Fatadǎ/Fassade – Eine besondere Ausstellung zur Roma-Baukultur

Der Hardware MedienKunstVerein (HMKV) zeigt auf der Ebene 3 des Dortmunder U vom 24.10.2020 bis 21.03.2021 die Ausstellung „Fatadǎ/Fassade“.

Diese besondere Ausstellung baut auf dem gleichnamigen kollaborativen Kunstprojekt der Werkstatt Mallinckrodtstraße auf. Das Projekt wurde 2018 von Akteur*innen aus der Dortmunder Roma-Community zusammen mit den Künstlern Christoph Wachter und Mathias Jud sowie Interkultur Ruhr initiiert.

Im Jahr 2019 wurde ein Hausfassade in der Dortmunder Nordstadt (Schleswigerstr. 31) nach Art der Roma-Baukultur (wie in Rumänien zu sehen) umgestaltet und im September eingeweiht.

Die im Rahmen des Projekts zahlreich entstandenen imposanten teils raumhohe Hausmodelle präsentiert.

Die besondere Form der Architektur zeichnet sich durch ihre expressiven, teils bunten Fassaden, Kuppeln, Burgzinnen oder den silbrig schimmernden Zwiebeldächern – den charakteristischen Spenglerarbeiten der Roma – aus.

Die Leiterin des HMKV, Imke Arns, vor einem der Exponate der Ausstellung "Fatadǎ/Fassade"
Die Leiterin des HMKV, Imke Arns, vor einem der Exponate der Ausstellung „Fatadǎ/Fassade“

Neben dem Sichtbar machen der Roma-Kultur soll aber auch ein Gegen-Narrativ etwa zum Vorurteil, Roma würden „nicht gerne sesshaft in Wohnungen leben“ geschaffen werden. Es ist zudem ein eindringlicher Ausdruck einer Selbstermächtigung. Der Rom‘nja, der Wunsch nach gesellschaftlicher Teilhabe und Anerkennung.

Im Rahmen der Ausstellung wurde von der Werkstatt Mallinckrodtstraße der Eingangsbereich auf der Ebene 3 mit einer neuen Wandgestaltung versehen.

Im hinteren Bereich der Ausstellung steht ein großer Raum mit Lesebereich mit weiterführenden Texten zum Thema Kultur der Roma oder ein Hörspiel zum tieferen Eintauchen zur Verfügung.

Zudem wird ein gedrucktes Magazin zur Ausstellung herausgebracht, das ab Dezember 2020 zu erhalten sein wird.

Der HMKV öffnet am 23.10.2020 (15.00 – 20:00 Uhr) seine Türen für „Fatadă/Fassade“.




Urlaub am Titicaca-See oder Kunst entsteht vor Ort

Ab heute zeigen die Dortmunder Künstlerinnen und Künstler der Dortmunder Gruppe die Ausstellung „Urlaub am Titicaca-See“ im Dortmunder Torhaus. Doch diese Ausstellung ganz anders als die anderen, denn es gibt diesmal keine fertigen Kunstwerke zu sehen, sondern es ist mehr ein „work in progress“. Die Ausstellung erinnert auch an den 2004 verstorbenen Put Pevic, der ein gleichnamiges Bild präsentiert hatte. Die Entwicklung ist zu sehen bis zum 08. November 2020.

Corona hat alle Künstler stark getroffen. Die Einschränkungen des Lockdowns und der weiteren Beschränkungen hat für viele Einkommensverluste gesorgt. Musiker konnten keine Konzerte mehr geben, Schauspieler nicht mehr Theater spielen und die bildenden Künstler? Sie konnten zwar weitere in ihren Ateliers arbeiten, doch Ausstellungen waren nicht mehr oder nur stark eingeschränkt möglich.

Was also tun als Grafiker, Maler, Bildhauer? Urlaub am Titicaca-See? Bei der finanziellen Notlage der meisten Künstlerinnen und Künstler sicherlich ein unrealistisches Ziel. Daher hat man den See quasi ins Torhaus geholt und auf der Seefläche ein temporäres Atelier geschaffen. Jeder teilnehmende Kreative durfte zwei Listen Material aus seinem Atelier mitnehmen, was für jeden zugänglich ist. Dieses Material steht auf dem „See“ wie die künstlichen Inseln auf dem realen See, auf denen die Ureinwohner in Bolivien wohnen.

Nein, das ist kein Künstlerflohmarkt. Mit diesem Material arbeiten die Künstlerinnen und Künstler der Dortmunder Gruppe quasi live an neuen Arbeiten.
Nein, das ist kein Künstlerflohmarkt. Mit diesem Material arbeiten die Künstlerinnen und Künstler der Dortmunder Gruppe quasi live an neuen Arbeiten.

Diese Art von Ausstellung ist auch eine Antwort auf den Vorschlag: Dann macht doch alles online. Was bei manchen Formaten sicherlich eine gute Alternative ist, funktioniert bei der bildenden Kunst nur sehr eingeschränkt. Es ist sicherlich interessant virtuell durch ein Museum zu gehen, das man wegen den Reisebeschränkungen oder den hohen Reisekosten nicht besuchen kann. Doch im echten Leben vor einem Kunstwerk zu stehen, ist doch etwas anderes. Deshalb entsteht jetzt Kunst vor Ort durch die Akteure: Künstlerinnen und Künstler sowie Besucher. Denn zu den Öffnungszeiten des Torhauses werden zwei bis drei der Kreativen anwesend sein.

Die Öffnungszeiten des Torhauses sind dienstags bis samstags 14 bis 18 Uhr und sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr.

Der Durchgang zur aktuellen Ausstellung wird wöchentlich aktualisiert und da es sich um eine Ausstellung in Progress handelt wöchentlich aktualisiert. Er bietet mit zunehmenden Aktualisierungen die Möglichkeit zur ‚Zeitreise‘. Die Adresse im Internet lautet: www.torhaus-rombergpark.de




Ausstellung Kontraste thematisiert den Klimawandel

Mit dem Thema Natur und Umweltschutz befasst sich die Künstlerin Rita-Maria Schwalgin schon seit langem. Ihre neue Ausstellung „Kontraste“ im „Wohnzimmer im Piepenstock“ in der Schildstraße 1 hat den Klimawandel zum Hauptthema. Bis zum 03.01.2021 sind die 23 Arbeiten dort zu sehen. In Zeiten von Corona nur nach Anmeldung oder bei Veranstaltungen des „Wohnzimmers“.

Wer Rita-Maria Schwalgin als Fotografin kennt, der wird überrascht sein. Denn die Mehrzahl ihrer ausgestellten Werke sind Drucke teilweise kombiniert mit Malerei. Die grafischen Arbeiten passen sehr gut zu der ruhigen Ausstellung und lassen mit der überwiegend Schwarz-Weiß-Kombination sehr eindrücklich die Folgen des Klimawandels erahnen. Gefällte Stämme, kahle Bäume stimmen den Betrachter nachdenklich. Nur ab und zu experimentiert Schwalgin mit Farbflächen. Das Besondere an den grafischen Arbeiten ist, dass sie aus Naturmaterialien geschaffen wurden. Somit ist jedes Bild ein Unikat und somit anders als bei gewöhnlichen Drucken gibt es keine weiteren Exemplare einer Arbeit.

Fotografien der Künstlerin sind aber auch in der Ausstellung zu sehen. Einige Arbeiten sind aus Fahrzeugen entstanden und zeigen eine Landschaft in Geschwindigkeit. Dabei gelang es ihr die Stimmung von Sonnenauf- und untergängen einzufangen.

Rita-Maria Schwalgin vor ihren Druckgrafiken im "Wohnzimmer im Piepenstock".
Rita-Maria Schwalgin vor ihren Druckgrafiken im „Wohnzimmer im Piepenstock“.

Doch zwei großformatige Fotos sind der Blickfang in dieser Ausstellung. Sie stellen eines der Dortmunder Nashörner in einem Brunnen dar. Wie kam das Nashorn dorthin? Es wurde von seinem Originalplatz von einigen übermütigen Menschen in den Brunnen am Stadtgarten gestellt. Dabei passt es, dass das Nashorn den Titel „Arche Noah“ trägt und somit eigentlich ins Wasser gehört. Ein passendes Motiv dafür, dass man auch in ungewöhnlichen Zeiten wie der Corona-Krise immer optimistisch bleiben sollte.

Corona-bedingt ist die Ausstellung nur nach Anmeldung zu sehen. Entweder per Email unter info@schwalgin.de oder telefonisch 0174 8832169.




Wenn der Wohnort bekannt ist – neue Ausstellung in der Produzentengalerie 42

Die neue Ausstellung in der Produzentengalerie 42 heißt “Ich weiss wo du wohnst”. Dieser Titel kann einerseits positiv gemeint sein, andererseits aber eine Bedrohung darstellen. Man denke nur allein an die Problematik des Stalkens. Über 11 Künstlerinnen und Künstler aus dem BBK Ruhrgebiet stellen bis zum 25.10.2020 ihre Positionen vor. 

Es ist sicher nicht zufällig, wenn beim genannten Thema ein Haus im Fokus steht. Monika Pfeiffer stellt Hause aus Karton aus, die unterschiedliche Stimmungen repräsentieren. Wäre es nicht schön, wenn wir je nach Stimmung in ein entsprechendes Haus gehen könnten? 

Das neue Mitglied Tania Mairitsch-Korte wurde inspiriert von der Kurzgeschichte “Das verräterische Herz” von Edgar Allen Poe. In der Geschichte bringt ein Mann seinen Nachbar um und versteckt die Leiche in seinem Haus unter den Dielen. Doch der Herzschlag des Toten, den  nur er hören kann, verrät ihn. Die drei Arbeiten von Tania Mairitsch-Korte stellen ein leicht stilisiertes Herz dar, das erste Blatt enthält Textfragmente der Kurzgeschichte. Alle drei Arbeiten sind mit Wachs übergossen.

Tania Mairitsch-Korte neben ihren drei Arbeiten. Zu sehen in der Produzentengalerie 42 bis zum 25.10.2020.
Tania Mairitsch-Korte neben ihren drei Arbeiten. Zu sehen in der Produzentengalerie 42 bis zum 25.10.2020.

Eine spannende Arbeit präsentiert Susanne Behringer mit “AWA I” . Auf einer großen Schulwandkarte von Europa ist ein afrikanischer Frauenkopf abgebildet. Möglicherweise eine Anspielung auf die Flüchtlingsproblematik, bei der Menschen versuchen von Afrika über das Mittelmeer nach Europa zu kommen. 

Die eigene Wohnung kann natürlich auch verteidigt werden, wenn sie von außen bedroht wird. Vielleicht ist dies die Intention des “Kampfhasen zornig”, eine Holzskulptur von Bernd Moenikes. Ein weiteres spannendes Objekt ist das Werk “eingepfercht” von Claudia Terlunen, ebenfalls eine Holzarbeit. Zunächst denkt man an ein Insektenhotel, aber oben befindet sich ein Käfig, der abgesperrt ist. In Zeiten von Corona lässt das den Betrachter an die erzwungene Isolation in der eigenen Wohnung denken.

Die Produzentengalerie 42 befindet sich in der Arneckestraße 42 und hat Samstag und Sonntag von 15 bis 18 Uhr geöffnet.




Gruppenausstellung im Speicher100 für die argentinische Künstlerin Cecilia

Der Speicher100 in der Speicherstraße 100 ist ein kreativer Ort im Dortmunder Hafen. Passend zu den Corona-Zeiten zeigen die dort ansässigen Künstlerinnen und Künstler Kostproben ihrer Kunst. Mit dabei die argentinische Weltenbummlerin Cecilia Rosalen.

Die Künstlerin Cecilia Rosalen interessiert sich für die kleinen Dinge des Lebens. Zeichnungen von Spinnen und Insekten bevölkern ihren Ausstellungsplatz. Daneben arbeitet sie mit Keramik. Ihre Töpfe haben eine besondere Eigenschaft: Die Pflanzen in ihren Arbeiten haben eine Art symbiotische Gemeinschaft mit dem Topf.

Für Cecilia ist es das erste Mal, dass sie in Deutschland ist. Sie ist seit September 2019 im Land. Die Künstlerin bereiste schon die USA sowie weitere Länder in Südamerika. Darüber hinaus war sie in China, Thailand und Australien. Ihr nächstes Reiseziel wäre Schweden. Es bleibt zu hoffen, dass Corona ihr keinen Strich durch die Rechnung macht.

Der Kulturort Speicher100 zeigt aktuell nicht nur von außen Kunst, sondern auch drinnen eine spannende Gruppenausstellung. Foto: © Jannis Kötting)
Der Kulturort Speicher100 zeigt aktuell nicht nur von außen Kunst, sondern auch drinnen eine spannende Gruppenausstellung. Foto: © Jannis Kötting)

Ein spannendes Projekt verfolgt der Fotograf Marco Wittkowski. Er dokumentiert in den kommenden zehn Jahren die Entwicklung des Dortmunder Hafens. Im Hafen gibt es einige Projekte der Stadt, die das Hafenviertel aufwerten wollen wie beispielsweise die Akademie für Theater und Digitalität. Die Angst der Bewohner ist natürlich, dass eine Gentrifizierung wie beim Phoenix-See droht.

Stefan Malecki zeigt den Wahnsinn der Werbeprospekte. Er sammelte alle Prospekte, die in einem Jahr in einem Haushalt in Köln anfallen. Der mehrere kiloschwere Stapel macht deutlich, welche Energie, Zeit und Arbeit in diese Prospekte gesteckt werden. Die Frage bleibt, welchen Nutzen haben die Dinge, die überwiegend in der Altpapiertonne entsorgt werden.

Die Künstlerin Celeste Martinó präsentiert neben einem Portrait Illustrationen für Kinderbücher. Der Stil ihrer Werke ist unterschiedlich, denn „Ich versuche eine Ästhetik zu finden, die dem Projekt entspricht“. Daher sind realistische, aber auch fantastische Arbeiten zu sehen. Eines beschäftigt sich mit der spanischen Stadt San Sebastian, die früher für ihren Walfang berühmt war.

Zusäzlich zur Kunst stellt sich der Verein „Grenzenlose Wärme – Refugee Relief Work e.V“ vor und präsentiert seine Arbeit in Griechenland anhand einer Fotoserie.

Neben den erwähnten Künstlerinnen und Künstlern sind noch weitere in der Gruppenausstellung zu sehen: Christoph Kibe, Steffen Meister, Stefan Malecki, Marco Wittkowski, Cecilia Rosalen, Celeste Martinó, Lucas Bölter, André Silva, Denis Klatt, Tobias Jeckenburger, Nicolai Prillwitz, Hannes Schlachter, Stefan Lüdemann, Lilian Mühlenkamp, Jens Hülsmann, Jannis Kötting, Christian Bahr sowie Sebastian Heinz (Grenzenlose Wärme – Refugee Relief Work e.V.).

Am 26.09. 2020 wurde die Ausstellung virtuell eröffnet und ein Live-Stream auf Youtube veröffentlicht. Den Live-Stream kann man sich unter https://www.youtube.com/watch?v=VRE9MSq2NsA ansehen. Auf der Internetseite von Speicher100 (https://speicher100.org/) wird der Stream in Kürze in einer neuen, bearbeiteten Version zu sehen sein.

Wer das ganze aber „im wahren Leben“ sehen möchte, der kann eine private Führung unter post@speicher100.de verabreden.




Randale in der Produzentengalerie 42

Bis zum 27. September 2020 zeigt die Produzentengalerie 42 in der Arneckestraße 42 siebzehn Kunstwerke zum Thema „Randale“. Doch damit ist nicht die rohe Gewalt gemeint, sondern die Gefühlswelten, die beim künstlerischen Schaffensprozess entstehen.

Laut Wikipedia bezeichnet Randale „heftigen und lautstarken Protest“ sowie „Ausschreitungen“. Doch den Künstlerinnen und Künstlern in der Ausstellung „Randale“ geht es um die Randale im Kopf eines Künstlers, der an einem Werk arbeitet. Hier ist die kreative Kraft gemeint, die für Randale im Kopf sorgt. Auch unfertige Kunstwerke und mutwillig zerrissene Arbeiten sind zu sehen.

Wenige Werke thematisieren direkt Gewalt. Im Schaufenster der Galerei hängt eine Art haut, die von Pflastersteinen getroffen wird und blutet, auf der anderen Seite ist ein Hochzeitskleid zu sehen, aus dem ein Monster hervorkommt, vielleicht eine Assoziation zu „Alien“.

(v.l.n.r.) Claudia Terlunen, Marika Bergmann und Michaela Düllberg sowie weitere Künstlerinnen und Künstler präsentieren "Randale" in der Produzentengalerie 42.
(v.l.n.r.) Claudia Terlunen, Marika Bergmann und Michaela Düllberg sowie weitere Künstlerinnen und Künstler präsentieren „Randale“ in der Produzentengalerie 42.

Die Arbeiten innerhalb der Galerie sind Abbilder von Schaffensprozessen unterschiedlicher Art, es gibt eine Vielzahl von kleineren Arbeiten, die für 15 € erworben werden können. Folgende Künstlerinnen zeigen ihre Werke: Ulla Kallert, Claudia Terlunen, Barbara Gisbert, Marika Bergmann, Petra Eick, Wendy Wendrikat, Annelie Sonntag, Hartmut Willutzki, Rosa fehr von Ilten, Claudia Karweick und Michaela Düllberg.




Zeitlose Wolkenbilder von Dieter Ziegenfeuter

Die Städtische Galerie Torhaus Rombergpark in Dortmund zeigt vom 20. September bis zum 11. Oktober 2020 „Wolkenbilder“ von Dieter Ziegenfeuter.

Eine elliptische Wolke schwebt jeweils tief über einem Horizont über der zivilisations- und vegetationsfreie Fläche. Sie wirkt wie eingefroren.

Oberflächlich betrachtet erkennt der Betrachter ein immer wiederkehrendes Motiv. Bei genauem Hinsehen bewegt sich Ziegenfeuter jedoch nicht nur auf einem für ihn wohlbekannten Terrain, sondern er lotet das Thema mit subtilem Feingefühl konsequent aus.

Mit Hilfe von differenziert aufgetragenen und sich überlagernden Farbschichten, gelingt es ihm, unterschiedliche Atmosphären in seinen Werken zu manifestieren. Strukturen sowie Licht und Schatten werden durch die Arbeit mit einem Gestalt gebenden Spachtel deutlich. Die bewusst gewählten Farben erzeugen verschiedene Stimmungen.

Dieter Ziegenfeuter präsentiert seine Wolkenbilder in der Galerie Rombergpark.
Dieter Ziegenfeuter präsentiert seine Wolkenbilder in der Galerie Rombergpark.

Wie der Künstler beim Pressegespräch erläuterte, nimmt die Arbeit an seine Bildern viel Zeit in Anspruch. Zumeist vermittelt seine Malerei einen hoffnungsvollen Optimismus, manchmal aber wirkt sie auch etwas beängstigend oder leicht bedrohlich.

Diese „Wolken“ waren, sind und werden da sein und über die menschenleere Landschaften schweben. Ein beständiger Faktor.

Dieter Ziegenfeuter arbeitet seit 1970 als freiberuflicher Grafik-Designer, Illustrator und Maler. Im Mittelpunkt seiner im Torhaus ausgestellten informellen (meist kleinformatigen Malerei, Aquarell auf Karton) stehen nicht flüchtige, sondern erdverbunden schwere, sich nicht verändernde Wolken.

Der Künstler (Jahrgang 1946) wurde schon vielfach ausgezeichnet. So wurden etwa 37 seiner Briefmarkenentwürfe realisiert (z.B. 2010 die „Schönste Briefmarke“). Im Jahr 2019 war er Preisträger des Wettbewerbs „Grafik aus Dortmund“. Bis zum Jahr 2014 war er Professor für Konzeption und Entwurf sowie Illustration an der Fachhochschule in Dortmund.

Die Bilder sind auch käuflich zu erwerben. (Preisliste liegt aus).

Die Ausstellung wird auch auf www.virtuellegalerie-dortmund.de online zu sehen sein.




Christoph Knecht gewinnt DEW21 Kunstpreis 2020

Der DEW21-Kunstpreis geht in diesem Jahr an den Düsseldorfer Künstler Christoph Knecht. Der Preis wurde gestern (Donnerstag) in festlichem Rahmen im Dortmunder U verliehen. Zugleich wurde das

Künstlerduo Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten mit dem Förderpreis für junge Künstler*innen ausgezeichnet. Ihre Arbeiten sowie die von 12 weiteren Kunstschaffenden, die für den DEW21 Kunstpreis 2020 nominiert waren, sind noch bis zum 4. Oktober auf Ebene 6 im Dortmunder U zu sehen: Fotografien, Installationen und Videobeiträge ebenso wie Klangskulpturen, Gemälde oder bildhauerischen Arbeiten.

Coronabedingt war die Veranstaltung zur Preisverleihung anders als gewohnt. Die BesucherInnen bekamen Nummern und durften auf dem gekennzeichneten Platz die Maske abnehmen. Denn Essen und Getränke wurden auch am Platz gereicht. Neben Dankesreden von Stefan Mühlhofer, der Geschäftsführende Direktor der Kulturbetriebe Dortmund und Heike Heim, der Vorstandsvorsitzenden der DEW21, hielt Wilko Austermann die Laudatio auf Joel Roters, dem Preisträger von 2019. Danach führte Peter Schmieder vom Künstlerhaus Dortmund durch die aktuelle Ausstellung. Die Verkündung der Preisträger übernahm Xenia von Poser (Leiterin Marketing und Kommunikation DEW21).

Beeindruckendes Bild "Europa"aus Kacheln von Christoph Knecht im Hintergrund (v.li.): Heike Heim (DEW21-Vorstandsvorsitzende), DEW21-Kunstpreisträger Christoph Knecht, DEW21-Förderpreisträger Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten sowie Xenia von Poser, Leiterin Marketing und Kommunikation DEW21. Foto: DEW21
Beeindruckendes Bild „Europa“aus Kacheln von Christoph Knecht im Hintergrund (v.li.): Heike Heim (DEW21-Vorstandsvorsitzende), DEW21-Kunstpreisträger Christoph Knecht, DEW21-Förderpreisträger Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten sowie Xenia von Poser, Leiterin Marketing und Kommunikation DEW21. Foto: DEW21

DEW21-Kunstpreisträger Christoph Knecht (Jahrgang 1983) erhielt die Auszeichnung für seine Serie „Europa“, eine riesige Wandarbeit. Sie besteht aus 1.800 Fliesen mit einem Gesamtmaß von ca. 450 x 880 cm. In „Europa“ setzt sich der Künstler mit der eigenen Kultur und Geschichte und dem Wandel durch aktuelle gesellschaftliche, kulturelle und politische Einflüsse auseinander.

Förderpreisträger*innen Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten Jana Kerima Stolzer und Lex Rütten verbinden mit ihrer Installation „in the flood“ bildhauerische Momente mit musikalischer Inszenierung. Sie werfen ihre Installation aus Schwerlastregalen, Monitoren und Halogenlampen wie ein Bühnenbild in den Raum. Das Ergebnis ist ein eigenes Genre: die „Musicalinstallation“. In den Videos performen drei animierte Charaktere jeweils einen Song. Thematisch geht es zunächst um die für Verbraucher unsichtbaren Material- und Warenströme. Im letzten der drei Songs wird die Netzwerkstruktur der Logistik thematisiert und auf die Analogie zu einem Wurzel- und Pilzgeflecht als symbiotischem Untergrund für die Versorgung von Bäumen verwiesen.




Strukturwandel von oben betrachtet

Die Perspektive verändert den Blick. Plötzlich wird Bekanntes zu Unbekannten und Formen verwandeln sich zu abstrakten Strukturen. „Strukturwandel“ heißt die erste Ausstellung des Fotografen Wolfgang Knappmann im „Wohnzimmer im Piepenstock“ in der Schildstraße in Hörde. Zu sehen ist die Ausstellung noch bis zum 27. September 2020.

Knapp die Hälfte seiner 29 ausgestellten Bilder hat er mit Hilfe seiner Drohne gemacht. Und der Blick aus der Höhe sorgt für fragende Blicke beim Betrachter. Denn die vertrauten Strukturen wandeln sich zu abstrakten Gebilden, die aussehen, als hätte sie jemand gemalt und nicht fotografiert. Schöne Beispiele dafür sind die Bilder „Das war einmal das Kraftwerk Knepper“ oder „Emscherumbau“. Erst wenn der Betrachter das Bild aus der Nähe betrachtet, werden einzelne Dinge erkennbar. „Wenn man den zusammenhang nicht kennt, dann kann man es nicht einordnen“, so Knappmann.

Somit ist der Titel „Stukturwandel“ doppeldeutig. Einerseits zeigen Bilder von Knappmann den Wandel der Industrie im Ruhrgebiet, andererseits entdeckt der Fotograf den Wandel von Strukturen bei seinen Aufnahmen. Denn neben der Drohnenfotografie hat Knappmann auch einige Makrobilder ausgestellt. Eistropfen oder Rost haben es ihm dabei besonders angetan. Der zweite (oder dritte) Blick ist bei seinen Bildern besonders wichtig.

Wolfgang Knappmann vor seinen Bildern, die er mit seiner Drohne gemacht hat und einem Foto eines Uhus.
Wolfgang Knappmann vor seinen Bildern, die er mit seiner Drohne gemacht hat und einem Foto eines Uhus.

Es gibt bei der Ausstellung viel zu entdecken, denn durch die Architektur des Raumes gibt es viele Bilder in unterschiedlichen Formaten zu sehen, die über einem Fenster hängen oder an einer Säule befestigt sind.

Die besondere Location, das „Wohnzimmer im Piepenstock“ ist ja eine Musikkneipe, macht auch den Besuch der Ausstellung zu etwas Besonderem. Denn man kann natürlich die Bilder während einer Veranstaltung sehen, doch Wolfgang Knappmann bietet an, selbst durch die Ausstellung zu führen. Dazu kann man einen Termin vereinbaren unter foto@knappmann.eu oder telefonisch unter 0163 7373 575.




Humorvoller „Budenzauber“ im Dortmunder Kunstbonbon

Im Kunstbonbon (Chemnitzer Str. in Dortmund) wird ab Samstag, dem 12.09.2020 um 15:00 Uhr im Rahmen des „Budenzauber“ originale Zeichnungen, Bücher, hochwertige Drucke aber auch Karten oder Kalender (für 2021 von zwei Künstlern zu sehen (und käuflich zu erwerben) sein.

Es ist komische, oft ironisch-witzige Kunst von Lotte Wagner und des Cartoonisten Ari Plikat.

Lotte Wagner ist vielen bekannt durch ihre eigenen Kinderbücher, Illustrationen in „fremdem“ Büchern oder auch den Leser*innen der Allgemeinen Frankfurter Sonntagszeitung mit ihren begleitenden Zeichnungen (zum Beispiel : Garten-Kolumne) ein Begriff.

Ari Plikats Werke sind vielen Menschen schon lange in diversen Publikationen (Pardon, TAZ, Titanic u.s.w.) bestens bekannt. Mit wenigen Worten (beziehungsweise Strichen) kann er witzig-bissige und humorvolle Cartoons erschaffen. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, einen Sachverhalt und Missstand, oder auch nur „menschliche Schwächen“ bildhaft anschaulich darstellen.

Ari Plikat und Lotte Wagner stellen nicht nur im Kunstbonbon aus, sondern signieren ihre Werke am 02.10.2020.
Ari Plikat und Lotte Wagner stellen nicht nur im Kunstbonbon aus, sondern signieren ihre Werke am 02.10.2020.

Die Galeriewände werden nicht nur mit einer Vielzahl der witzigen Zeichnungen geschmückt, sondern die Besucher*innen haben Gelegenheit zum „Blättern“ und stöbern.

Wer dann ein frisch erworbenes Werke (Bücher, Karten, Kalender) von den beiden Künstlern signieren lassen möchte, hat entweder am Eröffnungstag am 12.09.2020 (ab 15:00 Uhr) oder aber am Freitag, den 02.10.2020 im Kunstbonbon Gelegenheit.

Ein Mund-Nasenmaske ist vor dem betreten des Kunstbonbon in diesen Corona-Zeiten als allgemeine Vorsichtsmaßnahme notwendig.

Da nur wenige Besucher*innen auf einmal hereingelassen werden können, wird ggf. um etwas Geduld gebeten.

Die Ausstellungsdauer geht bis zum 17.10.2020.