Druckgrafik im Künstlerhaus

Sechs Künstler*innen zeigen vom 03. Dezember 2022 bis zum 22. Januar 2023 zeitgenössische Druckgrafik im Dortmunder Künstlerhaus unter dem Titel „The point of truth, beauty and knowledge“. Der Titel stammt aus „Schöne neue Welt“ von Aldous Huxley und ist sicherlich auch eine gute Bescheirbung der Kunst der Druckgrafik. Das Zusammenspiel von Licht und Schatten, der Wechsel von Zwei- zu Dreidimensionalität machen diese Ausstellung sehenswert.



Der englische Künstler Ian Chamberlain ist fasziniert von Menschhand geschaffenen Strukturen, vor allem aus der Nachkriegszeit. Seine präzisen Arbeiten bestechen durch ihren Detailreichtum. In seinen aktuellen Arbeiten geht es viel um „Safe places“, die mit dicken schwarzen Strichen umrahmt werden.

„Ciceros Wahnsinn“ nennt Julienne Jattiot ihre Serie, die aus Buchdruckornamenten in der Gro-er 12pt (Cicero) besteht. Jede Linie, jedes Dreieck, jedes Quadrat wurde per Hand gesetzt und damit ist jedes Bild der Serie ein Unikat.

Fiona Kelly ist eine Landschaftskünstlerin. Die erschafft aus geometrischen Figuren, die Skalenoder, die dem Mineral Cacit nachempfunden sind, modulare Landschaftsbilder. Auf diese Flächen entwirft Fiona Kelly Siebdrucke oder sie benutzt sie als Projektionsfläche für Videos.

Mit der alten Kunst des Mezzotints beschäftigt sich Majla Zeneli. Ihre gezeigten Arbeiten in Schwarz-Weiß ähneln in frappierender Weise Röntgenaufnahmen, während ihre Farbmezzotintodrucke geometrische Motive präsentieren.

In einer Zwischenwelt von organischen und anorganischen Objekten befindet sich die Arbeit von Sosuke Ueta. Geboren in der Präfektur Kagawa sieht er die Welt der östlichen Sicht Japans. Dazu gehören sicherlich auch die Einflüsse der japanischen Pop-Kultur wie Pokémon. Insgesamt strahlt seine Fotoradierung „Shark“ eine starke psychedelische Wirkung aus.

Zwei finnische Impressionen des Japaners Katsutoshi Yuasa zeigt dass Künstlerhaus Dortmund in seiner Ausstellung. Die beiden Holzschnitte stellen einen See in Finnland im Winter und im Sommer dar. Drei weitere abstrakte Arbeiten stellen Texturen in den Mittelpunkt, die durch ihre feine Arbeit dreidimensionale Effekte hervorrufen. Yuasa benutzt für seine Arbeiten zwei Arten von Tinte, darunter die japanische Sumi-Tinte.




Armin Mueller-Stahl und seine Porträts jüdischer Freunde

Im Dortmunder Museum für Kunst und Kulturgeschichte (MKK) im inneren Foyer sind vom 24.11.2022 bis 29.01.2023 dreißig Gemälde auf Papier aus der Serie „Jüdische Freunde“ des international bekannten Schauspielers, Schriftstellers, Musikers und Malers Armin Mueller-Stahl (Jahrgang 1930) ausgestellt.

Es handelt sich ausschließlich um Porträts jüdischer Künstler oder Politiker, denen sich Mueller-Stahl verbunden fühlt. Darunter etwa Woody Allen, Hannah Arendt, Susan Sontag, Walter Rathenau oder Franz Kafka.



Alle Gemälde zeichnen sich durch den Wunsch des Künstlers aus, dass „Gesicht hinter dem Gesicht“ darzustellen und den besonderen Charakter der Persönlichkeiten in einer abstrahierten Form lebendig werden zu lassen.

Das Armin Mueller-Stahl ein begnadeter Redner und Erzähler ist, bewies er wieder einmal beim Pressegespräch am 23.11.2022 im MKK.

Er berichtete, dass Weichenstellungen für sein Leben wesentlich durch Juden bestimmt wurden. Sein Talent zum Malen hatte sich schon früh entwickelt und gibt ihm heute mit seinen besonderen Ausdrucksmöglichkeiten eine große Befriedigung. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es, so auch bei Mueller-Stahl, einen großen Hunger nach Kultur, die für seine vielseitige künstlerische Entwicklung von Bedeutung.

Ein wesentlicher Antrieb für diese Ausstellung war zudem die Sorge wegen des zunehmenden Antisemitismus sowie der übersteigerten Nationalismen in der Welt.

 Angesprochen darauf, wie sich die Nationalspieler angesichts der Restriktion der FIFA (One-Love-Binde) bei der umstritten Fußball WM in Katar verhalten sollten, antwortete er: „Lieber ein Knick in der Karriere als im Rückgrat“. Es sei aber letztendlich die Gewissens-Entscheidung jedes Einzelnen, wie er sich dazu verhält.

Außerdem hat Armin Mueller-Stahl Cover-Bild zum freirhythmischen Lyrikband „Leaves of grass/ Grashalme mit einem Porträt des Autors Walt Whitman gestaltet. Die Buchvorstellung des studentischen Übersetzungsprojekts der Amerikanistik an der TU Dortmund, beteiligt waren 80 Studierende, mit Armin Mueller-Stahl wurde am 23. November (16:00 Uhr) im Audimax der TU bei einer Podiumsdiskussion mit dem Hollywood-Star u.a. vorgestellt.




Dortmunder U 2023 – Kollektive, Kooperation und Kollaboration

Das Dortmunder U stellte am 14.11.2022 im lockeren Rahmen das umfangreiche Jahresprogramm 2023 ihrer verschiedenen Abteilungen vor.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit von Kunst, Kultur, und Wissenschaft (neue Technologien) steht im Mittelpunkt. Allgemein geht es um den Mehrwert von Kollektiven und Kollaboration als mögliches Zukunftsmodell.



Ein kleiner Einblick in Highlights:

 Auf der Hochschul-Etage, im „Campus-Stadt“ der TU Dortmund arbeiten Studierendenden interdisziplinär zusammen. Unter dem Motto „Engineering meets art – make it sound“ zeigen sie vom 3. März bis 18. April 2023 Objekte an der Schnittstelle zwischen Kunst und Technik (z.B. klingendes Insulin, leuchtende Bakterien odersichtbare Luft). Spannend ist sicher auch die Ausstellung „Was Statistik über den Sport erzählt“ (21.04 – 29.05.2023). Das Projekt wurden gemeinsam von Datenjournalist*innen und Statistiker*innen erarbeitet.

Experimentell und Kollaborativ ist die Arbeit schon länger das storyLab KiU (Leitung Harald Opel) auf der Ebene 1 sowie im Fulldome und dem Immersiven Raum im Foyer (Dortmunder U). Zukunftsorientiert wird bei deren Forschungsprojekten mit der Fachhochschule, Museen der Akademie für Digitalität und Theater sowie dem neu gegründeten Koproduktionslabor) zusammengearbeitet.

Auf der uzwei (Leitung Mirjam Gaffran) forscht eine Gruppe von Jugendliche und jungen Erwachsenen (15 -20 Jahre) nach der Unbeschwertheit, die gerade vielen Kindern -und Jugendlichen während der Pandemie oder in Folge des Krieges in der Ukraine verloren gegangen ist. Etwa abschalten bei Techno-Musik oder sich verkriechen oder kurz mal abtauchen.  Die interaktive Ausstellung „Unbeschwert“ ist vom 3. Februar bis 28. Mai 2023 zu erleben. Im Herbst wird die uzwei zur Plattform für die schon fünfte Ausgabe von „Emerging Artists“ (Kooperation und Professionalisierung junger Künstler*innen). Im Sommer sind die Ergebnisse diversen Workshops zu bewundern.

Um das Verhältnis von Umwelt und Mensch geht es unter anderem auf der 3. Etage im HardwareMedienKunstverein (HMKV) unter der Leitung von Dr. Inke Arns. Bei der Ausstellung „We grow, grow,grow, we`re gonna be alright and this is our show” der Dortmunder Künstler*innen Jana Kerima Stolzer und Lex Rütter um die Frage der symbiotischen Beziehungen in der Natur und das Phänomen des Wachsens (11. März bis 30. Juli 2023).

Eine besondere Ausstellung steht dann vom 09.09.2023 bis 28.01.2024 mit „IRWIN – Collective before Collectives“ auf dem Programm. Das slowenische Künstlerkollektiv IRWIN gehörte zusammen mit der Musikgruppe Laibach zu den Gründungsmitgliedern des Meta-Kollektivs Neue Slowenische Kunst (NSK).

Mit ihren künstlerischen Projekten setzt sich das Kollektiv mit dem ambivalenten künstlerischen Erbe (sowjetisch aber auch südslawisch), der Avantgarde und ihren totalitären Nachfolgern auseinander. Seit den 1990iger Jahren auch kritisch mit dem „westlichen Modernismus“ im Gegensatz zum „östlichen Modernismus“ (Retroavantgarde).

Ein Highlight bietet das Museum Ostwall im U (Leitung: Dr. Florence Thurmes und Regina Selter) mit der Sonderausstellung „Nam June Paik: I Expose the Music“ (17.03 – 27.08.23). das MO widmet sich hier den Live- Momenten in den Arbeiten des international bekannten Medienkünstlers Nam June Paik. Gezeigt werden rund 100 Arbeiten (Installationen, Skulpturen, Audio -und Videoarbeiten, ungewöhnliche Partituren und mehr. Besucherinnen und Besucher können sich auch selber partizipatorisch einbringen.

Paik (20. Juli 1932 – 29. Januar 2006) hatte zu Lebzeiten immer wieder unterschiedlichen Künstler*innen (z.B. Stockhausen, Cage) kooperiert.

Teil der Ausstellung sind vier Arbeiten zeitgenössischer Künstler*innen, die sich auf Paik beziehen in einem eigenen Raum. Sie zeigen die Bedeutung der Ideen Medienkünstlers für unsere Gegenwart.

Ein Höhepunkt ist die Deutschlandpremiere der „Sistine Chapel (1993). Die Besucher*innen werden mit auf eine aufregende, bild- und soundgewaltige raumfüllende Reise mitgenommen.




Katzenjammer Kids – Ausstellung zum ältesten Comic der Welt

Die aktuelle Ausstellung im Dortmunder schauraum: comic + cartoon führt zurück in die Geburtsjahre des modernen Comics, in das New York des Jahres 1897: „125 Jahre Katzenjammer Kids – Der älteste und längste Comic der Geschichte“ ist vom 19. November bis 10. April 2023 zu sehen. Eröffnet wird die Katzenjammer-Schau am 18. November, 18 Uhr. Der Eintritt ist frei.



Wer den modernen Comic erfunden hat, ist unter Experten umstritten. War es „Yellow Kid“ von Richard Felton Outcault? Dr. Alexander Braun, der die Ausstellung auch kuratiert hat, ist der Meinung, dass die „Katzenjammer Kids“ der älteste echte moderne Comic ist, denn sie haben gleichbleibende Figuren wie den „Captain“. Da sie auch in Skandinavien noch gedruckt werden, ist es der älteste noch existierende Comic.

Die „Katzenjammer Kids“ haben einen deutschen Vater: Rudolph Dirks, dessen Familie 1882 beschloss nach Amerika auszuwandern. Dirks profitierte als Zeichner vom Zeitungskrieg zwischen Randolph Hearst und Joseph Pulitzer in New York. Er verdiente mit seinen „Katzenjammer Kids“ ein Vermögen.

Die Protagonisten der „Katzenjammer Kids“ sprachen ein deutsch-englisches Kauderwelsch, was typisch war für die große Zahl deutscher Einwanderer in den USA. Die Grundidee von Hearst war, ein Comic zu entwickeln, was ähnlich war wie „Max und Moritz“. Doch Hans und Fritz, wie die beiden Zwillinge hießen, waren rebellischer und anarchischer als ihre Vorbilder. Kein moralisierender Hintergedanke, die reine Unterhaltung stand im Mittelpunkt. Die Geschichte der Brüder Dirks um 1900 ist auch die Geschichte einer kapitalistischen Welt im Umbruch: Die Massenmedien entstehen, die ersten Anzeichen einer „Freizeit-Gesellschaft“ sind zu erkennen, und in der Technik herrscht die Aufbruchsstimmung eines „Anything goes“: Automobile verdrängen die Kutsche, und in abgedunkelten Räumen flimmern die ersten Filme über die Leinwand.  

Auch sein jüngerer Bruder Gus wurde erfolgreicher Comic-Zeichner. Leider nahm er sich mit 23 Jahren 1902 das Leben.

Die Ausstellung würdigt die Arbeit beider Brüder, zeigt einige Stücke aus dem Leben deutscher Auswanderer Anfang des 20. Jahrhunderts, stellt Rudolph Dirks als Ölmaler vor und präsentiert natürlich sehr viel „Katzenjammer Kids“.

Zur Ausstellung erscheint im avant-verlag, Berlin Mitte Dezember die erste umfangreiche Monographie zu Leben und Werk der Brüder Dirks. Präsentiert wird das Buch in einem Kuratoren-Gespräch am Sonntag, 11. Dezember, 18 Uhr.
Führungen durch die Ausstellung gibt es an jedem ersten Donnerstag im Monat um 18 Uhr sowie an jedem Sonntag um 13 Uhr.




Wehmütiger Abschied – Ten years after

Vor zehn Jahren begann eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen den vier Dortmunder Künstlerverbänden und der BIG-Versicherung zurück. In der Dortmunder BIG-gallery -im lichtdurchfluteten Foyer- fanden sehr spannende, auch überregional beachtete Ausstellungen statt. Doch diese Geschichte geht zu Ende. Die BIG-gallery wird bald Vergangenheit sein. Bis zum 22.01.2023 ist die Ausstellung „ten years after“ noch zu sehen.



Doch 56 Künstler*innen zünden noch einmal ein Feuerwerk an Ideen, Farben, Formen und Techniken in dem großen Raum. Etwa 60 Werke bieten einen Blick zurück aber auch den kritisch-visionären nach vorn und zeigen die große Kreativität und Professionalität der Künstler*innen.

Einige der Künstler*innen sind auch mit Arbeiten in der Landeskunstausstellung im Museum Ostwall im Dortmunder U vertreten. Ein Besuch beider Ausstellungen ist auf jeden Fall zu empfehlen.

BIG GALLERY in der BIG direkt gesund
Rheinische Straße 1, 44137 Dortmund

Öffnungszeiten
Montag bis Freitag 8.00 – 17.00 Uhr, Sonntag 14.00 – 17.00 Uhr, Eintritt frei




Klare Kante – Landeskunstausstellung im Dortmunder U

Bis zum 08. Januar 2023 zeigt das Museum Ostwall im Dortmunder U unter dem Titel „Klare Kante“ 127 Werke aller neun Bezirksverbände des Landesverbandes NRW des Bundesverbandes Bildender Künstler. Insgesamt waren 1.600 Künstler*innen eingeladen, Werke einzureichen.



Leicht gemacht haben es sich die Organisatoren aus dem BBK Westfalen e.V., vertreten durch den Vorstand Brigitte Bailer (Vorsitzende), Anette Göke (2. Vorsitzende) und Christoph Mandera (Geschäftsführer), nicht. In mühevoller Arbeit wurden die Einsendungen anonymisiert, denn es war wichtig, dass die Arbeit entscheiden soll und nicht der Name. Danach entschied eine Jury aus 46 Arbeiten und wählte die entscheidenden 127 aus.

Das Ausstellungskonzept stammt von der Kuratorin Dr. Natalie Gutgesell. Sie teilte die Werke in sechs Themenfelder ein. Beeindruckend hier ist beispielsweise der Bereich mit dem Motto „Wir lassen es uns gutgehen“. Dass das ironisch gemeint ist, wird sofort deutlich. Beispielsweise hängt im Raum ein riesiges Kleid, bestehend aus Kassenzetteln aus dem Ahrtal, erstellt von Eva Vahjen. Dass unsere Maßlosigkeit auch fatale Folgen haben wird, zeigt die Arbeit von Anne Thoss und Elke Seppmann, die eine Speisetafel mit „speziellen Gerichten“ wie „Gleichgültigkeit über Solidarität“ angerichtet haben. „Nein, eure Suppe ess ich nicht“, lautet der Titel.

Neben Umweltzerstörung haben die Künstler*innen weitere aktuelle politische Themen aufgegriffen wie den Zypernkonflikt, die Proteste in Hongkong und natürlich auch den Ukrainekrieg.

Die sechs Leitthemen lauten „Es geht alles seinen Gang“, „Wir lassen es uns gutgehen“, „Ihr könnt doch auch mal was tun“, „Ich setze ein Zeichen“, „Sie sprechen sich aus“ und „Du hast auch eine Stimme“

Zur Ausstellung erscheint Mitte Dezember ein umfangreicher farbiger Katalog mit einleitenden Texten zu den Kapiteln der Ausstellung und den künstlerischen Intentionen und Aussagen.
Künftig will der BBK Westfalen die Landeskunstausstellung in NRW im 5-jährigen Rhythmus etablieren.
Die Ausstellung entstand in enger Kooperation mit dem 1953 gegründeten BBK Westfalen e.V. als Initiator, Antragsteller und Ideengeber. Sie wird gefördert vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

Einige der Dortmunder Künstler*innen sind auch mit Arbeiten in der Ausstellung „ten years after“ in der BIG gallery vertreten. Ein Besuch beider Ausstellungen ist auf jeden Fall zu empfehlen.




Tresor.West startet arc gallery

Kunst und Club treffen sich im Kellergewölbe des Tresor.West – Nachtleben trifft auf künstlerische Experimente zwischen jetzt, dann und möglicherweise. Das Ruhrgebiet bekommt einen neuen, ungewöhnlichen Kunstort: die arc gallery in den vibrierenden Kellergewölben des Tresor.West. Der noch junge Techno-Club auf dem Dortmunder Phönix-West Gelände steht für Innovation und Kooperation. Mit der Initiative zur arc gallery wollen die Macher*innen die kreative Szene der Region
stärken und vernetzen. Subkultur trifft Hochkultur.



Kuratorin Viviane Lennert: „Wir wollen es clubbig, dreckig, undone, glitchy, schrill – wir wollen ein „What the fuck“.

Von November 2022 bis März 2023 sind regional arbeitende (Medien-)Künstler*innen als Residence-Artists in den Tresor.West eingeladen. Sie konzentrieren sich zunächst auf die „Alkovenbögen“ im Herzen des Tresor.West und werden diese künstlerisch gestalten. Gemeinsam mit weiteren Satellite-Artists u.a. aus den Bereichen Fashion, Performance werden außerdem an besonderen Club-Abenden sukzessive weitere künstlerische Interventionen stattfinden.
Sonderöffnungszeiten am Tag sollen darüber hinaus auch Menschen, die nicht an den Clubnächten teilnehmen wollen, den Zugang zur Kunst ermöglichen. Durch die verschiedenen Zustände des Ortes (nachts Club, tags Galerie) werden unterschiedliche Lesarten und Diskursebenen der ausgestellten Arbeiten sichtbar gemacht werden. Die arc gallery versteht sich dabei auch als vernetzende Instanz und entwickelt begleitende Austauschformate.

In der ersten Phase sind folgende Künstler*innen dabei: Flor de Fuego (Florencia Alonso), Christian Keinstar, Paulina Holtkamp und Sofia Strunden und Marc Kemper. (Quelle: Tresor.West)




Ein besonderer fotografischer Blick auf Indien

In der Städtischen Galerie Dortmund Torhaus Rombergpark gibt die Ausstellung „INDIA“ der Fotokünstlerin Anja Bohnhof (*1974) vom 13.11.2022 bis zum 04.12.2022 Einblick in vier ihrer Projekte, entstanden in den vergangenen zwölf Jahren in Indien zu sehen.



Mit ihrer starken Bildsprache und realistisch-dokumentarischen großformatigen Fotografien ermöglicht sie uns „europäischen“ Menschen, dieses riesige und unbekannte Land mit anderen Augen zu sehen. Dabei arbeitete Bohnhof immer mit viel Respekt vor den Persönlichkeiten vor ihrer Kamera. Die Fotografie regen zum Nachdenken, geben Raum für eigene Gedanken und weit über Indien hinausgehende gesellschaftliche Kritikpunkte.

Die Künstlerin arbeitet viel mit improvisierten oder mobilen Fotostudios.

Auszüge aus dem Projekt „BOOKS FOR SALE (2009)“ zeigen eindrucksvoll das große Verlagshandelszentrum rund um das Universitätsviertel in Kolkata (Kalkutta). Obwohl Indien drittgrößter Softwareexporteur ist, ist die Liebe zum Lesen und zum Buch dort groß.

Das Projekt „KRISHAK (2018)“zeigt Kleinbauern, die auf kleinsten Flächen den größten Teil aller Lebensmittel produzieren. Dies steht im Kontrast zur parallel laufenden Entwicklung immer größerer, energie- und rohstoffintensiver Bewirtschaftungsformen.

Bekannt sind in Indien beliebten „Daily Soaps“. Sie werden in den „Set Constructions“ in den Filmstudios produziert. Darin Einblick bietet das Projekt „DAILY CONSTRUCTIONS (2015)“. Es zeigt den „Lifestyletrend“ in der Mittel- und Oberschicht Indiens.

Das Projekt „BAHAK (2012) zeigt das harte Leben der Lastenträger und Tagelöhner aber auch den Stolz dieser Menschen, die Anja Bohnhof mit Hilfe eines improvisierten Studios aufgenommen hat.

Am Herzen liegt der Künstlerin aber ihr Langzeitprojekt über Lebens- und Wirkstationen Mahatma Gandhis, vor allem sein Weg des passiven Wiederstands.

Eine spannende Fotoausstellung mit einem diversen Blick auf das große südasiatische Land.

Die Vernissage findet am Sonntag, den 13.11.2022 um 11.00 Uhr im Torhaus Rombergpark statt.




„Grafik aus Dortmund“ ist eröffnet – Ausstellung im Kulturort Depot

(Stadt Dortmund) Auch für das Jahr 2023 gibt es wieder eine monatliche „Grafik aus Dortmund“: Der beliebte Kunstkalender ist frisch gedruckt und enthält je zwei Arbeiten von sechs Künstler*innen aus Dortmund. Ihre Arbeiten sowie die Bewerbungen von 30 weiteren Kunstschaffenden sind noch bis zum 27. November in der Ausstellung „Grafik aus Dortmund“ im Kulturort Depot zu sehen, die am Freitagabend in Anwesenheit von 250 Besucher*innen eröffnet wurde. Der Eintritt ist frei.



Erstmals gibt es in diesem Jahr die Möglichkeit, den Grafikkalender 2023 mit seinen zwölf künstlerischen Siebdrucken käuflich zu erwerben. Die nächste Gelegenheit dafür ist die Finissage der Ausstellung am 27. November, ab 16 Uhr. Der Kalender kostet 45 Euro, außerdem kann man bei einer Tombola attraktive Preise gewinnen. Der Erlös wird dem „Malteser Herzensbus – aufsuchende Obdachlosenhilfe“ zu Gute kommen.

Der Kalender erscheint in limitierter Auflage und wird vom Kulturbüro in Zusammenarbeit mit dem Dortmunder Kunstverein herausgegeben und von der Sparkasse Dortmund finanziert. Traditionsgemäß überreicht Dortmunds Oberbürgermeister ihn zum Jahreswechsel als Präsent an Partner*innen und Freund*innen im In- und Ausland.
Die Künstler*innen
In der Ausstellung mit je zwei Arbeiten vertreten sind: Ida Andrae, Thomas Autering, Taieb Ayat, Beate Bach, Simone Bannach, Marika Bergmann, Pia Bohr, Petra Eick, Achim Farys, Renate Frerich, Barbara Giesbert, Sabine Gorski, Susanne Grytzka, Sybille Hassinger, Thomas Hugo, Anne Jannick, Karin Jessen, Reimund Kasper, Bettina Köppeler, Peter Kröker, Eva Kürmann, Michael Lach, Sandra Lamzatis, Babette Martini, Ari Plikat, Rika Pütthoff-Glinka, Germaine Richter, Mathias Schubert, Annelie Sonntag, Claudia Terlunen, Bärbel Thier-Jaspert, Benjamin Vogel, Michael Wienand, Osman Xani, Dieter Ziegenfeuter, Eva Zimnoch.
Im Grafikkalender vertreten sind Arbeiten von Thomas Autering, Pia Bohr, Susanne Grytzka, Reimund Kasper, Eva Kürmann und Dieter Ziegenfeuter.
Öffnungszeiten
Die Ausstellung ist kostenlos zu den Öffnungszeiten des Depots zu sehen (Donnerstag/Freitag 17 bis 20 Uhr, Samstag/Sonntag 16 bis 19 Uhr, Montag bis Mittwoch geschlossen)
grafik-aus-dortmund.de




Paul im Pott – Ausstellung im .dott.werk

Migration, Büdchen, Bergbau – Michael Rieger erzählt die Geschichte von Paul im Pott in kurzen Texten mit ausdrucksstarken Illustrationen in seinem Buch „1920 Paul im Pott“. Das .dott.werk zeigt bis zum 13. November 2022 Originalzeichnungen aus dem Band.



Aus dem Osten in den Westen. Die typische Familiengeschichte für den Ruhrpott. Die Vorfahren (bei Michael Rieger ist es der Großvater, bei mir der Urgroßvater) kommen aus dem heutigen Polen ins Ruhrgebiet, meist um dort als Bergmann zu arbeiten. Die Illustrationen aus seinem Buch „1920 Paul im Pott“, in dem er die Geschichte seines Großvaters Paul erzählt – zeigen eine sehr persönliche und zugleich universelle Geschichte. Neben Alltagsgeschichten wird auch auf historische Ereignisse wie den Ruhrkampf Bezug genommen. Die 20er Jahre waren ähnlich krisenhaft wie unsere heutige Zeit findet Rieger.

Der Ruhrpott spielt immer mit in Michael Riegers Arbeiten: Passend zum Thema zeigt die Ausstellung seinen Videofilm „Engelberts Bude“ von 1991 über die Kioskkultur im Ruhrgebiet. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, kann das Buch im .dott.werk erwerben, ein Teil des Verkaufspreises geht an eine Dortmunder Organisation zur Unterstützung obdachloser Menschen.

Am Freitag (11.11.2022) lädt das .dott.werk im Rahmen der Ausstellung um 18.00 Uhr zum Feierabendbier ein. Interessierte und Menschen aus der Nachbarschaft sind herzlich eingeladen, dem Dialog zweier spannender Künstler zu lauschen und selbst mit ins Gespräch einzusteigen: lllustrator Michael Rieger trifft Schauspieler, Regisseur und Autor Hans-Peter Krüger. Während Rieger, der Illustrator, die Arbeitsmigration seines Großvaters aus Schlesien ins Ruhrgebiet in Bildern und pointierten Geschichten verarbeitet, sucht Krüger, der Schauspieler, nach einem Weg, seine aufwühlende Begegnung mit den vom Faschismus geprägten westfälischen Männern seiner Familie künstlerisch aufzubereiten.

Im Anschluss an das Gespräch werden zwei Originalzeichnungen des Autors versteigert, und ein Teil des Erlöses wird einer Migrantenorganisation gespendet.