich auf unterschiedlichster Weise mit der Zeitlichkeit und dem Material auseinandergesetzt. Durch die Entscheidung der Kuratorin Denise Ritter nur drei Künstlerinnen auszuwählen, hat jede von ihnen mehr Raum zur Verfügung. Das tut der Ausstellung gut.

Sehr interessant sind die Arbeiten von Mirjam Elburn. Sie arbeitet mit unterschiedlichen Materialien wie beispielsweise Wurstpellen, die sie zu einer Art Kokon zusammennäht. Auch mit Polaroids beschäftigt sich die Künstlerin. Ihr Interesse gilt dabei den verschiedenen Schichten und Chemikalien in dem Polaroid-Film. Ein ganz besonderes Interesse hat Mirjam Elburn an menschlichen Haaren, die in verschiedenen Objekten wiederkehren. Ganz besonders in den „Biestern“, bei denen die Haare aus einer Seifenkiste zu wuchern beginnen, ähnlich wie pelziger Schimmel. Die Haare werden von ihr in mühevoller Kleinarbeit gefilzt. Aber genau diese Zeitlichkeit ist ihr in ihren künstlerischen Arbeiten wichtig.

Die Künstlerinnen lassen sich bewusst Zeit mit dem Material. (v.l.n.r.) Simona Koch, Kuratorin Denise Ritter und Mirjam Elburn.
Die Künstlerinnen lassen sich bewusst Zeit mit dem Material. (v.l.n.r.) Simona Koch, Kuratorin Denise Ritter und Mirjam Elburn.

Die Arbeiten von Esther Hagenmaier sind am besten unter dem Begriff „Fragmentierung von Architektur“ zusammenzufassen. Hierbei reduziert die Künstlerin die durch die Wahl des Bildausschnittes die fotografierte Architektur. Anschließend schneidet sie die Außenkanten radikal weg. So entwickelt Esther Hagenmaier ihre Photographie weiter zum Objekt, das durchaus dreidimensionale Anklänge zeigt. Manche Werke wirken durch den Kontrast auch wie in einem Puzzlespiel oder wie in einem Tetris-Spiel.

Kunst und Wissenschaft verbindet Simona Koch. Sie ist sozusagen für die Stränge zuständig und hat ein „universellen Stammbaum“ aufgestellt. Dieses imposante Kunstwerk besteht unter anderem aus 8000 Meter Sisal-Seilen. In einem Nebenraum befindet sich eine Art wissenschaftlicher Tisch mit verschiedenen gesammelten Objekten aus der Natur, aber auch Auszeichnungen der Künstlerin. Ebenso beeindruckend ist der Stop-Motion-Film „Organismus 8 Wachstum #3“, bei der Simona Koch 2000 Zeichnungen auf einem Blatt Papier aufgenommen hat. Hier ist wieder die zeitliche Komponente zu finden, die auch Mirjam Elburn in ihren Arbeiten benutzt. Statt auf Automation zu setzen, wird bewusst die Arbeit mit dem Material bevorzugt, auch wenn es länger dauert.

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Mirjam Elburn, Biester, 2009, 24 Seifenkisten, menschliches Haar gefilzt

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Esther Hagenmaier, „form_03, 2018“ und „rhythm_04, 2018“

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Simona Koch zeigt u.a. einen „Experimentiertisch“ mit verschiedenen Objekten.

Passend dazu gibt im Künstlerhaus Dortmund eine Materialwerkstatt für Kinder und Jugendliche von 10 bis 14 Jahre am 21. und 22. Dezember von 11 bis 18 Uhr. Die Künstlerin Mirjam Elburn leitet diese Werkstatt. Anmeldungen bis zum 17. Dezember unter m.elburn@gmx.de

Mehr Infos finden Sie unter www.kh-do.de




Kunstvoll mit „Grafik aus Dortmund“-Kalender in das Jahr 2020

Zum 44. Mal wird in diesem Jahr der neue, mit 500 Exemplaren limitierte und exklusive Kunstkalender „Grafik aus Dortmund“ heraus gebracht. Am Ende wurden für den Kalender von einer sachkundigen Jury die Arbeiten von sechs Künstlern (Bärbel Thier-Jaspert, Dieter Ziegenfeuter, Walter Hellenthal, Adriane Wachholz, Ida Andrae und Axel M. Moser) für den Grafik-Kalender ausgewählt. Jeder von ihnen hat zwei Grafiken für den Kalender beigetragen. Alle Grafiken sind von den jeweiligen Künstler*innen einzeln handsigniert worden.

Traditionell erhielt der Dortmunder OB Ullrich Sierau die Nr. 1 des begehrten Kalenders von dem Vorsitzenden der Sparkasse Dortmund Dirk Schaufelberger überreicht. Die Sparkasse fungiert schon seit langen Jahren als finanzieller Förderer dieses besonderen Kalenders. Als Herausgeber treten das Kulturbüro der Stadt und die Sparkasse Dortmund in enger Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Kunstverein e.V. auf.

Marion Edelhoff (Vorsitzende des hiesigen Kunstvereins) wies darauf hin, wie wichtig die kulturelle Förderung durch die Wirtschaft ist. Damit die Menschen (und Unternehmen) sich in unserer auch Stadt wohl fühlen und angelockt werden, sei eine vielfältige und innovative Kunst-und Kulturszene in Dortmund gerade in Zeiten des Strukturwandels von großer Bedeutung.

Oberbürgermeister Ullrich Sierau (5.v.l.), Künstlerinnen und Künstlern sowie die Organisatoren präsentieren den neuen Kunstkalender.
Oberbürgermeister Ullrich Sierau (5.v.l.), Künstlerinnen und Künstlern sowie die Organisatoren präsentieren den neuen Kunstkalender.

Die Grafiken für den neuen einzigartigen Kalender lassen sich von ihrem Ausdruck thematisch grob zwischen „Hoffnung und Bedrohungen“ einordnen. Auch das Spiel mit Licht und Schatten sowie mit Formen spielt eine Rolle.

Die Druckerei Klenke GmbH ist wie immer für den qualitativ hochwertigen Druck des Kalenders verantwortlich. Durch ein neues verstärkendes Verfahren wird in diesem Jahr dafür Sorge getragen, dass sich kein Monatsblatt nach innen rollt, wie es in den vorherigen Jahren schon beobachtet wurde.

Ein ganz spezieller Kalender, der seine Liebhaber auch über Dortmund hinaus hat, wie die Angebote dafür im Netz bezeugen. Denn er ist käuflich nicht zu erwerben.