Strukturwandel von oben betrachtet

Die Perspektive verändert den Blick. Plötzlich wird Bekanntes zu Unbekannten und Formen verwandeln sich zu abstrakten Strukturen. „Strukturwandel“ heißt die erste Ausstellung des Fotografen Wolfgang Knappmann im „Wohnzimmer im Piepenstock“ in der Schildstraße in Hörde. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 27. September 2020.

Knapp die Hälfte seiner 29 ausgestellten Bilder hat er mit Hilfe seiner Drohne gemacht. Und der Blick aus der Höhe sorgt für fragende Blicke beim Betrachter. Denn die vertrauten Strukturen wandeln sich zu abstrakten Gebilden, die aussehen, als hätte sie jemand gemalt und nicht fotografiert. Schöne Beispiele dafür sind die Bilder „Das war einmal das Kraftwerk Knepper“ oder „Emscherumbau“. Erst wenn der Betrachter das Bild aus der Nähe betrachtet, werden einzelne Dinge erkennbar. „Wenn man den zusammenhang nicht kennt, dann kann man es nicht einordnen“, so Knappmann.

Somit ist der Titel „Stukturwandel“ doppeldeutig. Einerseits zeigen Bilder von Knappmann den Wandel der Industrie im Ruhrgebiet, andererseits entdeckt der Fotograf den Wandel von Strukturen bei seinen Aufnahmen. Denn neben der Drohnenfotografie hat Knappmann auch einige Makrobilder ausgestellt. Eistropfen oder Rost haben es ihm dabei besonders angetan. Der zweite (oder dritte) Blick ist bei seinen Bildern besonders wichtig.

Wolfgang Knappmann vor seinen Bildern, die er mit seiner Drohne gemacht hat und einem Foto eines Uhus.
Wolfgang Knappmann vor seinen Bildern, die er mit seiner Drohne gemacht hat und einem Foto eines Uhus.

Es gibt bei der Ausstellung viel zu entdecken, denn durch die Architektur des Raumes gibt es viele Bilder in unterschiedlichen Formaten zu sehen, die über einem Fenster hängen oder an einer Säule befestigt sind.

Die besondere Location, das „Wohnzimmer im Piepenstock“ ist ja eine Musikkneipe, macht auch den Besuch der Ausstellung zu etwas Besonderem. Denn man kann natürlich die Bilder während einer Veranstaltung sehen, doch Wolfgang Knappmann bietet an, selbst durch die Ausstellung zu führen. Dazu kann man einen Termin vereinbaren unter foto@knappmann.eu oder telefonisch unter 0163 7373 575.




Humorvoller „Budenzauber“ im Dortmunder Kunstbonbon

Im Kunstbonbon (Chemnitzer Str. in Dortmund) wird ab Samstag, dem 12.09.2020 um 15:00 Uhr im Rahmen des „Budenzauber“ originale Zeichnungen, Bücher, hochwertige Drucke aber auch Karten oder Kalender (für 2021 von zwei Künstlern zu sehen (und käuflich zu erwerben) sein.

Es ist komische, oft ironisch-witzige Kunst von Lotte Wagner und des Cartoonisten Ari Plikat.

Lotte Wagner ist vielen bekannt durch ihre eigenen Kinderbücher, Illustrationen in „fremdem“ Büchern oder auch den Leser*innen der Allgemeinen Frankfurter Sonntagszeitung mit ihren begleitenden Zeichnungen (zum Beispiel : Garten-Kolumne) ein Begriff.

Ari Plikats Werke sind vielen Menschen schon lange in diversen Publikationen (Pardon, TAZ, Titanic u.s.w.) bestens bekannt. Mit wenigen Worten (beziehungsweise Strichen) kann er witzig-bissige und humorvolle Cartoons erschaffen. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, einen Sachverhalt und Missstand, oder auch nur „menschliche Schwächen“ bildhaft anschaulich darstellen.

Ari Plikat und Lotte Wagner stellen nicht nur im Kunstbonbon aus, sondern signieren ihre Werke am 02.10.2020.
Ari Plikat und Lotte Wagner stellen nicht nur im Kunstbonbon aus, sondern signieren ihre Werke am 02.10.2020.

Die Galeriewände werden nicht nur mit einer Vielzahl der witzigen Zeichnungen geschmückt, sondern die Besucher*innen haben Gelegenheit zum „Blättern“ und stöbern.

Wer dann ein frisch erworbenes Werke (Bücher, Karten, Kalender) von den beiden Künstlern signieren lassen möchte, hat entweder am Eröffnungstag am 12.09.2020 (ab 15:00 Uhr) oder aber am Freitag, den 02.10.2020 im Kunstbonbon Gelegenheit.

Ein Mund-Nasenmaske ist vor dem betreten des Kunstbonbon in diesen Corona-Zeiten als allgemeine Vorsichtsmaßnahme notwendig.

Da nur wenige Besucher*innen auf einmal hereingelassen werden können, wird ggf. um etwas Geduld gebeten.

Die Ausstellungsdauer geht bis zum 17.10.2020.




Draußen – Ausstellung in der BIG Gallery

Der BBK Ruhrgebiet zeigt bis zum 18. Oktober 2020 die Ausstellung „Draußen“. Natürlich – anders als es der Titel vermuten lässt – in der Halle der BIG Gallery. 29 Künstlerinnen und Künstler präsentieren Arbeiten in unterschiedlichen Formaten zu einem Thema, dass durch die Corona-Pandemie eine ganz spezielle Bedeutung gewonnen hat. Denn durch den zeitweiligen Lockdown wurde das „Draußen“ plötzlich zu einem fernen Ort.

Draußen und drinnen sind Gegensätze. Draußen kann zu einem Sehnsuchtsort werden, wenn man drinnen eingesperrt wird. In den Arbeiten wird oft der Wunsch nach dem „draußen“ künstlerisch beschrieben. Sehr deutlich wird es in Ankica Karacic Triptychon „endlich draußen“. In den drei Bildern wird die Sehnsucht nach Bewegungsfreiheit sehr gut sichtbar. Ansonsten zeigen Arbeiten wie „Boote 4“ und „Boote 2“ von Elisabeth Borsterhaus oder „This is the sea“ von Sonja Heller schon im Titel den Wunsch nach dem Draußen am Meer.

Sehr ironisch hat Irene Schramm-Biermann ihre Arbeiten „Die Lösung liegt draußen“, einige geometrische Formen integriert, deren wichtige Punkte eben außerhalb einer markierten Fläche liegen. Den gastronomischen Standardsatz „Draußen nur Kännchen“ hat sich Barbara Giesbert künstlerisch aufgegriffen und umgesetzt.

Wer kennt den Spruch nicht "Draußen nur Kännchen", hier künstlerisch umgesetzt von Barbara Giesbert.
Wer kennt den Spruch nicht „Draußen nur Kännchen“, hier künstlerisch umgesetzt von Barbara Giesbert.

Eine andere Lesart des Mottos „Draußen“ ist der Bezug auf ein gesellschaftliches drinnen und draußen, auf das Thema Ausgrenzung und den damit eng verbundenen Themen Isolation, Vereinsamung, Angst oder Chancenlosigkeit.

Insgesamt zeigt die Ausstellung eine breite Palette an unterschiedlichen Materialien und Sichtweisen der beteiligten Künstlerinnen und Künstler.

Corona hat die Öffnungszeiten der BIG Gallery geändert:
freitags und samstags 10 – 19 Uhr
sonntags 14 – 17h, sonntags ist ein Künstler anwesend




Ausstellungs-Neustart im kunstbetrieb

Nach dem Corona-Lockdown wagt auch die bildende Kunst die ersten Schritte zurück an die Öffentlichkeit. Ausstellungen sind wieder geöffnet, Besuche (wenn auch nur meist mit Mundschutz) sind wieder zugelassen und Künstlerinnen und Künstler zeigen wieder ihre Arbeiten.

Die Galerie „der kunstbetrieb“ präsentiert unter dem Titel „wenn hinter dir die Möwe stürzt und schreit“ bis zum 03. Oktober 2020 sechzehn Künstlerinnen und Künstler, die sich auf unterschiedliche Art und Weise mit dem Motto auseinandergesetzt haben.

Der Ausstellungstitel, ein Zitat von Ingeborg Bachmann, weckt Erinnerungen an ein Draußen, wo Möwen sind und vielleicht das Meer in der Nähe ist. Alles, was in der Zeit des Lockdowns für die meisten unerreichbar war.

Ana Maria Avilés Toro, "Woman", Acrylfarben auf Leinwand, 2020
Ana Maria Avilés Toro, „Woman“, Acrylfarben auf Leinwand, 2020

So ist es nicht verwunderlich, dass die Möwe unter anderem in der Skulptur von Almut Rybarsch-Tarry vorkommt, beim Gemälde von Ana Maria Avilés Toro „Woman“ oder bei Sylvia Reußes Arbeit „Nr.2“.

Der Nasen-Mund-Schutz hat zwar als Kunstobjekt Karriere gemacht, wird aber in der Ausstellung kaum thematisiert. Nur Brigitte Felician Siebrecht zeigt ein „Portrait in Zeiten der Maske“ unter dem Titel „Mask_Traits“.

Insgesamt zeigt die Ausstellung sehr abwechslungsreiche Kunst, die deutlich macht, wie sehr Künstlerinnen und Künstler, aber auch Besucherinnen und Besucher, dieser künstlerischer Austausch gefehlt hat.

Mit dabei sind: Anne Jannick, Almut Rybarsch Tarry, Susanne Grytzka,  Angela Jansen, Udo Unkel, Anne Töllner, Paola Manzur, Sylvia Reuße, Anke Droste, Klaus Pfeiffer, Yi An Chien, Mathes Schweinberger, Ulla Zoller,Artur A.Wojtczak, Ana Maria Avilés Toro und Brigitte F. Siebrecht.




Eva Witter-Mante: Die Wunderwelt

Die Galerie Torhaus Rombergpark zeigt bis zum 13. September die Ausstellung „Mirabilis Mundi“ (Wunderwelt) von Eva Witter-Mante. Die Künstlerin kommt aus dem Bereich Bildhauerei und, das ist an den Objekten und Skulpturen gut zu erkennen. Das besondere an den Arbeiten von Witter-Mante ist das Material: Sie benutzt Kabelbinder.

Witter-Mante schafft mit ihren Objekten und Skulpturen etwas Ungewöhnliches. Das eigentlich unorganische Material kabelbinder verwandelt sich bei ihr in ein organisches Kunstwerk. So werden Kabelbinder zu stacheligen Lebensformen, aber auch zu labilen, spielerischen Modulen.

Eva Witter-Mante mit einer ihrer Arbeiten "Linienpoesie". Zu sehen in der Galerie Torhaus Rombergpark.
Eva Witter-Mante mit einer ihrer Arbeiten „Linienpoesie“. Zu sehen in der Galerie Torhaus Rombergpark.

Bemerkenswert ist die Arbeit „Schöner Wohnen“, hier sind sechs Plexiglas Häuser zu sehen, aus denen weiße Kabelbinder wie Igelstacheln ragen. Auffallend ist die Gleichförmigkeit der Häuser. Die Stacheln lassen eine gewisse Wehrhaftigkeit erkennen, ein deutliches „Du kommst hier nicht rein“.

Kabelbinder gibt es nicht nur in Weiß oder Schwarz. Das macht sich die Künstlerin im Werk „Evolotion“ zu nutze. Hier lässt sie das Grün des Romberparks und das Blau des Wassers ins Torhaus, woraus sich kleine Urtierchen bilden.

Die Idee sich mit Kabelbinder zu beschäftigen, entwickelte sich für Witter-Mante mit der Zeit. „Zunächst war es eine kleine Herausforderung. Ich dachte mir, es sieht spannend aus, mach etwas daraus.“

Es gibt auch wieder die Möglichkeit, sich die Ausstellung virtuell anzuschauen. Die Internetadresse lautet: www.virtuellegalerie-dortmund.de




Zeichnen in Zeiten von Corona

Seit dem 01. März 2020 präsentiert das Hoesch-Museum die Ausstellung „LIVE UND IN FARBE. Urban Sketchers zeichnen Dortmunder Industriekultur“. Das war kurz bevor Corona das Leben lahmlegte. Ab dem 26. Juli geht die Ausstellung mit einer Ergänzung weiter. Die 16 Zeichnerinnen und Zeichner präsentieren ihre Werke, die sie während des Lockdowns gemacht haben. Denn „Zeichnen geht immer“, so das Motto der Zusatzarbeiten.

Urban Sketching ist eine Bewegung, die 2007 in Seattle gegründet wurde. Mittlerweile gibt es verschiedene regionale Gemeinschaften, natürlich auch seit 2016 in Dortmund. Es können Menschen mit unterschiedlichsten zeichnerischen Fähigkeiten mitmachen. Es entsteht eine Art visueller Journalismus, der oft tagebuchartig in Skizzenbücher festgehalten wird. „Die Zeichnungen orientieren sich an der Realität“, erklärt Birgit Encke von den Dortmunder Urban Sketchers. Häufig gibt es auch sogenannte „Challenges“, eine Art Aufgabe, bei dem ein Thema vorgegeben wird.

Während der heißen Phase des Lockdown konnten die wöchentlichen Treffen der Gruppe nicht wie gewohnt im realen Leben stattfinden, sondern verlagerte sich in den virtuellen Raum. Doch auch in dieser Zeit wurde gemeinsame Aufgaben bearbeitet wie „Blick aus dem Fenster“ oder Selbstportrait mit Maske“.

Typisches Bild zu Corona-Zeiten: Menschen, die mit Masken und Einkaufswagen vor einem Supermarkt stehen. Gezeichnet von Birgit Encke.
Typisches Bild zu Corona-Zeiten: Menschen, die mit Masken und Einkaufswagen vor einem Supermarkt stehen. Gezeichnet von Birgit Encke.

Die „Corona Bilder“ zeigen sehr unterschiedliche Arbeiten. Teilweise sind sie von Comic oder Cartoons inspiriert, manche Bilder sind sehr detailliert, manche zeigen gröbere Umrisse. Einen Seitenhieb auf die Klopapierknappheit darf natürlich auch nicht fehlen. Alle Zeichnungen sind aber aus einer sehr persönlichen Sichtweise entstanden.

Die Ergänzung der Sonderausstellung besteht aus Reproduktionen, da die Originale in den Skizzenbüchern wegen den räumlichen Gegebenheiten nicht gezeigt werden können. Signierte Exemplare der Reproduktionen können käuflich erworben werden.

Wer Lust am Zeichnen hat, kann sich der Urban Sketching Gruppe anschließen. Sie trifft sich jeden Donnerstag um 18 Uhr im Museum für Kunst und Kulturgeschichte. Wer noch keine große Erfahrung mit dem Zeichnen, braucht sich keine Sorgen zu machen. „Hier hilft man sich gegenseitig“ erklärt Guido Wessel von den Urban Sketchers Dortmund.




Besonderes Kunstexperiment im Kunstbonbon

Unter dem Motto „Das Spiel muss weiter gehen“ ist im kleinen, aber feinen Kunstbonbon (Chemnitzer Str.11) in Dortmund eine ganz spezielle Gruppenausstellung von 8 Künstlerinnen zu sehen. Die Vernissage findet am 01.08.2020 um 15:00 Uhr statt. Der Ausstellungstitel hat in diesen Corona-Zeiten einen doppeldeutigen Klang.

Sie ist in mehrfacher Hinsicht ein „Fifty-Fifty-Experiment“, denn: Die Hälfte der 50 x 50 großen Exponate wurden wurden von zwei Künstlerinnen nacheinander gestaltet.

Die spannende Idee und Aufgabe war: Zwei 50 x 50 Malgründe relativ identisch vorzubereiten und dabei einige Details zu bestimmen, die bei beiden Exemplaren auch nach Fertigstellung noch zu erkennen sein müssen. Danach wurden die vorbereiteten Bilder fotografiert. Eins blieb bei der „Urheberin“ (in ihrer ganz eigenen Art und Weise erstellt) und das zweite per Los der einer anderen Teilnehmerin zugeteilt. Deren schwierige Aufgabe war es, mit den vorgegebenen Anfängen weiter zu arbeiten, ihre eigene künstlerische Persönlichkeit einzubringen und dabei die festgelegten Details zu erhalten.

Der Flyer zur Ausstellung "Das Spiel muss weiter gehen" im Kunstbonbon.
Der Flyer zur Ausstellung „Das Spiel muss weiter gehen“ im Kunstbonbon.

Es war nicht nur ein künstlerisches, sondern gleichzeitig ein soziales Experiment, das sich mit „abgeben“ und „annehmen“ beschäftigt. Die Künstlerinnen musste sich auf die Andersartigkeit einlassen und dabei eine eigene „Sprache“ entwickeln.

Präsentiert werden alle 16 Werke paarweise. Die Besucher*innen sehen sowohl das „Original“, das von der selben Künstlerin und daneben das Gemeinschaftswerk, das von einer anderen Teilnehmerin beendet wurde. Darunter sind auch die Fotos zu sehen, die das Anfangsstadium zeigen, bevor die Vorlagen ausgetauscht bzw. weiter bearbeitet wurden.

Da bei den acht Teilnehmerinnen acht „eigene“ Bilder entstehen, aber auch acht Gemeinschaftswerke bei denen es keine klare Eigentums-oder Urheberrechte gibt, wurde folgendes beschlossen: Die Gemeinschaftsarbeiten werden bei einer Finissage am 05.09.2020 um 15:00 Uhr im Kunstbonbon für einen guten Zweck zur Versteigerung angeboten. Mit dem Erlös soll der Kinderhospizdienst Löwenzahn unterstützt werden.

Beteiligte Künstlerinnen: Claudia Dröge, Michaela Düllberg, Gudrun Kettke, Claudia König, Ingrid Lacher, Virginia Novarin, Karin Schmidt und Eva Zimnoch.

Da das Kunstbonbon recht klein ist, bitten die Veranstalter um Erscheinen mit Mund-Nasen-Schutz und je nach Besucherandrang ggf. um etwas Geduld.

Der Eintritt ist wie immer frei.




Ausstellung zum DEW21 Kunstpreis 2020 im Dortmunder U

Auf der 6.Etage des Dortmunder U ist vom 14. Juli bis 04. Oktober 2020 die Ausstellung zum DEW21 Kunstpreis 2020 zu sehen.Schon zum fünfzehnten Mal wird dieser Preis für bildende Künstler*innen aus Deutschland mit Ruhrgebiet Bezug und professionellem Hintergrund von einer Fachjury und Vertreter*innen des Unternehmens unter einer Vielzahl von Bewerber*innen für den Wettbewerb ausgewählt.

In diesem Jahr wurden aus 200 Bewerbungen 14 Kunstschaffende für den DEW21 Kunstpreis 2020 nominiert. Die glücklichen Nominierten waren diesmal: Mohamed Altoum, Christoph Knecht, Malte Frey, Andreas Drewer, Denise Ritter, Helena Biermann, Nicola Gördes, Stella Rossié, Kai Richters, Beate Gördes, Christian Gode, Katrin Esser, Nina Nowak, Jens Kothe sowie Jana Kerima und Lex Rütten. Eine Altersbegrenzung gab für die Teilnahme nicht.

Die Kandidat*innen des DEW21 Kunstpreis 2020 präsentieren sich bis zum 04. Oktober im Dortmunder U. Für die optimale Präsentation sorgen u.a. (v.l.n.r.) Antje Hassinger (Kuratorin), Sybille Hassinger (Kuratorin), Xenia von Poser (Leiterin Marketing und Kommunikation DEW21), Jannis Kötting (Projektleitung) und Jürgen Spiler (Kurator).
Die Kandidat*innen des DEW21 Kunstpreis 2020 präsentieren sich bis zum 04. Oktober im Dortmunder U. Für die optimale Präsentation sorgen u.a. (v.l.n.r.) Antje Hassinger (Kuratorin), Sybille Hassinger (Kuratorin), Xenia von Poser (Leiterin Marketing und Kommunikation DEW21), Jannis Kötting (Projektleitung) und Jürgen Spiler (Kurator).

Die eingereichten Beiträge überzeugten wieder durch ihre Vielfalt. Das Spektrum reichte über Fotografie, Installationen, Videobeiträge, Klangskulpturen, Malerei bis hin zur Bildhauerei.

Die Werke setzten sich sowohl mit aktuellen Problematiken kreativ auseinander wie etwa das ambivalente Verhältnis von digitaler Welt und realem Leben, Umwelt und Flüchtlinge, Europa und anderem.

Der Kunstpreis wird im September vergeben und ist mit insgesamt 10.000 Euro (einschließlich Einzelausstellung und Katalog) dotiert. Außerdem wird auch ein Förderpreis (Altersbegrenzung) mit 2.500 Euro vergeben.

Joel Roters, der DEW21 Kunstpreisträger aus dem Jahr 2019, hat in den Räumlichkeiten rechts auf der sechsten Etage Platz für seine Einzelausstellung erhalten. Er zeigt 130 neue kleinformatige Arbeiten. Thematisch geht es um Oberfläche und Material, Form und Textur sowie Figur und Grund. Aus verschiedenen, einfachen Baumaterialien erarbeitet der Künstler divers labyrinthartige Geflechte, Kippfiguren und rhythmische Zeichenformen.

Der Eintritt zur Ausstellung ist frei.




Museum Ostwall erwirbt die „Liegende“ von Max Beckmann

Das Museum Ostwall (MO) im Dortmunder U freut sich über den Ankauf der Zeichenstudie „Liegende“ von Max Beckmann (1884 – 1950) für ihren Fundus der Grafik-Sammlung.

Der herausragende und eigenwillige Künstler hatte das ebenfalls im Museum zu bewundernde Gemälde „Afternoon“ noch während seiner Amsterdam Exilzeit 1946 geschaffen.

Nun ist auch die vorausgegangene Formstudie die „Liegende“ für die nächsten Monate zusammen mit dem Gemälde auf der Ebene 5 (Dortmunder U) zu sehen.

Regina Selter (stellvertretende Direktorin des Museum Ostwalls) und Stefan Mühlhofer (Stefan Mühlhofer, Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe) vor der Zeichnung und dem Bild der "Liegenden" von Max Beckmann.
Regina Selter (stellvertretende Direktorin des Museum Ostwalls) und Stefan Mühlhofer (Geschäftsführender Direktor der Kulturbetriebe) vor der Zeichnung und dem Bild der „Liegenden“ von Max Beckmann.

Wie die stellvertretende Direktorin des MO, Regina Selter, beim Pressegespräch verriet, bieten sich durch die Zeichenstudie (Bleistift und Kohleradierung) nicht nur Einblicke in den formalen Entstehungsprozesses, sondern es eröffnen sich den Betrachtern immer neue Ebenen und Aspekte. Das spannende Forschen nach dem bildnerischen Entstehungsprozess erweitert den Blickwinkel und das Verständnis für den historischen Hintergrund.

Ein im Bild angedeuteter Vorhang eröffnet einen Blick auf eine verstörend wirkende übergriffige Situation. Ein frivol gekleidetes junges Mädchen wird von einer dunklen zwitterartigen Gestalt sexuell bedrängt. Ambivalent ist der Gegensatz von erotischer Verlockung (symbolhaft durch eine farbenfrohe Pflanze in Form einer weiblichen Vulva) und der Brutalität des Übergriffs.

Der größte Gegensatz zeigt das Entsetzen und die Angst in den Augen der Frau einerseits, und deren erotisch-leichter Bekleidung.

Es spielen nicht allein Fantasien (etwa eines alternden Künstlers) mit hinein, sondern sicherlich auch die grausamen Erfahrungen im Zweiten Weltkrieges.

Im Zuge der aktuell „MeToo“ Debatte werden viele Menschen das Werk mit einem besonderen Blick betrachten.




Die Natur als Wandel

Vom 28. Juni bis zum 19. August zeigt das Torhaus Rombergpark die neue Ausstellung von Richard A. Cox unter dem Titel „Die Natur der Dinge“. Zu sehen sind über 30 Arbeiten, die mit Ölpastell auf Karton gemalt wurden.

Seine Arbeiten drehen sich um das übergeordnete Thema „Natur“. Dem Künstler geht es um die Fragen: Wie verändert sich die Natur durch den Lauf der Jahreszeiten oder den Tag- und Nachtwechsel. Dabei entsteht eine Art evolutionärer Prozess. „Ein Bild, was fertig ist, ist ein Vorbote des nächsten“, so der Künstler.

Richard A. Cox zeigt den Wandel der Natur im Torhaus Rombergpark.
Richard A. Cox zeigt den Wandel der Natur im Torhaus Rombergpark.

Wie für viele Künstler ist die Natur für Cox eine immerwährende Inspiration. „Letztendlich sind wir ein Teil der Natur“, so Cox. Gerade die Corona-Krise und der erfolgte Lockdown hat manche Dinge deutlich gemacht: Die Luft wurde sauberer und es gab weniger Schadstoffemissionen. So konnte sich die Natur etwas erholen.

Ursprünglich ist Cox Grafiker. Daher ist die Zeichnung der Anfangspunkt. Darüber hinaus arbeitet er in Serien. Seine Ausstellung besteht aus drei Serien. „The Nature of Things“, „Keimung“ und „Am Wegesrand“. Auf seinen Bildern ist wachsendes Getreide zu erkennen, zwar abstrahiert, aber immer noch zu bestimmen. Die Arbeiten sind oft in kräftigen Farben wie Rot, Geld, Grün und Blau, so dass sich dem Betrachter Landschaftsbilder öffnen wie beim Spaziergang auf dem Land.

Wegen der Corona-Pandemie ist auch diese Ausstellung unter der Adresse www.virtuellegalerie-dortmund.de virtuell zu erleben.