Buch, Bilder, Jazz – Günter Rückert zeigt seine Vielseitigkeit

Wenn Günter Rückert  ins fletch bizzel lädt, dann wird das Theater voll. Wie am 26. September 2025. Mit einer einfachen Buchpremiere gibt er sich nicht zufrieden: Neben der Vorstellung seines neuen Werkes zeigt er fast 30 seiner Bilder und sorgt gemeinsam mit der Band Les Schamöörs für die passende jazzige Umrahmung.

Rückert ist in der Dortmunder Kunst- und Kulturszene bekannt wie der sprichwörtliche „bunte Hund“. Maler, Karikaturist, Autor, langjähriger Regisseur des „Geierband“ – sein künstlerisches Schaffen ist ebenso vielfältig wie energiegeladen.

Im Mittelpunkt des Abends stand das Buch „Balgen“, in dem Rückert Geschichten aus seiner Kindheit erzählt. Aufgewachsen in einem Arbeiterviertel in Dortmund-Marten der 50er- und 60er-Jahre, wusste er früh: Mit anderen Kindern gab es immer etwas zu erleben. Der Bergbau blühte, das Ruhrgebiet war im Wandel – und die Zeichenkunst öffnete dem jungen Günter den Weg aufs Gymnasium. Dort allerdings fühlte er sich nicht immer zuhause, wie seine bissigen Bemerkungen über das Lateinfach deutlich machten.

Günter Rückert beim Erzählen seiner geschichten.
Günter Rückert beim Erzählen seiner geschichten.

Von handfesten Auseinandersetzungen mit Nachbarskindern bis hin zu den Abenteuern als „Bandmitglied ohne Instrumente“ reicht die wilde Fahrt durch ein Ruhrgebiet, das es heute so nicht mehr gibt. Die ausgewählten Bilder, die Rückert im ganzen Haus platzierte, gaben diesen Erinnerungen eine eindrucksvolle visuelle Ergänzung.

Auch die Musik kam nicht zu kurz: Rückert griff selbst zum Akkordeon, unterstützt von Les Schamöörs und seiner langjährigen Weggefährtin Franziska Menze-Moritz. So wurde der Abend zu einer lebendigen Mischung aus Literatur, Kunst und Musik – und spiegelte damit perfekt die Vielseitigkeit seines Schöpfers.

 




Linien ohne Grenzen – Among Other Things im Künstlerhaus Dortmund

Zeichnung bedeutet längst nicht mehr nur Bleistift auf Papier.
Die Ausstellung Among Other Things – Zeichnung als erweiterte Praxis zeigt, wie vielseitig und experimentell dieser künstlerische Ausdruck heute sein kann.

Die teilnehmenden Künstler:innen nutzen Zeichnung nicht nur als Bild, sondern auch als Prozess, als Spur, als Bewegung im Raum. Ihre Arbeiten reichen von klassischen Blättern bis hin zu Installationen, Objekten, Videos oder Performances. Linien, Gesten und Strukturen überschreiten dabei bewusst die gewohnten Grenzen des Mediums.

Der Titel Among Other Things deutet an: Zeichnung ist hier nur ein Teil unter vielen – verbunden mit anderen Ausdrucksformen, offen für neue Verbindungen. Besucher:innen sind eingeladen, ihre eigenen Vorstellungen von Zeichnung zu hinterfragen und diesen offenen, lebendigen Sprachraum der Kunst zu entdecken.

Titelgrafik: Sandra Opitz, Debora Ando
Titelgrafik: Sandra Opitz, Debora Ando

Die Künstler:innen der Ausstellung

Nora Mona Bach

Die Dortmunder Künstlerin Nora Mona Bach treibt den Begriff der Zeichnung bis an seine Grenzen. Ihr Material: pulverisierte Kohle – archaisch, erdig, fast mythisch. Auf dem Papier entstehen spannungsreiche Kompositionen, in denen Flächen, Gesten und Pastellfarben aufeinandertreffen. Cut-Outs und herausgelöste Elemente erweitern den Bildraum, als wolle die Zeichnung selbst in Bewegung geraten. Die Werke changieren zwischen Landschaft und Atmosphäre, zwischen Fotogramm und Geologie – Sedimentschichten aus Erinnerung und Wahrnehmung, die den Blick des Publikums ständig in Bewegung halten.

Sarah Casey

Die britische Künstlerin und Forscherin Sarah Casey verbindet Zeichnung mit Wissenschaft. Ihre Werke entstehen oft unter Einfluss von Zeit, Licht und Umweltbedingungen. Seit einigen Jahren arbeitet sie mit Gletscherarchäologen in der Schweiz zusammen und verarbeitet „Gletschermehl“ – ein feines Sediment, das beim Rückzug des Eises zurückbleibt – zu Zeichnungen auf Glas. So verwandeln sich wissenschaftliche Spuren in poetische Bilder. Casey ist international präsent, mit Ausstellungen unter anderem im Henry Moore Institute oder in Paris, und erhielt zahlreiche Preise. Neben ihrer künstlerischen Arbeit schreibt sie über Zeichnung und lehrt an der Lancaster University.

Satomi Edo – City Map

Die Älteren werden sich erinnern: Bevor es Google Maps gab, benutzten viele Menschen einen Falk-Plan, der eine besondere Falttechnik besaß. Satomi Edo erinnert mit ihren Arbeiten an Stadtpläne – und entzieht ihnen gleichzeitig jede Funktion. Die Objekte erinnern an gefaltete Sightseeing-Maps, doch sie zeigen weder einen Standort noch ein Ziel. Stattdessen öffnen sie Räume für Fantasie-Städte ohne Grenzen. Blau, Grau und Weiß stehen dabei für Himmel, Erde und Zukunft. Edo lädt das Publikum ein, nicht den schnellsten Weg zu suchen, sondern beim Entfalten neue Weltbilder zu entdecken.

Vanessa Enríquez

Die in Mexiko geborene und international arbeitende Künstlerin Vanessa Enríquez versteht Zeichnung als kontemplativen, fast meditativen Prozess. Inspiriert von Physik, Kosmologie und Philosophie, entwickelt sie komplexe geometrische Strukturen, die sich über das klassische Blatt hinaus in Raum und Klang entfalten. So entstehen immersive Installationen, die wie Partituren wirken und die verborgenen Rhythmen der Natur spürbar machen. Ihre Arbeiten wurden weltweit gezeigt, unter anderem in Paris, Japan und Mexiko.

Petra Fiebig

Seit über zehn Jahren bleibt Petra Fiebig ihrem Sujet treu: dem Interieur. Leere Räume, ohne Menschen – doch voller Geschichten. Mit Bleistift erschafft sie Szenen, in denen Realität und Fiktion ineinanderfließen. Schraffuren, feine Striche und ein reduziertes Schwarz-Weiß erinnern an alte Fotografien und lassen den Blick auf das Wesentliche zu. So werden wir als Betrachtende zu stillen Gästen in einer unbekannten Welt, immer zwischen Neugier und Grenzüberschreitung.

Bjørn Hegardt – Eternal Return

Der norwegische Künstler Bjørn Hegardt zeigt in seiner Installation Eternal Return den ewigen Kreislauf von Natur, Mensch und Kosmos. Zeichnungen und Animationen auf Podesten verwandeln sich in ein visuelles Netz aus Linien, Formen und Transformationen. Abstraktes wird zu Natur, Natur zu Geometrie – ein ständiges Werden und Vergehen. Hegardt, auch Herausgeber des renommierten FUKT Magazine, verbindet Zeichnung, Film und Raum zu einer poetischen Landschaft.

Wolfgang Lüttgens

Bei Wolfgang Lüttgens dreht sich alles um die Linie – als zeichnerisches wie konzeptuelles Element. Ob mit Stift, Aquarell oder digitalem Pigmentdruck: Lüttgens überlagert, fragmentiert und verwandelt seine Arbeiten in fragile, aber präzise Bildfelder. Linien, Brüche und Überlagerungen fordern das Publikum heraus, genau hinzusehen – zwischen Fläche, Raum und Illusion.

Wandstrukturen

Minimalistisch und doch kraftvoll: Geometrische Formen, mal verdichtet, mal gestreut, besetzen die Wand. Farbe, Licht und Raum verändern ihre Wirkung – zwischen Ruhe und Dynamik, Ordnung und Auflösung. So schaffen die „Wandstrukturen“ neue Wahrnehmungsräume, die Architektur und Betrachter:innen gleichermaßen mit einbeziehen.

Sandra Opitz

Für Sandra Opitz ist Zeichnen eine Form des Denkens. Ihre Werke verbinden Beobachtungen von Natur, Körper und Mythologie zu wandelbaren Metamorphosen. Linien und Flächen verschmelzen zu tagebuchartigen Aufzeichnungen, in denen Kämpfe, Selbstsuche und Weiblichkeit thematisiert werden. Dabei tritt ihr eigener Körper oft handelnd in Erscheinung – ein Spiel mit inneren und äußeren Bildern, das sich ständig neu erfindet.

Piia Rossi

Die finnische Künstlerin Piia Rossi verbindet Kunst und Alltag auf ganz unmittelbare Weise. Bei einstündigen Spaziergängen sammelt sie Fundstücke, die sie in kleine Objekte verwandelt – ein „räumliches Zeichnen“ mit Naturmaterialien. Diese intuitiven Arbeiten wirken wie spontane Gedanken in materieller Form. Rossi beschäftigt sich häufig mit Fragen nach Identität und Zugehörigkeit und ist mit ihren Arbeiten in Sammlungen in Finnland und international vertreten.

Musikalisches Highlight

Auch die Musik findet ihren Platz: Rascunhos de Cordas (Saitenskizze), eine Drei-Kanal-Videoinstallation des Gitarristen Artur Miranda Azzi, entstand aus dem Film Ceci n’est pas une guitar. Darin bricht Azzi mit den Konventionen der klassischen Gitarre und verwandelt das Instrument in ein Medium für avantgardistische Experimente.

Ausstellung im Überblick

Among Other Things – Zeichnung als erweiterte Praxis
27. September – 2. November 2025
Künstlerhaus Dortmund, Sunderweg 1, 44147 Dortmund

Öffnungszeiten:
Donnerstag – Sonntag, 16 – 19 Uhr




Eva-Maria Horstick: „Treppentwist…“

Mode, Krieg, Stadt und Natur – scheinbare Gegensätze, die in Eva-Maria Horsticks Kunst zu einer intensiven Bildsprache verschmelzen. Die Dortmunder Künstlerin versteht ihre Arbeit nicht als Dekoration, sondern als Haltung: Kunst, die Fragen stellt, Empathie weckt und die Würde des Menschen in den Mittelpunkt rückt.

Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die Installation „Brandzeichen der Natur“, für die Horstick über zwei Jahrzehnte Baum-Asche sammelte. In kleinen Glasbehältern präsentiert, wird sie zum Mahnmal für brennende Wälder und die fragile Lebendigkeit unserer Umwelt.

Ein Bild aus der Ausstellung von Eva-Maria Horstick. (c) Eva-Maria Horstick
Ein Bild aus der Ausstellung von Eva-Maria Horstick. (c) Eva-Maria Horstick

Geprägt ist ihr Schaffen auch von den Erfahrungen im Kosovo, wo sie als Zeugin des Krieges ihre erste dokumentarische Arbeit gegen Menschenhandel begann. Gewalt, Ausbeutung und Würde sind seither wiederkehrende Themen in ihrem Werk.

Gleichzeitig bleibt Horstick mit Serien wie „Töchter der Erde“ der Mode verbunden – jedoch nicht als Schönheitsideal, sondern als Bühne für Diversität, Menschlichkeit und Präsenz. Ihre nächtlichen Stadtfotografien schließlich verwandeln urbane Räume in seelische Landschaften, die Isolation und Fragilität spürbar machen.

Eckdaten

  • Eröffnung: 04.09.2025, 18:30 Uhr

  • Finissage: 27.09.2025, 16:00 Uhr

  • Öffnungszeiten: Do 16–19 Uhr, Sa 13–16 Uhr

  • Sonderöffnung: 20.09.2025, 13–21 Uhr (DEW21 Museumsnacht)

  • Ort: HANS B, Hansastraße 6–10, Dortmund

Ein Projekt im Rahmen von KOMMEN BLEIBEN GEHEN – Kreative Projekte an temporären Orten.




Ausstellung über die Verbindung von Sonne – Leben – Revolution

Auf gleich zwei Ebenen im Dortmunder U (3. und 6. Etage) präsentiert der Hardware MedienKunstVerein (HMKV) vom 13. September 2025 bis zum 18. Januar 2026 seine neue Sonderausstellung „Genossin Sonne“. Es handelt sich um eine gegenüber der Wiener Version (2024) um fünf Positionen erweiterte Ausstellung.

Als Orientierungshilfe für die Besuchenden wurde in Zusammenarbeit mit der Düsseldorfer Agentur RUNNING WATER ein spezielles Leitsystem entwickelt. Revolutio („Umdrehung“) bezeichnet ursprünglich den gewaltsamen Umsturz der bestehenden politischen Ordnung, in der Astronomie jedoch seit Langem die Bewegung von Himmelskörpern.

Das zentrale Element des Leitsystems ist das Werk „The New Sun“ (2017) der Künstlerin Agnieszka Polska (Raum Ebene 3). Es zeigt eine große animierte Sonne mit kindlich wirkenden Augen an der Wand. Dieses wiederkehrende Motiv dient als visuelles Leitsymbol im Gebäude.

Bild: Agnieszka Polska: The New Sun, Videostill, 2017. (c) Agnieszka Polska, Design Key Visual: Running Water.
Bild: Agnieszka Polska: The New Sun, Videostill, 2017. (c) Agnieszka Polska, Design Key Visual: Running Water.

Die essayistisch angelegte Gruppenausstellung umfasst rund 30 Arbeiten – darunter Bilder, Filmsequenzen, Videoinstallationen und Objekte – von 18 international renommierten Künstler*innen, darunter Katharina Sieverding, Otto Piene, Anton Vidokle und Kerstin Brätsch. Es handelt sich nicht um eine „stille“ Ausstellung, sondern um eine Sound-Ausstellung. Audiogeräte (Kopfhörer) sind im Eingangsbereich erhältlich.

Im Hintergrund steht die Frage: Beeinflusst die Sonne, was auf der Erde geschieht? Spielt sie vielleicht sogar eine Rolle bei der Entstehung von Revolutionen? Haben Sonnenstürme Auswirkungen auf die Gereiztheit der Menschen? Die Sonne steht gleichermaßen für Aufgang und Aufbruch zu Neuem wie für Untergang und Ende.

Diese Ambivalenz – einerseits als lebensspendende Energiequelle, andererseits als bedrohliches, mahnendes Element – wird künstlerisch eindrücklich zwischen Wissenschaft, Sehnsucht und Hoffnung dargestellt.

Die Besucherinnen und Besucher werden in eine mystisch anmutende Welt hineingezogen und „nach oben ins Licht“ geleitet. Geschickt eingesetzte Sound- und Lichteffekte regen zu Nachdenken über Politik (etwa Kolonialismus), Zeitverständnis und Nachhaltigkeit an.

Weitere Informationen zur Ausstellung – darunter das im Oktober erscheinende Magazin, begleitende Führungen, spezielle Veranstaltungen finden Sie auf der HMKV-Seite zur Ausstellung „Genossin Sonne“.

Die Öffnungszeiten des HMKV sind  Dienstag/Mittwoch 11–18 Uhr, Donnerstag/Freitag 11–20 Uhr, Samstag/Sonntag 11–18 Uhr. Montag geschlossen.




Der Ort – Neue Galerie der vier Kunstverbände

Im Dortmunder Citybereich, im ehemaligen RWE-Tower (Freistuhl 7), wurde nach dreijährigem Ringen am 07.09.2025 endlich der neue Ausstellungsort für Werke der Künstler*innen aus den vier Kunstverbänden (BBK Ruhrgebiet, BBK Westfalen, Dortmunder Gruppe und Westfälischer Künstlerbund) feierlich eingeweiht.

„Der Ort“ ist ein passender Name – für die Ausstellung von Kunst ebenso wie für den Diskurs und die Auseinandersetzung mit ihr.

Die Ausstellung EXTREME ist die erste in dieser neuen Galerie und läuft vom 07.09.2025 bis zum 29.09.2025. 44 Künstlerinnen und Künstler der Verbände beteiligten sich daran mit gesellschaftspolitisch relevanten Arbeiten.

Günter Rückert hielt die Eröffnungsrede.
Günter Rückert hielt die Eröffnungsrede.

In ihren Begrüßungsreden verdeutlichten Kulturdezernent Jörg Stüdemann, Hendrikje Spengler (Leiterin des Kulturbüros Dortmund) und Günter Rückert (Sprecher der vier Kunstverbände) mit einer guten Portion (Galgen-)Humor den langen bürokratischen Hürdenlauf bis zur erfolgreichen Einweihung. Gerade in Zeiten eines zunehmenden Kulturkampfes sei eine Galerie an so zentraler, gut sichtbarer Stelle von großer Bedeutung, betonte Günter Rückert in seiner Einführung.

Die Besucher*innen sind eingeladen, einzutreten, die Arbeiten anzuschauen und ins Gespräch über die Kunst zu kommen. (Natürlich können die Werke bei Interesse auch erworben werden.)

Musikalisch wurde die Einweihungsfeier stimmungsvoll vom Duo Amaryllis begleitet.

Öffnungszeiten:
Mo.–Do.: 06:00–18:00 Uhr
Fr.: 06:00–15:00 Uhr
So.: 11:00–17:00 Uhr




Michael Wienand zeigt „Revier aus Papier“ im Hoesch-Museum

Im Hoesch-Museum präsentiert der Dortmunder Künstler Michael Wienand (*1949) vom 7. September 2025 bis zum 10. Januar 2026 mehr als 50 seiner farbigen, dreidimensionalen Papierkunstwerke aus den vergangenen zehn Jahren. Sein Werk zeigt, dass das Leben im Ruhrgebiet mehr Facetten hatte, als es die gängigen Klischees vermuten lassen. Wienand arbeitete über drei Jahrzehnte als Museumsgestalter und Bühnenbildner für Theater.

Die farbenfrohen „kleinen Bühnenbilder“ mit Ruhrgebietsszenen lassen das Alltagsleben vergangener Jahrzehnte – bis in die Gegenwart hinein – wiederaufleben. Mit ihrer Dreidimensionalität ziehen sie die Betrachtenden in eine Miniaturwelt voller Trinkhallen, Straßen, Kneipen und anderer Motive aus dem Revier. Dabei geht es dem Künstler nicht um nostalgische Verklärung, sondern um eine lebendige künstlerische Auseinandersetzung.

Michael Wienand vor einem seiner Arbeiten.
Michael Wienand vor einem seiner Arbeiten.

Die Werke entstehen zunächst als Tuschezeichnungen, die anschließend mit Aquarellfarben koloriert werden. Von den Originalen fertigt Wienand Drucke, die er in einzelne Bildebenen zerschneidet und zu dreidimensionalen Bildobjekten mit spannender Tiefenwirkung montiert. Die fertigen Arbeiten werden signiert und gerahmt. Die Objekte sind als Multiples auf 100 Exemplare limitiert, können auf Wunsch jedoch individuell vom Künstler hergestellt werden. Besonders wichtig ist Wienand der persönliche Kontakt zu den Betrachterinnen und Betrachtern, bei denen seine Arbeiten häufig Erinnerungen wachrufen.

Die Ausstellungseröffnung findet am Sonntag, den 7. September 2025, im Hoesch-Museum (Eberhardstr. 12, 44145 Dortmund) statt.

  • Begrüßung: PD Dr. Karl Lauschke (Vorsitzender der Freunde des Hoesch-Museums e.V.)
  • Einführung: Maya Porat-Stolte, M.A. (Wissenschaftliche Volontärin des Museums)



Plakatausstellung „2+2“ im SUPERRAUM

DORTMUND KREATIV präsentiert im SUPERRAUM, Brückstraße 64, eine Ausstellung mit Plakaten internationaler Künstler*innen. Eröffnet wurde sie am Donnerstag, 4. September, um 18 Uhr.

Plakate gehören zu den ältesten und zugleich wirkungsvollsten Formen der visuellen Kommunikation. Seit dem 19. Jahrhundert prägen sie das Bild des öffentlichen Raums – als Werbung, als politisches Sprachrohr oder als künstlerisches Statement. Ihre Stärke liegt in der Unmittelbarkeit: Ein gutes Plakat muss Botschaften in wenigen Sekunden transportieren, sei es durch prägnante Typografie, starke Bildsprache oder überraschende gestalterische Ideen. Dabei dienen Plakate nicht nur als Informationsträger, sondern auch als Experimentierfeld. Designer*innen testen hier neue Layouts, Schriften und Bildkonzepte, die später auch andere Bereiche der Gestaltung beeinflussen. Gleichzeitig besitzen Plakate eine soziale Dimension: Sie schaffen Sichtbarkeit im Stadtraum, prägen lokale Identität und regen zur Auseinandersetzung mit kulturellen wie gesellschaftlichen Themen an.

Blick in den Superraum während der Ausstellung zu "2+2"
Blick in den Superraum während der Ausstellung zu „2+2“

Die Ausstellung „2+2“ knüpft an diese Tradition an und zeigt Arbeiten aus dem Archiv lokaler Gestalterinnen. Neben Dortmunder Künstlerinnen sind auch internationale Positionen vertreten. Zu sehen sind Plakate unter anderem von Anna Haifisch und Anja Kaiser (Leipzig), Braulio Amado (New York), Brückner + Brückner und Claudiabasel (Basel), Götz Gramlich (Heidelberg), Martyna Wedzicka (Danzig), David Lüthi & Mirko Leuenberger, Martin Woodtli und Raffinerie AG für Gestaltung (Zürich), Ruohan Wang sowie Studio Lindhorst-Emme + Hinrichs und Studio Konter (Berlin). Aus Dortmund beteiligen sich Stefan Lüdemann, Ten Ten Team, Judith Anna Rüther, labor b und Lisa Panitz.

Die Ausstellung ist vom 5. September bis 26. Oktober im SUPERRAUM zu sehen.




„Alle Macht dem Magerquark“ – Radierungen von Günter Rückert

Vom 6. September bis zum 4. Oktober 2025 zeigt das Kunstbonbon in Dortmund zum vierten Mal Arbeiten von Günter Rückert. Während in den vergangenen Ausstellungen vor allem Acryl- und Aquarellmalerei im Mittelpunkt stand, widmet sich der Künstler diesmal wieder intensiv der Radierung.

Rückert erhielt 1990 über ein Stipendium der Aldegrever-Stiftung NRW eine Ausbildung in dieser Technik. Seitdem arbeitet er mit Nadel, Säure und Druckplatte und entwickelt eine Bildsprache, die zwischen satirischer Schärfe und ironischer Verfremdung oszilliert. Seine Werke zeichnen sich nicht nur durch die Bildsprache selbst, sondern auch durch ihre skurrilen und eigenwilligen Titel aus – darunter etwa Zellulitis in Eving, Sozialarbeiterin an Trommel, Die Tangopumpe oder Rollmopsabtropfgewichtskontrolle.

Flyer der Ausstellung von Günter Rückert. (C) Kunstbonbon
Flyer der Ausstellung von Günter Rückert. (C) Kunstbonbon

Eine besondere Note erhält die Ausstellung durch die Präsentation neuer Radierungen neben älteren Arbeiten. Bei der Vernissage am 6. September ab 15 Uhr liest Rückert zudem Texte aus seinem neuen Buch, das voraussichtlich noch während der Laufzeit erscheinen wird. Musikalisch könnte der Künstler den Nachmittag ebenfalls bereichern – zuletzt sorgte er bei einer Ausstellungseröffnung mit Akkordeonklängen für eine unerwartet stimmungsvolle Atmosphäre.

Ausstellung

Titel: „Alle Macht dem Magerquark“ – Radierungen von Günter Rückert
Ort: Kunstbonbon, Dortmund
Dauer: 6. September – 4. Oktober 2025
Vernissage: 6. September 2025, 15 Uhr
Öffnungszeiten: Dienstag 13–18 Uhr, Freitag 15–18 Uhr, Samstag 12–15 Uhr




Lasst uns Hütten bauen – im Torhaus Rombergpark

Die Ausstellung „Lasst uns Hütten bauen“ der Dortmunder Gruppe nimmt eine vertraute Redewendung zum Ausgangspunkt und verwandelt sie in einen künstlerischen Impuls. Die Hütte erscheint hier nicht nur als provisorischer Schutzraum, sondern auch als Ort der Hoffnung, des Innehaltens und der kreativen Selbstverortung in einer von Krisen geprägten Welt.

Sie ist zugleich ein Sinnbild für Rückzug und Aufbruch: ein Ort, an dem man Abstand vom Alltag gewinnt, aber auch Kräfte sammelt, um Neues zu wagen. Hütten stehen seit jeher für Einfachheit und Reduktion, für das Bauen mit bescheidenen Mitteln und für den Traum von einem selbstbestimmten Leben jenseits gesellschaftlicher Zwänge. Sie können Behausung und Zuflucht sein, aber ebenso Treffpunkt, Werkstatt oder Denkraum.

Ob als Kindheitserinnerung an selbstgezimmerte Verstecke, als Ort der Gemeinschaft in der Natur oder als utopisches Modell einer alternativen Form des Zusammenlebens – die Hütte trägt viele Bedeutungen in sich. So wird sie in der Ausstellung zu einem Symbol für Sehnsucht, Wandel und die Suche nach neuen Perspektiven in einer unsicheren Gegenwart.

Auch das kann eine Hütte sein. (Foto vom Flyer zur Ausstellung)
Auch das kann eine Hütte sein. (Foto vom Flyer zur Ausstellung)

Künstlerische Vielfalt und politische Bezüge

Erstaunlicherweise zeigen sich in der Ausstellung auch Bezüge zu traditionellen Formen wie den Tipis der nordamerikanischen Indianervölker: Claudia Terlunen und Wolfgang Schmidt ließen sich von der charakteristischen Stangenform inspirieren. Steffen Mischke hat mit seiner „Schutzhütte“ das Elend von Obdachlosen eindringlich visualisiert. Monika Pfeiffer wiederum treibt mit ihrem Werk „Bausatz: Hütte neu, Hütte mittel, Hütte alt“ den Do-it-yourself-Charakter ironisch auf die Spitze.

Einen politischen Charakter tragen Werke wie „Die Näherinnen“ sowie „Die Taube, das Schwert und das Gesetz“ von Teresa Crawford Cabral. Letzteres verweist auf ein Spannungsfeld: die Taube als Symbol für Diplomatie, das Schwert als Sinnbild für das Militär und das Gesetz als Verkörperung von Institutionen und Staat.

Darüber hinaus finden sich freie Assoziationen aus unterschiedlichen Materialien und Gattungen. Collagen, Acrylbilder, Installationen, Holzarbeiten und Plastiken prägen das Bild der Ausstellung – nahezu alle Techniken der bildenden Kunst sind vertreten, mit Ausnahme der Fotografie. Auch die Serie „Im Haus des Traums“ von Era Freidzon ist in dieser Kategorie zu sehen. Kinderfiguren kombiniert mit Glitzerbildchen und einem Labyrinth scheinen ihre Häuser zu suchen.

 

31.8.2025 – 21.9.2025
STÄDTISCHE GALERIE TORHAUS
„Lasst uns Hütten bauen“

Teilnehmende Künstler*innen:
Claudia Terlunen, Monika Pfeiffer, Wolfgang Schmidt, Steffen Mischke, Birgit Feike, Alexander Pohl, Sabine Held, Teresa Crawford Cabral, Ernesta Freidzon

Öffnungszeiten Torhaus Rombergpark Dortmund:
Dienstag – Samstag 14 – 18 Uhr
Sonntag und Feiertage 10 – 18 Uhr
Montags geschlossen




100 Jahre Westfalenhallen: Eine Ausstellung blickt zurück

Ein Jahrhundert Westfalenhallen – das ist nicht nur Dortmunder Stadtgeschichte, sondern auch ein Stück Ruhrgebietskultur. Anlässlich des Jubiläums öffnet eine kleine, aber feine Pop-up-Ausstellung in den Kreativräumen HANS A und HANS B ihre Türen.

Die Westfalenhallen sind den meisten Dortmunderinnen und Dortmundern ein Begriff, und viele verbinden persönliche Erinnerungen damit. Ob unvergessliche Konzerte, packende Sportereignisse oder glanzvolle Shows wie „Holiday on Ice“ – die Westfalenhallen gehören zu Dortmund wie der Dom zu Köln.

Hatten Sie auch einen Lieblingsplatz in der Westfalenhalle?
Hatten Sie auch einen Lieblingsplatz in der Westfalenhalle?

Vom 21. bis 23. August 2025, jeweils von 12 bis 16 Uhr, können Besucherinnen und Besucher in die bewegte Vergangenheit eintauchen. Zahlreiche Exponate erinnern an große Momente, prägende Persönlichkeiten und bedeutende Etappen der traditionsreichen Hallen. Historische Meilensteine treffen dabei auf spannende Einblicke in die Gegenwart – und machen die wechselvolle Geschichte lebendig.