Draußen – Ausstellung in der BIG Gallery

Der BBK Ruhrgebiet zeigt bis zum 18. Oktober 2020 die Ausstellung „Draußen“. Natürlich – anders als es der Titel vermuten lässt – in der Halle der BIG Gallery. 29 Künstlerinnen und Künstler präsentieren Arbeiten in unterschiedlichen Formaten zu einem Thema, dass durch die Corona-Pandemie eine ganz spezielle Bedeutung gewonnen hat. Denn durch den zeitweiligen Lockdown wurde das „Draußen“ plötzlich zu einem fernen Ort.

Draußen und drinnen sind Gegensätze. Draußen kann zu einem Sehnsuchtsort werden, wenn man drinnen eingesperrt wird. In den Arbeiten wird oft der Wunsch nach dem „draußen“ künstlerisch beschrieben. Sehr deutlich wird es in Ankica Karacic Triptychon „endlich draußen“. In den drei Bildern wird die Sehnsucht nach Bewegungsfreiheit sehr gut sichtbar. Ansonsten zeigen Arbeiten wie „Boote 4“ und „Boote 2“ von Elisabeth Borsterhaus oder „This is the sea“ von Sonja Heller schon im Titel den Wunsch nach dem Draußen am Meer.

Sehr ironisch hat Irene Schramm-Biermann ihre Arbeiten „Die Lösung liegt draußen“, einige geometrische Formen integriert, deren wichtige Punkte eben außerhalb einer markierten Fläche liegen. Den gastronomischen Standardsatz „Draußen nur Kännchen“ hat sich Barbara Giesbert künstlerisch aufgegriffen und umgesetzt.

Wer kennt den Spruch nicht "Draußen nur Kännchen", hier künstlerisch umgesetzt von Barbara Giesbert.
Wer kennt den Spruch nicht „Draußen nur Kännchen“, hier künstlerisch umgesetzt von Barbara Giesbert.

Eine andere Lesart des Mottos „Draußen“ ist der Bezug auf ein gesellschaftliches drinnen und draußen, auf das Thema Ausgrenzung und den damit eng verbundenen Themen Isolation, Vereinsamung, Angst oder Chancenlosigkeit.

Insgesamt zeigt die Ausstellung eine breite Palette an unterschiedlichen Materialien und Sichtweisen der beteiligten Künstlerinnen und Künstler.

Corona hat die Öffnungszeiten der BIG Gallery geändert:
freitags und samstags 10 – 19 Uhr
sonntags 14 – 17h, sonntags ist ein Künstler anwesend




Ausstellungs-Neustart im kunstbetrieb

Nach dem Corona-Lockdown wagt auch die bildende Kunst die ersten Schritte zurück an die Öffentlichkeit. Ausstellungen sind wieder geöffnet, Besuche (wenn auch nur meist mit Mundschutz) sind wieder zugelassen und Künstlerinnen und Künstler zeigen wieder ihre Arbeiten.

Die Galerie „der kunstbetrieb“ präsentiert unter dem Titel „wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit“ bis zum 03. Oktober 2020 sechzehn Künstlerinnen und Künstler, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Motto auseinandergesetzt haben.

Der Ausstellungstitel, ein Zitat von Ingeborg Bachmann, weckt Erinnerungen an ein Draußen, wo Möwen sind und vielleicht das Meer in der Nähe ist. Alles, was in der Zeit des Lockdowns für die meisten unerreichbar war.

Ana Maria Avilés Toro, "Woman", Acrylfarben auf Leinwand, 2020
Ana Maria Avilés Toro, „Woman“, Acrylfarben auf Leinwand, 2020

So ist es nicht verwunderlich, dass die Möwe unter anderem in der Skulptur von Almut Rybarsch-Tarry vorkommt, beim Gemälde von Ana Maria Avilés Toro „Woman“ oder bei Sylvia Reußes Arbeit „Nr.2“.

Der Nasen-Mund-Schutz hat zwar als Kunstobjekt Karriere gemacht, wird aber in der Ausstellung kaum thematisiert. Nur Brigitte Felician Siebrecht zeigt ein „Portrait in Zeiten der Maske“ unter dem Titel „Mask_Traits“.

Insgesamt zeigt die Ausstellung sehr abwechslungsreiche Kunst, die deutlich macht, wie sehr Künstlerinnen und Künstler, aber auch Besucherinnen und Besucher, dieser künstlerischer Austausch gefehlt hat.

Mit dabei sind: Anne Jannick, Almut Rybarsch Tarry, Susanne Grytzka,  Angela Jansen, Udo Unkel, Anne Töllner, Paola Manzur, Sylvia Reuße, Anke Droste, Klaus Pfeiffer, Yi An Chien, Mathes Schweinberger, Ulla Zoller,Artur A.Wojtczak, Ana Maria Avilés Toro und Brigitte F. Siebrecht.




Eva Witter-Mante: Die Wunderwelt

Die Galerie Torhaus Rombergpark zeigt bis zum 13. September die Ausstellung „Mirabilis Mundi“ (Wunderwelt) von Eva Witter-Mante. Die Künstlerin kommt aus dem Bereich Bildhauerei und, das ist an den Objekten und Skulpturen gut zu erkennen. Das besondere an den Arbeiten von Witter-Mante ist das Material: Sie benutzt Kabelbinder.

Witter-Mante schafft mit ihren Objekten und Skulpturen etwas Ungewöhnliches. Das eigentlich unorganische Material kabelbinder verwandelt sich bei ihr in ein organisches Kunstwerk. So werden Kabelbinder zu stacheligen Lebensformen, aber auch zu labilen, spielerischen Modulen.

Eva Witter-Mante mit einer ihrer Arbeiten "Linienpoesie". Zu sehen in der Galerie Torhaus Rombergpark.
Eva Witter-Mante mit einer ihrer Arbeiten „Linienpoesie“. Zu sehen in der Galerie Torhaus Rombergpark.

Bemerkenswert ist die Arbeit „Schöner Wohnen“, hier sind sechs Plexiglas Häuser zu sehen, aus denen weiße Kabelbinder wie Igelstacheln ragen. Auffallend ist die Gleichförmigkeit der Häuser. Die Stacheln lassen eine gewisse Wehrhaftigkeit erkennen, ein deutliches „Du kommst hier nicht rein“.

Kabelbinder gibt es nicht nur in Weiß oder Schwarz. Das macht sich die Künstlerin im Werk „Evolotion“ zu nutze. Hier lässt sie das Grün des Romberparks und das Blau des Wassers ins Torhaus, woraus sich kleine Urtierchen bilden.

Die Idee sich mit Kabelbinder zu beschäftigen, entwickelte sich für Witter-Mante mit der Zeit. „Zunächst war es eine kleine Herausforderung. Ich dachte mir, es sieht spannend aus, mach etwas daraus.“

Es gibt auch wieder die Möglichkeit, sich die Ausstellung virtuell anzuschauen. Die Internetadresse lautet: www.virtuellegalerie-dortmund.de




Zeichnen in Zeiten von Corona

Seit dem 01. März 2020 präsentiert das Hoesch-Museum die Ausstellung „LIVE UND IN FARBE. Urban Sketchers zeichnen Dortmunder Industriekultur“. Das war kurz bevor Corona das Leben lahmlegte. Ab dem 26. Juli geht die Ausstellung mit einer Ergänzung weiter. Die 16 Zeichnerinnen und Zeichner präsentieren ihre Werke, die sie während des Lockdowns gemacht haben. Denn „Zeichnen geht immer“, so das Motto der Zusatzarbeiten.

Urban Sketching ist eine Bewegung, die 2007 in Seattle gegründet wurde. Mittlerweile gibt es verschiedene regionale Gemeinschaften, natürlich auch seit 2016 in Dortmund. Es können Menschen mit unterschiedlichsten zeichnerischen Fähigkeiten mitmachen. Es entsteht eine Art visueller Journalismus, der oft tagebuchartig in Skizzenbücher festgehalten wird. „Die Zeichnungen orientieren sich an der Realität“, erklärt Birgit Encke von den Dortmunder Urban Sketchers. Häufig gibt es auch sogenannte „Challenges“, eine Art Aufgabe, bei dem ein Thema vorgegeben wird.

Während der heißen Phase des Lockdown konnten die wöchentlichen Treffen der Gruppe nicht wie gewohnt im realen Leben stattfinden, sondern verlagerte sich in den virtuellen Raum. Doch auch in dieser Zeit wurde gemeinsame Aufgaben bearbeitet wie „Blick aus dem Fenster“ oder Selbstportrait mit Maske“.

Typisches Bild zu Corona-Zeiten: Menschen, die mit Masken und Einkaufswagen vor einem Supermarkt stehen. Gezeichnet von Birgit Encke.
Typisches Bild zu Corona-Zeiten: Menschen, die mit Masken und Einkaufswagen vor einem Supermarkt stehen. Gezeichnet von Birgit Encke.

Die „Corona Bilder“ zeigen sehr unterschiedliche Arbeiten. Teilweise sind sie von Comic oder Cartoons inspiriert, manche Bilder sind sehr detailliert, manche zeigen gröbere Umrisse. Einen Seitenhieb auf die Klopapierknappheit darf natürlich auch nicht fehlen. Alle Zeichnungen sind aber aus einer sehr persönlichen Sichtweise entstanden.

Die Ergänzung der Sonderausstellung besteht aus Reproduktionen, da die Originale in den Skizzenbüchern wegen den räumlichen Gegebenheiten nicht gezeigt werden können. Signierte Exemplare der Reproduktionen können käuflich erworben werden.

Wer Lust am Zeichnen hat, kann sich der Urban Sketching Gruppe anschließen. Sie trifft sich jeden Donnerstag um 18 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Wer noch keine große Erfahrung mit dem Zeichnen, braucht sich keine Sorgen zu machen. „Hier hilft man sich gegenseitig“ erklärt Guido Wessel von den Urban Sketchers Dortmund.




Besonderes Kunstexperiment im Kunstbonbon

Unter dem Motto „Das Spiel muss weiter gehen“ ist im kleinen, aber feinen Kunstbonbon (Chemnitzer Str.11) in Dortmund eine ganz spezielle Gruppenausstellung von 8 Künstlerinnen zu sehen. Die Vernissage findet am 01.08.2020 um 15:00 Uhr statt. Der Ausstellungstitel hat in diesen Corona-Zeiten einen doppeldeutigen Klang.

Sie ist in mehrfacher Hinsicht ein „Fifty-Fifty-Experiment“, denn: Die Hälfte der 50 x 50 großen Exponate wurden wurden von zwei Künstlerinnen nacheinander gestaltet.

Die spannende Idee und Aufgabe war: Zwei 50 x 50 Malgründe relativ identisch vorzubereiten und dabei einige Details zu bestimmen, die bei beiden Exemplaren auch nach Fertigstellung noch zu erkennen sein müssen. Danach wurden die vorbereiteten Bilder fotografiert. Eins blieb bei der „Urheberin“ (in ihrer ganz eigenen Art und Weise erstellt) und das zweite per Los der einer anderen Teilnehmerin zugeteilt. Deren schwierige Aufgabe war es, mit den vorgegebenen Anfängen weiter zu arbeiten, ihre eigene künstlerische Persönlichkeit einzubringen und dabei die festgelegten Details zu erhalten.

Der Flyer zur Ausstellung "Das Spiel muss weiter gehen" im Kunstbonbon.
Der Flyer zur Ausstellung „Das Spiel muss weiter gehen“ im Kunstbonbon.

Es war nicht nur ein künstlerisches, sondern gleichzeitig ein soziales Experiment, das sich mit „abgeben“ und „annehmen“ beschäftigt. Die Künstlerinnen musste sich auf die Andersartigkeit einlassen und dabei eine eigene „Sprache“ entwickeln.

Präsentiert werden alle 16 Werke paarweise. Die Besucher*innen sehen sowohl das „Original“, das von der selben Künstlerin und daneben das Gemeinschaftswerk, das von einer anderen Teilnehmerin beendet wurde. Darunter sind auch die Fotos zu sehen, die das Anfangsstadium zeigen, bevor die Vorlagen ausgetauscht bzw. weiter bearbeitet wurden.

Da bei den acht Teilnehmerinnen acht „eigene“ Bilder entstehen, aber auch acht Gemeinschaftswerke bei denen es keine klare Eigentums-oder Urheberrechte gibt, wurde folgendes beschlossen: Die Gemeinschaftsarbeiten werden bei einer Finissage am 05.09.2020 um 15:00 Uhr im Kunstbonbon für einen guten Zweck zur Versteigerung angeboten. Mit dem Erlös soll der Kinderhospizdienst Löwenzahn unterstützt werden.

Beteiligte Künstlerinnen: Claudia Dröge, Michaela Düllberg, Gudrun Kettke, Claudia König, Ingrid Lacher, Virginia Novarin, Karin Schmidt und Eva Zimnoch.

Da das Kunstbonbon recht klein ist, bitten die Veranstalter um Erscheinen mit Mund-Nasen-Schutz und je nach Besucherandrang ggf. um etwas Geduld.

Der Eintritt ist wie immer frei.




Ausstellung zum DEW21 Kunstpreis 2020 im Dortmunder U

Auf der 6.Etage des Dortmunder U ist vom 14. Juli bis 04. Oktober 2020 die Ausstellung zum DEW21 Kunstpreis 2020 zu sehen.Schon zum fünfzehnten Mal wird dieser Preis für bildende Künstler*innen aus Deutschland mit Ruhrgebiet Bezug und professionellem Hintergrund von einer Fachjury und Vertreter*innen des Unternehmens unter einer Vielzahl von Bewerber*innen für den Wettbewerb ausgewählt.

In diesem Jahr wurden aus 200 Bewerbungen 14 Kunstschaffende für den DEW21 Kunstpreis 2020 nominiert. Die glücklichen Nominierten waren diesmal: Mohamed Altoum, Christoph Knecht, Malte Frey, Andreas Drewer, Denise Ritter, Helena Biermann, Nicola Gördes, Stella Rossié, Kai Richters, Beate Gördes, Christian Gode, Katrin Esser, Nina Nowak, Jens Kothe sowie Jana Kerima und Lex Rütten. Eine Altersbegrenzung gab für die Teilnahme nicht.

Die Kandidat*innen des DEW21 Kunstpreis 2020 präsentieren sich bis zum 04. Oktober im Dortmunder U. Für die optimale Präsentation sorgen u.a. (v.l.n.r.) Antje Hassinger (Kuratorin), Sybille Hassinger (Kuratorin), Xenia von Poser (Leiterin Marketing und Kommunikation DEW21), Jannis Kötting (Projektleitung) und Jürgen Spiler (Kurator).
Die Kandidat*innen des DEW21 Kunstpreis 2020 präsentieren sich bis zum 04. Oktober im Dortmunder U. Für die optimale Präsentation sorgen u.a. (v.l.n.r.) Antje Hassinger (Kuratorin), Sybille Hassinger (Kuratorin), Xenia von Poser (Leiterin Marketing und Kommunikation DEW21), Jannis Kötting (Projektleitung) und Jürgen Spiler (Kurator).

Die eingereichten Beiträge überzeugten wieder durch ihre Vielfalt. Das Spektrum reichte über Fotografie, Installationen, Videobeiträge, Klangskulpturen, Malerei bis hin zur Bildhauerei.

Die Werke setzten sich sowohl mit aktuellen Problematiken kreativ auseinander wie etwa das ambivalente Verhältnis von digitaler Welt und realem Leben, Umwelt und Flüchtlinge, Europa und anderem.

Der Kunstpreis wird im September vergeben und ist mit insgesamt 10.000 Euro (einschließlich Einzelausstellung und Katalog) dotiert. Außerdem wird auch ein Förderpreis (Altersbegrenzung) mit 2.500 Euro vergeben.

Joel Roters, der DEW21 Kunstpreisträger aus dem Jahr 2019, hat in den Räumlichkeiten rechts auf der sechsten Etage Platz für seine Einzelausstellung erhalten. Er zeigt 130 neue kleinformatige Arbeiten. Thematisch geht es um Oberfläche und Material, Form und Textur sowie Figur und Grund. Aus verschiedenen, einfachen Baumaterialien erarbeitet der Künstler divers labyrinthartige Geflechte, Kippfiguren und rhythmische Zeichenformen.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.




Museum Ostwall erwirbt die „Liegende“ von Max Beckmann

Das Museum Ostwall (MO) im Dortmunder U freut sich über den Ankauf der Zeichenstudie „Liegende“ von Max Beckmann (1884 – 1950) für ihren Fundus der Grafik-Sammlung.

Der herausragende und eigenwillige Künstler hatte das ebenfalls im Museum zu bewundernde Gemälde „Afternoon“ noch während seiner Amsterdam Exilzeit 1946 geschaffen.

Nun ist auch die vorausgegangene Formstudie die „Liegende“ für die nächsten Monate zusammen mit dem Gemälde auf der Ebene 5 (Dortmunder U) zu sehen.

Regina Selter (stellvertretende Direktorin des Museum Ostwalls) und Stefan Mühlhofer (Stefan Mühlhofer, Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe) vor der Zeichnung und dem Bild der "Liegenden" von Max Beckmann.
Regina Selter (stellvertretende Direktorin des Museum Ostwalls) und Stefan Mühlhofer (Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe) vor der Zeichnung und dem Bild der „Liegenden“ von Max Beckmann.

Wie die stellvertretende Direktorin des MO, Regina Selter, beim Pressegespräch verriet, bieten sich durch die Zeichenstudie (Bleistift und Kohleradierung) nicht nur Einblicke in den formalen Entstehungsprozesses, sondern es eröffnen sich den Betrachtern immer neue Ebenen und Aspekte. Das spannende Forschen nach dem bildnerischen Entstehungsprozess erweitert den Blickwinkel und das Verständnis für den historischen Hintergrund.

Ein im Bild angedeuteter Vorhang eröffnet einen Blick auf eine verstörend wirkende übergriffige Situation. Ein frivol gekleidetes junges Mädchen wird von einer dunklen zwitterartigen Gestalt sexuell bedrängt. Ambivalent ist der Gegensatz von erotischer Verlockung (symbolhaft durch eine farbenfrohe Pflanze in Form einer weiblichen Vulva) und der Brutalität des Übergriffs.

Der größte Gegensatz zeigt das Entsetzen und die Angst in den Augen der Frau einerseits, und deren erotisch-leichter Bekleidung.

Es spielen nicht allein Fantasien (etwa eines alternden Künstlers) mit hinein, sondern sicherlich auch die grausamen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieges.

Im Zuge der aktuell „MeToo“ Debatte werden viele Menschen das Werk mit einem besonderen Blick betrachten.




Die Natur als Wandel

Vom 28. Juni bis zum 19. August zeigt das Torhaus Rombergpark die neue Ausstellung von Richard A. Cox unter dem Titel „Die Natur der Dinge“. Zu sehen sind über 30 Arbeiten, die mit Ölpastell auf Karton gemalt wurden.

Seine Arbeiten drehen sich um das übergeordnete Thema „Natur“. Dem Künstler geht es um die Fragen: Wie verändert sich die Natur durch den Lauf der Jahreszeiten oder den Tag- und Nachtwechsel. Dabei entsteht eine Art evolutionärer Prozess. „Ein Bild, was fertig ist, ist ein Vorbote des nächsten“, so der Künstler.

Richard A. Cox zeigt den Wandel der Natur im Torhaus Rombergpark.
Richard A. Cox zeigt den Wandel der Natur im Torhaus Rombergpark.

Wie für viele Künstler ist die Natur für Cox eine immerwährende Inspiration. „Letztendlich sind wir ein Teil der Natur“, so Cox. Gerade die Corona-Krise und der erfolgte Lockdown hat manche Dinge deutlich gemacht: Die Luft wurde sauberer und es gab weniger Schadstoffemissionen. So konnte sich die Natur etwas erholen.

Ursprünglich ist Cox Grafiker. Daher ist die Zeichnung der Anfangspunkt. Darüber hinaus arbeitet er in Serien. Seine Ausstellung besteht aus drei Serien. „The Nature of Things“, „Keimung“ und „Am Wegesrand“. Auf seinen Bildern ist wachsendes Getreide zu erkennen, zwar abstrahiert, aber immer noch zu bestimmen. Die Arbeiten sind oft in kräftigen Farben wie Rot, Geld, Grün und Blau, so dass sich dem Betrachter Landschaftsbilder öffnen wie beim Spaziergang auf dem Land.

Wegen der Corona-Pandemie ist auch diese Ausstellung unter der Adresse www.virtuellegalerie-dortmund.de virtuell zu erleben.




Bierlieferung und Schanktechnik vom 19. Jahrhundert bis heute

Das Dortmunder Brauerei-Museum (Steigerstraße 16) zeigt in ihrer neuen Sonderausstellung „Wirte, Brauer, Bierkutscher“ vom 27. Juni bis 31. Dezember 2020 mit zum Teil seltenen Aufnahmen und Objekten die interessante Entwicklung in der Brauereigeschichte ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute. Zu sehen ist auch Leihgut unter anderem vom Westfälischen Wirtschaftsarchiv.

Dr. Heinrich Tappe, der Leiter des Brauerei-Museums wies zu Beginn des Presserundgangs auf die große Krise in der Branche wegen der Corona-Pandemie hin. Wirtschaften und Kneipen ordern wegen der schwierigen Bedingungen keine größeren Mengen der Bierfässer. Davon zeugt ein aktuelles Foto mit Bierfässern, die sich stapeln.

Zur Geschichte: Ursprünglich waren Brauer häufig zugleich auch Wirte und schenkten ihr Bier vor Ort selbst. Mit der Industrialisierung trennten sich die Gewerbe. Gasthäuser bezogen ihr Bier von aufstrebenden Großbrauereien.

 (v.li.): Theo Sobkowiak (ehemaliger Elektriker und Schanktechniker der Bergmann-Brauerei), Dr. Heinrich Tappe (Leiter des Brauerei-Museums), Horst Duffe (ehemaliger Lkw-Fahrer der Dortmunder Actien-Brauerei) und Kalli Dickhut (ehemaliger Bierfahrer und Betriebsrat der Stifts- und der Kronen-Brauerei) (Foto: Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund)
(v.li.): Theo Sobkowiak (ehemaliger Elektriker und Schanktechniker der Bergmann-Brauerei), Dr. Heinrich Tappe (Leiter des Brauerei-Museums), Horst Duffe (ehemaliger Lkw-Fahrer der Dortmunder Actien-Brauerei) und Kalli Dickhut (hemaliger Bierfahrer und Betriebsrat der Stifts- und der Kronen-Brauerei) (Foto: Katrin Pinetzki, Stadt Dortmund)

Neue Kühl- und Schanktechnik-Systeme wurden entwickelt und seit Mitte des 19. Jahrhunderts entfaltete sich eine moderne Infrastruktur der Bierlieferung.

Zunächst bezogen die Wirte ihr Bier zum Großteil selbst von den Brauereien. Später übernahmen Bierverlage mehr und mehr die Lieferung.

Diese erfolgte erst mal in der näheren Umgebung durch zahlreiche Pferde und Wagen. Die Bierkutscher gehörten zum Stadtbild von Dortmund. Man erwarb auch in wachsender Zahl Bahnwaggons, die sich bei Bedarf kühlen oder heizen ließen. Es gab sogar einen eigenen Bahnhof. Später dienten Biertanklastwagen als Transportmittel. Brauereien bauten riesige Fuhrparks mit einer Vielzahl von Lastkraftwagen und Mitarbeitenden.

Spannend ist die durch Fotos oder Objekte dokumentierte technische Entwicklung von der Bierkanne bis hin zur Zapfsäule. Die zunehmende Technisierung ist für die BesucherInnen zum Beispiel in Fotografie nach zu vollziehen.

In den letzten Jahren gab es einen zunehmen Konzentrationsprozess (Radeberger-Gruppe). Die heimische Bergmann-Brauerei und „familiäre Bierbrauer“ versuchen eigene Wege zu gehen.

Die augenblickliche Krise trifft die kleinere Anbieter natürlich besonders hart.

Ab dem zweiten Sonntag im Juli können auch wieder Führungen im Brauerei-Museum angeboten werde. Natürlich nur in kleinen Gruppen (höchstens zehn Personen) oder einzeln mit Maske, Registrierung und Einhaltung der Hygienevorschriften!

Anmeldung unter www.brauereimuseum.dortmund.de

Geöffnet: Di, Mi, Fr, So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr und Sa 12-17 Uhr.

Eintritt frei




Fantastische Kunst-Welten von Mary-Audrey Ramirez

Im Dortmunder Kunstverein (neben dem U) lädt die besondere Installation der jungen in Berlin lebenden Künstlerin Mary-Audrey Ramirez (*1990 in Luxemburg) unter dem Titel „INTO A GRAVEYARD FROM ANYWHERE“ vom 20.06.2020 bis zum 23.08.2020 zu einer Entdeckungsreise ein. Kuratiert wurde diese Ausstellung von Linda Schröer.

Extra für den offen einsehbaren Kunstort hat Mary-Audrey Ramirez ihre Installation entwickelt. Der Titel dieser Ausstellung ist, so die Künstlerin, bezogen auf das Kartenspiel „Magic- The Gathering“ (Autor Richard Garfield).

Mit überlebensgroßen, aus Lackstoff aufwendig hergestellten (genähten) Kreaturen, einem Stoffbild (genäht) und Video hat die Künstlerin eine fantastische Welt, inspiriert von Filmen wie etwa Alfred Hitchcocks „Die Vögel“, „Star Wars“ (seit 1977), Serien wie „Stranger Things“ (seit 2016), Videospiele wie „Tomb Raider“geschaffen.

Diese beeinflussen mehr oder weniger subtil unser kollektives Bildgedächtnis sowie unsere Sichtweise auf unsere Vergangenheit bis hinein in die Zukunft. Sie zeigen die Auswirkungen der technischen Revolution auf unsere menschliche Gesellschaft. Sie sind aber auch Ausdruck unserer Ängste, Hoffnungen und Sehnsüchte und dienen als spannende Projektionsfläche.

Die übergroße Waffe aus Lackstoff von Mary-Audrey Ramirez könnte auch haus einem Fantasy- Computerspiel entsprungen sein.
Die übergroße Waffe aus Lackstoff von Mary-Audrey Ramirez könnte auch haus einem Fantasy- Computerspiel entsprungen sein.

Realität und Fiktion sowie der physische und digitale Raum sind längst miteinander verbunden. Die fiktive „perfekte“ digitale Welt wird durch die Inszenierung auf eine immer fehlerhafte und nie ganz perfekte realen Ebene gebracht.

Die Entdeckungsreise beginnt mit einer übergroßen Waffe aus Lackstoff an der Wand als imaginäre Ausrüstung. Der Weg führt zu einer Gruppe extraterrestrischer Wesen aus Lackstoff mit leuchtenden Farben wie zum Beispiel Rosa.

Die Gruppe starrt wie hypnotisiert auf einen Monitor, und werden von einem computergenerierten Bild ( Künstlerin:Pirate Sheep) durch die Sogkraft eines Strudels angezogen. Pirate Sheep ist auch für die Kreation eines Instagram Face Filters verantwortlich.

Eines der Kreaturen entkommt und wird von einer andersartigen Kreatur aufgehalten. Eine schwarze schwarze Spur aus Lackstoff führt zu einem an einer Stahlkettenkonstruktion hängenden, einer schwarzen Krake erinnernden Organismus. Auf ihm tummeln sich verschiedene zyklopische rosa Wesen. Diese Krake fungiert wie ein in die reale Welt transformierte Strudel. Das Geschehen wird von weiteren Kreaturen neugierig beobachtet.

Die Termine mit den angebotenen Ausstellungsführungen erfahren sie durch einen im Kunstverein ausliegenden Flyer oder auf der Seite des Kunstvereins unter https://www.dortmunder-kunstverein.de/de/Ausstellungen/Aktuell-Vorschau/VORSCHAU/Mary-Audrey-Ramirez.htm.