Klare Strukturen mit Brüchen

Zwei Beispiele von Arbeiten von Monika Pfeiffer. Das Bild links heißt "Kariert" (Mischtechnik auf Leinwand, 60x60 ) und rechts "Ohne Titel" (Mischtechnik auf Leinwand, 60x60).
Zwei Beispiele von Arbeiten von Monika Pfeiffer. Das Bild links heißt „Kariert“ (Mischtechnik auf Leinwand, 60×60 ) und rechts „Ohne Titel“ (Mischtechnik auf Leinwand, 60×60).

Deutliche Linien und Streifen. Ihr Fach Mathematik, das Monika Pfeiffer neben Kunst auf Lehramt studiert hat, lässt sie in ihren Bildern nicht los. Das ist sehr gut in ihrer Ausstellung „Neue Arbeiten“ in der Artothek der Stadt- und Landesbibliothek zu sehen, in der sie 22 Bilder präsentiert.

Die Bilder von Monika Pfeiffer sind abstrakt, besitzen aber eine gewisse Ordnung. „Ich liebe die klaren Strukturen“, erklärt die Künstlerin. „Ich fange zwar wild an“, aber irgendwann wird es ordentlich. Diese klaren Strukturen äußern sich einerseits in den Streifen und klar abgegrenzten Flächen, andererseits wirken die Farben fast monochrom, weil Pfeiffer mit sehr feinen Farbunterschieden arbeitet. Die Arbeiten wirken wie mit einem Koordinatensystem geeicht, denn manche geometrischen Figuren kann die Künstlerin gar nicht leiden. „Es fehlen Kreise, weil die mich nerven. Es muss ruhig sein.“

Dennoch gibt es Brüche in ihren Arbeiten. „Brüche mag ich sehr, sonst wird es langweilig“, so Pfeiffer. Dann wird die Ordnung durchbrochen, Streifen lösen sich auf und die Arbeiten werden wieder etwas freier. Das ist sehr gut in ihren Papierarbeiten zu sehen. Die Ausstellung wird noch bis zum 10. November 2015 in der Artothek gezeigt.

Die Artothek hat Dienstag und Freitag von 10 bis 19 Uhr geöffnet.




Museum entdecken mit Flux, dem Fuchs

weltendecker_03Das Museum Ostwall bietet jetzt für drei- bis vierjährige Kinder eine fünffteilige Workshopreihe. Das Modellprojekt „Weltentdecker und Farbmischer“ wurde über zwei Jahre lang zusammen mit dem Familienzentrum Lange Straße erprobt. Jetzt können Kitas in ganz Dortmund sich für diese Workshopreihe anmelden.

Wie verhält man sich im Museum? Darf man die Kunstwerke anfassen? Beim Projekt „Weltentdecker und Farbmischer“ sollen die Kinder neue Wege der Kunstvermittlung erfahren. Kunst wird hier spielerisch und altersgerecht nähergebracht. „Die Kinder sollen den Museumsraum entdecken“, so Regina Selter, die stellvertretende Leiterin des Museum Ostwall. „sie wollen anfassen, aber das stehen die Museumsregeln entgegen.“ Um den Kindern spielerisch die Museumsregeln beizubringen, durften die jungen Besucher den Museumsraum abmessen, Handlungsanweisungen von Fluxus-Künstlern wurden auf kindgerechte Sprache heruntergebrochen.

Doch Kinder brauchen auch eine emotionale Komponente. Die bietet die Handpuppe Flux, der Fuchs. „Er ist vorsichtig, schlau und hat Entdeckerqualitäten“, charakterisiert Selter Flux.

Welche Erfahrungen wurden in der Probephase gemacht? Wilhelm Klein, der Leiter des FABIDO Familienzentrums Lange Straße, erzählt: „Die jungen Kinder sind sehr offen, sie entdecken selbst das Museum und waren sehr regelbewusst.“ Die Kinder tragen ihre Begeisterung für das Museum auch in die Familien und sorgen dafür, dass auch die Eltern ins Museum gehen.

Für Kita-Einrichtungen, die an der Workshopreihe interessiert sind, können sich unter 50-2 52 36 oder per E-Mail unter mo.bildung@stadtdo.de melden.

Der Einführungsworkshop ist obligatorisch, danach kann aus vier Fluxus-Kursen und vier Farb-Kursen eine Reihe aus vier Kursen individuell zusammengestellt werden. Jeder Workshop dauert zwei Stunden und ist für eine Gruppengröße von sechs Kindern konzipiert.




Visitenkartenbücher als Kunstobjekte

Bärbel Thier-Jaspert, die ein Atelier im Depot hat, mit einigen Ausstellungsstücken.
Bärbel Thier-Jaspert, die ein Atelier im Depot hat, mit einigen Ausstellungsstücken.

Bärbel Thier-Jaspert hat eine Leidenschaft: Visitenkartenbücher, die sie von Künstlern und anderen Menschen zwischen 6 und 86 Jahren gestalten lässt. Unter dem Titel „… was das herz begehrt“ zeigt die Galerie Dieter Fischer vom 02. bis 18. Oktober 2015 die gesammelten Werke von Thier-Jaspert.

Es ist sehr spannend zu sehen, wie unterschiedlich Künstlerinnen und Künstler an die Aufgabe herangegangen sind: Diejenigen, die mitmachen wollten, erhielten ein kleines Büchlein für Visitenkarten und konnten es gestalten. „Die meisten haben den Innenteil bearbeitet, mache auch die Außenseiten“, erzählt Thier-Jaspert.

So sind kleine Daumenkinos entstanden, manche haben Erinnerungsstücke in den kleinen Plastiktaschen. Natürlich sind die aufwändig gestalteten Bücher die auffälligsten. Eines besteht innen komplett aus einem Fell, bei einem anderen sind Handschuhe darüber gestülpt.

Seit 2009 beschäftigt sich Thier-Jaspert schon mit diesem Thema und hat bereits über 60 Expemplare, nicht nur von Künstlerinnen und Künstlern gesammelt. Eine Besonderheit gibt es noch bei dieser Ausstellung: Bei den Exponaten steht nur eine Nummer dran. Daher wissen die Besucher nicht, wer ein bestimmtes Visitenkartenbuch gestaltet hat.

Die Galerie Dieter Fischer im Depot Dortmund hat geöffnet von Donnerstag bis Sonntag von 17 bis 20 Uhr.




Zeitgenössisches zwischen zwei Romantikern

Was lange währt, wird endlich gut. Nachdem das vierte Kammerkonzert mit den Holzbläsern in der vergangenen Spielzeit ausgefallen ist, wurde das Konzert am 28. September 2015 nachgeholt. Zwischenzeitlich gab es eine Programm- und eine Besetzungsänderung. Für Frauke Hansen spielte Christine Stemmler und anstelle des Quintetts von Pavel Haas erklangen die sechs Bagatellen von György Ligeti.

Das Bläserquintett war ein Ruhrgebiets-Quintett. Bettina Geiger (Flöte), Jan Golebiowski (Horn) und Minori Tschuchiyama (Fagott) spielen alle bei den Dortmunder Philharmonikern. Anke Eilhardt (Oboe) bei den Bochumer Symphonikern und Frauke Hansen ist stellvertretende Soloklarinettistin beim Philharmonischen Orchester Hagen.

Zum Start spielten die Musiker die Ouvertüre zu „Wilhelm Tell“ von Gioacchino Rossini. Dass die Ouvertüre inzwischen bekannter ist als die Oper selbst, liegt vor allem an dem sehr bekannten „Reitermotiv“ gegen Ende des Stückes. Zuerst war es etwas ungewöhnlich, die Musik statt von einem Orchester von nur fünf Musikern zu hören, aber die Bearbeitung, die unter anderem auch von Eilhardt erstellt wurde, macht einen sehr guten Höreindruck.

Astor Piazzolla (1921-1992) war einer der bekanntesten Tango-Komponisten und sein „Tango Ballet“ ist nicht auf den Tanz ausgerichtet, sondern mehr auf das Zuhören. Dennoch war der Tango in jedem der fünf Sätze deutlich herauszuhören. Auch wenn das typische Tangoinstrument, das Bandoneon, fehlte, das „Tango Ballet“ war luftig und leicht.

Die „sechs Bagatellen für Bläserquintett“ stammten aus der Frühzeit von Ligetis Kompositionsschaffen, sie sind eine Hommage an Bartók und Stravinsky. Die Bagatellen sind vermutlich mit einigem Humor geschrieben, die bei den Ausführenden und den Zuhörern ankam.

Nach der Pause erlebten die Besucher eine deutsche Erstaufführung. Die Musiker präsentierten das Stück „Directions“ des ungarischen Komponisten Adam Vilagi, der beim Konzert anwesend war. Das viersätzige Werk besteht aus Elementen, bei denen die Musiker durch Klopfen oder Pusten Geräusche machen und musikalischen Abschnitten. Der dritte Satz „Shadows“ sorgt ein wenig für gruselige Stimmung und erinnert an Musik für einen Thriller oder ähnliches.

Nach so viel zeitgenössischer Musik war es wieder Zeit für ein spätromantisches Werk. Taffanels Bläserquintett im g-Moll war der idealer Abschluss eines gelungenen Abends mit gut aufgelegten Musikern und einer äußerst spannenden Programmauswahl.




Neue Schulte-Orgel im Mittelpunkt

Am Sonntag, 25.10.2015 um 18.00 Uhr findet in der Petrikirche ein Chor-Konzert mit der fertiggestellen Schulte-Orgel statt. Singen wird die Kreiskantorei Dortmund.

In dem Konzert werden ganz unterschiedliche Werke zusammengeführt, die aber alle die neue, im September diesen Jahres fertiggestellte, Schulte-Orgel der Petrikirche einbeziehen.

Mit Werken von Johann Sebastian Bach für Chor und Orchester wird das Konzert eröffnet und beschlossen. Ein Bogen wird damit von der Kantate „Wir danken dir, Gott“ (BWV 29) bis zu dem Friedensruf „Dona nobis pacem“ aus der h-moll-Messe gespannt. Nach der Hymne „Hör mein Bitten“, eines der späteren Werke von Felix Mendelssohn Bartholdy, folgt das Requiem von Gabriel Fauré als Hauptwerk des Konzertes. Es wird von allen Beteiligten an diesem Abend in der sogenannten „Kirchenfassung“ musiziert.

Die Kreiskantorei Dortmund wird unterstützt durch das Ensemble St. Georg in Lünen. Mit dabei Jutta Timpe – Orgel, Jenny Haecker – Sopran, Michaela Günther – Alt, Thomas Greiner – Tenor und Gerrit Mielke – Bass. Die Gesamtleitung liegt bei Wolfgang Meier-Barth.

Karten zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 5 Euro) sind im Reinoldiforum sowie im Besucherzentrum Dortmund, Max-von-der-Grün-Platz/gegenüber dem Hauptbahnhof, an allen Ticketshops und im Internet unter www.dortmund-tourismus.de, zuzüglich Vorverkaufsgebühr, erhältlich.




Ein swingendes Musical

Emily Newton (Lilli Vanessi) und Morgan Moody (Fred Graham). ©Thomas Jauk / Stage Picture GmbH
Emily Newton (Lilli Vanessi) und Morgan Moody (Fred Graham).
©Thomas Jauk / Stage Picture GmbH

Nach der Wagnerischen Tragödie „Tristan und Isolde“ wehte Lust und Lebensfreude bei der Premiere von „Kiss me, Kate“ durch das Opernhaus. Zwei fantastische Hauptdarsteller, ein gut aufgelegtes Ensemble, tolle Musik und unaufgeregte Regie schufen einen sehr gelungenen Musical-Abend. Ein Premierenbericht vom 27. September 2015.

„Kiss me, Kate“ von Cole Porter ist ein Stück im Stück. In den USA, einige Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges, führt Schauspieler und Produzent Fred Graham (Morgan Moody) eine musikalische Fassung von Shakespeares „Der widerspenstigen Zähmung“ auf. Als weitere Hauptrolle hat Graham Lilli Vanessi (Emily Newton) engagiert. Vanessi und Graham haben sich vor genau einem Jahr getrennt. Graham hat ein Auge auf die Sängerin Lois Lane (Nedime Ince) geworfen und Vanessi will den General Howell (Hannes Brock) heiraten. Doch alte Gefühle flammen wiede auf. Kompliziert wird es, als zwei Gangster (Fritz Steinbacher und Karl Walter Sprungala) Geld von Graham eintreiben wollen.

Regisseur Martin Duncan hat mit leichter Hand ein sehr bekömmliches Musical-Menu geschaffen. Er hatte auch sehr gute Zutaten. Mit Moody und Newton spielten und sangen zwei Darsteller, die nicht nur sehr gut singen, sondern auch sehr gut schauspielen können. Das ist für ein Musical auch extrem wichtig. Moody spielte einen Graham, der zunächst sehr selbstgefällig war, zum Schluß aber auch sentimental wurde. Newton war die Rolle der Vanessi auf den Leib geschrieben. Sie ging durch ein Wechselbad der Gefühle. Zwar sollte sie General Howell heiraten, aber Anfangs waren noch Gefühle für Graham vorhanden. Die waren vorbei, als sie den Brief las, der eigentlich an Lane gehen sollte.Erst ganz zum Schluss gibt sie die Aussicht auf ein luxuriöses, aber langweiliges Leben auf und kehrt zu Graham auf die Bühne zurück.

Zu den Höhepunkten gehörten auf jeden Fall die beiden Gangster aus Wien. Fritz Steinbacher und Karl Walter Sprungala gehörten mit ihrem Wiener Schmäh mit zu den Lieblingen des Publikums. Zudem sangen beide noch den Ohrwurm „Schlag nach bei Shakespeare“. Regisseur Duncan hatte eigentlich die Dialoge auf Deutsch sprechen lassen und die Lieder auf Englisch, bis auf dieses. „Kiss me, Kate“ hat noch einen weiteren bekannten Ohrwurm: „Wunderbar“. Dieser Walzer ist ein kleiner Seitenhieb von Porter auf die deutschsprachigen Operetten und ihre „Ich bin dein, du bist mein“-Lyrik. Ein großes Lob hat sich auch Nedime Ince verdient, die eine freche Lois Lane spielte. Ihr „Always true to you (in my fashion)“ war einer der Höhepunkte des Abends.

Für die Bühne und die Kostüme war Francis O’Conner zuständig. Er hatte die schwierige Aufgabe, quasi zwei Stücke auszustatten. Während die Rahmenhandlung in einem 40er Jahre Look gehalten war und meist einen Hinterhof in Baltimore zeigte, spielte die „widerspenstige Zähmung“ stilecht in einem Italien der Renaissance mit passenden Kostümen.

Von Wagner zu Porter: ein großer Sprung in der Musik, aber die Dortmunder Philharmoniker unter der Leitung von Philipp Armbruster schafften auch diesen Spagat mit Leichtigkeit.

Die Oper Dortmund entwickelt sich zu einem exzellenten Musicalstandort, was durch die Qualität der Produktion wie „Roxy und ihr Wunderteam“, „Jesus Christ Superstar“ und aktuell „Kiss me, Kate“ eindrucksvoll unter Beweis gestellt wird.

Weitere Termine: Do, 01. Oktober 2015, So, 04. Oktober 2015, Fr, 09. Oktober 2015, Sa, 17. Oktober 2015, Fr, 23. Oktober 2015, So, 25. Oktober 2015, Fr, 30. Oktober 2015, So, 01. November 2015, Sa, 14. November 2015, Sa, 21. November 2015, Mi, 02. Dezember 2015, Sa, 19. Dezember 2015, Do, 31. Dezember 2015 (2x), Sa, 30. Januar 2016, So, 07. Februar 2016, Sa, 19. März 2016, So, 20. März 2016 und Sa, 26. März 2016.

Mehr Infos unter www.theaterdo.de




Anonymus ex machina

In welche Richtung geht er denn, der Volksvertreter? (Foto: © Sir Gabriel Dellmann)
In welche Richtung geht er denn, der Volksvertreter? (Foto: © Sir Gabriel Dellmann)

Staubsaugervertreter verkaufen Staubsauger, Volksvertreter verkaufen… Die vierte Produktion der Theatergruppe Sir Gabriel Dellmann „Wohin des Weges, Volksvertreter?“ beschäftigt sich mit der repräsentativen Demokratie. Worum geht es den Volksvertretern? Um die nächste Wiederwahl? Um die Folgen unserer Politik im In- und Ausland? Dabei luden die Theatermacher um Björn Gabriel und Stefanie Dellmann das Publikum in eine Talkshow. Ein Premierenbericht vom 26.09.2015

Es muss in Fernsehstudios ziemlich warm sein, anders kann man die Wahl der Kleidung des Moderators, gespielt von Martin Hohner, nicht erklären: Nur eine Weste auf nackter Haut. Vielleicht schon ein Zeichen für das journalistische Prekariat, dass sich nur rudimentäre Kleidung leisten kann.

Die Gäste waren doch seriöser angezogen. Matthias Kalle, mit einer Art Toga(!), spielte einen als Politiker, dessen Positionen zwischen CSU und FDP anzusiedeln sind. Daher antwortete er auf die Fragen des Moderator gerne mit Stichworten wie „Eigenverantwortung“. Aischa-Lina Löbbert gab eine linke Politikerin. Ihre Politikerin klang bei jedem Thema, als hätte sie vorher beim Stand von „Attac“ deren Flugblätter auswendig gelernt. Die Hauptrolle hatte aber Fiona Metscher, die eine Art Angela Merkel spielte, wobei ihr Sprechen ein wenig an Andrea Nahles erinnerte. Vielleicht die Kombination der großen Koalition von CDU und SPD. Die Politikerin der Mitte zeigte vor allen ein Grundübel: Man versucht, es allen Recht zu machen. Sie konnte zwischen der rechten und linken Position je nach Gusto und Meinung hin und her jonglieren.

Zu jedem Themenfeld wie „Griechenlandkrise“, „Flüchtlingskrise“ oder „Afrika“ wurden kleine Einspieler gezeigt, die auf das Thema vorbereiten sollten. Nach jeder Runde wurden die Besucher im Theater nach ihrer Meinung gefragt und durften per SMS abstimmen. Ob die Ergebnisse an der Videowand tatsächlich das echte Ergebnis der Zuschauerabstimmungen darstellt, bleibt wohl ein Geheimnis des Regisseurs Björn Gabriel. Wurden die ersten Themen noch ausführlich behandelt, ging es dann Schlag auf Schlag, so dass keine Zeit mehr für Abstimmungen oder ähnliches blieb.

Gegen Ende der Show zauberte Gabriel einen „Anonymus ex machina“ aus dem Hut. Denn eine nicht näher definierte Gruppe kaperte die Sendung und drohte die Politiker zu ermorden. Sie sollten erklären, welche Beweggründe es waren, dass sie Politiker geworden sind und warum sie ihre Ideale verloren hätten. Am Ende hieß es „war nur Spaß“ und „hoffentlich nicht zu Laut für das Publikum“.

„Wohin des Weges, Volksvertreter“ ist zwar genauso Polit-Theater wie „2099“, das am 19.09.2015 in Theater Dortmund Premiere hatte, wirkte aber in sich konsistenter und ambitionierter. Eine Talkshow als Theaterstück aufzuführen ist zwar nicht neu (beispielsweise „Eine Stille für Frau Schirakesch“, Köln 2013), aber echte Talkshows im Fernsehen wirken oft auch wie abgeschmackte Theaterstücke. Die Klischees der Politiker und des Journalisten hätte man vielleicht noch besser herausarbeiten können, aber vielleicht wäre das Stück dann zu sehr in Richtung Kabarett gegangen.

Das „Unvorhergesehene“, die Macht, die von außen kommt und die Politiker sowie den Moderator zwingt Farbe zu bekennen, wirkte sehr aufgesetzt. Es hätte meiner Meinung nach gereicht, die Politiker durch ihre eigenen Aussagen zu entlarven.

Löbbert, Metscher, Hohner und Kelle zeigten ein engagiertes Spiel, die Bühne wurde von Stefanie Dellmann einfach, aber zweckmäßig mit Stehpulten eingerichtet. Ein wichtiges Element waren die Bilder und der Ton. Dafür waren Tilman Oesterreich und Mario Simon zuständig. Die Liveübertragung in den Salon Fink am Nordmarkt funktionierte, aber eine Reaktion von dort war technisch noch nicht möglich.

Eine klare Empfehlung für Leute, die Polittheater mögen.

Ein weiterer Termin im Theater im Depot ist am 25. Oktober 2015 um 18 Uhr.




Kulturrucksack mit Schwerpunkt Nordstadt

Vier der sechs Kulturrucksackprojekte in Dortmund finden in der Nordstadt statt. Davon sind drei im Künstlerhaus beheimatet, ein im Big Tipi. Hinzu kommt noch Westerfilde und Lütgendortmund als Spielorte. Das Landesprogramm Kulturrucksack NRW, koordiniert durch das Dortmunder Kulturbüro, fördert jährlich zahlreiche Kunst- und Kultur- Angebote für alle Zehn- bis 14-Jährigen.
Anmeldungen werden ab sofort angenommen.

Bei den Kulturrucksackprojekten wird die Nordstadt auch von Menschen aus anderen Stadtteilen besucht, stell Pit Schmieder, Leiter des Dortmunder Künstlerhauses fest. „Bei den Ferienkursen haben wir Teilnehmer aus der gesamten Stadt“, so Schmieder.

Ein weiterer Vorteil ist die verbesserte Organisation der Werbung und Anmeldung rund um den Kulturrucksack. „Die Buchungssituation zu bündeln ist vorteilhafter“, stellte Schmider fest.

Ein Tag in meinem Leben, Dokumentarfilmproduktion
Termine:
5.-8.10.2015, jeweils 10-17 h

Ort:
Elias Kirchengemeinde
Lina- Schäfer- Str. 42
44379 Dortmund
Leitung:
Sonja Bansemer, Schauspielerin, Moderatorin
Anmeldungen an:
S.bansemer@gmx.de
Das Angebot ist kostenlos und richtet sich an 10 – 14 Jährige

Schnupperwokshop Tanz im Kess, Westerfilde
Termin:
14.10.2015, 16-19 Uhr
Ort:
Jugendfreizeitstätte Kess
Wenemarstr. 15
44357 Dortmund
Leitung:
Domenique Andriola
Anmeldung:
Tanja Young, stellv. Leiterin
Tel.: 0231-37 683
Das Angebot ist kostenlos und richtet sich an 10 – 14 Jährige

Move! Hip Hop Tanz
Termin:

6.-9.
10. 2015, jeweils von 14:00-18:00 Uhr
Ort:
Erlebniswelt Fredenbaum
Lindenhorster Str. 6
44147 Dortmund
Leitung:
Birgit Götz, Domenique Andriola
Anmeldung bis 28.09.:
Per Post an Stefanie Mennecken, Erlebniswelt Fredenbaum,

oder per E-Mail an: b.goetz-tanz@t-online.de

Das Angebot richtet sich an 10 – 14 Jährige
Kosten: 10,00 €

Frisch gepresst, Druckwerkstatt

Termine:

6. bis 9. Oktober 2015 Jeweils von 13.00 bis 16.00 Uhr

Abschlusspräsentation:

Freitag 24. Oktober 13.00 Uhr

Ort:

Künstlerhaus Dortmund
Sunderweg 1

44147 Dortmund

Workshopleitung:

Hannes Woidich und Alesha Klein

Anmeldung:

mail@hanneswoidich.de

Das Angebot ist kostenlos und richtet sich an 10 – 14 Jährige

Baron Münchhausen, Film- und Performance-Projekt
Termine:
12. bis 15.10., jeweils von 11.00 bis 16.00 Uhr
Abschlusspräsentation:
Freitag 30. Oktober 18.00 Uhr
Ort:
Künstlerhaus Dortmund
Sunderweg 1
44147 Dortmund
Workshopleitung:
Dagmar Lippok, Björn Leonhard und Jody Korbach
Anmeldung:
dagmar.lippok@gmx.de

Das Angebot ist kostenlos und richtet sich an 10 – 14 Jährige

Fortsetzung des Fotoclub 3, Fotografie Wer bereits an den ersten Fotoclubs teilgenommen hat, ist wieder herzlich willkommen. Alle, die noch nicht dabei waren, sind ebenfalls willkommen. Achtung: Der Kurs ist schon voll!!
Termine:
5. und 12.09.
17. und 31.10.
jeweils von 11-16 Uhr
Orte:
UZWEI Dortmunder U
Künstlerhaus
Phoenix West
Kokerei Hansa
Der 1. Treffpunkt wird nach Anmeldung bekannt gegeben.
Workshopleitung:
Etta Gerdes, Jens Sundheim
Anmeldung:
mail@etta-gerdes.de

Das Angebot ist kostenlos und richtet sich an 12 – 14 Jährige




Opulente Farbenwelt

Mit Dr. Helga janzen hat Davoud Sarfaraz für den Katalog interviewt.
Mit Dr. Helga janzen hat Davoud Sarfaraz für den Katalog interviewt.

Die Ausstellung „Kuss auf wachen Nerv“ zeigt eine Auswahl von Bildern des Dortmunder Künstlers Davoud Sarfaraz vom 27. September bis zum 18. Oktober 2015 im Torhaus Rombergpark. Sarfaraz kam 1986 aus dem Iran nach Deutschland und lebt seit 1995 in Dortmund.

Sarfaraz begann 1976 in Teheran an der Kunstakademie zu studieren und arbeitete danach als Illustrator für Kindersendungen im Fernsehen. Seine künstlerischen Arbeiten begannen in Deutschland.

In seinen ältesten Bildern ab 1989 beschäftigt sich der Künstler stark mit Farbstudien. Die Menschen auf seinen Bildern sind zwar figurativ, aber auch schon abstrahiert. Die Motive stammen überwiegend aus dem leben in den iranischen Dörfern. Einige Werke aus dieser Phase sind auch in der Ausstellung zu sehen.

Danach folgte eine melancholische Phase, die mit dem Verlust der Heimat zu tun hat. Die Farben wurden dunklerer. Erst Ende der 90er Jahre kehrt die Farbigkeit wieder zurück. Sarfaraz entdeckt die dazu die Abstraktion. Manche seiner Werke hat der Künstler in separate Fenster aufteilet, so dass eine Art Kaleidoskop entsteht. Er arbeitet auch viel mit Ornamenten und schlägt somit eine Brücke von Ost nach West.

„Ich muss bei jedem Bild mein Inneres spüren“, so der Künstler über sein Arbeiten. „Ich komme beim Malen mit meiner eigenen Vergangenheit in Verbindung. Kunst ist nicht nur Dekoration.“

So kann der Titel „Kuss auf wachem Nerv“ bedeuten, dass der Künstler wach und bereit ist, den Musenkuss zu empfangen.

Zu dieser Ausstellung ist auch ein Katalog mit Farbtafeln, Textbeiträgen und einem Interview mit dem Künstler erschienen.

Mehr Informationen zum Künstler auf seiner Homepage www.davoud-sarfaraz.de

Die Öffnungszeiten des Torhaus Rombergpark sind

dienstags bis samstags 14 bis 18 Uhr

sonntags und feiertags von 10 bis 18 Uhr

Der Eintritt ist frei.




Wohin geht die repräsentative Demokratie?

Am 26.September 2015 hat die neue Produktion von Sir GAbriel Dellmann Premiere. (v.l.nr.) Stefanie Dellmann, Anna Marienfeld und Björn Gabriel)
Am 26.September 2015 hat die neue Produktion von Sir Gabriel Dellmann Premiere. (v.l.n.r.) Stefanie Dellmann, Anna Marienfeld und Björn Gabriel)

In einer repräsentativen Demokratie sollen die Abgeordneten das Volk repräsentieren. Doch tun sie das? Die Theatergruppe „Sir Gabriel Dellmann“ geht dieser Frage in der Performance „Wohin des Weges – Volksvertreter?“ auf den Grund. In einer Art Polittalkshow prallen die politischen Ausrichtungen aufeinander. Was ist PR-Sprache und wie verhält sich der Politiker privat? Wobei – gibt es in Zeiten der totalen Überwachung überhaupt noch eine Privatsphäre? Die Premiere ist am 26. September 2015 um 20 Uhr im Theater im Depot.

In dieser Polittalkshow treten drei Vertreter der politischen Klasse auf, die zwar fiktiv, aber doch erkennbar sein sollen. Sie gehören dem klassischen rechts-mitte-links Schema an. Der Moderator ist ein Repräsentant der journalistischen Klasse. Die Themen, um die es in der Talkshow geht, sind: Finanzkrise, Flüchtlingspolitik oder die Überwachung.

Eine Besonderheit des Stückes ist, dass es parallel auch zum Salon Fink übertragen wird. Wobei die Technik noch nicht so ganz mitspielt. Die vollständige Performance wird am 26.09.2015 nur im Theater im Depot zu sehen sein. Das Team versucht den Live-Stream in den Salon Fink in den verbleibenden Stunden bis Samstag um 20:00 Uhr zu stabilisieren. Im Salon Fink findet die Übertragung bisher leider nur in einer deutlich reduzierten Version statt.

Zudem hat der Besuch des Theaters auch noch den Vorteil, dass die Zuschauer per SMS an den Abstimmungen teilnehmen kann. Denn das Publikum wird zu bestimmten Positionen befragt.

Neben der Premiere am 26. September um 20 Uhr wird das Stück noch am 27. September (18 Uhr) und am 25. Oktober 2015 (18 Uhr) gezeigt. Der Eintrittspreis beträgt im Vorverkauf 13 € (8 € ermäßigt), an der Abendkasse 15 € (10 ermäßigt).

Hier auch ein Videointerview mit den Künstlern: [vsw id=“Wy32hjLMjck“ source=“youtube“ width=“425″ height=“344″ autoplay=“no“]